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Fanfiction

Horcruxe, Abenteuer und Gefühle... - Malfoy Manor

von Dracodormiens

18. Malfoy Manor

Am nächsten Morgen war Draco ausnahmsweise als erster wach. Leise stand er auf, um Hermine nicht zu wecken, und begann, Kaffee zu kochen. Sinead kam im Badeanzug von draußen ins Wohnzimmer. „Nanu? Du schon wach? Guten Morgen!“ grinste sie. „Ich bin vor dem Frühstück noch schnell in den Fluss gesprungen.“ Sie begann den Tisch zu decken. „Guten Morgen.“ erwiderte Draco, während er sich einen Kaffee einschenkte und mit einer weiteren Tasse in der Hand wieder zu Hermine verschwand. Die rieb sich gerade die Augen und wunderte sich, dass sie alleine im Bett lag, als Draco mit dem Kaffee hereinkam und sich aufs Bett setzte. „Guten Morgen, Süße.“ Sie grinste und nahm ihm die eine Tasse ab. „Guten Morgen, Süßer. Wieso bist du schon auf?“ Er zuckte die Schultern. „Ich möchte halt möglichst schnell nach Ha... nach Malfoy Manor.“ Sie schlürfte ihren Kaffee und stieg dann aus dem Bett. „Das kann ich verstehen. Dann lass uns mal richtig frühstücken.“ Als sie ins Wohnzimmer kamen, platzten sie mitten in eine Diskussion zwischen Blaise und Sinead. „Du hast doch gestern schon gemerkt, wie stark die Strömung ist!“ rief er gerade. „Das ist doch viel zu gefährlich, besonders wenn alle noch schlafen und keiner weiß, wo du bist!“ „Nun reg dich mal wieder ab, ich kann das wohl ganz gut einschätzen, schließlich schwimme ich seit meinem vierten Lebensjahr. Eben weil ich schon gestern gemerkt habe, wie stark die Strömung ist, war ich ja vorsichtig.“
„Was ist denn hier los?“ fragte Hermine vorsichtig. Die beiden drehten sich um. „Ach, Sinead musste unbedingt wie immer vor dem Frühstück schwimmen gehen und sieht nicht ein, dass das hier zu gefährlich ist.“ grummelte Blaise. Hermine setzte sich. „Naja, die Strömung ist schon recht stark, aber ich traue Sinead durchaus zu, dass sie damit fertig wird. Allerdings muss ich Blaise recht geben, Sinead, du solltest wirklich lieber Bescheid sagen.“ Sinead seufzte. „Na gut, das nächste Mal...“ Sie sah Blaise an. „Frieden?“ Er legte den Arm um sie. „Ich hatte doch nur Angst um dich...“ Sie verdrehte ein bisschen die Augen, aber sie lächelte dabei. „Ja, Mum...“

Als sie gefrühstückt hatten, brachen sie wieder auf. Draco schaute sich ständig um. Plötzlich blieb er stehen und zeigte auf einen Hügel. „Endlich! Den großen Baum da kenne ich. Es ist nicht mehr weit.“ Er steuerte auf den Hügel zu, und die anderen folgten ihm erleichtert. Insgeheim waren sie sich alle nicht ganz sicher gewesen, dass Draco den Weg finden würde...
Doch jetzt führte er sie zu einer Ruine in einem kleinen Waldstück. „Das hier gehörte mal zu unserem Besitz. Ist aber schon lange verfallen. Als mein Urgroßvater Hyperion noch lebte, war das das Haus des Wildhüters. Aber mein Großvater Abraxas hatte nie Interesse an der Jagd, er hat das Wildgehege abgeschafft. Hier beginnt der Geheimgang.“ Die vier kletterten über Steine und durch dornige Hecken bis in den Keller des verfallenen Gebäudes. Dort tippte Draco mit dem Zauberstab einen bestimmten Stein an und murmelte etwas. Daraufhin erschien eine Öffnung in der Wand, gerade groß genug zum Hindurchkriechen. „Lumos!“ sagte Draco und wollte schon hineinsteigen, doch Hermine hielt ihn zurück. „Sei nicht so unvorsichtig!“ Sie richtete ihren Zauberstab auf den Gang. „Hominum revelio!“ Doch nichts geschah. „Ok, dann los.“ Sie folgte Draco, dann stieg Sinead in die Maueröffnung, und Blaise bildete das Schlusslicht. Der Gang war eng und muffig, und Hermine fühlte sich unbehaglich. Besonders mit dem Gepäck war es nicht einfach, sich hindurchzuzwängen. Blaise musste rückwärts gehen und die Truhe hinter sich her schweben lassen. Draco beschleunigte seine Schritte. „Wir sind gleich da!“ flüsterte er. Hermine griff nach seiner Hand. „Wo endet der Geheimgang im Haus? Im Keller?“ Er schüttelte den Kopf. „In der Vorratskammer neben der Küche.“

Dann standen sie wieder vor einer Ziegelmauer. Draco tippte einen Ziegel auf der rechten Seite an. Die Mauer öffnete sich, und vorsichtig spähte er durch die Öffnung. „Hier ist niemand.“ flüsterte er und kletterte hindurch. Die anderen folgten ihm. Dichtgedrängt standen sie in der engen Vorratskammer. Draco schaute durch das Schlüsselloch der Küchentür. „Eine Hauselfe.“ sagte er leise, was Hermine zu einem Stirnrunzeln veranlasste. „Sonst niemand. Aber ich geh besser erstmal allein...“ Er stieß die Tür auf.
„Hallo, Toady.“ Die Hauselfe quiekte und drehte sich erschrocken um. „Master Draco!“ rief sie erstaunt. Draco legte den Finger auf den Mund. „Ist noch jemand im Haus?“ Die Elfe schüttelte den Kopf und sah ihn misstrauisch an. „Toady hat gehört, dass Master Lucius nicht mehr in Azkaban ist, aber er war noch nicht hier. Mistress Narcissa ist vor einigen Wochen von Master Professor Dumbledore abgeholt worden, kurz bevor Master Avery und Master Yaxley hier auftauchten und sie suchten. Seitdem sind die Hauselfen ganz allein gewesen und haben versucht, das Haus in Ordnung zu halten.“
Sie verbeugte sich tief. „Toady steht es zwar nicht zu, neugierig zu sein, aber Toady bittet um Erlaubnis, Master Draco eine Frage zu stellen.“ Als Draco eine auffordernde Handbewegung machte, fuhr die Elfe fort: „Toady hat auch gehört, dass Master Draco nicht mehr dem Dunklen Lord dient. Ist das wahr, Master Draco?“ Draco nickte. Das Gesicht der Hauselfe leuchtete auf. Sie verbeugte sich noch einmal. „Toady, Lucius hat Narcissa und mich enterbt.“ sagte Draco. „Du musst mir also nicht mehr gehorchen, nur noch Lucius ist dein Master.“ Erschrocken sah die Elfe ihn an. „Oh, Master Draco, das muss Master Lucius Toady selbst befehlen. So lange muss Toady auch Master Draco gehorchen.“
Erfreut grinste Draco. Jetzt kamen auch endlich die anderen drei hinter ihm aus der Vorratskammer. Sinead, die noch nie eine Hauselfe gesehen hatte, betrachtete Toady unauffällig, aber fasziniert. Die Elfe verbeugte sich dreimal tief. „Oh, Master Draco hat Freunde mitgebracht. Toady wird sofort drei Gästezimmer vorbereiten.“ Die Elfe wollte schon losflitzen, da rief Draco sie grinsend zurück. „Stop, Toady, ein Gästezimmer genügt... Miss Hermine schläft bei mir, und Miss Sinead und Master Blaise teilen sich auch ein Zimmer.“ Die Elfe wurde ein bisschen rot, was bei einer Elfe sehr lustig aussah, nickte aber und verschwand dann aus der Küche. Die vier hörten sie die Treppe hinaufeilen.

Hermine beschloss, die Diskussion über Elfenrechte auf später zu verschieben. Mit Dracos Verhalten der Hauselfe gegenüber war sie eigentlich recht zufrieden.

Draco sah seine Freunde an. „Na, dann zeige ich euch mal das Haus, dann können wir auch gleich das Gepäck loswerden.“ Er ging ihnen voran und stieß die Tür zu einem langen Korridor auf. „Also, dieser Korridor führt in die Eingangshalle“, sagte er, während er vorausging. An den Wänden hingen Gemälde von früheren Mitgliedern der Familie Malfoy. Dann standen sie in der Halle. Hermine und Sinead sahen sich fasziniert um. Blaise war nicht ganz so beeindruckt, das Haus seiner Mutter sah ähnlich aus. Aber auch er schaute interessiert umher. Die Halle war mindestens sieben mal sieben Quadratmeter groß und zwei Stockwerke hoch. An der einen Seite war eine imposante Eingangstür aus schwarzem Holz, und ihr gegenüber führte eine breite Treppe nach oben. Neben der Treppe führten auf beiden Seiten Korridore in die Tiefe des Hauses. Aus dem linken waren sie gerade gekommen. „Da hinten ist das Reich der Hauselfen.“ erklärte Draco. Dann zeigte er auf je zwei Türen an den Seiten der Halle. „Das Esszimmer, Lucius` Arbeitszimmer, das private Zimmer meiner Mutter, das Wohnzimmer.“ zählte er auf. Dann führte er sie die Treppe hinauf. Die Treppe teilte sich auf Höhe des ersten Stockwerkes. Hier führte nur eine Tür geradeaus. „Der Ballsaal.“ sagte Draco, dann ging er die rechte Treppe hinauf in den zweiten Stock. „Links ist das Schlafzimmer meiner Eltern und noch einige Gästezimmer. Hier auf der rechten Seite ist mein Zimmer, mein ehemaliges Spielzimmer, mein früherer Unterrichtsraum, drei Bäder und noch zwei Gästezimmer.“ Er öffnete die Tür zu einem der Zimmer. „Ladies first.“ Hermine und Sinead traten über die Schwelle.

Die Mädchen stellten die Rucksäcke und die Truhe ab und ließen sie sich in zwei Sessel fallen. Wider Willen war Hermine ziemlich beeindruckt. Es war ein großer, heller Raum. In der Mitte der einen Wand stand ein großes Himmelbett mit dunkelgrünen Vorhängen. Gegenüber war ein Kamin, um den einige gemütliche Sessel angeordnet waren.. An den Wänden standen Schränke und Regale aus dunklem, edlem Holz. Aus einer kaum sichtbaren Tür kam jetzt die Hauselfe Toady geflitzt. „Toady hat das Bett des Masters neu bezogen und das Gästezimmer und das Bad gegenüber für den anderen Master und die Dame vorbereitet.“ sagte sie atemlos. „Wenn der Master oder eine der Damen sich frisch machen möchten, Toady hat gerade ein Bad eingelassen.“ Und sie zeigte auf die Tür, aus der sie eben gekommen war. Neugierig stand Hermine auf und stieß die Tür weiter auf. Sie blickte in ein ganz in Silber gehaltenes Badezimmer. In der Mitte des Raumes war eine Badewanne von der Größe eines kleinen Swimming-Pools in den Boden eingelassen, ähnlich wie im Vertrauensschülerbad in Hogwarts. Draco trat hinter sie und legte die Arme um sie. Sie legte für einen Moment ihren Kopf an seine Schulter. Dann löste sie sich wieder von ihm. „Aber baden möchte ich jetzt eigentlich nicht. Wo ist denn nun die berühmte Bibliothek?“ lächelte sie. Draco grinste. „Tja...“ Sie gingen wieder in den ersten Stock hinunter, und er öffnete die Tür zum Ballsaal. „Wenn man die Maße des Hauses innen und außen vergleicht, stimmt alles.“ erklärte er. „Aber der Ballsaal ist magisch vergrößert worden und hat eine Geheimtür bekommen.“ Er durchquerte den Saal. Ohne dass sie mitbekamen, wie er das machte, erschien plötzlich eine breite Eichentür in der Wand.

„Der größte Bücherwurm zuerst...“ Draco ließ Hermine den Vortritt. Als sie langsam die schwere Eichentür aufschob, ließ er mit einem Schlenker seines Zauberstabes die dicken Vorhänge zur Seite gleiten, so dass die Sommersonne die Bibliothek in warmes Licht tauchte. Der Raum war mindestens so groß wie der Ballsaal, und jeder Zentimeter der Wände war bis zur Decke mit Regalen bedeckt, an denen alle paar Meter Leitern lehnten. In der Mitte des Zimmers stand ein großer Tisch, auf dem Bücher und Pergamente lagen. Staunend ging Hermine mit schräg gelegtem Kopf an den Reihen entlang. Sinead, Blaise und Draco folgten ihr und sahen sich ebenfalls um. „Da hinten sind die schwarzmagischen Bücher“, sagte Draco und zeigte auf ein Regal. Doch bevor Hermine sich darauf stürzen konnte, tauchte Toady in der Tür auf. „Soll Toady den Lunch im Esszimmer servieren oder hier, Master Draco?“ fragte sie, während sie sich tief verbeugte. Sinead sah auf die Uhr. „Oh, es ist tatsächlich schon Mittag!“ rief sie überrascht. „Im Esszimmer, Toady, wir kommen gleich.“ sagte Draco. Er legte den Arm um Hermines Schultern. „Falls du dich losreißen kannst...“ grinste er. Hermine warf einen langen Blick auf die Bücher und seufzte, doch dann knurrte ihr Magen, und sie sah ein, dass Mittagessen vielleicht keine ganz schlechte Idee wäre nach der anstrengenden Wanderung.

Im Esszimmer war der Tisch für vier Personen gedeckt, und sobald sie sich gesetzt hatten, erschienen die Speisen auf den Tellern. Sie merkten jetzt erst, wie hungrig sie waren, denn auch das Abendessen war ja nicht sehr reichhaltig und abwechslungsreich gewesen. Als sie fertig waren und sich satt und zufrieden zurücklehnten, gab es ein kleines Plopp und die schmutzigen Teller verschwanden. „Habt ihr nur die eine Hauselfe?“ fragte Hermine besorgt, denn vier Personen zu versorgen war sicher viel Arbeit für eine einzige Elfe, auch wenn sie zaubern konnte. Doch Draco schüttelte den Kopf. „Wir haben drei. Toady ist nur die einzige, die sich zeigen darf und den anderen beiden dann Befehle überbringt. Hauselfen sollen ja möglichst unsichtbar arbeiten, und mein Vater will am liebsten überhaupt keine Elfen mehr sehen, seit Harry Dobby befreit hat.“ „Wer ist Dobby, und wieso hat Harry ihn befreit?“ fragte Sinead. Hermine erzählte schmunzelnd die Geschichte. Sinead und Blaise lachten, und auch Draco grinste. „Ehrlich, ich bin ja kein Unterstützer deiner S.P.E.W.-Initiative. Die meisten Elfen sind völlig verrückt nach Arbeit und Sklaverei, sie wollen gar nicht befreit werden. Aber Dobby scheint es zu gefallen. Ich hab ihn ja neulich in Hogwarts wiedergetroffen. Er schien sich sogar zu freuen, mich zu sehen.“ „Du scheinst auch nicht so gemein zu Hauselfen zu sein wie dein Vater.“ sagte Hermine. Draco zuckte die Schultern. „Dobby mochte ich sogar immer ganz gern. Wie er damals meinen Spielzeugbesen verzaubert hat...“ Er grinste bei der Erinnerung. „Außerdem war er auch mein Spielkamerad, viele andere Kinder kannte ich ja nicht, außer die von Freunden meines Vaters. Und mal ehrlich, Dobby ist um einiges intelligenter als Vincent und Gregory...“ Hermine und Blaise lachten.

Doch dann schob Draco seinen Stuhl zurück und stand auf. „Wir sollten mal an die Arbeit gehen...“ Die vier schleppten sich mit ihren vollen Bäuchen die Treppe hinauf. Blaise ließ sich faul in einen Ohrensessel fallen und rief: „Accio Buch ganz links!“ und deutete mit dem Zauberstab auf eins der Regale, die der schwarzen Magie gewidmet waren. Die anderen taten es ihm nach. Doch bis Toady ihnen den Fünf-Uhr-Tee servierte, hatten sie noch nichts entdeckt. Draco, dessen Vorschlag es ja gewesen war, nach Malfoy Manor zu gehen, wurde von Minute zu Minute frustrierter. Endlich warf er mit einem Knall das Buch auf den Boden. Erschrocken zuckten die anderen zusammen.

„Lasst uns morgen weitermachen... Mir flimmern schon die Buchstaben vor den Augen!“

„Wir sollten vielleicht noch Toady fragen“, schlug Hermine vor. „Kreacher wusste schließlich auch ziemlich viel über die Gründer.“ Doch Toady konnte ihnen leider nicht weiterhelfen. Seufzend legte Hermine ihr Buch weg. „Na gut, dann eben morgen.“

Nachdem Toady ihnen am nächsten Morgen das Frühstück am Bett serviert hatte, verschwanden sie sofort wieder in der Bibliothek.
Nach etwa einer Stunde schrie Sinead plötzlich auf. „Ich hab was!“ Sie las vor: „Um einen mit schwarzer Magie verschlossenen Gegenstand wieder zu öffnen, müssen exakt die gleichen Umstände wieder herbeigeführt werden, die beim Verschließen herrschten.“ Ratlos sah sie auf. „Woher sollen wir denn wissen, unter welchen Umständen diese blöde Truhe verschlossen wurde?!“ Angestrengt überlegten die vier. „Gehen wir erstmal davon aus, dass das Horcrux erst in der Höhle in die Truhe gelegt wurde...“ sagte Hermine nachdenklich. „Sonst sind wir sowieso aufgeschmissen. Ist hier in der Nähe eine Höhle?“

Draco nickte. „Unten am Fluss.“ „Müssen wir wieder durch den Geheimgang?“ stöhnte Blaise. Er war mit Abstand der größte von ihnen und hatte sich in dem engen Gang nicht besonders wohlgefühlt, vor allem, weil er sich auch noch um die Truhe kümmern musste. „Müssen wir wohl... Wir wissen ja nicht, ob sich irgendwelche Ministeriumszauberer oder sogar mein Vater draußen herumtreiben. Diesmal kann ich die Truhe nehmen, wenn du willst...“ bot Draco an.

Sie machten sich mit der Truhe auf den Weg durch die Küche in den Geheimgang. Blaise fluchte leise, als er sich den Kopf stieß. Er ging voran, während diesmal Draco das Schlusslicht bildete. Das war allerdings keine so gute Idee, wie sie merkten, als sie am Ende des Ganges angekommen waren und Draco über Hermine und Sinead an Blaise weiterzugeben versuchte, wie er welchen Stein berühren und was er jeweils dazu sagen musste. „Das hätten wir besser vorher besprechen sollen...“ stöhnte er. Endlich hatte Blaise den Durchgang geöffnet. Vorsichtig schaute er sich um, dann kamen auch die anderen aus dem Gang und streckten sich erstmal.

Plötzlich wandten sich Blaise und die Mädchen erschrocken um. Die Truhe war zu Boden gepoltert. Draco, der als letzter aus dem engen Durchgang geklettert war, hatte sie fallen lassen und griff mit der Hand nach seinem linken Unterarm. Schweigend sahen die anderen zu, wie er den Ärmel hochzog und sein Dunkles Mal entblößte, das auf einmal dunkelrot glühte. Er verzog das Gesicht. „Tut das sehr weh?“ fragte Sinead leise. Er schüttelte den Kopf. „Bisher brennt es nur etwas. Aber wenn ich nicht reagiere, wird es etwa drei Stunden lang immer schlimmer. Das ist schon einmal passiert, vor ein paar Wochen.“ Entschlossen richtete er seinen Zauberstab wieder auf die Truhe. „Locomotor! Zur Höhle geht es dort entlang.“

Sie wanderten hinter Draco her durch das Wäldchen zum Fluss hinunter. Das Ufer war an dieser Stelle sehr steil und dicht bewachsen.. Draco setzte die Truhe ab und sah sich um. „Ich war seit bestimmt sechs Jahren nicht mehr hier. Es gab mal einen schmalen Weg da hinunter, der an einer Höhle vorbeiführte. Am besten, ihr wartet hier, und ich seh mal nach...“ Er begann, das Ufer hinunterzuklettern. Die anderen beobachteten ihn besorgt, denn es war wirklich recht steil. „Au!“ schrie er einmal, als er ins Rutschen geriet und sich ausgerechnet an einem Dornenzweig festhielt. Dann verschwand er zwischen den Büschen.
Er dachte daran, wie er die Höhle entdeckt hatte. Er war ungefähr neun Jahre alt gewesen. Sein Vater hatte einen Wutanfall bekommen, weil Draco einen Zauberspruch einfach nicht hinbekam, und Draco war aus dem Haus geflüchtet. Dabei war er zufällig auf die Höhle gestoßen. Sie war etwa zwei Jahre lang sein Zufluchtsort gewesen. Draco teilte vorsichtig die Zweige und sah sich um. Hier irgendwo musste der Eingang sein... Dann entdeckte er ihn. Langsam ging er darauf zu. Ob es klug war, die Höhle allein zu betreten? Jetzt, wo er sie gefunden hatte, sollte er lieber die anderen holen. Aber er hatte keine Lust, den mühsamen Weg gleich noch einmal zu machen. Draco wusste, dass die Höhle mit einem gewundenen Gang begann, man konnte von drinnen nicht nach draußen sehen. Aber von draußen auch nicht nach drinnen. Sein Zauberstab erhellte nur ein kurzes Stück des Ganges. Als seine Augen sich daran gewöhnt hatten, ging er vorsichtig weiter. Dann erinnerte er sich an den Geheimgang und Hermines Zauberspruch. „Hominum revelio!“ Doch nichts geschah. Jetzt sicher, dass niemand in der Höhle war, ging Draco etwas schneller. Dann erreichte er das Ende des Ganges und stand in der eigentlichen Höhle. Erschrocken schaute er auf ein Feldbett mit einer dunkelgrünen Decke. Daneben waren die Reste eines Feuers zu sehen, und einige Lebensmittel lagen herum. Zögernd und sich ständig umdrehend schritt er näher heran. Dann sah er, was er insgeheim befürchtet hatte. Das Malfoysche Familienwappen auf der grünen Decke. Draco wirbelte nervös herum, weil er meinte, ein Geräusch gehört zu haben. Doch niemand war zu sehen. Er musste hier so schnell wie möglich verschwinden... Eilig rannte er zum Ausgang und kletterte den steilen Pfad wieder hinauf.

Hermine und die anderen hatten schon begonnen, unruhig zu werden, und wollten ihm soeben den Pfad hinab folgen, als er mit zerrissenem Hemd und schlammiger Hose wieder auftauchte. „Lucius!“ keuchte er außer Atem. Erschrocken zogen die drei ihre Zauberstäbe hervor, doch er schüttelte den Kopf. „Im Moment... ist er nicht da.“ stieß er hervor und atmete einmal tief durch. „Sein Dunkles Mal muss ja auch gebrannt haben.“ Hermine wurde blass beim Gedanken daran, in welcher Gefahr Draco geschwebt hatte. Dass Lucius seinen Sohn umbringen wollte, schien ihnen inzwischen ziemlich sicher zu sein. Sie fiel ihrem Freund um den Hals. „Wir hätten dich nie allein gehen lassen dürfen!“ Draco drückte sie einmal kurz an sich. „Wir sollten erstmal schleunigst hier verschwinden, wer weiß, wann er wiederkommt.“ Blaise und Sinead nahmen die Truhe zwischen sich, und sie machten sich eilig auf den Weg zurück zum Geheimgang. Währenddessen berichtete Draco ein wenig ausführlicher, was er in der Höhle vorgefunden hatte.

Als sie in der Vorratskammer aus dem Durchgang kletterten, schloss Draco ihn besonders sorgfältig hinter sich und legte noch einige Extra-Zauber darüber. Dann setzten die vier sich in die Bibliothek. Draco starrte auf den Boden und rieb sich geistesabwesend den linken Arm. Die Schmerzen wurden immer stärker. Ihm war klar, dass sie haarscharf an einer Katastrophe vorbeigeschrammt waren. Es war unvorsichtig gewesen, allein in die Höhle zu gehen. Und doch... ein wenig wünschte er sich, sein Vater wäre dagewesen. Er wollte ihn zur Rede stellen!

„Und jetzt?“ brach Hermine das Schweigen. „Können wir davon ausgehen, dass Lucius den Geheimgang nicht kennt, wenn er in der Höhle haust, oder müssen wir damit rechnen, dass er im Haus auftaucht?“ Draco zuckte die Schultern. „Toady!“ rief er. Mit einem lauten Plopp erschien die Hauselfe. „Cubby! Sunny!“ Zwei weitere Plopps ertönten, und zwei Hauselfen sahen sich ängstlich um, denn normalerweise war es ihnen nicht gestattet, sich zu zeigen. Hermine lächelte sie beruhigend an, doch das schien sie nur noch nervöser zu machen, und sie verbeugten sich tief vor Draco. „Master Draco hat uns gerufen?“
„Wir würden euch gern etwas fragen.“ sagte Draco. „Toady, du weißt, durch welchen Geheimgang wir ins Haus gekommen sind. Kannst du mir sagen, ob mein Vater den auch kennt?“ Toady schüttelte den Kopf. „Nein, da ist Toady ganz sicher.“ Die vier atmeten erleichtert auf. „Gibt es noch mehr Geheimgänge ins Haus, und wisst ihr, ob Lucius die kennt?“ fragte Draco weiter. Sunny und Cubby sahen sich an. „Es gibt mehrere Geheimgänge ins Haus, die die Hauselfen alle kennen. Es gibt eine Hauselfentradition, dass jedes Kind im Haus einen Geheimgang verraten bekommt, aber dass in der Zaubererfamilie nie mehr als einer Person derselbe Gang bekannt ist.“ „Das heißt also, mein Vater kennt einen anderen Geheimgang?!“ Erschrocken sprang Draco auf und lief im Zimmer auf und ab. „Warum ist er dann noch nicht ins Haus gekommen?“ Sunny verbeugte sich tief. „Master Draco, in diesem Fall ist der betreffende Gang schon vor Jahren verschüttet worden. Vielleicht hat Master Malfoy es versucht, aber es ist ihm nicht gelungen.“

Das war zumindest eine große Erleichterung. Aber diese Information löste nur eines ihrer Probleme. Wie sollten sie in die Höhle kommen, um die Truhe zu öffnen?! Draco schickte die Elfen wieder weg, nachdem er sich bedankt hatte. Lucius beim Ministerium zu verraten verwarfen sie nach kurzer Überlegung, denn auch Draco war ja mehr oder weniger inoffiziell unterwegs, und außerdem, wenn man es genau nahm, illegal hier, nachdem Lucius sich von Narcissa getrennt hatte. Und bei einer anonymen Meldung würde das Ministerium sicherlich auch Malfoy Manor unter die Lupe nehmen.
„Ich könnte ihn weglocken, und ihr geht währenddessen mit der Truhe in die Höhle...“ Doch dieser Vorschlag von Draco wurde einstimmig abgelehnt. „Du spinnst wohl!“ sagte Hermine nur. Angestrengt dachten die vier eine Weile nach, bis Draco ärgerlich aufsprang. „Ich kann mich nicht mehr konzentrieren, dieses verdammte Mal lenkt mich ab... Nicht, weil es wehtut, sondern weil ich mich ständig frage, was der Dunkle Lord von den Todessern wollte...“
Hermine stand auf. „Lass uns eine Pause machen. Du könntest ein Bad nehmen, du hast es echt nötig.“ Draco hatte tatsächlich für eine Weile seine Eitelkeit vergessen... „Und ein bisschen Entspannung tut uns sicher gut.“, setzte sie noch hinzu. Blaise und Sinead wollten noch ein wenig in der Bibliothek recherchieren, aber Hermine und Draco verschwanden in Dracos Zimmer.

Hermine sah auf die Uhr. Es war etwa zwei Stunden her, dass sie in der Wildhüterhütte aus dem Geheimgang geklettert waren. Sie begann langsam, Dracos zerrissenes Hemd aufzuknöpfen und strich ganz vorsichtig über das glühende Mal. „Tut es sehr weh?“ flüsterte sie. „Es ist noch auszuhalten...“ murmelte er, obwohl es sich inzwischen anfühlte, als würde sich das Mal bis auf den Knochen durchbrennen. Ihre Hände waren trotz der Hitze kalt, die kühle Berührung tat gut. Er schloss für einen Moment die Augen. „Eigentlich würde ich lieber kalt duschen als baden bei dem Wetter...“ „Hauptsache, du wirst jetzt mal diesen Schlamm los.“ lächelte Hermine und streifte ihm das Hemd von den Schultern.

Als Draco wieder aus dem Bad kam und sich die Haare trockenrubbelte, hatte Hermine sich mit einem Buch in einem Sessel zusammengerollt, las aber nicht, sondern starrte nachdenklich vor sich hin. Sie sah auf und lächelte.
„Vielleicht muss es gar keine Höhle sein, vielleicht müssen wir die Umstände nur möglichst genau nachahmen, also Dunkelheit, Erdboden, Steindecke. Habt ihr einen Keller?“ Draco nickte und setzte sich auf die Armlehne des Sessels. „Das ist eine prima Idee. Ich hatte auch noch eine Idee, lass uns mal zu den anderen.“ Hand in Hand gingen sie wieder in die Bibliothek.

„Wir haben noch einen Spruch gefunden, den wir bisher nicht hatten.“ rief Sinead ihnen entgegen. „Levioperculum.“ „Der hört sich gar nicht so schlecht an.“ meinte Draco. „Mir ist auch noch etwas eingefallen. Harry hat doch erzählt, wie er mit Dumbledore das Medaillon vernichtet hat. Das ging ja nur, weil sie zu zweit waren. Vielleicht müssen wir es einfach einmal gemeinsam versuchen, die Truhe zu öffnen, nicht abwechselnd wie bisher?“ Erstaunt sahen die anderen ihn an. „Warum sind wir da nicht früher drauf gekommen?!“ rief Hermine. „Das sollten wir sofort ausprobieren.“

„Und wie kommen wir in die Höhle?“ fragte Blaise missmutig. „Ach so, ich hatte da auch noch einen Einfall.“ erklärte Hermine ihre Idee. Dann ließen sie die Truhe vor sich her schweben in Richtung Keller. „Halt, wartet“, rief Sinead plötzlich. „Der Basiliskenzahn!“ Hermine schlug sich vor die Stirn. „Das Wichtigste fast vergessen... Accio Zahn!“ Der lange Zahn kam durch die Luft gesaust, und sie fing ihn geschickt auf. „Hoffentlich brauchen wir ihn wirklich endlich...“ seufzte sie.

Doch auch ihre Versuche, die Truhe zu zweit zu öffnen, brachten keinen Erfolg. Nach etwa zwei Stunden gaben sie erschöpft auf. „Wir haben ja noch längst nicht alle Sprüche probiert...“ meinte Hermine aufmunternd. „Morgen machen wir gleich weiter!“ Sie ließen die Truhe im Keller stehen und machten es sich noch einen Augenblick in der Bibliothek gemütlich. Hermine kuschelte sich mit einem Buch in einen Sessel, während die anderen drei einige Partien Exploding Snap spielten. Schließlich gähnte Sinead. „Ich glaube, ich gehe ins Bett.“ Die anderen schlossen sich an.



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