
von ChantalMoody
Kapitel 19 - Massoud geht zu weit
Am nächsten Tag hinterließ Massoud eine Nachricht in Professor Snapes Büro:
Verehrter Effendi
Bitte besuchen sie mich in meinen Gemächern zu einem Umtrunk.
Miss Malfoy sollte um 19:00 zum Nachsitzen kommen und wir können uns im Nebenzimmer etwas unterhalten, wenn es ihnen genehm ist.
Hochachtungsvoll
Djaffar Halef Abdullah Ben Massoud
Dann bereitete er in seinen Gemächern alles für das Gespräch mit Professor Snape vor. Auch für Meadows Nachsitzen hatte er Vorbereitungen getroffen. Zufrieden murmelte er vor sich hin: „So, der Effendi kann kommen und für Miss Malfoy hat's im Nebenzimmer jede Menge Krabbeltiere. Wir brauchen einige von ihnen für Zaubertrankzutaten. Der Rest der Rasselbande ist zum Glück im Gemeinschaftsraum, dann haben wir hier unsere Ruhe!“
Professor Snape erschien pünktlich zu der Verabredung in Massouds Gemächern. Höflich grüßte er: ,,Guten Tag, werter Freund. Danke für die Einladung." Massoud erwiderte den Gruß: „Ahhh Salam aleikum, verehrter Effendi... aber bitte setzen sie sich doch! Sie mögen sicher ein Gläschen, nicht wahr?“ Dies nahm Professor Snape gerne an. Er setzte sich hin und sagte: „,,Da sage ich nicht nein. Danke! Und wie ist es Ihnen ergangen?" Massoud erzählte: „Oh ich hatte einen ganz ruhigen Tag, musste ein wenig Schlaf nachholen, nach dem Lärm gestern Nacht im Kerker. Miss Malfoy wieder, nicht wahr? Und ihr Lehrer. Wissen Sie, werter Severus, eigentlich müssten Sie dafür sorgen, dass ab 23:00Uhr hier Ruhe ist. Die Kinderchen brauchen ihren Schlaf, auch wenn sie das nicht einsehen wollen. Und der Lehrer sollte da mit gutem Beispiel vorangehen. In meiner Schule ist schon um 21:00Uhr Nachtruhe! Weil die Tage anstrengend sind.“ Professor Snape erklärte: „Ich schätze Ihre Meinung, werter Freund. Das ist natürlich eine gute Möglichkeit. Aber ich denke, dass Schüler selbstverantwortlich dafür sind, wann sie schlafen gehen. Hauptsache, sie passen im Unterricht auf. Außerdem habe ich gestern Nacht Ursachenforschung betrieben. Ich kenne den Stundenplan im Orient, der ist echt hart." Massoud war skeptisch. „Selbstverantwortung?
In meinen Augen sind Ihre Schüler ziemlich verantwortungslos.“
Massoud hörte ein Geräusch vor der Tür und öffnete sie. „Miss Malfoy; anstatt vor der Tür herumzulungern, dürfen Sie ruhig schon eintreten. Wann Sie das Zimmer mit den Tieren wieder verlassen, bestimmt der große Djaffar.“ Professor Snape erwiderte derweil: ,,Ja, ein paar vielleicht. Aber ich werde ihnen schon noch Verantwortung beibringen, werter Freund. Haben Sie da keine Angst. Hier in Europa wird sehr viel wert auf Selbstverantwortung gelegt, und ich denke das ist auch gut so.“ Er sah sich in Massouds Gemach um und trank von dem Wein. ,,Der Wein schmeckt vorzüglich, und Ihr Gemach ist schön." Massoud erzählte: „Vielen Dank, werter Effendi, habe ich alles aus dem Orient importieren lassen. Morgen kommt meine Leibgarde und bringt den größten Teil wieder in meine Burg zurück. Mein Pferd kann nicht so viel tragen.“
Inzwischen war Meadow eingetreten und grüßte höflich: „Guten Abend Meister Massoud und Professor Snape!“ Professor Snape grüßte zurück: „Guten Abend Miss Malfoy", dann fragte er Massoud: „Wie sehen sie das eigentlich mit der Selbstverantwortung?" Massoud kümmerte sich zunächst um Meadow. „Ah... Miss Malfoy... kommen Sie nur; Salam und guten Abend! Bitte folgen Sie mir ins Nebenzimmer. Entschuldigen Sie uns für einen Augenblick, Effendi.“ Meadow gab sich zunächst fügsam: „Ja ich komme mit, Meister Massoud!“ Massoud führte Meadow ins Nebenzimmer. Dort wies er auf vier große haarige Taranteln, die in dem Raum saßen. Dazu erklärte er Meadow: „So, Miss Malfoy; hier habe ich ein paar Tarantelchen für Sie, und damit Sie Ihre Arbeit schneller und besser erledigen können, macht Djaffar für Sie die Tierchen etwas größer: ENGORGIO!“ Die Spinnen wurden auf das Fünffache vergrößert. Massoud fuhr mit seiner Erklärung fort: „Ich hätte gerne 400 Haare von den Beinchen der Tiere,von jedem Tarantelchen 100. Seien Sie vorsichtig, und hören Sie auf zu jammern. Die Tiere mögen das nicht! Und fügen Sie ihnen keine Schmerzen zu! Es sind meine edelsten Züchtungen. Die Haare hätte ich gerne in diesem Gefäss hier.“ Er reichte ihr ein Glasgefäß. Dann sagte er: „Fangen sie an! Wenn Sie fertig sind, klopfen sie dreimal an die Tür. Accio Zauberstab!“ Meadows Zauberstab flog in Djaffars Hand.
Daraufhin versiegelte er die Tür magisch und wandte sich wieder seinem Gast zu. Er erläuterte: „Bei uns lernen die Kinder zuerst einmal Gehorsam und Demut. Das ist die Aufgabe eines meiner Neffen. Sie unterrichten alle an meiner Schule. Dann wird ein streng disziplinierter Arbeitsplan erstellt, und daran haben sich die Schüler zu halten.
Wir besitzen keinen Hausmeister; alles erledigen die Schüler selber, unter Aufsicht, versteht sich; so lernen sie auch Verantwortung zu tragen. Vergleichen wir die Situation mal mit einem Klosterinternat in Ihren Breitengraden.“ Derweil war hinter der Tür des Nebenraums Meadows Geschrei zu hören: „Igitt. Meister Massoud, ich will hier raus!“ Sie hämmerte dabei an die Tür. Massoud rief zurück: „Geben Sie Ruhe, Miss Malfoy, und machen Sie sich an die Arbeit, oder Sie machen heute noch Bekanntschaft mit meiner Klapperschlangenzucht!“ Professor Snape fragte inzwischen: „,,Ach so, na dann. Bei uns Europa läuft das alles anders ab, aber das werden Sie schon rausgefunden haben. Wie bringen Sie Ihren Schülern sofort Demut und Gehorsam bei?" Massoud erklärte: „Das lernen sie schon im Elternhaus, bevor sie die Schule besuchen. Die Knaben helfen dem Vater auf den Feldern oder in den Plantagen, die Mädchen begleiten die Mutter auf den Basar, um Geld zu verdienen und die Produkte, die sie anbauen, zu verkaufen.“
Meadow schrie derweil noch lauter. „Geht weg von mir! Hilfe! Meister Massoud, lassen Sie mich sofort hier raus! Ich werde diese Taranteln nicht anfassen.“ Sie verkroch sich dabei in die hinterste Ecke des Raums. Massoud ließ sich von Meadows Geschrei nicht beeindrucken. „Wenn Sie mit der Arbeit fertig sind, lasse ich Sie raus. Vorher nicht. 400 Haare brauche ich!! Severus! Was machen wir mit der ungehorsamen Schülerin?“ Professor Snape rief Meadow zu: ,,Miss Malfoy, machen Sie sich nicht unglücklich. Arbeiten Sie weiter. Miss Malfoy, ich ziehe Ihnen 50 Punkte ab. Außerdem werden Sie heute nacht bei Madam Pomfrey arbeiten." Dann wandte er sich an Massoud: „Nun, werter Freund, danke für die Einladung. Ich muss nun allerdings bereits wieder gehen. Vielen Dank, dass Sie Miss Malfoy beaufsichtigen. Ich würde mich freuen, Sie bald bei mir in meinen Gemächern begrüßen zu dürfen.“ Massoud antwortete: „Aber gerne doch, verehrter Effendi! Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend und komme Sie gerne einmal besuchen. Jetzt kann ich mich voll und ganz auf Miss Malfoy konzentrieren!“ Professor Snape verließ mit den Worten ,,Einen angenehmen Abend, werter Freund“ den Raum.
Massoud fragte inzwischen Meadow durch die verschlossene Tür: „Na? Wie weit sind Sie bis jetzt gekommen?“ Meadow schrie: „Ich werde diese widerlichen Tiere nicht anfassen! Lassen Sie mich jetzt raus, bitte!“ Massoud ließ zwei Klapperschlangen zu Meadow rein. Dann sagte er: „Nun können Sie sich nicht mehr bewegen. Die Schlangen sind darauf dressiert, ungehorsame Schüler gefangen zu halten, und ich denke nicht, dass Madame Pomfrey ein Gegengift gegen den Biss dieser Schlangen hat. Also machen Sie sich an die Arbeit und lassen Sie den großen Djaffar in Ruhe! Sie können sich ja hinterher am Umhangzipfel des Professors ausheulen über den bösen Meister Massoud!“ Meadow schrie: „Das dürfen Sie nicht tun, Meister Massoud, dazu haben Sie kein Recht! Das ist gegen unsere Schulordnung!“ Massoud ignorierte Meadows Geschrei und goss sich noch ein Glas Wein ein. Meadow brüllte weiter: „Meister Massoud, bitte hören Sie damit auf! Hilfe, ich will hier raus, verdammt noch mal! Ich will das nicht machen!“
Massoud ignorierte Meadow weiterhin und spielte mit ihrem Zauberstab. Schließlich rief er ihr zu: „Kindchen, wenn Sie fertig sind, dürfen Sie sich anschließend die ganze Nacht bei Ihren Kameradinnen und bei Ihrem Professor ausweinen. Vielleicht hat der ein offenes Ohr für Ihr Geschrei. Und geflucht wird hier schon gar nicht!“ Er rauchte genüsslich eine Wasserpfeife. Meadow schrie jedoch noch lauter: „Meister Massoud, so etwas können Sie doch nicht tun! Ich habe schreckliche Angst vor den Spinnen und den Schlangen!“ Massoud entgegnete jedoch nur völlig gelassen: „Ich kann alles tun, und Ihr Professor ist nicht hier, um Sie in Schutz zu nehmen. Sie hätten es sich früher überlegen sollen, bevor Sie einen Unverzeihlichen Fluch ausgesprochen haben. Noch einen Ton, und ich schicke die Skorpione rein!! Sie unvernünftiges Mädchen!!“ Meadow widersprach: „Ich habe den unverzeihlichen Fluch nicht gegen Sie benutzt, sondern gegen Professor Snape! Warum sind Sie so gemein zu mir? Ich habe Ihnen nichts getan!“ Massoud antwortete: „Miss Malfoy, der Professor hat mich beauftragt, Sie zu bestrafen, sonst würde ich das auch nicht machen. Offensichtlich kann und will er das nicht selber tun... und allmählich werde ich jetzt richtig böse!“ Er nahm den Skorpion liebevoll in die Hand und streichelte ihn. Meadow schrie zurück: „Meister Massoud, es ist mir ganz egal, wer Sie beauftragt hat, hören Sie damit auf. Wir sind hier nicht im Orient.“ Sie stieß laute, schrille Schreie aus.
Dies wurde selbst Massoud zuviel. Er stürzte wutentbrannt ins Zimmer, packte Meadow am Kragen, drückte ihr den Skorpion auf die Nase und warf sie vor die Tür. Er schrie: „LASSEN SIE SICH HIER NICHT MEHR BLICKEN!!!! Severus Snape soll sich in Zukunft selber um die Strafe seiner Schüler kümmern!“ Dann versiegelte er die Tür seines Gemachs, um seine Ruhe zu haben. Meadow rannte so schnell sie konnte in den Gemeinschaftsraum.
Fabienne saß alleine im Gemeinschaftsraum, als Meadow hineinstürmte. Sie fragte entsetzt, als sie Meadow sah: „Wie siehst du denn aus? Was hat dieser widerliche Araber mit dir gemacht?“ Meadow erzählte unter Schluchzen: „Ich sollte den Taranteln die Haare an den Beinen ausreißen und in ein Gefäß geben, aber ich habe mich geweigert. Massoud hat mich eingeschlossen und ich habe um Hilfe gerufen, doch er hat es ignoriert. Dann hat er Schlangen zu mir hereingelassen und zuletzt hat er mich am Kragen gepackt und mir einen Skorpion auf die Nase gedrückt. Er hat auch noch meinen Zauberstab.“ Fabienne war empört. Sie rief: „Dieser Dreckskerl! Das geht aber zu weit! Misshandlung von Schülern ist in Hogwarts ausdrücklich verboten!“ Meadow erzählte weiter: „Und ich hatte doch soviel Angst vor diesen ekligen Tieren. Ich bin froh, dass ich mit heiler Haut davongekommen bin!“
Hierfür hatte Fabienne volles Verständnis, denn auch sie ekelte sich vor Spinnen, Schlangen und ähnlichem Getier. Sie meinte: „Bin echt gespannt, was der Herr Professor dazu sagt, dass in seiner Abwesenheit Schülerinnen misshandelt werden!“ Meadow erwähnte: „Ich habe eine neue Strafe von unserem Professor bekommen, ich soll heute Nachtdienst bei Madame Pomfrey machen.“ Jessika, die gerade den Gemeinschaftsraum betrat, bekam Meadows Worte noch mit und sagte: „Hi, Meadow! Schon wieder Strafarbeit ?? Du kommst ja aus den Strafarbeiten gar nicht mehr raus!“ Fabienne entgegnete: „Zumindest ist Madame Pomfrey besser zu ertragen als Massoud. Die misshandelt wenigstens keine Schüler.“ Empört erzählten Meadow und Fabienne Jessika die ganze Geschichte.
Anita kam hinzu. Sie wirkte irgendwie schadenfroh, als sie sagte: „Hallöchen, ihr drei! Um Himmels Willen, Meadow; was hast denn du da im Gesicht?! Das sieht ja schlimm aus! Ich bin vorhin Djaffar auf dem Flur begegnet, und der schäumte vor Wut wegen dir, weil du dich mal wieder derart daneben benommen hattest, aber das hätte er nicht tun dürfen.“ Es war bekannt, dass sie Massoud, der ein guter Bekannter von ihr war, weitgehend die Partie hielt. Dann reichte sie Meadow ihren Zauberstab. „Djaffar hat damit gespielt, und ich habe ihn darum gebeten, ihn rauszurücken. Er hat den Stab mir gegeben.“
Jessika war schockiert und begann Rachepläne zu schmieden. „Sagt mal, Massoud ist wohl nun ganz verrückt geworden! Er hat sich schon das letzte Mal sehr unbeliebt gemacht und völlig daneben benommen. Wieso Professor ? Da hilft nur Selbstjustiz! Wir sollten Djaffar schrumpfen, ihn in eine Kröte verwandeln oder ihn mit den Furunkulus -Fluch belegen.“ Fabienne wandte ein: „Das würde ich zu gerne tun, aber ich glaube nicht, dass der irgendeinen Trank von uns trinken würde. Zumal er weiß, wie sehr wir ihn hassen. Demut und Gehorsam, puh! Sind wir arabische Kochpotthexen???“ Sie stellte sich jede einzelne Frau in ihrer Verwandtschaft und im Bekanntenkreis ihrer Familie vor. Zu keiner davon schien dieses Bild, das dieser Araber von Frauen hatte, auch nur im Geringsten zu passen. Und ganz bestimmt nicht zu dem, was ihre eigene Mutter ihr seit Jahren vermittelte. Jessika erwiderte: „Für jedes Problem gibt es eine Lösung, und er scheint ein echtes Problem zu sein.“
Anita hatte dem Gespräch eine Weile zugehört. Dann sagte sie: „Tja, Jessika; ich bin ja bei kleinen Gemeinheiten jeglicher Art immer gerne an vorderster Front dabei. Doch das müsstest du allein bewältigen. Wenn ich dir allerdings einen freundschaftlichen Rat geben dürfte, lass lieber die Finger davon. Djaffar ist so was von wütend und ich habe irgendwie das Gefühl, dass der durch Wände blicken kann. Unser Professor wird es in nächster Zeit nicht leicht haben... er wird die Strafarbeiten selber erteilen müssen. Was schaut ihr mich jetzt so an? Na, ich bin doch ein braves Kind! Eigentlich wollte ich hier meinen Aufsatz zu Ende schreiben in der Hoffnung, mal eine bessere Note als nur A zu bekommen, aber jetzt wo das Desaster mit Djaffar war,sollte ich lieber wieder meine sicheren Gemächer aufsuchen, ehe der Professor hier erscheint. Immerhin bin ich mit Massoud befreundet.“ Fabienne schnaubte: „Ja, wirklich tolle Freunde hast du!“ Jessika knutterte: „Und ich dachte, Umbridge wäre schon schlimm. Sie zu schrumpfen war eigentlich ganz einfach. aber dieser Djaffar überbietet alles.“ Fabienne blickte, wie so oft, auf ihre vernarbten Hände. Dennoch stimmte sie zu: „Das stimmt. Gegen Massoud war die pinke Kröte noch harmlos.“
Hier widersprach Anita: „Bei der pinken Kröte musste ich auch nachsitzen und bei Djaffar noch nie. Außerdem habe ich viel von ihm gelernt. Er wird mir immer ein willkommener Gast sein. Aber erst einmal besuche ich ihn in seiner Heimat. Meadow hat sich aber auch wirklich unmöglich benommen und sich geweigert, die Strafe anzunehmen, da ist sie selbst schuld, wenn ein disziplinliebender Massoud die Beherrschung verliert. Sie hatte ja ihre Beherrschung gegenüber Snape auch verloren. Ich gehe jetzt ein wenig auf den Ländereien spazieren, etwas frische Luft wird mir gut tun. Bis später vielleicht!“ Damit stolzierte Anita aus dem Gemeinschaftsraum.
Meadow rief ihr nach: „Und du bist immer so brav, dass ich nicht lache, vielleicht solltest Du mal Strafarbeitsdienste bei Massoud machen. Oder eine Nacht im Klapperschlangenkäfig verbringen, vielleicht würdest Du dann anders darüber denken.“ Anita wandte sich wieder um und antwortete: „Liebe Meadow; ich kenne seine Tierchen und ich mag sie! Suleika, eine seiner besten Zuchtspinnen durfte ich sogar mal über meine Hand krabbeln lassen, die ist wirklich niedlich!“ Fabienne erwiderte: „Jedem das Seine. Andere können sich halt nicht für solches Viehzeug begeistern. Mich kann man mit dem Viehzeug jagen. Und Massoud sollte so schnell wie möglich abreisen und wieder arabische Kochpotthexen unterrichten.“ Meadow setzte noch eins drauf: „Und die Klapperschlangen liebst Du auch, ja? Das glaube ich dir aber nicht. Wie hast Du dich letztes Mal gefürchtet, als Massoud die Schlangen erwähnte, als du betrunken warst .Oh nein bloss nicht, hast du gesagt, und jetzt auf einmal ist es nicht mehr wahr.“
Sie stritten noch eine Weile herum, bis schließlich Anita in ihre Wohnung ging und Fabienne und Jessika in ihren Schlafsaal gingen. Meadow blieb zurück und schrieb an ihrem Aufsatz. So fand Professor Snape sie vor, als er zurückkam und nachsah, ob sich noch jemand im Gemeinschaftsraum befand. Er fragte sie: ,,Haben Sie es Ihren Freundinnen erzählt? Kommen sie heute noch mal? Was war hier los?" Sofort begann Meadow zu erzählen: „Ich habe noch keine Zeit gehabt, mit meinen Freundinnen zu sprechen Sir! Ich weiß es nicht, ob sie nochmals heute hierher kommen. Ich möchte mich über Massoud beschweren Sir! Ich habe mich bei ihm vorher zu Tode geängstigt. Er ist ein grausamer Mensch.“
Professor Snape schien bereits über den Zwischenfall mit Massoud informiert zu sein. Jedenfalls antwortete er: „Ich kenne die Geschichte, Miss Malfoy. Ich werde Sie nun den Rest der Woche abends zu Madame Pomfrey schicken. Ich denke, Djaffar hat sowieso die Nase voll von Ihnen. Er hätte die Beherrschung nicht verlieren dürfen, aber Sie wissen selbst, dass Sie es einem nicht leicht machen, Miss Malfoy. Ich bin schon enttäuscht von Ihnen, nachdem ich Ihnen so sehr entgegengekommen bin. Aber nun gut, Sie kennen meine Anordnung , ich kann nichts mehr ändern. Ich werde Sie nun verstärkt im Auge behalten. Ich glaube nicht, dass Djaffar grausam ist, ber hat lediglich ne andere Auffassung vom Erziehen der Schüler.“
Meadow war erleichtert. „Gut, Herr Professor, ich nehme meine Strafe an. Ich bin froh, dass ich Massoud nicht mehr sehen muss! Da muss ich Ihnen leider wiedersprechen Sir. Er ist und bleibt ein grausamer Mensch.“ Professor Snape entgegnete: „Djaffar ist nicht grausam. Sie wissen nicht, wie es im Orient abläuft, dort wird es nun mal so gehandhabt wie Djaffar es macht. Für einen orientalischen Lehrer ist er sogar relativ gutmütig. Aber es kann nicht sein, dass Sie sich Djaffar während Ihrer Strafe so widersetzt haben. Sie werden sich bei ihm entschuldigen, ob persönlich oder schriftlich entscheiden Sie. Und dann werden Sie nächste Woche jeden Abend Nachtschicht bei Madame Pomfrey schieben, so sehr ich das bedaure.
Wobei ich sage, dass Djaffar nicht dermaßen die Beherrschung hätte verlieren dürfen.“ Meadow erwiderte: „Ich werde mich bei diesem grausamen Menschen nicht entschuldigen, weder schriftlich noch persönlich, Sir! Meine weitere Strafe nehme ich an.“
Der Professor seufzte. ,,Ich dachte mir, dass Sie das sagen würden. Nun gut, aber Sie werden sich von nun an in seiner Gegenwart benehmen. Bedenken Sie noch mal, wo er herkommt. Und war sonst noch was?" Meadow sagte: „Ich weiß nicht, ob ich das kann. Sir! Ich möchte ihm nicht mehr begegnen Sir! Das war alles Sir!“ Professor Snape erwiderte: „Sie können sich wie ein normaler Mensch in seiner Gegenwart benehmen. Keine Gehässigkeiten. Er wird dem Unterricht noch beiwohnen, solange er da ist, wenn er das möchte. Er ist eingeladen, dabei zu sein, wenn er es will, aber er mischt sich ja nicht groß ein, also brauchen Sie nur mit seiner Anwesenheit zu leben. Benehmen Sie sich wie eine erwachsene Person, Miss Malfoy.
Ich gehe nun zu Bett. Gute Nacht, .und erzählen Sie es morgen ihren Freundinnen. Unser Plan muss aufgehen. Und üben Sie diese Flüche."
Meadow versprach es. Professor Snape schrieb noch eine Notiz an Massoud.
Werter Freund,
Ich habe die Sache mit Miss Malfoy geregelt. Danke für ihre Bemühungen, Sie brauchen sich nicht mehr mit ihr rumzuschlagen.
Hochachtungsvoll,
Severus Snape
Danach verließ er den Raum. Meadow schrieb noch eine Weile an ihrem Aufsatz, dann ging sie ebenfalls zu Bett.
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