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Fanfiction

Die Tochter des Kriegers - Verrat im Zaubereiministerium

von ChantalMoody

Tante Viola erwartete uns schon auf dem Bahnsteig. Sie sagte: „Ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich mich freue, dich einmal bei uns zu haben. Für Remus ist es doch manchmal etwas einsam, ohne seine Freunde.“ „Ich freue mich ja auch, dass wir in den Ferien wieder zusammen sein können“, antwortete ich. „Wir hatten so viel Spaß zusammen.“ „Das ist schön“, meinte Tante Viola. Schließlich flogen wir zum Haus meiner Verwandten. „Malcolm wird erst am Abend nach Hause kommen“, erklärte meine Tante. „Wir sind also zunächst einmal unter uns.“

Wir mussten alles erzählen, was wir während der Schulzeit erlebt hatten. „Ich wünsche auch, ich könnte noch mal Schülerin in Hogwarts sein“, meinte Tante Viola. „Aber seitdem ist so viel geschehen...“ Sie unterbrach sich, und ich wusste, sie dachte an Remus´ Schicksal. „Aber genug davon. Wir müssen damit zurecht kommen, dass es auch hier in der Zaubererwelt Dinge gibt, die gemein und hässlich sind.“ „Ich weiß“, sagte ich. „Pa hat mir so einiges erzählt.“

„Das kann ich mir denken“, meinte Tante Viola. „Dein Vater hat schon viel Böses zu Gesicht bekommen. Auch seine jetzige Reise hat damit zu tun. Sicher hast du schon von, hm, Voldemort“, diesen Namen flüsterte sie „und seinen Anhängern, die sich Todesser nennen, gehört?“ „Ja, Pa hat mir die ganze Geschichte erzählt“, antwortete ich. „Aber warum flüsterst du seinen Namen?“

„Nur wenige wagen es, seinen Namen auszusprechen, weil es Unglück bringen soll“, sagte Tante Viola. „Wir nennen ihn nur noch ihn-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf oder den Unaussprechbaren. Dein Vater ist einer der wenigen, die seinen Namen laut aussprechen. Er hält absolut nichts von dieser Angst vor einem Namen. Jedenfalls, im Zusammenhang mit diesen Todessern gab es in der letzten Zeit wieder Zwischenfälle, dein Vater war sehr besorgt.“ „Was ist denn passiert?“ fragte ich. „Es hat Fälle gegeben, in denen völlig harmlose Zauberer und Hexen aus heiterem Himmel Verbrechen begangen haben“, erzählte Tante Viola. “ Und als man sie dann festgenommen hat, stellte sich heraus, dass sie diese Verbrechen nicht aus eigenem Antrieb begangen haben, sondern unter einem Fluch gestanden haben. Sie waren also für ihre Taten gar nicht verantwortlich.“

„So etwas ist möglich?“ fragte ich entsetzt. Auch Remus sah richtig geschockt aus. „Ja, leider ist das möglich“, antwortete Tante Viola. „Es gibt tatsächlich einen Fluch, der Menschen und andere Lebewesen vollkommen willenlos macht. Mehr weiß ich darüber auch nicht, denn so etwas wird natürlich in Hogwarts nicht gelehrt. Es hat sich herausgestellt, dass für alle diese Fälle ein Todesser namens Mulciber verantwortlich ist. Er ist auf diese Manipulation von Menschen spezialisiert, wie es heißt. Bisher konnte er nach seinen Untaten immer entkommen, aber es gab eine Meldung, dass er und noch ein anderer, Dolohow, in Albanien gesehen worden sind. Dein Vater ist mit einer Gruppe weiterer Auroren dorthin gereist, um diese Verbrecher endlich nach Askaban bringen zu können. Aber er wird dir sicher Näheres schreiben.“ Wir wandten uns anderen Gesprächsthemen zu, denn kurz darauf kam Onkel Malcolm nach Hause, und wir aßen zu Abend.

Am nächsten Tag , als wir gerade mit dem Frühstück fertig waren, kam tatsächlich die Eule meines Vaters mit einem Brief für mich an. „Liebe Chantal“, schrieb er. „Ich hoffe, dass du dich bei den Lupins wohl fühlst. Immerhin kannst du nun noch eine Weile mit Remus zusammen sein, ihr versteht euch ja so gut. Glaube mir, ich würde dich viel lieber während deiner Ferien bei mir haben. Aber diese Reise war unvermeidlich. Ich nehme an, Malcolm und Viola haben dir schon das Wesentliche erzählt. Nicht nur, dass die Gefolgsleute dieses Voldemort selbst viele Verbrechen begehen, sie haben nun auch noch einen Weg gefunden, völlig unschuldige Menschen für ihre Zwecke auszunutzen.

Du weißt noch nicht viel über Flüche, und es würde auch zu weit führen, wenn ich dir das jetzt alles schriftlich erklären würde. Aber nur soviel dazu, es gibt Flüche, die nicht umsonst unverzeihlich genannt werden, denn sie können zu den allerschlimmsten Zwecken missbraucht werden. Und genau dies tun diese Todesser fortwährend. Die Namen der wichtigsten Leute Voldemorts sind bekannt, das Problem ist, dass es uns bisher unmöglich war, sie zu fassen. Von irgendeiner Seite werden sie immer wieder gewarnt, sobald wir ihnen auf der Spur sind.

Ich habe dir ja einmal von meiner Befürchtung erzählt, dass Voldemort Spitzel ins Zaubereiministerium einschleusen könnte, um über jeden unserer Schritte informiert zu sein, und ich bin mir jetzt ziemlich sicher, dass genau das geschehen ist. Aber der Zaubereiminister will von einer solchen Möglichkeit einfach nichts hören, unter dem Prinzip, dass alles, was nicht sein darf, auch nicht ist. Auch jetzt sind sie uns wieder ständig einen Schritt voraus, denn von dort, wo sie gesehen wurden, sind sie bereits wieder verschwunden. Bisher haben wir nur einige der Menschen gefunden, die auf diese üble Weise von ihnen missbraucht worden sind, und die können uns auch nicht viel sagen, da ganz offensichtlich auch ihr Gedächtnis manipuliert worden ist. Im Moment verfolgen wir noch verschiedene Spuren, aber solange wir die Quelle nicht finden, die Voldemort und seine Leute mit Informationen versorgt, wird es wohl einmal mehr vergebliche Liebesmühe sein. Und solange das Ministerium uns weiter Steine in den Weg legt, werden wir den oder die Spione kaum fassen können. Es kann also noch eine Weile dauern, bis ich zurückkomme, aber auf jeden Fall werde ich alles daran setzen, dass wir noch einen Teil deiner Ferien zusammen verbringen können.“

Ich war entsetzt. Sollte es tatsächlich Spione im Zaubereiministerium geben? Und niemand machte sich die Mühe, sie zu finden, aus bloßer Ignoranz?

Ich sah zu Tante Viola hin, die ebenfalls einen Brief von meinem Vater erhalten hatte. Sie war kreideweiß. „ist es nun schon so weit gekommen?“ fragte sie verzweifelt. „Spione im Ministerium? Das ist ja noch viel schlimmer, als wir erwartet haben. Malcolm hat zwar schon öfter angedeutet, dass ihm im Ministerium einige Dinge seltsam vorkommen, aber wirklich darüber zu hören, das macht einem doch Angst.“

Onkel Malcolm arbeitete auch für das Zaubereiministerium, allerdings nicht als Auror, sondern in der Abteilung für magische Unfälle. Mir war am vergangenen Abend, als er von der Arbeit gekommen war, bereits aufgefallen, dass er irgendwie besorgt ausgesehen hatte. „Wir können nur abwarten, dass diese undichte Stelle bald gefunden wird“, erwiderte ich.

Am Abend, als Onkel Malcolm von der Arbeit nach Hause kam, zeigte Tante Viola ihm den Brief. „Malcolm, kann das denn sein?“ fragte sie. „Ich fürchte ja“, antwortete Onkel Malcolm. „Gerüchte dieser Art gibt es schon lange, obwohl bisher noch nicht offen darüber geredet wird. Aber mittlerweile misstraut jeder jedem, obwohl der Zaubereiminister alles versucht, um dieses Gerede im Keim zu ersticken.“

In den nächsten Tagen versuchten wir alles, nicht über die Dinge zu reden und zur Normalität zurückzukehren. Ich lernte von Tante Viola allerlei praktische kleine Haushaltszauber. Ansonsten vertrieben wir uns die Zeit mit Spielen und Lesen, und oft flogen wir auch aus. Aber die ganze Zeit über warteten wir auf weitere Nachrichten.

Endlich erhielt ich einen weiteren Brief von meinem Vater. Diesmal schrieb er: „Liebe Chantal, wieder haben sich meine Befürchtungen bestätigt und die Spitzel von Voldemort sind uns zuvorgekommen. Mulciber und Dolohow wurden ganz offensichtlich gewarnt und sind wieder untergetaucht. Lediglich einige kleine Handlanger konnten wir aufgreifen, die weder über Voldemorts Aufenthalt noch über den der Mitglieder seines inneren Kreises etwas wissen. Natürlich werden wir diese Leute nach Askaban bringen, aber unserem eigentlichen Ziel sind wir damit keinen Schritt näher gekommen. Neue Informationen haben wir auch nicht bekommen. Wir haben daher vom Zaubereiministerium die Anweisung bekommen, den Einsatz abzubrechen. In fünf Tagen werde ich also zurückkommen.“

Ich war wie vor den Kopf geschlagen. Also war wieder alles umsonst gewesen! So sehr ich mich auf das Wiedersehen mit meinem Vater freute, so sehr konnte ich ihm seine Enttäuschung, die er mit Sicherheit empfand, nachempfinden.

Ich zählte die Tage bis zu Pas Rückkehr. So gerne ich Remus und seine Eltern hatte, ich sehnte mich nach meinem Vater und danach, nach Hause zu kommen.

Als schließlich der Tag da war, für den mein Vater seine Ankunft angekündigt hatte, schaute ich immer wieder zum Fenster hinaus, obwohl ich versuchte, vor Remus und Tante Viola zu verbergen, wie ungeduldig ich war. Endlich sah ich ihn vor der Haustür apparieren. Er wirkte erschöpft, doch als er mich sah, strahlte er.

„Chantal, Kleines!“ rief er. „Freust wenigstens du dich, mich zu sehen?“ „Natürlich freue ich mich“, antwortete ich. „Aber was meinst du mit wenigstens?“ „Ich komme geradewegs aus dem Zaubereiministerium“, knurrte mein Vater. „Und da war man weniger erfreut. Ich habe nämlich dort gerade einen Aufstand gemacht, weil wir dermaßen schlechte Unterstützung erhalten haben. Obwohl es inzwischen auf der Hand liegt, dass es in unseren Reihen mindestens einen Verräter gibt, wurde sich nicht allzu viel Mühe gegeben, nach der undichten Stelle zu suchen. Ich fürchte, ich habe mich im Ministerium gerade sehr unbeliebt gemacht.“

„Hast du eigentlich überhaupt keine Angst, Unannehmlichkeiten zu kriegen?“ fragte Tante Viola erschrocken. „Ich? Angst? Vor dem Zaubereiminister etwa?“ rief mein Vater. „Das wäre noch das Allerletzte!“ Darauf sagte niemand von uns noch etwas.

Wir blieben noch zum Essen, danach flogen wir nach Hause. Kaum waren wir angekommen, da sah er mich an und sagte: „So, und jetzt erzähl mal: Wie hast du das angestellt?“ „Was angestellt? Wie meinst du das?“ Er lachte. „Erzähl mir doch einfach mal, wie du es fertig gebracht hast, an Filch vorbeizukommen und dich nach Hogsmeade zu schleichen. Filch ist zwar nicht gerade schlau, aber seine Augen hat er normalerweise überall.“

Ich antwortete: „Er hat mich jedenfalls nicht gesehen.“ Wieder lachte er. „Und ich kann mir denken, wieso nicht. Glaube mir, ich kenne mich mit Tarnumhängen aus, und ich weiß, dass James den Tarnumhang von seinem Vater bekommen hat, als er nach Hogwarts aufgenommen wurde.“ Ich konnte es kaum fassen. „Du wusstest alles?“ „Aber sicher“, antwortete er, noch immer lachend. „Das war leicht zu erraten. Ich muss bei meiner Arbeit auch hier und da einen Tarnumhang benutzen. Allerdings der von deinem Freund James hat etwas besonderes an sich, was ich mir nicht erklären kann. Die Tarnumhänge, die wir für unsere Arbeit verwenden, verlieren im Lauf der Jahre an Kraft. Der von James dagegen ist schon seit Generationen innerhalb der Familie weitergegeben worden, und er ist noch wie neu. Aber jetzt zu dir: Dicht vor der Nase von Filch, und das am helllichten Tag, das war genial. Daher begreife ich nicht, wie du dann so dumm sein konntest, dich danach offen in die ‚Drei Besen’ zu setzen, wo jeder dich sehen konnte. Allein für so viel Dummheit hast du die Strafarbeiten verdient. Aber ich finde es super von dir, dass du deine Freunde nicht verraten hast.“

Ich seufzte. „Dafür hat Filch mich jetzt auf dem Kieker. So viele Putzarbeiten habe ich noch nie machen müssen.“ „Dafür hast du dich doch noch nie anstrengen müssen“, antwortete mein Vater. „Ach, tut das gut, wieder zu Hause zu sein. Mal was anderes. In diesem Schuljahr ließ bei euch der praktische Unterricht in Verteidigung gegen die dunklen Künste ja sehr zu wünschen übrig. Wir werden also wieder täglich üben. Und jetzt möchte ich zuerst einmal sehen, ob du noch alles kannst, was du bisher gelernt hast.“

Und danach trainierten wir wieder, genau wie an den Abenden während meiner letzten Ferien. Mein Vater war im Großen und Ganzen zufrieden. „Verlernt hast du jedenfalls nichts. Allerdings bist du in deinen Reaktionen langsamer geworden, als ich es bei dir gewöhnt bin. Aber das wird schon wieder, wenn wir jetzt wieder täglich üben.“

Wir fanden schnell zu unserem Alltag zurück. Tagsüber musste mein Vater natürlich zu seiner Arbeit ins Zaubereiministerium. Manchmal wirkte er verärgert, wenn er danach heimkam, an anderen Tagen dagegen wirkte er besorgt.

„Was ist denn?“ fragte ich. „Gibt es wieder Ärger?“ Nicht mehr als sonst“, antwortete er. „Es ist nur so ärgerlich, dass wir einfach nicht weiterkommen. Jeder misstraut jedem, und trotzdem wird nicht ernsthaft versucht, herauszufinden, wer die ganzen Informationen weitergibt. Aber noch mehr mache ich mir Gedanken darüber, dass dieser Missbrauch von unverzeihlichen Flüchen derart überhand nimmt. Vor Voldemort und seinen Todessern gab es nur selten einen Fall, in dem unverzeihliche Flüche eine Rolle gespielt haben, aber diese Leute wenden sie vollkommen skrupellos an.“

„Was sind diese unverzeihlichen Flüche überhaupt?“ fragte ich. „Du hast sie auch in deinem Brief erwähnt.“ „Sie sind nicht grundlos unverzeihlich“, erwiderte mein Vater. „Wer auch nur einen dieser Flüche missbraucht, wird mit lebenslänglich Askaban bestraft. Aber es gibt normalerweise auch nicht allzu viele, die sie überhaupt anwenden können. In Hogwarts zum Beispiel werden sie nicht gelehrt. Hier und da werden sie zwar den Schülern ab der sechsten Klasse vorgeführt, damit sie sehen, wovor man sich in Acht nehmen muss, aber da es diesen ständigen Lehrerwechsel in Verteidigung gegen die dunklen Künste gibt, sind natürlich die Lehrkräfte recht unterschiedlich qualifiziert. Diese Flüche anzuwenden, wird natürlich in der Aurorenschule im Rahmen der Ausbildung gelehrt, da wir sie zu unserer Verteidigung und zur Verteidigung anderer hier und da anwenden müssen. Und wir verwenden sie nur, wenn es unumgänglich ist. Aber diese Todesser verwenden sie nicht zur Verteidigung, sondern dazu, um gezielt Menschen zu unterwerfen, zu foltern und zu töten. Dieser Voldemort hat sie irgendwie erlernt und seine Leute darin ausgebildet.“

„Das ist ja furchtbar!“ rief ich. „Von diesem Imperius-Fluch hast du mir ja in deinem Brief schon erzählt. Das klingt schlimm genug. Und es gibt tatsächlich auch Flüche, mit denen man foltern und töten kann?“ „Oh ja, die gibt es“, antwortete mein Vater, und sein Gesichtsausdruck ließ keinen Zweifel daran, dass er nicht scherzte. „Der Cruciatus-Fluch fügt demjenigen, der ihn abbekommt, den schlimmsten Schmerz zu, den man sich vorstellen kann. Jemand, der sehr lange und heftig damit gequält wird, kann davon wahnsinnig werden, und das hat es auch schon gegeben. Dieser Dolohow, den ich ja auch schon erwähnt habe, wendet ihn häufig an, um aus seinen Opfern Geheimnisse herauszupressen oder um sie zu irgend etwas zu zwingen. Aber der allerschlimmste Fluch ist der Avada Kedavra, der tödliche Fluch. Jemand, der von diesem Fluch getroffen wird, stirbt sofort, ohne dass man auch nur die Spur von irgendeiner Verletzung sieht. Es gibt keinen Gegenfluch dafür. Und es hat bereits mehrere Fälle gegeben, in denen Voldemort selbst oder seine Todesser mit diesem Fluch getötet haben. Ich habe dir ja damals geschrieben, dass Voldemort wahrscheinlich seinen Vater und seine Großeltern getötet hat. Sie wirkten völlig unverletzt, nur dass sie tot waren.“

„Das ist grauenvoll!“ rief ich. „Das ist es auch“, antwortete mein Vater. „Aber auch der Imperius-Fluch kann, wenn er missbraucht wird, Furchtbares anrichten. Das werde ich dir jetzt mal zeigen.“ Er richtete seinen Zauberstab auf unseren Kater, der friedlich in seinem Korb lag und döste. „Imperio!“ rief er. Ich beobachtete, wie der Kater sich aus seinem Korb erhob, sich aufrichtete und auf den Hinterpfoten zu tanzen begann.

„Siehst du, so würde sich keine Katze normalerweise verhalten“, sagte mein Vater. „Aber unter dem Imperius-Fluch stehende Lebewesen, ob Tiere oder Menschen, tun alles, was ihnen befohlen wird, sie können gar nicht anders.“ „Wirklich alles?“ fragte ich. „Ja, alles“, antwortete er. „Brave biedere Leute begehen unter dem Imperius-Fluch die schrecklichsten Verbrechen. Stell dir ihr Entsetzen vor, wenn sie nicht mehr unter dem Fluch standen und erfahren haben, was sie unter dem Fluch getan haben. Manche waren noch halbe Kinder. Es gab einen Fall, da hat ein Junge von gerade mal 15 Jahren unter dem Imperius-Fluch seine Eltern umgebracht. Diese Leute hatten sich gegen Voldemort und seine Todesser gestellt, und das war die Rache dafür.“

„Oh, nein!“ rief ich. „Und dagegen gibt es keinen Gegenzauber?“ „Einen Gegenzauber im engeren Sinn nicht“, erwiderte er. „Aber man kann gegen den Imperius-Fluch ankämpfen und ihn brechen. Aber das ist sehr schwer.“
„Und wie geht das?“ fragte ich. „Die Fähigkeit, diesen Fluch zu brechen, kann antrainiert werden“, erklärte mein Vater. „Aber nur wenige schaffen das. Es gehört eine enorme Willenskraft dazu, die nicht jeder besitzt.“ „Aber wie funktioniert dieses Training?“ fragte ich neugierig. „Es klingt einfach, wenn ich dir das erkläre“, antwortete mein Vater. „Derjenige, der diese Fähigkeit trainieren will, wird unter den Imperius-Fluch gesetzt und erhält Befehle, und dagegen muss er sich widersetzen. Auf diese Weise kann der Fluch gebrochen werden. Aber glaube mir, das ist nicht so einfach, wie es sich anhört.“

„Ich möchte es gerne lernen“, sagte ich sehr entschlossen. “Mich soll niemand zu seiner Marionette machen, dass ich dann dir oder anderen Schaden zufüge. Kannst du es mir beibringen?“ „Stell dir das nicht zu leicht vor“, antwortete mein Vater. „Normalerweise wird das frühestens den Sechstklässlern beigebracht, wenn überhaupt. Ich habe zwar schon Auszubildende an der Aurorenschule trainiert, aber das sind Erwachsene. Mit deinen dreizehn Jahren bist du reichlich jung , um dich an so etwas Schwerem zu versuchen. Willensstark bist du ja. Wir können es versuchen, aber ob das funktionieren wird, kann ich dir nicht sagen. Und dir ist ja klar, dass das unter uns bleiben muss. Dass wir in den Ferien zaubern, ist schon reichlich verboten, und dies ist noch um einiges verbotener. Aber schwatzhaft bist du ja nicht.“ „Ist das irgendwie gefährlich?“ fragte ich.

„Das eigentlich nicht“, sagte mein Vater. „Ein paar blaue Flecken kannst du dir dabei schon holen, aber ich werde dich natürlich nichts machen lassen, wobei du dich ernsthaft verletzen könntest. Bist du bereit?“ „Ja“, antwortete ich. „Zuerst musst lernen, wie es sich anfühlt, unter dem Imperius-Fluch zu stehen“, erklärte mein Vater. „Schließlich musst du ja wissen, wogegen du ankämpfen musst.“ Er richtete seinen Zauberstab auf mich und murmelte: „Imperio!“

Im gleichen Moment fühlte ich mich sehr eigenartig. Es war ein Gefühl von Leere im Kopf, das jedoch nicht unangenehm war. Gleichzeitig hörte ich die Stimme meines Vaters, wusste jedoch dabei, dass ich sie nicht mit meinen Ohren, sondern in meinem Kopf hörte: „Kriech unter den Tisch!“ Ich wollte schon aufstehen, um diese Aufforderung zu befolgen, da kam mir der Gedanke: Warum eigentlich? Und ich blieb sitzen. Wieder kam der Befehl, unter den Tisch zu kriechen, und ich versuchte, noch einmal, zu widerstehen, aber diesmal funktionierte es nicht, und ich fand mich unter dem Tisch wieder. Einen Augenblick später hörte das leere Gefühl in meinem Kopf auf, und ich sah, dass mein Vater mich erstaunt ansah.

„Das hätte ich nicht für möglich gehalten“, sagte er. „Beim ersten Versuch hast du schon angefangen, dich zu wehren. Das hätte ich bei jemandem, der so jung ist wie du, niemals für möglich gehalten. Und jetzt bin ich mir sicher, dass du es lernen kannst, den Fluch völlig zu brechen. Also, noch ein Versuch: Imperio!“ Insgesamt sieben Mal musste ich es versuchen, bis ich es schaffte, den Fluch vollständig abzuwehren. Hinterher fühlte ich mich wie zerschlagen von der ganzen Rangelei mit mir selbst, aber ich war mehr als stolz auf mich, dass ich es geschafft hatte. „Dich wird so leicht niemand schlagen können“, sagte mein Vater, und er sah sehr zufrieden aus.

In der nächsten Zeit erfuhr ich, dass es auch unter Zauberern ein gewisses gesellschaftliches Leben gibt. Wir machten Besuche und empfingen auch welche. So waren wir einmal bei den Longbottoms eingeladen. Ich hatte Mrs. Longbottom und ihren Sohn Frank bereits ein paar Mal am Bahnsteig vom Hogwarts-Express gesehen. Dabei war sie mir bereits durch ihre unmögliche Kleidung und durch die Art und Weise, wie sie ihren Sohn Frank ständig herunterputzte, aufgefallen. „Mit ihrem Mann springt sie genauso um“, erklärte mein Vater mir. „Er steht vollkommen unter dem Pantoffel.“

Ein anderes Mal hatten wir ein jüngeres Paar, die Weasleys, zu Besuch. Mr. Weasley hatte das röteste Haar, das ich je gesehen hatte. Mrs. Weasley war klein und mollig, und sie redete an einem Stück. Sie hatte dabei alle Hände voll damit zu tun, zwei ganz kleine Jungen, die das rote Haar ihres Vaters hatten, zu bändigen. Ein wenig traurig war ich doch, als ich die beiden Kleinen sah. Sie erinnerten mich ein wenig an meine Halbbrüder. Sie waren auch so niedlich gewesen, als sie klein waren. Ob sie mich schon vergessen hatten?

Sehr lange Zeit blieb mir jedoch nicht, um traurigen Gedanken nachzuhängen, denn Mr. Weasley belegte mich mit allerlei Fragen voll mit Beschlag. Es zeigte sich, dass er auch im Zaubereiministerium arbeitete, und zwar in der Abteilung gegen Missbrauch von Muggelartefakten. Er war ausgesprochen an Muggeln und ihrer Lebensweise interessiert und wollte so viel wie möglich über mein früheres Leben in der Muggelwelt hören. Ich beantwortete alle seine Fragen, so gut ich es konnte. Diese Familie war mir von vorne herein sehr sympathisch.

Was mir jedoch jedes Mal auffiel, wenn wir Besuche machten oder welche bekamen, war, dass die Erwachsenen in Gegenwart von Kindern immer wieder miteinander anfingen zu flüstern und dabei besorgte Gesichter machten. „Sie haben Angst wegen all dieser bösen Dinge, die in der letzten Zeit vor sich gehen“, erklärte mein Vater mir später. „Und sie meinen, das ist nichts für die Ohren von Kindern. Ich halte das für Unsinn. Aber was will man machen?“

Schließlich neigten sich auch diese Ferien wieder dem Ende zu. Wir hatten bereits für das neue Schuljahr eingekauft, und ich war dabei, meine Sachen zu packen. Während ich dabei war, meine Schulbücher einzupacken, kam mein Vater in mein Zimmer. „Ich habe noch was für dich“, sagte er. „Nach Hogsmeade brauchst du nicht mehr heimlich zu schleichen. Ich habe deine Erlaubnis unterschrieben. Aber ich wette, du und deine Freunde schleicht auch sonst gerne herum. In Hogwarts gibt es so vieles zu erkunden, und ich selbst habe mich in meiner Schulzeit auch gerne überall umgesehen. Vielleicht kannst du das hier ja gebrauchen.“ Zu meiner Überraschung gab er mir einen Tarnumhang. „Ist zwar nicht so ein Superteil wie der von deinem Freund James“, meinte er. „sondern einer von der Art, wie ich sie für meine Arbeit benutze. Aber du wirst bestimmt Verwendung dafür haben. Versprich mir nur eines. Schleich nicht alleine herum, sondern mit den anderen. Und pass auf dich auf. Du weißt es ja: Immer wachsam!“


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