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Fanfiction

Mirror Magic - Kapitel 8 - Blindes Huhn, blinde Kuh (Teil 2)

von NoctiVagux


und diese Ewigkeit wurde zur Erkenntnis seiner UnĂŒberlegtheit und ÜberstĂŒrztheit. Monumental schleuderte es Harry samt Thestral Kopf ĂŒber in die Höhe und direkt zwischen die Dementoren. Dumbledore feuerte seine Patronus in die dicken Wolken hinauf und sie wichen zur Seite. Harrys Seidenschnabel fing sich jaulend und quiekend. InbrĂŒnstig rief der Hippogreif in die kalte Nacht hinaus und Harry klammerte sich fest um dessen Hals. „Dummer Junge!“, rief Moody und holte ihn persönlich wieder schnell an Albus’ und seine Seite. „Wehe du wagst das noch einmal“, keifte er ihn an und das rotierende Auge stand still auf den jungen Potter gerichtet, der immer noch Wut schnaubend seinen Zauberstab hielt. „Hörst du!“, schĂŒttelte Mad-Eye ihn kurz. Harry nickte wie abwesend und blickte hinab.

Adriana und Spock schossen mehrere Salven nach unten auf den schwarzen Fleck, wohin der dunkle Magier fiel und nur ein Donnern und Zischen blieben an der Stelle ĂŒbrig, als wĂŒrde es dort nur noch verbrannte, schwarze Erde geben – ein schwarzes Loch.

Albus atmete erleichtert auf, als sein Phönix den Fluch erfolgreich abgefangen hatte und Randy – wie aus dem Nichts und pfeilschnell nach vorne stoßend – ihn aufgefangen hatte, als Fawkes, als kleines, zerbrechliches KĂŒken verwandelt, drohte, auf die Erde zu trudeln. „Hey, ihr seid ohne mich hier?“ rief er und schoss mit einem Looping auf seinem Besen nach oben. Harry blickte diesem Manöver erstaunt hinterher und riss den Kopf nach oben. Der junge Goodloe schoss hoch oben noch seinen Patronus ab und kehrte dann zurĂŒck, um Albus den kleinen Fawkes zu bringen.

Adriana drehte sich um. Kurz trafen sich Harrys und ihr Blick. Sie schaute weder vorwurfsvoll noch wĂŒtend. Sie drĂŒckte einfach gar nichts aus und das machte Harry mehr Angst, als ein enttĂ€uschter oder gar sorgenvoller Blick Dumbledores. Denn er fĂŒhlte sich plötzlich töricht und mies. Sie zog ihren Thestral in die andere Richtung und setzte zum nĂ€chsten Angriff an, als sie wieder den magischen Morgenstern ĂŒber sich schwang. „Du meine GĂŒte, die zerfleischt damit ja alle“, rief Minerva entsetzt. Spock sowie die restlichen Auroren feuerten wie wild weitere FlĂŒche nach unten. Tobias und Adrian bahnten immer noch die Schneise, um den Wald unsichtbar werden zu lassen und offenbarten so die Verstecke der Todesser.

Pille McCoy verarztete die Verletzten so gut er konnte – hatte dabei den inneren Schutzkern um Potter verlassen – und schoss selbst noch einige FlĂŒche ab, als manche Todesser auf ihren Besen seinen Patienten zu nahe kamen. Zwar benutzte er keine dunklen FlĂŒche, aber es reichte, um sie zu verscheuchen. Minerva beobachtete ihn kurz und sah dessen Entschlossenheit und Mut, sich draußen ohne den Schutz des inneren Kreises zu bewegen. Wenn es um die Verteidigung Kranker und HilfebedĂŒrftiger Menschen ging, schien er wirklich ein Gryffindor zu sein.

Spock löste sich von der unteren Gruppe und glitt hoch neben George und Remus, die gemeinsam die hinteren Angreifer abwehrten. Er murmelte etwas und eine Art Glocke bildete sich um alle. Dumbledore murmelte mit und eine zweite Glocke bildete sich um sie. Dann tauchte Tobias neben Fred auf und murmelte mit. Ein dritter Schutzschild war gebildet. Alles konzentrierte sich darauf, Harry Potter zu beschĂŒtzen und ihn sicher nach Hogwarts zu bringen.

Adrian und Adriana dagegen waren jetzt die einzigen, die sich außerhalb der SchutzhĂŒllen befanden. Sie bahnten jene sichtbarmachende Schneise weiter durch den Sumpf. Vor ihnen schimmerte alles wie Glas und man sah jedes Versteck der Scharen Voldemorts. Hinter dem gesamten Trupp – in einiger Entfernung – löste sich die Unsichtbarkeit der BĂ€ume wieder auf und das schwarze wulstige Pflanzenmeer kehrte zurĂŒck.

Dann feuerten unzĂ€hlige Blitze auf die Geleittruppe Harrys, die allesamt FlĂŒche waren und das letzte Bataillon von Voldemorts maskierten Rekruten bĂ€umte sich den WiderstĂ€ndlern entgegen. Man hörte ein donnerndes „Vestamonstra“ und wie ein riesiges Bombenfeuer ging die Frontlinie explosionsartig in einer Reihe in die Luft. Unter ihnen heulten und jaulten, schrien und kreischten Menschen auf. Einer hinkte ohne Bein und kippte letztendlich um. Ein anderer zog sich die HĂ€nde in den Schlamm grabend ĂŒber den Boden, ohne Unterleib, nur seine eigenen Eingeweide hinter sich her ziehend. Dann donnerte genau hinter jener Kampflinie noch ein „Inflammidudo“ und wie Adriana mit ihrem Zauberstab eine Linie nachzog, so ging eine Flammenwand auf. Der kriechende Magier wurde in seiner Ă€chzenden Bewegung – eine Hand verloren sehnsĂŒchtig nach Hilfe und Erlösung greifend in die Luft streckend - sofort zu Asche und war von seinen Leiden erlöst.

Eine knappe Stunde hatte der Kampf und Höllenritt insgesamt gedauert, dann war alles vorĂŒber und langsam kehrte Ruhe ein. Drei Auroren waren von ihren Besen gefallen und bestimmt in die HĂ€nde der Todesser geraten. Vier hingen erschöpft, blutĂŒberströmt oder vor Schmerzen schreiend und wimmernd auf ihren Thestralen und Pille verarztete sie im Flug mit arger MĂŒhe und Not. Minerva hatte ein paar Schrammen sowie einen an der Seite hĂ€ngenden Arm, der bewegungsunfĂ€hig war und Remus saß RĂŒcken an RĂŒcken mit George auf dessen Thestral und beide wirkten erschöpft und hatten zerrissene Roben und UmhĂ€nge – George gar eine gebrochene Nase von einem Faustschlagfluch.

~oOo~

NiedergekĂ€mpft kamen sie im sicheren magischen Fort Knox – dem Schloss Hogwarts – an. Minerva ging wie ein wild schnaubender Drache, sich ihren verletzten Arm haltend, auf Adriana zu. Snape kam vom See her hochgerannt und japste vollkommen außer Atem und mit blitzenden dunklen Augen stierte er auf die Menschenansammlung vor dem Schloss. „Was ist passiert?“, fragte er gallenbitter und blickte hasserfĂŒllt mit einer riesigen Stirnfurche auf die erschöpfte Menge. „Was haben sie da verdammt noch mal fĂŒr FlĂŒche abgegeben?“ schrie Minerva gerade und funkelte die Slytherin starr vor Wut an. „Welche, die Voldemorts Scharen gerecht werden“, sagte sie kĂŒhl und wollte gehen. „Sie waren das?“, fragte Snape entsetzt und seine Stimme wurde von Harry zum ersten Mal krĂ€ftig tief und donnernd vernommen. Adriana merkte, dass seine Schuhe qualmten und sein Umhangsaum am Boden Brandlöcher aufwies. Verschlagen hob sie die Augenbraue. „Sind sie wie der kleine Muck geflitzt?“, verzog sie ihre Lippen zu einer zynischen Welle.

Snape ĂŒbersah sie und schaute zum Direktor. Er ersuchte ihn still, dass diese Frau zu Freiwild erklĂ€rt wurde. Seinen Zauberstab hatte er so fest umklammert, dass das Weiß seiner Knöchel hervortrat. Doch Dumbledores Blick war fĂŒr alle undefinierbar und seine blauen Augen funkelten auf. „Das besprechen wir nachher“, meinte er ernst und fĂŒr alle klar vernehmend und bat alle ins Schloss zu gehen. Nach und nach nickten einige, denn sie waren mĂŒde und matt, vom Kampf gezeichnet und es sinnte ihnen nach Ruhe und Erholung.

Poppy kam die Stufen herunter geeilt und brachte die Verletzten mit in den KrankenflĂŒgel. „Im Laufe der Nacht werden die anderen eintreffen.“ Knurrte Moody und sein magisches Auge rotierte hin und her. Es klebte aber förmlich jede zweite Sekunde auf Adriana. „Sie beherrschen die schwarzmagischen KĂŒnste auf eine besonders gute und 
 BRUTALE Art.“ Sagte er mit voller Abscheu. „Ja, Sir. Das tue ich.“ Antworte sie wie ein Soldat seinem Kommandanten. Er nickte steif und ging klockend mit seinem Holzbein die Treppen zur Eingangshalle hinauf, wobei er Albus einen scharfen Blick zuwarf.

Harry, der Remus Lupins Hand auf der Schulter hatte, drehte sich noch einmal zu der jungen Frau in den anthraziten Roben um. Er hatte alles beobachtet und ihm war sofort aufgefallen, dass Snape anstatt sich ĂŒber derartige FlĂŒche zu freuen, entsetzt und geschockt schien. Auch er hatte dessen qualmenden Umhang bemerkt und wusste, dass Snape selbst mit unter den Todessern gewesen sein musste, die angegriffen hatten. Doch diese Frau, wer war sie nur? Ihr Name war Harry nicht bekannt. Er erinnerte sich nur an den Blick von ihr, als sie ihn im Flug ansah und er sich danach so schĂ€big fĂŒhlte.

Doch Lupin drĂ€ngte den Jungen, bevor er seinen Mund öffnen und Fragen stellen konnte, in die Eingangshalle. Der junge Gryffindor war verwirrt, vor allem darĂŒber, wie eine so schlanke und zart wirkende Frau derartig dunkel und menschlich kalt sein konnte. Er ließ sich durch den Tumult, der in der Eingangshalle herrschte mit davon tragen, die Treppen hinauf in Richtung Gryffindorturm. Langsam traten die Ordensmitglieder und Auroren ins helle Licht der Eingangshalle, begaben sich zur Krankenstation oder standen in kleinen Gruppen da und diskutierten.

Filch stand in buckliger Haltung inmitten der Halle und blickte mĂŒrrisch umher. Sein geliebter, blank gewienerter Steinfußboden wurde von Dreck und Blut beschmutzt. Mrs Norris mauzte empört und ihre Barthaare zitterten entsprechend entrĂŒstet. Hagrid fĂŒhrte draußen die Thestrale in den Verbotenen Wald, die sich ihre Leiber gegenseitig ableckten, da an ihnen einige Blutspuren waren.

Adriana blickte mit einem alles sagenden Blick zu T‘Gai, der ihren Blick erwiderte und selbst die Aufruhr nicht zu verstehen schien. Seine linke Hand hatte er in eine Umhangtasche gesteckt. „Es hĂ€tten welche drauf gehen können. Ihr seid verrĂŒckt!“, ereiferte sich nun Pille und ging murrend mit seiner Arzttasche in der Hand die ersten Stufen der Marmortreppe hinauf. „Es war eine Notwendigkeit, Leonard“, sagte Adriana. „Notwendigkeit?“, drehte sich Pille geschwind um. „Das Leben vieler hĂ€ngt ausnahmsweise von dem Wohl eines Einzelnen ab“, fĂŒgte Spock erklĂ€rend hinzu. Pille ging die Stufen zurĂŒck und stellte sich wie ein Löwe vor beide. Er blickte zwischen Spock und Adriana wĂŒtend hin und her. „Ich frage mich langsam, wer von euch beiden das kĂ€ltere Herz hat. Wenn ihr ĂŒberhaupt eines habt.“ Snape zog eine Augenbraue hoch und blickte vor der Kerkertreppe stehend neugierig auf das Schauspiel.

Spock rĂ€usperte sich. „Emotionen sind hier unangebracht. Es ging um das Wohl
“ „Red’ dich nicht immer mit Logik und dem Wohl der Allgemeinheit heraus, Spock. Ihr beide verstrickt euch in Rechtfertigungen. Mit Menschlichkeit hat das nichts zu tun“, rĂŒgte er beide. „Mensch?“, fragte Spock beleidigt. „Leider gehören zum Mensch sein, sowohl die Liebe wie auch die Grausamkeiten. Traurig ist nur, dass die meisten, die ihren Verstand nutzen, es fĂŒr Böses zweckentfremden und ihren tiefsten Instinkten folgen, anstatt es besser zu machen und ein Vorbild in Toleranz und Friedfertigkeit zu sein“, brĂŒskierte sich Adriana mit tiefem Ton heroisch und es klang wie ein gesprochenes Manifest. Sie drehte sich um und rauschte an Severus vorbei, dem ein kalter Luftzug ins Gesicht schlug.

Pille warf einen verachtenden Blick auf ihren Abgang, ĂŒbersah missmutig Spock und ging in den KrankenflĂŒgel. Spock wollte gehen, als Snape auf ihn zuging. „Wo haben sie das alles gelernt?“ fragte er und blickte auf dessen Hand, die im Umhang verschwunden war. Es musste eine Verletzung sein. „Das habe ich mir selbst beigebracht.“ Snape trat nĂ€her und blickte tief in die Augen Spocks. „Sie sollten sich auf ihre Aufgaben in der Bibliothek konzentrieren“, sagte sein Hauslehrer. Spock musterte Snape genauer. „Ich ziehe es vor, nach getaner Arbeit die Dinge zu tun, die ich tun möchte und nicht die, von denen andere glauben, sie wĂŒrden zu meiner Person angeblich passen.“ Snapes Lippen vollzogen eine missbilligende Welle. „Ich als ihr Hauslehrer habe das Recht, ihnen Anweisungen zu geben. Auch wenn sie kein SchĂŒler sind, unterstehen sie meinem Haus.“ „Derartige besitzergreifende AnsprĂŒche sind mir fremd und daher inakzeptabel“, sagte Spock.

Snape zog seinen Zauberstab. Er war zwar wĂŒtend auf Adriana, aber Spock könnte genauso gut als Sandsack fungieren. „Provozieren sie keinen Streit und ĂŒben sie in Zukunft Respekt, Mr Spock“, klang die Stimme Snapes nun bedrohlich. Spock stand immer noch, ohne auch nur einmal mit der Wimper zu zucken, da und schaute Snape nichts aussagend an. „Wenn sie eine derartige niedere Emotion benötigen, um sich
“, und musterte Snapes Mimik genauer,„
 besser zu fĂŒhlen, Professor Snape, werde ich es vorziehen zu gehen. Ich suche keinen Streit und kein Duell mit ihnen, Sir“, sagte er, drehte sich um und ging aus dem Eingangsportal in Richtung des Haupttores zu Hogwarts LĂ€ndereinen, um dort Shaklebolt, Tonks und andere zu empfangen, die Ron, Hermione, Ginny, Neville und Luna bringen sollten.

Snape stand da und seine ZĂ€hne mahlten knirschend von rechts nach links aufeinander hin und her. Immer noch den Zauberstab fest umschlossen, glitt er die Kerkertreppen hinab. Unten hörte er GeflĂŒster. Adrian und Tobias kamen ihm entgegen. „Wir treffen uns mit Albus. Er wĂŒnscht das auch sie dabei sind, Professor“, sagte Adrian dann laut und deutlich. Snape nickte und schloss sich beiden an. „Wo haben sie Ms Spengblass gelassen? Wird sie uns nicht beehren, um von allen ihr verdientes Lob zu ernten, dass sie sie alle gerettet und mich fast getötet hat?“, fragte er mit tiefem Spott. Tobias schĂŒttelte den Kopf. „Nein, sie hat anderes vor und Albus wird es sicherlich verstehen, dass sie nicht dabei sein wird“, meinte er ruhig und erntete einen bösen Blick von Snape. Adrian seufzte und Tobias Blick trĂŒbte sich merklich ein. Dann ging er schneller und eilte voraus.

Snape beobachtete den fluchtartigen Abgang des Ravenclaws aus den Augenwinkeln, um dann diabolisch auf Adrian zu schauen. „Was ist?“, knurrte der junge Gryffindor. „Geschwisterliebe ist etwas Sonderbares, Mr Spengblass. Haben sie ihrer Schwester etwa heute Nacht ihr Knuddelkissen gebracht, als kleines Trösterchen fĂŒr ihre Schandtaten?“ Adrians Blick wurde stĂ€hlern und schwieg sich eisern unter Kontrolle haltend. „Weint ihre geliebte Schwester sich ĂŒber ihre dunklen Taten jetzt die Augen aus und zerfließt in Selbstmitleid und Schande?“, grinste der Slytherin mit bösen Augen.

Abrupt blieb Adrian stehen und funkelte den Professor an, der ĂŒber einen so kalten Blick doch sehr erstaunt war. „Tja, das werden sie nie verstehen – sie Einzelkind. Ihnen hat Mutti bestimmt alles in den Hintern geschoben und Papi jeden Tag mindestens dreimal auf die Schulter geklopft, wie stolz sie ihn doch in ihrer Arroganz und Fiesheit machen. ReinblĂŒtigkeit macht keinen zu einem besseren Menschen. Das vermag nur das Herz, das in einem schlĂ€gt und auch nur, wenn sie dessen ungebrochenem Schlag auch kontinuierlich folgen.“ Und auch Adrian zog zornig von dannen.

Mit einem alles vernichtenden Blick kam Snape vor dem Wasserspeier an, wo Adrian gerade das Passwort gesprochen hatte, und eilte hinterher. Es ertönte bereits ein ‚Herein‘, noch bevor einer der finster dreinblickenden MĂ€nner geklopft hatte. Albus saß hinter seinem Schreibtisch im Sessel und aus mehreren anderen Sesseln hafteten nun die Augen aller Anwesenden auf ihnen.

~oOo~

Jim rieb sich die SchlĂ€fen. Er hatte durch die Arbeit bei Rosmerta so viel um die Ohren, dass er einige Geschehnisse, die sich die Woche ĂŒber unmittelbar vor seiner Nase abgespielt hatten, nicht wahrgenommen hatte. Scotty hatte einen guten Tropfen Feuerwhiskey geholt, denn Jim brauchte diesen jetzt mehr als nötig. „Leute, das wird langsam zu viel. Ihr habt euch da in etwas eingemischt, dass gewiss nicht unsere Aufgabe ist. Dazu habt ihr mir noch nicht einmal etwas darĂŒber gesagt. Ihr spielt mit mir ‚Blinde Kuh‘. Ausgerechnet ihr und vor allem du, Pille.“ Pille blickte mit Feuer in den Augen auf. „Jim, du mĂŒsstest mal sehen, was fĂŒr FlĂŒche die sich an den Hals geworfen haben. Eine Phaserverletzung ist ein Nichts dagegen. Die sind grausam. Ich bin Arzt, ich musste helfen. Du hĂ€ttest genauso wenig gezögert.“ Der Captain nickte nur mĂŒde und sein Arzt seufzte leise, das Glas auf dem Tisch hin und her schiebend.

Spock blickte starr auf den Tisch. Seine Hand war mittlerweile gut verheilt. Doch die Gefahr war groß gewesen, dass jemand hĂ€tte erkennen können, dass sein Blut grĂŒn war und nicht rot. Es hĂ€tte ihn definitiv verraten und die Mission gefĂ€hrden können. Jim seufzte. Spock hob daraufhin seinen Kopf. „Ich habe errechnet, dass mit einer möglichen Herrschaft dieses Voldemorts unsere Chancen, von hier weg zu kommen, gegen Null tendieren. Wenn wir zurĂŒck wollen, brauchen wir die Hilfe aller aus dem Schloss. Erst mit dem Sieg ĂŒber den schwarzen Magier können wir unsere Bestrebungen erfolgreich umsetzen, in das eigene Universum zurĂŒck zu finden. Das Wissen, das wir benötigen, vereint sich nicht in dem SilberbĂ€rtigen allein. Sie alle mĂŒssten dazu beitragen.“ „Du hast eine Idee?“, hob der Captain seinen Kopf enthusiastischer. „Es ist zu frĂŒh darĂŒber zu spekulieren“, erwiderte Spock tonlos.

Scotty stöhnte auf. „Auch mir ist klar, dass wir kaum Rennbesen an die Warp-Gondeln schrauben können und so wieder zurĂŒck gelangen“, brummte er verloren. „Die Zeit, nicht wahr? Wenn wir mehr Zeit hĂ€tten, wĂ€re das alles nicht so schlimm“, grĂŒbelte Jim und blickte erwartungsvoll zu Spock hinĂŒber. „Was ist, wenn wir einen dieser Zeitumkehrer dafĂŒr nutzen?“ fragte James Kirk alle anschauend. Die trĂŒben Gesichter sagten alles. „Wir wĂŒrden wahrscheinlich alles nur noch verschlimmern“, dachte der neue Heiler Hogwarts’ laut. Es war zum fuchsteufelswild werden. Alles fĂŒhrte bis jetzt in eine Sackgasse und sie waren jetzt schon eineinhalb Monate hier und gelangten immer tiefer in diesen magischen Krieg hinein.

Das Gesicht des Captains war ratlos, sein Blick auf einen Punkt im Raume ruhend und seine Gedanken, um eine annehmbare Lösung fĂŒr dieses Universum zu finden sowie seine Crew sicher und heil nach Hause zu fĂŒhren, rastlos. „Ja, wenn wir die Zeit beeinflussen, riskieren wir damit auch mehr Tote. Jene Personen, die uns helfen könnten und verĂ€ndern dieses Universum noch mehr, als wir es jetzt schon tun oder auch noch tun werden“, warf Spock ein. Jim nickte. „Also wieder ein Kampf.“ „Was ist los? Du warst doch sonst immer der Abenteurer und bist vorweg gestĂŒrmt“, klang Pille ersichtlich besorgt und Jim Kirk – der glorreiche Captain der U.S.S. Enterprise – kippte das Glas mit Whisky seine Kehle hinunter und dachte an die Crew da oben, die auf der Enterprise hinter dem Mond ihre versteckten Kreise um den magischen Planeten Erde zog.

Er stand auf. „Habt ihr gemerkt, dass wir uns leicht verĂ€ndern?“ fragte er. Spock nickte stumm. Pille schaute hin und her. Er seufzte. „Um heute Verletzte zu heilen, habe ich selbst FlĂŒche abgeschossen“, grummelte er leise und sich selbst vor das Gericht fĂŒhrend. „Nicht nur das. Wir werden alle Ă€lter und ich habe so die leise BefĂŒrchtung nicht nur weiser“, flĂŒsterte Jim. Der Arzt seufzte lauter, schob sein Glas zu Scotty, der ihm sofort nachgoss. WĂ€hrend er das starke Brennen in seiner Kehle unterdrĂŒckte, blickten leuchtend blaue Augen auf Nougatbraune. „Jim. Wir sollten ein Statement setzen. Entweder wir helfen oder wir bleiben hier.“ „Doch eine Raubkatze?“, fragte Spock. „Du grĂŒnblĂŒtiges Schlitzohr. Deine Hausfarben passen mehr als gut zu dir“, fuchtelte Pille in der Luft umher.

Jim grinste heimlich. „Ihr wisst, welche Folgen eine derartige Einmischung haben kann“, blickte er um sich. „Haben wir das nicht auch schon das letzte mal getan?“, hob Spock eine Augenbraue. „Ja, haben wir. Doch unsere Entscheidungen werden hier weitgehende Konsequenzen haben.“ „Wir wissen nicht, was unser Einfluss damals in dem anderen Universum ausgelöst hat. Wir waren nicht wieder dort.“ Kurzes Schweigen trat ein. Mit einem kleinen Seufzer goss sich Spock den Whisky in den Hals. „Mal so gesehen, nur rein spekulativ. So unendlich die Möglichkeiten auch unendlich in ihren Kombinationen sein mögen – im Endeffekt sollte es da nicht wichtig sein, dass das Gute ĂŒber das Böse siegt?“ „Werden wir jetzt philosophisch und schwĂ€rmerisch zugleich?“, lĂ€chelte Pille zynisch. „Wer weiß?“, fragte Spock. Der Arzt nickte verstĂ€ndnisvoll.

Scotty hörte, auf sein Glas schauend, zu. „Und ich bin ein gewiefter Gauner geworden, der sein GlĂŒck nicht fassen kann, in der Heimat zu sein“, sprach er und genehmigte sich einen Doppelten. „Wir werden vorerst weiter vorsichtig sein“, mahnte Kirk deutlich, klopfte Scotty kurz auf die Schulter und stĂŒtzte dann seine HĂ€nde auf dem KĂŒchentisch ab. „Wie weit gehen wir?“, fragte Spock offen. „Noch nicht so weit. Keiner sollte unsere wahre Herkunft erfahren.“ „Der Schulleiter scheint ein gewisses Vertrauen zu wecken und es auch bewahren zu können.“ „Albus Dumbledore, nicht wahr?“, fragte Jim. „Ja.“ „Ich werde darĂŒber nachdenken. Doch wĂ€re es mir lieber, wenn ich mir vom Großmeister Dumbledore selbst ein Bild machen könnte.“ Spock nickte.

Er stand auf und blickte erwartungsvoll auf dem Arzt hinab hinab. Etwas verlegen stand Pille auch mit auf. „Meditationsunterricht nehme ich an.“ „Ja, zumindest in Legilimentik und Okklumentik.“ „Na dann
“, sagte der Arzt und schlurfte mit ihm in das Wohnzimmer. „Gute Nacht, Leute“, rief er noch. „Nacht, Pille“, hob Scotty sein Glas und sah zu seinem Kommandeur, der jetzt wieder nachdenklich und in sich gekehrt aus dem Fenster blickte, wo sich der Morgen langsam, in ein dickes nebliges Grau gehĂŒllt, anmeldete.

Sie hatten die gesamte Nacht diskutiert. „Jim, wir schaffen das. Unser Universum ist doch ohne unsere schnieke Enterprise gar nicht richtig vollstĂ€ndig und die Flotte der Föderation nur ein unkoordinierter Blechhaufen ohne ihren Kommandeur des Flaggschiffes.“ Matt lĂ€chelnd drehte sich Jim Kirk zu ihm um. „Danke Scotty und Gute Nacht.“ „Gute Nacht.“ Und der Schotte ging, um etwas Schlaf zu finden.

Wo half ihm jetzt sein Studium der Taktik und Strategie, seine Erfahrung in der Ausbildung junger Kadetten. Hier ging es um mehr, als ein Schiff zu kommandieren, es gegen ein anderes im leeren unendlichen und kalten Weltraum antreten zu lassen wie zwei Gladiatoren in der Arena. Hier war er der Tiberius, der oben auf dem Throne den Daumen nach oben oder unten bewegen konnte oder gar in der Waage hielt. Welches Wagnis wĂŒrde es fĂŒr alle bedeuten, sich wirklich endgĂŒltig einzumischen? Jung und ungestĂŒm war er nicht mehr. Er ĂŒberlegte öfter und wog genauer ab, bevor er Risiken einging, wenngleich man ihm in der Akademie und Sternenflotte auch heute noch anderes nachsagte. Seine Freunde wussten dies insgeheim, doch noch nie war es ihnen so sehr aufgefallen wie jetzt. Er stand auf. Die Eule, die Spock vor Wochen hier in Hogsmeade gekauft hatte, kam angeflogen und trug die morgendliche Ausgabe des Tagespropheten in ihrem Schnabel. Er öffnete das Fenster, nahm die Zeitschrift entgegen und der kleine Filou – so hatten sie ihn getauft – setzte sich auf das KĂŒchenregal und knabberte aus einer Schale ein paar ErdnĂŒsse. In der Zeitung prangte gleich auf der Titelseite in großen Lettern die Überschrift:

Harry Potter – der AuserwĂ€hlte – sicher in Hogwarts gelandet.
Harry Potter gelang es, als AuserwĂ€hlter, die Pforten der Hogwarts-Schule fĂŒr Hexerei und Zauberei sicher und unbeschadet zu passieren. Einige Quellen besagen, dass eine kleine Gruppe von auserlesenen Assistenten – die den Lehrkörper ab diesem Schuljahr unterstĂŒtzen sollen – es mit zu verdanken sei, dass nicht wenige Todesser getötet und viele Auroren und freiwillige Helfer von Albus Dumbledore den nunmehr volljĂ€hrigen Harry Potter sicher nach Hogwarts brachten.
Um welche auserlesenen Personen es sich dabei handelt, konnte der Tagesprophet nicht Erfahrung bringen. Das Ministerium hĂ€lt sich hinsichtlich genauerer Informationen bedeckt. Es ist jedoch zu vermuten, dass die internationale Zaubereivereinigung entschieden hat, sich dazu zu bekennen, Großbritannien im Kampf gegen Den-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf zu helfen. Denn im vergangenen Monat waren mehrere Reisen und Treffen zwischen dem britischen Zauberei-Botschafter und den Botschaftern Kanadas, Tschechiens und Deutschlands zu vermerken. Mehr zu dem AuserwĂ€hlten und den Auserlesenen des Albus Dumbledore auf Seite drei.


Weiter rechts unten stand etwas, was ihm die Sprache verschlug.

Gestern Abend fand man ungefĂ€hr fĂŒnfzehn Kilometer von Hogsmeade entfernt – in den Bergen – eine junge Frau. Dabei handelte es sich um Gundula Gibbons, die Bedienstete in den Drei Besen war. Erst nach mehreren Stunden konnte sie identifiziert werden, da sie bis auf die Unkenntlichkeit zerfleischt wurde. Die Pestoren – das Seuchenkommando des Zaubereiministeriums – warnen daher vor einem Werwolf, der dort sein Unwesen treibt. Der Vater der achtzehnjĂ€hrigen Frau – Mr Gilbert Gibbons – blieb somit die Identifikation seiner brutal und grausam zugerichteten Tochter erspart. Als Angestellter des BĂŒros fĂŒr Internationale magische Zusammenarbeit im Ministerium hat er sich, aufgrund des Verlustes und er allein erziehender Vater war, sofort beurlauben lassen. Das Ministerium selbst hat noch keine Stellungnahme dazu abgegeben, wer der Werwolf sein könnte. Man sagte unserer Redaktion nur, dass man das Werwolfregister zurzeit sorgfĂ€ltig studiere, um potenzielle TĂ€ter zu ermitteln. Eine Anleitung zu ‚Was mache ich, wenn ich auf einen Werwolf treffe?‘ wird auf Seite sieben geschildert.

Kirk seufzte. ‚Sie ist tot.‘ Er hatte sie nur zweimal gesehen. Eine kleine, zierliche, junge und zerbrechlich wirkende Frau – eher noch ein MĂ€dchen – die vom großen Leben trĂ€umte und in einer Wirtschaft ausschenkte und putzte. Sie hatte gewiss nicht solch einen Tod verdient – keine Menschenseele hatte das.

~oOo~

Adriana lag mit ihrem RĂŒcken kerzengerade auf ihrem Bett, hatte ihre HĂ€nde ĂŒber ihrer Brust zusammengefaltet. In dem Raum war es kĂŒhl und es roch nach frischer, klarer Seeluft. Ihre Schlange schlĂ€ngelte sich zu ihr aufs Bett und beobachtete sie kurz. Die Augen von Adriana waren geschlossen und ihr Gesicht war sanftmĂŒtigen Ausdruckes in das blaugrĂŒne Schimmern des hinter ihr liegenden Unterwasserfensters getaucht.

Die Schlange kringelte sich sorgfĂ€ltig um ihre ineinander gelegten HĂ€nde und seufzte traurig. „Schon gut. Es wird keiner erwartet“, sagte eine Stimme ruhevoll und leer zugleich. Langsam hob die Schlange den Kopf und glitt zur Seite. Sie verwandelte sich. Ein junger Mann – mit großen honigfarbenen Augen, schwarzbraunem, kurzen und zu Spitzen aufgerichtetem Haar, perfekter Statur und markantem, aber bubenhaft zart erscheinendem Gesicht – schaute sie an. „Du musst dich ausruhen, aber auch etwas zu dir nehmen. Dir fehlen deine KrĂ€fte“, sagte er. „Ja.“ „Ist es schlimm?“, fragte er. „Nur die Erinnerungen.“ „Möchtest du meditieren?“, versuchte er etwas Zuversicht zu wecken, indem er sie mit diesen eigentlich ĂŒberflĂŒssigen Fragen aus der Lethargie reißen wollte. Doch ebbte seine Stimme in die Hilflosigkeit ab, als er sie so seelenruhig daliegen sah. Sie schien gedanklich in weiter Ferne zu sein, einer aus der er sie nicht zurĂŒckholen könnte. „Nein. Danke fĂŒr deine FĂŒrsorge, Neonas“, sagte sie mild und drehte sich kurz zu dem Tablett, dass er hingestellt hatte. Einige FrĂŒchte, Brot, KĂ€se und dampfend heißer Tee standen darauf. Seufzend wusste er, dass sie doch noch hier war, in der RealitĂ€t. Es beruhigte ihn etwas. Er legte sich neben sie und stierte dann mit ihr zusammen an die Decke. Langsam tropfte TrĂ€ne fĂŒr TrĂ€ne von ihrem Gesicht ins stumpfe, wilde Haar hinab, bis sie ihre Augen schloss und kraftlos in den Schlaf hinĂŒber glitt.

TBC

~o~o~o~

Soweit, so gut. Harry ist in Sicherheit und nunmehr warten wir auf die Ankunft seiner Freunde. Voldemort ist mit Sicherheit sehr unzufrieden, ĂŒber den missglĂŒckten Überfall und den Verlust ergebener MĂ€nner. Kirk fĂ€llt es immer schwerer sich aus der Sache raus zu halten. Und der Zaubereiminister muss die VorfĂ€lle im Sumpf dem Premierminister der Muggel erklĂ€ren und was ist eigentlich mit Adriana los? Doch dazu mehr in den kommenden Kapiteln.
NĂ€chstes Kapitel: ‚Des Muggelministers‘ Kern‘


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