
von angeltear
@ *Fee*: Hey Süße, vielen Dank für deinen langen Kommi und das viele Lob, das ist als würdest du mir eine riesen Tüte mit Süßigkeiten schenken^^
Kürbissatf? Pansys Shirt? Ich überleg's mir xD
Danke für deine Geduld mit mir!
hdgdl *bussi*
@ ~YIPPIE~ALBUS~: Ich freue mich immer zu hören, dass euch die Geschichte gefällt.
Ja, mir fehlt Harry auch... Aber ich weiß schon lange, was mit ihm passieren wird und nichts kann mich von diesem Plan abbringen^^
Viel Spaß mit dem Chap!
@ jassi.weasley: Sei doch nicht immer so misstrauisch... oder doch? ;) Toll, dass es dir gefallen hat! Danke, für deine regelmäßigen Kommis hier und in Thread! hdgdl!
@ Dope-D: Ach, wie charmant du wieder bist^^ Aber schön, dass es deinen hohen Ansprüchen gerecht wurde! Übrigens kann ich nicht weiterschreiben, wenn der PC aus ist. Erst denken, dann schreiben ;) Aber Danke für deine Kommis!
@ Turpin, Lisa: Ich? Gemein? Wie kannst du nur so von mir denken? xD
Verraten werd ich natürlich überhaupt nichts zum Thema Harry, aber ihr werdet noch erfahren, was mit ihm passiert.
@ sunshine16: Vielen Dank für dein Lob! Darin würd ich am liebsten baden :D
Hoffe, dieses Chap gefällt dir auch wieder so gut!
@ Rapptor: Siehe da, diesmal ging es schnell! Sag mal manipulierst du mich irgendwie? Bist du Legilimentor? Jaja und dann irgendwelche Leute in meiner FF verdächtigen! xD Danke und noch viel Spaß!
@ Gaby Longoria: Danke Süße und ich glaube dir ja, dass du es gelesen hast *g* Chester juckt dich? dann kratz doch mal! xD Okay, genug der billigen Wortspiele: viel Spaß mit dem Chap^^ hdgdl!
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"Hey Ginny, ich würde gern zahlen!"
"Ich komm' sofort!"
Ginny balancierte sicheren Schrittes ein Tablett voller Butterbier an einen Tisch, an dem eine Horde japanischer Jugendlicher saß, erklärte ihnen, dass sie erst dann etwas mit ihnen trinken konnte, wenn es im Pub ruhiger würde und ging dann zu dem Herrn hinüber, der zuvor nach ihr gerufen hatte.
"Das wären dann genau sieben Galleonen und zwölf Sickel.", sagte sie lächelnd zu ihm und wartete geduldig bis er sein Portmonnaie und die entsprechenden Münzen gefunden hatte.
"Stimmt so.", lallte er und drückte ihr zehn Galleonen in die Hand.
"Ähm, sind Sie sicher? Das ist doch viel zu viel."
"Für dich ist nichts zu viel.", entgegnete er zwinkernd und erhob sich, um aus dem Pub zu schwanken.
"Irgendwann wird der Mann sich noch ernsthaft in Schwierigkeiten bringen.", meinte sie kopfschüttelnd zu Pansy, als sie zur Theke zurückkehrte.
"Ach, solange er weiterhin so viel Trinkgeld gibt, ist mir das ziemlich egal."
Ginny wandte sich ab, um ihr Grinsen zu verbergen. Inzwischen unterhielten Pansy und sie sich zwar einigermaßen normal miteinander, aber sie war immer noch ein hinterhältiges Miststück.
"Ich glaube, deine Touristenfans da erwarten dich schon sehnsüchtig.", schnarrte sie verächtlich und nickte zu den Japanern, die Ginny tatsächlich winkten, als sie in die Richtung sah.
"Na dann verdiene ich mir mal mehr Trinkgeld.", sagte sie ruhig zu Pansy und ging zu den Jungs hinüber, um sich ein Bier in die Hand drücken zu lassen.
Seit fast vier Monaten arbeitete sie nun schon in den Drei Besen und es gefiel ihr immer besser. Zwar konnten die Betrunkenen manchmal etwas nervig oder sogar aufdringlich werden, aber bisher hatte sie keine Schwierigkeiten gehabt. Sie hatte nette Menschen kennen gelernt und fühlte sich zum ersten Mal in ihrem Leben nicht arm.
Von ihrem ersten Gehalt hatte sie ihrer Mutter erst einmal ein neues Radio gekauft, denn das alte hatte schon geklungen wie manche ihrer Stammgäste zu später Stunde.
Entspannt nippte sie an ihrer Flasche, ließ sich von den Jungs ausquetschen und amüsierte sich still über ihren süßen Akzent.
Als sie ihr Bier ausgetrunken hatte, erhob sie sich unter allgemeinen Beschwerden wieder, da sie nicht wissen wollte, was passieren würde, wenn Rosmerta heute vorbeischauen sollte und Ginny betrunken auf dem Tisch tanzte.
Pansy rechnete gerade an einem anderen Tisch ab, also ging sie nach hinten in die Küche, um den Köchen Gesellschaft zu leisten.
"Darf ich mal was klauen?", fragte sie, als sie an den beiden vorbeiging, die an einem Tisch Zauberschach spielten. "Ich hab' tierischen Hunger."
"Nix da!", entgegnete Eddie mit gespieltem Ernst. "Wir wärmen doch jetzt nichts mehr für dich auf; jetzt will doch sonst keiner mehr was essen!"
"Ach komm schon!" Sie versuchte es mit dem Dackelblick, was die beiden Männer zum Lachen brachte.
"Du kannst dir 'nen Apfel nehmen, wenn du willst."
"Du bist der Beste, Eddie!", lachte sie und suchte sich einen besonders schönen Apfel aus dem Haufen, um beherzt reinzubeißen.
Eddie und Chester hatten sich wieder ihrem Spiel zugewandt und für Eddie sah ziemlich schlecht aus. Sie überlegte, wie er sich retten könnte, als sie Chesters Blick auf sich bemerkte. Er senkte sofort wieder den Blick auf das Schachbrett und versuchte seinen Gegner dadurch zu verunsichern, indem er behauptete, genau zu wissen, welchen Zug Eddie nun machen müsse.
Verwirrt kaute Ginny auf einem Stück Apfel herum. Was war das für ein Blick gewesen? Warum hatte sie den Eindruck, dass er irgendwie finster gewesen war?
"Ähm, ich geh' dann mal wieder nach vorne.", murmelte sie und verließ raschen Schrittes die Küche.
Als sie in den Schankraum kam, musste sie den Drang unterdrücken, die Augen zu verdrehen. André saß an der Theke und Pansy lachte besonders laut und schallend über etwas, das er gerade gesagt hatte. André grinste sie selbstzufrieden an, doch als er Ginny sah, weitete sich sein Lächeln und die aufrichtige Freude, sie zu sehen, war ihm ins Gesicht geschrieben.
"Hey, Kleine!"
"Hey, Großer!" Ginny stellte sich neben Pansy und umarmte André über die Theke hinweg. Pansy nahm sich sofort ein Tablett und ging zu einem Tisch hinüber, der soeben frei geworden war, um ihn abzuräumen.
"Gut, du hast sie vertrieben.", sagte er anerkennend.
"Ja, ich werde immer besser.", lachte Ginny. "Wollte sie schon wieder, dass du ihr ein Date besorgst?"
"Na klar, was sonst.", meinte er achselzuckend. "Ich glaube, sie hat keinen anderen Lebensinhalt mehr, als Joe anzuschmachten."
Joe war der Sohn von Andrés Chef und scheinbar sah Pansy in André die große Chance ihren Traumprinzen kennen zu lernen. Er schien ihre Begeisterung nicht so ganz zu teilen.
"Was willst du eigentlich schon wieder hier?", fragte sie und füllte ihm schon mal das Bier, dass er gleich bestellen würde.
"Na essen.", antwortete er strahlend, als sei der Gedanke an Essen alles, was es brauchte, um ihn glücklich zu machen.
"Es ist halb zwölf."
"Dann will ich eben etwas trinken.", meinte er unwirsch und griff nach dem Bier, dass Ginny gerade vor ihn gestellt hatte.
"Wenn du jeden Abend herkommst, wirst du noch pleite gehen."
"Ich bin nicht jeden Abend hier!"
"Aber immer, wenn ich arbeite."
Satt einer Antwort wackelte er vielsagend mit den Augenbrauen und nahm einen weitern Schluck.
"Hast du mal wieder etwas von Percy gehört?"
"Nein und das ist auch ganz gut so.", erwiderte sie fast schnippisch. "Meine Worte scheinen Wirkung gezeigt zu haben."
"Wenn du mich so anfahren würdest, würde ich auch nicht mehr kommen.", lachte er und fing sich einen leichten Klaps auf die Schulter von Ginny ein.
Auch, wenn sie nicht wollte, dass André sein ganzes Geld im Pub ausgab, war sie doch froh, dass er so oft vorbeikam. In seiner Gesellschaft fühlte sie sich sicher und wohl. Irgendwie hatte sie sich schon daran gewöhnt, ihn hier zu sehen und wenn er mal nicht kam, war ihr meistens ziemlich langweilig.
"Sag mal, ist dir aufgefallen, dass dieser Koch dich ständig anstarrt?", fragte er nun mit etwas gedämpfter Stimme und Ginny drehte sich um, um seinem Blick zu folgen. Allerdings war das wohl zu auffällig gewesen, denn sie sah nur noch Chesters Rücken, als er wieder von der Nähe der Tür verschwand.
"Ehrlich gesagt, ist mir das vorhin zum ersten Mal aufgefallen.", meinte sie, als sie sich wieder zu André umwandte. "Dir schon öfters?"
"Ja, ich beobachte das schon eine Weile, aber ich wollte dich nicht beunruhigen. Irgendwie ist dieser Typ komisch."
Nachdenklich beobachtete sie zwei Junge Frauen, die in der Ecke saßen und miteinander tuschelten. Warum war es ihr nie aufgefallen, wenn Chester sie schon länger anstarrte?
"Mach dir keine Sorgen, Ginny.", holte André sie in die Wirklichkeit zurück. "Wahrscheinlich fragt er sich nur, wie er dich am besten entführen kann."
"Oh, wie beruhigend."
Sie sahen sich einen Augenblick in die Augen, bevor Ginny es nicht mehr aushielt und in Gelächter ausbrach, in das er gleich einstimmte.
"Zahlen, bitte!", ertönte es von irgendwo.
"Ich komm' gleich wieder.", meinte sie immer noch kichernd.
Während sie zu Tisch sieben ging, leuchtete ihr Schmetterlingsanhänger auf. Das Lachen auf ihrem Gesicht, wich einem etwas melancholischen Lächeln. Zwar dachte Harry ständig an sie, aber langsam hatte dieses schöne, manchmal nur kurze Aufleuchten, seine anfängliche Wirkung verloren. Harry fehlte ihr und wusste nicht, wie lange sie es noch aushalten konnte, nichts von ihm zu hören.
Sie rechnete ab und kehrte dann zu André an die Theke zurück.
Ein Blick auf ihre Kette und ihr Gesicht reichte aus, um ihm zu sagen, was mit ihr los war.
"Immer noch nichts Neues?", fragte er mit teilnahmsvoller Stimme.
Sie schüttelte nur den Kopf.
"Ach, sei doch nicht traurig, Süße.", sagte er und griff nach ihrer Hand. "Er hat dich nicht vergessen."
"Ich weiß.", seufzte sie. "Aber ich will ihn so gerne sehen! Ich will wissen, wo er ist, was er macht, wie es ihm geht. Diese Ungewissheit macht mich wahnsinnig! Was mit Ron und Hermine ist, weiß ich genauso wenig! Diese Kette zeigt mir ja nur, dass er noch lebt!"
"Wenn einem der drei etwas passiert wäre, hättest du bestimmt davon gehört. So etwas bleibt nicht unbemerkt, glaub mir. Die Todesser würden bestimmt damit prahlen wollen und es im Tagespropheten drucken lassen."
Ginny sah ein, dass er Recht hatte. Es war ein offenes Geheimnis, dass sowohl das Ministerium als auch die Todesser nach den Dreien suchten, wenn auch aus verschiedenen Gründen. Die Todesser wollten sie töten, das Ministerium wollte ausnahmsweise mal etwas tun, das der magischen Bevölkerung gefiel und sie vor den Todessern "beschützen". Wie sie das anstellen wollten, war ihr ein Rätsel.
Das Licht des Schmetterlings erlosch wieder und Ginny wurde bewusst, dass sie sich gehen ließ. Sofort hob sie wieder den Kopf, zog ihre Hand aus Andrés und versuchte ein Lächeln aufzusetzen. Sie hatte doch den ganzen Tag so gute Laune gehabt; die würde sie sich doch nicht vermiesen lassen.
Als sie später im Bett lag und sich mit Jade unterhielt, kam das Gespräch auf Chester.
"André hat gesagt, dass er mich öfters komisch anguckt."
Jade zögerte.
"Was?"
"Das ist mir auch schon aufgefallen.", erklärte die Kleine. "Erinnerst du dich daran, dass ich einmal eine große Gefahr gespürt habe, als du mit André im Pub warst?"
"Na klar. Schiebst ja nicht oft so eine Panik."
"Inzwischen glaube ich, dass die von diesem Chester kam."
"Was? Echt?" Entgeistert sah Ginny ihren Schutzengel an.
"Ich hab' dir nichts gesagt, weil ich mir nicht sicher bin, aber immer wenn wir im Pub sind, spüre ich diese Gefahr. Mal stärker, mal schwächer."
Sprachlos rollte Ginny sich auf den Rücken und blickte an die Decke. Konnte der hübsche, wortkarge Chester tatsächlich eine so große Gefahr darstellen? Andererseits fiel ihr sonst niemand ein. Eddie konnte keiner Fliege etwas zuleide tun, Pansy hatte Jade schon ausgeschlossen und Ginny vertraute dem Instinkt der Kleinen.
Erfolglos versuchte sie, ein Gähnen zu unterdrücken.
"Schlaf du mal lieber.", meinte Jade und drückte ihr einen Schmatzer auf die Wange, den Ginny kaum spürte.
"Gute Nacht."
Ihre Gedanken waren vor dem Einschlafen wieder einmal bei Harry, von dem sie seit ihrem Geburtstag nichts mehr gehört hatte. Wo war er? Warum meldete er sich nicht bei ihr? Konnte er ihr nicht wenigstens einen Patronus schicken?
Die wenigen Tage, die sie vor ihrer Abreise zusammen verbracht hatten, schienen Jahre her zu sein. Manchmal malte sie sich aus, was Harry wohl auf die Dinge antworten würde, die sie anderen erzählte oder wie es wäre, wenn er jeden Abend zu ihr in den Pub käme...
Sie wurde aus dem Schlaf gerissen, als sie hörte, wie jemand die Treppe hinaufpolterte.
"Arthur! Komm schnell aus dem Bett!"
"Wer findet mich nett?", hörte sie die verschlafene Stime ihres Vaters.
"Kingsley ist am Kamin! Es gibt Probleme!", rief ihre Mutter, offenbar kurz vor der Hysterie.
Alarmiert sprang Ginny aus dem Bett und zog sich schnell eine Jeans an. Was war geschehen? Ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass es halb vier war. Als sie die Tür aufriss, sah sie wie ihre Eltern, beide noch in Schlafanzügen, die Treppe hinuntereilten.
Ohne zu überlegen hastete sie ihnen hinterher und sah im Wohnzimmer, wie ihr Vater vor dem Kamin hockte und mit Kingsleys Kopf im Feuer redete.
"Wir müssen sofort eingreifen, Arthur, sonst wird das hässlich enden."
"In Ordnung, wir sind sofort da."
Kingsley nickte grimmig und schon war sein Kopf wieder verschwunden.
"Werfen wir uns schnell Umhänge über und los.", sagte ihr Vater zu seiner Frau, die sofort den Zauberstab zog und Umhänge aufrief.
"Was ist passiert?", fragte Ginny schließlich von der Tür aus.
Überrascht sahen ihre Eltern sie an.
"Oh, Ginny, geh lieber wieder ins-"
"Schon gut, Molly.", unterbrach er. "Die Todesser haben ein Muggelhaus überfallen."
"Lasst mich mitkommen!", rief sie entschlossen und zog ebenfalls ihren Zauberstab. Sie spürte wie Jade mahnend an ihren Haaren zog und sah wie ihre Mutter den Mund öffnete, um ihr zu sagen, dass sie auf gar keinen Fall mitkommen könne, doch sie hörte nur ihren Vater, als er "In Ordnung." sagte.
Da keine Zeit für Diskussionen war, schlüpften sie schnell in ihre Schuhe und apparierten, Ginny am Arm ihres Vaters, zum Ort des Geschehens.
Sobald sie dort erschienen, hörte Ginny die Schreie. Das Hochhaus vor ihnen, das merkwürdigerweise ein wenig abgelegen in einem Waldstück lag, war hell erleuchtet, mehrere Fenster waren zerbrochen und über dem Dach schwebte das Dunkle Mal.
Ginny erschauderte bei dem Anblick, hatte aber nicht lange Zeit sich zu fürchten, denn schon kam Moody auf sie zu.
"Molly, Ginny, ich hab' eine Aufgabe für euch.", knurrte er mit erhobenem Zauberstab und feuerte einen Zauber auf einen Todesser ab, der ihm aus dem Gebäude gefolgt war. "Da vorne liegen verletzte Muggel, bringt sie ins St. Mungo."
Damit verschwand er wieder, um sich weiter mit dem Maskierten zu duellieren.
Ihr Vater war bereits ins Innere des Hauses verschwunden und ihre Mutter griff nach ihrer freien Hand und zog sie mit sich zu der Stelle hinter einer Hecke, auf die Moody gezeigt hatte.
Beim Anblick der sieben oder acht Menschen, die dort zusammengekauert unter einem Baum hockten, drehte sich Ginny fast der Magen um. Ein junger Mann, der auf dem Bauch lag, sah aus, als wäre er aufgeschlitzt worden. Über seinen Rücken zog sich ein riesiger Riss, der sehr stark blutete. Eine ebenso junge Frau versuchte schluchzend die Blutung mit etwas zu stillen, dass ihr Nachthemd sein musste, denn sie trug nur Unterwäsche. Einige Kinder mit verschiedenen Schürfwunden und blauen Flecken saßen weinend beieinander und der scheinbar älteste Junge, versuchte die jüngeren zu beruhigen. Eine Frau mittleren Alters lag bewusstlos daneben und hatte eine Kopfwunde, die, der Blutlache auf dem Gras zu urteilen, ziemlich stark blutete.
"Ginny, versuch die Frau wach zu bekommen, ich bringe diesen Mann ins Krankenhaus!", wies ihre Mutter sie hektisch an und eilte zu dem Verletzten hinüber und versicherte der panischen Frau, dass sie nur helfen wollte.
Schockiert hockte Ginny sich neben die bewusstlose Frau und versuchte zu überlegen, wie sie ihr helfen konnte, was sich bei all dem Geschrei um sie herum nicht gerade als einfach erwies. Zunächst hob sie den Kopf der Frau an, um die Wunde zu begutachten und stellte erleichtert fest, dass sie aufgehört hatte zu bluten. Behutsam legte sie ihren Kopf in ihren Schoß und versuchte sie wachzurütteln. Auch auf leichte Backpfeifen reagierte sie nicht und Ginny musste sich fragen, ob sie überhaupt noch lebte. Ängstlich senkte sie ihr Ohr auf die Brust der Frau und atmete laut aus, als sie ihren Herzschlag hörte und spürte, wie sich ihr Brustkorb hob und senkte.
In diesem Moment tauchte Bill hinter ihr mit einem weiteren Bewusstlosen auf dem Arm auf.
"Ginny? Was machst du denn hier?", fragte er schnaufend und ließ den Mann zu Boden.
"Helfen.", antwortete sie knapp. "Was ist mit ihm?"
"Cruciatus.", erwiderte er ebenso knapp und verschwand wieder. Wenige Augenblicke später erschien ihre Mutter wieder.
"Reagiert sie nicht?"
"Nein, aber sie blutet nicht mehr."
Mit angespannter Miene hockte sie sich zu der Frau und nahm sie auf die Arme. Ginny hatte gar nicht gewusst, dass ihre Mutter so stark war. Schon war sie mit der Frau verschwunden und Ginny sah nach dem Mann, den Bill eben gebracht hatte. Er schien keine äußeren Verletzungen zu haben, außer einer blutigen Lippe, aber sie wollte sich nicht vorstellen, wie sein Körper geschmerzt haben musste, bevor die Ohnmacht ihn erlöst hatte. Er musste sich so heftig auf die Lippe gebissen haben, dass sie aufgeplatz war.
"Hey, Kinder!", rief sie den Kleinen zu, während sie dem Mann das Blut vom Kinn wischte. "Kommt mal zu mir!"
Die angesprochenen kamen zögerlich näher. Ein kleines Mädchen weinte noch immer bitterlich.
"Hört mal, ihr müsst noch kurz aushalten, dann kommt eine nette Frau und bringt euch in Sicherheit, in Ordnung?"
Mit rasendem Herzen wurde sah sie sich um. Sie würde diese Kinder niemals alleine verteidigen können. Wo blieb ihre Mutter nur?
Wie aufs Stichwort tauchte letztere wieder auf und kam sofort auf sie zu.
"Im St.Mungo herrscht totales Chaos. Scheinbar wurden auch andere Muggelhäuser angegriffen. Der Rest des Ordens ist dort."
"Wie schrecklich!" Mehr brachte Ginny nicht heraus. Sie konnte all dieses Grauen im sie nicht begreifen. Wieso taten Menschen so etwas?
Sie hörten ein Schnaufen neben ihnen. Ginny richte instinktiv den Zauberstab in die Richtung, ließ ihn jedoch sofort wieder sinken, als sie Tonks erkannte, die ein Mädchen auf den Armen hatte und das Gewicht kaum noch tragen zu können schien.
"Helft mir.", keuchte sie. Sofort sprang Ginny auf und rannte Tonks entgegen, um ihr mit der Last zu helfen. Das Mädchen konnte nicht viel älter sein als sie und ihr Nachthemd war in Bereich ihres Unterleibs vollkommen blutgetränkt.
"Was haben die mit ihr gemacht?", kreischte sie fassungslos und merkte, dass sie völlig hysterisch klang.
Tonks antworte nicht auf die Frage, deren Antwort Ginny längst wusste. "Molly, ich komme mit dir ins St.Mungo. Dieses Mädchen kann unmöglich länger hier bleiben."
Fast gleichzeitig verschwanden die beiden und ließen Ginny, die langsam Panik bekam, mit den Kindern zurück.
"Warum leuchtet deine Kette?", fragte ein kleines Mädchen und sofort blickten auch alle anderen Kinder interessiert auf den Schmetterling um Ginnys Hals, der tatsächlich leuchtete. Nur mit Mühe konnte Ginny die Tränen unterdrücken. Warum konnte Harry jetzt nicht bei ihr sein? Sie wusste, nicht weiter. Das Mädchen, das vergewaltigt worden war, hatte sie so sehr geschockt, dass sie kaum noch einen klaren Gedanken fassen konnte. Wie sollte sie diesen Kindern die Angst nehmen? Wie sollte sie ihnen einreden, dass alles wieder gut werden würde, wenn es diese Grausamkeit auf der Welt gab? Was würde Harry jetzt tun?
"Es bedeutet, dass alles wieder gut wird.", log sie mit möglichst hoffnungsvoller und überzeugender Stimme; sie hatte keine Ahnung, ob sie glaubwürdig klang.
"Okay.", sagte das Mädchen und lächelte, wodurch der blaue Fleck an ihrem Kinn merkwürdig verzerrt wurde. Wie konnte man diesen unschuldigen Kindern nur Schaden zufügen?
"Mami!", ertönte ein kindlicher Ruf aus Richtung des Hauses und der älteste Junge sprang auf, um dort hinzulaufen. Wahrscheinlich war es die Stimme seine Schwester.
"Warte, Kleiner!", rief Ginny und rannte hinüber, um ihn zurückzuhalten. "Ich gucke nach, was los ist. Du musst für mich auf die anderen Kinder aufpassen, okay?"
Der Junge nickte entschlossen und mit erhobenem Zauberstab blickte Ginny um die Hecke, die ihnen die Sicht versperrte und gleichzeitig das Leben rettete.
Ein blondes Mädchen stand weinend mitten auf der Straße und sah sich ängstlich um. Als Ginny hinter der Hecke hervorkam, um die Kleine zu holen, wurde sie von der Seite von einem Fluch getroffen und sie flog einige Meter weit, wo sie dann unsanft über den Asphalt schlitterte und sich den Arm aufschürfte. Blindlings feuerte sie einige Schockzauber in die Richtung, aus der der Fluch gekommen war. Kurz darauf erhob sie sich mit zusammengekniffenen Zähnen und sah, dass das kleine Mädchen noch immer da stand, wo sie sie gesehen hatte.
Einige Meter entfernt, lag neben einem Baum eine dunkle Gestalt. Sie rannte auf die Kleine zu, hob sie im Vorbeirennen auf den Arm und begutachtete den Todesser, den sie getroffen hatte. Sie kniete sich hin und nahm seine Maske ab. Sie hatte ihn noch nie gesehen.
"Mistkerl!", zischte sie, während sie sich wieder aufrichtete und trat ihm kräftig in die Seite.
"Ginny?"
Sie wandte sich um und sah Bill wieder auf sie zueilen.
"Dieses Stück Dreck hier dachte, er könnte sich mit mir anlegen!", knurrte sie wütend und trat gleich noch einmal nach. "Ich muss zurück zu den Kindern."
Ginny ließ den verblüfften Bill stehen, der Seile heraufbeschwor, mit denen er den Todesser fesselte und sie rannte, wie sie merkte humpelnd, zurück zu den Verletzten. Ihr war klar, dass das nur ein Glückstreffer gewesen war, aber sie musste ihrem Zorn irgendwie Luft machen.
Dort sah sie ihre Eltern bei den Kindern stehen.
"Ginny, da bist du ja!"
"Ja, alles in Ordnung.", keuchte sie.
"Gut, wir können ins St.Mungo.", sagte ihr Vater. "Die Todesser sind weg und die anderen sind bereits dabei, die anderen Muggel dort hinzubringen."
Erleichtert nahm sie die Hand ihres Vaters, der nicht verletzt zu sein schien.
Nachdem sie mehrere Stunden mit den Kindern im Wartezimmer des Krankenhauses gesessen hatte, weil sie sie nicht alleine lassen wollte, schlief sie mit einem kleinen Jungen auf dem Arm ein und hatte nicht genug Kraft zu widersprechen, als Bill ihr den Jungen aus den Armen nahm, sie nach Hause brachte und ins Bett legte.
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