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Fanfiction

Die Hogwartsrumtreiber - Kapitel 7 - Verschlossene Türen

von Vistin

James warf Lily einen misstrauischen Blick hinterher.

„Ich mag dieses Muggelmädchen nicht. Sie ist jetzt eine Hexe und sollte sich endlich mal so benehmen. In Hogwarts gibt es nun mal Regeln.“ Remus lachte spöttisch auf.

„Du meinst solche Regeln wie die Ausgangssperre um 21 Uhr?“ James grinste nur spöttisch und überging Remus' Bemerkung.

„Wir haben alles vorbereitet. Um Mitternacht geht es los, da sollten die meisten im Bett sein. Für Tom haben wir Schlafpulver besorgt, der wird nichts merken“, erklärte er den Plan mit verschwörerisch gesenkter Stimme.

* * *

„Das ist eine deiner Vorfahren?“ Lily betrachtete erstaunt das auf ein Stück Holz gezauberte Bild einer schlanken Frau im langen Kleid, die in einem Buch las. Naomi kicherte: „Ist sie dir zu ... hellhäutig?“ Lilys Wangen wurden rot, aber sie hatte tatsächlich nicht erwartet, dass Naomi von einer rotblonden Schottin abstammte.

„Ich hab von der echten Muggelwelt keinen Schimmer, aber ich hab immer gerne Feen- und Zaubermärchen der Muggel gelesen. In diesen Geschichten wurden Hexen und Zauberer immer mit Flüchen und Bluteiden und Traditionen zusammengebracht. Das trifft auf kaum einen echten Zauberer oder eine echte Hexe zu, aber bei meiner Familie ist das irgendwie anders. Wir sind mehr wie die Hexen aus den Muggelbüchern, daher wollen die meisten Zaubererfamilien nichts mit uns zu tun haben.“ Lily sah Naomi unsicher an. Ihr war zwar aufgefallen, dass viele Schüler Naomi mieden, aber Naomi war ja auch ein etwas merkwürdiger Mensch. Sie hatte vor nichts Angst, fand Periculs Monster eher niedlich als ekelhaft, bekam Lachkrämpfe, wenn etwas explodierte, und sagte etwas zu offen, was sie gerade dachte. Daher fand Lily das eher kleinkariert und nicht familienfluchverdächtig.

„Deine Familie ist verflucht?“, fragte Lily, noch nicht überzeugt.

„Nicht direkt verflucht, es sind eher merkwürdige Regelmäßigkeiten. Zum Beispiel hat, seitdem unsere Familiengeschichte geschrieben wird, keine der Nescire-Frauen einen Sohn zur Welt gebracht, einen Ehemann langfristig halten können oder irgendwo außerhalb unseres Dorfes Fuß fassen können. Na ja, meine Tanten, meine Mutter und meine Großmutter finden das nicht wirklich schlimm, aber für Leute, die das von außen beobachten, sieht es komisch aus. Früher war es schlimmer; die Schwester meiner Großmutter wurde von den Dorfbewohnern noch mit Steinen beworfen, aber auch heute ist es nicht wirklich gut. Die Kinder aus dem Dorf wollten nie mit mir spielen, und wenn ich mit meiner Mum ins Dorf ging, wurden oft Vorhänge zugezogen, oder Ladenbesitzer machten mitten am Tag zu.“ Naomi machte eine kleine Pause und blickte nachdenklich zu Boden. „Hat dich eigentlich noch keiner gewarnt? Crystal hat Anna letzte Woche auf dem Klo erzählt, sie solle sich von mir fernhalten, wenn sie jemals einen Ehemann haben will.“

„Das ist ja gemein!“ Lily schaute Naomi mitleidig und schockiert an, doch diese blickte mit einem breiten Grinsen wieder auf.

„Wieso? Das fand ich ausnahmsweise mal nett, so muss ich Anna selten länger als zwei Minuten ertragen.“ Lily lachte. Anna war die zweite muggelgeborene Hexe unter den Gryffindormädchen und machte einen Heidenaufstand aus allem, was ihr so in Hogwarts begegnete. Außer Lily und Naomi fanden das alle unheimlich süß, aber Lily befürchtete, dass die anderen Mädchen Anna als eine Art Haustier ansahen, dessen Dummheit sie zum Lachen brachte. Der Gedanke machte Lily bitter: Als was sah Sarina sie an? Das arme Muggelkind, das nicht mit dem Zauberstab umgehen konnte? Wie lange konnte sie Sarina und Naomi mit ihrem Sprachgefühl und ihrem Händchen für Zaubertränke noch vorgaukeln, ihnen ebenbürtig zu sein?

„Ich glaube, wir können was nachschütten“, unterbrach Naomi Lilys trübe Gedanken. Sie saßen in der Tür zum Klo des Mädchenturms und fütterten den frisch aufgesetzten Spannend-zu-sehen-Wurm mit Staub, Dreck und Putz von den Fluren und Mauern von Hogwarts. Lily warf einen Blick in den kleinen Kessel, der auf einer portablen Flamme stand, die Sarina fast ohne Mühe heraufbeschworen hatte. Die grüne Masse wallte vor sich hin und man sah keine Krümel mehr, also schüttete sie den Rest der Portion hinein und stellte den Kessel wieder hinter die abgeplatzte Fliese, die Naomi mit einem Ortungszauber entdeckt hatte, als sie ein Versteck für den Wurm gesucht hatten. Ja, nur sie, Lily, konnte nichts mit ihrem Zauberstab anfangen.

„Wollen wir wieder ins Bett?“, fragte Naomi, als sie Lilys trübe Mine bemerkte. Immerhin war es schon nach Mitternacht.

„Nein“, widersprach Lily und bemühte sich, Naomi anzustrahlen. „Jetzt bin ich wach und ich will wissen, wie man deiner Familie die Sommersprossen ausgetrieben hat.“

Da knallte etwas im Gemeinschaftsraum, und die beiden Mädchen mussten sich hinter der Klotür verstecken, weil drei Siebtklässlerinnen die Treppe zu den Schlafsälen hochkamen.

„Wo ist diese ekelhafte Stinkbombe nur hergekommen?“, wunderte sich eine von ihnen.

„Keine Ahnung, vielleicht ist sie jemandem aus der Tasche gefallen und eine von uns hat sie aus Versehen ins Feuer gestoßen, oder so was. Aber egal, ich wollte eh langsam schlafen gehen“, erklärte eine andere Siebtklässlerin.

Lily dachte an Potter und seinen Plan, zur Heulenden Hütte zu gehen, und ganz kurz überlegte sie, ob sie ihn aufhalten sollte, aber eigentlich waren Feinde das Letzte, was sie hier in Hogwarts brauchte.

* * *

„Und weg sind sie“, flüsterte James unter dem Tarnumhang, als die drei Siebtklässlerinnen im Mädchenturm verschwunden waren.

„Und wir sollten uns ein Beispiel daran nehmen“, ergänzte Remus und schob James in Richtung Portraitloch. „Das Zeug stinkt ja grausamst!“

Sie schlüpften aus dem Gemeinschaftsraum und machten sich auf den Weg zur Eingangshalle. Doch irgendwie lief es nicht nach Plan. James hatte den Umhang mit drei Leuten ausprobiert, gestern Abend hatten sie alle relativ gut darunter gepasst. Vielleicht lag es daran, dass es mitten in der Nacht war und die Flure nur spärlich beleuchtet. Oder die fünf Schritte, die sie im Badezimmer probeweise gemacht hatten, waren nicht repräsentativ. Auf jeden Fall stolperten sie alle zwei Meter über den Umhang, an einer Stelle verfing sich der Stoff an einer Rüstung, und Peter wäre fast eine Treppe hinuntergestürzt.

„James, das hat hier keinen Sinn. Wir sollten ohne den Umhang weitergehen, dann könnten wir auch viel besser ausweichen, und vor allem wären wir leiser“, riet Remus, nachdem ihm James einen Schuh ausgezogen hatte, indem er ihm in die Fersen gerannt war. Peter nickte: „Ja, wenn wir eine Gefahr sehen, können wir den Umhang immer noch über uns drüberwerfen.“

Es stimmte, ohne den Umhang konnten sie noch rechtzeitig zur Seite springen, als Peeves den Gang entlangfegte, was mit dem Umhang hätte riskant werden können, denn Remus und Peter sprangen nach rechts, James nach links. Nach diesem Glücksfall war der Umhang schon vergessen, als die Jungs die Eingangshalle erreichten.

„Sie ist zu.“ James starrte das massive Eingangstor an. Er hatte überhaupt nicht daran gedacht, dass die Pforte verschlossen sein könnte. Jetzt erschien ihm das natürlich sehr naiv.

„Ich versuch mal was“, meinte Remus und zog seinen Zauberstab. Doch die Tür ließ sich von seinem Zauber nicht beeindrucken. James zog ein Taschenmesser aus seinem Umhang, und obwohl er nicht glaubte, dass es bei einem so gigantischen Tor funktionieren würde, setzte er die Klinge zwischen den Torflügeln an.

„Wagen Sie es ja nicht!“, zerschnitt eine eisige Stimme die Stille. Die drei Jungen wirbelten herum und erblickten Professor McGonagall, die in einem karierten Morgenmantel aus einem der Schatten trat.

„Sie sind unerlaubterweise außerhalb Ihrer Betten, außerhalb Ihres Turms. Mit der Absicht, das Schulgelände zu verlassen, und Sie schrecken nicht davor zurück, ein 600 Jahre altes Tor zu beschädigen! Und das alles in Ihrem ersten Schuljahr! Liegt Ihnen denn gar nichts an Ihrer Schullaufbahn?“

James war wie erstarrt. Gerade die letzten Worte trafen ihn messerscharf, eine solche Drohung war eindeutig übertrieben.

„Mr. Lupin, gerade Ihnen hatte ich mehr Verstand zugetraut. Wie können Sie sich nur auf solch dummen und riskanten Unfug einlassen? Aber bei mir werden Sie nicht so billig davonkommen wie bei Professor Pericul. Zehn Punkte Abzug für jeden von Ihnen, und Sie werden jeder einen zehn Seiten starken Aufsatz über die Regeln und Vorschriften von Hogwarts verfassen. Und wehe Ihnen, wenn sich darin auch nur ein Satz gleicht!“

James hatte das Gefühl, einen Kopf kleiner zu sein, als er nickte und im Chor mit Peter und Remus „Ja, Madam“ murmelte.

McGonagall begleitete sie bis vor die Fette Dame und im Gemeinschaftsraum hörten sie noch, wie die Lehrerin mit strenger Stimme auf das Portrait einredete.

„Das ist ja mal nach hinten losgegangen“, flüsterte Peter, als sie die Treppe zu den Schlafräumen hinaufgingen.

„Gehen Lehrer nachts auf Patrouille, war es ein dummer Zufall oder wurden wir verraten?“, überlegte James laut, den weder der Regelverstoß noch die Strafe so wurmte wie die Tatsache, überhaupt erwischt worden zu sein. Remus antwortete nicht. Er warf seinen Schulumhang auf seine Truhe und ging kommentarlos ins Bett.

„Wer hätte uns denn verraten sollen?“, überlegte Peter. „Vielleicht diese Lily? Es könnte ihre Rache dafür sein, dass du sie neulich so angefahren hast.“

Auch James hatte sofort an Lily gedacht, immerhin trieb sie sich dauernd mit Camille herum, und zu der würde Verrat perfekt passen. Aber Lily war eine Gryffindor, sie hätte wissen müssen, dass McGonagall ihnen Punkte abziehen würde, Punkte ihres eigenen Hauses. Von Peters Bett kam nur noch ein gleichmäßiges Schnauben, und James blieb mit seinen Überlegungen allein. Hogwarts war für James immer etwas, das er zu kennen glaubte. Sein Vater hatte ihm wohl unendlich viele Geschichten über die Schule erzählt. Die Lehrer, die hier unterrichteten, waren bekannte Magier, über die man immer wieder sprach. Und die Absolventen wurden ihr Leben lang mit den Werten ihrer Häuser in Verbindung gebracht. Doch seitdem James selbst in Hogwarts war, verwischten diese klaren Regeln und Linien. Sirius Black, der entgegen seiner Familientradition nach Gryffindor geschickt worden war und trotzdem ein Ekel blieb. Frank, der nach Hufflepuff ging und bislang Jahrgangsbester in Zauberkunst war. Lily, die Muggelgeborene, deren beste Freundin eine Slytherin war. Und er, James Alamdus Potter, der im ersten Monat bereits zweimal zum Nachsitzen geschickt worden war und 30 Punkte für Gryffindor verloren hatte.

* * *

James’ Verdacht gegen Lily verhärtete sich. Den ganzen folgenden Tag ging sie ihm offensichtlich aus dem Weg und drückte sich mit ihren Freundinnen dauernd in irgendwelchen Ecken herum. James musste sich zurückhalten, um sie nicht öffentlich zur Rede zu stellen. Aber bevor er gegen sie vorging, wollte er noch einen anderen Beweis. Gegen Mittag wurde seine Aufmerksamkeit kurz abgelenkt, weil Remus beim Mittagessen einen fürchterlichen Hustenanfall bekommen hatte und von James und Peter zur Krankenstation gebracht werden musste, wo Madam Pomfrey, die Heilerin der Schule, einen aufsteigenden Katar diagnostizierte, Remus dabehielt und James und Peter ausschimpfte, weil sie solche gesundheitlichen Probleme bei ihren nächtlichen Streichen nicht bedachten.

Remus kam bis zum Abendessen nicht wieder, doch James sah es positiv, denn so gab es bei seinem nächtlichen Plan nur zwei Mitschüler im Saal, die er nicht wecken durfte.

James schaffte es nie, morgens um sieben wach zu werden, wenn es darum ging, zum Unterricht aufzubrechen; er verschlief regelmäßig. Wenn er es sich aber vornahm, um Mitternacht nach gerade mal zwei Stunden Schlaf aufzuwachen, war er extrem pünktlich.

Er hatte seine Schulkleidung abends nicht ausgezogen, und so griff er nur nach Schuhen und dem Tarnumhang und schlich hinaus. Wenn sie verraten worden waren, würde keiner damit rechnen, dass sie es direkt in der folgenden Nacht noch einmal versuchten, wenn McGonagall aber Patrouille lief, würde sie jetzt auch irgendwo da unten sein. Diese Probe sollte Lilys Schicksal endgültig besiegeln.

Allein unter dem Tarnumhang war der Weg in die Eingangshalle kein Problem, doch als er den großen Raum mit den unendlichen Schatten der Säulen erreicht hatte, fühlte er sich selbst unter dem Umhang nicht wirklich sicher. Vorsichtig schlich er die letzten Stufen hinunter und sah zum massiven Eingangstor. Die Schatten bewegten sich im leichten Flackern der wenigen Fackeln. Langsam schlich er durch den Mittelgang, darauf bedacht, kein Geräusch zu verursachen. Da klapperte etwas und James fuhr erschrocken herum. Doch da war niemand, oder doch? Im Wald der Säulen links und rechts von ihm konnte sich alles und jeder verstecken. Mit klopfendem Herzen starrte er zu der Kristalltür, die zur Großen Halle führte, jetzt verschlossen, doch erfüllt von einem leichten, orangen Glühen. Da klapperte es erneut, und James sah aus dem Augenwinkel, wie grüne Smaragde im Punkteglas der Slytherins herabpurzelten. James atmete auf und lehnte sich gegen eine Säule, an die er rückwärts herangetreten war. Anscheinend korrigierte nur irgendein Lehrer Aufsätze.

James drehte sich erleichtert um und rannte gegen etwas, das keine Säule war und vor ihm zurücksprang. Er war sich nicht sicher, ob er aufgeschrien hatte, aber jetzt hielt er die Luft an und starrte in die Dunkelheit zwischen den Säulen. Sekunden vergingen ohne eine Bewegung, doch je länger er starrte, desto deutlicher glaubte James eine Gestalt zu sehen, die sich an eine der dicken Säulen drückte. Die Gestalt war nicht groß genug für einen Lehrer, und wieso sollte sich ein Lehrer auch verstecken. James trat auf Zehenspitzen näher, mit einem bösen Verdacht im Hinterkopf. „Elendes Muggelkind!“, dachte er bei sich, doch dann erkannte er die gerade Nase und das schulterlange Haar, das der Gestalt gar nicht mädchenhaft in die Augen fiel.

„Black?“, flüsterte James und bereute es sofort. Die Gestalt im Schatten blickte sich verwirrt um und antwortete sogar überrascht. James trat ganz in den Schatten und warf die Kapuze des Umhangs ab. Black zuckte nur kurz zusammen, als James' Kopf plötzlich neben ihm erschien, doch ansonsten wirkte er nicht verwundert.

„Was machst du hier, Potter? Hat dir das gestern nicht gereicht?“ James sah Black misstrauisch an.

„Sagt der Richtige. Wolltest uns wohl in nichts nachstehen, was?“ James wollte noch weiterreden, doch Black sprang plötzlich zurück und hielt ihm die Hand vor den Mund.

„Psst“, zischte Black und zog James zwischen die Säulen. Da hörte auch James die schweren Schritte. Eine Tür fiel ins Schloss und ein leises Stöhnen war zu hören, ehe wieder das Geräusch schwerer, schleppender Schritte erklang. James öffnete den Umhang und warf ihn über Black. Unsichtbar schlichen sie näher, um nachzusehen.

Von der anderen Seite der Halle kam eine gebeugte Gestalt auf sie zu; den einen Fuß schien sie nachzuziehen und der rechte Arm war unnatürlich auf den Rücken gedreht. An der letzten Säule vor dem Mittelgang blieb sie stehen und lehnte sich gegen den dunklen Stein. Langes schwarzes Haar fiel ihr ins Gesicht und über die Schultern. James starrte wie gebannt auf eine dunkle Lache, die sich unter ihr bildete. Die beiden Jungen zuckten synchron zusammen, als das schnelle und laute Klacken von Damenschuhen erklang.

„Vladimir!“, rief eine Stimme, die James sofort als Madam Pomfreys erkannte.

„Was ist denn schon wieder passiert?“, fragte sie besorgt, als sie durch die Eingangshalle auf die blutende Gestalt zurannte. Diese hob den Kopf, und James erkannte Professor Pericul.

„Sie sollten erst mal meinen Gegner sehen“, scherzte Pericul, obwohl seine Stimme sehr schwach klang. Madam Pomfrey hatte ihn bereits erreicht und hob ihren Zauberstab, um die Blutungen zu stoppen.

„Lassen Sie mich raten, Ihrem Gegner fehlt kein Haar, weil Sie es nicht über sich gebracht haben, ein so wertvolles Exponat zu beschädigen“, fuhr die Krankenschwester Pericul an.

„Erraten, Poppy, erraten.“ Der Versuch eines Lachens ging in einem Hustenanfall unter, und Madam Pomfrey musste den Verletzten stützen.

„Hier kann ich nichts mehr tun“, sagte sie nach einer Weile. „Können Sie wieder laufen? Ich bringe Sie in den Krankenflügel.“

Pericul nickte, und auf Madam Pomfrey gestützt setzte er den Weg zur Treppe fort.

„Ach, und bitten sie Mr. Filch, hier noch vor dem Frühstück zu wischen, ich glaube, ich hab ganz schön gesaut“, hörten die Jungs ihn noch sagen, ehe die Schritte sich in den unendlichen Gängen des Schlosses verloren.

„Was hat den so zugerichtet?“, fragte James und sah Black unsicher an. „Hast du gewusst, dass so was passiert?“ Black schüttelte den Kopf.

„Nein, dass man Pericul zu Hackfleisch verarbeitet, habe ich nicht erwartet, aber dass der sich nachts irgendwo rumtreibt, habe ich vermutet. Lass uns da rübergehen und nachsehen.“

Im Schatten der Säulen auf der anderen Seite der Halle warf Black den Umhang ab und beschwor Licht herauf. Schlieren und Tropfen von Blut zogen sich über den Marmor des Fußbodens und schimmerten feucht im Licht von Blacks Zauberstab.

„Kannst du mir erklären, was du hier suchst?“, fragte James, als Black der Blutspur folgte.

„Den Eingang zu seinem Labor“, antwortete Black und James reagierte nur mit einem Laut des Erstaunens.

„Oh, Mann, Potter! Stell dich nicht so doof an. Pericul ist berühmt für seine Experimente mit schwarzer Magie. Ich musste im letzten Monat noch zweimal bei ihm nachsitzen. Der Mann scheint nicht zu schlafen. Letzte Woche hat er mich erst um zwei Uhr nachts rausgelassen und zwar mit der Aussage, er müsse noch mal los, und am nächsten Morgen stand er um acht wieder putzmunter vor der Klasse. Und dann das geile Zeug, das er in seinem Büro hat. Eine rote Apothekerspinne zum Beispiel, damit kann man Furunkel so groß wie Cricketbälle wachsen lassen. Er hat irgendwo im Schloss noch ein Labor, da bin ich mir sicher, wo er noch mehr so supercoole Sachen rumstehen hat, das will ich unbedingt sehen.“

Die Blutspur führte zu einer schlichten Holztür.

„Verschlossen“, stellte Black fest und überlegte.

„Lass mich mal.“ James zog sein Taschenmesser und schob es zwischen die Tür und den Rahmen. Es machte „klick“ und die Tür schwang auf.

„Tja, Black, falsch gedacht“, kommentierte James und sah hinaus in den strömenden Regen. „Sein Labor liegt nicht im Schloss.“

Black trat neben ihn und deutete durch den Regen zu einem einsamen Baum.

„Ist das die peitschende Weide, von der Dumbledore gesprochen hat?“ James nickte.

„Mag sein. Hat Pericul sich mit der angelegt?“


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