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Fanfiction

Die Tochter des Kriegers - Wieder in Hogwarts

von ChantalMoody

Zwei Tage später war es wieder soweit. Wir packten unsere Sachen, um wieder nach Hogwarts zu fahren. Und schließlich machten wir uns wieder auf den weg zu King´s Cross. Diesmal benutzten wir unsere Besen, wobei wir natürlich aufpassen mussten, nicht von Muggels gesehen zu werden. Wie immer war auf Gleis 9 ¾ wieder eine Menge los. Die Potters, Sirius und Remus´ Eltern warteten schon auf uns, und wir alle unterhielten uns lebhaft. Wie schon im Jahr vorher kam Peter erst im letzten Augenblick.

Wieder hatten wir ein Abteil für uns, und wir hatten uns viel über unsere Ferien zu erzählen. Aber auch für das kommende Schuljahr schmiedeten wir schon Pläne. „Ob ich dieses Jahr in die Quidditch-Mannschaft komme?“ meinte Sirius. „Das wäre toll“, antwortete James. „Wir haben ja während der Ferien fleißig geübt.“ „Welche neuen Fächer wollt ihr wählen?“ fragte Remus die anderen. „Ich wollte mich für Alte Runen und Pflege magischer Geschöpfe einschreiben.“ „Auf jeden Fall Pflege magischer Geschöpfe“, meinte James. „Es gibt ja so interessante Wesen rund um Hogwarts“, ergänzte Sirius. „Und was wählst du, Peter?“ „Ich weiß noch nicht“, antwortete Peter. „Werde wohl auch Pflege magischer Geschöpfe nehmen.“

„Dann solltest du aber aufhören, vor Angst zu zittern, wenn nur eine Spinne auf dich zukommt“, meinte Sirius. „Manche Geschöpfe, die in Pflege magischer Geschöpfe durchgenommen werden, sind richtig gefährlich.“ „Hör schon auf“, sagte ich. „Spinnen sind ja auch eklig. Und ich wette, es gibt auch Dinge, vor denen du Angst hast.“ „Ich? Angst?“ fragte Sirius. „Gib mal nicht so schaurig an, Sirius“, entgegnete Remus. „Als wir damals im Verbotenen Wald waren, wärest du am liebsten abgehauen, als da nur ein paar Zweige geknackt haben.“ Eine Eile kabbelten sie sich weiter. Peter versank wieder in Schweigen.

Schließlich meinte Remus: „Nun lasst uns lieber aufhören. Wir wollen doch das Schuljahr nicht mit Streitereien anfangen.“ „Was für einen Lehrer werden wir wohl diesmal in Verteidigung gegen die dunklen Künste bekommen?“ fragte ich. „Professor Peabody kommt ja nicht wieder, er hat eine andere Stelle angetreten.“ „Ja, wirklich schade, dass kein Lehrer lange bleibt“, meinte James. „Das wird nun schon der dritte Lehrer in Verteidigung gegen die dunklen Künste sein, den wir haben werden.“ „Meine Kusine Andromeda hat mir erzählt, sie hätte während ihrer ganzen Schulzeit noch nie in diesem Fach einen Lehrer länger als ein Jahr gehabt“, erzählte Sirius. „Es ging damals sogar ein Gerücht um, der Posten wäre verhext.“ Ich zog es vor, nichts dazu zu sagen.

Schließlich war die Fahrt zu Ende. Wir sahen zu, wie die Erstklässler von Hagrid zu den Booten geführt wurden. Ich sah erstaunt zu den pferdelosen Kutschen hin, mit denen die älteren Schüler nach Hogwarts fuhren. „Sie sind nicht wirklich pferdelos“, flüsterte mir Remus zu. „Sie werden von Thestralen gezogen. Das sind geflügelte Pferde, die aber nur für diejenigen sichtbar sind, die schon einmal einen Menschen sterben gesehen haben. Hagrid hat uns davon erzählt, er hat die Thestrale für Hogwarts gezüchtet und versorgt sie auch.“

„Schau dir das mal an!“ rief James dazwischen. Er zeigte nach vorne. Wir sahen Lily Evans und den Jungen, den James und Sirius immer „Schniefelus“ nannten, zusammen in die Kutsche vor uns steigen. „Die beiden hängen auch ständig miteinander ab. Möchte nur wissen, was sie an dem findet.“ „Und seht mal, wie er wieder aussieht“, lästerte Sirius. „Er hat es noch nicht einmal für nötig gehalten, sich die Haare zu waschen.“ „Ob er wieder ein paar schmutzige Tricks gelernt hat?“ fing James wieder an. „Er macht sich manchmal einen Riesenspaß daraus, andere zu verhexen, wenn sie ihm über den Weg laufen.“

Während der ganzen Fahrt gingen diesen Lästereien weiter. Wir anderen hielten den Mund dazu. Mir war dieser Junge zwar auch seit dem Vorfall am Quidditchplatz nicht besonders sympathisch, aber ich mochte Lästereien über andere generell nicht besonders gerne. Ich sah auch Remus an, dass ihm das Gerede seiner Freunde nicht besonders gefiel. Peter dagegen schien froh zu sein, dass diesmal nicht er die Zielscheibe der Spötteleien war.

Schließlich kamen wir an und gingen in die Große Halle zu unseren Tischen. Ich saß wie im Jahr davor zwischen Jennifer und Arabella. Gespannt verfolgten wir die Auswahl der neuen Schüler. Anschließend hielt ProfessorDumbledore wieder eine Rede und stellte uns unseren neuen Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste vor, Professor Polhorgan, einen noch recht jungen Zauberer. Danach begann wieder das Festessen, und anschließend begaben wir uns in unsere Schlafsäle.

Sehr schnell gewöhnte ich mich wieder an den Schulalltag. Nach wie vor liebte ich den Unterricht in Zauberkunst, Verwandlung und Zaubertränke. Allerdings konnte ich mich diesmal nicht besonders für den Unterricht in Verteidigung gegen die dunklen Künste erwärmen. Professor Polhorgan hielt uns in jeder Stunde nur lange Vorträge und gab uns jede Menge Aufsätze als Hausaufgaben auf. Praktische Übungen dagegen fanden keine statt. Wieviel interessanter war doch der Unterricht im vergangenen Schuljahr verlaufen!

Ansonsten verliefen die Tage wieder so, wie ich es vom vergangenen Schuljahr her schon kannte. Nach wie vor verbrachte ich viel Zeit in der Bibliothek, aber in meiner freien Zeit war ich am liebsten mit meinen Freunden zusammen, obwohl ich von den Mädchen meines eigenen Hauses nach wie vor ein bisschen schief angesehen wurde. Es wagte jedoch niemand mehr, deswegen etwas zu sagen, denn alle wussten, dass ich in diesen Dingen meinen eigenen Kopf hatte. Gerne spazierten wir zu fünft über das Schulgelände, und hin und wieder besuchten wir auch Hagrid in seiner Hütte. Sehr gerne hörte ich zu, wenn er über die verschiedenen Wesen erzählte, die er zu betreuen hatte, so wie die Thestrale, Einhörner und Hippogreife, denn ich liebte Tiere sehr.

Nach wie vor flog ich auch gerne mit James und Sirius. Tatsächlich war Sirius als Jäger in die Quidditch-Mannschaft von Griffindor aufgenommen worden. Ich selbst konnte mich nach wie vor nicht besonders für Quidditch erwärmen, obwohl ich regelmäßig bei den Spielen zusah. Meine Mitschüler aus meinem eigenen Haus verstanden nicht, dass ich in dieser Hinsicht gar kein Interesse hatte. Oft bekam ich zu hören: „Wenn ich so fliegen könnte wie du, würde ich mich sofort bewerben.“ Aber wenn ich sah, wie rücksichtslos die Spieler oft miteinander umgingen, wusste ich, dass dies nichts für mich war.
Nach wie vor schrieben mein Vater und ich uns regelmäßig. Er äußerte sich sehr besorgt darüber, dass wir in Verteidigung gegen die dunklen Künste überhaupt keine praktischen Übungen machten. „Ja, es ist schlimm, dass gerade in diesem Fach die Lehrer ständig wechseln“, schrieb er. „Du kennst ja jetzt die Gründe. Es ließ sich aber nicht vermeiden, dass Gerüchte aufkamen. Infolgedessen bewerben sich nicht gerade viele auf diesen Posten, und Professor Dumbledore muss halt nehmen wen er bekommen kann. Und oft genug gibt es Leute, die über die dunklen Künste nur theoretisches Wissen aus Büchern haben. Das heißt also, dass wir in deinen nächsten Ferien noch mehr üben müssen.“

Inzwischen näherte sich das erste Wochenende, an dem die Schüler ab der dritten Klasse nach Hogsmeade durften. Meine Freunde waren schon sehr aufgeregt und überboten sich damit, sich auszumalen, was sie sich alles ansehen wollten. Ich war ein wenig traurig darüber, dass ich in diesem Schuljahr noch nicht mit durfte. Wieder bekam ich mit, wie James und Sirius Blicke miteinander tauschten.

Der Samstag kam heran. Ich wollte gerade nach dem Frühstück ein wenig auf das Schulgelände gehen, als James und Sirius auf mich zukamen. Sie taten sehr geheimnisvoll. „Was macht ihr denn noch hier?“ fragte ich. „Ich dachte, ihr wäret schon auf dem Weg nach Hogsmeade?“ „Gleich“, antwortete James. „Jetzt kommst du zuerst einmal mit uns.“

Sie zogen mich in ein leerstehendes Klassenzimmer. James zog etwas aus seiner Tasche. „Was ist das denn?“ fragte ich. „Das ist ein Tarnumhang“, erklärte James. „Vor zwei Jahren habe ich ihn von meinem Vater bekommen. Leg ihn doch einmal um.“ Ich tat, was James mir sagte. Als ich dann an mir heruntersah, bemerkte ich zu meinem Erstaunen, dass ich mich selbst nicht mehr sehen konnte. „Das Teil ist sehr praktisch“, sagte James. „Wir sind damit schon oft hier in der Schule herumgeschlichen und haben uns hier und da ein bisschen umgesehen, wenn alle anderen im Bett waren. Und so schmuggeln wir dich jetzt an Filch vorbei. Du glaubst ja wohl nicht, dass wir dich hier alleine zurücklassen?“ „Wird das denn niemand merken?“ fragte ich, noch ein wenig zaghaft. „Ach was, Filch doch nicht!“ erwiderte Sirius. „Einmal sind wir an ihm vorbeigegangen, so nahe, dass wir ihn fast berührt hätten, und er hat nichts gemerkt. Du darfst nur kein Geräusch machen, bis Filch unsere Erlaubnisbriefe gesehen hat und wir draußen sind, dann ist alles in Ordnung.“
Ich war ganz aufgeregt, denn nun würde ich doch nach Hogsmeade kommen. Tatsächlich kamen wir ohne Probleme an Filch vorbei.

Nachdem wir eine Weile gegangen waren, meinte James: „Jetzt kannst du den Tarnumhang abnehmen, Chantal. In Hogsmeade werden heute so viele Schüler unterwegs sein, dass du garantiert nicht auffällst. Bestimmt willst du doch auch einkaufen gehen. Wir treffen Remus und Peter gleich beim Honigtopf.“ „Wissen die beiden, dass ich dabei bin?“ fragte ich. „Nein“, antwortete Sirius und grinste. „Remus ist so ein braver Junge, der hätte bestimmt nicht ohne weiteres mitgemacht. Aber was will er noch dran ändern, wenn wir dich einfach mitbringen?“ „Und Peter sagt sowieso nichts dazu“, ergänzte James.

Als wir nach Hogsmeade kamen, kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Bereits die Winkelgasse hatte ich faszinierend gefunden, aber Hogsmeade war tatsächlich einzigartig. Überall waren Zauberer und Hexen jeden Alters. Sie schlenderten durch die Straßen oder blieben in kleinen Gruppen stehen und schwatzten. Interessiert schaute ich mir die vielen Geschäfte an. „Komm schon, Chantal!“ rief James. „Da vorne ist der Honigtopf, dort wollten wir uns mit Remus und Peter treffen.“ „Wir schleichen uns von hinten an die beiden heran“, meinte Sirius. „Die werden gleich dumm gucken.“ Wir schlichen zu den beiden hin. James stieß Remus in die Seite. Er fuhr herum. Seine Augen wurden immer größer.
„Chantal!“ rief er aus. „Du weißt doch, dass Zweitklässler noch nicht nach Hogsmeade dürfen. Willst du dich unbedingt in Schwierigkeiten bringen? Wie bist du überhaupt an Filch vorbeigekommen?“ „Na, wie schon“, antwortete James an meiner Stelle. „Sirius und ich haben sie überredet, mitzukommen. Wir wollten deiner kleinen Kusine auch ein bisschen Unterhaltung bieten.“ Remus wirkte zwar etwas besorgt, meinte dann aber: „Na ja, zu ändern ist es jetzt sowieso nicht mehr. Jetzt zieht ihr sie sogar schon in eure Streiche mit rein.“ „Ich habe aber den Eindruck, sie lässt sich gerne mit reinziehen“, erwiderte Sirius und grinste. „Dann müssen wir jetzt aufpassen, dass wir keinem Lehrer über den Weg laufen“, meinte Remus. „Sonst bekommen wir alle Ärger.“

„Dann gehen wir am besten zuerst einmal in den Honigtopf.“ , sagte James. Wir betraten das Geschäft, und ich sah mich um. So viele verschiedene Süßigkeiten hatte ich noch nie auf einem Haufen gesehen. Es war sehr voll im Laden, vor allem viele Schüler kauften ein. James hatte recht, in diesem Gedränge würde ich garantiert nicht auffallen. Wir kauften so viel ein, dass wir die ganzen Sachen kaum zu tragen vermochten. Anschließend gingen wir in ein Geschäft mit dem Namen „Zonko´s“. Dort gab es Scherzartikel jeder Art, wie ich sie noch nie gesehen hatte. Unter viel Gekicher kauften James und Sirius ein. „Jetzt können wir es Filch heimzahlen“, meinte James unter Lachen. „Vorige Woche erst durften wir beide die Eingangshalle putzen, weil er uns beim Zaubern auf dem Flur erwischt hat. Da könnten wir doch jetzt mal wieder ein paar Stinkbomben in seinem Büro loslassen.“

Ich begann auch zu lachen, denn ich kannte Filchs Art und Weise, Strafarbeiten zu verteilen, aus eigener Erfahrung nur zu gut. Allerdings war mir Filch noch immer nicht dahinter gekommen, dass ich einfachere Putzzauber ohne Zauberstab beherrschte und mich daher weniger anstrengen musste als meine Mitschüler. Remus runzelte zwar die Stirn, sagte aber nichts dazu.

Wir gingen dann in die „Drei Besen“, ein Gasthaus, in dem sich viele Schüler aufhielten. Zum ersten Mal trank ich Butterbier, und ich meinte, noch nie etwas Köstlicheres getrunken zu haben. Als wir schließlich das Lokal verließen, erschrak ich, denn es kam uns niemand anderes entgegen als Severus. Er machte ein Gesicht, in dem sich der blanke Hass spiegelte, als er uns erblickte. „So ein Mist“, flüsterte Remus. „Hoffentlich geht er nicht petzen, er weiß doch ganz genau, dass du erst in der zweiten Klasse bist.“ „Lasst uns lieber zurück gehen“, sagte James. Er und Sirius waren ziemlich kleinlaut geworden. Wir gingen schnellstens zur Schule zurück.

Nach dem Abendessen wurde ich von Professor Slughorn angesprochen. Er sah sehr verärgert aus. „Miss Moody, kommen Sie bitte mit in mein Büro.“ Beklommen folgte ich ihm. Kaum Hatte Slughorn die Tür seines Büros hinter sich geschlossen, polterte er auch schon los: „Miss Moody, Ihnen hätte ich nicht zugetraut, dass Sie in dieser Weise die Regeln brechen würden. Sie sind heute in Hogsmeade gesehen worden. Dabei wissen Sie doch ganz genau, dass Zweitklässlern nicht erlaubt ist, das Schulgelände zu verlassen und dorthin zu gehen. Was haben sie sich eigentlich dabei gedacht?“

„Nichts“, antwortete ich. „Ich wollte einfach auch gerne dorthin.“ „Sie wissen, dass ich Sie für einen so schwerwiegenden Regelverstoß bestrafen muss“, schimpfte er weiter. „Wie sind Sie überhaupt an Mr. Filch vorbeigekommen? Er hat doch alle Schüler kontrolliert, die nach Hogsmeade gegangen sind.“ „Ich weiß auch nicht“, stammelte ich. „Irgendwie muss er mich wohl übersehen haben. Es waren so viele, die gingen.“ „Filch ist ein Idiot“, polterte Slughorn wieder. „Ich werde ihn mir deswegen noch persönlich zur Brust nehmen, damit so etwas nicht noch einmal passiert. Aber mit Ihnen bin ich noch lange nicht fertig. Ab morgen kommen Sie eine Woche lang nach dem Abendessen zu mir zum Nachsitzen. Und Ihrem Vater werde ich auch schreiben, dass Sie sich ohne Erlaubnis außerhalb des Schulgeländes herumtreiben. Schätze mal, von ihm werden Sie auch noch was zu hören bekommen.“ Ziemlich kleinlaut verließ ich Professor Slughorns Büro.

Am nächsten Tag war ich ziemlich niedergeschlagen. Nicht so sehr wegen des Nachsitzens, sondern deswegen, weil Professor Slughorn angekündigt hatte, meinem Vater von meinem Regelverstoß zu schreiben. Was würde Pa dazu sagen? Würde er mich für meinen Ungehorsam bestrafen?

Nach dem Mittagessen suchte ich Remus, weil ich unbedingt mit ihm reden musste. Ich fand ihn auf dem Schulgelände zusammen mit den anderen. „Was hast du denn?“ fragte Remus sofort, als er mich sah. „Severus hat mich bei Professor Slughorn verpetzt“, antwortete ich. „aber keine Sorge, ich habe nicht verraten, wer mir geholfen hat. Ich habe eine Woche nach dem Abendbrot Nachsitzen. Aber das ist noch nicht das Schlimmste. Er will meinem Vater schreiben. Bestimmt wird der sehr böse auf mich sein.“ „Was, dieser Schniefelus ist tatsächlich zu Slughorn petzen gegangen?“ schrie James. „Er ist wohl wild darauf, wieder Prügel zu kriegen.“ „Kann er gerne kriegen“, schimpfte Sirius.

„Hört schon auf!“ sagte ich. „Das macht es jetzt auch nicht besser. Remus, was meinst du, was wird Pa dazu sagen? Wird er sehr wütend auf mich werden?“ „Chantal, beruhige dich“, antwortete Remus und legte einen Arm um mich. „Begeistert wird er nicht sein, und du wirst dir einiges anhören müssen, das ist schon klar. Aber er wird sich auch wieder abregen. Wie ich von meinem Vater gehört habe, soll Onkel Alastor in seiner Schulzeit auch gerne mal was angestellt haben.“

Am Abend ging ich dann zu Professor Slughorn zum Nachsitzen. Er hatte sich als Strafarbeit für mich ausgedacht, dass ich den Lagerraum für die Zaubertrankzutaten aufräumen und alle Schränke und Regale saubermachen sollte. „Das ist schon lange nicht mehr gemacht worden“, erklärte er. „Sie werden also in dieser Woche reichlich Arbeit haben. Und ich warne Sie: Mich können Sie nicht täuschen wie diesen Trottel Filch. Bei mir werden Sie putzen, ohne zu zaubern, und wenn nicht, fangen Sie noch mal von vorne an.“ Ich stöhnte. Das fing ja gut an! Professor Slughorn hatte nicht übertrieben. Viele der Schränke und Regale waren ziemlich verstaubt. Widerwillig machte ich mich an die Arbeit.

Am nächsten Tag kam der Brief von meinem Vater, vor dem ich mich so fürchtete. „Chantal“, schrieb er. „Ich muss sagen, ich bin ein bisschen enttäuscht von dir. Nicht deshalb, weil du einige Schulregeln gebrochen hast. Ich kann dir nur sagen, ich war während meiner Schulzeit auch nicht gerade ein Musterschüler, und ich habe auch so einiges angestellt. Aber wie konntest du so dumm sein, dich dabei auch noch erwischen zu lassen? Wenn du unbedingt meinst, gegen Regeln verstoßen zu müssen, dann fang es demnächst geschickter an. Schließlich bist du schlau genug.“

Aufgrund dieser Worte meines Vaters war ich sehr geknickt. Ich hatte ihn also enttäuscht! Das war für mich schlimmer als die scheußliche Strafarbeit, die ich nach wie vor für Professor Slughorn erledigen musste. Remus versuchte, mich zu trösten. „So hat er das bestimmt nicht gemeint“, sagte er. „Aber du musst im Nachhinein zugeben, es war eine dumme Aktion gewesen. In den „Drei Besen“ verkehren viele Leute. Hier und da auch die Lehrer. Es war heller Wahnsinn, dort hineinzugehen. Du hättest zumindest den Tarnumhang wieder umlegen sollen, dann hätte Severus dich nicht gesehen. Aber es ist natürlich zu spät, jetzt darüber nachzugrübeln.“ „Ja, du hast schon recht“, seufzte ich.
In der nächsten Zeit ereignete sich nichts Besonderes. Ich brachte meine Strafarbeit bei Professor Slughorn irgendwie hinter mich. Die anderen Mädchen aus meinem Schlafsaal fragten des öfteren, wie ich es geschafft hätte, mich an Mr. Filch vorbeizuschleichen. Ich blieb immer bei der Geschichte, die ich auch Professor Slughorn erzählt hatte.

Unangenehm war, dass Mr. Filch in der nächsten Zeit schärfer als sonst darauf aufpasste, mich bei irgendwelchen kleinen Vergehen erwischen zu können, denn tatsächlich hatte Professor Slughorn ihn zusammengestaucht, weil er nicht besser aufgepasst hatte. So kam es also öfter dazu, dass ich von Mr. Filch zu Strafarbeiten verdonnert wurde, weil er behauptete, ich hätte auf den Fluren Schmutz hinterlassen oder zuviel Lärm gemacht, was wieder hier und da Strafarbeiten bedeutete. Außerdem fiel mir auf, dass Severus jedes Mal, wenn er mich zufällig irgendwo auf den Gängen oder draußen sah, mir Blicke von abgrundtiefem Hass nachsandte. Wie Remus mir erzählt hatte, war er von James und Sirius tatsächlich verprügelt worden. Ich hatte deswegen bereits mit den beiden gescholten und zu ihnen gesagt, ich könne mich durchaus selber wehren.

Mein Vater ging in seinen weiteren Briefen nicht weiter auf den Vorfall ein, ermahnte mich aber hier und da, mich nicht alleine herumzutreiben. Allerdings klangen diese Ermahnungen eher besorgt als ärgerlich. Überhaupt wirkten seine Briefe in der letzten Zeit häufig so, als wenn er sich über irgend etwas Sorgen machte, auch wenn er mir keinen Grund dafür nannte.

So verging die Zeit, und bald standen die Jahresabschlussprüfungen bevor. Wieder verbrachte ich viel Zeit über den Büchern, denn ich wollte mein Schuljahr mit guten Noten abschließen. „Bist du eine kleine Streberin geworden?“ zogen James und Sirius mich auf, als wir an einem Nachmittag in der Bibliothek zusammensaßen. „Dich findet man ja nur noch hier drinnen über den Büchern.“ „Lasst sie doch“, verteidigte mich Remus. „Nicht allen fliegt alles so zu wie euch beiden. Ihr braucht euch nicht weiter anzustrengen, während andere für gute Noten mehr arbeiten müssen.“ „Das musst du gerade sagen, als einer der Besten in der Klasse“, meinte James. „Während andere trotz allem Lernens auf keinen grünen Zweig kommen.“ Dabei warf er einen Blick auf Peter, der etwas abseits sah und unglücklich in ein Buch starrte.
„Warum helft ihr ihm denn nicht, wenn er nicht klarkommt?“ fragte ich. „Tun wir doch dauernd“, antwortete James. „Wenn wir es nicht immer wieder täten, wäre er schon lange durchgefallen.“ Dann wandten wir uns wieder unseren Büchern zu.

Endlich waren die Abschlussprüfungen überstanden. Ich selbst konnte mit meinen Noten zufrieden sein. Auch James, Sirius und Remus hatten gut abgeschnitten, während Peter wieder nur gerade so durchgekommen war. Leider brachte mir Jolanda eine Nachricht von meinem Vater, die mich zunächst etwas traurig stimmte. „Ich werde für einige Zeit verreisen müssen“, schrieb er mir. „Wir werden also nicht deine ganzen Ferien zusammen verbringen können. Du wirst also während der Zeit, die ich unterwegs sein werde, bei den Lupins bleiben müssen, ich habe mit ihnen schon alles abgesprochen. Soviel ich weiß, hast du ihnen ohnehin versprochen, sie einmal zu besuchen. Sie freuen sich schon auf dich. Sei nicht allzu traurig, ich werde so schnell wie möglich zurückkommen, damit wir wenigstens noch ein paar Wochen zusammensein können.“

Remus bemerkte meine Niedergeschlagenheit und versuchte gleich, mich aufzuheitern. „Wir werden uns schon eine schöne Zeit machen“, versprach er. „Ja, du hast ja recht“, seufzte ich. „Und ich mag ja deine Eltern. Und wir können zusammensein. Aber ich habe mich schon so darauf gefreut, nach Hause zu Pa zu fahren.“ „Na, zu ändern ist es nicht“, sagte Remus. „Aber wir werden schon das Beste draus machen.“ „Ja, ist schon okay“, antwortete ich. „Er hat mir ja schon früher gesagt, dass er öfter verreisen muss. Und dass ich auch damit rechnen müsste, dass ich während der Ferien auch hin und wieder bei euch sein würde.“

Dennoch lief ich ein paar Tage mit schlechter Laune herum und ließ mich erst allmählich wieder von der allgemeinen Vorfreude auf die Ferien anstecken. Tante Viola hatte mir inzwischen auch geschrieben, wie sehr sie sich darüber freuen würde, mich endlich näher kennen zu lernen. Es gab in der ganzen Schule das übliche Gerenne, weil alle ihre Sachen zusammensuchten. Und schließlich war es soweit, dass wir wieder im Hogwarts-Express saßen. Sirius würde die Ferien wieder bei James verbringen , und er schien froh darüber zu sein.

„Seitdem mein kleiner Bruder in Hogwarts ist, hat meine Mutter sowieso kaum noch Interesse an mir. Kein Wunder, er ist ja auch ein Slytherin geworden. Ganz so, wie es sich für einen aus der reinblütigen Familie Black gehört. Und er hängt auch nur mit denen ab“, erklärte er. Es klang ziemlich bitter. Regulus hatte in diesem Jahr die erste Klasse abgeschlossen. Während der ganzen Schulzeit hatten die Brüder kaum zehnmal miteinander geredet. Laut dem, was Sirius erzählte, lief Regulus ständig hinter einer Gruppe von Jungen her, die nicht gerade den besten Ruf hatten. Es war dieselbe Gruppe, mit der ich auch Severus schon öfter gesehen hatte.

„Mit so einer Familie hast du es nicht leicht“, erwiderte James. „Ich bin froh, dass meine Familie anders ist.“ Als ich das hörte, schämte ich mich. Wie hatte ich mich nur jemals so verhalten können, wie ich es in den letzten Tagen getan hatte? Schließlich hatte ich jetzt wieder eine Familie, die mich liebte und musste nicht zu Menschen, die, so nett sie auch sein mochten, doch genaugenommen Fremde waren. Wie viel schlechter ging es doch anderen! Remus bemerkte, dass ich sehr nachdenklich geworden war und fragte mich nach dem Grund. Ich erzählte ihm, was mir durch den Kopf gegangen war. „Mach dir keine Gedanken deswegen“, antwortete er. „Ich habe dich sehr gut verstanden.“

Wie es aussah, schien es Sirius jedoch wenig auszumachen, was seine Familie von ihm hielt. Er, James und Peter waren bereits wieder mit Kartenspielen beschäftigt. Remus und ich hatten beide keine besondere Lust, mitzuspielen, daher unterhielten wir uns während des Rests der Fahrt. Auch so verging dieZeit.


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