Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Guardians and Butterflies - Der Schein trügt

von angeltear

@ *Fee*: Hey! Vielen Dank für dein Lob und deine Hilfe! Die Anspielung auf Twilight konnte ich einfach nicht sein lassen^^ hdgdl

@ _sAbSe_: Ha, du findet DAS fies? Dann bin ich ja mal gespannt, was du zu diesem Chap sagen wirst^^

@ Deborah111: Nein! Ein Schwarzleserin, die sich zu Wort meldet! *freu* Hoffe, du beehrst mich ab jetzt öfters mit deinen Kommis. Wie du siehst war ich ganz fleißig.

@ Gaby Longoria: Danke Süße! Viel Spaß mit dem neuen Chap! hdgdl

@ Turpin, Lisa: Danke fürs Lob! *blush* Zu deinem unguten Gefühl sag ich mal wieder gar nichts^^

@ Svenji: Juhu noch ne Neue *freu* Klasse, dass dir die FF gefällt und ich hoffe, dass das auch so bleiben wird.

@ ~YIPPIE~ALBUS~: Na das ist ja mal ein energiegeladener Kommi^^ Jetzt kannst sofort schon Ginnys Reaktion erleben!

@ Tonks21: Waahh, NOCH ne Neue *durchdreh* Freut mich total, dass dir die FF gefällt. Schreib weiterhin Kommis!^^

@ sunshine16: Kein Problem, dir verzeihe ich doch alles^^ Das wundert mich total, dass das Chap so gut ankommt, weil ich es eigentlich gar nicht gut fand... Umso besser!^^ hdl

@ Rapptor: Nein, keine Sorge, du brauchst kein Bett im Krankenhaus, hier kommt schon Nachschub^^
Wieso finden mich immer alle gemein? *unschuldig guck*

@ Dope-D: Nein! Ich hab den großen Dope zum Lachen gebracht!^^ Ich werd euch umbringen? Umso besser, du weißt doch: Ich mag meine Männer tot :D

@ all: ich bin sehr gespannt auf eure Reaktionen!


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Mit einem eigenartigen Gefühl von Unsicherheit und doch Überzeugung trat sie auf die Straße. Gerade wollte sie Weasleys Zauberhafte Zauberscherze ansteuern, als sie aus dem Augenwinkel einen dunklen, strubbeligen Haarschopf sah. Ruckartig wandte sie sich um und sah gerade noch wie Harry um eine Ecke bog.

Ginny rannte so abrupt los, dass sie fast die Tüten in ihren Händen fallengelassen hätte. Ihr Herz schlug bereits so heftig, als wäre sie drei Mal durch die Winkelgasse gerannt. Nur am Rande registrierte sie, dass die Leute, die sie rücksichtslos anrempelte, sich beschwerten und ihr wütende Blicke zuwarfen. Es war als hätte sie jede Kontrolle über sich verloren; sowohl ihren Körper als auch ihren Geist zog es unaufhaltsam in die Richtung, in der sie ihn gerade gesehen hatte.
Sie beschleunigte ihre Schritte immer mehr; sie durfte ihn auf keinen Fall verlieren.
Fast wäre sie in ein kleines Kind gelaufen, das in dem Moment beschloss, in ihre Bahn zu tapsen. Durch einen rechtzeitigen Schlenker rettete sie sich vor einer Katastrophe in mehreren Hinsichten. Ärgerlich wurde ihr bewusst, dass ihre Tüten sie abbremsten. Am liebsten hätte sie sich jetzt auf ihren Besen geschwungen, um ihm hinterher zu fliegen.
Eine Wärme, die nichts mit der körperlichen Anstrengung zu tun hatte, durchflutete sie. Er war hier! In London, direkt vor ihrer Nase!
Sie konnte sich gerade noch so sehr beherrschen, dass sie nicht einfach seinen Namen rief.
An der Ecke, an der Harry abgebogen war, stolperte sie über einen herrenlosen, dreckigen Schuh, der mitten auf der Straße lag.
"Verdammter Müll! Können die den nicht irgendwo anders hinschmeißen?", zischte sie vor sich hin, hielt dann aber den Mund, weil sie merkte, dass ihr die Puste auszugehen drohte.
Wo war er wohl hingegangen? Etwas langsameren Schrittes joggte sie an den Geschäften vorbei und versuchte zu erspähen, ob Harry vielleicht in einem von ihnen war.
In einem Lebensmittelgeschäft entdeckte sie schließlich seinen immerzu zerzausten Haarschopf.
Nach Luft schnappend und keuchend riss sie die Tür auf und musste sich zusammenreißen, um ihn nicht sofort anzuspringen. Ungläubig starrte sie ihn zunächst eine Weile an. Harry war wirklich hier! Wie lange hatte sie sich das gewünscht! Sie fühlte sich, als müsste sie vor Glück jeden Moment platzen.

Harry schien von dem Regal, an dem er gerade stand genug zu haben und wandte sich um, um ein anderes anzusteuern.
Gelähmt starrte sie auf sein Gesicht. Es war nicht Harry. Dieser junge Mann trug keine Brille auf seiner Nase, deren Form an eine Kartoffel erinnerte. Sein Mund sah verkniffen aus, als würde er nie lächeln.
Das Glücksgefühl war schlagartig vergangen. Stattdessen stand sie regungslos in diesem Geschäft und starrte noch immer an die Stelle, an der der Mann eben gestanden hatte; jedoch ohne etwas zu sehen. Mehrere Empfindungen strömten gleichzeitig auf sie ein. Grenzenlose Enttäuschung vermischte sich mit Scham und unbändiger Wut auf sich selbst.
Verzweifelt kämpfte sie mit den Tränen, die ihr in die Augen stiegen. Sie war so eine Idiotin! Wie hatte sie nur ernsthaft annehmen können, dass Harry hier in der Winkelgasse herummarschierte, wenn er sich doch bereits seit Monaten vor den Todessern und dem Ministerium versteckte? Wie hatte sie sich der Illusion hingeben können, dass er hier sein könnte? Warum war sie so dämlich?
"Lass uns nach Hause gehen.", flüsterte Ginny mit leerer Stimme. Sie wusste, was Jade jetzt von ihr denken musste und sie war froh, dass sie ihr mitleidvolles Gesicht jetzt nicht sehen musste.
Mit gesenktem Kopf schlurfte sie zurück zum Tropfenden Kessel, wo sie einfach umstandslos in den Kamin stieg, ohne den Wirt zu beachten, der sie interessiert musterte.

Zuhause stellte sie erleichtert fest, dass niemand da war. Sie war absolut nicht in der Stimmung, ihr Gesicht zu erklären. Achtlos stellte sie ihre Tüten auf den Küchentisch, auf dem ihre Mutter ihr einen Zettel hinterlassen hatte.

Versammlung
Kuss, Mum


Vor sich hinfluchend und sich selbst für ihre Dummheit tadelnd ging sie zum Küchenschrank, nahm eine große Tafel Schokolade heraus und brach ein Stück ab.
Als sie es in ihren Mund schob, durchströmte sie ein angenehmes, irgendwie tröstliches Gefühl. Fast wie in ihrem zweiten Jahr, als die Dementoren in den Zug gekommen waren. Und Harry in Ohnmacht gefallen war. Der Gedanke an ihn versetzte ihr einen Stich.
Sie schnappte sich die Schokolade, ging nach oben und krabbelte ins Bett, ohne sich die Mühe zu machen, sich umzuziehen.
Schweigend erschien Jade neben ihr und schmiegte sich an ihre Wange. Dankbar hielt Ginny ihr einen Krümel Schokolade hin, den sie nahm und ihr einen winzigen Schmatzer auf die Wange gab.

Mitten in der Nacht schreckte Ginny wieder aus einem Albtraum hoch. Mit einem frustrierten Stöhnen griff sie nah dem Glas Wasser auf ihrem Nachttisch, um einen Schluck zu trinken.
Jade hockte neben ihrem Kissen auf der Matratze.
Ginny ließ sich wieder aufs Kissen fallen und starrte in die Dunkelheit.
"Jade?"
"Ja?"
"Warum hab' ich diese Träume?"
Wie immer schwieg die Kleine einige Momente nachdenklich, bevor sie antwortete.
"Ich denke, dass du die Erlebnisse deines ersten Schuljahres immer noch nicht ganz verarbeitet hast. Und das kommt eben in deinen Träumen hoch."
"Manchmal erinnert mich das daran, dass Harry immer diese Träume von Voldemort hat und dass dieser Mistkerl versucht, so in seinen Geist einzudringen.", sagte Ginny vorsichtig, gespannt auf Jades Antwort.
"Ich glaube nicht, dass jemand versucht, in deinen Geist einzudringen.", antwortete Jade langsam. Sie schien ihre Aussagen genau zu überdenken. "So, wie du mir deine Träume erzählst, gibt es darin nichts, dass du dir nichts erklären kannst. Sie behandeln die Dinge, die dir passieren."
Ja, sie hatte Recht. Sie kannte das Gefühl, beeinflusst zu werden. Das hatte sie hier nicht. Ihre Träume fühlten sich wirklich so an, als wären sie nur ihre.
Ein wenig erleichtert drehte sie sich auf die Seite und kuschelte sich in die Decke.

Am nächsten Tag hatte sie die erste Schicht. Gegen elf Uhr schleppte sie sich aus dem Bett, wühlte in den Tüten, die ihre Mutter wohl nach oben gebracht hatte, nach einem ihrer neuen Pullover und zog sich lustlos an. Noch immer schläfrig stieg hinunter in die Küche, wo ihre Mutter alleine zu den Klängen aus dem neuen Radio tanzte. Amüsiert beobachtete Ginny sie eine Weile, bis sie sich irgendwann nicht mehr zusammennehmen konnte und sie sich durch ein Prusten verriet.
"Guten Morgen, Ginny!", begrüßte sie sie mit leicht rotem Gesicht und begann den ohnehin sauberen Tisch abzuwischen.
"Guten Morgen.", antwortete Ginny und ließ sich auf einen Stuhl plumpsen. "Wann seid ihr gestern zurückgekommen?"
"Gegen zehn Uhr glaube ich. Was möchtest du frühstücken?"
"Rührei wäre toll.", meinte Ginny und setzte ein Lächeln auf, von dem sie hoffte, es würde ihre Mutter dazu verleiten, ihr diesen Wunsch zu erfüllen.
Diese lachte leise und machte sich daran, ihr Frühstück zu machen.
Sie hatte einfach die beste Mum der Welt.

Ihre Schicht im Pub, die sie mit Pansy hatte, war wie üblich ziemlich langweilig, da weder Ginny noch Pansy sich dazu herunterließen, mehr zu reden, als das Notwendigste zu sagen oder Smalltalk zu halten. Da wenig los war, stand Chester im Türrahmen zur Küche und plauderte ein wenig mit ihnen. Ginny überließ es allerdings Pansy ihm schöne Augen zu machen, da sie ihm nicht zu nahe kommen wollte. Denn Jade spürte in seiner Anwesenheit noch immer Gefahr. Sie gab zwar zu, dass das nicht immer der Fall war, aber Ginny wollte kein Risiko eingehen.
Sie kam nicht umhin zu bemerken, dass er sie tatsächlich oft finster ansah. Der mürrische Gesichtsausdruck wich nur wenn er mal lachte, was allerdings nicht oft vorkam. Immer wieder malte Ginny sich aus, was er wohl vorhaben könnte und welchen Hintergrund er hatte. War er Todesser oder ein Spion des Ministeriums? Oder sogar nichts von beidem?

Gegen zwei Uhr kam André vorbei und ihre Stimmung hob sich schlagartig. Wie immer setzte er sich vorne an die Bar und bestellte erst einmal ein Bier.
"Hey, Fremder."
"Hallo Fremde.", antwortete er und wackelte mit den Augenbrauen. "Wie geht's dir?"
"Nicht so super.", seufzte sie. Wie gerne hätte sie ihm alles erzählt. Von ihren Albträumen mit Tom, von der grauenhaften Nacht, in der die Todesser die Muggel angegriffen hatten und wie sie gestern wie eine Idiotin einem ihr völlig unbekannten Mann hinterher gerannt war. Doch von den Träumen erzählte sie niemandem, auch Harry nicht, vom Orden konnte sie unmöglich erzählen und die Aktion vom Tag zuvor war einfach zu peinlich.
"Was ist los?", fragte er mit besorgter Miene und beugte sich weiter zu ihr nach vorne.
Hin und her gerissen senkte sie den Blick auf das Bier, dass sie ihm gerade fertigmachte.
"Komm schon, rede es dir von der Seele."
Sie sah wieder auf und seine aufrichtige Besorgnis ließ ihre Entschlossenheit bröckeln.
"Bitte, lach mich nicht aus.", bat sie ihn und kam sich bereits jetzt lächerlich vor.
"Das würde ich nie tun."
"Also", begann sie. "Ich hab' gestern gedacht, ich hätte Harry gesehen und bin hinterher gerannt und natürlich war er es nicht."
"Und was daran ist jetzt zum Lachen?", fragte er mit ernster Stimme. Er hob seine Hand zu ihrem Gesicht und strich sanft über ihre Wange. "Sieh es einfach als gutes Zeichen, dass du bald den echten Harry wieder sehen wirst."
Ginny lächelte leicht. "Danke."
Er erwiderte ihr Lächeln, zog seine Hand zurück und wechselte dann das Thema, wofür sie ihm sehr dankbar war.
Als seine Mittagspause vorbei war, zahlte André, schenkte ihr ein letztes aufmunterndes Lächeln und verließ den Pub.
Ginny holte eine neue Kiste Butterbier aus dem Vorratsraum und dachte an André. Was würde sie nur ohne ihn machen? Er war immer für sie da, um sie aufzuheitern, abzulenken oder auch einfach nur zum Spaß haben. Sie hatte ihm sogar die Umgangssprache nähergebracht, sodass er nicht mehr wie Percy mit Akzent klang.

Sie stellte die Kiste auf den Tresen und machte sich gerade daran, die Flaschen auszuräumen, als Pansy neben sie trat.
"Ginny, an deiner Stelle würde ich mich von André fernhalten.", sagte sie in ihrem gängigen überheblichen Tonfall.
Ungläubig starrte Ginny sie an. Hatte Pansy gerade von ihr verlangt, ihren besten Freund in den Wind zu schießen?
"Wie bitte?", zischte sie in einem Tonfall, der deutlich machte, dass sie sie sehr wohl verstanden hatte.
"Ich bin nur um dein Wohl besorgt.", erwiderte Pansy giftig. "Es ist nicht gut für dich, wenn du dich mit ihm abgibst."
Damit drehte sie sich dramatisch auf dem Absatz um und ging in die Küche.
Wollte dieses Miststück sie auf den Arm nehmen?! Wutentbrannt holte sie die Bierflaschen aus der Kiste und knallte sie ins Regal.
Wahrscheinlich wollte sie gar nichts von diesem angeblichen Sohn von Andrés Chef, sondern brauchte nur einen Vorwand, um André selbst vollzuquatschen! Und dann glaubte sie ernsthaft, Ginny würde lächelnd beiseite treten, damit das größte Flittchen, das sie kannte, ihren besten Freund um den Finger wickeln konnte?! Von wegen! Diese hinterhältige Schlange sollte ihr eifersüchtiges Gehabe woanders ablassen und sich andere Vollidioten suchen, die sie manipulieren konnte!
Für den Rest der Schicht ignorierte die Pansy vollkommen und war froh, als sie endlich nach Hause gehen konnte.
Nachdem sie gegessen hatte, verbrachte sie den Rest des Tages lesend im Bett.


Ebenso ruhig wie dieser Abend vergingen auch die folgenden Tage. Ginny arbeitete im Pub und verbrachte ihre freie Zeit Zuhause oder mit ihren Brüdern oder Freunden. Weihnachten stand vor der Tür und als sie mit Luna am Montag vor Heiligabend durch die Winkelgasse bummelte, um die letzten Geschenke zu besorgen, begann es zu schneien.
"Sieh mal, Ginny.", sagte Luna und zeigte gen Himmel. Ginny richtete den Blick nach oben und sah, wie dicke Flocken langsam auf sie zuschwebten.
"Oh, wie schön!", seufzte sie und streckte die Hand aus, um eine der Schneeflocken darauf segeln zu lassen. Als sie ihre warme Haut berührte, schmolz sie augenblicklich.
"Hoffentlich wird der Schnee nicht gleich wieder matschig.", meinte Luna. "Dann rutsche ich immer aus."
Ginny lächelte sie an. "Ja und es sieht auch nicht schön aus."
"Was schenkst du eigentlich Harry?", fragte Luna plötzlich, als wäre es die normalste Sache der Welt, dass Ginny ihm ein Geschenk kaufte. Überrascht sah sie Luna an. Sie war wahrscheinlich die einzige, die es nicht lächerlich fand, dass sie tatsächlich Geschenke für Harry, Hermine und Ron hatte.
"Ich habe ihm einen Schal gestrickt.", antwortete sie ein wenig verlegen. "Ich verstehe natürlich nichts davon, aber Mum hat mir geholfen. Das tolle daran ist, dass ich einen Duft hineinstricken konnte."
"Das ist aber schön. Sehr persönlich.", sagte ihre Freundin begeistert. Ginny war froh, dass sie nicht gefragt hatte, was für einen Duft sie in den Schal eingestrickt hatte. Irgendwie wäre es ihr peinlich gewesen, Luna zu erzählen, wie sehr Harry den Duft ihrer Haare mochte.
"Hast du in letzter Zeit mal etwas von Neville gehört?", fragte sie nun.
"Ja, wir haben uns letzte Woche noch getroffen.", antwortete Luna nickend. Ginny hatte ein etwas schlechtes Gewissen, dass sie ihre Freunde aus Hogwarts, mit denen sie so viel erlebt und durchgemacht hatte, so vernachlässigte. "Er lässt dich nett grüßen."
"Dankeschön, grüß ihn bitte ganz lieb zurück."

Nachdem sie noch einige Kleinigkeiten gekauft hatten, setzten sie sich in ein Café. Während sie sich über alles Mögliche unterhielten, leuchtete der Schmetterling für einige Minuten.
"Die drei könnten sich auch mal wieder melden.", meinte Luna, als sie das Leuchten sah. "Ich habe versucht, ihnen über die DA-Münzen Nachrichten zukommen zu lassen, aber es kommt nichts zurück."
Ginny verbrannte sich bei dieser Nachricht die Lippen an ihrem Tee und kniff vor Schmerz die Augen zusammen.
"Daran hab' ich ja gar nicht gedacht! Meinst du, sie haben sie mitgenommen?"
"Ich weiß nicht.", antwortete Luna nachdenklich. "Wenn sie sie haben, warum antworten sie dann nicht? Wenn Harry ständig an dich denkt, können sie ja in keiner Extremsituation sein, sodass sie davon abgehalten werden."
Bei Lunas direkten Worten, durchströmte sie ein warmes Gefühl. Sie hatte es mal wieder auf den Punkt gebracht. In den letzten Tagen schien Harry wirklich sehr viel an sie zu denken...
"Ich könnte ja mal Zuhause gucken, ob ihre Münzen da herumliegen.", schlug sie vor. "Zumindest Rons müsste ja in seinem Zimmer sein, wenn er sie nicht mitgenommen hat."
Wenn einer der drei tatsächlich seine Münze dabei hatte, könnten sie tatsächlich auf einfache und unauffällige Weise miteinander kommunizieren! Aber Luna hatte leider Recht. Wieso sollten sie nicht antworten, wenn sie sie dabeihatten?


Am Abend hatte sie die Spätschicht mit Pansy. Scheinbar machten sie an den Abenden, an denen Ginny und Pansy bedienten, größeren Umsatz als an anderen und Madam Rosmerta teilte sie gerne gemeinsam für die Spätschicht ein.
Da sie gerne durch das verschneite Hogsmeade laufen wollte, stieg sie nicht aus dem Kamin der Drei Besen, sondern aus dem des örtlichen Hotels.
Langsam schlenderte sie durch die schneebedeckten Straßen und erinnerte sich an Schneeballschlachten, die sie auf dem Grund von Hogwarts veranstaltet hatten und an Hogwartswochenenden, an denen sie in den Drei Besen Schutz vor der Kälte gesucht hatten.
An den winzigen Spuren und dem ganz leicht aufgewirbelten Schnee merkte sie, dass Jade freudig durch den Schnee sprang.

Im Pub war noch kein Betrieb, da sie gerade erst geöffnet hatten. Pansy stand bereits hinter der Theke und füllte die Schälchen mit den Erdnüssen auf.
"Hi!", meinte Ginny lächelnd.
Überrascht sah Pansy auf, fing sich dann jedoch schnell wieder und antwortete ebenfalls mit einem "Hi."
Seit Pansy Ginny gedroht hatte, sie solle sich von André fernhalten, hatte Ginny sie vollkommen ignoriert. Allerdings war sie aufgrund des Schnees in zu guter Laune, um sich noch weiter so zu verhalten. Außerdem war morgen Heiligabend. Da sollte man doch nett sein.
Sie legte ihre Tasche und ihren Mantel wie gewohnt in eine Seitenniesche der Theke und ging dann in die Küche, um die Köche zu grüßen.
Verblüfft stellte sie fest, dass die Küche dunkel und leer war.
"Wo sind Eddie und Chester?", fragte sie Pansy.
"Die haben frei.", antwortete diese. "Ich weiß auch nicht genau, warum. Hab' nicht zugehört."
Typisch Pansy.
Den ganzen Abend lang herrschte nur wenig Betrieb und Ginny begann bald sich zu langweilen. Sie fragte sich, ob André wohl noch vorbeikommen würde, um sie vor einem Tod aus Langeweile zu retten, doch er ließ sich nicht blicken.
Sie begannen bereits um zwölf Uhr, alle Tische abzuwischen und den Boden zu fegen, da niemand mehr zu kommen schien.
"Ich schließe schon mal ab.", meinte Pansy schließlich, als sie sich langsam sicher waren, dass sie keine Gäste mehr zu erwarten hatten.
"Okay."
Ginny freute sich auf ihr Bett. Dass sie heute so früh Feierabend machten, kam ihr gerade recht.

Pansy war gerade zur Theke zurückgekehrt, wo Ginny die gespülten Gläser und Teller wieder in die Regale einräumte, als plötzlich die Tür aus den Angeln flog. Erschrocken kreischten beide Mädchen auf und Ginny hörte, wie Jade neben ihr erschrocken nach Luft schnappte. Sie hatte noch nie erlebt, dass Jade von so etwas überrascht worden war.
Die Tür war gerade erst auf den Boden geschlagen, als zwei dunkel gekleidete Gestalten in den Pub gestürmt kamen. Wie erstarrt blickte sie auf die Todesser, ehe sie daran dachte, den Zauberstab zu ziehen.
Sie hatte ihn gerade erst hervorgeholt, als er ihr auch schon durch einen ungesagten Entwaffnungszauber aus der Hand gerissen wurde. Aus Pansys erschrecktem Keuchen schloss sie, dass es bei ihr ebenso abgelaufen war.
Panik stieg rasend schnell in ihr auf und sie begann zu zittern. Was wollten die Todesser und was würden sie ihnen antun?
Der eine der beiden ließ nun die Tür wieder in den Rahmen schweben und Ginny merkte erst jetzt, wie kalt es im Pub geworden war.
Starr vor Angst beobachtete Ginny, wie der andere Todesser sich der Theke, und somit ihnen, näherte. Er hatte seinen Zauberstab auf sie gerichtet und setzte sich gemütlich auf einen der Barhocker, als wollte er sich nur ein Bier bestellen.

"So, Weasley.", meinte er. Seine Stimme war tief und kam ihr nicht im Mindesten bekannt vor. Er hatte einen französischen Akzent, aber dieser war wesentlich schlimmer als der von André. Er erinnerte sie an Fleur. "Es ist langsam an der Seit, su ersählen, wo dein Freund Potter sisch 'erumtreibt."
Ginnys Herz schlug so heftig, dass sie befürchtete, es müsste bald vor Überanstrengung stehen bleiben. Er wollte wissen, wo Harry war. Unfähig sich zu bewegen oder etwas zu sagen starrte sie die Maske an, die der Mann trug.
"In Ordnung, isch werde es anders ausdrücken.", sagte der Todesser nun mit scheinbar freundlicher Stimme. Doch Ginny machte sie Angst. Ihr Körper war wie gelähmt, ihr Verstand schien langsamer zu arbeiten als sonst. Sie spürte nichts als Panik. "Sag mir, wo Potter ist, oder es wird dir leid tun!", blaffte er sie zornig an und sie hatte nicht den geringsten Zweifel daran, dass er es ernst meinte.
Sie versuchte zu antworten, aber ihr Mund war wie ausgedörrt und sie musste einige Male schlucken, bevor sie sprechen konnte.
"Ich weiß nicht, wo er ist."
"Willst du misch verarschen oder was?!", brüllte er sie an und schlug mit der freien Faust auf die Theke.
"Sag's ihm, Ginny!", bat Pansy neben ihr ängstlich, die von von dem anderen Todesser, der etwas weiter weg stand, bedroht wurde.
"Ich weiß es wirklich nicht!", sagte Ginny in flehendem Ton. Was sollte sie nur tun? Sie wusste ja wirklich nicht, wo Harry war, aber das würden die Todesser niemals glauben.
Aus der Kehle des Todessers drang ein wütendes Knurren und Ginny spürte, dass er die Geduld verlieren würde.
"Isch weiß schon, wie isch deine Sunge löse! Crucio!"
Ginny spürte nichts als unendlichen Schmerz, der in ihrem ganzen Körper brannte. Das war zu viel! Es sollte aufhören, aufhören! Sie konnte nicht mehr denken, nichts fühlen, nichts hören, nichts sehen. Endlos lange schien der Schmerz anzudauern und drohte, sie um den Verstand zu bringen

Plötzlich hörte es auf.
Ginny lag zusammengekrümmt auf dem Boden, ohne dass sie wusste, wie sie dort hingekommen war und schrie vor Schmerz. Sie hatte weder den Aufprall gespürt, noch registriert, dass sie begonnen hatte zu schreien. Jede Faser ihres Körpers schien zerstört zu sein. Ihre Stimme versagte und sie lag bewegungsunfähig und keuchend auf dem Boden. Ihre Beine waren warm und nass.
"Weißt du immer noch nischt, wo Potter ist?"
Sie wollte wiederholen, dass sie es nicht wusste, aber ihre Stimme wollte ihr nicht gehorchen und kein Mucks verließ ihre Lippen.
Ungeduldig richtete der Todesser den Zauberstab wieder auf sie und folterte sie wieder.
Als er sie wieder erlöste merkte sie, dass ihre Augen unkontrolliert tränten und schmeckte Blut in ihrem Mund.
"Wie bitte? Isch 'abe disch nischt verstanden!"
"Ich weiß nicht, wo Harry ist!", wimmerte sie kraftlos.
"So wird das nichts!", ertönte nun die Stimme des anderen Todessers. Ginnys Herz setzte einen Schlag aus, als sie die vertraute Stimme erkannte. "Die spuckt so nichts aus!"
Sie hörte, wie sich Schritte der Theke näherten und Pansys Atem in ein angsterfülltes Keuchen überging.
"Avada Kedavra!", brüllte André und Pansys Körper ging leblos neben Ginny zu Boden.


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Der Tod ist in allen sieben Büchern ein ganz bedeutendes Thema.
Joanne K. Rowling