
von lumos
Hey,
wie angekündigt setze ich euch das nächste Kapi rein.
Hiermit bin ich dann in beiden Foren auf dem selben Stand.
Mal sehen, vielleicht kommt dann diese Woche noch das ganz neue.
Teil 5 - Heißer geht schon nicht mehr ~ * ~ Part 2 1. Teil ca. 2980 Wörter
Draco
„Was haltet ihr von dem hier?“, fragt uns Lina.
„Nein, ich weiß nicht. Gold passt nicht wirklich.“ Ein zustimmendes Nicken erhalte ich von der dritten Person unserer kleinen Gruppe. „Der hier sieht gut aus. Wie gefällt euch der?“, frage ich und halte ihn unters Licht und beide betrachten ihn ausgiebig.
„Ja, der sieht schon eher nach was aus. Was meinst du?“, fragt Lina unseren dritten im Bunde.
„Er ist wirklich fantastisch. Den könnte ich mir gut vorstellen als...“
„Seid ihr immer noch nicht fertig?“, erschallt hinter uns eine genervte Stimme, die uns leicht erschreckt, was ich natürlich nicht äußerlich zeige.
„Ich war schon im Honigtopf, im magischen Schreibartikelladen, im Ausstatter für alle Gelegenheiten und bei meinen Brüdern. Was kann solange daran dauern einen Verlobungsring für Lina auszusuchen Mal ... Draco, besonders, da sie anwesend ist?“ Ron steht mit verschränkten Armen hinter uns und da nicht nur wir uns abgesetzt haben, sondern auch Hermine, die mit strahlenden Augen ein neues Buchgeschäft entdeckt hatte, sah sich Ron gezwungen die vergangenen zwei Stunden alleine durch Hogsmead zu laufen. Auf Schmuck aussuchen hatte er nicht wirklich die größte Lust. Wir haben ihn zwar gefragt, da Ron sich nicht vor den Kopf gestoßen fühlen sollte, doch war es uns dreien vorher schon bewusst gewesen, dass er nicht mitkommen würde.
„Ron, ich weiß nicht, wie du das später mit Hermine machst, aber mein lieber Verlobter hat mich zwar vor einer halben Ewigkeit darum gebeten mein Leben an seiner Seite zu verbringen, aber er hat es immer noch nicht geschafft, einen Ring zu kaufen und mir an den Finger zu stecken. Und jetzt bestehe ich so langsam darauf und dann will ich auch einen haben, der mir und nicht nur ihm gefällt. Natürlich würde Draco einen wunderschönen aussuchen aber, wenn ich schon die Chance auf ein Mitspracherecht habe, dann nutze ich das auch aus. Du musst dich noch etwas gedulden. Geh doch schon mal in die „Drei Besen“ und such uns einen netten Tisch, wir kommen bald nach“, fordert meine Freundin, pardon Verlobte, den Rotschopf auf, mit dem ich so langsam auch etwas besser zurecht komme. Und während die drei so herrlich abgelenkt sind, schiebe ich dem Besitzer des Juweliergeschäfts unauffällig einen kleinen Zettel und ein Kästchen mit einem Ring über den Tresen, den dieser geistesgegenwärtig mit einem Nicken schnell verschwinden lässt.
„Mit ... mit Mine? So ... soweit sind wir doch ... noch nicht und überhaupt und alles! In Ordnung, ihr könnt noch weiter suchen, aber beeilt euch!“, mosert der jüngste Weasley, noch etwas bleicher als zuvor, bevor er fluchtartig den Laden verlässt. Nachdem er verschwunden ist, wenden wir uns wieder den wesentlichen Dingen zu. „Also, was sagst du zu dem Ring?“
„Er ist perfekt. Das Weißgold strahlt eine schlichte Eleganz aus, genauso wie Sev und der schwarze Opal, der je nachdem, wie das Licht auf ihn fällt, grün von innen heraus funkelt und strahlt. Dieser Ring passt ausgezeichnet. Den nehme ich!“, und mit den letzten Worten wendet Harry sich dem Juwelierbesitzer zu, der daraufhin erleichtert ausatmet. Schließlich haben wir uns von ihm in den letzten zwei Stunden fast seine komplette Ringkollektion zeigen lassen und an jedem etwas auszusetzen gehabt. Linas Augen haben auch nur bei einem sehnsüchtig gestrahlt, der sich jetzt außer Sichtweite befindet. Der Vorteil an diesem Geschäft ist neben der exquisiten Auswahl noch der, dass ich den Juwelier und Ladenbesitzer persönlich kenne und der sehr verschwiegen ist. So wird die Neuigkeit, dass Harry Potter, der strahlende Held aller Zauberer und Hexen, einen Verlobungsring für eine männliche Person ausgesucht hat, nicht heute noch in einer Sonderausgabe des Tagespropheten erscheinen, sondern gar nicht.
„Das ist eine sehr gute Wahl, Mister Potter. Der Stein stammt aus Lightning Ridge. Das liegt in Australien und das Farbenspiel, auch als fire color bezeichnet, ist außergewöhnlich intensiv und sehr selten.¹ In dieser Qualität ist es einer der schönsten und kostbarsten Edelsteine, den ich hier im Laden habe. Der Ring wird sich automatisch der Fingergröße Ihres Auserwählten anpassen, sobald er den Finger berührt“, preist der Ladenbesitzer seine Ware nochmals an.
„Danke, dass ist hervorragend. Wie viel schulde ich Ihnen?“, will Harry mit gezücktem Geldbeutel wissen.
Der Juwelier fordert eine ziemlich stolze Summe, die Harry ohne mit der Wimper zu zucken begleicht, was nur Verliebte tun können. Das Kästchen lässt er in seiner Hosentasche verschwinden. Lina greift nach meiner Hand und gemeinsam schlendern wir mit einem glücklichen Harry im Schlepptau aus dem Geschäft auf die belebten Straßen von Hogsmead. Wir kämpfen uns durch die Massen von Schülern Richtung Pub, in dem Wea ... Ron auf uns wartet. Auf der Straße begegnen wir Hermine, die sich suchend und mit bücherbeladenen Händen umsieht. „Hey Mine, wir sind hier!“, ruft mein Engel ihr freudig entgegen. „Ron ist schon in den „Drei Besen“ und hält uns einen Tisch frei. Er ist etwas grantig, da wir seiner Meinung nach zu lange gebraucht haben.“
„Na, der soll sich nicht so anstellen, schließlich haben wir auch schon sehr oft viel zu viel Zeit damit verplempert um auf ihn zu warten, während er im Honigtopf die Regale plündert oder Fred und George um Preisnachlass anbettelt, da er schließlich ihr Bruder ist. Aber nun zu Wichtigem, habt ihr einen schönen Ring gefunden?“, fragt Hogwarts schlaueste Hexe mit einem leichten Funkeln in den Augen, das nur Mädchen, zusätzlich Harry, bei solchen Dingen bekommen können.
„Natürlich!“, mische ich mich nun in die Unterhaltung ein. Lina hat in den letzten Monaten schon genug geflunkert, was ihr nicht gefiel und sie ist da auch nicht der Typ für. Von mal zu mal war es ihr immer schwerer gefallen, besonders ab dem Moment, wo die anderen beiden bemerkt haben, wie sehr sie ihre Freunde vernachlässigt haben. Es grenzt schon an ein Wunder, dass sie damit fast drei ganze Monate durchgekommen ist. Ich sehe ihr schließlich jedes kleine Flunkern an der Nasenspitze an. „Ein sehr schöner Ring ist es geworden, Hermine, aber du wirst dich noch gedulden müssen. Erst wenn ich ihn Lina an den Finger stecke, darfst auch du ihn sehen.“
„Och, Draco, kannst du nicht eine klitzekleine Ausnahme machen?“, versucht Hermine, mit der ich besser als mit Ron klar komme, mich zu überreden.
„Nein!“, damit ist für mich die Diskussion beendet und ich begebe mich mit Lina in die Lokalität. Harry folgt uns sogleich, während Hermine noch eine Sekunde verdutzt stehen bleibt. Drinnen finden wir den Rotschopf grübelnd über einen mit Butterbier gefüllten Krug und setzen uns zu ihm.
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Harry
Ron scheint wirklich nicht glücklich zu sein, so wie er betrübt über seinem Butterbier hängt.
„Hey, Ron, Kumpel, was ist mit dir? Du kannst doch nicht alleine so sauer sein, weil wir etwas länger gebraucht haben!“ Auf diese geflüsterte Aussage schaut mein bester Freund mich verdutzt an, überlegt kurz und meint mit einer genauso leisen Stimme, dass er gerne später mit mir darüber sprechen möchte. So nicke ich und sein Gesicht sieht nicht mehr ganz so finster aus und er beteiligt sich sogleich an der schon entstandenen Diskussion über irgendwas. Da ich nicht genau hinhöre und eher mit dem Kästchen in meiner Tasche spiele bin ich mir nicht sicher, worum es geht und aus den Wortfetzen, die in meine Gedanken dringen, kann ich auch keine Rückschlüsse ziehen. Wobei ich da auch gerade keinen Wert darauf lege. Viel lieber schwelge ich in Erinnerungen über die vergangenen Wochen mit Severus, die sehr schön begonnen hatten. Der Abend im Raum der Wünsche an seinem Geburtstag war sehr schön, doch für die folgenden Wochen war das Mittagessen danach ausschlaggebend gewesen.
Für meinen Geschmack musste ich viel zu lange auf ihn warten. Laut meiner Uhr kam Severus schließlich fünfzehn ellenlange Minuten später, als er eigentlich hätte da sein können. Vorsichtig und nicht wissend, was auf ihn zukommen würde, war er wie es schien auf die Plattform getreten und hatte sich überrascht umgesehen. Strahlend hatte ich ihn begrüßt und ihn gebeten sich zu setzen, dem er sogleich nachgekommen war, während er sich für seine Verspätung entschuldigte. Wie er erzählt hatte, gab es während des Brauvorgangs bei vereinzelten Schülern Schwierigkeiten. Doch das war mir von der Sekunde an, in der ich ihn bei mir hatte, gleich. Für mich hatte es in diesem Moment nur noch uns beide gegeben. Ein Kommentar seinerseits hatte mich von seinen Augen in die Gegenwart geholt und ich hatte mir schnell etwas zu Essen genommen, um mein Gestarre und meine vermutlich roten Wangen zu überspielen. So hatten wir eine Weile erneut schweigend dagesessen, während ich fieberhaft nach einem Gesprächsthema gesucht hatte. Es gab so viele, doch war mir keines für uns angemessen genug gewesen. Schließlich hatte ich mich über unsere Kindheit zu sprechen entschieden. Ich wollte Severus besser kennen lernen und wieso nicht gleich von Klein auf anfangen, auch wenn mir die Erinnerungen an meine eigene Kindheit nicht behagten. Dass Severus es genauso ergangen war, konnte ich ja nicht wissen. Ich hatte bei unseren Oklumentik Stunden zwar eine kleine Szene gesehen in der er in einer Ecke auf dem Boden gekauert hatte und seine Eltern sich stritten, doch hatte ich nicht gedacht, dass das sein Alltag war. So hatte ich ihm eine schlichte Frage dazu gestellt, wo er aufgewachsen und wie er als Kind gewesen war. Es hatte lange gedauert, bis ich eine Antwort erhalten hatte. Sie war erst dann gekommen als ich schon gedacht hatte, dass er mir nicht antworten wollte und ich ein anderes Thema anzusprechen gedachte.
„Du willst etwas über meine Kindheit wissen! Ich glaube kaum, dass du das wirklich hören möchtest, denn sie ist nicht so schön wie deine bestimmt war. Nein, unterbrich mich nicht, sonst kann ich womöglich nicht mehr anfangen“, hatte Severus sichtlich um Fassung ringend gebeten, als ich ihm widersprechen wollte, dass meine Vergangenheit auch kein Zuckerschlecken gewesen war. Ihm schien es merklich schwer gefallen zu sein, mir darüber zu berichten. So hatte ich nur genickt und beruhigend seine Hand in meine genommen. Sev war bei dieser Berührung zwar kurz zusammengezuckt, doch hatte er sich mir nicht entzogen, so dass ich mit meinem Daumen beruhigend über seinen Handrücken hatte streicheln können.
„Ich habe keine angenehme Kindheit gehabt. Ständig gab es Zoff bei uns Zuhause und mein Vater war nicht kleinlich damit, seine Argumente mit körperlichen Attacken durchzusetzen, die gegen meine Mutter und gegen mich gerichtet waren. Meine Mutter versuchte mich so gut es ging von ihm fern zu halten, doch gelang ihr dies zunehmend weniger, weswegen ich so viel wie möglich nicht zu Hause war. Was aber oft zur Folge hatte, dass ich gerade deswegen verprügelt worden bin. Zumindest hatte das mein Vater mir immer als Grund genannt. Wenn meine Mutter nicht so gut in Zaubertränke gewesen wäre und dies mir sehr früh beigebracht hätte, wäre ich vermutlich nicht mal 8 Jahre alt geworden. Weißt du, sie hatte ein Forschungsangebot direkt nach Hogwarts erhalten, so gut war sie. Doch sie hatte es aus Liebe zu meinem Vater abgelehnt. Hätte sie es doch nur angenommen. Dann würde es mich zwar nicht geben, doch sie würde noch leben.
Der einzige Lichtblick war deine Mutter gewesen. Ja, du hörst richtig. Ich habe deine Mutter schon vor Hogwarts kennengelernt und durch nur ein einziges Wort, habe ich ihre Freundschaft in meinem fünften Jahr verloren. Weißt du, meine Mum war kurz zuvor gestorben. Am Abend zuvor war der Brief vom Mungos gekommen und ich hatte Lili davon noch nicht berichten können. Mein Vater hatte meine Mutter krankenhausreif geschlagen und an den Folgen war sie schließlich verstorben. Ich war noch so voller Gram gegen alles was mit Muggeln zu tun hatte, da mein Vater schließlich einer war, dass ich nicht nachgedacht hatte, was ich sagte. Die unendliche Trauer in Kombination mit deinem Vater, der es wieder auf mich abgesehen hatte, war zu viel gewesen und ich habe Lili, wie du dich bestimmt noch erinnern kannst, als Schlammblut beschimpft. Du kennst sicherlich die Bedeutung.“ Unfähig auf das Gehörte auch nur ein Wort zu erwidern hatte ich nur genickt. Zu sehr war ich von dem gehörten geschockt gewesen. Eine liebevolle Kindheit hatte ich nicht gehabt aber zumindest war ich nie geschlagen worden und dann hatte sein Vater auch noch seine Mutter totgeprügelt.
„Ich habe nie neue Kleidung erhalten, sondern immer abgetragene Kleidung von meinem Vater. Meine Mutter hatte sie immer für mich klein geschrumpft, aber deiner Mutter war das egal. Sie hat mich so akzeptiert wie ich war und wir sind Freunde geworden. Da waren wir gerade mal 9 Jahre alt. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht und ich habe ihr alles was ich wusste über Hogwarts erzählt. Damals konnte man schon die Magie in deiner Mutter spüren und sie konnte sie auch sogar etwas kontrolliert anwenden. Du hättest das entsetzte Gesicht deiner Tante sehen sollen, als Lili einer herabgefallenen Blüte Leben eingehaucht hatte und diese sich immer wieder geöffnet und geschlossen hatte. An dem Tag lernten wir uns auch kennen. Gut, ich wusste schon eine Weile vorher wer deine Mutter war, schließlich habe ich sie eine geraume Zeit im Verborgenen beobachtet, aber an dem Tag konnte ich mich nicht mehr länger zurückhalten und bin aus meinem Versteck hervorgekommen. Das war noch mal ein Schock für die gute Petunia gewesen. Aber auch deine Mutter hatte mich nicht gerade mit offenen Armen empfangen, denn als ich ihr sagte, was sie sei, war sie ziemlich eingeschnappt und verließ schließlich mit dieser Schnepfe von Schwester den Spielplatz.
Aber letztlich konnte ich sie schon am nächsten Tag noch mal alleine sprechen und ihr genau erklären, was es mit Hexen und Zauberern auf sich hat. Zuerst dachte ich, dass sie nicht mehr mit mir sprechen würde, doch ihre Neugierde hatte sie zurück zum Spielplatz getrieben und mich schließlich ausgefragt.
Die Zeit der Freundschaft mit deiner Mutter, war die beste meines Lebens, denn sie war ein wunderbarer Mensch. Du hast einige Charakterzüge von ihr, nicht nur deine Augen. Es tut mir Leid, dass ich immer so gemein mit dir umgesprungen bin, aber dein Vater war mein Schulalptraum und dann auch noch die Ähnlichkeit zu meiner einstigen Freundin, die ich durch meine eigene Schuld verlor, war zu viel für mich gewesen. Ich habe dich so behandelt, um all die Gefühle nicht auf mich hereinbrechen zu lassen.
Lili war die Einzige gewesen, die wusste, wie es bei mir zu Hause zuging. Das meine Eltern sich oft stritten und mein Vater in seiner Wut und durch den Alkoholkonsum eine sehr lockere Hand hatte. Manchmal benutzte er auch einen Gürtel. Doch wir waren Kinder, was konnte sie schon machen. Aber sie war für mich da, sie hörte mir zu, tröstete mich und trug Salben auf die Stellen meines Körpers auf, an die ich nicht herankam“, hatte Severus zum Schluss hin geschluchzt. Es hatte so ausgesehen, dass es ihn immer noch schmerzte, an seine einzige erste und wahre Freundin zu denken. Ich war mir nicht sicher, wie ich in dem Moment handeln sollte. So nahm ich Severus in meine Arme, der anfangs zusammengezuckt war und sich verkrampft hatte. Es schien auch so, dass er sich zwingen musste, nicht sofort abzuhauen, doch schienen meine beruhigenden Streicheleinheiten zu wirken. Die anfängliche Verkrampfung und Verspannung löste sich auf und er ließ sich vorsichtig gegen meinen Oberkörper fallen. Auch eine Träne die Severus weinte, hatte ich ihm zart beiseite gewischt. Doch lange konnte ich Sev nicht so nahe sein, da hatte er sich auch schon wieder gesammelt, mich abgeschüttelt und sich mit gestrafften Schultern aufgerichtet. Sein Gesicht war wieder emotionslos, kalt geworden.
„Oh, nein, Sev, bitte, verschließe dich nicht wieder vor mir. Ich liebe dich doch. Ich lache dich nicht aus oder verhöhne dich, wenn du Gefühle zeigst. Ganz im Gegenteil. Ich will hinter diese kalte Maske eines Slytherin sehen, denn da ist so viel, so viel Liebenswertes. Ich weiß, Gefühle können wehtun und andere Menschen können einen verletzen, wenn man sich ihnen öffnet, aber das habe ich nicht vor.“
„Du verachtest mich nicht wegen meiner Kindheit, wegen meiner Schwäche?“, hatte Severus mit leicht zitternder Stimme gefragt. Er wollte seine Stimme wohl in seinem typischen verächtlichen Ton klingen lassen, doch war ihm dies gänzlich missglückt.
„Nein, Severus, das tue ich nicht, denn Gefühle zu haben und sie auszudrücken ist keine Schande. Sieh mich an, Severus, sieh mich an, bitte!“
Und nach einer schieren Ewigkeit hatte er mir tatsächlich in meine Augen gesehen.
„Sev, jeder hat sein Päckchen zu tragen und auch ich habe keine schöne Kindheit gehabt, geschweige denn Jugend, doch sie macht mich aus. Sie macht mich zu dem was, nein, wer ich bin und dasselbe gilt auch für dich. Deine Kindheit hat dich stark gemacht, genauso wie die Freundschaft zu meiner Mutter, wie meine zu meinen Freunden. Severus, ich wurde bei meiner liebreizenden Tante nicht wie ein König behandelt. Ich bin nie geschlagen worden, doch habe ich nie die Zuneigung einer liebevollen Familie erfahren. Bis zu meinem 11. Geburtstag habe ich unter der Treppe im Schrank gelebt, nie ein Spielzeug besessen und die Hausarbeit verrichtet. Meine Klamotten, sogar die jetzigen, sind von meinem Cousin, die Lina für mich geschrumpft hat. Und dann die ganzen Abenteuer, in die ich mehr oder weniger freiwillig hineingeschlittert bin und Voldemort stand ich nicht nur einmal gegenüber.“
„Petunia hat dich nicht gut behandelt?“, war die erschütterte Frage gekommen.
„Nein, aber das ist vorbei, Vergangenheit. Ich habe mich zwar mit ihr in den letzten Ferien ausgesprochen, doch eine wirkliche Familie werden wir nicht mehr werden und da Voldi auch Geschichte ist, kann ich nun in ein neues Leben starten. In ein Leben, dass ich mit dir verbringen möchte, wenn du mich lässt.“
„Ich weiß nicht, ob ich das kann“, war Severus ehrliche Antwort gewesen, die mich zum Teil traurig gemacht hatte, doch wollte ich die nächsten Monate versuchen, ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Ob ich das geschafft habe, weiß ich nicht, doch werde ich auf diese Frage recht bald eine Antwort erhalten, da die dreimonatige Frist in ein paar Tagen vorbei ist. Aber ich hoffe es. Zumindest ist Sev in den vergangenen Wochen, in denen wir viel geredet und Zeit miteinander verbracht haben, offener geworden und versteckt sich, wenn wir alleine sind, nicht mehr hinter dieser aufgesetzt kühlen Maske eines Slytherins.
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¹ Am seltensten, soweit ich weiß, sind die schwarzen Opale mit einem roten Farbenspiel. Ich habe allerdings grün für Harrys Augenfarbe verwendet.
Bis zum nächsten Mal.
lumos
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