
von Cho17
Simply Red - Sunrise
As I look into your eyes I see the sunrise
The light behind your face sends me new vibes
Ich sitze an der Bar. Allein. Wie schon den ganzen Abend. Ich beobachte die Leute um mich herum, wie sie sich sinnlos betrinken, mit ihren Freunden tanzen oder schon ihren One-Night-Stand fĂŒr diese Nacht abschleppen. Vorhin habe ich noch Blaise mit einem MĂ€dchen aus Ravenclaw tanzen sehen. Naja, man konnte es eigentlich schon Vorspiel nennen. Jetzt sind sie verschwunden, wahrscheinlich auf der Toilette. So ist Blaise eben. Keine Zeit verlieren. Ich nippe an meinem Drink. Es schmeckt scheuĂlich, irgend so ein Gesöff, das Pansy mir vorhin zusammen gemischt hat, bevor sie mit Millicent die TanzflĂ€che gestĂŒrmt hat. Aber es erfĂŒllt seinen Zweck. Ich sehe sie in der Menge, wie sie im Rhythmus der Musik auf und ab springt, so, als ob sie die Welt um sich herum vollkommen vergessen hat. Bin ich froh, dass ich mich nicht so lĂ€cherlich mache. Mein Blick schweift weiter durch den Raum. Viel kann ich nicht erkennen, denn eine dicke, grĂŒnliche Nebelwolke aus Zigarretenqualm und irgendwelchen schiefgegangen Experimenten der Weasleyzwillinge wabert ĂŒber den Köpfen der SchĂŒler hinweg. Was mache ich eigentlich hier? Ich langweile mich hier schon stundenlang und das nur, weil meine so genannten Freunde mich her geschleppt haben. Tagelang ist mir Pansy schon in den Ohren gelegen, das wĂ€re doch unser Abschlussball, den dĂŒrfte ich doch nicht versĂ€umen. Jetzt bin ich eben hier. Und plötzlich sehe ich sie. Die grĂŒnen Smaragde, die wie Sterne durch den abgedunkelten Raum funkeln. Es kommt mir seltsam vor, dass auĂer mir niemand dieses Strahlen zu bemerken scheint. Plötzlich blicken mir die Smaragde direkt in die Augen. Erst jetzt wird mir bewusst, dass ich dich die ganze Zeit angestarrt habe. Deine Augen haben wieder dieses Funkeln, als zu mich anlĂ€chelst. UnauffĂ€llig, so dass es niemand merkt. Ich lĂ€chle zurĂŒck, kann meinen Blick einfach nicht von dir abwenden. Meine schlechte Laune, die mich schon den ganzen Abend nervt, ist plötzlich verschwunden.
We sleep and sometimes love until the moon shines
Maybe the next time Iâll be yours and maybe youâll be mine
I donât know if itâs even in your mind at all
Kannst du dich noch an die letzte Nacht erinnern? Du wirfst mir wieder diesen absolut verruchten Blick zu und da weiĂ ich, dass du gerade genau die gleichen Gedanken hast, wie ich. Gestern haben wir uns, wie so oft in letzter Zeit, auf dem Astronomieturm getroffen. Wir hatten die ganze Nacht fĂŒr uns, doch du warst ungeduldig, so wie immer. Ich merke, wie mein Herz ein bisschen schneller schlĂ€gt, als ich daran denke, wie du mich fast besinnungslos gekĂŒsst hast und mich dann genommen hast. Ich bin jedes Mal ĂŒberrascht, wie sanft und zĂ€rtlich du mit mir umgehst, wo ich dich sonst doch nur ganz anders kenne. Du hast den Blickkontakt immer noch nicht unterbrochen und in diesem Moment wĂŒnsche ich mir wieder einmal mit dir ganz woanders und vor allem allein zu sein.
Can we meet at this moment in time
Is it in your mind at all
It should be me, it couldâve been me
Nun kann ich mich doch von deinen Augen losreiĂen und lasse meinen Blick ĂŒber deinen Körper schweifen. Ich kenne jeden Zentimeter deiner Haut auswendig, habe sie schon so oft mit meiner Zunge und meinen HĂ€nden erkundet. Ich könnte mit verbundenen Augen eine Karte davon zeichnen. Das dunkelgrĂŒne Hemd, das du trĂ€gst, passt perfekt zu dir. Gestern hast du es mir gezeigt und mich gefragt, was ich davon halte. Es betont deine Augen. Ich verweile kurz auf deinen krĂ€ftigen Oberarmen. Wie sehr ich es liebe, wenn du mit deinen Muskeln spielst! Schnell lasse ich meinen Blick weiter deine Arme hinunter gleiten, bevor noch jemand meine GĂ€nsehaut bemerkt. Als ich mit meiner Erkundung bei deiner Hand ankomme, stockt mir plötzlich der Atem. An diesem Bild stimmt etwas ganz und gar nicht. Deine Finger sind mit einer anderen Hand verknotet und sofort schnellt mein Blick nach oben. NatĂŒrlich. NatĂŒrlich bist du mit ihr hier. Wie sollte es auch anders sein? Du hast es mir schon tausend Mal erklĂ€rt. Wir mĂŒssen den Schein wahren, sagst du immer. Ich weiĂ, dass du Recht hast, aber es tut trotzdem weh. Jetzt beugt sie sich nach vorne und ihre grĂ€sslich roten Haare versperren mir die Sicht auf dich. Ich wende meinen Blick ab. Ich will nicht sehen, wie sie dich anschmachtet, dich womöglich kĂŒsst und du alles ĂŒber dich ergehen lassen musst.
Youâre mine forever
Forever...ever...
Du hast mir gesagt, dass du an mich denkst, wenn du sie kĂŒssen musst und ihr deine Liebe vorheucheln musst. Ich weiĂ, dass du mir gehörst, dass du immer mir gehören wirst. Ich bin alles fĂŒr dich, du wirst mich niemals verlassen. Ich weiĂ es, weil es umgekehrt genauso ist.
Wonder if true life would have come home to you
And the love you want forever will make it true to you
Du lebst eine LĂŒge, in der du niemals du selbst sein kannst. Deswegen flĂŒchtest du dich in meine Welt, in der wir beide unsere Masken fallen lassen können. Ich wĂŒnsche mir so sehr, dass wir es irgendwann schaffen, unsere Liebe nicht mehr zu verstecken, dass wir es allen zeigen können. NatĂŒrlich wĂŒrde es nicht einfach sein, aber wann ist das Leben denn schon einfach?
We sleep and sometimes love until the moon shines
Maybe the next time Iâll be yours and maybe youâll be
mine
I donât know if itâs even in your mind at all
Can we meet at this moment in time
Ich beobachte deine kleine Freundin dabei, wie sie versucht, dich auf die TanzflĂ€che zu ziehen und grinse in mich hinein. Wie oft habe ich schon versucht, dich zum tanzen zu bringen. Ich erinnere mich noch genau an diese Nacht, es muss ungefĂ€hr zwei Monate her sein. Wir waren im Raum der WĂŒnsche und es war wohl der romantischste Abend, den wir je zusammen verbracht haben. Der ganze Raum war bloĂ von den unzĂ€hligen Kerzen erleuchtet und in der Ecke stand ein groĂer FlĂŒgel. Ich habe dir vorher nie erzĂ€hlt, dass ich als Kind Klavierstunden hatte und ich erinnere mich noch genau an dein ĂŒberraschtes Gesicht, als ich anfing ein sehr langsames Lied zu spielen. Ich erzĂ€hlte dir von den Liebenden, von denen das StĂŒck handelte und du warst mehr als gerĂŒhrt. Ich stand auf und die Melodie spielte ohne mich weiter. Als ich dich zum tanzen aufforderte, wehrtest du dich vehement. Ich wollte trotzdem nicht nachgeben und erst, als du mich so voller Leidenschaft gekĂŒsst hast, habe ich mein Vorhaben aufgegeben. Und so weiĂ ich leider bis heute nicht, ob du ĂŒberhaupt tanzen kannst.
Loveâs indescribable
It should be me, it couldâve been me
Youâre mine forever
Das kleine Wiesel hat es mittlerweile aufgegeben, dich auf die TanzflĂ€che zu zerren und ihr beleidigter Gesichtsausdruck spricht BĂ€nde. Ich kann nicht mehr an mich halten und prustere in mein Glas. Schnell drehe ich mich weg um niemanden auf mich aufmerksam zu machen. Erst als ich mich wieder beruhigt habe, traue ich mich wieder zu dir hinĂŒber zu sehen. Sofort fĂ€ngst du meinen Blick auf und lĂ€chelst mich wieder an. Es ist unglaublich, was ich fĂŒr dich empfinde. Schon allein wenn ich an dich denke, kribbelt es in mir, aber wenn du mir dieses umwerfende LĂ€cheln schenkst, wundert es mich jedes Mal, dass ich auf meinen wackligen Beinen ĂŒberhaupt noch stehen kann. Es ist einfach unbeschreiblich, dieses GefĂŒhl, selbst wenn du gar nicht bei mir bist. Es ist Liebe.
Easy ready, willing overtime
Where does it stop, where do you dare need to draw the
line
You took my body, now you want my soul
Donât even think about it, say no go, yeah
Ich weiĂ, dass es gefĂ€hrlich ist, zu lieben. Du könntest mir alles antun, was du wolltest. Zu lieben macht verletzlich. Bevor ich dich kennen gelernt habe, habe ich alles daran gesetzt, stark zu sein. NatĂŒrlich nur Ă€uĂerlich. Nur um mich selbst zu schĂŒtzen. Innerlich war ich immer schwach und verletzbar. Es fiel mir sehr schwer, mich darauf einzulassen, mich dir zu öffnen. Es muss wohl deine Art gewesen sein, deine Sicht der Welt, die mich dazu gebracht hat, so zu sein, wie ich wirklich sein wollte. Zu Anfang war keine Liebe im Spiel. Es ging nur um körperliche NĂ€he, wir beide waren einsam. Doch schon bald merkte ich, dass es mehr wurde und ich hatte Angst. Ich wehrte mich dagegen, GefĂŒhle zu zeigen war das letzte, was ich wollte, vor allem vor dir, meinem âErzfeindâ. Damals war es mir sogar egal, was die anderen sagen könnten, ich hatte Angst davor, wie sehr du mir wehtun wĂŒrdest, wenn ich dich in mein Herz lieĂe. Wo sollte die Grenze sein? Wie weit könnten wir gehen, ohne uns selbst zu verlieren? Doch wir haben uns verloren. Wir haben uns verloren, um uns wieder neu zu erfinden.
I donât know if itâs even in your mind at all
Can we meet at this moment in time
Is it in your mind at all
It should be me, it couldâve been me
Heute kommt mir das alles so irreal vor. Wie sollte es denn möglich sein, dich nicht zu lieben? Alles was du tust, alles was du bist, alles was du mir bedeutest. Wieder verfluche ich die Menschenmenge, die sich immer noch tanzend und torkelnd durch den ganzen Raum bewegt. Ich will mit dir allein sein! Ich vermisse dich. Es macht mich jedes Mal fertig, dich zu sehen und dir nicht nahe sein zu können. Dann passiert etwas fĂŒr mich völlig Unerwartetes. Du stellst deinen Drink hinter dir auf den Tisch und kommst auf mich zu. Aber dann drehst du dich so plötzlich weg, dass ich dir nur noch Ă€uĂerst irritiert hinterher blicken kann. Erst als du mir ĂŒber die Schulter einen Blick zuwirfst, der verboten gehört, merke ich, dass mir der Mund vor Ăberraschung immer noch offen steht. Es dauert nur Sekunden, bis ich begreife.
Youâre mine forever
At this moment in time
Is it in your mind at all
It should be me, it couldâve been me
Ich kippe den Rest von meinem Drink so schnell runter, dass ich mich fast daran verschlucke. BloĂ keine Aufmerksamkeit erregen. Tief durchatmen. Ich stelle mein Glas auf den Tresen und stehe auf. Meine Beine zittern immer noch, aber das ist mir jetzt egal. Mein Blick gilt der TĂŒr und ich bekomme nicht einmal richtig mit, wie ich mich durch die Menge schlĂ€ngle ohne auch nur jemanden anzurempeln. Ich weiĂ, was gleich passieren wird. Ich brauche es. Und zwar jetzt sofort. Und ich bekomme es.
Youâre mine forever
Forever...ever...
Ich trete aus dem Raum und dann sehe ich dich. LĂ€ssig lehnst du mit verschrĂ€nkten Armen an der Wand, als wĂŒrde dich das alles hier gar nichts angehen. Aber ich weiĂ es besser. Ich sehe es in deinem Blick. Das Verlangen. Die Sehnsucht. Sehnsucht nach mir. Ich trete nĂ€her und schaue dich kurz mit demselben Blick an. Ich bin kleiner als du und muss zu dir aufsehen. Du hast einmal gesagt, du magst es, wenn ich dir dieses unschuldige LĂ€cheln zuwerfe, so wie ich es jetzt auch tue. Und es verfehlt seine Wirkung nicht. Keine Sekunde kannst du es mehr aushalten, genau so wenig wie ich. Unsere Lippen berĂŒhren sich, bevor ich ĂŒberhaupt Zeit habe die Augen zu schlieĂen. Eigentlich will ich es auch gar nicht, ich wĂŒrde dich viel lieber dabei ansehen. Aber als unsere Zungen sich umschlingen komme ich nicht mehr dagegen an. Meine Lider fallen zu und mein Arm legt sich wie von selbst um deinen Nacken, um dich noch nĂ€her zu mir zu ziehen.
Ja, das ist es, was ich will, das, was ich brauche. Du bist meine Droge. Du bist mein Schicksal.
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