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Fanfiction

Die Tochter des Kriegers - Erinnerungen

von ChantalMoody

Schließlich näherte sich der Tag, an dem die Hauslehrer mit den ZAG-Schülern die Berufsberatung durchführen sollten. Bereits Tage vorher waren allerlei Broschüren und Faltblätter verteilt worden, in denen die verschiedensten magischen Berufe vorgestellt wurden, und überall wurde über diese Berufe diskutiert. Ich selber sah mir auch einige dieser Broschüren an, aber nur, um mehr darüber zu erfahren, welche Berufe es überhaupt noch gab, denn ich wollte nach wie vor auf die Aurorenschule. Dennoch hörte ich mir hier und da die Diskussionen meiner Mitschülerinnen über ihre Zukunft an.


Über die Einstellung von manchen der Mädchen konnte ich mich nur wundern. Evalina zum Beispiel meinte: „Wozu der lange Aufwand noch mit einer Ausbildung. Die meisten Mädchen heiraten doch sowieso.“ „Damit würde ich mich nie zufrieden geben, nur für Haushalt und Kinder zuständig zu sein“, entgegnete ich. „Du willst wirklich diese lange Auroren-Ausbildung durchziehen?“ meinte Jennifer. „Und dann brichst du mitten drin alles ab, weil du heiratest.“ „Das würde ich nie tun“, meinte ich. „Niemals. Sicher, ich werde ganz bestimmt irgendwann heiraten, und ich wünsche mir auch Kinder, aber ich würde niemals völlig von einem Mann abhängig sein wollen.“ ‚Nicht so, wie meine Mutter’, fügte ich in Gedanken noch hinzu.


Ich dachte zurück an meine ersten Lebensjahre in Les Saintes-Maries-de-la-Mer, dem Dorf ganz im Süden Frankreichs, in dem ich aufgewachsen war. Dort kannte jeder jeden, und dementsprechend blühte dort auch der Klatsch. Meine Großeltern lebten dort in einfachen Verhältnissen, und sie waren sehr fromm. Da meine Großeltern nicht viel Geld hatten, musste meine Mutter, nachdem sie die Schule beendet hatte, arbeiten gehen, und sie fand schließlich Arbeit als Kellnerin im Dorfgasthof, wo sie dann auch wohnte. Maman war jung und lebenslustig, und das Leben in dem Dorf sowie ihre Arbeit waren ihr zu langweilig. Sie suchte nach einem Weg, dem zu entfliehen.


Schließlich glaubte sie, einen Weg gefunden zu haben. Unser Dorf war bei Touristen sehr beliebt, und meine Mutter hoffte, dass einer von ihnen sie mitnehmen würde, in eine größere Stadt, wo sie ein interessanteres Leben kennen lernen würde, und ließ sich mit einigen von ihnen ein. In kurzer Zeit war ihr Ruf vollkommen ruiniert, und auch ihre Eltern wollten von ihr nichts mehr wissen, denn mittlerweile galt sie als die Dorfschlampe. In diesem Zeitraum war sie auch Papa begegnet.


Als Maman schließlich feststellte, dass sie schwanger war, blieb ihr nichts anderes übrig, als ihre Eltern anzuflehen, sie wieder aufzunehmen, denn mit einem Kind konnte sie in dem Zimmer im Gasthof nicht wohnen bleiben, und außerdem brauchte sie jemanden, der auf ihr Kind aufpasste, damit sie ihren Lebensunterhalt verdienen konnte. Ihre Eltern nahmen sie zwar wieder auf, weil sie es als fromme Menschen für ihre Christenpflicht ansahen, aber sie ließen sie spüren, dass sie für ihre Eltern eine Schande war. Und auch ich bekam frühzeitig zu spüren, dass sie mich nur aus Pflichtbewusstsein versorgten.


Der Dorfklatsch tat ein Übriges. Immer wieder bekam ich von anderen Kindern und auch von Erwachsenen zu hören: „Du hast ja keinen Papa.“ Nur wenige Kinder spielten mit mir. Und meine Mutter wurde von den Dorfbewohnern geschnitten. Sie arbeitete wieder im Gasthof, denn bei der Arbeit war sie fleißig, das konnte man nicht anders sagen.


Als ich fünf Jahre alt war, heiratete meine Mutter schließlich Etienne Leclerc, einen älteren Mann, den sie bei ihrer Arbeit näher kennen gelernt hatte. Er hatte in unserem Dorf auch nicht den allerbesten Ruf, da er als jähzornig bekannt war. Wir konnten also endlich aus dem Haus meiner Großeltern ausziehen. Aber zu bald bekam ich zu spüren, dass wir vom Regen in die Traufe gekommen waren. Sehr bald zeigte sich, dass es meinem Stiefvater nur darauf angekommen war, von vorne bis hinten von meiner Mutter bedient zu werden. Und schon nach kurzer Zeit machte er kein Hehl mehr daraus, dass ich ihm lästig war. Er wollte eigene Kinder, und meine Mutter wurde auch bald nach der Heirat schwanger.


Inzwischen besuchte ich die Schule, und dort ging ich sehr gerne hin. Zwar hatte ich auch dort wenige Freunde, aber mir machte das Lernen Spaß. Ich lernte sehr leicht, und besonders am Lesen hatte ich viel Freude. Wenn ich las, konnte ich immer schnell die unerfreuliche Situation zu Hause vergessen, denn meine Mutter und mein Stiefvater stritten viel. Dies änderte sich auch nicht, als Pierre, mein kleiner Halbbruder, geboren war. Im Gegenteil, es wurde sogar schlimmer, da Maman sich um das Baby kümmern musste und dadurch manchmal Arbeit im Haushalt liegen blieb. „Was muss diese Göre ständig lesen? Sie soll lieber im Haushalt helfen, wenn ich sie schon mit durchfüttern muss!“ So musste ich dann nach der Schule bei allen möglichen Hausarbeiten helfen. Wenn ich nach der Ansicht meines Stiefvaters etwas nicht richtig gemacht hatte, beschimpfte er mich als tollpatschig, und oft genug schlug er mich dann. Und es schien ihn noch mehr zu reizen, dass ich vor seinen Augen niemals weinte. Dies war auch meiner Mutter unheimlich.


Ein Jahr später wurde Frederic, mein zweiter Halbbruder, geboren, und ich hatte zu Hause nur noch Pflichten. Ich musste Geschirr spülen, Putzarbeiten machen und im Garten helfen. Und hier zeigten sich weitere Eigenarten bei mir: Immer häufiger beobachtete ich, dass Schmutziges wieder sauber wurde, wen ich es nur anfasste. Als meine Mutter dies zum ersten Mal beobachtete, schrie sie mich an: „Was tust du da?“ Ich konnte nur antworten: „Ich weiß nicht, Maman. Es passiert einfach.“ Nach solchen Vorfällen sprach meine Mutter stundenlang kein Wort mehr mit mir, und es sah sogar so aus, als wenn sie Angst vor mir hätte.


Dies war aber nicht das Einzige, was ich an mir selber Ungewöhnliches beobachtete. Ich hatte inzwischen bemerkt, dass ich in der Lage war, Gegenstände zum Schweben zu bringen, wenn ich mich nur darauf konzentrierte. Und leider machte ich dann den Fehler, dies vor zwei Spielkameradinnen zu zeigen, die dann nicht nur schreiend fortliefen, sondern auch den anderen Kindern davon zu erzählen. Danach mochte kein Kind mit mir spielen, und ich bemerkte auf dem Schulhof immer öfter, dass die anderen Kinder über mich tuschelten und mit Fingern auf mich zeigten.


Auch zu Hause häuften sich die seltsamen Vorfälle, je älter ich wurde. Ich musste noch immer sehr viel im Haushalt helfen, und oft bekam ich die Aufgabe, auf meine kleinen Halbbrüder aufzupassen. Aber oft genug konnte ich trotzdem nicht verhindern, dass sie etwas anstellten. Und bestraft wurde dafür dann jedes Mal ich, und nicht die Kleinen. Und seltsamerweise passierte es immer häufiger, dass, wenn ich wieder einmal unverdiente Schläge bekam, plötzlich irgendwo im Raum ein Glas zersprang oder Gegenstände durchs Zimmer flogen. Dies machte meinen Stiefvater noch wütender, während meine Mutter hysterisch herumschrie.


Zu einem besonders heftigen Vorfall kam es, als ich zehn Jahre alt war. Wieder einmal hatte ich die Aufgabe gehabt, auf meine Halbbrüder aufzupassen, und es nicht verhindern gekonnt, dass der kleine Frederic eine Vase vom Tisch gerissen hatte, die daraufhin zerbrochen war. Als mein Stiefvater davon erfuhr, kam er wieder mit erhobener Hand auf mich zu, und ich wusste, er wollte mich wieder schlagen. Plötzlich jedoch quer durch das Wohnzimmer, wobei er noch einen Stuhl mitriss. Diesmal bekam er es dermaßen mit der Angst, dass er türenschlagend aus dem Wohnzimmer lief. Seitdem hatte er es nicht mehr gewagt, mich zu schlagen. Dies hieß jedoch nicht, dass er mich in Ruhe ließ, denn er bestrafte mich von da an anders. Und außerdem schlug er inzwischen meine Mutter.


Als Maman einmal mit meinen Halbbrüdern und mir die Großeltern besuchte, klagte sie ihnen ihr Leid und erklärte auch, dass sie sich gerne von ihren Mann trennen würde. Sie hielte die Art und Weise, wie er sie behandelte, nicht mehr aus. Da rastete meine Großmutter völlig aus. Sie schrie meine Mutter an: „Bist du denn von allen guten Geistern verlassen, Martine? Anstatt froh zu sein, dass du mit deinem Bastard überhaupt noch einen Mann gefunden hast, willst du jetzt bei den kleinsten Schwierigkeiten abhauen. Wo willst du denn hin, mit drei Kindern? Du glaubst doch wohl nicht, dass wir dich wieder bei uns aufnehmen? Und noch dazu mit der da? Schlimm genug, dass sie ein Bastard ist, es gehen jetzt auch noch Gerüchte um, sie wäre besessen!“ Und damit bekreuzigte sie sich.


Maman blieb also bei meinem Stiefvater, weil sie wohl keine Möglichkeit sah, alleine für drei Kinder zu sorgen. Und häufig gab sie mir das Gefühl, dass ich an ihrer Lage schuld wäre. Und dies blieb auch so bis zu dem Tag, als Papa mich holen kam.


Ich schüttelte die Gedanken an die Vergangenheit ab. Nein, mir würde das niemals passieren, dass ich bei einem Mann bleiben würde, nur um versorgt zu sein! Klar, ich wusste dass die allerwenigsten Männer so brutal waren wie mein Stiefvater. Und ganz bestimmt nicht Fabian. Aber ich würde mich niemals wohlfühlen, wenn ich nicht in der Lage wäre, auch für mich selber sorgen zu können. Und daher hatte ich einfach kein Verständnis für Mädchen mit der Einstellung wie Evalina und Jennifer.


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