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Fanfiction

Die Tochter des Kriegers - Mein erstes Jahr in Hogwarts

von ChantalMoody

Am nächsten Morgen brachen wir zeitig auf. Mein Vater hatte mir schon erzählt, dass der Hogwarts-Express, der Schulzug, auf einem Gleis warten würde, der für Muggel nicht sichtbar wäre. „Schau her“, sagte er, „Hier durch die Mauer zwischen Gleis neun und Gleis 10, dahinter ist Gleis 9 ¾, und dort fährt der Hogwarts-Express ab.“ Er nahm meine Hand und gemeinsam gingen wir auf die Mauer zu und fanden uns plötzlich auf einem völlig anderen Bahnsteig wieder.

Ich hielt vor Erstaunen den Atem an. Einen solchen Zug hatte ich noch nie gesehen. Und all die Leute, die dort herumliefen! Viele, besonders die Erwachsenen, waren merkwürdig gekleidet, die Kleidungsstücke schienen nicht zusammenzupassen. Und viele Kinder sah ich, bepackt mit Koffern, Käfigen mit Eulen in allen Größen, teilweise auch mit Körben, die wie Katzenkörbe aussahen, und viele hatten auch Besen dabei. „Du wirst im nächsten Schuljahr auch einen eigenen Besen bekommen“, versprach mein Vater mir. Mir fiel plötzlich auf, dass viele, Erwachsene wie Kinder, zu uns herübersahen. Wir mussten oft stehen bleiben, weil mein Vater immer wieder von anderen begrüßt wurde. Irgendwie wirkten diese Begrüßungen sehr respektvoll.

Mein Vater ging auf ein Paar zu, das mit einem Jungen, der etwa in meinem Alter oder etwas älter sein musste, auf dem Bahnsteig stand. „Das sind die Lupins“, erklärte er mir. „Verwandte von mir und somit auch von dir. Remus geht schon in die zweite Klasse von Hogwarts. Dazu muss ich dir noch was sagen. Es kann immer sein, dass ich während deiner Ferien beruflich auf Reisen bin. Dann wirst du diesen Teil der Ferien bei den Lupins verbringen.“

Remus kam schon auf mich zu. „Du bist also Chantal? Ich bin sicher, Hogwarts wird dir gefallen. Es ist schön dort. Es gibt viele interessante Sachen zu lernen. Aber wir haben auch sehr viel Spaß.“ „Remus, Remus!“ hörte ich im gleichen Moment zwei Jungenstimmen. Zwei Jungen kamen hinzu und begrüßten Remus freudig. „Chantal, das sind James und Sirius, meine besten Freunde. Habt ihr Peter gesehen?“ fragte er die beiden anderen Jungen. „Nein, ich habe ihn noch nicht gesehen. Aber er müsste jeden Augenblick kommen, der Hogwarts-Express fährt ja bald ab“, antwortete der Junge, den Remus mir als Sirius vorgestellt hatte. „Du bist also Alastor Moodys Tochter?“, fragte er mich. „Du musst eine sehr fähige Hexe sein. Und mit Sicherheit wirst du in Verteidigung gegen die dunklen Künste super werden. Dein Vater hat schon viele dunkle Magier nach Askaban gebracht.“

„Askaban?“ fragte ich völlig verständnislos. „Das Gefängnis für Hexen und Zauberer“, erklärte mir Remus und schüttelte sich dabei. „Dort wachen Dementoren über die Gefangenen, schreckliche Wesen, die jedes bisschen Glück aus einem heraussaugen.“ Auch mir gruselte es ein bisschen. So schreckliche Wesen gab es in dieser Welt? Bisher war mir alles so schön erschienen.

„Da kommt Peter!“ rief der Junge, den Remus mir als James vorgestellt hatte. Ein dicker Junge kam zu uns. Er war mir irgendwie unsympathisch. Ich ließ mir jedoch nichts anmerken. „So, dann sind wir jetzt komplett. Kommst du mit in unser Abteil?“ fragte mich Remus. „Sollte sie nicht bei ihren Klassenkameradinnen sitzen?“ meinte James. Auch Sirius und Peter schienen nicht allzu begeistert zu sein. Aber Remus entgegnete: „Lasst sie doch. Sie ist so etwas wie eine Kusine von mir. Meine Eltern meinten, ich soll mich ein bisschen um sie kümmern. „Na, meinetwegen“, meinte James achselzuckend. Mein Vater umarmte mich zum Abschied. „Schreib mir bald. Ich möchte erfahren, wie du dich in Hogwarts eingelebt hast.“ „Ja, das werde ich tun“, versprach ich. Und dann stiegen wir ein.

Die Fahrt im Hogwarts-Express verlief recht kurzweilig. Die Jungen zeigten mir ein Kartenspiel, das sie als Zauberer-Schnipp-Schnapp bezeichneten. Und sie stellten mir viele Fragen. Ich erzählte ihnen von meinem bisherigen Leben mit meiner Mutter, meinem Stiefvater und meinen Halbbrüdern. Als ich zu meinen letzten Tagen in meinem bisherigen Elternhaus kam, wollte ich eigentlich nicht weiter erzählen. Da die Jungen jedoch immer weiter fragten, erzählte ich ihnen, was ich mit dem Arbeitszimmer meines Stiefvaters angestellt hatte. „Wow!“ meinte Sirius. Er schien tatsächlich beeindruckt. „Professor Flitwick wird begeistert von dir sein. Er ist unser Lehrer für Zauberkunst.“

Ich fühlte mich allmählich immer wohler. Früher wurde ich immer als eine Art Monster angesehen, und hier wurde über Zauberei wie über etwas Selbstverständliches geredet. Und ich wurde für die Dinge, die ich getan hatte, sogar noch bewundert! Ich erzählte also weiter, von den Eulen, von den Briefen, die meine Mutter geschrieben hatte, und von dem Tag, als mein Vater mich dort abgeholt hatte. „So ist Onkel Alastor“, sagte Remus darauf. „Eine eigene Familie hat er nie gegründet, das hat er immer mit seiner gefährlichen Arbeit begründet. Aber als er von dir erfahren hat, hätte er niemals abgelehnt, die Verantwortung für dich zu übernehmen. Auf ihn ist immer Verlass.“

Die Jungen erzählten noch viel von den Lehrern und vom Unterricht. „Pass auf, dass du nicht mit Professor McGonagall aneinander gerätst“, sagte James. „Sie ist ziemlich streng. Aber sonst ist sie ganz in Ordnung. Sie unterrichtet Verwandlung und ist die Hauslehrerin von Griffindor. Also unsere Hauslehrerin.“ „Professor Slughorn ist Hauslehrer der Slytherins“, erklärte Sirius. „Er unterrichtet Zaubertränke. Er ist ein sehr guter Lehrer. Nervig ist allerdings, dass er unter den Schülern Lieblinge hat, meistens Schüler mit bekannten, einflussreichen Eltern, aber auch hier und da Schüler, die besonders begabt sind. Dieses Grüppchen Schüler wird der Slug-Club genannt.“ „Und Professor Flitwick ist so klein, dass er auf einem Stapel Bücher sitzen muss, um über sein Pult schauen zu können“, erzählte Remus. „Aber er ist sehr klug. Wahrscheinlich ist er deshalb Hauslehrer von Ravenclaw. Und Professor Sprout ist Hauslehrerin von Hufflepuff. Sie unterrichtet Kräuterkunde und sieht irgendwie immer aus, als hätte sie gerade in den Gewächshäusern gearbeitet. Aber sie ist in Ordnung.“

Ich wusste bereits von meinem Vater, dass Griffindor, Slytherin, Ravenclaw und Hufflepuff die Namen der vier Häuser von Hogwarts waren. Bin mal gespannt, in welches Haus du kommst“, meinte Remus. „Vielleicht kommst du ja zu uns nach Griffindor. Onkel Alastor war auch ein Griffindor. Und er ist der mutigste und tapferste Mann, den ich kenne.“ Peter redete kaum ein Wort. Ich hatte irgendwie den Eindruck, als wenn es ihm nicht recht wäre, dass er nicht mit seinen Freunden allein war.

Nachdem wir schon eine ganze Weile gefahren waren, sagte James schließlich: „So, wir sind bald da, wir müssen jetzt unsere Zaubererumhänge anziehen und unsere Sachen zusammenpacken!“ wir machten uns also fertig. Peter stieß dabei einen Becher mit Kürbissaft um. Der Saft lief über seinen Sitz. Hektisch suchte Peter nach irgend etwas, womit er die Sauerei aufwischen konnte. „Moment mal“, sagte ich. Ich berührte die bekleckerte Stelle, und die Jungen sahen zu, wie der Fleck immer kleiner wurde und schließlich ganz verschwand. „Wow!“,rief Sirius. “Und sogar ohne Zauberstab. Wo hast du das gelernt?“

„Ich konnte das schon immer“, antwortete ich. „Irgendwie wurde Schmutziges immer sauber, wenn ich es angefasst habe. Meine Mutter bekam jedes Mal Zustände, wenn sie mich dabei beobachtet hat.“ „Du bist wirklich gut“, sagte James. „Ich kenne einige, die das selbst mit einem Zauberstab und dem Putzzauber nicht hinbekommen.“ Mir entging nicht, dass James und Sirius einen Blick miteinander wechselten und dabei zu Peter hinblickten. Peter wurde rot. In dem Moment tat er mir ein bisschen leid, denn ich wusste es nur zu gut, was es heißt, gehänselt zu werden.

Schließlich hielt der Zug an, und alle stiegen aus. Das Erste was ich sah, war ein riesiger Mann mit langen dunklen Haaren und Bart. Er winkte mit einer Laterne und rief: „Die Erstklässler zu mir!“ „Das ist Hagrid, der Wildhüter von Hogwarts“, erklärte mir Remus. „Es ist Tradition , dass die Erstklässler mit Booten über den See fahren. Wir werden uns später in der Großen Halle wiedersehen. Dort wirst du auch erfahren, in welches Haus du kommst.“

Ich ging also zu den anderen Erstklässlern herüber. Alle wirkten aufgeregt und nervös, wie es aussah. Sie unterhielten sich darüber, wie wohl die Aufteilung auf die Häuser stattfinden würde. Dies war das einzige, was mir weder mein Vater noch die Jungen erzählt hatten. Ich war mittlerweile genauso nervös wie die anderen. Gerne hätte ich jetzt neben Remus im Boot gesessen. Ich hatte ihn die ganze Zeit so nett gefunden, während ich James und Sirius das Lästern über Peter doch ein bisschen übel genommen hatte. Über Peter war ich mir nicht sicher. Ich hatte zwar einerseits Mitleid mit ihm, aber irgendwie mochte ich ihn nicht. Er kam mir verschlagen vor.

Und dann erblickte ich zum ersten Mal Hogwarts. Mann, das war ja ein richtiges Schloss! Und so riesig! Bestimmt würde ich mich ständig verlaufen.

Die Bootsfahrt fand ich etwas gruselig, zumal es schon ziemlich dunkel war. Außerdem sah es so aus, als wenn im Wasser irgendwelche komischen Gestalten schwimmen würden. Noch dazu machte Hagrid die ganze Zeit Scherze darüber, was passieren könnte, wenn Schüler ihre Hände ins Wasser halten würde. Ich war mir dabei nicht ganz sicher, ob es wirklich witzig gemeint war. Hagrid dagegen wirkte trotz seiner Größe keineswegs furchteinflößend, sondern nett und lustig.
Schließlich waren wir in Hogwarts angekommen und wurden von Hagrid durch eine große Eingangshalle in einen Raum geführt, in dem uns eine Frau mit strengem Gesichtsausdruck erwartete. Ich wusste, dies musste Professor McGonagall sein. Sie hatte einen Schemel und einen merkwürdig aussehenden Hut in der Hand. Sie erklärte uns, dass wir nun als nächstes auf die Häuser aufgeteilt würden. Wir würden in die Große Halle geführt werden und dann der Reihe nach aufgerufen werden. Dann würden wir einzeln aufgerufen werden, müssten auf dem Schemel Platz nehmen und bekämen dann den Sprechenden Hut aufgesetzt. Und der Hut würde dann entscheiden, welchem Haus wir zugeteilt wurden.

Nach dieser Rede führte Professor McGonagall uns in die Große Halle. Ich blickte mich um und sah vier lange Tische, an denen Schüler saßen, die gespannt zu uns herüberblickten. Ich wusste, das waren die Haustische. An einem davon sah ich James, Peter, Sirius und Remus sitzen. Das musste also der Griffindor-Tisch sein. Ich sah, dass Remus in meine Richtung blickte und mir zulächelte. Etwas nervös lächelte ich zurück.

Quer zu den Haustischen war ein weiterer Tisch. Ich wusste, dass an diesem Tisch die Lehrer saßen. Ich sah einen alten Mann mit langen weißen Haaren und einem ebenfalls weißen Bart, und ich wusste, das musste Professor Dumbledore sein. Hagrid hatte ebenfalls am Lehrertisch Platz genommen. Ferner sah ich einen älteren, sehr dicken Mann, von dem ich sicher war, dass er Professor Slughorn sein musste, der Zaubertranklehrer. Ferner saß ein sehr kleiner Mann am Tisch, und ich sah, dass er auf einem Bücherstapel saß. Das konnte nur Professor Flitwick sein. Neben ihm saß eine Frau, in deren zerzausten Haaren sich eindeutig Blätter verfangen hatten. Dies musste also Professor Sprout sein, die Kräuterkunde-Lehrerin. Es saßen auch noch andere Lehrer und Lehrerinnen am Tisch, die ich aber noch nicht eindeutig zuordnen konnte.

Wir mussten uns nun vor dem Lehrertisch aufstellen und Professor McGonagall nahm eine Liste in die Hand und rief uns nacheinander auf. „Aberforth, Julie“. Ein Mädchen ging nach vorne, bekam den Hut aufgesetzt, und der Hut rief: „Ravenclaw!“ An einem der Tische klatschten alle, und Julie ging zu ihren Tisch. Nach und nach wurden weitere Schüler aufgerufen. Als die Reihe an „Moody, Chantal“ kam, reagierte ich zunächst nicht, bis mich das Mädchen neben mir anstieß. Natürlich, das war doch ich! So ganz hatte ich mich doch noch nicht daran gewöhnt, nicht mehr Chantal Deveraux, sondern Chantal Moody zu sein. Mit zitternden Beinen ging ich nach vorne und bekam den Sprechenden Hut aufgesetzt. Im gleichen Moment hörte ich eine leise Stimme, bei der ich mir sicher war, dass ich sie nicht mit meinen Ohren, sondern in meinem Kopf hörte. „Bei dir sehe ich sehr viel Mut und Tapferkeit. Aber auch einiges an List, Ehrgeiz und eine Neigung dazu, Regeln zu brechen. Und deshalb schicke ich dich nach SLYTHERIN!“

Irgendwie war es, als wäre es für den Bruchteil einer Sekunde ganz ruhig in der Großen Halle geworden. Dann begannen die Schüler am Slytherin-Tisch zu klatschen. Ich blickte zum Griffindor-Tisch hinüber und sah, dass James, Sirius und Remus zu mir herüberblickten. Remus sah etwas erschrocken aus. Dann begannen die Jungen wieder damit, sich zu unterhalten. Ich ging zu meinem Tisch und setzte mich zwischen zwei Mädchen, die ebenfalls Erstklässlerinnen waren.

Zufällig sah ich zum Tisch der Lehrer hin. Bildete ich es mir ein, oder sah Professor Dumbledore irgendwie besorgt zu mir herüber? Professor Slughorn dagegen sah eindeutig zufrieden aus und lächelte mich an. Zwischenzeitlich wurden die restlichen Schüler auf ihre Häuser verteilt. Danach erhob sich Professor Dumbledore, um seine Rede zu halten. Er wies darauf hin, dass das Betreten des Waldes für alle Schüler verboten wäre. Hierbei blickte er zum Griffindor-Tisch hinüber, genau gesagt in die Richtung, wo James, Sirius, Peter und Remus saßen. Ich musste ein wenig lachen, denn ich kannte den Grund. Die vier hatten sich, wie sie mir auf der Fahrt erzählt hatten, im vergangenen Schuljahr mehr als einmal im Verbotenen Wald herumgetrieben.

Ich hörte weiterhin Professor Dumbledores Rede zu. Er stellte uns den neuen Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste vor, Professor Peabody. Eine ältere Schülerin beugte sich zu uns herüber und flüsterte: „Wir haben jedes Jahr einen anderen Lehrer in Verteidigung gegen die dunklen Künste. Es gibt ein Gerücht, dass dieser Posten irgendwie verhext ist. Mal haben wir wirklich gute Lehrer, mal welche, die uns überhaupt nichts beibringen. Aber egal, wie gut oder schlecht sie sind, sie bleiben einfach nicht. Sie nehmen mittlerweile schon jeden, der sich bewirbt, weil es immer schwerer wird, jemanden für den Posten zu finden.“ Davon hatte mir mein Vater schon erzählt, und er hatte dabei sehr besorgt gewirkt. Ich wusste, dass es ihm wichtig war, dass ich lernte, mich zu schützen.

Danach begann das Essen, und ich konnte nur noch staunen. Tische, die sich selbst deckten, und diese Berge von lauter verschiedenem Essen! In meinem früheren Elternhaus war es zwar nie knapp zugegangen, aber so üppig hatten wir doch nicht gelebt. Es gab alles, was ich gerne mochte, und ich aß mit dem besten Appetit. Zwischendurch unterhielt ich mich mit den beiden Mädchen, zwischen denen ich saß. Beide waren in der Zaubererwelt groß geworden, und sie erzählten vieles von ihrem Leben in Zaubererhaushalten. Beide waren, wie sie erklärten, halbblütig, so wie ich. „Wir haben auch einige Reinblütige hier“, erklärte eines der Mädchen, das sich als Arabella Trent vorgestellt hatte. „Die halten sich aber für was Besseres und tragen die Nasen ziemlich hoch. Lass dich von ihnen nicht ärgern.“

Das andere Mädchen, das sich als Jennifer Wilding vorgestellt hatte, meinte: „Manche von den Reinblütern stehen in dem Ruf, dass ihre Eltern auf die dunkle Seite gewechselt sind. Tatsächlich waren viele dunkle Magier Slytherins. Sie haben das Haus ziemlich in Verruf gebracht, so dass es schon Gerüchte gegeben hat, dass alle Slytherins böse sind. Das ist natürlich Unsinn. Die meisten von uns würden nicht einmal daran denken, auf die dunkle Seite zu wechseln.“ Irgendwie war ich irritiert. Gab es in dieser Welt, die mir so schön vorkam, so viel Böses? Irgendwie konnte ich es mir gar nicht vorstellen. „Frag mal deinen Vater“, sagte Arabella. „Er wird dir viele Geschichten darüber erzählen können.“

Nach dem Essen wurden wir von einem der älteren Mädchen zusammengerufen. Sie stellte sich als Marissa Carter vor und war die Vertrauensschülerin für unser Haus. Wir mussten ihr durch die Eingangshalle zu einer Tür folgen, die zu den Kerkern führte. „Die Räume der Slytherins sind in den Kerkern“, erklärte sie. „dort ist auch der Klassenraum für den Zaubertrank-Unterricht und die Räume von Professor Slughorn. Er ist auch der Hauslehrer von Slytherin.“ Wir kamen schließlich zu einer Tür. „Merkt es euch, das Passwort heißt: Reinblütig“, erklärte Marissa uns. „Ohne Passwort kommt ihr nicht rein.“

Wir betraten den Gemeinschaftsraum der Slytherins. Er wirkte richtig warm und gemütlich, wenn man ihn mit den Kerkergängen verglich, durch die wir vorher gegangen waren. Daraufhin zeigte uns Marissa die Schlafsäle. Ich war zusammen mit vier anderen Mädchen in einem Schlafsaal, unter anderem mit Arabella und Jennifer. Die anderen beiden Mädchen hießen Louella White und Evalina Parkinson. Evalina erklärte, reinblütig zu sein, und tatsächlich wirkte sie ein wenig hochnäsig. Sie sah uns auch nur kurz und verächtlich an und redete den Rest des Abends kaum noch ein Wort mit uns. Da wir alle nach diesem langen Tag müde waren, packten wir nur noch aus und gingen dann zu Bett. Eine Weile flüsterte ich noch mit Arabella und Jennifer, dann schliefen wir jedoch ein.

Die nächsten Tage waren für mich sehr aufregend. Es gab ja so viele interessante Sachen zu lernen! Bei Professor Flitwick fingen wir tatsächlich bei den Schwebezaubern an. Tatsächlich bereitete es mir keinerlei Schwierigkeiten, zuerst eine Feder, dann andere kleine Gegenstände zum schweben zu bringen. Schwieriger war für mich der Verwandlungsunterricht bei Professor McGonagall. Hier musste ich meistens mehrere Versuche machen, bis ich einen Gegenstand verwandeln konnte. Kräuterkunde hatten wir bei Professor Sprout in den Gewächshäusern. Hierbei musste ich die Erfahrung machen, dass einige von den Pflanzen, die wir umtopfen mussten, ausgesprochen bissig waren.

Der Zaubertrank-Unterricht war sehr interessant. Wir lernten bei Professor Slughorn, dass bei der Herstellung von Zaubertränken nicht nur die Zutaten für das Gelingen wichtig war, sondern auch beispielsweise die Art und Weise, wie die Zutaten vorbereitet wurden und der Trank gerührt wurde, wichtig waren. Mir fiel auf, dass Professor Slughorn sich auffallend viel Zeit dafür nahm, mir Dinge, die ich nicht verstanden hatte, auch mehrmals zu erklären. Irgendwie schien er sich für die meisten der anderen Schüler nie soviel Zeit zu nehmen, und manche schien er sogar regelrecht zu ignorieren. Es schien also tatsächlich zu stimmen, was Sirius mir erzählt hatte.

Auch der Flugunterricht bei Madame Hooch machte Spaß. Immerhin schaffte ich es nach ein paar zum Glück glimpflich verlaufenen Abstürzen, meinen Besen recht gut unter Kontrolle zu bekommen. „Sehr gut, Miss Moody“, lobte mich Madame Hooch. „Wer weiß, vielleicht wird noch eine gute Quidditch-Spielerin aus Ihnen.“ Von James hatte ich schon erfahren, dass Quidditch der wichtigste Zauberer-Sport ist. Ich war schon sehr neugierig darauf, mal ein Spiel zu sehen.

In Verteidigung gegen die dunklen Künste hatten wir anfangs nur theoretischen Unterricht. Praktische Übungen sollten erst später erfolgen. Darauf war ich schon sehr gespannt. So gut bei mir die praktischen Übungen in den verschiedenen Fächern verliefen, mit dem ganzen theoretischen Teil hatte ich meine Probleme. Schuld daran, dass ich oft im Unterricht nicht mitkam, waren natürlich meine Sprachschwierigkeiten. So kam es, dass ich zusätzlich zu den normalen Hausaufgaben viele Stunden über den Büchern saß, um alles noch einmal gründlich nachzulesen. Zum Glück habe ich immer gerne gelesen.

Trotz allem Lernens kam aber auch der Spaß nicht zu kurz. Obwohl ich mich mit einigen Mädchen meines eigenen Hauses recht gut verstand, suchte und fand ich immer wieder Gelegenheit, mit Remus, James, Sirius und Peter zusammenzukommen. Peter schien es zwar nicht recht zu sein, aber die anderen hatten mich gerne dabei. Sie erzählten mir , dass es zwischen Griffindor und Slytherin eine starke Konkurrenz um den Hauspokal und den Quidditch-Pokal gab. Die beiden Häuser waren sich nie richtig grün gewesen. „Aber das braucht uns nicht daran zu hindern, Freunde zu sein“, meinte Remus. Die anderen stimmten zu, obwohl Peter etwas mürrisch blickte. Vermutlich wäre er lieber mit seinen Freunden allein gewesen, und ich als ein Mädchen störte dabei.

Am Tag nach meiner Ankunft in Hogwarts hatte ich auch meinem Vater wie versprochen geschrieben. Er hatte Wort gehalten und mir zurückgeschrieben. „Pass auf dich auf, Chantal“, schrieb er mir. „Es stimmt tatsächlich, dass viele dunkle Magier aus Slytherin stammen und dass viele, die jetzt in Askaban sitzen, ehemalige Slytherins sind. Ich hätte dich auch lieber als Griffindor-Schülerin gesehen, das gebe ich zu. Um so wichtiger ist es, dass du lernst, dich zu schützen und zu verteidigen. Daher ist es sehr wichtig, dass du dein Bestes gibst, wenn ihr mit den praktischen Übungen in Verteidigung gegen die dunklen Künste anfangt. Leider ist es in Hogwarts ein Problem mit den Lehrern in diesem Fach. Schon seit etlichen Jahren bleibt kein Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste länger als ein Jahr. Das war nicht immer so. Ich selbst hatte während meiner Schulzeit ein und dieselbe Lehrerin, Professor Merrythought. Sie war eine gute Lehrerin, bei der ich eine Menge gelernt habe. Nachdem sie in den Ruhestand gegangen ist, hatte Hogwarts nie wieder einen Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste, der länger als ein Jahr geblieben ist. Daher ist es auch so schwierig, Lehrer für diesen Posten zu finden. Es gehen Gerüchte, dass dieser Posten verhext ist. Und ich sage dir das eine: Es stimmt! Ich kenne die Geschichte, da Professor Dumbledore, der ein guter Freund von mir ist, sie mir erzählt hat. Eines Tages werde ich sie dir erzählen.“

Endlich war es soweit, dass wir unsere erste praktische Unterrichtsstunde in Verteidigung gegen die dunklen Künste haben sollten. Wir waren alle ganz aufgeregt. Was würde uns erwarten? Wir waren überpünktlich in unserem Klassenzimmer. Merkwürdigerweise hörten wir ein Poltern im verschlossenen Klassenschrank.

In diesem Moment betrat Professor Peabody das Klassenzimmer. „Guten Morgen“, sagte er. „Heute wollen wir mal ein bisschen Praxis ausprobieren. Ihr habt sicher gehört, in diesem Schrank ist was drin. Kann mir vielleicht jemand verraten, was das ist? Miss White, Sie vielleicht?“ Evalina sah ratlos aus. „Sonst jemand? Miss Moody?“, fragte Professor Peabody weiter. Da ich darüber erst am Tag vorher darüber etwas gelesen hatte, wusste ich die Antwort: „Das ist ein Irrwicht. Die halten sich gerne in Schränken auf.“ „Richtig. Und weiß jemand, wie ein Irrwicht aussieht?“ war Professor Peabodys nächste Frage. Ich hob wieder die Hand. „Ja, Miss Moody?“ “Das weiß niemand im voraus. Er nimmt immer die Gestalt an von dem, wovor man am meisten Angst hat.“ „Richtig, Miss Moody. Und jetzt werde ich euch beibringen, wie man einen Irrwicht vernichtet. Die beste Methode ist, ihn lächerlich zu machen. Und dafür gibt es einen Zauberspruch: Ridiculus! Hierbei müsst ihr aber in euren Gedanken das, was ihr seht, lächerlich machen. So, stellt euch alle in einer Reihe auf, wir üben das jetzt.“

Wir stellten uns auf. Zuerst ging Evalina nach vorne. Professor Peabody öffnete den Schrank. Aus diesem kam eine riesige Ratte. Evalina wurde kreideweiß. Professor Peabody rief ihr zu: „Na los, Miss White, machen Sie ihn lächerlich.“ Evalina stammelte: „R....r....ridiculus!“ Die Ratte bekam einen Katzenkopf. Als nächstes war Louella an der Reihe. Diesmal war der Irrwicht ein riesiger, aggressiv aussehender Hund. Louella rief „Ridiculus!“ und aus dem Riesenhund wurde ein winziger Schoßhund. Dann war ich dran. Und bei mir verwandelte der Irrwicht sich in meinen Stiefvater, der mich mit wütendem Gesicht ansah, wie so oft, wenn zu Hause irgend etwas schiefgelaufen war und er mir, wie immer, die Schuld daran gab. Ich stellte mir seinen schockierten Gesichtsausdruck vor, als er von den herumfliegenden Büchern getroffen wurde. „Ridiculus!“ rief ich. Im gleichen Moment brach im Klassenzimmer das Chaos aus. Bücher und andere Gegenstände, die auf den Schülerpulten lagen, flogen auf den Irrwicht zu, und dieser machte das selbe entsetzte Gesicht wie seinerzeit mein Stiefvaters. Und im gleichen Moment war er verschwunden.

„Miss Moody!“ rief Professor Peabody. “Es genügt, wenn Sie sich nur vorstellen, dass Sie die Gegenstände werfen, es ist nicht notwendig, dass Sie es auch wirklich tun.“
Den Rest der Stunde mussten wir dazu benutzen, den Klassenraum wieder in Ordnung zu bringen. Ich bekam dabei mit, dass meine Klassenkameraden immer wieder zu mir hinsahen. Hier und da kicherte jemand.

Die Geschichte sprach sich in der Schule herum wie ein Lauffeuer. Immer wieder bekam ich mit, dass andere Schüler in meine Richtung blickten und dass es Geflüster und Gelächter gab. „Ganz was Neues!“ meinten sie. „Bewirft ihre Feinde mit Büchern, das hatten wir auch noch nicht.“
Meine Freunde jedoch lachten und lästerten nicht. „Mach dir nichts draus“, meinte Remus. „Jeder fängt mal an und macht mal Fehler. Und immerhin hast du doch deinen Irrwicht besiegt.“

In der nächsten Unterrichtsstunde lachte dann auch niemand mehr. Ich wusste zwischenzeitlich, dass es nur darauf ankam, nur das Lächerliche der Situation zu sehen und nicht mehr meine alte Wut hochkommen zu lassen. So schaffte ich es diesmal, meinen Irrwicht zu besiegen, ohne ihn mit Schulsachen zu bewerfen.


Nach dem Vorfall mit dem Irrwicht erhielt ich von meinem Vater einen Brief. „Chantal, du musst dringend lernen, dich zu beherrschen und deine Gefühle unter Kontrolle zu behalten. Das ist ganz wichtig. In deinem Fall war dein Gegner nur ein Irrwicht, die sind nicht allzu gefährlich. Aber du könntest auch einmal mit einem gefährlicheren Gegner zu tun bekommen, und dazu sage ich dir eines: Wutausbrüche sind im Kampf fehl am Platz. Sonst machst du Fehler, und in einer solchen Situation kann es dein letzter Fehler sein. Aber es gibt Mittel und Wege, voll die Kontrolle über sich zu bekommen. Wenn du in den Sommerferien nach Hause kommst, werde ich dir dabei helfen. Und bis dahin: Pass auf dich auf und denk dran: Immer wachsam!"

Dieser Brief beunruhigte mich. Sollte es den wirkliche Gefahren geben? Klar, ich hatte einiges gehört, was meine Freunde über dunkle Magier erzählten und dass mein Vater wohl in vielen Fällen daran beteiligt gewesen sein sollte, sie nach Askaban zu bringen, jenes Zauberer-Gefängnis, über das alle nur mit Schaudern redeten. Außerdem wurde darüber getuschelt, dass Verwandte von einigen der Schüler, die zu den Reinblütigen gehörten, ebenfalls in Askaban säßen oder zumindest schon einmal unter dem Verdacht gestanden hatten, zur dunklen Seite übergewechselt zu sein. Und dann fielen mir wieder die Andeutungen meines Vaters ein, dass das Gerücht über den Fluch, der auf dem Posten des Lehrers für Verteidigung gegen die dunklen Künste liegen würde, gar kein Gerücht, sondern Wahrheit sein sollte. Ich wollte gerne mehr darüber erfahren und schrieb deshalb zurück, dass ich gerne mehr über diesen Fluch erfahren würde.

Zwischenzeitlich hatte ich mich in der Schule sehr gut eingelebt. Der Unterricht machte mir Spaß, besonders die vielen praktischen Übungen, die in allen Fächern stattfanden. Besonders gut gefielen mir Verteidigung gegen die dunklen Künste, Zauberkunst, Verwandlung und Zaubertränke, und da ich immer alles in den Büchern nachlas, was im Unterricht besprochen wurde, kam ich inzwischen auch mit der Theorie gut zurecht. Nur in Zaubereigeschichte musste ich es praktisch alles nachlesen, denn ich schaffte es nie, in diesen Stunden bei der Sache zu bleiben. Wie ich jedoch mitbekam, war ich nicht die Einzige, der es so erging. Es lag an Professor Binns, der einzige Geist, der an der Schule Lehrer war, denn durch seinen monotonen Vortrag machte er den eigentlich interessanten Unterrichtsstoff richtig langweilig.

Viel Zeit verbrachte ich in der Bibliothek. Madame Pince, die Bibliothekarin, war recht streng und penibel, wenn es um den Umgang mit Büchern ging. Einmal hatte sie mich ausgescholten, weil ich Bücher mit ungewaschenen Händen angefasst hatte. Tatsächlich war ich gerade vom Kräuterkunde-Unterricht gekommen und da wir mit Professor Sprout im Treibhaus gearbeitet hatten, waren meine Hände natürlich alles andere als sauber gewesen.
Ansonsten kam ich mit Madame Pince gut zurecht, da ich mich gerne mit ihr über Bücher unterhielt. Ein Teil der Bibliothek war abgetrennt, und ich wusste, dass man in diesen Teil nur mit der Erlaubnis eines Lehrers hinein durfte.

Ich bekam heraus, dass alle Schüler vor dem Hausmeister, Mr. Filch Angst hatten. Er regte sich immer schrecklich auf, wenn Schüler Unordnung und Schmutz hinterließen. Ständig beschwerte er sich über die Schüler bei den Hauslehrern, und die Folge war dann, dass es Strafarbeiten gab, die meistens in Putzarbeiten bestanden, bei denen wir keinen Zauberstab benutzen durften. Seltsamerweise bemerkte Mr. Filch nie, dass ich immer auffallend schnell mit meinen Putzarbeiten fertig war. Die Katze, die Mr. Filch gehörte, hieß Mrs. Norris und war die hässlichste Katze, die ich je gesehen hatte. Obwohl ich Katzen eigentlich mochte, war mir diese Katze irgendwie unsympathisch. Sirius und James hatten mir bereits erzählt, dass Mrs. Norris ständig durch die Schule schleichen würde, um Schüler bei Untaten zu erwischen, und dass sie es dann Mr. Filch mitteilen würde.

Professor Slughorn nahm sich im Zaubertrank-Unterricht immer noch auffallend viel Zeit dafür, mir alles zu erklären, wesentlich mehr als für irgendeinen der anderen Schüler. „Ich würde mich nicht wundern, wenn er dich in den Slug-Club aufnehmen würde“, meinte Jennifer, und irgendwie klang es ein bisschen neidisch. „Er nimmt zwar selten Erstklässler auf, aber du bist ja auch etwas Besonderes.“ „Ich bin was Besonderes?“ fragte ich. „Wieso?“

„Das fragst du noch?“ meinte Jennifer. „Du bist die Tochter des berühmtesten Auroren, den es in der Zaubererwelt je gegeben hat. Und außerdem bist du doch recht plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht. Bevor dein Vater dich mitbrachte, wusste ja niemand etwas von dir. Und obendrein, du bist ungefähr die fähigste Erstklässlerin, die wir im Moment haben. Und das lässt sich Slughorn bestimmt nicht entgehen. Er versammelt doch die Berühmten und die Fähigen um sich. Wer weiß, vielleicht wirst du auch einmal eine bekannte Aurorin. Oder eine Quidditch-Spielerin, du fliegst sehr gut. Oder ein hohes Tier im Zauberei-Ministerium. Und das würde sich Slughorn nie entgehen lassen, das kannst du mir glauben.“

Tatsächlich hielt Professor Slughorn mich am nächsten Tag nach der Zaubertrank-Stunde zurück, als ich gerade den Klassenraum verlassen wollte. „Einen Moment, Miss Moody. In meinen Räumen wird es heute Abend eine kleine Party geben, und ich würde mich freuen, wenn Sie kommen könnten.“ „Eine Party?“ fragte ich erstaunt. „Ja, mit ein paar Mitschülern von Ihnen. Sie werden die meisten noch nicht kennen, aus Ihrer Klasse ist sonst niemand dabei. Aber es würde mich freuen, wenn Sie kommen könnten.“ Erstaunt sagte ich zu. Also war doch etwas dran an dem, was Jennifer gesagt hatte.

Als ich nach dem Unterricht meinen Freunden von der Einladung erzählte, erfuhr ich von ihnen, dass Professor Slughorn häufig solche kleinen Parties veranstaltete. Ein Mädchen aus ihrer Klasse, eine Lily Evans, sei schon öfter zu diesen Parties eingeladen gewesen. Dieses Mädchen war wohl wegen besonderer Begabung ausgesucht worden, denn da sie eine „Muggelstämmige“ war, konnte nicht ihre Familie der Grund gewesen sein. Außerdem noch einige andere, die Verwandte hatten, die hohe Posten im Zaubereiministerium hatten. James hatte auch schon einige Male an solchen Parties teilgenommen. „Slughorn liebt gutes Essen“, erzählte er. „Und was es auf seinen Parties zu essen gibt, ist vom Allerfeinsten. Manchmal hat er auch Gäste bei seinen Parties, die ehemalige Schüler von ihm sind. Heute haben sie hohe Posten im Zaubereiministerium oder sind sonst wie bekannt, zum Beispiel als Quidditch-Spieler oder Musiker. Ich vermute, dass ich zu diesen Parties eingeladen werde, weil ich bereits jetzt, als Zweitklässler, Sucher der Griffindor-Mannschaft bin. Vielleicht denkt er, dass ich eines Tages ein berühmter Quidditch-Spieler sein werde, wer weiß. Heute Abend werden wir uns dann also bei Slughorn sehen.“ Mir fiel auf, dass Peter bei James´ Erzählungen ein finsteres Gesicht zog.

Abends, als die anderen in Richtung Große Halle zum Abendessen gingen, machte ich mich auf den Weg zu Professor Slughorns Räumen. Als ich eintrat, strahlte er und rief sofort: “Miss Moody! Schön, dass Sie vorbeikommen! Kommen Sie, ich will sie gleich den anderen vorstellen.“ Als ich mich umsah, bemerkte ich, dass James schon anwesend war. Neben ihm saß ein rothaariges Mädchen seinem Alter. Sie unterhielten sich flüsternd. Als James mich sah, winkte er mir zu. Das Mädchen neben ihm jedoch beachtete mich gar nicht. „Sie kennen sich schon?“ fragte Professor Slughorn. „James Potter ist ein Naturtalent im Quidditch. Mehrere Mitglieder seiner Familie sind bekannte Quidditch-Spieler geworden, und möglicherweise wird James auch diesen Weg gehen. Und das ist Lily Evans, eine der besten Zaubertrankbrauerinnen, die ich je unterrichtet habe und auch ansonsten eine sehr gute Schülerin. Von ihr können wir auch eine Menge erwarten.

Slughorn stellte mir noch weitere Schüler vor, überwiegend ältere, und redete dabei ständig über deren bekannten Väter, Onkel oder sonstigen Verwandten. Mir war es unmöglich, mir alle diese Namen zu merken. Ich bemerkte jedoch, dass viele der älteren Schüler, als Slughorn mich vorstellte, mir Blicke zuwarfen, die teils neugierig, teils respektvoll waren. Jeder schien meinen Vater zu kennen, und irgendwie schienen alle auch von mir zu erwarten, dass auch ich einmal „etwas Besonderes“ sein würde.

Schließlich setzte ich mich zu James und begann, mich mit ihm leise über Quidditch zu unterhalten. James erzählte mir, dass bald ein Quidditch-Spiel zwischen Griffindor und Slytherin stattfinden sollte. Mehrmals hatte ich schon beim Training zugesehen und vor allem die Flugkünste von James bewundert. So gut wollte ich auch einmal sein, obwohl ich Quidditch als Sport irgendwie ziemlich brutal fand. Trotzdem freute ich mich darauf, endlich einmal ein Spiel zu sehen.

Im Laufe des Abends bemerkte ich, dass Lily mich wohl irgendwie nicht mochte. Sie sprach mit mir kein Wort, versuchte aber, immer wieder die Aufmerksamkeit von James zu erregen. James gab ihr zwar Antworten, aber eher kurz angebunden.

Das Essen, das uns serviert wurde, war tatsächlich großartig. Professor Slughorn aß auch reichlich, redete jedoch zwischendurch nahezu ununterbrochen. Es ging fast ausschließlich um ehemalige Schüler, die zwischenzeitlich etwas im Leben erreicht hatten und alle noch in irgendeiner Form mit Professor Slughorn in Verbindung standen. Zwischenzeitlich fragte er dann die Schüler immer wieder über ihre Verwandten aus, und auch mich fragte er darüber aus, was ich von meinem Vater hören würde. Es war ja kein Geheimnis, dass Jolanda mir regelmäßig Briefe von meinem Vater brachte.

Er war übrigens der Einzige, der mir schrieb. Von meiner Mutter hatte ich die ganze Zeit nicht einen einzigen Brief bekommen. Ich hatte mich mit Remus, der von meinen Freunden der Ernsthafteste und Verständnisvollste war, einmal darüber unterhalten, und er hatte mir zugehört und mich damit getröstet, dass Zauberer und Hexen den meisten Muggels unheimlich wären. Aber immerhin wäre ich ja nicht allein.

Ich beantwortete Professor Slughorns Fragen so höflich ich konnte, ohne allerdings allzu viel zu verraten, denn irgendwie fand ich diese ganze Fragerei allzu neugierig. Jedenfalls brachte ich meinen ersten Abend im Slug-Club, dem noch viele folgen sollten, irgendwann zu Ende.

Am nächsten Tag brachte mir Jolanda einen Brief von meinem Vater. „Chantal, ich habe dir davon erzählt, dass der Posten des Lehrers für Verteidigung gegen die dunklen Künste verhext ist“, schrieb er. „Und ich habe dir auch gesagt, dass es stimmt. Nachdem du nun danach fragst, werde ich dir alles erzählen, was mir Professor Dumbledore darüber erzählt hat.

Du weißt ja bereits, dass es dunkle Magier gibt, und dass viele davon ihre Schulzeit in Slytherin verbracht haben, und dass dies das Haus in Verruf gebracht hat. Über einen dieser ehemaligen Schüler muss ich dir in diesem Zusammenhang mehr erzählen. Ich habe ihn selbst nicht mehr persönlich als Schüler kennen gelernt. Er kam ein Jahr nach meinem Schulabschluss nach Hogwarts, als ich bereits in der Aurorenschule war. Sein Name war Tom Riddle. Er war der Sohn einer Hexe und eines Muggels. Sein Vater hatte die Mutter verlassen, als sie schwanger war, und seine Mutter starb, kurz nachdem er geboren war. Sie konnte ihm nur noch einen Namen geben. Tom Vorlost Riddle. Riddle wuchs bei den Muggels im Waisenhaus auf, bis er 11 Jahre alt war. Dann überbrachte ihm Professor Dumbledore selbst den Brief, der ihm mitteilte, dass er als Schüler in Hogwarts aufgenommen worden wäre. Professor Dumbledore war damals noch nicht Schulleiter, sondern Lehrer für Verwandlung, Schulleiter war damals noch Professor Dippet. Dumbledore erzählte mir später, er hätte bei diesem Jungen ein sehr schlechtes Gefühl gehabt, und das nicht nur, weil er im Waisenhaus immer wieder den anderen Kindern Sachen gestohlen hätte, sondern auch, weil er im Verdacht gestanden hatte, mehrmals andere Kinder gequält zu haben, man konnte es ihm aber nie nachweisen.

Riddle wurde ein sehr guter Schüler, er war sehr fähig. Bei allen Lehrern war er beliebt, nur Dumbledore hat ihm nie getraut. In der fünften Klasse wurde er Vertrauensschüler von Slytherin. Außerdem erwarb er sich eine Auszeichnung für besondere Verdienste um Hogwarts.. Es hat in diesem Schuljahr einige üble Vorfälle gegeben, und eine Schülerin kam ums Leben. Riddle fand den Schuldigen heraus. Allerdings hatte Dumbledore die ganze Zeit das Gefühl, dass daran was nicht stimmt.

Riddle versammelte einige Schüler von sehr zweifelhaftem Ruf um sich. Während Riddles Schulzeit starben Riddles Vater und seine Großeltern, und zwar durch den Todesfluch. Zwar bezichtigte sich Riddles Onkel, der Bruder von Riddles Mutter, der auch nicht den allerbesten Ruf hatte, dieser Morde und wurde dafür nach Askaban gebracht, aber Dumbledore hatte erhebliche Zweifel an dessen Geständnis.

Riddle wurde in der siebten Klasse Schulsprecher. Er machte seinen Schulabschluss mit Auszeichnung, und er hätte die besten Posten haben können. Professor Slughorn wollte seine Beziehungen spielen lassen, aber Riddle lehnte alles ab. Statt dessen fragte er bei Professor Dippet nach, ob er als Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste in Hogwarts bleiben könnte. Dippet lehnte ab, weil Riddle zu jung sei, stellte ihm aber in Aussicht, er könne sich gerne in ein paar Jahren noch einmal bewerben. Daraufhin arbeitete Riddle eine Zeitlang bei Borgin und Burkes, einem Geschäft mit einem sehr schlechten Ruf in der Nocturngasse, in dem nur schwarzmagische Gegenstände verkauft werden. Dumbledore hat den Verdacht geäußert, dass er etwas mit dem Tod einer alten reichen Hexe und dem Diebstahl von zwei Gegenständen aus deren Besitz zu tun hat, aber es gab auch hier keine Beweise.

Dann war zehn Jahre lang über Riddles Aufenthaltsort nicht viel zu erfahren, anscheinend ist er viel gereist. Immer wieder gab es Gerede über Verbrechen, die er und seine Anhänger verübt hatten, über schwarze Magie der allerübelsten Sorte. Und dann erschien Tom Riddle, der sich zwischenzeitlich Lord Voldemort nannte, eines Tages wieder in Hogwarts und hatte eine Unterhaltung mit Professor Dumbledore, der inzwischen Schulleiter war. Und wieder bewarb Voldemort sich um den Posten als Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste.

Dumbledore verweigerte ihm den Posten natürlich, und Lord Voldemort ging wieder fort. Dabei hat er vermutlich einen ungesagten Fluch benutzt, denn seitdem blieb in Hogwarts nie wieder ein Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste länger als ein Jahr.

Du siehst also, an dem was andere als Gerüchte bezeichnen, ist oft etwas Wahres. Einige, die Lord Voldemort um sich versammelt haben, sind Väter oder Onkel von Schülern, die jetzt in Hogwarts zur Schule gehen, und wer weiß, ob sie nicht irgendwann den gleichen Weg gehen werden. Es gibt auch in dieser Welt eine Menge Böses, deshalb kann ich dir nur immer sagen: Pass auf dich auf!“

Später unterhielt ich mich mit Remus über das, was mein Vater mir geschrieben hatte. Irgendwie war Remus immer derjenige, zu dem ich ging, wenn ich mich ernsthaft unterhalten wollte. James und Sirius waren zwar nette Jungen, mit denen man Spaß haben konnte, aber in manchen Dingen kamen sie mir doch ein bisschen oberflächlich vor. Und Peter schien nach wie vor etwas dagegen zu haben, wenn ich als Fünfte mit dabei war, aber anscheinend wagte er nicht, etwas dagegen zu sagen, weil die anderen mich mochten und dabei haben wollten. Und er machte nicht einmal den Versuch, sich gegen die anderen durchzusetzen. In meinem eigenen Haus hatte ich nach wie vor keine richtigen Freunde, obwohl ich auch nicht offen angefeindet wurde. Es gab immer wieder Geflüster darüber, weil ich die meiste Zeit mit „diesen Griffindors“ abhing, und das war bei den Slytherins nicht gerne gesehen.

„Onkel Alastor hat recht“, sagte Remus schließlich. „Und du brauchst nicht weit zu suchen. Die Familie von Sirius zum Beispiel ist eine der reinblütigen Familien, und sie bilden sich eine Menge darauf ein. Es gibt Gerüchte darüber, dass viele Blacks mit der dunklen Seite sympathisieren. Aber du kannst dich beruhigen, Sirius ist ganz anders. Er verabscheut dunkle Magie, und im Grunde genommen fühlt er sich in seiner Familie nicht besonders wohl. Das ist auch der Grund, warum er die letzten Ferien lieber bei James verbracht hat, anstatt nach Hause zu fahren. James´ Familie, die Potters, sind zwar ebenfalls reinblütig, aber sie halten überhaupt nichts von diesem Reinblüter-Wahn, und ganz bestimmt haben sie nichts mit den dunklen Künsten zu tun. Sie sind übrigens gute Bekannte von Onkel Alastor.“ „Pa scheint ja alle Welt zu kennen“, antwortete ich. „Das stimmt auch“, erwiderte Remus. „Und er ist hoch angesehen. Aber nicht so sehr durch seinen familiären Hintergrund als aufgrund seiner eigenen Leistungen.“

In diesem Moment kamen die drei anderen hinzu, und das Gespräch drehte sich nur noch um das Quidditch-Spiel, das am nächsten Tag stattfinden sollte. „Du kommst doch auch, Chantal, oder nicht?“ fragte James. „Natürlich“, antwortete ich. „Das lasse ich mir doch nicht entgehen. Ich wünsche, ich könnte auch so super fliegen wie du.“ „Aber du bist doch großartig“, meint James. „Dafür, dass du vorher noch nie geflogen bist. Ich schätze mal, du könntest auch eine gute Quidditch-Spielerin werden. Allerdings nehmen die Slytherins nur sehr selten Mädchen in ihrer Mannschaft auf. Schade eigentlich. Wärest du in Griffindor, hättest du die besten Chancen, irgendwann in der Mannschaft aufgenommen zu werden.“

„Ich glaube nicht, dass das was für mich wäre“, antwortete ich. „Quidditch ist doch ein ziemlich rauer Sport. Ich sehe ja gerne zu, aber selber spielen möchte ich eher nicht. Aber trotzdem würde ich im Fliegen gerne so toll werden wie du.“ „Ist doch kein Problem“, sagte James. „Wir können gerne ein bisschen üben. Was hältst du davon?“ „Ja, gerne“, antwortete ich.

Am nächsten Tag fand dann das Quidditch-Spiel statt. Ich war ziemlich aufgeregt. Beim Frühstück waren alle an meinem Haustisch sehr aufgeregt, und ebenso, wie ich sah, am Griffindor-Tisch. James sah zu mir herüber, ich winkte zurück. Prompt erhielt ich unter dem Tisch einen Tritt von einem der älteren Jungen. „Ist schon schlimm genug, dass du ständig mit diesen Griffindors herumläufst. Willst du deinem Haus jetzt auch noch Schande machen, indem du auch noch beim Quidditch zu denen hältst?“ Ich hielt lieber meinen Mund. Schließlich wusste ich von der starken Konkurrenz, die gerade beim Kampf um den Quidditch-Pokal zwischen Griffindor und Slytherin herrschte.

Schließlich war es Zeit, dass wir alle zum Quidditch-Platz. Natürlich musste ich während des Spiels bei meinem eigenen Haus bleiben, trotzdem schaute ich kurz zu den Griffindors rüber zu Remus und Sirius. Allerdings wagte ich diesmal nicht, zu winken, da mir nicht verborgen blieb, dass meine Klassenkameraden mich beobachteten. Gebannt sah ich dann zu, als die beiden Mannschaften auf den Platz kamen. Erstaunt sah ich die Spieler an. Die waren ja alle älter als James! Er musste tatsächlich ziemlich gut sein, dass er schon in der Mannschaft war. Als schließlich das Spiel begann, wurde mir manchmal ausgesprochen mulmig, während ich zusah, wie rücksichtslos die Spieler miteinander umgingen. Besonders die Slytherins wirkten ausgesprochen grob. Nein, das war bestimmt kein Sport, bei dem ich gerne teilnehmen würde. Dennoch sah ich wie gebannt zu, wie geschickt James Gegnern und Klatschern auswich. Das würde mir Spaß machen, so fliegen zu können! Ich freute mich schon sehr darauf, mit James zu üben.

Plötzlich gab es Aufregung. James hatte den Schnatz gesehen, der Sucher von Slytherin flog ihm nach. Es gab ein ziemliches Gerempel, weil der Sucher von Slytherin versuchte, James vom Besen zu stoßen. Schließlich hatte jedoch James den Schnatz gefangen. Die Griffindors jubelten, und ich jubelte mit. Dann merkte ich, dass die anderen Slytherins mich mit eisigen Blicken musterten. Na toll, jetzt hatte ich es doch tatsächlich mit meinem eigenen Haus verscherzt. Als schließlich alle gingen, schaute ich weder nach links noch nach rechts, um die feindlichen Blicken nicht zu begegnen.

Plötzlich wurde ich von hinten angerempelt. Ein dünner,blasser, ungepflegt wirkenderJunge mit dunklen Haaren, den ich nur vom Ansehen kannte, sah mich wütend an. „Macht dir wohl Spaß, dein eigenes Haus zu verraten?“ schrie er mich an. „Aber bei deinem Umgang ist das ja auch kein Wunder. Bist ja kaum besser als ein Schlammblut, du...“ „Lass sie in Ruhe, Schniefelus“, hörte ich im gleichen Moment die Stimme von Sirius. Der Junge warf Sirius einen finsteren Blick zu, ging aber fort, ohne noch etwas zu sagen. „Vor dem solltest du dich in Acht nehmen“, sagte Sirius leise zu mir. „Das ist Severus Snape, genannt Schniefelus, ein ganz fieser Typ. Ist auch bei uns in der Klasse. Kannte im ersten Schuljahr schon mehr Flüche als mancher Siebtklässler. Und er schwärmt geradezu von den dunklen Künsten. Und komischen Umgang hat er. Lauter Typen, deren Väter schon tief in den dunklen Künsten drin hängen, und er ist auf dem besten Weg, auch so einer zu werden. Pass bloß auf.“

Über eine Woche sprach von den anderen Mädchen in meinem Haus keine auch nur ein Wort mit mir. Dann kehrte allmählich wieder Normalität ein, und ich wurde von den anderen wieder um Hilfe bei den Hausaufgaben und Tips bei den praktischen Übungen gefragt. Besonders Louella schrieb häufig bei mir ab. Mehrmals übte ich mit James Fliegen, und häufig schloss sich Sirius uns an, da er auch gerne in die Quidditch-Mannschaft aufgenommen werden wollte. Ich konnte diesem Sport noch immer nicht viel abgewinnen, obwohl ich inzwischen ebenso geschickt fliegen konnte wie James, allerdings sah ich weiterhin bei den Spielen zu. Allerdings verhielt ich mich vorsichtiger, besonders da ich bemerkte, dass die anderen mich beobachteten. Oft sah ich, dass der Junge, der mich beschimpft hatte, mir böse Blicke zuwarf. Ich ließ mir nichts anmerken und ignorierte ihn einfach.

Die Zeit verging, und schließlich rückten die Prüfungen heran. Zu meiner Überraschung schnitt ich in allen Fächern gut ab, ganz besonders in den praktischen Prüfungen. In Verteidigung gegen die dunklen Künste, Zauberkunst und Zaubertränke erhielt ich ein „Ohnegleichen“, in Verwandlung und Kräuterkunde „Erwartungen übertroffen“. Lediglich in Geschichte der Zauberei erhielt ich ein „annehmbar“. „Wirklich gut“, meinte Remus. „Du hast auch eine ganze Menge gelernt.“ James, Remus und Sirius hatten ebenfalls gute Noten erhalten. Nur Peter sah ziemlich bedrückt aus. Er hatte in allen Fächern wesentlich schlechter abgeschnitten als seine Freunde.

In den letzten Tagen bis zu den Ferien hielten wir uns viel im Freien auf und nutzten das schöne Wetter aus. Dabei wurden Pläne für die Ferien gemacht. Sirius erklärte: „Ich werde wieder den größten Teil der Ferien bei James und seinen Eltern verbringen. Allerdings muss ich leider die ersten drei Wochen nach Hause. Meine Familie erwartet von mir, dass ich bei der Hochzeit meiner jüngsten Kusine Narzissa dabei bin. Sie hat ja ihre Schulzeit jetzt abgeschlossen, und jetzt wird sie diesen Lucius Malfoy heiraten. Ziemlich reiche, reinblütige Familie, genau das, was mein Onkel und meine Tante sich für Narzissa gewünscht haben. Ich kann den Typen nicht ausstehen. War voriges Jahr Schulsprecher hier. Total eingebildet auf seine Abstammung und das Geld seiner Familie. Als Schulsprecher hat er oft seine Macht ausgenutzt und die jüngeren Schüler schikaniert. Allerdings sind ihm bestimmte Schüler von Slytherin auch wie die Schoßhündchen nachgelaufen.

Meine älteste Kusine, Bellatrix, hat auch einen Mann geheiratet, den die Familie für sie ausgesucht hat. Rodolphus Lestrange. Er und sein Bruder Rabastan gelten als Anhänger von diesem Kerl, den sie der dunkle Lord nennen, du hast ja von ihm gehört. Und sie waren nicht die ersten aus dieser Familie. Schon ihr Vater gehörte zu diesem komischen Haufen , mit dem dieser Riddle sich schon in der Schulzeit umgab. Bellatrix ist inzwischen genauso besessen wie ihr Mann.

Ihre Schwester, Andromeda, ist ganz anders, und deshalb ist sie auch meine Lieblingskusine. Sie ist aus der Familie verstoßen worden, weil sie einen Muggelstämmigen geheiratet hat, Ted Tonks. Meine Mutter hat sie sogar als Blutsverräterin, wie sie es nennt, aus dem Familienstammbaum entfernt.“

„Das ist ja schlimm“, sagte ich. „Meine Familie ist so“, antwortete Sirius. „Deswegen bin ich auch lieber bei James. Ich freue mich schon auf den Tag, wenn ich erwachsen bin und nicht mehr zu Hause leben muss.“ „Das kann ich verstehen“, meinte ich.

„Freust du dich schon auf zu Hause, Chantal?“ fragte Remus. Ich hatte Post von meinem Vater erhalten, dass er während meiner Ferien nicht verreisen würde, so dass ich meine Ferien bei ihm verbringen würde. „Dann haben wir endlich Zeit, uns richtig kennen zu lernen“, hatte er geschrieben. „Ich muss zwar tagsüber arbeiten, aber die Abende gehören uns.“ Ich war schon richtig aufgeregt, zumal mein Vater bereits mit den Lupins verabredet hatte, dass Remus uns während der Ferien für ein paar Wochen besuchen würde.

„Super!“ rief Remus aus, als ich es ihm erzählte. „Bei Onkel Alastor bin ich gerne, ich habe ihn früher auch manchmal besucht. Er kann immer so spannend erzählen, und man kann so viel Spaß mit ihm haben.“ „Und was machst du, Peter?“ fragte James. „Ich fahre auch nach Hause“, antwortete er. Irgendwie wirkte er bedrückt. Ich wusste inzwischen, dass Peter mit seiner Mutter allein lebte. Sein Vater war schon lange tot.

Schließlich war der letzte Abend da. Wir trafen uns zum letzten Mal vor den Ferien in der Großen Halle. Sie war komplett grün geschmückt, denn Slytherin hatte den Hauspokal gewonnen. Griffindor hatte den zweiten Platz gemacht. Es herrschte am Slytherin-Tisch eine fröhliche Stimmung, während die Stimmung besonders am Griffindor-Tisch etwas gedämpfter war, obwohl Griffindor in diesem Schuljahr den Quidditch-Pokal geholt hatte.

Am nächsten Tag fuhren wir wieder mit dem Hogwarts-Express. Es herrschte eine recht ausgelassene Stimmung, denn obwohl wir während der Schulzeit viel Spaß hatten, freuten sich die meisten von uns auf die Ferien. Ich saß wieder mit James, Sirius, Peter und Remus in einem Abteil, obwohl Jennifer und Arabella mich gefragt hatten, ob ich nicht mit in ihr Abteil kommen wollte.

Wieder spielten wir Karten und unterhielten uns lebhaft über das vergangene Schuljahr. „Wie hat es dir denn in Hogwarts gefallen, Chantal?“ fragte mich James. „Hogwarts ist doch bestimmt ganz anders als die Schulen der Muggels.“ „Gar kein Vergleich“, antwortete ich. „So etwas wie eine Schule, in der Zaubern unterrichtet wird, hätte ich mir nie träumen lassen. Ich war in Frankreich auf einer ganz normalen Schule, in der Dinge wie Lesen, Schreiben, Rechnen und solche Sachen unterrichtet werden. Ich habe dort gerne gelernt. Aber Hogwarts ist viel schöner. Ich freue mich schon auf unser nächstes Schuljahr.“

„Wir auch“, erwiderte Sirius. „Wir haben zwar in den Ferien viel Spaß, aber in Hogwarts ist es viel schöner. Das Blöde ist ja, dass wir in den Ferien nicht zaubern dürfen. Und in Hogwarts gibt es so viel zu sehen und zu entdecken. Ich wette, dass du dort vieles noch gar nicht gesehen hast. Aber du wirst noch Dinge kennen lernen, von denen du dir nicht einmal vorstellen kannst, dass es sie gibt.“ Dabei tauschte er einen Blick mit James. „Bei mir zu Hause ist es langweilig“, erzählte Peter zu meinem Erstaunen. Sonst redete er die meiste Zeit kaum. „Meine Mutter muss viel arbeiten, um über die Runden zu kommen, und ich bin dann alleine zu Hause. Und Freunde habe ich während der Ferien auch keine.“


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