
von Looney&Soey

Ein vorgetÀuschter Frieden
Snape machte einen Gesichtsausdruck, als wĂŒrde der Leibhaftige persönlich vor ihm stehen.
Safiya hingegen grinste nur dĂ€mlich, und meinte gutgelaunt, âPeace!â.
Snape verstand die Welt nicht mehr. Er raffte sich hoch, und Lucas Kopf, landete unsanft im Heu. Das einzige, was sie noch mitbekam, war, dass Safiya sich umdrehte, und die Treppen hinunter hĂŒpfte. Snape drehte sich zu Luca, und warf ihr einen fragenden Blick zu, diese zuckte nur mit den Schultern.
âKomm schon, wir mĂŒssen uns beeilen, wenn deine wahnsinnige Freundin hier ist, dann kann der Rest auch nicht weitâŠâ, meinte Snape, wĂ€hrend er aufstand, und seine Kleidung zusammen suchte. Luca tat es ihm gleich, und zog sich ihr Top an, als sie plötzlich Snapes heiĂen Atem in ihrem Nacken spĂŒren konnte.
âIch kann das nichtâ, begann er zu sprechen.
âWas kannst du nicht?â
âIch kann Jenna Morgen nicht heiraten, es geht einfach nichtâ, er klang richtig verzweifelt, und als Luca sich umdrehte, konnte sie aus seinem Gesicht den selben Schmerz heraus sehen, den sie selbst empfand, als er ihr an dem Morgen, nach dem Polterabend, im Hotelbad begegnet war.
âIch hĂ€tte da eine Idee, ⊠ich bin mir aber nicht so sicher, ob sie dir gefallen wirdâ, flĂŒsterte Luca, wĂ€hrend sie seine Wange streichelte.
âErzĂ€hl sie mir nach dem Essen, ok. Wir sollten jetzt besser reingehen, nicht, dass die uns wirklich vermissenâ, meine Snape, jetzt schon wieder ein wenig ruhiger. Luca nickte nur, und wollte vorausgehen, wurde aber am Arm zurĂŒckgezogen.
âGlaubst du Safiya erzĂ€hlt irgendetwas?â
âNein, mach dir keine SorgenâŠâ, murmelte Luca. Dann gingen sie nach drauĂen. Der Regen hatte offenbar aufgehört, und die Luft war jetzt wĂ€rmer, und viel reiner als zuvor. Luca hörte Snape hinter sich tief durchatmen. Nur wegen der frischen Luft?
Auf dem Weg ins Haus sprachen die beiden kein Wort miteinander.
Als sie dann im hinteren Hausflur ankamen, konnten sie schon die fröhlichen Stimmen von Jenna und Ed hören, die offenbar in der KĂŒche gemeinsam das Abendessen kochten.
Bevor sie den Raum betraten, warf Luca Snape noch mal einen Blick ĂŒber die Schulter zu. Er konnte nicht genau erkennen, was sie ihm damit sagen wollte, aber er empfand diesen Blick als verzweifelt. Er trat hinter ihr in den Raum und schloss, da er der letzte war, die TĂŒre.
Alle waren da.
WĂ€hrend Jenna und Ed um die richtige SoĂe stritten, saĂ Safiya in der Ecke der Sitzbank und beobachtete das ganze Szenario.
Snape ging zum KĂŒhlschrank, und holte sich etwas zu trinken, doch Luca blieb stehen, und blickte nur zu Safiya. Diese lĂ€chelte sie an, und deutete mit einer Handbewegung an, sie solle sich doch zu ihr setzten, was Luca dann auch tat.
âNa?â
âWas na?â, maulte Luca zurĂŒck. âWirst du es Jenna sagen?â
âLuca, ich bin enttĂ€uscht von dir, du solltest mich doch besser kennen, dass du weiĂt, dass ich dich nie, egal in welcher Situation, verraten wĂŒrdeâ, meinte Safiya mit gespieltem Entsetzten.
âJa, tut mir Leid. Aber was hat SnaâŠSeverus gesagt, als er dich gesehen hat?â
Jetzt umspielte ein verschmitztes Grinsen Safiyas Mund, als sie sagte:
âEr hat mich angesehen, als wĂ€re ich ein Teufel in pink, was sich allerdings schnell Ă€nderte, nachdem ich ihn mit âpeaceâ begrĂŒĂte.â
Luca konnte nicht anders, und fing an zu lachen. Jenna, die offenbar so vertieft in die Diskussion mit der SoĂe war, bemerkte, dass Luca und Severus auch schon da waren.
WĂ€hrend Luca ein glĂŒckliches LĂ€cheln von ihrer Mutter zugeworfen bekam, wurde Severus von ihrer Umarmung fast erdrĂŒckt. Jenna freute sich ihn zu sehen, und kĂŒsste ihn auch dem entsprechend. Luca drehte bei dieser Geste den Kopf zu Safiya, diese schenkte ihr nur ein leichtes LĂ€cheln.
âDich hatâs ja wirklich voll erwischtâŠâ, stellte diese fest, ââŠes war also doch an dem Morgen, als du ihn im Badezimmer gesehen hast, stimmtâs?â
Luca nickte nur. Sie hatte ihrer Freundin damals erzĂ€hlt, welche GefĂŒhle sie gegenĂŒber ihrer Mutter, und nach der Nacht im Hotel, auch gegenĂŒber deren Verlobten hatte.
âSo! Luca, Safiya, deckt ihr beide doch schon einmal den Tisch, jaâ, meinte Jenna, zu den beiden jungen Frauen.
Nach dem Essen, war es am Tisch still geworden.
Luca und Snape warfen sich zwischendurch immer wieder Blicke zu, bis Jenna anfing ĂŒber die Hochzeit zu sprechen.
âIch hoffe sehr, dass es Morgen nicht regnetâŠâ, meinte sie, und wandte ihren Kopf zu Snape, der immer noch Luca anstarrte.
âSevâŠ?â
âĂh, ja. Das wĂ€re allerdings schade, wenn es Morgen regnetâ, sagte Snape.
Wieder trat eine unangenehme Stille ein, die nur durch ein leises RĂ€uspern von Safiya unterbrochen wurde.
âIch geh schlafenâ, murmelte Luca, und erhob sich von ihrem Stuhl.
âGute Nacht, SĂŒĂeâ, rief ihr Jenna hinterher, als ihre Tochter die TĂŒre hinter sich schloss.
âIch denke, ich werde dann auch einmal ins Bett gehenâ, schloss sich Snape an, und erhob sich ebenfalls vom Stuhl.
Er verabschiedete sich nur mit einem schlichten Nicken von Jenna, und war dann auch schon auf dem unbeleuchteten Gang verschwunden.
Gerade, als er die ersten Treppenstufen betreten wollte, wurde er von hinten am Arm gepackt, und zurĂŒck gezogen.
Als er sich umdrehte, konnte er die Umrisse Lucas erkennen.
âIst deine Idee so spektakulĂ€r, dass sie es wert ist, mich von der Treppe zu reiĂen?â, flĂŒsterte er. Luca konnte den Hohn in seiner Stimme deutlich erkennen, und gab boshaft zurĂŒck:
âDu könntest mir ruhig ein wenig mehr Demut entgegenbringen, immerhin bin ich es, die dich mit ihrer Idee vor einer Hochzeit mit meiner Mutter rettet.â
âNicht so laut, bist du wahnsinnigâ, herrschte sie Snape, immer noch im FlĂŒsterton, an.
Luca ignorierte es, und zog in wortlos mitsich.
Er fand sich im Wohnzimmer wieder, und kaum hatte er sich zu Luca umgedreht, spĂŒrte er ihre Lippen auf den seinen. Er genoss die BerĂŒhrungen ihrer Zunge, doch gleichzeitig, war da die Angst entdeckt zu werden.
Was hatte Luca bloĂ vor?
Als sie sich wieder voneinander trennten, begann Luca langsam zu sprechen.
âAlso, mein Plan sieht folgendermaĂen aus: Du kommst heute Nacht nach drauĂen zum alten Olivenbaum, dann apparieren wir von dortâŠâ, weiter kam sie nicht, denn Snape hatte seinen Zeigefinger auf ihre Lippen gedrĂŒckt, und schĂŒttelte bedĂ€chtig mit dem Kopf.
âWas hast du denn, das ist im Moment so ziemlich die einzige MöglichkeitâŠâ
âEs muss doch noch etwas anderes geben, um diese Hochzeit zu verhindernâ, sagte Snape, fast schon flehentlich.
âJa, natĂŒrlich gibt es eine andere Möglichkeit. Du gehst jetzt zurĂŒck in die KĂŒche, und sagst meiner Mutter, dass du mit mir geschlafen hast, und jetzt mich liebstâŠâ, sie zuckte lapidar mit den Schultern, musste auf Grund von Snapes entsetztem Blick, aber dennoch schmunzeln.
âOk, heute um Mitternacht, an der alten Olive. Ich werde da seinâ, mit diesen Worten, lieĂ Snape von Luca ab, und verschwand die Treppe nach Oben.
tbc
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