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Fanfiction

Unbreakable Truth - Kapitel 6. Harry zieht ein

von Sisilia D.S.

Die ersten Strahlen der Sonne fanden ihren Weg durch

den schweren dunkelblauen Samtvorhang, der nicht gerade sorgfältig zugezogen worden war, direkt in Sisilias Schlafzimmer und kitzelten sie an der Nase.
Verschlafen schlug sie die Augen auf und blinzelte in die morgendliche Sonne. Genussvoll gähnend, drehte sie sich auf den Rücken und streckte sich ausgiebig. Ihre Augen blickten nachdenklich an die Decke des Schlafzimmers, welche, genau wie die Wände mit mahagonibraunen Holztafeln verziert worden war. Auf den meisten von ihnen waren nur quadratische Muster aufgebracht worden, doch in ein paar wenige waren Bilder geschnitzt worden, eine wunderbare und heutzutage unbezahlbare Arbeit.
Einige stellten einfache Jagdszenen dar, auf anderen konnte man Liebespaare erkennen, die sich in den Armen lagen und wieder andere zeigten Engel oder Feen.
Einige Zeit betrachtete Sisilia diese und drehte dann aber den Kopf so nach hinten, dass sie das Bild, welches direkt über dem Kopfende ihres Bettes hing, sehen konnte.
Auf dem Bild waren vier Personen zu sehen. Eine durchaus attraktive Frau, kaum älter als Sisilia jetzt und ihr sehr ähnlich, die gleiche Haar und Augenfarbe, rot-blond und smaragdgrün. Diese saß auf einem wunderschönen antiken Stuhl. Neben ihr stand ein großer schlanker Mann, dessen Alter man schlecht einschätzen konnte. Doch Sisilia wusste, dass er dort fast schon fünfzig gewesen war, auch wenn er jünger wirkte. Er hatte dunkle Haare und sein Gesicht war sehr männlich, genauso, wie seine markante römische Nase. Die Augen des Mannes waren so klar und freundlich, sie strahlten fast in einem wunderschönen hellblau.
Halb neben und halb hinter diesem stand ein weiterer Mann mit grauem Bart, gleich groß wie der jüngere und sie beide hatten dieselbe Augenfarbe. Dieser hatte den Arm um den jüngeren gelegt und es lag etwas wie Stolz in seinen Augen.
Die vierte Person, ein großer hagerer Mann, mit grauweißem Bart, dessen Alter man ebenfalls nur raten konnte, stand hinter der Frau und lächelte über seine Halbmondbrille hinweg zu Sisilia. Auch seine Augen hatten dieselbe Farbe, wie die der anderen Männer. Eine leichte Ähnlichkeit war zwischen ihnen zu erkennen, was auch kein Wunder war, denn sie waren alle miteinander Verwandt.
Letzterer war Albus Dumbledore, der Großonkel von Sisilia, der andere mit Bart ihr Großvater – welcher nur selten auf dem Bild zu sehen war, er war meistens irgendwie weg - und die andern beiden, die sich immer wieder verliebte Blicke zuwarfen und die ganze Zeit über ihre Hände hielten, waren die Eltern von Sisilia, welche, als diese gerade 12 Jahre alte gewesen war, von Lord Voldemort ermordet worden waren.
„Guten Morgen“, murmelte Sisilia dem Bild zu und setzte sich auf.
„Guten Morgen, meine Tochter“, sagte die Frau auf dem Bild, während sich das Bildnis ihres Vaters erkundigte, ob sie gut geschlafen hätte.
„Wie ein Murmeltier“, erklärte sie und schwang die Beine aus dem Bett.
„Was hast du denn heute noch vor?“, erkundigte sich das Abbild von Dumbledore freundlich.
„Harry wird heute im Gästehaus einziehen. Ich muss es noch sauber machen. So kann ich ihn unmöglich in das Haus lassen. Sonst geht er wieder, bevor er überhaupt richtig angekommen ist“, murmelte sie gähnend und ging in einen angrenzenden kleinen Raum, den sie als begehbaren Schrank umfunktioniert hatte. Von dort gab es eine weitere Türe die ins Bad führte, wohin sie sich erst einmal aufmachte.

Nur kurze Zeit später kam sie frisch geduscht wieder raus, fingerte nach einem älteren blauen T-Shirt, mit der silbernen Aufschrift „Wild Thing“ und einer abgetragenen dunkelblauen Jeans, in welche sie schlüpfte.
Als sie wieder in das Schlafzimmer trat rümpfte das Bildnis ihrer Mutter lautstark die Nase.
„Wie kann man sich nur so schäbig anziehen“, kritisierte sie sofort ihre Tochter.
„Du siehst doch, dass ich das kann. Außerdem werde ich mich garantiert schmutzig machen beim Aufräumen“, gab sie leicht trotzig zurück und bevor das Bildnis ihrer Mutter noch etwas dazu sagen konnte, verließ sie ihr Schlafzimmer und ging hinunter in die Küche.
Doch zum Frühstücken, hatte sie irgendwie keine Lust. So nahm sie nur einen Krug Saft mit, steckte ihren Zauberstab ein und ging gleich hinüber ins Gästehaus.

Als sie das Haus betrat, schlug ihr gleich muffiger abgestandener Geruch entgegen.
„Oh je. Mir scheint, das Gebäude hier, wurde länger nicht mehr betreten, als das Haupthaus“, stöhnte sie leise vor sich hin und das Erste was sie tat, war alle Vorhänge aufzuziehen und die Fenster zu öffnen, um frische Luft herein zu lassen.
Einen Moment überlegt sie noch, doch dann fasste sie den Entschluss im Wohnzimmer mit dem „Aufräumen“ zu beginnen. Vor allem, da es dort aussah, als wäre der Raum zuletzt als Müllplatz benutzt worden. Außerdem lag eine Zentimeter dicke Staubschicht auf allem und überall hingen dichte Spinnweben. Mindestens 20 große Kisten standen noch kreuz und quer, bis oben gefüllt mir allerlei alten Krimskrams.
Mit einem Seufzen und einem Schlenker ihres Zauberstabs, ließ sie erst mal die Kisten in den Flur hinausschweben, wo sie diese an der Wand stapelte.
Dann begann sie den Raum und vor allem die Ecken von Staub und Spinnweben zu befreien. Gott froh, war sie allerdings darüber, dass sich keine Doxies oder andere ähnliche bösartige magische Wesen hier eingenistet hatten.
Sie musste lediglich ein paar große ekelige Spinnen, welchen sie einen Schockzauber verpasste, einsammeln und in den Garten tragen, weit weg vom Haus.
Schon sehr schnell wurde ihr klar, dass das Reinemachen doch mehr Zeit in Anspruch nehmen würde, als sie zuerst gedacht hatte und das ärgerte sie.
Der halbe Vormittag war bereits vorbei, als sie sich seufzend auf das inzwischen saubere Sofa fallen ließ.
Doch in dem Moment, als sie sich auf das Polster setzte, schoss ein dürrer schwarzer Kater mit einem wütenden Miauen, darunter hervor, fauchte laut auf und rannte bis zur Wohnzimmertüre, wo er abrupt stehe blieb, sich umwandte und einen sehr skeptischen Blick auf Sisilia warf, die vor lauter Schreck wieder aufgesprungen war.
„Du meinest Güte. Hast du mich vielleicht erschreckt!“, stöhnte sie auf und ließ ihren Zauberstab, den sie gleichzeitig gezogen und auf ihn gerichtet hatte, wieder sinken.
Sie ging nun auf die Knie und sah zu dem kleinen scheuen Tier, der mit einem Katzenbuckel und aufgerichteten Schwanz ihr misstrauisch entgegen blickte.
„Wo kommst du denn auf einmal her?“, fragte sie leise, als sie sich wieder gefangen hatte und versuchte sich dem mageren Kater zu nähern. Er war vollkommen schwarz nur ein kleiner weißer vielleicht Sickel großer Fleck auf seiner Brust, leuchtete richtig in seinem dunklen Fell. Doch langsam legte der Stubentiger den Rückwertsgang ein, je näher Sisilia ihm kam.
„Du brauchst keine Angst zu haben, ich hab nicht vor, dir etwas zu tun.“ Sie sprach leise und beruhigend auf ihn ein und musterte den Kerl genauer, der sie auch nicht aus den Augen ließ.
„Du hast sicherlich Hunger, nicht wahr?“, fragte sie, richtete ihren Zauberstab auf eine Stelle neben der Türe, wo keine Sekunde später eine kleine Schüssel mit Milch erschien.
Sisilia rutschte wieder etwas rückwärts, bis sie mit den Füßen gegen das Sofa stieß, dort blieb sie auf ihren Knien sitzen und sah abwartend zu dem Kater, der sich zuerst nicht rührte, dann aber nur zwischen ihr und der Milch hin und her blickte.
„Na komm schon. Ich habe sie nicht vergiftet“, forderte sie das Tier auf, das sich jetzt aber einfach hinsetzte und sie hatte das Gefühl, trotzig anblickte.
„Dann eben nicht. Es ist nicht mein Magen, der knurrt“, gab sie dann von sich und stand auf. Doch in dem Moment begann ihr eigener Magen zu knurren und ihr wurde bewusst, dass sie auch noch gar nichts gegessen hatte.
„Ok. Eins zu Null für dich“, sagte sie und ging langsam auf die Türe zu, in der der Kater saß. Dieser wich sofort zurück in den Flur, ohne sie aus den Augen zu lassen. Doch Sisilia ging an ihm vorbei und tat so, als würde sie ihn nicht weiter beachten, was aber nicht stimmte. Aus den Augenwinkeln, beobachtete sie jede Bewegung des Tieres und verwundert nahm sie wahr, dass dieser ihr nach draußen folgte. Er lief ihr bis zu ihrem Haus hinterher, immer in einem gewissen Abstand. Sie machte extra die Haustüre nicht zu, als sie hinein ging, um zu sehen, ob er ihr auch weiterhin folgen würde.
Und tatsächlich, schlich er sich geschwind in die Küche und versteckte sich dann unter dem Tisch, von wo er sie weiterhin mit seinen kohlrabenschwarzen Augen beobachtete.
Sisilia ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und begann für sich ein paar Würstchen warm zumachen. Während diese im Wasserbad erwärmt wurden, schnitt sie sich noch eine Scheibe Brot ab und legte es auf einen Teller. Dann nahm sie noch einen zweiten Teller aus dem Schrank und legte die warmen Würste auf die beiden Teller. Zwei auf ihren und eines, das sich noch klein schnitt auf den anderen. Als sie sich umdrehte, um zu Tisch zu gehen, blickte sie erstaunt auf den Kater, der es sich jetzt auf einem der Stühle gemütlich gemacht hatte und sie mit funkelnden Augen ansah.
„Aber so haben wir nicht gewettet, Freundchen“, erklärte sie und ging zum Tisch. Ihren Teller stellte sie auf den Tisch und den andern auf den Boden, neben dem Stuhl.
Der Kater sah ihr hinterher, doch er rührte sich keinen Zentimeter. Auch nicht, als sie anfing ihr Würstchen zu essen, er saß nur da, warf einen Blick von ihr zu dem Teller auf den Boden und begann sich dann die Pfote zu lecken.
„Du bist aber ganz schön stur. Hat dir das schon mal jemand gesagt“, sagte sie nach einer Weile, hob den Teller wieder auf und stellte ihn auf den Tisch. Sofort richtete sich der schwarze Kater auf und stellte sich mit den Vorderpfoten auf den Tisch und begann, sich genüsslich über die Wurst herzumachen.
„Oh, ich sehe, eure Hoheit ist es nicht gewohnt vom Boden zu essen. Nun, wenn das so ist, hab ich doch gleich einen sehr netten Namen für dich. Wie wäre es mit Prince? Wäre doch passend für einen so verwöhnten Kerl wie dich?“, schlug sie vor und war erstaunt, dass der Kater sein Essen unterbrach und sie kurz aber eindringlich musterte.
„Was ist, gefällt dir der Namen nicht? Zu spät, der bleibt dir jetzt.“
Sisilia musterte das Tier noch einige Zeit, während sie selber auch Fertig aß, und als sie beide das Essen beendet hatten, streckte sie die Hand nach dem Kater aus, weil sie hoffte, dass er sich vielleicht jetzt streicheln lassen würde. Doch weit gefehlt, er sprang sofort, als er das merkte von Stuhl und sah sie wieder aus sicherer Entfernung an.
„Ok, ich hab verstanden. Füttern ja, aber nur auf dem Tisch, doch auf keinen Fall anfassen. Ist OK. Aber glaub ja nicht, dass ich dir erlauben werde in meinem Bett zu schlafen. Das ist vollkommen ausgeschlossen, verstanden der Herr?“
Fast so, als hätte der Kater verstanden, was sie gesagt hatte, drehte er sich um und verließ mit erhobenem Schwanz fast beleidigt drein blicken, wenn ein Kater das überhaupt konnte, die Küche.
Sisilia schüttelte amüsiert den Kopf, wusch schnell das Geschirr und wollte sich wieder ins Gästehaus auf machen, um ihre Säuberungsaktion weiter zu führen.
Doch in dem Moment schlug die Türklingel an. Sie trocknete sich noch die Hände ab, warf das Geschirrtuch auf die Anrichte und ging zur Türe.
Überrasacht sah sie in Harry Potters Gesicht, der etwas verlegen draußen stand und sich mit der Hand durch den Nacken fuhr.
„Ich hoffe, ich bin nicht zu früh?“, fragte er, nachdem Sisilia ihn nur ansah und nichts gesagt hatte.
„Entschuldigen Sie, Mr. Potter. Ich hatte erst am Nachmittag mit Ihnen gerechnet, aber das ist kein Problem. Das heißt… Ich war gerade dabei drüben etwas… aufzuräumen, doch ich muss gestehen, ich bin nicht sonderlich weit gekommen. Ich habe grad mal das Wohnzimmer geschafft“, gestand sie ihm nun etwas kleinlaut.
„Das macht doch nichts. Ich kann das auch selber fertig machen, ist wirklich kein Problem, ich habe ja Zeit“, erklärte Harry und hob beschwichtigend sie Hände.
„Nein, ich habe eine noch viel bessere Idee. Wir stürzen uns gemeinsam auf den Dreck? Was denken Sie? Dann können wir uns vielleicht noch etwas besser kennen lernen. Ich habe auch sonst nichts weiter vor.“
Über Potters Gesicht huschte ein Lächeln und er nickte dann.
„Gut, dann lassen Sie uns gleich hinüber gehen“, erklärte Sisilia, zog die Türe hinter sich zu und schritt mit Harry Potter, der seinen Schrankkoffer hinter sich her zog, den Weg zum Gästehaus entlang.
„Wow, das ist ein sehr schöner Garten“, sagte Harry, der sich genauer umsah.
„Der Vorteil des Gartens ist, in der Mitte ist viel Platz, und doch ist er so gut abgeschirmt, dass man von draußen so gut wie nicht rein sehen kann“, sie deutete auf Bäume und Büsche rundherum, die das Grundstück eingrenzten und abschirmten.
„Stimmt, das hat einige Vorteile“, gab Harry grinsend zurück.
„Vor allem der, dass man ohne Bedenken zaubern kann“, flüsterte sie und deutete dann auf das alte, aus Steinen gemauerte und mit Efeu umwucherte Gästehaus.
„Wow“, sagte Harry, als er es erblickte. „Irgendwie erinnert es mich an Hagrids Hütte. Ok, diese ist grober und einfacher, als das hier. Aber irgendwie gefällt es mir, es hat… Charme.“
„Charme? Das hat noch keiner von dem Häuschen gesagt. Aber wenn es dir gefällt, bin ich beruhigt. Es muss noch einiges gemacht werden, aber ich bin mir sicher, du wirst dich dort wohl fühlen. Es ist jedenfalls irgendwie gemütlich… Wenn auch im Moment noch sehr dreckig“, fügte sie noch an, als sie vor der offenen Haustüre angekommen waren und Harry einen Blick in den voll gestellten Flur warf.
„Ach was. Das bekommen wir schon hin“, erklärte Harry nun zuversichtlich, stellte seinen Koffer, neben der Türe ab und betrat nach einer einladenden Handbewegung von Sisilia das Haus. Er ging durch den im Moment sehr engen Flur und dann gleich nach links in das schon fertige Wohnzimmer hinein.
„Hey, Wow. Das ist ja der Wahnsinn“, sagte Harry total begeistert und sah sich genauer um.
„Klein aber fein. Ich hoffe jedenfalls, dass Sie sich hier wohl fühlen werden.“
„Wer sich hier nicht wohl fühlt, ist selber schuld“, erklärte er und ging einmal im ganzen Raum umher.
Sisilias Blick fiel nun auf das Milchschälchen neben ihr, welches bis auf den letzten Tropfen geleert worden war und ein Schmunzeln huschte über ihr Gesicht. Hatte der kleine Kerl doch Durst gehabt. Unauffällig, ließ sie das Schüsselchen mit einem Schlenker ihrer rechten Hand verschwinden und sah wieder zu Harry.
„Oh, da ist noch der zweite Teil ihres Geschenkes“, sagte sie dann und deutete auf ein Bild, welches mit dem Rücken zu ihnen an der Wand, neben dem Kamin lehnte.
Harry sah sie zuerst zögernd an, doch sie nickte ihm aufmunternd zu und er ging hinüber um es hochzunehmen und anzusehen.
Seine Augen wurden groß und sein Mund klappte auf, als er erkannte, wen das Portrait darstellte.
„Wo… woher haben Sie das?“, fragte er völlig erstaunt?
„Sie werden es mir nicht glauben. Ich habe es auf dem Dachboden im Haus gefunden, als ich ein paar Koffer von mir hoch gestellt habe“, erklärte sie ihm und musterte ihn nun genau.
Auf dem Bild waren vier Personen abgebildet. Vier Menschen die Harry Potter sehr viel bedeuteten und die leider nicht mehr am Leben waren.
Zuerst war da seine Mum. Lilly Potter, deren langes rotes Haar, wunderschön leuchtete und ihre grünen Augen strahlten Harry nun an. Neben ihr stand sein Vater, James Potter, der dieselben schwarzen wilden Haare hatte, wie er selber. Ein Stück hinter ihm, erkannte er Sirius, auch noch recht jung, vielleicht gerade Anfang zwanzig, wie seine Eltern auch, die sich in den Arm genommen hatten. Sirius zwinkerte Harry kurz zu, als dieser ihn betrachtete und dann fiel sein Blick auf den Mann, der zuletzt von dem vieren gestorben war und dessen Mord er ebenfalls hatte mit ansehen müssen.
Albus Dumbledore.
Der ehemalige Schulleiter lächelte Harry freundlich an. So als wäre gar nichts geschehen und so als wären allen Glücklich.
„Ich… ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, begann Harry unsicher und etwas betroffen.
„Gar nichts. Sondern es am besten gleich aufhängen. Wie wäre es über dem Kamin? Ich denke da würde es sich sicher besonders gut machen“, schlug sie ihm vor.
Harry nickte nur, gab ihr das Bild kurz zum halten und ging hinaus zu seinem Koffer, in dem er, den Rahmen verstaut hatte und holte ihn. Sisilia zog ihren Zauberstab, befestigte das Bild wieder in dem wunderschön verzierten Rahmen und ließ beides über den Kamin schweben, wo sie es an einen bereits vorhandenen Hacken aufhängte. Noch einmal rückte sie es etwas zurecht und nickte dann zufrieden.
„Was denken Sie?“, fragte sie nach.
„Ich denke, das ist der beste Platz. Danke noch mal. Es bedeutet mir wirklich viel“, sagte er leise und betrachtete das Bild noch einmal ausgiebig.
„So genug gefaulenzt, die Arbeit wartet“, sagte er dann, so als wollte er sich selber aus einem kleinen nachdenklichen Tief herausholen.
„Das ist wohl wahr. Ich würde sagen, ich übernehme die Küche“, schlug Sisilia vor und Harry entschied sich für das Schlafzimmer.
So arbeiteten sie einige Zeit, jeder für sich und kamen aber doch erstaunlich schnell voran. Nach einer guten Stunde trat Harry zu ihr in die Küchentüre, als sie das letzte Regal wieder eingeräumt hatte, denn Geschirr und was man sonst noch zum Kochen brauchte, war hier alles noch vorhanden und jetzt wieder sauber und sortiert.
„Was soll mit den ganzen Kartons geschehen?“, fragte er und deutete auf die, welche er noch im Flur dazu gestellt hatte.
„Oh je. Lass mich überlegen. Hinter dem Haus hier ist noch ein Schuppen. Stellen wir sie solange dorthinein, bis ich Zeit habe, sie mal in Ruhe durchzusehen“, schlug sie vor und ging mit Harry, der sich gleich einen Karton schnappte und hinter Sisilia her in den Schuppen ging.
„Stapeln wir sie in die Ecke, da ist genug Platz“, schlug sie vor und ging dann ins Haus zurück, um noch andere Kisten zu holen. Doch diesmal ließ sie diese vor sich herschweben. Gleich vier auf einmal, die aber verdächtig hin und her wackelten.
Eine der Kisten kippte dann tatsächlich zur Seite weg und hätte Harry nicht so schnell reagiert und seinen Zauberstab auf diese gerichtet und sie damit aufgefangen, wären die Vasen darin bestimmt in hunderttausend Scherben zerbrochen.
„Danke. Vielleicht sollte ich doch lieber nur zwei auf einmal nehmen“, erklärte sie und spürte, wie sich ihre Wangen leicht röteten.
„Schon gut, ist ja nichts passiert“, erklärte er und sie brachten die Kisten zusammen in den Schuppen.
So schafften sie es in kurzer Zeit, den Flur von allen Kartons zu befreien und gemeinsam säuberten sie erst diesen und anschließend das Bad.

„Ich glaub, ich brauch einen Pause“, stöhnte Sisilia und deutete Harry an ihr ins Wohnzimmer zu folgen.
„Sag Sie mal, haben Sie Hunger, Mr. Potter?“, fragte sie ihn und ließ sich wieder auf das Sofa fallen.
Wie ein geölter Blitz, schoss erneut der schwarze Kater unter dem Sofa hervor und rannte wieder in den Flur hinaus, von wo er die beiden auffällig aber befremdend musterte.
Diesmal war Harry es, der mit gezogenem Zauberstab da stand und dem das Herz in die Hose gerutscht war.
„Keine Sorge, das ist nur der kleine Prince. Er ist mir heute beim Saubermachen sozusagen zugelaufen. Der Herr ist sehr eigen. Er isst nur am Tisch. Auf dem Boden ist ihm das nicht fein genug“, erklärte sie Harry, worauf sie den Eindruck hatte, dass der Kater sie kurz anzufunkeln schien.
„Ja, wirklich?“, fragte Harry und ließ das Tier nicht aus den Augen. Sisilia hatte irgendwie den Eindruck, dass die beiden sich mochten.
„Er wird aber nicht bei mir bleiben, oder?“, fragte Harry jetzt unsicher.
„Keine Sorge, ich kann ihn mit zu mir rüber nehmen. Falls es dem Herrn genehm sein sollte“, fügte sie an und sah zu dem schwarzen Tier, das sie nun sehr genau musterte.
Harry ging auf den Kater zu, ohne den Blick von ihm zu nehmen. Auch der sah sein Gegenüber an und als dieser ihm zu nahe kam, wich er sofort zurück und fauchte Harry wütend an.
„Das ist ja ein richtig kleiner Teufel“, sagte Harry, zog seine Hand, die er schon nach dem Tier ausgestreckt hatte, wieder zurück und sah zu Sisilia.
„Ein kleiner teuflischer Prinz“, grinste Sisilia. „Wie wäre es dann mit Prince Devil?“, sagte Sisilia belustigt und beobachtete den Kater, der nun mit hocherhobenem Kopf durch dir Türe nach draußen verschwand.
„Ich glaub jetzt ist er beleidigt“, lachte sie.
„Ist mir egal, solange er draußen bleibt. Ich mag ihn nicht“, sagte Harry und setzte sich Sisilia gegenüber in einen Sessel. Die blickte Harry erstaunt an, sagte aber nichts mehr dazu.
„Hunger, Mr. Potter?“
Kurz sah Harry zu ihr und lächelte wieder
„Und wie!“
„Wie wäre es mit Pizza?“
„Hört sich gut an.“
„In Ordnung und da ich zu faul und zu geschafft bin, etwas zu machen, lassen wir uns einfach eine kommen“, erklärte sie, griff in ihre Hosentasche und zog ein Handy raus.
„Sie meinen so richtig mit einem Pizzaservice?“
„Ja genau. Haben das Ihr Onkel und Ihre Tante nie gemacht?“
„Nein. Dazu waren sie zu geizig. Tante Petunia hat immer alles selber gekocht.“
„Ich bin aber nicht Ihre Tante. Was soll drauf?“, fragte sie und Harry brauchte einen Moment zu überlegen, doch dann wusste er sehr schnell, was er wollte und Sisilia rief mit ihrem Handy, das sie besaß bei einem ansässigen Pizzaservice an und bestellte zwei große Pizzen, beide mit extra viel Käse.
Da der Pizzabote ihnen dazu gleich eine Flasche Wein mitbrachte, öffneten sie diese auch kurzerhand und sie tranken sogar Brüderschaft.
Gegen später, gingen sie noch in das kleine Zimmer ganz hinten ihm Gang. Es war nicht sonderlich groß und es standen auch nur ein Bett, ein Schrank und ein kleiner Tisch darin.
„Das wäre doch ein gutes Gästezimmer, wenn du mal Besuch haben solltest“, erklärte Sisilia und ließ die Spinnweben verschwinden, die in den Ecken des Raumes hingen.
„Ja, falls mich jemand besucht.“
„Harry, ich denke doch, dass deine Freunde vorbeikommen werden. Ich wüsste nicht, warum sie das nicht tun sollten.
„Wir werden sehen“, erklärte er und richtete seinen Zauberstab auf die dicke Staubschicht, die sich von dem Boden, den Wänden und den Möbeln löste und wie durch einen Staubsauger mit dem Zauberstab aufgesaugt wurde.





*********





Es war inzwischen schon sehr spät geworden und langsam wurde es wirklich Zeit ins Bett zu gehen. Mit einem Schlenker ihres Zauberstabes ließ Sisilia die Überreste ihres gemeinsames Pizza Picknicks im Wohnzimmer verschwinden und gähnte herzhaft.
„Ich denke, für heute lassen wir es gut sein, wir haben wirklich genug getan. Das Haus hat bestimmt seit Jahren nicht mehr so geglänzt wie heute“, erklärte sie und sah sich noch einmal im Kreis um.
„Es ist jedenfalls wunderbar geworden. Tante Petunia wäre bestimmt zufrieden, so wie das hier alles funkelt.“
„Vielleicht solltest du sie ja einmal einladen“, zwinkerte sie im zu, woraufhin er sein Gesicht missmutig verzog.
„Schon gut, es war nicht ernst gemeint“, lächelte sie jetzt. „Harry, ich gehe schlafen. Ich wünsche dir auf jeden Fall angenehme Träume. Du weißt doch, dass das, was man in der ersten Nacht in seinem neuen Heim träumt, in Erfüllung geht?“
Harry sah sie überrascht an.
„Ja wirklich?“, fragte er.
„Kennst du das nicht?“
„Nein, das habe ich noch nie gehört.“
„Wie auch immer, Harry. Gute Nacht und schöne Träume“, sagte sie erneut gähnend.
„Sisilia?“
„Ja?“
„Würden Sie, äh würdest du den Kater vielleicht mitnehmen? Der starrt mich schon die ganze Zeit aus dieser Ecke da an. Ich kann mir nicht helfen, ich mag ihn einfach nicht“, erklärte Harry.
„Ist kein Problem, wenn er freiwillig mit mir mitkommt?“, sie öffnete die Türe und sah den Kater auffordernd an. Dieser blickte von ihr zu Harry und dann wieder zu ihr, drehte sich um und verließ mit einem nicht zu deutenden Blick, Harrys neue Bleibe.
Sisilia winkte Harry noch mal schmunzelnd zu und schloss die Türe hinter sich. Sie wollte nur noch alle Viere von sich strecken und sich hinlegen, so erledigt war sie.
Mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen ging sie zurück zu ihrem Haus und sah sich nach dem Kater um, doch der war plötzlich verschwunden.
„Dann eben nicht“, murmelte sie leise gähnend.
Geschafft stieg sie langsam die wenigen Stufen nach oben zur Türe und öffnete diese mit einem kurzen Wink ihrer Hand. Den einzigen Zauber, den sie ohne Zauberstab aus dem FF konnte, da sie diesen, wenn sie früher als Kind alleine auf ihrem Zimmer gesessen und sich gelangweilt hatte, immer und immer wieder geübt hatte.
Inzwischen fiel es ihr schon gar nicht mehr auf, wenn sie das tat. Was natürlich gefährlich werden konnte, wenn sie sich unter Muggeln aufhielt. Doch bisher hatte sie Glück gehabt und war noch nie dabei beobachtet worden, und auch hier war sie alleine. Dachte sie zumindest...

Sie betrat den Hausflur und schon während sie die Türe mit einem weiteren Schlenker ihre Hand wieder ins Schloss fallen ließ, fiel ihr der Brief auf, der auf dem kleinen runden und wunderschönen antiken Rosenholztischchen lag.
Sofort ging ihre Hand zu ihrem Zauberstab, der im Bund ihrer Hose steckte und sie zog ihn heraus. Ein kurzer Schlenker mit dem Stab und ein rosaroter dichter Nebel stieg aus der Spitze und plötzlich schossen die wolkenartigen Schwaden, die sich gebildet hatten, in alle nur erdenklichen Richtungen davon und verteilten sich auf die Räume im Haus. Sisilia stand da und lauschte in die Stille des Hauses hinein. Doch nichts war zu hören und auch der Zauber zeigte ihr an, dass sich kein Mensch, außer ihr selber hier im Haus aufhielt. Langsam ging sie auf das Papier zu, tippte mit dem Zauberstab dagegen und murmelte ein paar Wörter. Doch nichts tat sich. Kein verborgener Zauber schien darauf zu liegen. Kurz zögerte sie noch, doch dann steckte sie den Zauberstab wieder weg, nahm den Brief in die Hand und öffnete ihn.

Miss Dumbledore,

Wenn es Ihnen möglich wäre, würde ich Sie gerne heute abend noch sprechen. Sagen wir gegen elf Uhr? Dover, auf den Steilklippen. Ich denke wir haben einiges zu besprechen.


S. S.



Überrascht betrachtete sie das Schreiben. Konnte es sein, dass Snape es sich doch anders überlegt hatte und ihr mehr erzählen wollte? Denn der Brief konnte nur von ihm sein.
Ein kurzer Blick auf die Uhr sagte ihr, dass es schon zwanzig nach elf war. Machte es überhaupt Sinn, jetzt noch zu gehen? Kurz zögerte sie, doch dann beschloss sie, es einfach zu versuchen. Sie griff nach ihrem Umhang, der an einem Haken an der Garderobe hing, warf ihn sich über und verließ das Haus. Direkt davor disapparierte sie, um nur ein paar Sekunden später wieder in einer ihr vollkommen unbekannten Umgebung aufzutauchen.
Sie war absichtlich etwas weiter weg von dem verabredeten Punkt appariert und sah sich nun genau um. Der Wind wehte hier stark und fuhr wild durch ihre langen offnen Haare und in ihren Umhang, den sie nun etwas enger um sich zog. Sie stand neben eine kleine Baumgruppe und trat noch mehr in deren Schatten, während sie ihren Blick zu den Klippen richtete. Zuerst hatte sie befürchtet, dass sie doch zu spät gekommen war, weil sie ihn nicht gleich finden konnte, doch dann erblickte sie ihn. Er stand auf dem höchsten Punkt der Klippen, ganz vorne, direkt der Stelle, an der es mehrere hundert Meter tief hinunter ging und blickte in die Ferne.
Einen Moment lang hatte sie die Befürchtung, er würde sich vielleicht in die Tiefe stürzen wollen, doch dann hielt sie den Gedanken für absurd. Warum sollte er sie hierher bestellen, wenn er vorgehabt hätte seinem Leben ein Ende setzten zu wollen.
Noch einen Augenblick blieb sie stehen und beobachtete ihn, warf immer wieder kurze Blicke in die Umgebung, und als es ihr sicher schien und sie glaubte dass keiner außer ihnen beiden hier war, trat sie aus dem Dunkel der Bäume heraus und ging langsam auf ihn zu.
Seine Haare wehten wild im Wind, der vom Meer her blies und sein Umhang blähte sich immer wieder wie ein großes Segel hinter ihm auf. Nur dass dieses Segel tief schwarz war, wie die restliche Kleidung des Mannes.
Sie war sehr leise gegangen und hatte versucht, keine Geräusche zu verursachen, was nicht so schwer war, denn der Wind pfiff ihnen ganz schön um die Ohren, aber dennoch hatte er sie bemerkt.
„Beinahe hatte ich schon geglaubt, dass Sie nicht mehr kommen würden“, sagte er gegen das Geräusch des Windes angehend, blickte aber dennoch weiterhin auf die dunkle See hinaus, die relativ ruhig war und nur einen schwachen Seegang hatte. Nur hin und wieder erkannte man kleine Schaumkronen auf dem Wasser, wenn die Wellen sich auftürmten und wieder brachen.
„Es tut mir leid, ich habe Ihre Nachricht erst vor ein paar Minuten gesehen. Haben Sie mich die ganze Zeit beobachtet oder mir sogar nachspioniert?“, wollte sie nun wissen und in dem Moment drehte er sich zu ihr um.
„Nein, nicht Ihnen“, sagte er offen und blickte ihr nun direkt in die Augen. Er musterte sie einen ganzen Moment lang und Sisilia war so, als würde er sie mit seinen Augen durchleuchten.
Einen Augenblick sah sie ihn nachdenklich an, weil sie nicht verstand, was er damit sagen wollte, doch keine Sekunde später fiel es ihr wie Schuppen aus den Augen.
„Sie meinen Harry Potter? Er ist es, der von Ihnen beobachtet wird?“ Im Grunde war es gar keine Frage, sondern nur noch eine Feststellung, doch das schien er verstanden zu haben, denn er sagte nichts darauf, lediglich sein Blick verriet, dass sie ins Schwarze getroffen hatte.
Mit Wohlwollen, musterte sie nun sein Gesicht einige Zeit eingehend. Er sah wieder viel besser aus, im Gegensatz zum letzten Mal, als sie ihn gesehen hatte. Sein Gesicht hatte mehr Farbe, auch wenn er immer noch sehr blass wirkte. Auch seine Kleidung war wieder gereinigt und saß akkurat an seinem Körper.
„Warum wollten Sie mich sprechen, Mr. Snape?“, fragte sie nun etwas ungeduldig, da er sie nur musterte und keinen Ton sagte.
„Oh, ja natürlich, der Grund warum ich Sie hier her gebeten habe. Wie Ihnen ja jetzt bewusst ist, habe ich Harry Potter observiert und war dann doch sehr verwundert, über Ihr Angebot, dass er bei Ihnen wohnen kann, besonders deshalb, weil Sie keinen einzigen Schutz auf ihrem Haus haben. Nicht mal einen Antiapparierzauber hat es. Jeder könnte in Ihrem Haus auftauchen, Sie töten oder wer weiß was anstellen und wieder verschwinden. Keiner würde etwas merken. Dasselbe gilt auch für Harry Potters Wohnung“, erklärte er sehr ernst und ließ sie dabei nicht aus den Augen.
„Keiner weiß wer ich wirklich bin und wer sollte schon herausfinden, wo Harry wohnt. Nur seine Freunde wissen es und er ist sicherlich vorsichtig, wenn er kommt und geht“, verteidigt sie sich jetzt.
Snape presste seine Lippen aufeinander und ging noch einen Schritt auf sie zu, von den Klippen weg und bleibt dann nur eine Armlänge vor ihr stehen.
„Sie wollen es wohl nicht verstehen? Wenn ‚ich’ Sie gefunden habe, dann kann ...“, er zögerte einen Moment, so als müsste er überlegen, was er nun sagen sollte, „... ‚Er’ es auch. Er ist nicht dumm, Miss Dumbledore, ganz im Gegenteil und ohne Schutz ist es nur eine Frage der Zeit, bis er sie beide gefunden und ermordet hat.“
Sisilia lief es eiskalt den Rücken runter bei seinen direkten Worten und allein sein Gesichtsausdruck zeigte ihr, dass er es wirklich ernst meinte. Er machte sich tatsächlich Sorgen und er schaffte es tatsächlich ihr ein schlechtes Gewissen zu machen. Aber im Grunde wusste sie auch, dass er Recht hatte.
Sie hatte Harry ein Heim angeboten, damit sie ihn im Augen haben und ihm helfen konnte. Doch so, ohne Schutz brachte sie ihn und sich und das was sie eigentlich vorhatte, in große Gefahr.
„Sie ... Sie haben recht, Mr. Snape“, gab sie leise zu und richtete ihren Blick auf das Meer unter sich, das sich an den Klippen mit einem wilden Getöse brach.
„Es ist noch nicht zu spät, hören Sie. Gehen Sie zu ihrem Großvater und bitten Sie ihn, dass er Ihnen helfen soll, einige Schutzzauber auf das gesamte Haus und Gelände zu legen. Er weiß wie das geht“, schlug er ihr vor. Sie hob ihren Kopf an, sah zu ihm auf und nickte dann.
„Das werde ich sofort morgen früh machen“, erklärte sie.
„Am besten wäre es, wenn Sie auch den Fidelius Zauber auf das Haus legen würden. Wählen Sie sich einen Geheimniswahrer, so dass Sie und Harry dort wirklich in Sicherheit sind“, sagte er nun leise, doch sehr eindringlich.
„Warum liegt Ihnen so viel daran?“, fragte sie überrascht.
„Bitte fragen Sie nicht nach den Gründen. Tun Sie es einfach und zwar so schnell wie möglich“, forderte er sie noch einmal auf, nickte ihr zu und drehte sich dann um, so als wollte er wieder gehen.
„Mr. Snape?“, hielt sie ihn noch einmal auf.
„Ja?“
Mit raschen Schritten ging sie ihm hinterher und sah dann in seine Augen, die in dem Moment etwas warmes, fast vertrautes auszudrücken schienen, was sie leicht irritierte.
„Ich bin froh, dass Sie sich nicht aufgegeben haben“, sagte sie mit einem sanften Lächeln, worauf hin er nur einmal kurz nickte.
„Wie kann ich Sie erreichen, Mr. Snape?“
„Ich werde Sie erreichen, wenn Sie etwas von mir wollen“, sagte er leise, fast schon sanftmütig, streckte er seine Hand aus, so als hätte er vorgehabt, mit seinen Fingern über ihre Wange zu streichen, doch dann nahm er seine Hand schnell wieder zurück.
„Vergessen Sie nicht, morgen mit Aberforth zu sprechen. Die Sache duldet wirklich keinen Aufschub.“
„Versprochen“, sagte sie noch, dann ging Snape zwei Schritte von ihr zurück und disapparierte mit einem aufkommenden Windhauch.
Dann stand Sisilia alleine auf dem hohen Felsen und der warme Nachtwind spielte mit ihren langen Haaren, die um ihren Kopf tanzten. Noch einmal ließ sie das gerade geschehene vor ihrem geistigen Auge Revue passieren.
Severus Snape, der Mann, der ihren Großonkel getötet hatte, hatte ihr einen Tipp gegeben, wie sie ihr Haus und das Leben von Harry und auch ihr eigenes schützen konnte.
Darüber war sie doch mehr als erstaunt, aber auf der anderen Seite hatte ihr Onkel ihm auch vertraut. Hatte er doch Recht gehabt und es steckte noch einiges mehr dahinter, als alle wussten oder ahnten?
Tatsache war, dass er ihr geholfen hatte, sie gewarnt hatte. Wollte er Harrys Tod, dann hätte er doch jede Möglichkeit gehabt heute Nacht, aber im Gegenteil, er wollte helfen, dass dieser in Sicherheit war.
Mit diesen Gedanken sah sie noch einmal auf das schwarze Meer hinaus und beobachtete die weißen Schaumkronen auf den Wellen, bevor sie wieder zurück apparierte zu ihrem Haus und leicht aufgewühlt zu Bett ging.
Nachdem sie sich ein langes T-Shirt zum schlafen angezogen hatte, setzte sie sich auf ihr Bett, das Gesicht dem Bild zugewandt, welches über dem Kopfende hing.
„Ich wüsste nur zu gern die Wahrheit, Onkel. Was war der wirkliche Grund, warum du diesem Mann vertraut hast“, fragte sie leise, doch das Portrait, ihres Onkel antwortet nicht, sondern lächelte sie nur warm an und seine Augen leuchteten leicht, als er sie über seine Halbmondbrille hinweg musterte.
„In Ordnung, dann sag eben nichts, ich finde es schon noch heraus. Glaub mir, das werde ich, und das weißt du“, drohte sie ihm jetzt, doch er reagierte weiterhin nicht, er ließ sich von ihr nicht herausfordern, stattdessen flüsterte er dem Portrait seines Neffen, der gleichzeitig Sisilias Vater war, etwas ins Ohr, woraufhin dieser nur amüsiert lächelte und heftig nickte.
„Hrrr“, knurrte sie jetzt, legte sich in ihr Bett und zog die Decke bis zu ihrem Kinn. Sie hörte nur noch ein ‚Gute Nacht’ und ‚schlaf gut Kleines’ aus dem Bild, doch antwortete sie nicht, da sie zu wütend war, weil sie aus ihnen keinen Informationen herausbekam und sie sich im Gegenteil noch lustig über sie zu machen schienen.
Trotz der vielen Gedanken, die in ihrem Kopf nicht zur Ruhe kommen wollten, schlief sie recht schnell ein, da sie von der Arbeit des Tages verdammt müde war.
Doch dann hatte sie einen merkwürdigen Traum.
Wie durch Nebel sah sie Harry durch einen dunklen Wald gehen, auf ein großes altes Gebäude zu, welches von der Ferne schon halb verfallen wirkte, doch als sie näher kamen, wich das alte Haus einem wunderschönen Gebäude, das von Efeu umrankt und um das ein wunderschöner Garten angelegt war. Da es bereits stockdunkel war, konnte man die Blumen in den Beeten nicht wirklich erkennen, doch die interessierten sie in dem Moment überhaupt nicht.
Dann sah sie Harry in das Haus verschwinden und ein Gefühl sagte ihr, dass sie ihm folgen musste, was sie dann auch tat. Leise, immer im Schatten der Bäume haltend und später im Dunkeln des Mauerwerks, folgte sie ihm so schnell sie konnte. Doch in dem Moment, in dem sie ebenfalls die Stufen nach oben huschen wollte, um durch die Haustüre in das Haus zu gelangen, wurde sie hart gepackt und heftig zurück gerissen. Eine dunkle Gestalt hatte sie mit dem Rücken gegen die Hauswand gepresst und sich selber gegen sie, während diese ihr gleichzeitig hart die Hand auf den Mund presste, damit sie nicht schreien konnte. Doch keine Sekunde später hörte sie, wie ein ihr unbekannter Mann, tief vermummt in seinem Umhang, mit schnellen Schritten die Stufen nach oben stürmte, die Tür mit einem Knall aufstieß und im Gebäude verschwand. Dieser Mann hätte sie unweigerlich entdeckt, hätte die Gestalt vor ihr, sie nicht zurück gehalten. Sie versuchte in das Gesicht ihres Gegenübers zu blicken, doch es war einfach zu dunkel um wirklich etwas erkennen zu können. Sie sah nur den Glanz von zwei Augen unter der Kapuze hervorschimmern.
Mit einem Mal, nahm der Mann; es musste ein Mann sein, bei der Kraft, davon war sie überzeugt; nahm der Mann seine Hand wieder weg, drehte sich um und verschwand so schnell wieder, dass Sisilia weder etwas sagen noch etwas tun konnte. Der Mann verschmolz sofort mit der Dunkelheit und war innerhalb einer Sekunde nicht mehr zu sehen.
Dann verblassten die Bilder wieder und Sisilia versank wieder in einen tiefen Schlaf.


*****



Ein knappes Schmunzeln huschte über sein Gesicht, während er mit der Feder über das Papier kratzte.

Es war einfacher als ich dachte. Dass mit Harry war mir klar. Aber dennoch ich würde sagen, es war ein voller Erfolg. Mal sehen, wie es sich weiterentwickeln wird.

Er betrachtete noch einen Moment das soeben Geschriebene und klappte das Buch wieder zu, welches er in seiner Jackentasche verschwinden ließ. Er hatte ein paar Stunden Schlaf verdient und legte sich dann auf die harte Pritsche, die sich in dem Zimmer befand und deckte sich mit einer alten Decke zu, die er sich bis zum Kinn zog. Er fiel gleich in einen tiefen traumlosen Schlaf. Seit langem das erste Mal wieder.


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