Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Unbreakable Truth - Kapitel 11 Up Side Down

von Sisilia D.S.

Es war keine Stunde vergangen, als Sisilia an der Themse entlang ging und die Gegend der Southwarkdocks genau musterte. Dies war nicht wirklich ein Ort, an dem man sich wohlfühlen konnte. Im Gegenteil, irgendwie hatte sie das Gefühl, in einem schlechten Krimi gelandet zu sein. Obwohl es hinter den Docks eine Gegend gab, in der viele Berühmtheiten wohnten, wie der Schauspieler Michael Caine oder Enid Blyton, die Kinderbuchautorin, oder gar der Schriftstelle Robert Browning.
Ihr Blick wanderte über das Wasser der Themse, das graubraun war und nicht gerade einladend aussah. Es gab auch keine Frachtschiffe, die be- oder entladen wurden, oder LKWs, die darauf warteten, Ware aufzunehmen oder abzuliefern. Aber das war kein Wunder, denn die Docks waren ja alle zwischen 1960 und 1980 still gelegt worden. In den meisten Gebieten waren die Lagerhallen abgerissen und Wohngebäude erstellt worden. Das hier waren wohl nur noch die letzten Überbleibsel aus einer längst vergangenen Zeit. Sisilia hatte ein Stück weiter unten ein Schild missachtet, auf dem „Betreten verboten“ stand und hoffte nur, dass sie niemand aufhalten würde.
Ihr Blick wanderte jetzt über die verschiedenen Lagerhallen, die teilweise sehr marode aussahen. Eingeschlagene Fenster, abgedeckte Dächer, und die Wände waren überall mit buntem Graffiti voll geschmiert, oftmals so bunt, dass man die ursprünglichen Nummern, die jede der Hallen erhalten hatte, entweder gar nicht mehr oder nur schwer lesen konnte. Doch Sisilia zählte einfach mit, da nach der Lagerhalle Nummer 6 keine der Ziffern mehr zu erkennen gewesen war.
Vor der vermeintlichen Nummer 13 blieb sie dann schließlich und endlich stehen. Noch einmal sah sie sich unauffällig nach allen Seiten um, bevor sie auf das große Tor zuging.
Erst als sie schon fast davor stand, konnte sie die kleine 13 auf dem riesigen Blechtor erkennen. Mit einem schnellen geübten Griff hatte Sisilia ihren Zauberstab aus dem Hosenbund gezogen und hielt ihn nun in ihrer rechten Hand, während sie die linke nach dem Türknauf ausstreckte und versuchte, die Türe zu öffnen. Doch diese war verschlossen. Einen Moment überlegte sie, ob sie einen Hintereingang suchen oder die Tür magisch öffnen sollte.
Da sie aber keine Lust hatte, noch groß Räuber und Gendarme zu spielen, öffnete sie die Türe mit einem kaum hörbaren „Alohomora“ und schlüpfte dann schnell in die Halle.
Hier drin war es ziemlich dämmerig, und ihre Augen brauchten eine ganze Weile, bis sie sich einigermaßen daran gewöhnt hatten und sie die vielen leeren Regale, die hier noch standen, und auch einige riesige Kisten erkennen konnte.
Das Dämmerlicht erzeugte in ihr ein seltsames Unwohlsein, und kurzerhand beschloss sie, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.
„Lumos“, es war nur ein Hauchen, doch die Spitze des Zauberstabes leuchtete mit einem Mal hell auf und verteilte sein Licht. Die kahlen grauen Wände verschluckten das Licht eher, als dass sie es brachen, und während Sisilia vorsichtig weiterging, fielen ihr der Zentimeter dicke Staub und die vielen Spinnweben auf, die in und zwischen den Regalen hingen. Der Gedanke, aus Versehen durch so ein Spinnennetz zu laufen und dabei vielleicht noch eine dieser ekelhaften Spinnen in ihrem Haar wieder zu finden, erzeugten eine Gänsehaut bei ihr. So blieb sie mitten auf dem Weg stehen und sah sich suchend um.
„Mr. Snape? Wenn Sie da sind, zeigen Sie sich. Ich verspüre nicht die geringste Lust, mit Ihnen Verstecken zu spielen“, rief sie dann.
Heftig zuckte sie zusammen, als direkt neben ihr eine dunkle Gestalt zwischen zwei fast zwei Meter hohen Kisten heraustrat.
„Ach nein? Das ist schade, es hätte mir gefallen, Sie noch ein wenig dabei zu beobachten.“
„Wie überaus freundlich“, gab sie leicht gereizt zurück. Sie mochte den Ort hier nicht, und das schlug sich merklich auf ihre Stimmung nieder.
„Das bin ich doch immer“, erklärte er, wobei seine Lippen für einen Moment eine lustige Wellenlinie bildeten.
Sisilias Blick blieb einen Moment auf Snapes Lippen hängen, und als sie sich endlich wieder loseisen und ihm in die Augen sehen konnte, war dessen Ausdruck wieder sehr ernst.
„Zwar hab ich im Augenblick keine Ahnung, warum Sie mich hier her bestellt haben, aber ich würde Ihnen gerne vorab eine Frage stellen“, begann sie, und Severus hob nur kurz auffordernd die Hand.
„Gut. Was haben Sie in Hogwarts gemacht? Warum haben Sie sich dort eingeschlichen, was wollten Sie dort?“
Severus Snape ließ sie einen langen Moment nicht aus den Augen, bevor er zu sprechen begann
„Sind Sie noch nicht selber darauf gekommen?“, wollte er dann wissen.
„Nein, sonst hätte ich doch nicht gefragt. Nun?“, bohrte sie nach.
„Sie bekommen die Antwort, doch zuvor möchte ich Ihnen eine Gegenfrage stellen.“
„Ja?“
„Was, glauben Sie, hätte Mr. Potter getan, wenn ich ihm einen Eule geschickt und ihm mitgeteilt hätte, dass sich eines der gesuchten Horcruxe in Hogwarts befindet, und zwar im Besitz von Professor Trelawney?“
„Nun, ähm …“, Sisilia sah ihn verwundert an, denn sie hatte keine Ahnung, auf was worauf er hinaus wollte.
„Versetzen Sie sich in Mr. Potter, Miss Dumbledore.“
„Nun, ich … ich denke, ich würde annehmen, dass mich jemand gewaltig auf den Arm nimmt, oder mir eine Falle stellt“, antwortete sie ehrlich.
„Genau dies, Miss Dumbledore. Doch was würde Potter tun, wenn er glauben würde, ich wäre hinter irgendetwas her und es wäre mir leider nicht gelungen, es zu bekommen?“
„Er würde versuchen, herauszubekommen, was Sie dort wollten“, antwortete sie, und jetzt ging ihr ein Licht auf.
„Dann waren Sie nur in Hogwarts, um Harry Potter auf die Spur des Bechers zu locken? Es war alles ... inszeniert? Sie haben riskiert, geschnappt zu werden, nur damit Harry neugierig wird und diesen Becher finden kann?“
„Sie haben doch einen sehr scharfen Verstand. Hätte mich auch gewundert, wenn dem nicht so gewesen wäre. Hören Sie zu, Miss Dumbledore. Ich habe Sie hauptsächlich hierher gebeten, weil ich wissen wollte, wie weit Potter ist. Ihren Worten kann ich entnehmen, dass er die Tasse gefunden hat. Hat er sie schon zerstört?“, wollte er jetzt wissen.
Sisilia hingegen schüttelte nur den Kopf.
„Sie riskieren Ihre Freiheit, vielleicht sogar Ihr Leben, nur damit Harry diesen Becher findet?“, hakte sie nach.
„Mein Leben war nie wirklich in Gefahr. Und genauso wenig meine Freiheit. Sie vergessen, dass ich mehr als mein halbes Leben in Hogwarts gelebt habe. Ich kenne dort jeden Stein, fast jeden Geheimgang, jede Abkürzung und jedes Versteck. Glauben Sie wirklich, man könnte mich dort fassen, wenn ich es nicht wollte?“, fragte er fast gleichmütig.
„Ja … nun … ich weiß nicht“, antwortete Sisilia unsicher.
„Wenn das jetzt geklärt ist, könnten wir vielleicht wieder zu meiner Frage zurückkommen?“
„Einen Moment noch. Ich hab noch etwas.“
„Noch etwas? Gut, dann fragen Sie, damit wir weiter kommen. Ich hatte nicht vor, die ganze Nacht hier zu verbringen“, erklärte er.
Sisilia nickte, nahm den Rucksack von den Schultern und holte das Buch heraus, das sie jetzt an einer beliebigen Stelle aufschlug.
„Kennen Sie das?“, fragte sie jetzt wieder mit fester Stimme und Snapes Augen wurden groß.
„Woher haben Sie …“, begann er, doch dann schien ihm ein Gedanke zu kommen.
„Potter“, antwortete er sich dann nur selber. „Das Buch ist also tatsächlich in seinem Besitz.“
„Sieht so aus. Er hat mir erklärt, wie er dazu kam, und es war im Grunde nur ein Zufall.“
„Nein.“
„Wie bitte?“
„Ich sagte „nein“. Ich dachte nicht, dass ich so undeutlich spreche. Es war kein Zufall“, erklärte er grinsend.
„Es war nicht so einfach, ihm das Buch in die Finger zu spielen, aber … wie auch immer, er scheint es für den Unterricht sehr fleißig genutzt zu haben. Sie hätten mal sein Gesicht sehen sollen, als ihm klar wurde, dass dies mein Buch war“, erklärte er leicht amüsiert.
„Sie haben es ihm gesagt?“
„Ja, wenn auch in einem anderen Zusammenhang. Doch ich denke, es ist jetzt wieder an der Zeit, dass das Buch zurück zu seinem Eigentümer gelangt“, und er streckte seine Hand danach aus, doch Sisilia zog es schnell zurück und drückte es an ihre Brust.
„Tut mir leid, Mr. Snape. Ich hab Harry versprochen, dass ich es ihm wieder gebe, und ich pflege meine Versprechen zu halten.
„Wozu braucht der Junge es noch?“
„Er sucht nach einem Weg, das Horcrux zu zerstören.“
„In einem Zaubertränkebuch?“
„Nun, er hatte gehofft, Sie hätten vielleicht etwas darin hinterlassen, was ihm und seinen Freunden weiterhelfen könnte.“
„Der Junge beginnt zu denken, wie erfreulich. Aber ich muss Sie enttäuschen. Dunkle Fluche und wie man sie brechen kann, werden darin garantiert nicht zu finden sein …“, er musterte sie nachdenklich.
„Hören Sie, Miss. Ich mache Ihnen einen Vorschlag. Ich denke, es werden sich noch ein paar ungenutzte Stellen in dem Buch finden. Ich werde dort ein paar der wichtigsten Flüche und Gegenflüche, von denen ich denke, dass einer der richtige sein könnte, eintragen. Erzählen Sie doch einfach, dass Sie diese mit Hilfe eines Sichtbarkeitszaubers gefunden hätten. Und dann sorgen Sie dafür, dass Potter den Becher zerstört.“
Ohne ihn aus den Augen zu lassen, hatte sie die ganze Zeit zugehört, und irgendwie hatte sie das Gefühl, dass es ihm nicht leicht fiel, diesen Vorschlag zu machen. Dennoch nickte sie und hob ihm das Buch entgegen, doch dann zögerte sie einen Moment.
„Ich bekomme das Buch wieder?“, fragte sie noch einmal nach.
„Soll ich es Ihnen schwören?“
„Nein, schon gut, ich glaub Ihnen“, erwiderte sie hastig. Sie reichte ihm das Buch, und er schlug es auf. Kurz blätterte er darin, wobei man sah, dass er das Buch in- und auswendig kennen musste, denn zielsicher fand er die Seiten, auf denen noch etwas Platz war. Er zog seinen Zauberstab und tippte auf die Seite, wo dann in seiner eigenen Handschrift, einige Zeilen erschienen. Das Ganze wiederholte er fünf Mal und nickte dann zufrieden.
„Wenn er den Fluch aufgehoben hat, der gleichzeitig auch eine Art Schutzschild für den Gegenstand ist, kann er ihn einfach mit „destruere“ zerstören.“
„Das ist alles?“, fragte Sisilia ungläubig.
„So einfach, wie Sie sich das jetzt vorstellen, ist es auch nicht. Ich kann mich täuschen und der Schutzzauber ist ein anderer, als die, von denen ich glaube, dass der Lord sie verwendet haben könnte. Wenn dem so sein sollte, dann wartet noch verdammt viel Arbeit auf Potter und seine Freunde.“
Nachdenklich mustert Sisilia nun den ehemaligen Zaubertränkeprofessor.
„Was überlegen Sie?“, fragte er und reichte ihr das Buch.
„Ich würde gern wissen, warum Sie das alles tun?“
„Weil ich ein Versprechen gegeben habe und in der Schuld von jemandem stehe“, antwortete er nur knapp, und an seiner Haltung und seinem Gesicht konnte sie sehen, dass er schon mehr gesagt hatte, als er eigentlich wollte. Sie nahm das Buch zurück und steckte es in ihren Rucksack, den sie gleich wieder auf die Schulter setzte.
„Warum haben Sie mich eigentlich her bestellt?“, wollte sie dann wissen.
„Das hatte ich Ihnen doch gesagt. Ich wollte wissen, wie weit Potter mit dem …“ Weiter kam er nicht, da in diesem Moment mit einem lauten Gepolter das Tor aufgestoßen wurde. Snape griff nach Sisilias Zauberstab, und das Licht erlosch, während er sie gleichzeitig mit sich zog, zwischen die zwei hohen Holzkisten.
„Shhh“, machte er noch und drückte sich mit dem Rücken gegen die Holzwand. Sie konnte deutlich Schritte hören, von mehreren Personen, welche die Halle betraten.
„Hast du die Kohle dabei?“ fragte eine tiefe, kratzige Stimme, die einen Furcht einflößenden Unterton mit sich trug.
Sisilia erschrak schon allein vom Klang der Stimme, und ihr wurde mit einem Schlag bewusst, dass dieser Mann in seinem Leben alles andere als ein Engel gewesen war.
„Hast du denn die Ware dabei?“, stellte ein weiterer Mann die Gegenfrage, und ein hohles Lachen erklang.
„Gut, wir tauschen hier. Ware gegen Knete“, sagte der Erste, wobei seine Stimme sich anhörte wie ein Reibeisen.
„Nachdem ich die Ware gesehen und getestet habe“, widersprach der zweite Gauner, und dann hörten sie Geräusche, die unverkennbar von Schusswaffen kamen, die entsichert wurden.
Mit einem ängstlichen Blick sah Sisilia zu Severus, der irgendwie die Gabe hatte, fast mit der Dunkelheit zu verschmelzen. Sie musste zweimal hinsehen, um sich zu vergewissern, dass er noch neben ihr stand. Er legte beruhigend eine Hand auf ihren Arm und deutete ihr an, einfach gelassen zu bleiben. Vielleicht hoffte er, dass sie Glück hätten und die Männer ihr Geschäft schnell erledigten und dann wieder verschwänden.
Wieder konnten sie hören, wie Stoff raschelte und sich die Männer dort drüben zu bewegen schienen. Kurz war es still, und dann hörten sie wieder Stimmen.
Plötzlich erschrak Sisilia, als sie eine Hand auf ihrer Schulter spürte, und hätte Severus ihr nicht im letzten Moment den Mund zugehalten, hätte sie bestimmt aufgeschrien.
Als er sie wieder losließ, deutete er kurz auf sie und auf den Boden vor sich. Natürlich verstand sie sofort, was er von ihr wollte, doch hatte sie keine Ahnung, was er vorhatte. Aber noch bevor sie fragen konnte, war Snape zwischen den Holzkisten verschwunden.
Nervös lauschte sie in das Dämmerlicht, doch sie konnte nichts hören, außer dem leise rasselnden Atmen der Männer, die irgendwas dort vorn taten.
Eine ganze Zeit lang blieb sie bewegungslos stehen und konzentrierte sich nur auf die Geräusche, doch Severus kam nicht zurück. Was tat er bloß? Er war doch nicht etwa einfach abgehauen?
Ungeduldig werdend, begann sie nervös auf ihrer Unterlippe herumzukauen und schob sich etwas weiter nach vorn, in der Hoffnung besser hören zu können oder auch etwas zu sehen. Doch schnell zog sie wieder den Kopf ein, als sie eine Hand mit einer Pistole ganz in ihrer Nähe gesehen hatte.
Wo blieb Severus nur so lange? Was hatte er vor?
Es vergingen noch ein paar Minuten, in denen sich nichts tat und die Männer schließlich begannen, über den Preis zu verhandeln.
Auf einmal begann ihre Nase fürchterlich zu jucken, was wohl von dem vielen Staub kam, der von den Kerlen da vorn aufgewirbelt worden war. Schnell hielt sie ihre Nase zu und begann an dieser zu reiben, um das Jucken zu unterdrücken. Nach einiger Zeit ließ es auch tatsächlich nach, doch in dem Moment, als sie die Hand wegnahm, passierte es ...
Der Juckreiz kehrte mit solcher Wucht zurück, dass sie ihn nicht mehr unterdrücken konnte und niesen musste.
Noch ehe sie begriff, was los war, wurde sie auch schon am Arm gepackt und zwischen den Kisten hervor gezogen.
„Sieh mal einer an. Wen haben wir denn da? Eine Schnüfflerin?“, fragte der Mann mit der tiefen kratzigen Stimme. Der Kerl, der sie gepackt hatte, legte jetzt seine Hand in ihren Nacken und drückte seine Pistole gegen ihre Schläfe.
„Hören Sie, das ist nicht so, wie es aussieht. Ich … hab mich verlaufen“, log sie. Doch im selben Moment, als sie das gesagt hatte, wurde ihr klar, wie unsinnig das war.
„Verlaufen? Hierher?“, knarrte er höhnisch und lachte dann laut und kalt auf.
„Ich weiß, das klingt dumm, aber es stimmt. Ich … wollte mich nur etwas umsehen. Ich wusste nicht, dass hier noch jemand ist“, versuchte sie sich jetzt heraus zu winden, doch sie spürte, dass sie sich immer weiter in den Schlamassel redete.
An ihren Zauberstab kam sie nicht heran, denn sie war sich sicher: Wenn sie auch nur eine falsche Bewegung machen würde, hätte sie eine hübsche kleine Kugel im Kopf. Und die würde auch Hexen töten.
Ihre Knie begannen nun leicht zu zittern, und unauffällig sah sie sich um, hoffte, Snape irgendwo zu entdecken, doch wieder kam die Überlegung in ihr auf, ob er sich aus dem Staub gemacht haben könnte. Außerdem registrierte sie entsetzt, dass sie es nicht nur mit den beiden Sprechern, sondern mit insgesamt vier verkommen aussehenden Männern zu tun hatte. Aber ihre Gedanken wurden jäh unterbrochen, als der kleine glatzköpfige Kerl mit der rauen Stimme seine Hand an ihre Gurgel legte.
„Und jetzt raus mit der Sprache, für wen arbeitest du, schönes Kind? Und diesmal keine Lügen. Ich kann sehr unangenehm werden, und es wäre wirklich schade um dein hübsches Gesicht“, sagte er eiskalt und zog mit der anderen Hand ein Springmesser aus der Tasche, das er knapp vor ihrem Gesicht aufschnappen ließ.
Sisilia schluckte und starrte ängstlich auf das silberne Metall in seiner Hand. Ihr war klar, dass er keine Scherze machte, und wenn nicht noch ein Wunder geschah, würde sie den Tag hier wohl nicht überleben. Der von ihm ausdünstende penetrante Schweißgestank machte die Lage auch viel nicht besser, ihr wurde schon übel davon; allerdings brachte diese Betrachtung sie wenigstens wieder zu klarem Verstand...
Wieder dachte sie darüber nach, ob sie versuchen sollte, an ihren Zauberstab zu kommen, doch da keuchte der widerliche Stinker auf und ließ sein Messer fallen, als wäre es glühend heiß geworden. Gleichzeitig ließ er ihre Kehle los und umfasste seine Hand, deren Handfläche tatsächlich rot war und auf der sich noch während sie darauf blickte riesige Brandblasen bildeten. Er starrte einen Moment lang darauf und bückte sich dann fluchend nach dem Messer, das allerdings gerade als er es ergreifen wollte über den Fußboden davon schoss, ein paar Meter von ihm weg.
Wieder fluchte der Mann auf und machte seinem Schmerz und seiner Wut in Formulierungen direkt aus der untersten Schublade Luft, die Sisilia noch nie zuvor gehört hatte.
Aber in der Sekunde, als sie das Messer sich wie von selber durch den Raum bewegen sah, wurde ihr endgültig klar, dass sich Snape keineswegs in Sicherheit gebracht hatte, sondern irgendwo versteckt auf eine günstige Gelegenheit wartete, um die Verbrecher auszuschalten. Dadurch nun etwas mutiger geworden, überlegte sie, was sie tun sollte. Hinhalten … ja, das war wohl das Beste.
„Was für ein Gangster sind Sie denn, wenn Sie nicht mal ein Messer festhalten können“, lachte sie nun sarkastisch auf, doch bereute sie es sofort wieder, denn der dritte Mann, welcher inzwischen neben ihr stand, versetzte ihr eine derartig heftige Ohrfeige, dass ihr Kopf nach links flog und sie laut aufkeuchte. Sie konnte jeden Finger der Hand überdeutlich auf ihrer Wange spüren, die jetzt heiß brannte.
„Pass auf was du sagst, Kleine“, zischte der Schläger sie an, und Sisilia warf ihm einen verächtlichen Blick zu.
Inzwischen hatte der Verletzte sein Messer wieder aufgehoben, hielt es aber in der anderen Hand und kam zu der kleinen Gruppe zurück.
„Lasst uns das Geschäft abschließen, um die Kleine kümmere ich mich nachher persönlich. Irgendwie gefällt sie mir“, sagt er grinsend, und seine Nase bewegte sich wie die eines Schweins, während er grunzend lachte. Angewidert hob Sisilia ihr Kinn etwas an, doch dann spürte sie erneut den Lauf der Waffe an ihrer Schläfe und eine beunruhigend derbe Hand um ihren Nacken.
„Könnten Sie das Ding vielleicht woanders hinhalten?“, fragte sie, darauf gefasst, dass sie gleich wieder eine gelangt bekommen würde. Doch die beiden Männer blieben einfach ruhig stehen und bewegten sich nicht. Einzig und allein der Griff in ihrem Genick verstärkte sich, und allein das ließ ihr schon den Schweiß auf die Stirn treten. Ihr wurde nämlich mit einem Mal klar, dass die kräftigen Hände des Kerls garantiert in der Lage waren, ihr mit einem Ruck den Hals zu brechen. So beschloss sie, doch lieber ihren Mund zu halten und nichts mehr zu sagen.
Die Männer tauschten nach eine kurzen Gespräch zwei Koffer aus, einer voll mit Kokain und der andere mit Geld. Der Mann, der jetzt das Geld hatte, verabschiedete sich und verließ mit seinem Kumpel das Gebäude, wobei sie den beiden Zurückbleibenden und der Frau noch hämisch „viel Spaß“ wünschten.
Der Mann, der ihr vorhin ins Gesicht geschlagen hatte, blieb noch einmal kurz stehen, leckte mit der Zunge über seine Handfläche und tat so, als würde er ihr diesen Gruß pustend zuschicken. Als sie ihn nur angewidert anblickte, lachte er amüsiert und folgte seinem Boss.
„So. Und nun zu dir, meine kleine widerborstige Wildkatze. Was machen wir mit dir?“, fragte der Typ mit der kratzigen Stimme grinsend, kam auf sie zu und ließ die Messerspitze vorsichtig über ihre Wange gleiten, zu ihren Lippen und dann an ihrem Kinn hinunter. Sisilia versuchte sich nicht zu bewegen, auch nicht als der kalte Stahl an ihrem Hals weiter nach unten rutschte und sie das Gefühl hatte, es würde eine heiße Spur auf ihrer Haut hinterlassen. Sie wagte weder zu atmen noch zu schlucken, während die Klinge ihren Hals berührte. Das Gesicht des Mannes war irgendwie widerlich. Er roch nach Schweiß und nach kaltem Rauch. Seine Zähne, die er ihr jetzt mit einem unmissverständlichen Grinsen präsentierte, waren gelb vom Nikotin, und sein lüsterner Blick, als er mit dem Messer ihre Bluse etwas anhob, um darunter zu sehen, ließ in ihr Übelkeit hochsteigen.
„Nicht schlecht, würde ich sagen. Ich mach dir einen Vorschlag, Süße. Du erlaubst uns, dass wir uns ein wenig mit dir amüsieren, und dann lassen wir dich vielleicht laufen …“, begann er, und Sisilia hatte schon Luft geholt, um zu widersprechen, als er sie mit einem energischen Winken seiner verletzten Hand stoppte. „Wenn du nicht kooperierst, Schnecke, dann werden wir uns dennoch mit dir amüsieren und dich anschließend umlegen. Du hast die Wahl“, erklärte der Widerling vor ihr und lachte, wobei der zweite Mann mit der Pistole in das Lachen mit einstimmte und nun seinen Körper leicht reibend gegen den ihren drückte.
Dann auf einmal sah sie aus dem Augenwinkel eine Bewegung, und es fiel ihr verdammt schwer, nicht dort hinzusehen und dadurch Snape vielleicht zu verraten. So starrte sie einfach weiterhin in das Gesicht dieses Kerls, auch wenn es sie anekelte.
„Bitte töten Sie mich nicht“, flehte sie, um ihre Widersacher abzulenken.
„Dann wirst du mitspielen, ja?“, fragte der mit dem Messer noch einmal nach.
Sisilia schluckte und nickte kaum merklich.
„Lass sie los, Pat!“, gab er dem anderen die Anweisung, griff nach ihr und zog sie zu sich, ihren Arm drehte er ihr auf den Rücken und presste sie dann an seine schmierige Brust. Da er genauso groß war wie Sisilia, blickte sie ihm jetzt direkt in Augen. Rechts von ihr blitzte sein Messer auf, und ihr wurde schlagartig klar, dass, wenn Snape nicht schnellstens eingriff, der Kerl vielleicht noch bekam, was er wollte.
Nämlich sie.
Ihre Knie begannen schon wieder zu zittern, und als der Mann vor ihr seinen Kopf auf sie zu bewegte, um sie zu küssen, zog sie instinktiv ihren eigenen angeekelt zurück.
„Na, na. Du wirst doch nicht noch kneifen wollen? Ich dachte wir hätten einen Deal?“, flüsterte er ihr kalt entgegen, und sie musste schwer darum kämpfen, dass ihr Magen nicht zu rebellieren begann.
Doch in dem Moment, als sie schon fast die Lippen des Kerls auf ihren spürte, wurde dieser von ihr weggerissen und krachte mit dem Rücken gegen eine der hohen Kisten. Keine Sekunde später erklang der Knall einer Pistole, und dann ging alles sehr schnell.
Sisilia spürte nur noch, wie sie fast brutal zu Boden gestoßen wurde. Als sie sich aufrappeln wollte, prallte etwas gegen sie und drückte sie erneut auf den hinunter, wobei sie unbequem auf dem Rucksack landete, ihr Hinterkopf jedoch hart auf schmutzigen Beton krachte und sie für eine winzige Sekunde das Bewusstsein verlor. Als ihr Blick wieder klarer wurde, saß der widerliche Kerl auf ihrem Bauch und machte sich an ihrer Bluse zu schaffen.
Als sie sich wehren wollte, hielt er ihr erneut das Messer unter die Nase. Neben sich hörte sie Kampfgeräusche, traute sich wegen der scharfen Klinge vor ihrem Gesicht nur nicht, den Kopf dorthin zu drehen. Wieder bellte ein Schuss, und sie zuckte merklich zusammen. Ihr Herz schlug so heftig, dass sie glaubte, es würde jeden Moment zerspringen. Der Kerl über ihr heulte auf, aber als sie gerade seine Unaufmerksamkeit ausnutzen und ihm entkommen wollte, spürte sie einen heftigen Schmerz von der linken Brust bis zu ihrer Schulter. Sie blickte geschockt dorthin und sah, wie sich ihre Bluse rot zu färben begann.
Dann schoss ein Schatten von irgendwoher auf sie zu, stieß den Mann von ihr hinunter und traf sie gleichzeitig an der Schläfe, worauf für sie die Lichter ausgingen.



*****




Es dauerte einige Zeit, bis sie wieder zu sich kam, und am Anfang war ihr Blick getrübt und verschwommen. Sie spürte, dass jemand auf ihren Beinen saß, erkannte auch eine dunkle Gestalt über sich und merkte, dass derjenige sie an der Schulter berührte.
Panik stieg in ihr auf, als ihr schlagartig wieder bewusst wurde, was gerade geschehen war. Keuchend schlug sie um sich und versuchte unter dem Kerl weg zu robben. Doch dieser packte sie hart und presste sie zurück auf den Boden.
„Halt still, dummes Mädchen, ich will dir doch nur helfen!“, fauchte er, und ihr kam die Stimme bekannt vor. Es dauerte aber noch einen Moment, ehe sie begriff, wer der Mann über ihr war.
Severus Snape.
„Halte endlich ruhig, Sil“, zischte er ihr noch einmal zu. „Ich muss die Blutung stoppen“, fügte er noch als Erklärung an, und Sisilia hielt tatsächlich inne und starrte zu ihm auf. Sie blickte in sein von Konzentration gezeichnetes Gesicht, während sich seine Lippen wortlos bewegten, und dann sah sie den Zauberstab, den er auf ihre Schulter gerichtet hatte. Ihr Blick folgte dem schwarzen Holz, und als sie auf ihre nackte Haut blickte, die voller Blut war, keuchte sie auf. Ihre Bluse war offen, und augenscheinlich war Snape gerade dabei, ihre Wunde, die ihr der Kerl mit dem Messer beigebracht hatte, zu schließen.
Es brannte immer noch wie Feuer, und es war ihr auch etwas peinlich, hier so bloß vor ihm zu liegen, doch er schien sich daran gar nicht zu stören und arbeitet konzentriert weiter. Als er die letzten Zentimeter des Schnittes kurz vor ihrer linken Brust geschlossen hatte, atmete er auf und betrachtete sein Werk.
„Sie sollten das vielleicht noch einem Heiler zeigen. Es könnte zwar sein, wenn Sie noch Salbe drauf geben, dass keine Narbe bleiben wird, aber …“, begann er und brach ab, als Sisilia ihre Hand auf seine legte, in der er immer noch seinen Zauberstab hielt.
„Danke“, sagte sie nur leise.
„Schon gut, das war das Mindeste. Wenn ich Sie nicht hier her bestellt hätte, wäre das alles nicht passiert.“
„Das konnten Sie doch nicht ahnen. Es war nicht Ihre Schuld“, sagte sie und lächelte.
Mit einem kurzen Nicken drückte sich Snape nach oben, doch dann keuchte er auf und verharrte wenige Augenblicke in der Stellung.
Erschrocken sah Sisilia zu ihm auf und entdeckte erst in diesem Moment, dass auch er verletzt war. Deutlich konnte sie das Einschussloch in der linken Schulter seiner Jacke erkennen, dass auch etwas dunkler glänzte, als ob es nass wäre. Ihre Finger glitten vorsichtig dorthin, doch als sie ihn berührte, zuckte er zurück. Ihre Fingerkuppen waren rot … Blut!
„Sie sind angeschossen worden“, keuchte sie jetzt und setzte sich auf.
„Sieht so aus. Leider hatte ich bei dem Sprung meinen Zauberstab verloren, sonst wäre das nicht passiert“, erklärte er und drückte sich jetzt auf die Beine. Sofort erhob auch Sisilia sich und ging zu ihm. Sie untersuchte seinen Rücken.
„Die Kugel steckt noch drin. Sie müssen sofort zu einem Heiler und sich das Ding rausholen lassen“, sagte sie sichtlich besorgt, woraufhin er nur kurz auflachte.
„Ja, natürlich. Severus Snape marschiert mal kurz eben ins St. Mungos, um sich eine Kugel, die von einer Muggelerfindung stammt, aus der Schulter holen zu lassen. Sil, Sie sollten eigentlich wissen, dass ich zu keinem Heiler gehen kann“, erklärte er und legte jetzt seine rechte Hand auf die linke Schulter.
„Aber … Sie werden verbluten oder an Blutvergiftung sterben“, keuchte sie, und alle Farbe verschwand aus ihrem Gesicht.
„Vielleicht könnten Sie ja …“
„Ich? Severus, ich habe davon keine Ahnung. Ich hätte das hier nicht mal so gut hinbekommen wie Sie.“, sie deutete auf ihre blutige Brust, wurde sich dabei der immer noch weit geöffneten Bluse bewusst und schloss hastig die Knöpfe.
„Doch, hätten Sie, glauben Sie mir. Ich kann Sie anleiten, ich vertraue Ihnen vollkommen.“
Sisilia schüttelte den Kopf und starrte ihn an. „Das kann ich nicht“, beharrte sie unsicher. Snape seufzte.
„In Ordnung, dann …, ich denke, wir sollten verschwinden. Der Kerl mit diesem Blechspielzeug ist entkommen, und ich traue ihm zu, dass er mit anderen seines Schlages zurückkommen wird, um seinen Kumpel hier rauszuholen“, erklärte er leise und wies auf den Mann, der Sisilia mit dem Messer verletzt hatte und der jetzt bewusstlos auf dem Boden lag.
„Ja, verschwinden wir“, stimmte Sisilia zu und beobachtete Snape genau, als sie zusammen zur Türe der Lagerhalle gingen.
„Wäre es nicht besser, wenn wir einfach apparieren würden? Vorausgesetzt, Sie sind in der Lage dazu.“
„Das schaffe ich schon“, gab er zur Antwort, aber Sisilia merkte dennoch, dass er versuchte sich nicht anmerken zu lassen, dass er starke Schmerzen hatte.
„Zu mir. Sie kennen den Ort an den ich immer appariere“, sagte sie nur knapp und hoffte, dass er ihr auch wirklich folgen würde. Doch ließ sie ihm keine Zeit zu antworten, nickte ihm nur kurz zu und verschwand dann.
Was sie nicht sah, war, dass Snape sich kurz aufstöhnend mit dem Rücken gegen die Tür lehnte, um all seine Kräfte zu sammeln, damit er das mit dem Apparieren auch wirklich hinbekam.

Zwei Minuten später tauchte er neben Sisilia, die schon leicht nervös geworden war, auf. Instinktiv griff sie nach ihm, als sie das Gefühl hatte, er würde schwanken und stolpern. Sofort richtete er sich wieder auf, doch war nicht zu übersehen, dass ihn das sehr viel Kraft kostete, wobei sein Gesicht noch blasser war als sonst. Irgendwie erinnerte er sie jetzt wieder an das erste Mal, als sie ihn bei sich zu Hause aufgesucht hatte.
„Wir gehen jetzt zu mir, dann sehe ich mir Ihre Verletzung an“, bestimmte sie einfach, doch Snape zögerte.
„Sie wollen wirklich das Risiko eingehen, gerade mich dort hin mitzunehmen? Sie könnten Potters Leben gefährden“, hakte er nach.
„Jetzt hören Sie auf, Severus. Ich vertraue Ihnen, wie mein Onkel Ihnen vertraut hat. Und jetzt will ich nichts mehr hören, kommen Sie.“ Ihre Stimme war sehr entschlossen, sie meinte mit jeder Faser ihres Körpers, was sie gesagt hatte, und auch ihr Verstand war derselben Meinung. Sie ging wegen seiner offenkundigen Schwäche langsam, und als sie dann ganz in der Nähe waren, nannte sie ihm die Adresse, dirigierte ihn allerdings um das Haus herum, um es durch den Hintereingang zu betreten, damit sie nicht Gefahr liefen, von Harry und seinen Freunden gesehen zu werden. Sofort führte sie ihn in ihr Wohnzimmer und schob ihn zum Sofa, auf das er sich ermattet sinken ließ.
„Ich bin gleich wieder da. Vielleicht könnten Sie ja schon mal ihre Jacke und das Hemd ausziehen.“
Ihre Schuhe noch im Gehen in eine Ecke des Flurs werfend, rannte sie dann nach oben, holte Verbandszeug und aus der Küche noch Wasser sowie einige Tücher. Als sie wieder das Wohnzimmer betrat, war Snape gerade dabei, den letzten Knopf seines Hemdes zu öffnen.
„Warten Sie, ich helfe Ihnen“, sagte sie, stellte die Sachen auf den Tisch und half ihm, das Hemd abzustreifen, das an der Schulter rot getränkt war.
„Es scheint keine wichtigen Arterien getroffen zu haben“, erklärte er ruhig, stöhnte dann aber auf, als Sisilia den Ärmel von seinem Arm zog.
„Tut mir Leid“, entschuldigte sie sich, tränkte eines der Tücher in der Schüssel mit Wasser, die sie mitgebracht hatte, und versuchte die Wunde zu säubern, wobei sie jedoch sehr, sehr vorsichtig war.
Kein Laut kam über Snapes Lippen, und dennoch war nicht zu übersehen, dass es sehr weh tun musste.
„Wenn Sie immer noch wollen, dass ich Ihnen helfe, dann sagen Sie mir bitte jetzt ganz genau, was ich zu tun habe. Doch ich kann nicht versprechen, dass ich es so hinbekomme, wie Sie glauben, dass ich es kann.“
Ihr Herz schlug in ihrem Hals oben und sie musste sich sehr konzentrieren, um das Zittern ihrer Hände zu beruhigen.
„Es ist nicht so schwer“, sagte er und rückte ein Stück beiseite, so dass sich Sisilia neben ihn setzen konnte, was sie nach einer entsprechenden Geste von ihm dann auch tat.
„Nehmen Sie Ihren Zauberstab. Ich vertraue Ihnen, Sil“, sagte er und rang sich sogar zu einem Lächeln durch, das sie nervös erwiderte.
Er hatte sie jetzt schon zum wiederholten Mal „Sil“ genannt, und das klang irgendwie ... nett ... aus seinem Mund.
Doch dann richtete sie ihre Aufmerksamkeit ganz auf ihn. Er nannte ihr einen Zauber, der ähnlich wie der Aufrufezauber funktionierte, jedoch um einiges diffiziler als dieser war. Er erklärte, dass sie sehr vorsichtig sein müsste und die Kugel wirklich nur millimeterweise wieder an die Oberfläche holen sollte, damit nicht vielleicht doch noch eine größere Arterie oder Vene verletzt werden würde, die beim Eindringen zum Glück verfehlt worden war.
Langsam nickte Sisilia, richtete konzentriert ihren Zauberstab auf die Einschussstelle, und als sie den Spruch das erste Mal kaum hörbar murmelte, keuchte Severus auf, und sie hielt sofort wieder inne.
„Schon gut ... machen Sie einfach weiter“, murmelte er leise und entspannte sich wieder. „Ich hatte nur nicht mit dieser Heftigkeit gerechnet. Weiter!“, sagte er und schloss mühsam beherrscht seine Augen.
Diesmal legte Sisilia ihre Hand zusätzlich vorsichtig ein Stück neben der Wunde auf seine Haut und begann von vorn. Noch behutsamer begann sie den Zauber zu sprechen und hielt immer wieder einen Moment inne, wenn sich Severus stärker angespannte.
„Keine Pausen. Bitte“, stöhnte er leise, ihre Absicht erkennend, da er lieber wollte, dass es schneller vorbei war, „Besser in einem raus, wenn auch langsam.“
Wieder nickte sie, presste ihre Hand etwas fester auf die Schulter und konzentrierte sich erneut.
Dann endlich, nach einer, wie ihr schien, fast unendlich langen Zeit, sah sie etwas Metallenes, und keine zwei Sekunden später konnte sie die Kugel wegnehmen, die sie einfach in die Schüssel mit Wasser warf. Schnell griff sie nach einem Tuch, weil mit der Kugel ein kleiner Schwall Blut herausgetreten war, das nun über Snapes Brust lief. Schnell Sie wischte es eilig ab und drückte behutsam das Tuch auf die Wunde.
Ihr Blick wanderte zu Snapes Gesicht, der sie dabei beobachtet hatte.
„Danke. Ich wusste doch, dass Sie das können. Jetzt müssen Sie die Wunde nur noch verschließen. Langsam von innen nach außen“, erklärte er ihr und nannte ihr den Spruch, mit dem er auch ihre Verletzung behandelt hatte. Sisilia sagte nichts, nickte nur und nahm dann das Tuch wieder weg. Zwar blutete die Wunde noch, doch nicht so schlimm, wie sie befürchtet hatte. Daher begann sie, so gut sie konnte, seine Wunde zu verschließen und hoffte, dass sich im Nachhinein nichts entzünden würde, denn dann könnte sie ihm mit Sicherheit nicht mehr helfen, und er würde doch noch einen Heiler aufsuchen müssen.

Es dauerte einige Zeit, bis sie es schließlich geschafft hatte und an der Stelle, an der die Kugel in seinen Körper gedrungen war, nur noch ein dunkelroter Fleck zu sehen war.
Sie atmete tief durch, ließ ihren Arm mit dem Zauberstab sinken und sah dann zu Snape, der inzwischen seine Augen geschlossen und seinen Kopf auf der Sofalehne abgelegt hatte.
„Geht es Ihnen gut?“, fragte sie besorgt und nahm die Hand von seiner Schulter.
„Dank Ihrer Hilfe, ja. Jetzt haben Sie mich zum zweiten Mal gerettet. Ist Ihnen das eigentlich bewusst?“
„Sie haben mich vorhin auch gerettet“, antwortete sie nur und zuckte mit den Schultern. „Ich denke, wir dürften damit quitt sein, oder?“
Er öffnete die Augen und sagte nichts, sondern blickte auf seine Schulter.
„Exzellente Arbeit. Sie sollten Heilerin werden“, lobte er sie stattdessen.
„Lieber nicht, ich glaube, das viele Blut würde ich auf Dauer nicht ertragen.
Mr. Snape, ich mache Ihnen einen Vorschlag: Wie wäre es mit einem heißen Bad? Ich zaubere uns dann ein solange ein Abendessen.“
Snape musterte sie einen Augenblick, ohne etwas zu sagen, und Sisilia legte ihren Kopf leicht schief, um ihre Ungeduld auf eine Antwort kund zu tun.
„Warum tun Sie das alles?“, fragte er sie jetzt direkt heraus, und sie zuckte mit den Schultern.
„Dasselbe könnte ich Sie auch fragen. Vielleicht mag ich Sie einfach ... irgendwie. Keine Ahnung. Nun kommen Sie. Ein warmes Bad wird Ihnen gut tun. Oben im Schrank sind noch ein paar Sachen meines Vaters. Er war zwar kräftiger als Sie, aber ich denke, ein Hemd wird sich finden lassen, und die Jacke kann ich nachher noch reparieren.“, beschloss sie jetzt einfach für ihn, stand auf und streckte ihm ihre Hand entgegen, um ihm aufzuhelfen.
Zu ihrer Überraschung wehrte er sich nicht dagegen, ergriff sogar ihre Hand und ließ sich auf die Beine ziehen. Er schwankte leicht, und es war deutlich zu sehen, dass ihn das alles Einiges an Kraft gekostet haben musste. Sie legte ohne darüber nachzudenken ihren Arm um seine Mitte, um ihn zu stützen, und half ihm die Stufen nach oben hinauf. Im Bad angekommen, ließ sie Wasser in die recht komfortable große Badewanne laufen, legte ihm ein Handtuch heraus und wandte sich ihm dann wieder zu. Er hatte sich gegen das Waschbecken gelehnt, den linken Arm in einer Schonhaltung. Wahrscheinlich tat es immer noch weh, und erst jetzt wurde ihr klar, was er wohl für Schmerzen gehabt haben musste: Wohl spürte sie selbst den Schnitt auf ihrer Haut immer noch, doch er war lediglich warm und brannte, aber höchstens so wie ein Sonnenbrand, mehr nicht. Es war gut auszuhalten.
„Kommen Sie zurecht?“, wollte sie dann besorgt wissen.
„Ja, sicher. Danke, Sil“, antwortete er ihr, und es erschien sogar so etwas wie ein schwaches Lächeln in seinem Gesicht.
„Ich such noch schnell nach einem Hemd“, erklärte sie, ebenfalls lächelnd, und verschwand im ehemaligen Schlafzimmer ihrer Eltern. Zum Glück hatte sie es bislang noch nicht fertig gebracht, es auszuräumen. Im Schrank fand sie sogar noch ein dunkelblaues nagelneues, noch originalverpacktes Hemd, außerdem einen Bademantel. Mit Beidem ging sie zurück zum Bad und klopfte an.
„Ich hab die Sachen, darf ich kurz rein kommen?“, fragte sie etwas unsicher.
„Kommen Sie nur“, kam die Antwort von drinnen, und Sisilia folgte seiner Aufforderung.
Er lag bereits im Wasser, und sie versuchte zu vermeiden, ihn direkt anzusehen. Den Bademantel hängte sie über das Waschbecken, und das Hemd, welches sie noch schnell aus der Verpackung nahm, legte sie auf ein kleines Board, das neben der Dusche stand.
„Es ist noch ganz neu. Ich weiß zwar nicht, ob es Ihr Geschmack ist, aber ...“.
„Danke, es ist perfekt“, antwortete er ihr, und sie spürte überdeutlich, dass er sie musterte. Leicht nervös begann sie mit den Fingern an den Knöpfen des Hemdes zu spielen.
„Ich werde jetzt etwas kochen gehen. Mögen Sie Lasagne?“, fragte sie dann und wandte den Kopf zu ihm.
„Wenn Sie sie kochen, bestimmt“, gab er zur Antwort und erwiderte ihren Blick, der inzwischen geradezu scheu wirkte. Kurz blieben ihre Augen auf seinem sehr schlanken und dennoch angenehm muskulösen Körper hängen, den sie durch das Wasser erkennen konnte, doch dann hob sie schnell den Kopf an.
„Ich bin dann unten“, sagte sie knapp und verließ fluchtartig das Bad..

Ziemlich verwirrt wusch sie sich ihre Hände, an denen immer noch getrocknetes Blut klebte, und schlüpfte dann erleichtert in ein sauberes T-Shirt. Nach einer guten dreiviertel Stunde hatte sie das Essen fertig, und der Duft der Lasagne zog durch das Haus. Sisilia liebte es zu kochen, wie die Muggel es taten, was zwar etwas mehr Zeit in Anspruch nahm, ihr aber sehr viel Freude bereitete, besonders, wenn sie noch Besuch hatte.
Der Tisch war bereits gedeckt, und in dem Moment, als sie die Auflaufform aus dem Ofen nahm, trat Snape, den sie gar nicht hatte kommen hören, in die Türe.
„Es riecht wirklich verlockend“, sagte er, während sie das Essen auf den Tisch stellte und ihn kurz musterte.
Er hatte wieder etwas mehr Farbe, und das sanfte Lächeln, welches sie noch nie auf seinem Gesicht gesehen hatte, ließ ihn halb so finster aussehen wie sonst. Auch das Hemd, das sie ihm gebracht hatte, passte zu ihrer Überraschung sehr gut, was sie zunächst etwas verwunderte; aber es konnte natürlich sein, dass sie ihren Vater etwas größer und kräftiger in Erinnerung hatte, als er es gewesen war, so wie ihr auch häufig Orte ihrer Kindheit, die sie jetzt, als Erwachsene, zum ersten Mal wieder sah, merkwürdig geschrumpft erschienen. Und da sie erst 12 Jahre alt gewesen war, als ihr Vater getötet wurde …
„Fühlen Sie sich besser?“, fragte sie und deutete mit der Hand auf einen der Plätze, die sie gedeckt hatte.
„Viel besser, danke.“
„Gut. Dann können wir essen“, gab sie zurück und füllte ihm etwas auf seinen Teller, bevor sie sich selber auch nahm und sich dann zu ihm setzte.
„Sehr gut, wirklich“, lobte er sie, als er es probiert hatte, und sie lächelte erneut
Danach lief das Essen zuerst ziemlich schweigsam ab, sie sahen sich nur hin und wieder kurz an, doch schließlich begannen sie gleichzeitig zu reden.
„Möchten sie ...“, setzte Sisilia an.
„Haben Sie ...“, waren Snapes Worte, doch dann nickte er ihr zu. „Sie zuerst.“
„Ich wollte nur fragen, ob Sie noch etwas möchten“, wiederholte sie und deutete auf die Lasagne.
„Danke, aber ich bin wirklich satt. Es war hervorragend“, antwortete er ihr.
„Und was wollten Sie mich fragen?“, hakte sie jetzt nach.
„Ich wollte nur wissen, ob Sie von ihrem Großvater etwas gehört haben.“
„Wir schreiben uns regelmäßig, wenn auch nur kurze Briefe. Einfach um uns zu vergewissern, dass alles in Ordnung ist. Er arbeitet viel in seiner Kneipe. Ich hab ihm zwar gesagt, dass er langsam auch daran denken könnte, sich zur Ruhe zu setzen, doch er meinte das wäre im Moment völlig unmöglich. Ich glaube einfach, er wäre nicht mehr er selber, wenn er den Eberkopf aufgeben würde. Irgendwie scheint das einfach sein Leben zu sein.“
Snape hörte ihr aufmerksam zu, trank einen Schluck und nickte dann nur. Wie hätte Sisilia auch wissen sollen, dass Aberforth dies alles nur tat, um weiterhin den Orden zu unterstützen.

Nachdem sie gemeinsam das Geschirr weggeräumt hatten und Sisilia darauf bestanden hatte, dass Snape sich im Wohnzimmer noch etwas hinsetzen und ausruhen sollte, ging sie zu ihrer kleinen Musikanlage, einem der wenigen Muggeldinge, die sie besaß, und suchte nach einer CD.
„Haben Sie eine bestimmte Musikrichtung?“, wollte sie dann wissen und sah ihn fragend an.
„Ich weiß nicht, was Sie alles haben“, erklärte er, stand auf und trat neben sie, einen Blick auf das Regal werfend, in dem die CDs eingeordnet waren. Sie beobachtete ihn, während seine Augen über die CD-Rücken huschten und diese lasen.
„Wie wäre es damit?“, fragte er und zog eine der Hüllen heraus.
„Simon und Garfunkel?“, fragte sie überrascht.
„Oder nicht?“
„Von mir aus. Ich hab mich nur gewundert, weil ich die schon seit in paar Tagen anhöre“, gab sie zurück und schaltete einfach das Gerät ein.
„Dann scheinen wir wohl denselben Geschmack zu haben“, entgegnete er leise.
„Sieht so aus“, war ihre Antwort darauf, die fast nur geflüstert über ihre Lippen kam, während sie sich in die Augen sahen.
Snape war der Erste, der sich wieder bewegte, sich langsam umdrehte und zurück zum Sofa ging, aber davor stehen blieb. Sisilia brauchte einen Moment und fragte sich im Geiste, was hier eigentlich vor sich ging.
„Welches Lied gefällt Ihnen am besten, Severus?“, wollte sie dann wissen.
„Sound of Silence“, antwortete er sofort. „Irgendwie verbindet mich etwas mit diesem Lied. Ich finde einfach, es passt zu mir.“
„Glauben Sie?“, hakte sie nach und ließ ihre Finger über die Tasten des Players huschen, um genau dieses Lied einzustellen, welches mit leisem Gitarrenspiel begann.
Langsam ging sie auf Snape zu.

Hello darkness, my old friend,

Begann sie langsam mitzusingen und blieb ein Stück vor ihm stehen.

I’ve come to talk with you again,

Ohne sich zu bewegen, beobachtete er sie dabei.

Because a vision softly creeping,
Left it’s seeds while I was sleeping,
And the vision that was planted in my brain
Still remains
Within the sound of silence.


Sie streckte ihre Hand nach ihm aus, und er ergriff sie sogar. Und diesmal war er es, der den Text mitzusingen begann. Obwohl er nicht wirklich eine Singstimme hatte und manche Worte eher gesprochen als gesungen waren, lief es Sisilia heiß und kalt den Rücken hinunter, besonders deshalb, weil diese Worte tief aus seinem Inneren zu kommen schienen.

In restless dreams I walked alone
Narrow streets of cobblestone,
’neath the halo of a street lamp,
I turned my collar to the cold and damp
When my eyes were stabbed
by the flash of a neon light
That split the night
And touched the sound of silence.


In den nächsten Vers stieg Sisilia jetzt wieder mit ein, so dass sie beide … nun ja … mehr oder weniger sangen.

And in the naked light I saw
Ten thousand people, maybe more.
People talking without speaking,
People hearing without listening,
People writing songs that voices never share
and no one dared
Disturb the sound of silence.


Severus zog sie jetzt etwas näher zu sich heran. Er nahm die Augen nicht von ihren und sprach den Text jetzt nur noch mit, auch wenn er das sehr melodisch tat.

Fools, said I, you do not know
Silence like a cancer grows.
Hear my words that I might teach you,
Take my arms that I might reach you.
But my words like silent raindrops fell,
And echoed
In the wells of silence


Wieder stimmte Sisilia leise mit ein, ihr Herz begann heftig zu schlagen und fast schon verlangend blickte sie ihm entgegen. Ihre freie Hand hob sie langsam an und streckte die Finger nach seinem Gesicht aus, berührte ihn kaum merklich an seiner Wange und entgegen ihren Erwartungen wich er nicht vor ihr zurück.

And the people bowed and prayed
to the neon god they made.
And the sign flashed out it’s warning,
in the words that it was forming.
And the sign said, the words of the prophets
are written on the subway walls
and tenement halls.
And whisper’d in the sounds of silence.


Eine ganze Weile standen sie einfach nur da, während die letzten Takte der Musik verklangen und ein neues Lied einsetzte. Die Spannung war fast greifbar, fast sichtbar zwischen ihnen. Aber Sisilia vermochte nicht einzuschätzen, nicht richtig zu deuten, was dies bedeutete. Ihr Herz klopfte wild und presste ihr Blut schneller durch ihren Körper, ihre Augen versuchten in den seinen zu lesen, doch irgendwie gelang das nicht so recht. Immer wenn sie glaubte, ein Gefühl in ihnen zu erkennen, schien es in ein anderes zu wechseln, was sie noch mehr verwirrte. So blieb sie einfach nur stehen und wartete, auch wenn sie nicht wusste auf was.
Nach einigen Minuten ergriff er dann ihre Hand, die immer noch an seiner Wange lag, hauchte einen verwirrend zarten Kuss auf die Handfläche und löste sich dann wieder von ihr.
„Es ist schon sehr spät. Ich denke, ich sollte jetzt besser gehen, Sil“, erklärte er leise und griff nach seiner Jacke, die immer noch über der Sofalehne hing.
„Aber …“, begann Sisilia jetzt etwas bestürzt über seinen plötzlichen Wunsch nach Aufbruch und sah von ihm zu der Jacke. „Ich hab doch die Jacke noch gar nicht repariert“, warf sie dann ein, weil sie nicht wusste, was sie sonst hätte sagen sollen.
„Kein Problem, das kann ich auch selber machen. Ich bin ganz geschickt darin, glauben Sie mir“, erklärte er mit einem kleinen Schmunzeln.
Wieder entstand eine kurze Stille, bis Snape sich dann wieder rührte. Man konnte fast glauben, dass ihm dieses Schweigen unangenehm war.
„Vielen Dank für alles, Sil. Hab weiter ein Auge auf Potter, damit er keinen Mist macht, und gib ihm das Buch. Ich denke, Miss Granger kommt bestimmt damit klar“, erklärte er dann noch.
„Ist gut, das werde ich. Gleich morgen früh“, antwortete sie, ebenfalls leise, dann ging sie auf ihn zu. „Wann sehe ich Sie wieder, Severus?“, fragte Sisilia jetzt, die eigentlich nicht wollte, dass er ging.
„Keine Sorge. Ich bin mir sicher, wir laufen uns wieder über den Weg. Gute Nacht, Sisilia Dumbledore“, sagte er, doch noch bevor er sich zum Gehen umwenden konnte, war Sisilia nach vorn gegangen und hatte ihm einen Kuss auf die Wange gegeben.
Überrascht sah er sie nun an.
„Wofür war das denn?“
„Vielleicht einfach nur meine Art, ‚Danke’ zu sagen“, gab sie als Erklärung.
Zuerst glaubte sie, er würde es ihr gleich tun wollen, weil er sich kaum merklich auf sie zu bewegte, doch dann nickte er nur, drehte sich um und ging ohne ein weiteres Wort.

Erst als die Tür ins Schloss fiel, wurde Sisilia so richtig bewusst, dass sie ganz alleine im Wohnzimmer zurück geblieben war und im Hintergrund lief das Lied …


Bye bye, love.
Bye bye, happiness.
Hello, loneliness.
I think I'm gonna cry.
Bye bye, love.
Bye bye, sweet caress.
Hello, emptiness.
I feel like I could die.
Bye bye, my love, goodbye…


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Als Voldemort jagt uns Ralph wirklich Angst ein. Man spürt, dass er wahnsinnig ist – seine Augen verraten das. Wenn er auf der Leinwand erscheint, bin ich jedes Mal starr vor Schreck.
Mike Newell über Ralph Fiennes