
von lumos
So hier ist dann der nächste Part. Viel Spaß!
Teil 3 - Es wird noch heißer ~ * ~ Part 8 4089 Wörter
Severus
Ich bin ziemlich verwirrt, als ich den Raum der Wünsche wieder verlasse und einen schlafenden Gryffindor zurücklasse! Hatte Harry wirklich gerade `Severus´ gestöhnt und dabei auch noch mich gemeint? Nun, mein Vorname ist zu einer Seltenheit geworden. Vor etwa 300 Jahren mochte er noch aktuell gewesen sein und wieso meine Mutter ihn mir gab, weiß ich beim besten Willen nicht, denn in der heutigen Zeit ist er so was von `out´, wie diese nervige Meute sagen würde. Es ist allerdings ein Name, der in den vergangenen Jahrhunderten nur von Reinblütern getragen wurde, was schließlich auch meine Mutter war. Also bleibt doch nur der Rückschluss übrig, dass Harry mich gemeint hatte. Aber wieso?
*Ich verstehe das alles nicht! Nach meiner Zaubertrankstunde, das war doch nur ein grausamer Scherz von ihm, den er für seine Freunde präsentiert hatte. Aber das vorhin, dass ... da waren nur wir beide. Keine Freunde, niemand sonst. Wie denn auch?! Harry konnte doch nicht wissen, dass ich heute um diese Uhrzeit dort sein würde. Das macht doch alles keinen Sinn! Außerdem weiß er nicht, dass, seitdem die DA aufgelöst wurde, jetzt auch Lehrer in den Raum können, wenn schon jemand anwesend ist. Albus hat das extra so geändert. Vorher war das nicht möglich, ohne genau zu wissen, an was der Raumerschaffer gedacht hatte.*
Grübelnd schreite ich durch die dunklen Gänge an den Portraits vorbei und trockne mit einem Schwenk meines Zauberstabes meine nasse Kleidung. Dabei achte ich nicht wirklich auf den Weg, doch wie es scheint, haben meine Füße mich ganz von alleine in die richtige Richtung geleitet, denn als ich aufblicke, bemerke ich, dass ich nur noch einen Korridor von meinen Räumen entfernt bin. So laufe ich hastig meiner schützenden Zuflucht entgegen. Angekommen, flüstere ich dem Portrait das Passwort zu und flüchte mich in meine persönliche und absolut sichere Zone. Drinnen atme ich tief durch und konzentriere mich auf meinen Körper, der, wie ich zu meinem Leidwesen feststellen muss, sich immer noch in einem erregten Zustand befindet. Harrys faszinierender Anblick und dessen Stöhnlaute hatten mich natürlich nicht kalt gelassen und auch der Weg zurück in meine Räume hatte meine Erregung nicht vollkommen abflauen lassen. Ich stöhne frustriert auf und überlege, ob ich Hand anlegen oder kalt duschen soll.
Meine Hand will mir meine Entscheidung schon abnehmen, indem sie unaufgefordert in meine Hose wandert. „Nein, Severus! Du wirst dir jetzt mit Harrys Bild vor Augen nicht Erleichterung verschaffen. Ich muss von dem Jungen los kommen und mich nicht noch mehr in dessen Fänge begeben und in Phantasien verlieren. Also, ab unter die Dusche!“, befehle ich mir selbst und mit einem Seufzer löse ich mich aus meiner Starre, entledige mich meiner Schuhe und begebe mich direkt ins Badezimmer.
Es ist ein schöner großer, mit hellem Marmor ausgelegter Raum, mit einer sehr großen Badewanne, in der sicherlich 2-3 Personen Platz haben. Ferner gab es eine, durch einen Mauervorsatz verborgene Toilette, ein Waschbecken und eine riesige Dusche.
Der ganze Bereich ist mit einer Fußbodenheizung auf Zaubererart versehen, so dass man jederzeit auf angenehm temperierten Boden tritt. Doch das war mir momentan alles egal, vor allem, da selbst in den Kerkern die Hitze des Tages vorgedrungen ist und die Heizung nicht benötigt wird. Für die Schön- und Feinheiten meines Bades habe ich jetzt sowieso keinen Blick.
So entkleide ich mich schnell meiner Sachen, lasse sie einfach auf den Boden fallen und steige in die Duschkabine. Das kühle Nass löst sogleich einen Schauer auf meinem Körper aus und perlt in Tropfen von mir ab. Ich verfolge mit meinen Augen ihren Lauf, während sie sich über meinen flachen Bauch hinab über meine Beine ihren Weg suchen. Von den Alpträumen der letzten Nacht und den Geschehnissen des Tages erschöpft schließe ich meine Augen, nur habe ich merkwürdigerweise weiterhin das Bild von an Haut hinabfließenden Wassers vor mir. Allerdings mit veränderter Hautfarbe, an der die Tropfen entlang rinnen. Straffe Muskeln zeichnen sich an den durch Sonnenschein gebräunten Beinen ab und je höher mein Blick wandert, umso mehr nehme ich von einem nackten Harry Potter wahr, aus dessen schwarzen Haaren das kühle Nass hinabrinnt und weitere Tropfen über sein Gesicht laufen. In seinen grünen Augen liegt ein Hauch von Lust und Begierde.
*Oh, Salazar! Jetzt habe ich schon Phantasien von Harry unter der Dusche, gerade dann wenn ich sie nicht haben will!* `Klein Severus´ scheint dies im Gegensatz zu mir zu gefallen, denn anstatt wie beabsichtigt zu erschlaffen, steht er jetzt ziemlich prall aufrecht. „Das kann doch nicht wahr sein!“, stöhne ich frustriert auf.
Selbst die kälteste Stufe an dem Temperaturregler des Duschkopfes nützt nichts, denn Harrys Bildnis werde ich einfach nicht los. Mein phantasierender Schüler, der mir vor nicht mal einer halben Stunde genügend Bildmaterial geliefert hat, blickt mich mit einem aufreizenden Augenaufschlag an und streichelt sich behutsam, erst über seinen Hals, dann über die Brust, wo er aufreizend an seinen Nippeln spielt, bis sie erhärtet hervorstehen. Seine schlanken Finger, von denen ich wünschte, dass sie mich doch endlich berühren mögen und ich mich diesen Wunsch nie trauen würde auszusprechen, wandern schließlich, seinen Bauchnabel umkreisend, immer tiefer, bis er bei seinem Gegenstück vom inzwischen fast platzenden `Klein Severus´ angekommen ist. Dabei lässt er wieder diese süßen Laute über seine Lippen kommen, die seine Lust verkünden und wie Musik in meinen Ohren klingen.
Noch ehe ich es so recht registriere, hat sich meine Hand synchron auf Wanderschaft begeben, wobei auch sie verhärtete Brustwarzen hinterließ, während ich mich mit der zweiten an der Wand abstütze. Meine Hand streichelt inzwischen zärtlich über den Schaft und die Eichel, an der sich bestimmt schon Lusttropfen gebildet haben, die vom Wasser weggespült werden. Meine Hand vollführt synchron jede Bewegung von Harrys Hand aus, der unterdessen mit in den Nacken gelegtem Kopf breitbeinig dasteht und die Augen genussvoll geschlossen hält. Er sieht so aus, als ob er mich förmlich einladen würde seine Handlungen zu übernehmen und ihn bis zur Vollendung zu reizen und zu erregen. Ihn in einen Orgasmus zu treiben, den er noch nie erlebt hat und das nur durch Berührungen.
Währendessen fährt er nun schneller mit seiner Hand über sein voll erigiertes Glied auf und ab, wobei sein Daumen immer wieder über die Eichel streicht, um diese noch mehr zu stimulieren. Da ich ihm erregt stöhnend nacheifere, spüre ich, wie mein Körper sich nach Erfüllung sehnt und ein Orgasmus heranrauscht, den ich so gut wie möglich zurückzudrängen versuche, um dieses Gefühl solange als möglich auszukosten. Allerdings halte ich es nicht mehr lange aus und bei dem Bild, wie Harry selbst über die Klippe springt und mich dabei lüstern betrachtet, verströme ich meinen Samen in mehreren Schüben gegen die Fliesen an der Wand. Ich schreie meine Lust nur so aus mir heraus, denn es ist sehr lange her, dass ich so intensiv gekommen bin. Selbst vorletzte Nacht am See war es nicht so extrem und da hatte ich auch schon an Harry gedacht, ihn aber nicht so präzise vor meinen Augen gesehen.
Durch die Wucht meines Orgasmus zittern meine Beine und drohen mir den Dienst zu versagen. Ich lasse mich an der Wand hinab auf den Boden gleiten, während das Wasser weiterhin auf mich hinab prasselt. Dort sitzend fegen die letzten Wellen meines Orgasmus über mich hinweg. Nachdem ich wieder zu Sinnen und Kräften gekommen bin, richte ich mich wieder auf, stelle das Wasser ab und steige nach dem Handtuch greifend aus der Dusche. Während ich das Tuch um meine Hüfte schlingen will erstarre ich mitten in der Bewegung und blicke entsetzt auf meine Hauselfe, die dank ihrer Größe den schlechthin besten Ausblick auf meine Männlichkeit hat, den man nur haben kann. Ihre schon sehr unnatürlich rote Gesichts- und Ohrfarbe legt noch ein paar Nuancen an Rot zu. Als ich meinen ersten Schrecken überwunden habe, binde ich mir schnell das Handtuch um, was auch Twinka aus ihrer Starre reißt, da sie mich, mit meiner Kleidung in den Armen, nun mit großen Augen von unten herauf anstarrt. Wie ich bemerke, zittert sie wie Espenlaub. Wie konnte ich bloß vergessen, dass sie trotzdem ich sie zur Nachtruhe entlassen habe, immer noch Dinge erledigt, die danach anfallen, und von daher oft noch nachts, wenn sie sie bemerkt, meine auf dem Boden liegende Kleidung einsammelt, obwohl sie dass zu der Uhrzeit nicht mehr machen braucht. Wie unangenehm! Nach ihrem Verhalten muss sie schon eine Weile dort stehen und alles mit angehört, wenn nicht sogar durch die milchige Scheibe der Duschkabine mitangesehen haben. Schließlich haben Hauselfen viel bessere Augen als Menschen und können sogar durch Nebel sehen, wo das menschliche Auge versagt. So piepst sie auch schon aufgeregt los.
„Twinka tut es leid, Master Severus, Sir. Twinka wollte ... wollte Sie nicht verärgern. War gekommen ... gekommen um Kleidung einzusammeln und hat ... hat dabei Geräusche gehört und Master gesehen! Twinka wollte nicht lauschen und sehen aber konnte ... konnte auch wiederum nicht weggehen. Twinka war wie erstarrt, hat Meister so noch nie gesehen. Twinka nimmt ... nimmt jede Be ... Bestrafung an, die Master Severus, Sir, ihr gibt!“, schluchzt die Kleine, während Krokodilstränchen ihre viel zu großen Augen verlassen.
*Auch das noch! Da sie nah Hauselfenjahren sich gerade mal im Teenageralter befindet, muss ihr die Szene in der Dusch sehr befremdend vorgekommen sein*, denke ich und hocke mich vor meiner kleinen Bediensteten, die in einem grausigen quietschgelben Kleidchen mit grässlichen Zitronen verziert gekleidet ist. Wie konnte ich ihr bloß Kleidungsfreiheit zugestehen? Das schmerzt die Augen schon beim hinsehen.
„Twinka, habe ich dich jemals seitdem du bei mir bist bestraft?“, will ich von ihr mit betont ruhiger Stimme wissen, die meine Schüler an meinem Verstand oder an meiner Identität hätte zweifeln lassen.
„Nein, Master Severus, Sir hat Twinka nie bestraft. Sie schönes Leben und gute Arbeit bei Master haben. Sie froh darüber, dass Sir sie vor Jahren gekauft hat. Twinka stolz darauf alle Geheimnisse des Masters zu kennen und zu bewahren“, erklärt das kleine Geschöpf stolz mit erhobenem Kopf.
„Siehst du! Außerdem war es nicht deine Schuld. Du wolltest lediglich deine Arbeit erledigen, auch wenn du das um die Uhrzeit nicht mehr gebraucht hättest und nun geh. Ich brauche dich heute Nacht nicht mehr“, fordere ich die Kleine auf.
„Gute Nacht, Master Severus, Sir“, piepst diese wieder glücklich, bevor sie mit einem Plopp verschwindet.
Seufzend richte ich mich wieder auf und trockne mich ab, um anschließend in mein Schlafzimmer zu gehen, wo ich mich fürs Bett fertig mache. Es ist wieder ziemlich spät geworden und da ich die letzte Nacht nur Alpträume darüber hatte, wie dieses Schlangengesicht sich an mir aufs brutalste verging, würde mir Ruhe gut tun. Auch wenn ich mir eingestehen muss, dass ich Angst vor weiteren solcher Träume habe. Sie waren in den letzten Wochen weniger geworden, doch letzte Nacht übertraf alles. Jede Nacht einen Traumlosschlaftrank zu mir zu nehmen würde zwar helfen, doch ist die Gefahr einer Abhängigkeit zu groß, so dass ich darauf verzichte. Ich bin nicht so stark und gefühlskalt, wie ich mich in der Öffentlichkeit immer gebe. Wie sich rausgestellt hat, werde ich wohl noch einige Zeit brauchen, bis ich halbwegs verkraftet habe, was dieses Schwein mir über Jahre hinweg angetan hat.
So bin ich schnell in Shorts und Schlafhose geschlüpft, doch ins Bett gehe ich dann doch noch nicht. Denn als mein Blick in dessen Richtung fällt, muss ich unwillkürlich schmunzeln, denn ich habe doch glatt meinen Geburtstag vergessen, der doch heute ist, da Mitternacht schon passe ist. Dafür hat offensichtlich Draco, wie die letzten Jahre auch, wieder daran gedacht. Denn auf meinem Nachttisch, in einer Vase, steht ein wunderschöner Rosenstrauß mit meiner Lieblingssorte, der schwarzen Nachtschattenrose. Doch etwas ist anders an dem Strauß und so gehe ich näher und entdecke eine purpurrote Rose zwischen den tiefschwarzen. *Was hat Draco sich denn dabei gedacht? Da ist ja noch etwas! Eine Karte?*
Überrascht nehme ich die rote Karte aus dem Strauß und entdecke eine mir wohl bekannte Schrift, die nicht Dracos ist! Dieses ´Gekrakel` kann nur von einem sein und der kurze Inhalt der Nachricht zeigt dieses deutlich.
Verzeih mir!
In ehrvoller Liebe,
Harry
steht dort geschrieben. Doch was soll ich ihm verzeihen? Meint er womöglich sein Verhalten ... diesen grausamen Scherz? Wenn ja, wieso und wie konnte er den Strauß hier deponieren? Schließlich kann nicht jeder so einfach in meine Räume spazieren und außer meiner eigenen Hauselfe lassen meine Schutzzauber keine anderen hinein. Wie ist er also hier hineingekommen und woher kennt er meine Lieblingsblumen? Darüber weiß doch nur Draco Bescheid! Moment, mein lieber Patensohn ist der Einzige neben mir, der das Passwort zu meinen privaten Räumen kennt und genau dieser ist seit nicht mal 24 Stunden mit Harrys bester Freundin liiert. Da hätte ich schon mal zwei Fragen gelöst. Von meinem werten Patenkind hat Harry also die Rosen und das Passwort. Ich werde mal ein ernstes Wort über Vertrauen und Privatsphäre mit ihm reden müssen. Na, der kann sich was anhören!
Aber wieso die Rote unter den Schwarzen? Er kann doch nicht in Zusammenhang mit der Karte und dem Geschriebenen ... nein, dafür weiß er zu wenig über Zauberertraditionen und wieso sollte er auch?!
Und wenn doch, wenn er genau das damit aussagen wollte?! Das ist unwahrscheinlich, was sollte er schon von mir altem Griesgram wollen… aber wenn doch? Wenn das Alles kein perfides Spiel von ihm war und ich die Geschehnisse von heute Nacht bedenke, dann könnte er ...! Nein, nein, bestimmt nicht, auf keinen Fall! Wobei? Ich muss ihm den Strauß zurückgeben. Ja, das ist das Beste! Das Andere geht nicht. Er würde sich nur seine Zukunft verbauen und langfristig gesehen würde es auch nicht gut gehen.
So begebe ich mich schnell zurück ins Bad, wo ich meinen Zauberstab auf dem Waschbecken finde. Twinka muss ihn dort noch hingelegt haben, bevor sie nach meiner restlichen Kleidung gegriffen hatte und ehe sie durch meine Selbstbefriedigung erstarrt stehen geblieben war. Einen Zauberspruch später ist meine Schlafkleidung wieder dort, wo ich sie hernahm und gegen einen frischen Satz meiner alltäglichen Kleidung getauscht. Zurück im Zimmer nehme ich die Rosen an mich und stürze aus meinen Räumen. Ich muss den Strauß so schnell wie möglich Harry zurückbringen. Das ich dabei gegen mein Herz handle übersehe ich geflissentlich. Aber weiß Harry wirklich was das zu bedeuten hat oder wollte er mich nur milde stimmen? Schließlich entscheide ich über eine wichtige Note! *Eigentlich kann er nichts davon wissen und was mache ich hier überhaupt?* Ich rase wie ein Verrückter durch die nächtlich stillen Gänge, in denen nur meine Schritte zu vernehmen sind, die mehrfach von den Gangwänden wiederhallen. Mein kleiner Gryffindor wird das als entschuldigende Geste angesehen haben und als nichts anderes. Er wollte mir bestimmt nur, wieso auch immer, eine Freude machen und hat sich bei Draco erkundigt, wie er das am besten schafft. Ja, das wird es sein!
*Wieso laufe ich dann eigentlich noch weiter in Richtung Raum der Wünsche? Ich habe doch gerade festgestellt, dass es Harry wirklich nur um eine Entschuldigung ging und dann würde ich ihn beleidigen, wenn ich ihm den Strauß zurückbringe. Das in ehrvoller Liebe wird so eine Grußfloskel von ihm gemeint sein, wie viele Grüße oder etwas anderes! Was auch immer!*
Also drehe ich mich um und begebe mich zügig wieder zurück in die Kerker. Ich bin über diese Erkenntnis zwar traurig, da sie besagt, dass er keine romantischen Gefühle für mich hegt, doch ist dies besser so. Auch wenn dies im Widerspruch zu dem steht, was ich heute Nacht im Raum der Wünsche erlebte. Es schmerzt mich zwar meine unerfüllte Liebe ständig um mich zu haben, allerdings wird dies nicht mehr lange der Fall sein. Mein kleiner Löwe wird Ende diesen Schuljahres seinen Abschluss machen und dann auf nimmer Wiedersehen aus meinem Leben verschwinden. Vielleicht schaffe ich es, ihn danach auch aus meinem Herzen zu entlassen, besser ist es.
Doch noch bevor ich bei meinen Räumen ankomme, überfallen mich wieder Zweifel darüber, was Harrys wirkliche Intentionen sind. Wieso er mir diesen besonderen Strauß mit der Karte schenkt. Was ist, wenn ihm durchaus bewusst ist, dass wir uns nach diesem Schuljahr nie wieder sehen werden und er meine Gefühle erwidert. Schließlich hat er vorhin, als er kam, meinen Namen gestöhnt. Dann könnte dies die letzte Chance sein, die er nicht ungenutzt verstreichen lassen will? Wenn das Vorgestern doch kein Scherz gewesen sein sollte, hegt er vielleicht doch Gefühle für mich. *Oh, bei Merlin, so schmerzhaft es auch ist, ich muss ihn von mir weisen, ich darf ihm seine Zukunft nicht verbauen. Im Gegensatz zu mir hat er doch noch eine vielversprechende. Ich bin alt und was die Liebe und sexuelle Handlungen angeht ein absolutes Wrack.*
So drehe ich mich kurz vor meinen Räumen energisch um, um mich diesmal endgültig schnurstracks zum siebten Stock zu begeben, doch komme ich noch nicht mal zwei Schritte weit. Wie aus dem Nichts steht plötzlich eine Person mit einem langen silbergrauen Bart und einer Halbmondbrille vor mir, in die ich hineinlaufe, als ich mich zum zurückgehen umdrehe. Ich bin auf Albus geprallt, der mich für sein Alter ziemlich schnell an meinen Armen ergreift, damit ich nicht falle und aus seinen blauen Augen verdutzt und irgendwie besorgt beäugt. Wie gut, dass ich den schönen Strauß abseits und nach unten gehalten habe, so konnte diesem Prachtstück nichts geschehen. Aber eins weiß ich, ich muss heute nicht ein Jahr, sondern mehrere Jahrzehnte vervollständigt haben, wenn ich schon nicht mehr registriere, wie er so nah hinter mir sein kann.
„Severus, mein lieber Junge, ist alles mit dir in Ordnung?“, erklingt seine besorgte Stimme, die ich mir nicht erklären kann. Was sollte denn nicht mit mir in Ordnung sein, bis auf die Tatsache, dass ich gerade dabei war, die Person, die ich liebe, von mir zu weisen. Ihr einen Korb zu geben, wenn sie diesen Gedanken gehegt hatte und sich wirklich nicht nur entschuldigen wollte.
„Mir geht es bestens, Albus“, erwidere ich mit versucht fester und wie üblich schneidender Stimme, was mir nicht so ganz gelingen will. „Aber du entschuldigst mich. Ich habe noch etwas zu erledigen.“ Damit will ich ihn abspeisen, doch weit gefehlt. Ich hätte es besser wissen müssen, schließlich stehe ich hier der Schnüffelnase Nummer eins von Hogwarts gegenüber, der mich nicht eher aus seinen Griffeln lässt, bis er eine ausreichende Erklärung gehört hat. Durch sein Auftauchen hat er mich ziemlich überrumpelt und da Widerworte bei Albus Dumbeldore nichts nützen, lasse ich ihm erst mal seinen Willen, doch sollte ich zusehen, dass ich ihn so schnell wie möglich wieder los werde.
„Ich glaube, das kann warten“, bestimmt er und lässt einen meiner Arme los, wonach er mich an meinem andern so dreht und bugsiert, dass wir direkt vor der Tür zu meinen Räumen stehen. Er sagt nichts, doch ist mir völlig klar, was er nun von mir erwartet. Damit er mein Passwort nicht erfährt, das wäre ja noch schöner, lege ich meine Hand auf das Bild und flüstere es in Gedanken und lasse meine Magie auf dieses einfließen. Nach einem Klick öffnet es sich einen Spalt und nachdem wir beiseite getreten sind schwingt es auf, so dass wir hineintreten können. Drinnen steuert Albus, nachdem er seine Schuhe in gräsliche Löwenpuschen verwandelt hat, zielstrebig einen meiner Sessel vor dem Kamin an.
„Ein Feuerwhisky wäre jetzt bestimmt nicht verkehrt, Severus. Aber vorher, würde ich sagen, benötigen deine reizenden Blumen einen angemessenen Platz und Wasser.“
*So kann man sich auch einladen*, grummel ich gedanklich, schlüpfe selbst in Hausschuhe, ehe ich in mein Schlafzimmer gehe, wo ich den Strauß wieder in die Vase stelle. Zurück im Wohnraum gieße ich uns beiden dennoch zwei Gläser ein, wovon ich dem alten Mann eines reiche. Danach lasse ich mich auf dem anderen Sessel nieder und starre ins Feuer, das Albus in der Zwischenzeit entfacht haben muss, denn vorher brannte noch keines. Nach einem kräftigen Schluck frage ich ihn, wie er darauf kommt, dass es mir nicht gut gehen sollte?
Doch er schweigt sich aus und starrt nur in die Flammen. Ich denke schon, dass ich keine Antwort mehr auf meine Frage bekomme, da räuspert er sich kurz und erzählt mir, dass einige Portraits ihn davon unterrichtet hätten, dass ich vor etwas mehr als eineinhalb Stunden drei Mal in Gedanken versunken an meinen Räumen im Kreis vorbeigegangen sei. Und schließlich fast eine dreiviertel Stunde später, nachdem ich sie dann doch betreten hatte, wieder völlig durch den Wind rausgestürmt wäre, um erst fort und dann wieder ohne ersichtlichen Grund zurückzueilen. Er würde sich um mich sorgen. *Wie konnte ich diese kleinen Spione nur vergessen? Klar, dass die weiterhin Albus jede Kleinigkeit berichten, die im Schloss vor sich geht.*
„Ich war eben in Gedanken! Nichts Aufsehenerregendes und das dich zu interessieren hat, Albus“, blocke ich ab und schüttele den Kopf, als mein Sitznachbar mir einen seiner heißgeliebten Zitronenbrausebonbons mit einem Zwinkern unter die Nase hält. *Wie kann er bloß ständig dieses Zeug in sich reinstopfen?*
„Und dabei trägst du einen Blumenstrauß mit einer Werbungsrose mit dir mit? Severus, mein lieber Junge, ich bin alt aber nicht senil. Du bist verwirrt, weil du nicht weist, ob du dich innerlich auf das Werben einlassen sollst. Besonders nach allem was dir wiederfahren ist, was mir sehr leidtut. Besonders, da ich dich bat, noch einmal zurück zu ihm zu gehen, obwohl ich genau wusste, was dann erneut mit dir geschieht. Und das tut mir unsäglich Leid, doch hätten wir ohne deine Informationen vermutlich immer noch Krieg oder ihn gar verloren!
Du glaubst nicht mehr daran, dass dir auf diesem Gebiet auch nur einmal etwas Schönes, etwas Wundervolles wiederfahren könnte. Du bist im Zwiespalt mit dir Selbst, indem dein Herz lauthals ja schreit und dein überaus kluger Verstand, der aber hier völlig fehl am Platz ist, dagegen wettert. Wenn du immer alle um dich herum von dir stößt, kannst du in der Tat nicht erneut verletzt, gedemütigt und erniedrigt werden, doch auch nie erleben, was es bedeutet Jemanden um sich zu haben, der einen bedingungslos liebt. Der dir helfen könnte deine Dämonen zu besiegen und da ist, um sie zu vertreiben, wenn sie dich wieder heimsuchen wollen.“
Auf diese Rede schweige ich, denn ich weiß nicht wirklich, was ich darauf erwidern soll. Schließlich hat Albus nicht ganz Unrecht mit dem was er sagt, nur ist es verdammt schwer und ein gebrandmarktes Kind scheut eben das Feuer! Und so ein Kind bin ich in dieser Hinsicht und das weiß er ganz genau.
„Ablehnen kannst du später immer noch, aber dem Werben solltest du offen für alles entgegentreten, wenn er dich nach deiner Entscheidung fragt, ob er für den traditionellen Zeitraum um dich werben darf.
Weist du, Severus, jeder von uns hat ein bisschen Glück verdient. Besonders nach so schweren Zeiten. Ob du willst oder nicht aber auch du! Und dein persönliches Glück ist, wie es scheint, mit dem eines anderen verbunden, dessen Leben auch nicht gerade leicht war. Du entscheidest nun, ob zwei Menschen glücklich miteinander werden, denn das ihr es werden könnt, davon gehe ich aus. Er ist schließlich ein lieber Junge, der sich genauso wie du nach Liebe, Zärtlichkeit und Geborgenheit sehnt, wobei bei dir der Schutz noch eine große Bedeutung hat. Er wäre dazu fähig! Gib ihm eine Chance dir zu zeigen wie er wirklich ist, denn Schlangen und Löwen können durchaus gemeinsam glücklich werden. Wie ich weiß, plant Mister Zabini schon seine eigene traditionelle Werbungszeit mit der jungen Miss Weasley und auch dein eigener Patensohn hat sich eine Löwin als Gefährtin auserkoren, auch wenn sein Vorgehen nicht den Traditionen der Reinblüter entsprach, sondern eher etwas ... nun ja ... unkonventionell war. Aber das ist nun mal die Jugend von heute. Sie ist ungestüm, hält sich an nichts und weiß immer alles besser als wir älteren. Aber das ist das Vorrecht der Jugend, nicht das zu tun, was man ihr sagt oder vorgibt.“
Mit den letzten Worten erhebt sich Albus, verlässt meine Räume und lässt mich tief in Gedanken versunken zurück, wobei ich auch darüber nachdenke, woher er schon wieder weiß, von wem ich die Rosen bekommen habe. Ich bleibe noch eine Weile vor dem Kamin sitzen, in dem inzwischen nur noch die Scheite glimmen und wäge alle Umstände ab. Doch eine Entscheidung kann ich einfach noch nicht treffen, ob ich ihm erlauben soll mir den Hof zu machen, wie es genannt wird. Schwer seufzend erhebe ich mich und gehe viel zu spät, nachdem ich mit einem Wink meines Zauberstabes wieder die Kleidung gewechselt habe, in mein Bett. Ich brauche jetzt dringend Ruhe und Schlaf um meine verwirrten Gedanken zu beruhigen und vielleicht kann ich sie dann am Morgen ordnen. So nehme ich ausnahmsweise eine Phiole meines stärksten Traumlosschlaftrankes, der bis heute Nachmittag noch ziehen musste und versinke unverzüglich in traumlose Schwärze.
~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~ * ~
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel