Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Ăśber uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Die Hogwartsrumtreiber - Kapitel 11 - Die vier Säulen

von Vistin

„Hattest du früher schon einmal prophetische Träume?“ Lily schüttelte den Kopf. Sie suchte nach Worten. In den letzten Tagen war so viel passiert, sie hatte noch nicht einmal Zeit gehabt, alles zu überdenken.

„Es sind keine prophetischen Träume. Es ist Hogwarts.“ Sarinas Augen verengten sich nachdenklich.

„Es klingt komisch, aber ich habe das Gefühl, als wäre das Schloss lebendig. Nein, nicht direkt das Schloss, nicht die Mauern und Gänge, eher als hätte sich hier etwas ... angesammelt, das lebendig ist.“

Lily zerzauste sich das Haar, sie hatte das GefĂĽhl, als wĂĽrden Gedanken ihr aus der Kopfhaut quellen.

„Hogwarts redet mit mir. Ich weiß, es klingt total bescheuert. Aber ... In der Nacht bevo der Brief, dass ich eine Hexe war, gebracht wurde, träumte ich von Türmen, von den sechs Türmen von Hogwarts. Ich flog um sie herum, umkreiste sie, wich ihnen aus und jedes Mal sahen sie anders aus. Als ich mich entschieden hatte, nach St. Clare zu gehen, wurde es ganz schlimm. Ich habe jede Nacht von Hogwarts geträumt. Nicht so wie man träumt, wenn man an etwas denkt. Ich habe Dinge gesehen, die ich nicht wissen konnte. Ich sah Räume, in denen ich heute Unterricht habe, ich habe Stimmen gehört, die durch Gänge schallten. Ja, es waren irgendwie Zukunftsvisionen, aber nicht meine. Nicht ich habe in die Zukunft gesehen, das Etwas kannte die Zukunft und hat sie mir gezeigt. Ich glaube langsam selbst, dass ich spinne. Selbst für Zauberer ist das Reden mit Gebäuden irre.“ Lily vergrub ihr Gesicht in den Händen, sie ahnte, dass sie gleich mächtige Kopfschmerzen bekommen würde.

„Was, glaubst du, will Hogwarts von dir?“ Lily sah Sarina verzweifelt an. Natürlich, sie hatte Sarina von ihren merkwürdigen Träumen erzählt, weil sie gewusst hatte, dass Sarina sie eben nicht für verrückt halten würde. Aber mit dieser widerspruchslosen Akzeptanz konfrontiert zu werden, war dann doch sehr verwirrend.

„Ich habe keine Ahnung. Zuerst dachte ich, es würde mich nur rufen. Aber die letzten beiden Träume waren eher eine Warnung. Dieser Mann, er hat versucht Pericul umzubringen, drei Mal schon. Pericul hat vor Wut gebebt, als der Mann weg war. Kannst du dir das vorstellen? Er hat drei Riesen in den Verbotenen Wald gebracht, um ein Treffen zwischen Pericul und den Zentauren zu sabotieren. Das war nur wenige hundert Meter von unseren Schlafzimmern entfernt!“

„Aber Dumbledore würde doch nicht einen potenziellen Mörder als Lehrer einstellen, oder?“ Lily schüttelte energisch den Kopf.

„Natürlich nicht. Aber ich glaube, der Mann ist davon ausgegangen, dass Dumbledore nicht wusste, wer die Riesen geschickt hat. Es hat sich eher so angehört, als hätten sie keine Beweise, dass er es war. Aber ich kann verstehen, wieso Pericul so überzeugt ist. Dieser Mann ist gruselig.“

„Und Hogwarts kannte den Mann?“ Lily zuckte mit den Schultern.

„Ich glaube schon. Dieser zweite Traum, der mit den Mosaiken: Ich glaube, dass das bedeuten sollte, dass dieser Mann schon immer ein Teil von Hogwarts war. Dass er ...“ Lily stutzte. Das erste Mosaik aus ihrem Traum zeigte Helga, Helga Hufflepuff.

„Wie funktionieren sprechende Bilder? Ich meine die Gemälde überall im Schloss, die reden und sich bewegen. Was verbindet sie mit den Menschen, die sie zeigen?“

„Die Bilder sind flache Momentaufnahmen der Personen. Es sind Abbilder, wie ein Handabdruck, sehr genau, aber flach und nur ein Teil der ganzen Person“, erklärte Sarina, dann hielt sie kurz inne und fragte: „Das war jetzt ein sehr spontaner Themenwechsel von dir, oder? Heißt das, dass du eine Idee hast?“ Lily grinste.

„Ja, ich habe eine Idee. Das erste Mosaik in meinem Traum zeigte Helga und einen Mann. Sie stritten sich. Das war das erste Mosaik mit dem schwarzen Mann.“ Lily stutzte erneut. Sie kannte inzwischen den Namen des Mannes, zwei seiner Namen sogar, doch sie konnte sie nicht benutzen. Jedes Mal, wenn sie an ihn dachte, wurde ihr kalt und sie befürchtete, dass ihre Zunge erfrieren würde, wenn sie den Namen aussprechen würde.

„Ich glaube, dass es mit diesem Streit begonnen hatte. In diesem Moment kam der schwarze Mann nach Hogwarts. Vielleicht weiß das alte Porträt in Slytherins Werkstatt, was das für ein Streit war.“

„Wenn es nach dem Streit gemalt worden ist und wenn der Streit in Helgas Leben wichtig genug war, vielleicht“, bestätigte Sarina. „Aber wenn dieser Mann zu Helgas Lebzeiten nach Hogwarts gekommen war, wäre er über 1000 Jahre alt.“ Lily schütelte den Kopf.

„Tut mir leid, das war falsch formuliert. Damals begann das, wovor Hogwarts mich warnen will.“ Sarina nickte nachdenklich und sah Lily prüfend an.

„Wieso warnt Hogwarts gerade dich?“, fragte Sarina dann. Lily zuckte die Schultern.

„Ich weiß es nicht, vielleicht weil nur ich zuhöre?“

* * *

„WOW.“ Sirius zündete eine Fackel an. Das war gefährlich, weil man sie dadurch besser sehen konnte und weil man nachweisen konnte, dass jemand da gewesen war. Doch diesmal ging es nicht anders, sie brauchten genügend Licht, um sich den Boden genau ansehen zu können. Das Mosaik hatte sich vollkommen verändert, es zeigte nicht nur ein ganz anderes Bild, es war auch größer geworden. Wie Ranken zogen sich Adern aus Mosaiksteinen durch die Bodenfliesen. Das Bild zeigte jetzt einen kleinen Gargoyle, verglichen mit dem alten Bild nur ein Kind, das mit goldenen Ketten auf der Brücke zum goldenen Tor festgekettet war.

„Ich war erst vor zwei Tagen hier, da was das Mosaik noch das alte, nur ein oder zwei Steinchen hatten sich geändert. Das Bild kann sich nicht über Nacht so stark verändert haben.“

„Es sieht ... nicht gesund aus.“ Remus legte den Kopf schief und ging langsam um das Bild herum.

„Es sieht aus, als wäre es viel zu schnell gewachsen. Wie ein Warzenpudding mit zuviel Kröterich.“

James musste lachen, er erinnerte sich, wie er in den Sommerferien mit Jaqueline Warzenpudding gekocht hatte, er musste sie fast eine Stunde lang überreden es zu probieren. Dann erinnerte er sich an das Gespräch mit Sirius und daran, dass er Jaqueline zur Rede stellen musste und ein flaues Gefühl in der Brust vertrieb sein Lachen.

„Vielleicht haben wir nach der falschen Sache gesucht. Vielleicht geht es nicht um Gargoyles, vielleicht geht es um Mosaike“, überlegte Remus weiter.

„Und ich musste mir einen neuen Koffer kaufen, weil der alte wurmstichig war?“, warf Sirius ein. Remus sah ihn herablassend an.

„Vielleicht ist das Mosaik nicht wegen des Gargoyles hier, sondern der Gargoyle wegen des Mosaiks. Im ganzen Schloss gibt es unzählige Gemälde, reichlich Fotos, massenweise Statuen und Rüstungen, Teppiche und einiges mehr. Aber das hier ist das erste Mosaik das ich sehe.“

„Na ja, wir haben ja auch nur einen einzigen Gargoyle gesehen, der der Brix' Koffer geklaut hat“, ergänzte Peter.

Remus hockte sich hin und legte den Finger auf den kleinen Gargoyle.

„Nur weil wir keinen zweiten gesehen haben, heißt es noch lange nicht, dass es keinen zweiten gegeben hat. Lasst uns morgen mit Brix reden, ich glaube, ich habe da mal ein paar Fragen.“

* * *

Brix wirkte nervös, als sich Remus zu ihm an den Tisch setzte. Was Remus zuerst verwirrte und ihn dazu brachte zu überlegen, ob er im letzten Schuljahr besonders gemein zu Brix gewesen war. Doch dann fiel ihm auf, dass er von Sirius und James wie von Leibwächtern flankiert wurde, was der Situation etwas eines Vollstreckungskommandos gab. Er lächelte Brix an und wies seine beiden Begleiter an, sich zu setzen.

„Ich würde gerne über deinen Koffer reden“, kam Remus direkt auf den Punkt. Brix zuckte nur genervt die Schultern.

„Das wollen seit Monaten alle, ich dachte, es wäre endlich vorbei, mein Koffer wurde geklaut, von einem Monster. Ich weiß nicht wieso, reicht das?“ Remus schüttelte den Kopf.

„Nein, ich will nicht über den Diebstahl reden. Ich will darüber reden, wieso dein Koffer letztes Jahr leer war.“ Brix zwinkerte.

„Wieso mein Koffer leer war?“

„Ja, du hast gleich am Anfang des ersten Schuljahres einen Heuler von deiner Mutter bekommen. Der Heuler hat gebrüllt ... moment, wie war das noch mal ... 'Eine Schande, ein Junge, der mit einem leeren Koffer nach Hogwarts fährt.' Das hatte sie doch geschrieben oder? Also, wieso war dein Koffer leer und wieso hast du das nicht bemerkt?“

Brix verzog verwirrt den Mund.

„Er war nicht leer. Zumindest war er nicht leicht oder so. Ich habe den Koffer schon zwei Tage früher gründlich gepackt und er war auch verdammt schwer, ich habe ihn kaum in die Ablage im Zug bekommen. Doch als ich ihn Abends öffnete war er leer, nur viel Staub drin, ein Umhang und zwei Bücher. Mein Bruder hat die ganzen Sachen bei mir im Zimmer unterm Bett gefunden. Ich habe keinen Schimmer, wie die da hingekommen sind.“ Remus grinste.

„Danke, Brix. Du hast uns echt geholfen.“

„Eh, ihr habt aber nichts mit dem Diebstahl zu tun, oder? Da waren Familienerbstücke drin, wenn ihr das wart, ist das echt nicht lustig.“

„Klar, Brix, Remus ist nicht nur ein Werwolf, er ist auch ein Gargoyle und er hat deinen Koffer für uns geklaut, weil wir deine Unterhosen so toll fanden“, scherzte Sirius. Brix' Augen huschten tatsächlich kurz zu Remus, als würde er Sirius' Worte ganz kurz ernst nehmen. Remus grinste ihn an und knurrte gespielt. Noch vor wenigen Wochen hätte sein Herz in einer solchen Situation einen Schlag ausgesetzt. Doch jetzt störte es ihn nicht. Sarah hatte recht, es war besser, jetzt wo es ausgesprochen war. Es war ihnen gelungen, Zweifel zu säen. Jeder, der jetzt einen Verdacht haben würde, müsste sich gegen viele Skeptiker durchsetzen. So konnte keiner mehr Panik machen. Und er konnte darüber reden. Vor allem Sirius hatte ihm viele Fragen gestellt, im Ernst und auch im Scherz. Dadurch war der Werwolf kein graues Monster mehr, er war ein Problem, das gelöst werden konnte, er wurde zu etwas, über das man lachen konnte. Erst vor kurzem hatten sich Sirius und Peter darüber unterhalten, ob Animagie nur sich oder auch ihre Kleidung verwandeln würden und plötzlich mischte sich Simon ein und meinte, Werwölfe würden ihre Kleidung auch nicht mitverwandeln. Eins kam zum anderen und Remus durfte vorrechnen, wie viele Paar Unterwäsche man als Werwolf im Laufe eines Jahres zerriss. Es war schön, das Tabu zu brechen. Zu hause konnte er darüber nicht reden, seine Mutter zuckte jedes Mal zusammen, wenn er es ansprach.



„Klärst du uns jetzt auf oder müssen wir dumm sterben?“ James ließ sich in die Sitzkissen unter der Treppe zum Jungenschlafsaal fallen.

„Ich glaube, dass sich etwas in Brix' Koffer versteckt hatte. Vielleicht ein kleiner Gargoyle. Da war Staub, Gargoyles verwandeln sich tagsüber in Stein, der staubt ganz schön. Und Abends war der Koffer leer, weil sich der Gargoyle zurückverwandelt hatte und aus dem Koffer abgehauen ist. Der große Gargoyle hat den kleinen vielleicht gesucht, daher hat er den Koffer geklaut, in dem der Gargoyle das letzte Mal nach Hogwarts gekommen ist.“

„Oder der große von diesem Jahr ist der kleine vom letzten Jahr, der nur Sehnsucht nach seinem Schlafplatz hatte“, überlegte Sirius.

„So schnell wachsen Gargoyles nicht. Ganz im Gegenteil, sie wachsen extrem langsam. Ein Gargoyle, der letztes Jahr in einen Koffer gepasst hat, würde heute auch noch in einen passen“, erklärte Peter.

„Streber“, kommentierte Sirius schnippisch.

„Das habe ich aus deinem Magazin! Würdest du auch wissen, wenn du den Text zwischen den Bildern lesen würdest. Weißt du, das sind die kleinen schwarzen Zeichen, wenn man die zusammensetzt, ergeben sie Wörter.“

„Brausebonbon?“, fragte Remus und hielt die Tüte zwischen Sirius und Peter. „Oder wollt ihr Zankbabys lieber einen Lutscher?“ Die Dampfbrause ließ rote und gelbe Rauchwolken aus ihren Ohren schießen und die sauren Bonbons verdrehten ihnen die Münder, so dass sie nicht weiterreden konnten. Sirius hielt sich die Nase zu und versuchte, mit geschlossenem Mund auszuatmen. Die Luft schoss ihm in die Ohren und der rote Dampf bildete Ringe. James schaffte es sich bei dem Versuch, es nachzumachen, auf die Zunge zu beißen.

* * *

Helga grinste während sich die Sitzgarnitur vor dem Kamin füllte. Lily hatte das Gefühl, dass die Räume der Gründer kein Geheimnis mehr waren, so viele Leute saßen jetzt vor ihr. Alice hatten den Zugang vor einer Woche gefunden, obwohl sie immer noch behauptete, gar nicht gesucht zu haben. Er war im Jungenklo des Gemeinschaftsraums, was ihn zum umständlichsten Eingang machte, doch Alice kam mit Hilfe des Scheinpulvers gut hinein und heraus.

Jetzt saĂź Alice auf der Lehne das groĂźen Sessels neben Severus und betrachtete die anderen Anwesenden skeptisch. Sarina hatte es sich auf dem Sofa neben Naomi bequem gemacht, auf dem Zweisitzer saĂźen Camille und Kingsley, RĂĽcken an RĂĽcken mit den FĂĽĂźen auf den Lehnen.

„Vor zwei Tagen ist ein sehr merkwürdiger Mann nach Hogwarts gekommen“, begann Lily ihren Vortrag, sie hatte die halbe Nacht wachgelegen und überlegt, wie sie es den anderen erklären sollte, ohne dass sie sie für verrückt halten würden.

„Er war nicht lange da, nur für ein paar Minuten, aber er hatte sich schon lange in der Gegend aufgehalten. Sein Name ist Tom Riddle aber er will Lord Voldemort genannt werden.“

„In der Zaubererwelt gibt es keine Lords“, stellte Alice trocken fest.

„Ich glaube nicht, dass du dich trauen würdest, ihn auf seinen Irrtum aufmerksam zu machen“, kommentierte Naomi.

„Seinen kurzen Aufenthalt konnten Naomi und ich nur wegen bestimmter Träume beobachten“, fuhr Lily fort. „Ich glaube, dass diese Träume von Hogwarts selbst kommen, der Macht, die sich hier angesammelt hat. Und dass sie uns warnen sollen.“ Lily machte eine Pause und beobachtete ihre Zuhörer. Keiner von ihnen sah aus, als würde er sie für verrückt halten, ganz im Gegenteil: Sie beobachteten sie ernst und interessiert. Selbst Camilles alltägliches, spöttisches Lächeln war verschwunden.

„In einem dieser Träume habe ich Helga Hufflepuff gesehen und daher mit dem Porträt hier gesprochen, es konnte mir einige interessante Dinge berichten. Helga? Wiederholst du bitte, was du mir gestern erzählt hast?“

„Gerne, es ist schön, dass wieder Schüler hierher kommen, es war so langweilig in all den Jahren. Früher war hier andauernd etwas los ...“

„Helga!“, unterbrach Lily das Porträt, „erzähl bitte von den vier Säulen.“

„Ja, in Ordnung. Also, wenn der Sprechende Hut von den Häusern als den vier Säulen spricht, ist das nicht nur bildlich gemeint. Die vier Häuser sind wirklich Säulen, magische Säulen, sie bestehen aus Stein, Macht und Menschen. Der Stein ist das Schloss. Hogwarts wurde nicht von Menschenhand gebaut, niemand hat die Steine gezwungen, sich zu Mauern und Türmen zusammenzuschließen, sie wurden darum gebeten. Daher verändert sich das Schloss auch von selbst, und ich meine nicht Treppen, die ihre Richtung wechseln. Ich meine Wände, die von sich aus wachsen, oder Gänge die einfach so entstehen. Der Stein will Hogwarts sein. Und wie jeder Schüler, entscheidet sich auch jeder Stein, zu welchem Haus, welcher Säule er gehören möchte. Die Macht der Häuser resultiert aus der Macht der Menschen, die ihm angehören, wobei die offizielle Zuordnung durch den Hut nichts zählt. Es ist die Gesinnung, der Wunsch zu einem Haus zu gehören, der den Ausschlag gibt. Wobei auch da nicht die schönen Floskeln zählen. Nicht jeder, der mutig ist oder sein will ist ein Gryffindor. Es ist sehr alte und sehr komplizierte Magie. Selbst die Gründer haben es nicht begriffen, zumindest nicht am Anfang. Slytherin war der erste, der merkte, dass die magischen Säulen nicht kontrolliert werden konnten, er war das Oberhaupt seines Hauses, über seine Mitglieder hatte er die größte Macht, kein anderer Gründer wurde von seinen Anhängern so angebetet, doch selbst er hatte keine Macht über die Säule. Er befürchtete, dass die Säulen gefährlich werden konnten. Er wollte Hogwarts trennen, die Häuser zu vier Schulen machen, doch da war es schon zu spät, die Säulen ließen sich weder vernichten noch trennen. Gryffindor meinte, das Gleichgewicht könnte nicht gestört werden und solange die Säulen im Gleichgewicht wären würde nichts passieren. Damit begannen die ganzen Streitereien, sie waren sich seit der Sache mit den Säulen nie wieder einig. Slytherin versuchte, die Säulen zu schwächen, einzudämmen, zu schützen. Gryffindor war risikofreudiger, er wollte sie nutzen, sie beherrschen, sie einsetzen um die Welt besser zu machen, um allen Menschen Magie zu geben. Und dann war Slytherin eines Tages weg, einfach gegangen, ohne zu sagen wohin, ohne Abschied. Gryffindor war außer sich. Er befürchtete, Slytherin hätte eine Möglichkeit gefunden, die Säulen einzudämmen und damit seine Experimente zum Scheitern zu verurteilen. Da kam es zum Streit zwischen Hufflepuff und Gryffindor. Gryffindor beschloss, die vierte Säule, Slytherins Säule, zu vernichten. Ravenclaw stellte sich auf seine Seite, nur Helga versuchte es zu verhindern. Es war ein schrecklicher Zauber. Das Schloss stürzte fast zusammen, viele Zauberer starben. Zwei Besenstunden weit in alle Richtungen starb das Vieh der Muggel an einer unerklärlichen Seuche, Pflanzen gingen ein, es folgte eine Hungersnot. Die Säule konnte nicht vernichtet werden, aber sie wurde krank, die des Hauses Hufflepuff auch. Das Gleichgewicht stellte sich wieder her, doch es war nicht mehr dasselbe.“

„Was heißt das, nicht mehr dasselbe?“, fragte Kingsley und setzte sich gerade hin, wodurch Camille fast umkippte.

„Ich bin nur ein Bild, ich habe keine Ahnung von Magie. Aber vor dem Zauber waren Hufflepuffs Anhänger die mächtigsten Zauberer der ganzen Schule, ja, wahrscheinlich von ganz Großbritannien.“ Helga erklärte ihren Hinweis nicht, doch Lily sah in den Gesichtern ihrer Freunde, dass sie verstanden.

„Wie wirkten sich die Säulen auf die Mitglieder der Häuser aus?“, fragte Severus.

„Was an 'alte, komplizierte Magie' hast du nicht verstanden?“, antwortete Helga.

„Sie wirkt sich aus, es gibt keine Einbahnstraßen in Hogwarts, vor allem nicht in der Magie, aber wie das aussieht, weiß ich nicht.“

„Und was hat das ganze mit dem schwarzen Mann zu tun, oder den Träumen?“, fragte Alice skeptisch.

„Dashalb seid ihr hier. Ich bin überzeugt, dass diese Säulen, diese alte Magie versucht, uns etwas mitzuteilen. Der Schwarze Mann ist entstanden, weil die Säulen von Hufflepuff und Slytherin verletzt worden sind, so deute ich zumindest das erste Mosaik. Wenn wir herausfinden, wie die Säulen genau verletzt wurden, dann wissen wir, wer der Schwarze Mann wirklich ist.“

Lily sah sich um, sie wartete auf eine ganz bestimmte Frage: „Wieso erzählen wir es nicht den Lehrern?“ Doch die Frage kam nicht. Ganz kurz war Lily verwirrt, doch dann schweifte ihr Blick noch einmal über ihr Publikum und es wurde ihr klar: Keiner der Anwesenden glaubte, dass ihre Träume wirklich wichtig waren, aber alle freuten sich darauf, ein Geheimnis zu lüften.

* * *

„Jaqueline!“ James schlug das Herz bis zum Hals als er Jaqueline endlich allein zu fassen bekam. Es war kein Zufall, er hatte Sirius, Remus, Peter und Crystal darauf angesetzt Jaquelines Freundinnen abzulenken und dafür zu sorgen, dass sie den Flur zur Eingangshalle allein betrat. Kaum hatte Jaqueline James bemerkt, lief sie rot an und versuchte, an ihm vorbei zu laufen.

„Was habe ich gemacht? Wieso redest du nicht mehr mit mir? Es kann ja sein, dass ich ein Blödmann bin, aber ich verstehe es nicht“, sprudelte James los, während er versuchte, Jaqueline im Weg zu stehen. Sie startete ein paar Ausweichmanöver, doch dann keilte er sie zwischen sich und der Wand ein und Jaqueline blieb mit einem resignierten Stöhnen stehen.

„Können wir das alles nicht einfach vergessen?“

„Gerne, ich bin ganz groß im Vergessen, du musst mir nur sagen, was ich vergessen soll.“

Jaqueline beobachtete James skeptisch.

„Du fandest mich nicht peinlich?“

James schĂĽttelte den Kopf.

„Wegen des Kusses? Nein, es hat ja keiner gesehen. Bei Tantchen Myriel ist das peinlicher.“

Jaqueline musste schmunzeln.

„Es ist also nichts passiert? Und wir sind Freunde wie vorher?“, fragte sie vorsichtig und offensichtlich noch immer verwirrt.

„Wenn ich keinen Mist gebaut habe und du nicht auf mich böse bist, dann schon, ja.“

Jaqueline kicherte wieder.

„Nein, ich bin dir nicht böse, ich habe mich nur geschämt, weil ich mich so doof benommen habe. Und irgendwie wurde es von Tag zu Tag peinlicher.“

„Ach, Quatsch“, winkte James ab und lächelte. „Unter Freunden ist doch nichts peinlich.“


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Ich glaube, man hätte mich für geisteskrank erklärt, wenn ich mit all dem gerechnet hätte. Wer konnte das vorausahnen? Niemand. Ich jedenfalls nicht...
Joanne K. Rowling