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Fanfiction

Die Hogwartsrumtreiber - Kapitel 6 - Die Sache mit dem Koffer

von Vistin

Etwas krachte und James saß gerade wie ein sizilianischer Moorstichling im Bett. Er lauschte in die Dunkelheit und da war es wieder: ein Poltern wie von fallenden Holzkisten. James riss den Vorhang auf und sprang aus dem Bett. Remus war vor ihm an der Tür und riss sie auf. Im Flur lagen zerschlagene Koffer und die Treppe nach oben war mit Kleidern und Büchern übersät. Eine riesige Gestalt stand auf dem Treppenabsatz über James und Remus, lange Arme hoben einen Koffer hoch und warfen ihn nach den Jungs. James sprang zurück und riss Remus mit sich, gerade noch rechtzeitig, bevor der Koffer vor ihnen zerschellte und seinen Inhalt auf dem Flur verteilte. James lugte vorsichtig aus der Tür, die dunkle Gestalt war verschwunden. James rannte zu seinem Nachtschrank, schnappte sich den Zauberstab und hastete die Treppe hinauf.
„Er ist aus dem Fenster gesprungen!“, rief Sirius hinter ihm. James lehnte sich aus dem geöffneten Fenster im Treppenhaus und er erkannte gerade noch einen Schatten, der in den Wald verschwand.
„Konntest du erkennen, was das war?“, fragte James als Sirius sich über ihn hinweg durch das Fenster beugte und James auf die Fensterbank drückte.
„Nein, ich habe nur gesehen, dass er groß war, sich umdrehte und mit einem Hechtsprung aus dem Fenster flüchtete.“
„Er ... er hat meinen Koffer“, stammelte Brix und trat wie in Trance an James und Sirius heran.
„Es hat mehrere Koffer zerstört. Du kannst deinen Krempel ja einsammeln“, fuhr Sirius ihn an. Brix war weiß wie die Wand, er trat näher an das Fenster und schüttelte langsam den Kopf.
„Nicht zerstört“, stammelte er weiter, „mitgenommen, es hat meinen Koffer und alle meine Sachen mitgenommen.“ Brix Stimme wurde schrill. „Meine Mutter wird mich umbringen!“
James sah erstaunt von Brix auf die zerstörten Koffer und dann aus dem Fenster. Der Schlafsaal der übrigen Gryffindor Jungs lag gegenüber dem von James. Das Wesen hatte die Koffer jedoch vom Treppenabsatz über den Schlafsälen herunter geworfen.
„Wie ist das Wesen an eure Koffer gekommen?“, fragte James und richtete seine Frage geistesgegenwärtig an Sirius.
„Mit einem komischen Zauber, glaube ich, ich bin von einem Windstoß wach geworden, der die Tür aufgedrückt und die Vorhänge fliegen gelassen hat. Die Koffer wurden aus dem Zimmer ... gesogen, als würde der zurückströmende Wind sie mitnehmen. Ich bin aufgesprungen, doch als ich an der Tür war, flog schon der erste Koffer herunter, dann der zweite und dritte, dann sah ich das Vieh aus dem Fenster springen. Eine komische Aktion, oder?“
„Was ist denn hier los?“, rief eine schneidende Stimme von unten. Professor McGonagall stand in einem Flanellmorgenrock, der mit Schottenmustern verziert war, mitten in den Trümmern der Koffer. Sie hatte die Fäuste in die Hüfte gestemmt und aus der rechten Faust ragte ein Zauberstab, dessen Spitze rot glühte.

Nur Minuten später saß James mit einem Becher heißer Schokolade im Büro des Schulleiters und erzählte Dumbledore, der einen dunkelblauen mit silbernen Sternen bestickten Morgenmantel trug, was er gesehen hatte. Sirius und Remus stimmten jedem Wort mit energischem Nicken zu. Nur Brix sah verängstigt daneben und wiegte sich hin und her, wobei er vor sich hinmurmelte. Hinter Dumbledore saß Professor Pericul auf einem Tisch und obwohl er als einziger vollständig angekleidet war, glaubte James, an seinem zerzausten Bart zu erkennen, dass man auch ihn aus dem Bett geholt hatte.
Als James seinen Bericht beendete, trat eine Pause ein, in der sich Dumbledore nachdenklich über den Bart strich.
„Vielen Dank, Mr. Potter“, sagte Dumbledore dann langsam und wandte sich an Brix, der auf eine Stelle kurz vor dem rechten vorderen Bein des Schreibtisches starrte.
„Mr. Ky, wissen Sie, wieso das Wesen Ihren Koffer geholt haben könnte?“ Dumbledores Stimme war weich und sehr ruhig, als er sich an Brix wandte. Brix schüttelte nur stumm den Kopf.
„Mr. Ky, es könnten auch Kleinigkeiten sein, die uns helfen“, versuchte es Dumbledore erneut. Da brach es aus Brix heraus: „Meine Mutter wird mich zu Golemfutter verarbeiten! Da war der Festumhang meines Onkels drin, der ist schon seit drei Generationen in unserer Familie, außerdem alle meine Bücher! Meine Mutter hat mir immer eingeschärft, alle meine Sachen immer ordentlich in den Koffer zu legen, und jetzt sowas! Letztes Jahr war der Koffer einfach so leer und jetzt ist er einfach so weg, das glaubt sie mir doch nie! Sie hat mir auch nicht geglaubt, dass ich letztes Jahr richtig gepackt habe und jetzt soll ich ihr erzählen, dass ein riesiges Wesen in unseren Schlafsaal gekommen ist und ausgerechnet meinen Koffer mitgenommen hat?“ Tränen der Verzweiflung liefen über Brix' Gesicht und veranlassten McGonagall dazu, ein Taschentuch aus dem Nichts zu holen und Brix beruhigend auf die Schulter zu klopfen.
„Wir werden Ihrer Mutter den Vorfall erklären, Mr. Ky. Und vielleicht finden sich Ihre Sachen ja auch wieder“, versuchte die Lehrerin Brix zu beruhigen.
James hatte nicht auf Brix geachtet, er beobachtete Pericul, der während des Redeschwalls aufgesprungen war. Dumbledore hatte sich zu ihm umgedreht und zustimmend genickt, was den Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste veranlasste, das Büro eilig zu verlassen.

Die Gryffindor-Jungs bekamen die beiden Zaubertrankstunden am nächsten Morgen frei und James nutzte die Gelegenheit, ungestraft auszuschlafen. Peter und Remus hielten es nicht so lange aus und saßen bereits kurz nach acht schwatzend zusammen. James hörte ihre gedämpften Stimmen nur wenn er sich halb wach auf die andere Seite wälzte. Es war keine echte Müdigkeit, sondern eher Faulheit, die ihn im Bett hielt, trotzdem fuhr er wie aus dem tiefsten Schlaf gerissen hoch.
„HALTET DOCH ENDLICH DIE KLAPPE!“, brüllte Tom und weckte damit auch die Schüler im Schlafsaal nebenan.
„Das war eine Scheißnacht und ich würde gerne ausgeschlafen zu Zauberkunst gehen, wenn Professor McGonagall schon so freundlich ist, uns die ersten Stunden freizugeben! Aber nein, Herr Lupin muss unbedingt von seinen nächtlichen Heldentaten erzählen und kann sich nicht vorstellen, dass es Leute gibt die das nicht hören wollen!“, schrie Tom weiter.
James war hellwach, und riss seinen Vorhang zur Seite - gerade noch rechtzeitig, um Remus in den Arm zu fallen, bevor dieser Tom verhexen konnte.
„Das ist er nicht wert“, erklärte James und drückte Remus' Arm weiter nach unten.
„Zieht euch an, wir gehen in den Gemeinschaftsraum“, wies er seine Freunde an und blinzelte, um wieder scharf sehen zu können. Der Zauber, der seine Sehschwäche korrigierte, funktionierte mal wieder nicht richtig.

„Wie wäre es mit einer Brille?“, fragte Jaqueline, während sie am Nachmittag neben James im Warteraum vor Madam Pomfreys Büro saß.
„Einer was?“, fragte James erstaunt.
„Augengläser, James, so etwas wie Dumbledore trägt.“ James stöhnte leise auf.
„Ich weiß, was eine Brille ist, ich bin ja nicht doof, aber so etwas tragen nur alte Männer und Bibliothekarinnen!“
Jaqueline verschränkte die Arme vor der Brust: „Mein großer Bruder hat eine Brille und er ist weder alt noch eine Bibliothekarin. Sie steht ihm wirklich gut, er hat so eine wie Ray Davies von The Kinks.“ James beobachtete Jaqueline skeptisch.
„Und wer soll das sein?“, fragte er nach einer Weile. Jaqueline schüttelte jetzt geradezu empört den Kopf.
„Achtet ihr Zauberer wirklich auf gar nichts, außerhalb eurer vier Wände? The Kinks sind eine Band, eine super tolle, ganz England spricht über die.“
James wurde von Madam Pomfrey davor gerettet, antworten zu müssen.
Als er zehn Minuten später mit neu gerichtetem, scharfem Blick aus dem Behandlungzimmer kam, erkannte er, dass Jaqueline auffällig viele glitzernde Spangen im Haar trug, das war ihm den ganzen Tag nicht aufgefallen.
„Was machen wir heute beim Kunstflug? Weißt du das noch?“, fragte er und nahm Jaqueline seinen Ranzen ab. Jaqueline antwortete nicht, sie schien an etwas anderes zu denken. Auf halben Weg zu der Wiese, auf der heute die Kunstflug-AG stattfinden sollte, blieb Jaqueline abrupt stehen und griff nach James' Arm.
„James?“, brach sie endlich das Schweigen, das seitdem sie die Krankenstation verlassen hatten, zwischen ihnen geherrscht hatte.
„Ende des Monats ist Halloween“, stellte Jaqueline fest und sah zu Boden, James musterte sie misstrauisch.
„Ich wollte eigentlich warten, ob du mich fragst, aber ...“ Sie stockte und James begann zu ahnen, worauf sie hinaus wollte.
„Ich weiß, von den Zweitklässlern gehen nicht so viele hin, aber da sollen die Zauberhüte spielen, ich habe noch nie eine Zaubererband gehört, geschweige denn, ein Konzert gesehen. Ich würde da gerne hin, aber nicht alleine.“ James lachte kurz auf.
„Klar können wir da hingehen, Sirius wollte sich die Zauberhüte auch ansehen und Remus ist ein echter Fan. Also keine Angst, du wirst schon nicht allein da sein.“
Jaqueline wirkte kurz so, als wollte sie widersprechen doch dann grinste sie breit.

„Severus?“ Lily winkte vor seinen Augen, ohne dass er reagierte. Sein Blick schien in der dünnen Schicht Luft zu stecken, die zwischen der Zeitung und der Tischplatte übriggeblieben war.
„Sev!“ Er zuckte zusammen und schien erst jetzt zu bemerken, wo er war.
„Hast du mir überhaupt zugehört?“, fragte Lily beleidigt. Severus sah sie nicht einmal an, als er die Zeitung zusammengefaltet hatte und mit einem trockenen „Nein“ vom Tisch aufgestanden war, um zu gehen.
„Oh, nein!“ Lily war aufgesprungen und hatte ihn am Ärmel gegriffen.
„Ich lasse dich nicht so einfach gehen, ich will wissen, was los ist!“
Severus hatte sich in den vergangenen Wochen irgendwie verändert und das nicht zum Besseren. An seine unfreundliche, ruppige Art war Lily gewöhnt, doch in letzter Zeit war etwas hinzugekommen. Lily hätte es Trauer genannt, wenn es nicht so fiese Auswirkungen gehabt hätte. Zum Beispiel hatte es dazu geführt, dass er sich zwei neue Lieblingsopfer ausgeguckt hatte: Anna Mitchell, die zweite muggelstämmige Gryffindor neben Lily und Sean MacDonald, einen geradezu lethargischen Ravenclaw. Seine Angriffe gegen Sean bekam Lily nur selten mit, doch wenn, dann wollte sie immer dazwischenspringen. Doch meistens stellte sich das als unnötig heraus, weil Sean in seiner drögen Art kaum mitbekam, dass er gerade beleidigt oder angegriffen worden war. Bei Anna war es anders, da musste Lily sich oft zurückhalten, um Severus nicht zu helfen. Anna hatte es geschafft, sich in den Ferien eine Arroganz anzugewöhnen, über die Lily nur staunen konnte. Anna war nur drei Tage bei ihren Eltern gewesen und dann gleich zu einer Rundfahrt von einem Zaubererhaushalt zum nächsten aufgebrochen und war jetzt der Meinung, alles über Zauberei und die Zaubererwelt zu wissen - was bedeutete, dass sie sich über eine Riesenstinkmorchel lehnte, zwei Minuten nachdem Professor Sprout erklärt hatte, dass die Dinger mit Stinksaft spuckten. Hätte Severus die Pflanze nicht angestubst, hätte Lily es getan.
„Was soll schon sein“, antwortete Severus kühl und riss sich los.
„Du bist in letzter Zeit super fies.“ Lily stockte und zog die Augenbrauen zusammen. „Ich meine damit fieser als bisher normal war.“
„Nicht gegen dich, oder? Also kann es dir doch egal sein.“
Lily zögerte und plante ihre nächsten Worte sorgfältig. Auch Severus musste Schwachpunkte haben, es war einfach unmöglich, dass er so ein Ekel war, wie er vorgab zu sein.
„Ich mache mir nun mal Sorgen um meine Freunde.“ Es war ein Test. Lily war jetzt seit mehr als einem Jahr mit Sarina befreundet, das hatte ihren Sprachschatz geschult, sie ging jetzt sehr bewusst mit Doppeldeutigkeiten um. Severus rannte blindlings in die Falle.
„Keine Angst, ich tue Sarina schon nichts an.“
„Ich meinte dich, ich mache mir Sorgen um dich.“ Lily gab sich alle Mühe, ernst und direkt zu klingen, jedes kindlich mädchenhafte Getue beiseite zu lassen. Das fiel ihr nicht leicht, immerhin war sie Papas Liebling und da servierte man solche Sätze normalerweise mit viel Zucker. Doch es gelang ihr, den richtigen Ton zu treffen. Severus war für Sekunden sprachlos, dann kam die Gegenoffensive. Er atmete theatralisch aus.
„Erinnerst du dich an den Totenschädel? Es stand ganz groß in der Zeitung am Anfang des Schuljahres. Am ersten September tauchte er zum ersten Mal auf, als die Angers getötet wurden. Dann wieder am 28. da wurde Annabel Weasley getötet und ihr Haus durch eine Explosion vernichtet. Vor drei Tagen tauchte das Zeichen über dem Hauptquartier der Vereinigung zur intermagischen Verständigung auf, keine Toten, aber das Gebäude wurde komplett ausgehöhlt, alle Akten und alles, was darin war, wurde vernichtet. Von diesen drei Fällen weiß jeder, sie standen immer auf der Titelseite. Aber schau her.“ Severus schlug die Zeitung auf und deutete auf einen kleinen Artikel auf der vorletzten Seite:



Abteilung gegen den Missbrauch von Muggelartefakten

Das Ministerium hat in der ersten Vollversammlung nach der Sommerpause beschlossen eine neue Abteilung zu gründen. Die Abteilung gegen den Missbrauch von Muggelartefakten soll unsere nichtmagischen Mitbürger vor magisch manipulierten Gegenständen schützen. In den letzten sechs Monaten wurden in Großbritannien und Irland 280 Muggel durch magisch manipulierte Muggelartefakte zum Teil schwer verletzt, das sind doppelt so viele wie in den vergangenen drei Jahren zusammen, verkündet Mr. Förfalska, Sprecher des Statistischen Amtes für Zauberangelegenheiten. In den letzten Wochen des Sommers mussten sogar erste Todesfälle verzeichnet werden, wie uns die Notfallstation des St. Mungo meldete. Das Ministerium hofft, diese Zahlen durch die neue Abteilung, die mit zwei Muggelexperten besetzt werden soll, wieder auf ein erträgliches Maß zu senken.



Lily las den Artikel und sah Severus verwirrt an. Er blätterte zurück und zeigte auf eine noch kürzere Meldung, am Rand der Kleinanzeigen.



Kobold-Familie spurlos verschwunden

Gringotts meldete das Verschwinden eines Mitarbeiters. Nach dem Aufsuchen seiner Wohnung fehlte auch von seiner Frau und Tochter jede Spur, eine freiwillige Abreise wird ausgeschlossen, weil das Haus völlig demoliert ist.



„In den letzten drei Monaten, sind Dutzende von Leuten unter merkwürdigen Umständen verschwunden oder gestorben. Keine Zauberer - Muggel, Kobolde, Hauselfen, Schrate, eine ganze Herde von Zentauren. Ich bin nur durch einen Zufall darauf gestoßen, und jetzt versuche ich herauszufinden, ob es da ein System gibt.“ Lily musterte Severus nachdenklich. Diese Geschichte war nur eine Ablenkung, ein Köder für sie, um sie von dem wahren Grund für seine miese Stimmung abzulenken. Alles andere hätte nicht zu ihm gepasst, immerhin basierte ihre Beziehung seit fast anderthalb Jahren darauf, dass sie einander eben nicht sagten, was sie bewegte. Aber wie übel musste das, wovon er sie ablenken wollte, sein, wenn er ihr dafür so etwas großes anbot?
Lily schüttelte den Kopf. Sie phantasierte. Sie hatte einfach die falschen Freunde; bei Camille war immer alles eine Intrige und Sarina legte jedes Wort auf eine Goldwaage. Es passte zu Severus, Rätsel zu lösen und dieses Rätsel war schwerwiegend genug, um ihn mehr als nur etwas nachdenklich zu machen.

„Ich dachte, das wäre normal. Ich glaubte, dass Zauberer kein Interesse an den anderen magischen Geschöpfen hätten. Da gibt es doch Abkommen, dass man sich heraushalten muss. Da war einmal dieser Mann, im Zusatzunterricht für Muggelstämmige, der hat erklärt, dass die Kobolde ein Gesetzt durchgebracht hätten, dass die Zauberer sich aus ihren Angelegenheiten herauszuhalten hätten und auch die Verhandlungen mit den Zentauern wurden von ihrer Seite abgebrochen.“
Severus schüttelte verächtlich den Kopf.
„Zauberer sind Lügner, Lily. Das Kobold-Schutz-Gesetz besagt nur, dass Kobolde keine Erlaubnis des Ministeriums brauchen, wenn sie heiraten oder Kinder bekommen wollen. Zauberer sind nur an sich selbst interessiert und wollen alle anderen beherrschen.“ Severus unterbrach sich mit einem scharfen Atemzug. Lily hatte ihn genau beobachtet, er hatte diese Worte nicht an sie gerichtet, er hatte sie nur nicht zurückhalten können. Die Beobachtung, dass Severus etwas herausgerutscht war, sorgte dafür, dass sich seine Worte in Lilys Gedächtnis einbrannten. Sie würde darüber nachdenken müssen, doch jetzt wollte sie Severus noch mehr Informationen entlocken, obwohl sie sicher war, dass er jetzt vorsichtiger sein würde.
„OK, bleiben wir bei den Muggeln, von Kobolden habe ich keine Ahnung. Du meint also, dass die Übergriffe auf Muggel zugenommen haben? Ist das Ministerium daher so sehr daran interessiert, dass Muggelstämmige nicht nach Hogwarts gehen?“ Jetzt war es an Severus, erstaunt aufzublicken.
„Wie kommst du darauf?“, fragte er neugierig und setzte sich jetzt doch wieder neben Lily an den Tisch.
„Hast du nichts von der Rückführungsinitiative gehört?“ Severus schüttelte den Kopf.
„In den Ferien haben alle muggelstämmigen Zauberer einen Brief bekommen, dass ein neues Verfahren es möglich macht, die Erinnerungen gefiltert zu löschen. Das bedeutet, dass auch Schüler, die mehrere Jahre nach Hogwarts gegangen sind, wieder zu Muggeln gemacht werden können.“
„Gemacht?“, unterbrach sie Severus erstaunt. „Wie können sie zu Muggeln gemacht werden? Sie können doch zaubern, also sind sie doch Zauberer.“
Lily glaubte tiefe Neugier und auch so etwas wie Gier in Severus' Stimme zu hören, obwohl sie das so gar nicht einordnen konnte.
„Ich glaube da müsste ich weiter ausholen, anscheinend bekommen Halbblüter nicht die Möglichkeit, sich gegen Hogwarts zu entscheiden.“ Severus nickte leicht, um zu zeigen, dass Lily erzählen soll.
„OK, Muggelkinder bekommen ihren Brief nicht unkommentiert. Der Brief wird von einem Zauberer gebracht, der auch etwas rumzaubert, um zu beweisen, dass es kein Trick ist, und er bringt Alben mit Informationen und Bildern aus der Zaubererwelt. Er ist aber auch dafür da, um zu verhindern, dass etwas schief geht. Wenn die Familie die Zaubererwelt nicht akzeptiert, oder sich besonders auffällig benimmt, so dass man ein Sicherheitsrisiko befürchten muss, dann gibt es diesen Zauber. Ich weiß nicht mehr, wie er heißt, wir hatten das mal im Zusatzunterricht, auch egal. Dieser Zauber macht alles ungeschehen. Er blockiert langfristig die magischen Fähigkeiten des Schülers und löscht das Gedächtnis der ganzen Familie. Wenn ein Zauberer in der Zeit zwischen dem elften und zwanzigsten Lebensjahr nicht zaubert, verebben die magischen Fähigkeiten. In dieser Zeit wird die Familie vom Ministerium betreut und danach ... es ist sehr selten, dass Zauberer, die blockiert worden sind, je wieder magische Fähigkeiten zeigen und wenn, dann sind das Kleinigkeiten, die als merkwürdig durchgehen können. Diese Möglichkeit, alles zu vergessen und blockiert zu werden, bekommen die Zauberer auch nach den Informationswochen. Wenn die Kinder sagen, dass sie nicht nach Hogwarts wollen, werden ihre Kräfte blockiert, und wenn sie sich auch nicht erinnern wollen, werden ihre Erinnerungen gelöscht. Das funktioniert jedoch nur für kurze Zeitspannen, die zwei Wochen Informationsveranstaltung werden mit den Erinnerungen an zwei Wochen Urlaub überspielt und gut ist. Aber wenn ein Schüler erst einmal nach Hogwarts gegangen ist, dann ist er Teil der Zaubererwelt und muss es auch bleiben. Zumindest war das bisher so, doch seit neuestem kann man auch nach Jahren einen Rückzieher machen. Die Erinnerungen werden nicht mehr gelöscht, sondern gefiltert, man erinnert sich an Freunde, an die Schulzeit, doch nicht mehr an die Zauberei. Aus Zaubertränke machen die dann Chemie, und aus Zauberkunst Hauswirtschaftslehre. Es ist so, als wäre man all die Jahre auf eine normale Muggelschule gegangen. Und man muss auch nicht mehr blockiert werden, weil die ursprüngliche Magie, die man als Kind hatte, weg ist, weil man die ja in den Jahren in Hogwarts kontrolliert hat. Wenn man aber vergisst, wie man sie kontrolliert verwendet, dann schlummert sie unverbraucht in einem drin und es passiert nichts. Soviel ich weiß hat ein Mädchen aus der Vierten das Angebot angenommen, weil sie sich in einen Muggeljungen verliebt hatte, und mit ihm auf eine Muggelschule gehen wollte. Und der neue Jahrgang ist deswegen so klein, weil diesmal besonders viele Muggelstämmige sich für die Blockade entschieden haben.“ Severus starrte nachdenklich auf den Tisch, dann sah er zu Lily auf und musterte sie gründlich.
„Wieso hast du es nicht getan? Ich dachte, du könntest Zauberei nicht leiden?“ Lily lief rot an und lächelte schief.
„Dank dir hat sich das geändert. Mit der Fokus-Formel ist Zaubern kein Problem. Außerdem konnte ich euch doch nicht alleine lassen. Sarina würde in jedes Fettnäpfchen tapsen, Naomi würde alleine mit Christal und Co. wahnsinnig werden und du würdest dich mit irgendeinem Zaubertrank in die Luft sprengen, wenn ich nicht auf dich aufpasse.“
„Ich brauche keinen ...“, wollte Severus widersprechen, doch dann bemerkte er Lilys breites Grinsen und musste lächeln.


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Am schwierigsten fand ich, das Tauchen technisch zu bewältigen und dabei auch noch zu spielen. Ich durfte nie vergessen, dass Harry Kiemen hat, also gar nicht atmet. Also hatte ich sorgsam darauf zu achten, dass ich keine Luftblasen ausatmete. Um mich herum konnte ich überhaupt nichts erkennen, ich hörte nur Jamies völlig unwirkliche Stimme. Ein absolut bizarres Erlebnis, aber ich fand es echt toll.
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