
Sorry, dass es diesmal länger gedauert hat, aber es ist im Moment ziemlich stressig in der Schule und so. :-/ Ich versuch natürlich trotzdem, dass die Abstände zwischen den Uploads der Kapitel nicht zu groß werden^^.
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„Also dann, vorerst auf Wiedersehen.“
„Ich hoffe, nicht allzu schnell.“
Sie lächelten sich an. Dann wurden Dumbledore und das warme, weiße Gebäude verschwommen und Harry lag mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden des Verbotenen Waldes.
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Harry, die Augen geschlossen, lauschte seiner Umgebung. Es gab keinen Jubel oder Ähnliches, sondern nur aufgeregtes Flüstern. Als er kurz die Augen öffnete, sah er, dass einige Todesser um Voldemort, der wohl auch ohnmächtig gewesen war, versammelt waren. Schnell schloss er die Augen wieder. Er hörte, dass Voldemort jemanden schickte, um zu prüfen, ob Harry wirklich tot war. Harry merkte, dass es Narzissa Malfoy war, die natürlich auch spürte, dass er lebte. Sie fragte ihn – ohne dass es jemand mitbekam – ob Draco noch lebe. Da Harry ihr sagen konnte, dass es so war, ließ sie von ihm ab und verkündete, dass der Staatsfeind Nummer 1 tot sei. Er verstand, dass sie das nur tat, weil nur die Sieger das Schloss betreten dürften und sie so nach Draco, der ihr wichtiger war als alles andere, suchen könnte.
Erst jetzt brach der Jubel aus und natürlich musste der Dunkle Lord seine Überlegenheit zeigen und Harrys „Leiche“ noch ein wenig mit dem Cruciatus schänden. Komischerweise kam der Schmerz nicht, den er erwartet hatte…
Als sie sich genug gefeiert hatten, wies Voldemort Hagrid, den sie gefangen genommen hatten, an, Harry zu tragen und ihm wieder die Brille aufzusetzen, die ihm abgefallen war. Sie wollten einen Siegeszug zum Schloss starten. Hagrid weinte zwar heftig, aber als Harry in seinen Armen lag, ließ er sich trotzdem nicht anmerken, dass er noch lebte. Die Todesser waren so euphorisch, dass niemand auf die Idee kam, Harry zu beobachten. Sie erreichten den Waldrand und hielten an. Voldemort sprach erneut mit magisch verstärkter Stimme. Er teilte dem Schloss mit, dass Harry getötet wurde, als er versuchte wegzurennen. Die Schlacht sei vorbei und jeder, der nun noch Widerstand leistete, würde getötet werden, genau wie dessen gesamte Familie. Er sagte, dass jetzt jeder aus dem Schloss kommen sollte, um ihm seine Ehrerbietung zukommen zu lassen. Alle würden sich ihm anschließen, um eine neue Welt aufzubauen.
Dann gingen sie weiter in Richtung Schloss. Als Harry wieder kurz die Augen öffnete, erblickte er Nagini, die von ihrem Käfig befreit wurde. Aber er hatte keine Chance, an seinen Zauberstab zu gelangen, ohne dass es jemand registrieren würde. Hagrid weinte bitterlich und sie wurden wieder zum Halten aufgefordert.
Er merkte, wie Menschen aus dem Schloss strömten und hörte erst den markerschütternden Schrei von Professor McGonagall und dann die Schreie von Ginny, Ron und Hermine, die ihn schwerer trafen als alles andere bisher. Daraufhin schleuderten die Todesser ihnen Beleidigungen entgegen. Voldemort musste die Masse per Zauber zum Schweigen bringen und ließ Hagrid Harry vor seine Füße legen. Er erzählte den Menschen erneut, dass Harry starb, als er seine eigene Haut retten und abhauen wollte. Dann hörte Harry, dass ein kleiner Kampf ausgebrochen war, und als er die Augen ein wenig öffnete, sah er, dass es Neville war, der versuchen wollte, Voldemort anzugreifen. Natürlich wurde er schnell entwaffnet und Voldemort wollte an ihm vorführen, was mit denen passieren sollte, die weiterkämpften. Zwar schlug er Neville vor, er könnte ein Todesser werden – schließlich war er Reinblüter und außerdem sehr mutig –, aber wie erwartet, war dies das letzte, was er tun würde. Für Voldemort war dies der Anlass zu handeln. Er ließ den Sprechenden Hut mit einem Aufrufzauber zu sich kommen und setzte ihn Neville grob auf. Dann entzündete er den Hut, sodass Neville anfing, lodernd zu brennen. Harry konnte es nicht mit ansehen und wollte gerade aufstehen, als plötzlich Grawp mit weiteren Riesen auf sie zukam und die Zentauren aus dem Wald stürmten und die Todesser mit Pfeilen bombardierten. Neville nutzte die Gelegenheit, warf den Petrificus Totalus und den brennenden Hut von sich ab und zog aus eben diesem das Schwert von Godric Gryffindor heraus. Trotz des unvorstellbaren Lärms sah wohl jeder auf dem Gelände, wie Neville Nagini den Kopf abschnitt. Voldemort brüllte wutentbrannt und Harry, der inzwischen unter seinem Tarnumhang verborgen aufgestanden war, warf zur Vorsicht einen Schildzauber zwischen Neville und Voldemort. Dann schrie Hagrid nach Harry, der ja scheinbar verschwunden war.
Die Masse wurde zurück ins Schloss gedrängt, da draußen ein Riesendurcheinander herrschte: Zusätzlich zu den Riesen und Zentauren waren nun auch Thestrale dem Kampfgeschehen beigetreten und griffen die Riesen an.
Im Schloss strömte alles in die Große Halle, wo der Kampf neu begann. Harry, der immer noch unsichtbar war, musste oft mit Schildzaubern eingreifen, damit seine Freunde nicht von Flüchen getroffen wurden. Sogar Zentauren und eine ganze Bataillon von Hauselfen, angeführt von Kreacher, mischten sich ins Getümmel. Sie schlugen und hackten mit ihren Küchenutensilien auf die Todesser ein, woraufhin diese reihenweise zusammenbrachen. Aber es waren trotzdem noch einige von Voldemorts Anhängern übrig. Voldemort selbst stand mitten im Raum und verfluchte jeden, der ihm in die Quere kam. Währenddessen wurden auch Yaxley, Dolohow, Macnair, Rookwood, Thicknesse und Fenrir Greyback überwältigt, sodass nur noch zwei Kämpfe übrig waren: Voldemort gegen Kingsley und die Professoren McGonagall und Slughorn; und Bellatrix Lestrange gegen Hermine, Ginny und Luna. Da diese drei langsam ins Hintertreffen gerieten, wollte Harry schleunigst eingreifen, aber Mrs. Weasley, außer sich vor Wut, kam ihm zuvor… Bellatrix und sie, die auch noch darauf achten musste, dass niemand der Schüler in den Kampf verwickelt wurde, lieferten sich ein erbittertes Duell. Obwohl Bellatrix mit ihren Angriffen und ihrer eigenen Verteidigung genug zu tun hatte, wollte sie natürlich – typisch für ihren Charakter – Mrs. Weasley noch lächerlich machen. Und während sie über Freds Tod höhnte, traf sie ein tödlicher Fluch mitten auf die Brust, der ihr das Grinsen vom Gesicht wischte…
Den Zorn, der Voldemort übermannte, als er sah, wie seine letzte Dienerin starb, bekamen sofort seine drei Kontrahenten Kingsley, McGonagall und Slughorn zu spüren. Sie wurden von einem Fluch durch die Luft geschleudert und Voldemort wollte gerade Mrs. Weasley bestrafen, als Harry einen Schildzauber zwischen die beiden brachte und den Tarnumhang abnahm.
Kurz flackerte Jubel auf. Schließlich war ihr Held doch nicht tot. Aber sofort kamen Angst und Anspannung zurück und die Menge starrte gebannt auf den Dunklen Lord und Harry. Dieser wies die Umstehenden an, ihm auf keinen Fall zu helfen. Die beiden taxierten sich und gingen seitwärts im Kreis – immer denselben Abstand zwischen sich haltend.
Zwar war Harry völlig auf sein Gegenüber konzentriert, aber er vernahm trotzdem die Bewegung in der Menge… Aus dem Augenwinkel sah er, wer für die Bewegung verantwortlich war: Severus Snape war in die Große Halle gekommen.
Harry erschrak. Ich hab ihm doch gesagt, er soll im Büro bleiben! Voldemort darf ihn auf keinen Fall sehen, sonst geht mein Plan nach hinten los…Er muss in dem Glauben bleiben, dass er der wahre Meister des Elderstabs ist. Wenn er denkt, er ist es nicht, wird er sich nicht zu vorschnellen Handlungen hinreißen lassen, ohne noch einmal eingehend darüber nachgedacht zu haben. Und außerdem, wenn jemand anderes Severus sieht, wird diese Person ihn als Feind erkennen und vielleicht noch einen zweiten Kampf entfachen… Und das wäre das Letzte, was wir noch brauchen… Ich will nicht, dass Voldemort je wieder jemandem etwas antut…Es würde ihm ja schließlich auf jeden Fall auffallen, wenn hinter ihm jemand kämpft und dann auch noch jemand dabei ist, der eigentlich tot sein sollte…
Harry musste schnell handeln. Er versuchte, Snape mit seiner zauberstabfreien Hand zu bedeuten, er solle zwischen den Menschen untertauchen. Der Kerl ist mir nachher noch ne Erklärung schuldig. Ich hoffe jedenfalls, dass es ein „nachher“ gibt…
Zu Harrys Erleichterung verstand Snape, was Harry wollte, denn gleich würde die Stelle, an der Snape gerade noch gewesen war, durch ihre Kreisbewegung in Voldemorts Blickfeld kommen. Voldemort blickte Harry skeptisch an. Ihm waren die komischen Bewegungen, die Harry vollführt hatte, nicht entgangen, obwohl man sie kaum hatte sehen können. Trotzdem wagte er es nicht, zur Seite zu schauen und Harry aus den Augen zu lassen. So überging er die Sache einfach und sprach Harry an. Er versuchte, Harry einzuschüchtern, indem er ihm sagte, dass er nur durch Zufälle und Menschen, die ihm geholfen hatten, noch lebte. Harry indes zählte ihm die so genannten Zufälle auf. Es konnten schließlich nicht alles Zufälle gewesen sein: das Opfer seiner Mutter, der Kampf damals auf dem Friedhof und sein Überleben heute.
Er bemühte sich, Voldemort klar zu machen, dass dieser niemandem mehr etwas anhaben konnte, weil Harry sich – wie eben seine Mutter einst für ihn – freiwillig geopfert und so alle anderen mit einem magischen Schutz belegt hatte.
Der Dunkle Lord wollte Harry nicht glauben, dass dieser noch ein letztes Geheimnis kannte, eine letzte Waffe oder größere magische Kräfte besaß. Vor allem letzteres fand er lächerlich, da er ja schon Zauber vollbracht hatte, die niemand anderes, selbst Dumbledore nicht, je gewagt hatte. Harry bezeichnete Dumbledore für diese Weitsicht als intelligent, Voldemort hingegen hielt diesen einfach nur für schwach. Schließlich hatte er ihn ja auch umbringen lassen. Nun war für Harry der Zeitpunkt gekommen, seinem Gegner klar zu machen, dass er nicht für Dumbledores Tod verantwortlich war, sondern dass dieser selbst gewählt hatte, wann und durch wessen Hand er sterben wollte. Er sagte ihm, dass Dumbledore seinen Tod durch Snape geplant hatte und dass Snape auch für Dumbledore gearbeitet hatte, seit Voldemort Lily töten wollte. Es machte Voldemort wütend, trotzdem sagte er aber, dass das alles unwichtig sei, da er – wie er glaubte – alle getötet hatte und im Besitz des Elderstabs war, den Harry nicht bekommen hatte. Voldemort erklärte Harry seine Sicht der Dinge: Dumbledore wollte, dass Snape der Herrscher des Elderstabs wurde. Aber er, Voldemort selbst, hatte rechtzeitig begriffen, wo dieser besondere Zauberstab war, ihn aus Dumbledores Grab entwendet und Severus Snape getötet.
Harry hielt es nicht für notwendig, Voldemort davon in Kenntnis zu setzen, dass Snape nicht tot war. Schließlich würde es die Situation eh nicht ändern, da Snape nie der Meister des Elderstabs gewesen war. Bevor er ihm dies auf die Nase band, gab er ihm noch eine letzte Chance, seine Verbrechen zu bereuen. Reue war schließlich die einzige Möglichkeit, seine Seele wieder zu einem Ganzen zusammenzufügen, obwohl das bei Voldemorts Taten wohl sehr schwierig sein würde.
Wie erwartet machte Voldemort keine Anstalten, Harrys Vorschlag nachzukommen. Deswegen erklärte Harry ihm jetzt, dass Draco Malfoy – der Dumbledore auf dem Astronomieturm entwaffnet hatte – der Herr über den Elderstab war, obwohl er ihn nie in der Hand und es auch nie geahnt hatte. Zudem hatte Harry Draco schon vor Wochen besiegt und ihm seinen Weißdornstab abgenommen. Es ging jetzt also nur noch darum, ob der Elderstab wusste, dass sein Herr überwältigt worden und Harry der wahre Gebieter des Stabs war.
Voldemort sah keinen Grund mehr, länger zu warten, und sprach den Todesfluch. Harry entgegnete diesem einen banalen Expelliarmus und hoffte, dass alles so klappte, wie er es sich überlegt hatte…
Die beiden Zauber trafen aufeinander, der Elderstab wirbelte im Licht der aufgehenden Sonne durch die Luft und flog zu Harry, seinem wahren Gebieter. Voldemort schlug dumpf auf dem Boden auf – bleich, mit ausdruckslosem Gesicht und immer noch ahnungslos, da er von seinem eigenen zurückgeprallten Fluch beseitigt worden war…
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