
von ChantalMoody
Meadow benimmt sich unmöglich
Kapitel 17 - Meadow benimmt sich unmöglich
Am nächsten Tag lag für Meadow ein Zettel von Djaffar Massoud im Gemeinschaftsraum:
Das mit dem Zauberstab ist Teil Ihrer Strafe, Miss Malfoy! Und was Ihr werter Vater dazu sagt, interessiert den großen Djaffar nicht. So kommen Sie nicht in Versuchung, gleich nochmals einen unverzeihlichen Fluch auszuprobieren.
Heute Abend um 19:00 sind sie wieder bei mir! -Pünktlich!!
Sie brauchen keine Angst vor mir zu haben, wenn Sie artig sind, und genau das wollen wir hier trainieren, Kindchen: Sie waren letzte Nacht wieder aufsässig Ihrem Professor gegenüber. Die Putzerei hat hier erst ein Ende für Sie, wenn Sie sich anständig benehmen. Und vielleicht gibt Ihnen der große Djaffar heute Abend Ihren Zauberstab wieder… das kommt ganz auf Ihr Benehmen an.
Als Professor Snape in den Gemeinschaftsraum kam, gab er Massoud im Stillen recht. ,,Ja, unsere Miss Malfoy muss Gehorsamkeit lernen. Das ist wichtig." Er setzte sich still in die Ecke und las ein Buch, nachdem er Fabienne begrüßt hatte, die an einem Tisch saß und an den restlichen Aufsätzen schrieb. Sie sah, nachdem sie ein wenig geschlafen hatte, wieder viel frischer aus.
Meadow las den Zettel, als sie in den Gemeinschaftsraum kam. Sofort wurde sie wieder aufmüpfig. „Guten Morgen Sir! Sie können sich sicher sein, dass ich meinen Zauberstab nicht mehr aus der Hand gebe.“ Professor Snape sah von seinem Buch auf. Er antwortete: ,,Guten Morgen, Miss Malfoy. Sie werden trotzdem heute pünktlich zum Nachsitzen bei Djaffar erscheinen, sonst lasse ich Sie einbuchten." Dann verfasste er eine Notiz für Djaffar:
,,Werter Freund,
Miss Malfoy hat ihren Zauberstab nun wieder. Dieser Schritt war nötig, weil wir gestern Nacht einen Schildzauber übten. Wenn sie versuchen sollte, Sie anzugreifen, haben Sie von mir die Erlaubnis, alles zu tun, was Sie wollen und für nötig erachten.
Ich versichere Ihnen, dass sie von nun an keine Schwierigkeiten mehr machen wird, da ich sie einbuchten lasse, wenn sie irgendwelche Probleme macht.
Nehmen Sie Miss Malfoy bitte zu Beginn der Strafe ihren Zauberstab ab. Wenn sie ihn nicht freiwillig rausrückt, dürfen Sie sie zwingen und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen, um ihren Zauberstab zu kriegen. Wenn sie sich querstellt, behalten Sie den Zauberstab einfach einen Tag. Das sollte ihr eine Lehre sein. Danke, werter Freund.
Hochachtungsvoll Severus Snape
Dann begrüßte er die eintretende Jessika: ,,Guten Morgen, Miss Jessika." - „Guten Morgen, Professor Snape“, grüßte Jessika zurück. „.Huhuu allerseits! Puhh... ich muss heute Abend zu meinem letzten Strafdienst bei Filch.“ Sie setzte sich hin und schrieb an ihren Aufsätzen weiter.
Meadow motzte weiter: „Aber nur mit Zauberstab, Sir!“ Professor Snape erklärte: ,,Wenn Djaffar es für nötig erachtet ihn Ihnen abzunehmen, kann ich nichts dagegen tun. Sonst könnten Sie beim Putzen ja schummeln. Außerdem habe ich Djaffar die volle Befugnis gegeben, während des Nachsitzens Disziplin zu verlangen und durchzusetzen." Damit gab sich Meadow nicht zufrieden. „Ich putze lieber mit Zauberstab und nicht mit meinen eigenen Händen, Sir.“ Professor Snape hatte auf eine neue Diskussion keine Lust: ,,Dann wäre es ja keine Strafe mehr. Außerdem ist das mir und Djaffar egal. Er nimmt Ihnen den Zauberstab ab. Sie haben Strafe verdient. Früher wäre ich ganz anders mit Schülern verfahren, wenn sie mir einen Unverzeihlichen angehängt hätten. Außerdem seien Sie froh, dass ich Sie nicht rausgeschmissen habe. Denken Sie mal darüber nach, was Ihr werter Vater sagen würde, wenn Sie nicht mal fertig ausgebildet sind."
Meadow wurde schon viel kleinlauter. „Ich glaube, er würde mich in unseren Kerker sperren.“ Darauf sagte Professor Snape: ,,Ja, also, Miss Malfoy. Dann seien Sie brav und gehorchen. Dann tut Ihnen auch niemand was." Dann verließ er den Gemeinschaftsraum mit den Worten: ,,Einen angenehmen Tag Ihnen allen. Bis heute Abend. Miss Malfoy, wenn ich Sie wäre, würde ich auf Djaffar und mich hören." Meadow grummelte vor sich hin: „Wenn es unbedingt sein muss, aber nur mit großem Widerwillen.“
Fabienne blickte von ihrem halb geschriebenen Aufsatz hoch. „An deiner Stelle würde ich lieber vorsichtig sein, Meadow. Askaban ist kein Zuckerschlecken, und ein Schulverweis ist auch nicht gerade das Angenehmste. Ich mache auch gerne Unfug, aber ich weiß, wie weit ich gehen kann.“ Meadow entgegnete: „Ja, Fabienne, ich weiß es, aber ich will nicht diese Käfige putzen.“ Fabienne, erstaunt über so viel Aufmüpfigkeit, fragte Meadow: „Also sind dir die Dementoren lieber? Das würde ich mir zweimal überlegen. Die Geschichten, die ich von Opa über Askaban und die Dementoren gehört habe...“ Meadow räumte ein: „Nein, Fabienne, gewiss nicht. Aber es ist eine Schande für die Malfoys, ohne Zauberstab zu putzen. Wir lassen eher putzen, und machen es nicht selbst.“
Fabienne wusste durch ihre Familie natürlich einiges darüber, was über die Familie Malfoy geredet wurde, und sie konnte Meadows Zwillingsbruder Draco absolut nicht ausstehen, und er sie auch nicht. Oft genug war er schon über sie hergezogen, weil sie außer mit Slytherins auch mit Schülern aus anderen Häusern befreundet war. Und außerdem war für Draco auch ihre Verwandtschaft mit den Weasleys und die aus der Sicht einiger der reinblütigen Familien fragwürdige Abstammung ihrer Mutter ein Grund, über sie herzuziehen, und das waren weitere Gründe, weshalb sie für Draco und dessen Freunde nichts übrig hatte. Meadow dagegen hatte sie immer gemocht, und deshalb war sie um so mehr besorgt darüber, wie sehr sich Meadow seit den letzten Ferien verändert hatte. Dennoch konnte sie, geradlinig wie sie war, eine Bemerkung nicht zurückhalten: „An deiner Stelle würde ich mir auf diese Familienzugehörigkeit mal nicht zuviel einbilden.“ Meadow blickte von dem Aufsatz auf, an dem sie gerade schrieb, und fragte gereizt: „Fabienne, was willst Du mir damit sagen?“ Fabienne nahm kein Blatt vor den Mund: „Ganz einfach. Solche Familien wie deine sind es ja gerade, die unser Haus in Verruf gebracht haben, so dass sich das Gerücht hartnäckig hält, dass alle Slytherins böse sind.“
Bevor die Diskussion weitergehen konnte, betrat Anita den Gemeinschaftsraum. Sie war in recht aufmüpfiger Stimmung und legte los: „Hoppala... hier war ja wieder einiges los, während ich in meinen Gemächern brav geübt habe und nun auch mit den Aufsätzen fertig bin. Glaube mir, ich kenne Djaffar, es ist besser sich ihm nicht zu widersetzen. Ich hatte vorhin ein Gespräch mit ihm und er meinte, dass wenn du weiterhin brav bei ihm deinen Strafdienst verrichtest, er deine Strafe auf 1 Woche reduzieren werde. Das dürfte ich dir eigentlich gar nicht sagen. Über Professor Snape ist er etwas verärgert, da dieser deinen Zauberstab wieder besorgt hat. Wenn so was noch mal geschehe -Verteidigungübungen hin oder her- soll Snape seinen Schülern selber Strafe erteilen und damit nicht ständig Drittpersonen beauftragen, denn diese würden ja schließlich nichts dafür können, dass er seinen Schülern zuviel durchgehen lässt. Harte Worte!“ Anita war immer sehr zufrieden, wenn es irgend etwas gab, weswegen sie ihren Vater kritisieren konnte.
Meadow verließ schließlich den Raum, um ihren Strafdienst bei Massoud anzutreten. Sie meldete sich bei Massoud und grüßte zunächst sehr höflich. Massoud sagte: „Sehr artig von Ihnen, aber ich muss Ihnen nun leider wieder Ihren Zauberstab abnehmen, da Sie sonst meine Tiere schocken könnten. Und wir wollen uns doch nicht noch größeren Ärger aufhalsen, als wir so schon haben, nicht wahr, Miss Malfoy?“ Sofort widersprach Meadow: „Nein, meinen Zauberstab gebe ich nicht mehr her,Meister Massoud!“ Dieser fackelte nicht lange: „Accio Zauberstab!!! So, das hätten wir erledigt.“ Meadow flog ihr Zauberstab aus der Hand, und Massoud fing ihn auf. Daraufhin erklärte er Meadow die Arbeiten, die sie an diesem Abend erledigen sollte. „Und nun zur heutigen Aufgabe: Sie werden mit Eimer und Schrubber meine Räumlichkeiten hier putzen und gehen nicht bevor alles blitzblank ist. Fassen Sie die Tiere nicht an, sie haben Ramadan und vertragen keine Störung! Los gehts!“ Darauf verschloss Massoud seine Tür mit einem Colloportus und setzte sich in den Nebenraum, um ein Glas Dattelwein zu genießen.
Meadow begann sofort zu schreien: „Geben Sie mir meinen Zauberstab zurück! Verdammt noch mal, Meister Massoud!“ Massoud erwiderte gelassen: „Putzen, nicht jammern, Miss Malfoy! Grund zum Jammern habe einzig ich, da ich Professor Snapes Tunichtgute beaufsichtigen muss, während er den Unterricht vorbereitet.“ Meadow kippte den Eimer um, das ganze Wasser verteilte sich auf dem Fußboden. Djaffar hörte dies und rief ihr zu: „Viel Spaß beim Aufwischen! Und vergessen Sie die Ecken nicht!“ Meadow rief zurück: „Ich brauche einen Wischlappen, Meister Massoud!“ Dieser antwortete: „Erst gründlich den Boden schrubben, dann überlege ich mir die Sache mit dem Wischlappen noch mal.“ Meadow schrie: „Ich will hier raus!“ Massoud blieb noch immer gelassen: „Sie dürfen da raus, wenn fertig geputzt ist, und jetzt belasten Sie mich nicht weiter mit diesem Gejammer, sondern fangen Sie endlich an, in gut eineinhalb Stunden haben Sie Zaubertrankunterricht!“ Meadow fragte zurück: „Wie soll ich ohne Wischlappen das Wasser beseitigen, Meister Massoud?“ Dieser zauberte einen Wischlappen ins Zimmer, damit Meadow endlich Ruhe gab, und genehmigte sich noch ein weiteres Glas Dattelwein.
Meadow nahm schließlich Wischlappen und Schrubber und begann, zu putzen. Im Grunde genommen war sie erleichtert, dass diesmal keine Tierkäfige zu säubern waren. Massoud rief ihr durch die Tür noch zu: „Alles Wasser, das Sie in Ihrem unbändigen Temperament ausgeschüttet haben, wird restlos aufgewischt, und anschließend werden mit dem Wischlappen noch die Regale, auf denen keine Käfige stehen, abgestaubt. Aber gründlich!“ Meadow wrang den Wischlappen über dem Eimer aus und putzte auch unter dem Bett weiter. Dann schrubbte mit dem Schrubber auch in allen Ecken, unter dem Tisch und unter den Regalen. Dann wischte sie das komplette Wasser mit dem Lappen auf.
Massoud trat ins Zimmer und verschloss hinter sich die Tür wieder. Sofort fand er etwas, was noch nicht in Ordnung war: „Da hinten liegt noch Tarantelkot in der Ecke; der muss auch noch weg, und die Regale sind auch noch nicht abgestaubt!“ Er blieb an der Tür stehen und beobachtete Miss Malfoy nun direkt. Dann sagte er: „Seien Sie vorsichtig mit Ihren Gedanken, Miss Malfoy!“
Meadow nahm Taschentücher und Handschuhe aus ihrem Umhang und putzte damit den Tarantelkot weg. Danach ging sie ans Regal und staubte es gründlich ab. Massoud zauberte mit einem Evanesco die Taschentücher und die Handschuhe weg.
Massoud sah sich das Ergebnis sehr genau an. „Mmmm, nun ja; sieht schon mal nicht schlecht aus... und Ihre Hände sind auch wieder sauber, nicht wahr? Bis später in Zaubertränke, Miss Malfoy!“ Er gab Meadow den Zauberstab zurück, begleitete sie vor die Tür und verschloss diese wieder magisch.
Inzwischen hatte Fabienne im Gemeinschaftsraum ihren letzten Aufsatz geschrieben. Anita konnte es nicht sein lassen, eine Bemerkung zu machen. „Sag mal: wie viele Aufsätze schreibst du eigentlich? Zehn oder 50?“ Fabienne erwiderte: „Wir sollten doch zwölf schreiben. Acht habe ich gestern geschrieben und abgegeben, die letzten habe ich heute geschrieben, die gebe ich dem Herrn Professor gleich, ich bin fast fertig.“ Anita wunderte sich: „Ich dachte Snape hätte "nur" deren vier verlangt?“ Fabienne erklärte: „Er hat erst gestern nachträglich gesagt, vier bis heute, da hatte ich aber schon acht Aufsätze geschrieben. Die anderen sollten wir bis Samstag fertig haben, aber ich habe sie heute schon gemacht. Was fertig ist, ist fertig.“ Anita seufzte: „Aha, dann habe ich ja noch was zu tun.“ Sie machte sich ebenfalls ans Schreiben.
Meadow kam von ihrem Strafdienst zurück. „Hallo Leute, da bin ich wieder, Mann, bin ich geschafft!“ Tatsächlich sah Meadow sehr müde aus. Jessika erinnerte sich daran, dass sie noch einen Strafdienst bei Filch zu machen hatte. „Ich sollte mich langsam auf den Weg zu Filch machen, zu meinem letzten Strafdienst. Ich bin heut wirklich spät dran. Bis später!“ Fabienne sagte dazu: „Oje, der wird motzen. Hat sowieso schlechte Laune. Aber das ist ja nichts Neues bei Filch.“ Anita, die ebenfalls noch Strafdienst bei Filch zu machen hatte, erwiderte: „Ich würde ja mitkommen, aber Djaffar überwacht die Schule und er überwacht auch Filch, also können wir nicht zum Nachsitzen! Ich denke, Snape weiß das. Oder wollt ihr Filch wirklich suchen gehen? Meister Massoud wird das nicht gefallen, ich glaube, er kann ihn nicht leiden.“ Fabienne begann zu lachen. „Na ja, vielleicht besser, ihr sucht ihn nicht. Wie gesagt, Filch ist sauer. Und diesmal nicht wegen einem Streich von mir. Diesmal muss er sich mit Peeves herumärgern, der sein Unwesen im zweiten Stock treibt.“ Meadow, die eigentlich auch noch bei Filch Strafdienst gehabt hätte, flüsterte Jessika zu: „Ich war heute nicht bei Filch, sondern in Hogsmeade. Hab Euch auch was mitgebracht!“ Dann verteilte sie an alle Süßigkeiten aus dem Honigtopf. Jessika hatte Bedenken, nicht zum Nachsitzen zu gehen. „Hmm, und was ist wenn wir fürs Nichterscheinen wieder bestraft werden ? Das ist heute mein letzter Strafdienst. Ich will nicht schon wieder zum Nachsitzen verdonnert werden!“
Hexchen kam strahlend in den Gemeinschaftsraum. „Hallo Mädels, wie geht es euch?
Hab meine Aufsätze schon abgegeben, habe allerdings Befürchtung, dass meine Handschrift unserem guten Professor die Tränen in die Augen treibt. Na, dann lerne ich noch was für den Test. Butterbier gibt es hier? Dann nehmt von meinen leckeren Gebäck:“ Sie stellte eine Dose mit Gebäck auf den Tisch und nahm ihr Zaubertrankbuch, um noch für den angekündigten Test zu lernen. Fabienne nahm sich von dem Gebäck und trank von ihrem Butterbier. Sie meinte: „Aber diesmal sollten wir nicht wieder im Unterricht essen und trinken, sonst ist der Herr Professor direkt wieder sauer.“ Anita nahm sich auch Gebäck. „Danke, Hexchen! Es bleibt nicht mehr viel Zeit, Jessika! In einer halben Stunde ist Unterricht, und Snape straft schlimmer, wenn man da zu spät erscheint, als wenn man einmal Nachsitzen auslässt. Aber wenn Filch gegen Peeves kämpft und gleichzeitig Djaffar aus dem Weg geht, finden wir ihn in der nächsten halben Stunde wohl kaum. Also, ich bleibe hier und nasche lieber von Hexchens leckerem Gebäck.“ Dann verteilte sie eine Runde Kürbissaft. Hexchen meinte daraufhin: „Darum lasst uns alles jetzt auffuttern und trinken, damit er nicht böse wird. Schließlich hat er nur während des Unterrichtes verboten, dass wir essen und trinken, von vorher war nicht die Rede. Verstehe ich jetzt mal so.“ Jessika entschloss sich, ebenfalls nicht nach Filch zu suchen: „Na gut, ich lasse heute das Nachsitzen bei Filch ausfallen.“
Schließlich war es an der Zeit, zum Unterricht zu gehen, und die Schüler gingen ins Klassenzimmer für Zaubertränke. Professor Snape betrat den Raum. Er hatte schon mitbekommen, dass Jessika nicht bei Filch zum Nachsitzen gewesen war, und sagte zu ihr: „Bereiten sie sich vor, Miss Jessika, dann putzen Sie morgen und übermorgen mit Miss Malfoy Djaffars Käfige, wenn Sie nachsitzen ausfallen lassen." Jessika versuchte sich zu rechtfertigen: „Guten Abend, Sir. Ich glaube, ich verstehe nicht ganz. Ich habe das Nachsitzen nicht einfach mal so ausfallen lassen. Ich dachte, Mr. Filch kämpft gegen Peeves.“ Professor Snape ging darauf nicht ein, denn Djaffar Massoud betrat den Raum. Er ließ einen strengen Blick über die Klasse schweifen.„Salam aleikum verehrter Effendi, gehorsame Schüler. Ich habe Ihnen, lieber Severus, das Rezept zum „Sud der Sahara“ mitgebracht. Ich werde es Ihnen im Anschluss an die Stunde präsentieren, damit sie sich selber ein Bild davon machen können, was ich von meinen Schülern in dem Alter erwarte und was Ihre Schüler komplett überfordert hatte.“ Er ließ sich in der Ecke nieder und hielt fortan die Klappe.
Fabienne ging nach vorne. „Guten Abend, Herr Professor! Hier, ich habe die letzten Aufsätze auch fertig.“ Damit überreichte sie Professor Snape die letzten vier fertigen Aufsätze. Professor Snape ging zu Djaffar und antwortete: ,,Vielen Dank für Ihre Mühe. Das mit Miss Malfoys Zauberstab tut mir leid. Ich habe ihnen gestern den Protectoschildzauber beigebracht. Ich würde mich freuen, wenn wir nach der Stunde in meinem Büro uns noch ein bisschen unterhalten, werter Freund. Den Rückstand in Zaubertränke werden meine Schüler sicher bald nachholen." Dann wandte er sich an Fabienne: ,,Schon fertig? Gute Arbeitshaltung!" Massoud erwiderte: „In Ordnung, Severus, die Klasse soll das Rezept dann auch sehen. Ich werde es an die Tafel schreiben, aber nun beginnen Sie mit dem Unterricht und tun Sie so, als ob ich nicht da wäre.“
Jessika hatte natürlich nicht die geringste Lust, ihren Strafdienst bei Massoud statt bei Filch zu machen, und bot dem Professor an: „Sir, ich gehe gleich noch zu Filch. Mr. Filch hat immer Zeit und ich bleibe heute Nacht einfach mal wach und leiste meinen Strafdienst. Das ist tausendmal besser als für Djaffar Käfige zu putzen.“
Professor Snape war einverstanden. Dann verteilte er Aufgabenblätter, denn die Schüler sollten einen Test schreiben. Der Test ging über den Pechtrank, der vor kurzem erst durchgenommen worden war. Die Schüler begannen alle zu schreiben. Nur Meadow nicht, sie legte einfach ihren Kopf auf den Tisch und begann zu schlafen. Fabienne sah dies und murmelte verärgert vor sich hin: „Wie benimmt die sich denn wieder? Will sie noch mehr nachsitzen?“ Dann schrieb sie weiter. Über den Pechtrank wusste sie gut Bescheid. Schließlich war er ihr nicht nur im Unterricht gut gelungen, sondern sie hatte seine Wirkung auf Harry gut beobachten können. Hexchen flüsterte zu Meadow herüber: „ Meadow, wach auf!“ Fabienne, die sich in der letzten Zeit immer häufiger über Meadow geärgert hatte, flüsterte Hexchen zu: „Lass sie schlafen! Den Ärger kriegt sie, nicht wir! Sie hört ja sowieso nicht auf uns!“ Hexchen warf einen bedauernden Blick auf Meadow und nickte zu.
Das Donnerwetter ließ natürlich nicht lange auf sich warten: „,,MISS MALFOY! 100 PUNKTE ABZUG! UND SIE LEISTEN ES SICH TATSÄCHLICH MIT IHREM MANGELDEN TALENT, IN ZAUBERTRÄNKE AUCH NOCH ZU SCHLAFEN? SIE SIND DREIST!!!!!! GUT, DANN WERDEN SIE ZUR STRAFE JETZT NOCH JEDEN ABEND DIESE WOCHE ZU MADAME POMFREY GEHEN! NACHTDIENST!", brüllte Professor Snape los. Meadow murmelte nur: „Aua! Was ist denn schon wieder los?“ Sie öffnete kurz die Augen und schlief dann wieder weiter. Jessika rief: „Aufwachen, Meadow!“, aber diese reagierte noch nicht einmal. Fabienne sagte zu Jessika: „Lass sie! Sie will unbedingt noch mehr Strafe kriegen. Ihr ist nicht zu helfen.“ Dabei schrieb sie weiter.
Jessika war die erste, die ihren fertigen Test abgab, Hexchen folgte kurz darauf, und nach und nach gaben auch die anderen ihren Test ab. Professor Snape ging zu Meadow, richtete seinen Zauberstab auf sie und schrie „Aguamenti!“ Meadow kriegte eine Fontäne eiskalten Wassers ab. Dann schrie Professor Snape: ,,MISS MALFOY! SIE WERDEN JEDEN ABEND DIESER WOCHE NACHTDIENST BEI MADAM POMFREY HABEN! AUßERDEM ZIEHE ICH IHNEN 100 PUNKTE AB! SIE SIND DIE VERZOGENSTE GÖRE, DIE ICH JE HATTE! SIE SCHLAGEN WOHL GANZ NACH IHREM VATER!" Fabienne murmelte vor sich hin: „Der Unverschämtheit nach bestimmt!“ Hexchen wechselte erschrockene Blicke mit Fabienne, Jessika und Anita. Sie flüsterte: „ Aber sie hört ja nie auf uns.“ Anita meinte: „Hat Meadow denn überhaupt noch Punkte, die man ihr abziehen kann?“ Fabienne antwortete: „Sie dürfte schon kräftig im Minus sein.“
Professor Snape rief inzwischen: „Testabgabe! Accio Tests!“ Alle Tests, die noch nicht abgegeben waren, flogen nach vorne auf Professor Snapes Pult. Fabienne sagte zu den anderen: „Das dürfte ein T für Meadow geben. Sie hat nichts geschrieben.“ Meadow, die immer noch tief und fest geschlafen hatte, wurde wach und fragte: „Igitt, was war denn das? Mann, ist das nass! Oh, Herr Professor, Sie reden gerade mit mir?“ Professor Snape begann wieder zu schreien: ,,MISS MALFOY! SIE SIND ECHT DIE VERZOGENSTE GÖRE, DIE ICH JE HATTE! SIE WERDEN JETZT RAUSGEHEN UND NACHTDIENST BEI MADAME POMFREY SCHIEBEN, UND ZWAR AB JETZT JEDEN ABEND DIE WOCHE! UND IHREN TEST BENOTE ICH MIT T! UND NUN ZUR MADAM POMFREY! RAUS! ICH WILL SIE HEUTE NICHTMEHR HIER SEHEN! RAUS!“
Hexchen, die fürchtete, dass Meadow wieder eine ihrer Diskussionen anfangen und ihre Lage damit noch verschlimmern würde, sagte zu ihr: „Sag jetzt lieber gar nichts mehr, Meadow, und tu wenigstens so, als seiest du wach.“ Fabienne schüttelte den Kopf. „Die ist wirklich unmöglich. Aber was kann man von einer Malfoy schon erwarten.“ Allerdings: Früher hatte sich Meadow nie wie eine „typische“ Malfoy verhalten. Noch vor den letzten Ferien waren sie prima mit ihr zurechtgekommen. Was war nur passiert? Meadows Verhalten gab Fabienne Rätsel auf. Hexchen flüsterte Fabienne zu: „Können wir ihr noch Vernunft beibringen? Sie macht sich doch alles kaputt.“ Anita sagte: „Sie hat wirklich nichts besseres verdient! Und ich habe sie erst noch in Schutz genommen und bedauert.“ Zu ihrer aller Überraschung diskutierte Meadow diesmal nicht herum, sondern sagte nur: „Ja ich gehe ja schon, Sir!“, und verließ das Klassenzimmer sofort.
Djaffar Massoud hatte Professor Snape inzwischen das Rezept für den „Sud der Sahara“ gegeben. Es war der Trank, den die Klasse im vergangenen Jahr, als Massoud sie während einer Abwesenheit von Professor Snape aushilfsweise unterrichtet hatte, eigentlich brauen sollten. Dann jedoch waren die Schüler von Massoud hereingelegt worden. Er hatte sie in der Weltgeschichte herumreisen lassen und sie außerdem alle möglichen ekelhaften Arbeiten machen lassen, nur um dann einfach mitsamt den vorbereiteten Zutaten abzureisen. Das Rezept sah folgendermaßen aus:
Sud der Sahara
- 150 Beine vom Sandkäfer
- 300 Spinnenhaare von Vogelspinnen
- 30ml. Gift vom Skorpion
- 150 Schuppen der Diamantklapperschlange
- 40 halbe Sandmaden
- 80 Augen von Sandläusen
- 40 Häute von Blutegeln
- 220 Zwergbergspinnen
- je 50 hell- und dunkelgelbe Flubberwürmer
- 65 Zähne von beissenden Kurkumawurzeln
- 350ml. Schleim vom gemeinen Thestralapfelsäuerling (Pilz)
- 70 Blätter vom Tausendtentakelkraut
- 450ml. Brennesselblütensaft aus Kapadokien
- 18 Zweige vom Aegyptischen Sandschleuderbusch
- 350g. Rinde vom kompostierten Süßholzraspelbaum
- 10lt. Süßwasser aus der Quelle von Mullah Dadullah Mudschahid in Bandar Abbas
Richtig zubereitet schützt er den einsamen Wanderer der die Wüste durchquert vor sämtlichen Tiergiften, wie Schlange, Skorpione, Giftspinnen und Sandflöhe.
Gleichzeitig sorgt der Trank dafür das der Wanderer keinen Durst leidet und die Hitze der Sonne für ihn erträglicher ist. -Ein sehr nützliches Gebräu!
Professor Snape ließ die Schüler das Rezept von der Tafel abschreiben. Dann beredeten Massoud und Professor Snape, dass Anita Djaffar für einige Wochen in dessen arabische Heimat begleiten sollte. Kurz darauf war die Unterrichtsstunde beendet und Massoud verließ das Klassenzimmer. Auch die Schüler hätten normalerweise Unterrichtsschluss gehabt. Statt dessen bat Professor Snape sie, noch zu bleiben, da er mit ihnen ein Gespräch führen wollte.
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