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Fanfiction

Unbreakable Truth - Kapitel 15 Liebe und Freundschaften

von Sisilia D.S.

Die Stimme drang im ersten Moment nur leise an ihr Ohr, so dass sie einen Moment im Flur stehen blieb und noch einmal lauschte.
Da!
Da war es wieder. Sie ging zwei Schritte zurück und blickte ins Wohnzimmer, als sie es wieder hörte. Da hatte jemand ihren Namen gerufen.
„Sisilia, hier über dem Kamin.“
Als ihr Blick zu dem Bild ging, welches dort hing, schlug sie sich mit der flachen Hand gegen die Stirn. Es war das Portrait, das mit ihr sprach oder besser gesagt, ihr Großonkel, Albus Dumbledore, der mit ihren Eltern zusammen dort drauf abgebildet war.
Ein vergnügtes Schmunzeln huschte über das Gesicht des alten Mannes, der ihre Reaktion wohl mehr als amüsant fand.
„Was gibt es denn?“, fragte sie nach, da Dumbledore von sich aus nicht zu reden begann.
„Oh ja. Ich wollte dir nur mitteilen, was ich soeben mit angehört habe. Harry und seine Freund haben jetzt doch beschlossen, wieder nach Hogwarts zu gehen.“
„Wirklich? Das ist ja wunderbar.“
„Ja, das ist es in der Tat, auch wenn die Gründe nicht die des Lernens sind. Dennoch bin ich froh darüber, denn dann weiß ich den Jungen und seine Freunde in guter Obhut“, erklärte Dumbledore jetzt. „Mein Kind, ich wollte dich eventuell um etwas bitten“, fuhr er dann in einem ernsteren Ton fort.
„Um was geht es?“, fragte sie nach und ging zwei Schritte auf das Bild zu.
„Nun, ich hab mir überlegt, ob du nicht vielleicht das Angebot von Minerva annehmen könntest und…“, weiter kam er nicht, denn in dem Moment klopfte es laut gegen die Türe.
„Wer ist das jetzt? Ich erwarte doch gar niemanden.“
„Viel Auswahl gibt es wohl nicht“, erklärte Dumbledore zwinkernd und Sisilia ging einfach zur Tür, um sie zu öffnen. Überrascht sah sie in das strahlende Gesicht von Charlie.
„Ich war gerade unterwegs und ich dachte mir, ich sollte dir die Neuigkeit selber erzählen, zumal ich auch noch eine Frage oder vielleicht auch ein Bitte habe“, begann dieser.
„Wie wäre es erst Mal mit einem guten Morgen?“, fragte Sisilia, die sich von seinem Strahlen anstecken ließ.
„Entschuldige, ich bin so aufgeregt und etwas überdreht, dass ich das vergessen habe. Einen wunderschönen guten Morgen, Sisilia. Kann ich kurz mit dir reden?“
„Ja, sicher. Wir könnten uns auf die Terrasse setzten, wenn du magst“, schlug sie vor und Charlie nickte. „Darf ich dir etwas zu trinken anbieten?“, fragte sie noch höflich, doch er winkte ab.
„Später vielleicht. Jetzt muss ich erst loswerden, was ich zu sagen habe.“
Sanft schob er sie zur Hängeschaukel, drückte sie darauf und nahm neben ihr Platz. Er hielt ihre Hand, was sie irgendwie amüsant fand, sie ihm aber nicht entzog.
„Dann mal raus mit der Sprache, bevor du platzt“, forderte sie ihn auf.
„Gut. Gestern Abend bekam ich eine Eule von Minerva McGonagall, in der sie mich bat, heute Morgen zu ihr zu kommen, was ich auch getan habe. Nun ja, nach ein paar Erklärungen kam sie auf den Kern der Sache.“ Er machte eine kurze Kunstpause und Sisilia blickte ihn auffordernd an, weiter zu sprechen. „Sie hat zwar schon einige Lehrer zusammen, so viele, dass sie auch Unterrichten können, aber für zwei Fächer, die ihr noch sehr am Herzen liegen, fehlten ihr noch Lehrer. Nun ja. Hier vor dir siehst du jetzt den neuen Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste, was bedeutet, dass ich dieses Jahr in Großbritannien bleiben werde.“ Seine Augen leuchteten beinnahe, als er das erzählte.
„Das ist schön für dich. Doch was sagen deine Arbeitgeber in Rumänien?“
„Ach, das will Minerva für mich regeln. Sie meinte, sie kennt meinen Chef, sie hatte ihm in seiner Schulzeit geholfen und er sei ihr noch einen Gefallen schuldig. Sie ist davon überzeugt, dass das klar gehen wird. Außerdem will ich in England sein und den Menschen hier helfen, so gut ich eben kann, und wenn es als Lehrer in Hogwarts ist“, erklärte er und seine Augen leuchteten. Sisilia war durchaus bewusst, dass nicht nur die Sache mit dem Helfen ein Grund war, warum er das Angebot gleich angenommen hatte. Dennoch versuchte sie die Tatsache zu verdrängen, dass Charlie wohl mehr als nur Freundschaft für sie empfand.
„Dann kann man dir ja nur gratulieren, Charlie!“ Sie schlang ihre Arme um ihn und gab ihm, ohne darüber groß nachzudenken einen Kuss auf die Wange. Überrascht sah der Weasley Spross sie an, nutzte den Moment und küsste sie einfach zurück, doch tat er das direkt auf ihre Lippen.
Als er sich wieder von ihr löste, blickte er sie vorsichtig an, gespannt auf ihre Reaktion. Einen Moment passierte gar nichts, dann hob sie ihre Finger an die Lippen und strich nur eine Sekunde lang gedankenverloren darüber. Dann ließ sie die Hand wieder sinken und lächelte ihn an.
„Und was wolltest du mich fragen?“, wollte sie dann schließlich wissen.
„Oh, ja. Hör zu. Ich weiß, dass Minerva schon mal mit dir darüber geredet hat. Nun sie braucht jemanden, der das Fach Verwandlung übernimmt. Und sie hat dich im Sinn.“
„Charlie, ich hab doch gar keine Erfahrung mit Unterricht“, wehrte sie gleich ab.
„Na und? Ich doch auch nicht. Es soll ja auch nicht unbedingt für alle Schüler, beziehungsweise für alle Jahrgangsstufen sein. Ihr würde es genügen, wenn du die ersten 4 Jahrgänge übernimmst, und sie würde dann die andern Klassenstufen, bei denen die Prüfungen anstehen weiter unterrichten. Doch alle Klassen schafft sie nicht, nicht mit dem Posten als Schulleiterin zusätzlich. Sie meinte, sie sei ja schon froh, dass das Ministerium nicht wieder Dolores Umbridge als Leiterin für Hogwarts einsetzen will. Komm Sil, überlege es dir. Du sagtest doch, dass du einen Job suchst und ich bin mir sicher, du wärst eine brillante Lehrerin. Außerdem…“
„Außerdem?“, hakte Sisilia nach.
„Außerdem, würden wir uns dann jeden Tag sehen und könnten uns … nun ja… besser kennen lernen.“
„Du bist unmöglich, Charlie Weasley. Weißt du das?“, lacht Sisilia nun auf. „Aber gut, ich werde drüber nachdenken, denn ich muss zugeben, irgendwie würde es mich schon reizen.“
„Weil du mich dann jeden Tag sehen kannst?“, fragt er verschmitzt nach.
„Nein, weil ich Hogwarts sehr liebe. Leider konnte ich damals nicht mal zwei ganze Jahre dort die Schule besuchen. Dennoch denke ich an diese Zeit immer wieder gern zurück.“
„In Ordnung denkt drüber nach. Ich für meinen Teil hab vor mit dem Hogwarts Express zu reisen. Zum einen, weil ich das alte Stahlross vermisse, zum andern hab ich mich als Schutz für die Schüler abordnen lassen. Es fahren auch noch ein paar Auroren mit und einige vom Orden.“
„Das hört sich gut an. Sollte ich mich dafür entscheiden, werde ich auch den Zug benutzen. Zu meinem Bedauern, bin ich nur drei Mal mit ihm gefahren.“
Jetzt strahlte Charlie noch mehr.
„Ich kann es kaum erwarten. Und Minerva wird überglücklich sein, wenn du ihr zur Seite stehst.“
„Hey, nicht so voreilig, mein Lieber. Ich habe noch nicht zugesagt.“
„Ach, da mach ich mir keinen Kopf drum, ich weiß, du wirst zusagen, da bin ich ganz sicher“, erklärte er ziemlich selbstbewusst und neigte sich nach vorn.
Seine Absicht war schnell zu erkennen, doch bevor dieser Sisilias Lippen ein zweites Mal berühren konnte, legte sie zwei Finger auf die Seinen. Ehe sie aber etwas zu ihm sagen konnte, landete neben ihnen auf dem Geländer eine Eule, versuchte sich festzuhalten, kippte Kopfüber nach vorn und landete bäuchlings auf dem Boden.
„Errol“, erklang es stöhnend aus Charlies und Sisilias Mund gleichzeitig. Schnell bückte Charlie sich nach dem armen Tier, betastete es, doch es schien ihm soweit gut zu gehen. So legte er den ohnmächtigen Kerl auf einen Stuhl und nahm ihm den Brief ab.
„Vom Mum. Sie will wissen was los ist. Ich soll so schnell wie möglich heimkommen“, erklärte er. „Sisilia, ich muss los, bevor meine Mutter sich zu sehr aufregt. Sie hatte nämlich die total bescheuerte Idee, dass etwas Schreckliches passiert war in Hogwarts. Bitte schreib mir so schnell wie möglich deine Antwort, und wenn es dir Recht ist, werde ich dich dann in drei Tagen abholen, wenn es losgeht.“
„Du bist …“, begann sie, wurde aber von Charlie unterbrochen.
„… unmöglich, ich weiß.“ Er erhob sich, nahm den alten Eulerich, der sich immer noch nicht bewegte, vielleicht hatte er Angst, dass er gleich eine Antwort zurück bringen musste, unter den Arm und hauchte nichtsdestotrotz, Sisilia einen Kuss auf die Wange.
„Ich warte jede Stunde auf deine Antwort. Nein, jede Minute“, sagte er dann noch und lief über den Garten zum Gartentor, von wo aus er noch mal winkte, ihr einen Handkuss zuwarf, und als er den Garten verlassen hatte, aus ihrem Blickfeld verschwand.
Kopfschüttelnd sah sie ihm nach und dennoch strahlte sie über das ganze Gesicht. „Unterrichten in Hogwarts. Sie. Das war zu schön um wahr zu sein. Warum eigentlich nicht? Wenn Harry jetzt doch in die Schule gehen würde, könnte sie dort immer noch ein Auge auf ihn werfen. Je mehr sie darüber nachdachte, desto mehr reifte in ihr der Entschluss, dass sie das Angebot annehmen würde. Aber Charlie würde sie dennoch etwas zappeln lassen. Heute würde sie ihm noch nicht schreiben. Vielleicht morgen und wenn, dann erst spät abends.

Gut gelaunt ging sie in das Haus zurück, als ihr das Gespräch mit dem Portrait ihres Onkels wieder einfiel. Er wollte sie gerade um etwas bitten.
Zügig betrat sie das Wohnzimmer und berichtete mit knappen Worten, was Charlie gewollt hatte.
„Und? Wirst du die Stelle annehmen, mein Kind?“, wollte der Mann mit dem langen weißen Bart wissen. Sein Blick war klar und auch gespannt. Man konnte beobachten, aber nur wenn man Albus genauer kannte, dass immer wenn er leicht nervös wurde, er begann wenn auch sehr unauffällig, mit der Spitze seines Bartes zu spielen.
„Charlie hab ich gesagt, dass ich noch nicht weiß, ob ich es tun soll, aber ...“, sie zögerte einen Moment und Dumbledores Portrait schien genau in dieser Sekunde die Luft anzuhalten.
„Aber ich denke, ich werde zusagen“, beendete sie schließlich ihren Satz und man konnte überdeutlich sehen, wie sich der ehemalige Schulleiter wieder entspannte und sie mit einem zufriedenen Lächeln bedachte.
„Das ist wunderbar. Ich freue mich mein Kind. Du kannst dir gar nicht vorstellen wie. Es ist schön und beruhigend zu wissen, dass du die Familientradition zu lehren fortführen willst.“
„Übertreib nicht Onkel. Ich sagte ich werde es versuchen. Vielleicht eigne ich mich ja auch gar nicht zur Lehrerin.“
„Du bist eine Dumbledore und ich bin sicher, du wirst das wundervoll meistern.“
„Wir werden sehen. Ach ja… Um was wolltest du mich vorhin bitten?“
„Genau um dies. Ich wollte dich bitten in Hogwarts eine Stelle anzunehmen, damit du auf Harry achten kannst, denn ich bin sicher, dass er Hilfe brauchen kann. Vor allem von einer Person, die dort auch ein paar Befugnisse mehr hat, als die Schüler sie haben.“
„Ich verstehe. Sag mal, kann es sein, dass du mit Charlie unter eine Decke steckst?“
„Ich? Wie kommst du denn auf so eine Idee?“
„Nun, ich weiß nicht, aber Euch Männern trau ich alles zu“, erklärte sie mit einem Grinsen und verließ den Raum, ehe der alte Mann noch etwas erwidern konnte.



*****


Die Tage waren inzwischen nicht mehr so heiß, wie noch die ganzen Wochen zuvor. Nachts kühlte es inzwischen schon so weit ab, dass die Sonne am Tag, den Planeten nicht mehr so stark erhitzte. Heute, war es sogar richtig angenehm draußen, und das um drei Uhr Nachmittags mitten in London.
Denn genau dort stand Sisilia jetzt.
Sie trug ein schönes dunkelrotes Sommerkleid, das vorn zum knöpfen war und bis zu den Knien ging. Seitlich hatte es längere Schlitze, die beim Gehen ab und an mehr von ihren schlanken Beinen zeigten.
Es war fünf nach drei und ungeduldig blickte Sisilia die Straße entlang. Ihre Freundin verspätete sich. Wieder einmal.
Diana war noch eine Freundin von früher aus der Kindheit, eine Muggel, zu der sie nie, auch nicht, nachdem sie England verlassen musste, den Kontakt verloren hatte. Zuerst hatten sie sich nur ab und an geschrieben. Das war deshalb möglich gewesen, weil Sisilia in Deutschland eine andere Identität bekommen hatte.
Nach der Schule hatte Di sie auch sogar ein paar Mal besucht. Das Schöne und Verwunderliche daran war, dass ihre Freundschaft, durch die lange und meilenweite Trennung im Grunde keinen Schaden genommen hatte, sie verstanden sich immer noch so gut, wie eh und je.
Inzwischen hatte Di eine Ausbildung zur Reisebegleiterin gemacht und war fast das ganze Jahr über irgendwo auf der Welt, um sich um Urlaubsgäste vor Ort zu kümmern. Erst vor zwei Tagen hatte sie ihre Arbeit auf Teneriffa beendet und hatte jetzt „Urlaub“ zuhause.
In ihrem letzten Brief, hatte Di Sisilia davon erzählt, dass sie inzwischen ein neues Hobby hätte und immer, wenn sie in London war, würde sie auf Auktionen gehen, meistens nur um zuzusehen und die schönen Dinge zu bewundern, die dort teilweise unter den Hammer kamen, aber sie hätte auch schon selber das eine oder andere schöne Stück erstanden.
Die beiden packten die Gelegenheit beim Schopfe und machten für den nächsten Tag der Versteigerung etwas miteinander ab. Sie wollten sich eine Stunde vorher vor dem Laden treffen und sich dann die Gegenstände, die schließlich zur Versteigerung kommen sollten ansehen.
Sisilia fand den Gedanken recht amüsant und war auch neugierig, wie so was denn ablaufen würde.
Wieder ging ihr Blick die Straße hinunter, als sie schnelle Schritte von der anderen Seite hörte. Noch während sie ihren Kopf drehte hörte sie auch schon die Stimme von Di, die unüberhörbar und laut ihr entgegenschallte.
„Huhu, hier bin ich schon!“
Grinsend sah Sisilia ihr entgegen und als Di sie erreichte, fielen sie sich in die Arme und begrüßten sich aufs herzlichste.
Diana war eine wirklich bezaubernde junge Frau. Ihre dunklen, fast schwarzen Haare, welche knallrote dicke Strähnen hatten, hatte sie zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, die von einem weißen Samtband gehalten wurde. Ihre großen dunklen Augen strahlen Sisilia entgegen und ihre Haut war tiefbraun, was kein Wunder war nach 6 Monaten Aufenthalt auf den Kanaren.
„Ist das schön dich wieder zu sehen, Sis“, sagte Di, legte ihre Hände auf die Oberarme von Sisilia und betrachtet sie eingehend. „Gut siehst du aus, ein wenig blass um die Nase vielleicht“, sagte sie dann lachend.
„Es kann ja nicht jeder so von der Sonne verwöhnt sein, wie du“, antwortete Sisilia grinsend. Ja, Di war eine Frau, mit der man auffallen musste. Sie war extrovertiert, hübsch und nicht gerade leise. Lachend hakte sie sich bei ihr ein und ging einfach mit ihr durch die offen stehende Glastüre in das Auktionshaus hinein. „Wie mir scheint, gehst du voll in deinem Beruf auf. Jedenfalls scheint er dir gut zu bekommen.“
„Manchmal ist es schon stressig, vor allem wenn sich die Gäste über Nichtigkeiten aufregen und ich dann eine ewige Lauferei habe. Aber im Großen und Ganzen ist es wirklich ein Traumberuf“, bestätigte sie mit leuchtenden Augen. „Und wie sieht es bei dir aus? Schon etwas gefunden?“; wollte Di dann wissen, weil sie wusste, dass Sisilia auf der Suche nach einem Job war. Einmal hatte sie ihr auch vorgeschlagen, sie ebenfalls in ihrem Beruf unterbringen zu können, doch Sisilia hatte dankend abgelehnt, Reisen und das heiße Wetter im Süden waren nicht wirklich was für sie, ihr reichten schon die heißen Sommer in England.
„Nun ja, ich hab tatsächlich etwas in Aussicht. Ich soll unterrichten“, gab sie schließlich zurück. Di hielt abrupt inne und sah sie überrascht an.
„Unterrichten? An einer richtigen Schule? Du willst Lehrerin werden?“
Sisilia nickt mit einem Schmunzeln und Di hüpfte begeistert vor ihr auf und ab.
„Das gibt es nicht, meine Sis wird Lehrerin, das ist wundervoll, das war doch schon immer dein Wunsch“, rief sie und quietschte auf, bevor sie Sisilia um den Hals sprang und sie drückte. Alle um sie herum sahen die Beiden an, als hätten sie nicht mehr alle Tassen im Schrank, aber Di war das vollkommen egal, sie war schon immer sehr emotional und Sisilia versuchte die andern Leute einfach zu ignorieren. „Du musst mir unbedingt mehr erzählen. Welches Fach? Welche Schule?“
„Ja sicher, aber …“, sie zog Di etwas zur Seite, da die Menschen um sie herum inzwischen die Ohren aufgestellt hatten, „… aber nicht hier, nachher in Ruhe“, flüsterte Sisilia ihr zu. Diana nickte und hakte sich wieder bei ihr ein, während sie in den nächsten Raum traten, in dem die Gegenstände, die zur Versteigerung kommen sollten, ausgestellt waren. Alles befand sich hinter Sicherheitsglas und wurde zusätzlich von mehreren Sicherheitsleuten bewacht.
„Mir scheint, heut sind wieder ein paar wertvolle Dinge dabei“, flüsterte Di, wobei sie leise kicherte und dann vor einem der Bilder stehen blieb. Dieses zeigte eine Frau, die nur ein weißes fast durchsichtiges Nachthemd trug und sehnsüchtig von einem Turm in die Ferne blickte, während der Wind ihr rotes Haar aufwehte.
„Nett“, sagte sie nur, doch ihr Ton verriet, dass sie genau das Gegenteil meinte. „Und jetzt erzähl endlich“, forderte sie Sisilia ungeduldig auf.
Da Diana natürlich wusste, was Sisilia war und auch über die Zaubererwelt alles wusste, konnte sie vor ihr offen reden und sogar Hogwarts war Di ein Begriff. Diese schien jedes Wort von ihren Lippen zu saugen und sie zeigte eine Begeisterung, als würde sie selber die Stelle antreten. Um nicht erneut aufzufallen gingen die Beiden weiter und betrachteten auch die anderen Kunstgegenstände, die noch ausgestellt waren, bis sie vor einer Vitrine stehen blieben in dem ein wunderschönes Diadem ausgelegt war, das richtig im Licht funkelte. Es hatte blaue Steine die in ihrer Anordnung wirkten, wie etwas Geflügeltes, vielleicht ein Vogel?
„Und was hat es mit diesem jungen Mann auf sich, ähm… Charlie sagtest du?“, fragte Di mit einem Blick, der mehr sagte als tausend Worte.
„Hör auf, er ist nett und ja ich weiß, er scheint größeres Interesse an mir zu haben, aber im Moment hab ich … andere Sorgen, als ein Mann“, erklärte Sisilia und schob ihre Freundin weiter zur nächsten Vitrine in der einige schöne, alte und auch wertvolle Schmuckstücke lagen.
„Ha! Er gefällt dir, wusste ich es doch“, rief Di und blieb einfach stehen, mit dem Finger auf Sisilia deutend. Schnell schnappte Sisilia ihre Hand und drückte sie nach unten, wobei sie auf sie zuging und dann leiser weiter sprach. „Ich sagte nicht, dass er mir nicht gefällt, aber im Moment habe ich andere Sorgen, als eine Beziehung mit einem Mann anzufangen“, flüstert sie schließlich fast, weil es ihr irgendwie peinlich war. Sie wollte gar nicht wissen, was Di sagen würde, wenn sie die ganze Wahrheit kennen würde, vor allem das mit Snape.
„Schau mal Sis, das wäre doch ein toller Verlobungsring“, feixte Di sie jetzt.
„Ach, hör auf. Wie sieht es eigentlich bei dir mit Männerbekanntschaften aus?“, lenkte Sisilia ab, doch Diana winkte nur kurz mit der Hand und wobei sie versuchte gleichgültig zu klingen.
„Nichts Festes. In Tunesien hatte ich einen Freund, aber der meinte sich irgendwann wie ein Macho aufspielen zu müssen, dann hab ich ihm den Laufpass gegeben. Du weißt ich brauch meine Freiheiten und wenn er nicht bereit ist, mir die zu geben, dann…“, sie machte eine winkende Bewegung mit der Hand, „… Adios.“
Nun besahen sich beide noch einige Zeit schweigend die Gegenstände, die Skulpturen und restlichen Bilder, wobei Diana mit einer kleinen schwarzen Figur liebäugelte, die einen Mann darstellte, der unbekleidet einen Diskus in der Hand hielt, so als wolle er ihn gerade werfen.
„Der hat was überaus Erotisches“, erklärte sie und zwinkerte Sisilia zu. „Lass uns einen Platz suchen gehen, bevor die Besten weg sind“, sagte sie dann plötzlich und zog Sisilia mit sich in den Raum, indem die Versteigerungen schließlich und endlich stattfanden. Etwa ein drittel der Plätze war schon besetzt, meist mit Männern in Anzügen und Damen mit teueren Kostümen mit witzigen vornehmen Hüten. Natürlich waren das alles Profis, Kunsthändler, die hofften ein gutes Schnäppchen zu machen.
Ganz voll wurde der Raum aber nicht, und schließlich trat ein Mann in den Raum, um die vierzig, stellte sich vor ein kleines Pult und eröffnete dann die Auktion. Mit wenigen Worten erklärte er kurz die „Regeln“ fürs Bieten und begann dann ohne weitere Umschweife mit dem ersten Bild. An diesem schien das Interesse nicht so groß zu sein, denn es wurden nur zwei Gebote abgegeben, ganz im Gegensatz zu dem nächsten Bild, bei dem der Preis nicht aufhören wollte zu steigen, bis schließlich ein sehr vornehm wirkender Mann, mit buschigem Vollbart und dunkler Sonnenbrille den Zuschlag erhielt. Mit einem zufriedenen Blick lehnte dieser sich dann wieder entspannt auf seinem Stuhl zurück.
„Ob der sich das Bild selber über seinen Kamin hängt?“, flüsterte Sisilia ihre Freundin ins Ohr.
„Das bezweifle ich. Der wird es für noch mehr Geld weiter verkaufen, an einen Kunstliebhaber. Und so wie der aussieht, hat der bestimmt schon einen Käufer dafür in Aussicht.“
„Ja, das glaub ich auch“, antwortete sie wieder leise.
So ging es dann weiter, mal ging ein Stück für ein Butterbrot raus, dann wieder überschlugen sie sich mit Angeboten.
Nach den Bildern kamen die Skulpturen, Vasen und kleinen Möbelstücke dran. Sisilia verfolgte angespannt, wie Diana sich am Ersteigern der kleinen schwarzen Figur beteiligte und sogar am Ende für nicht zu viel Geld den Zuschlag erhielt.
Freudig wollten die beiden schließlich schon gehen, als Sisilia ihre Freundin noch mal aufhielt, denn in dem Moment wurde das Diadem, welches sie schon in dem anderen Raum bewundert hatte, herein getragen und Sisilia war zu neugierig, für wie viel dieses wohl rausgehen würde.
Der Auktionator hatte kaum den Startpreis genannt, als auch schon das erste Gebot abgegeben wurde. Sofort folgten noch eines und noch eines. Sisilia seufzte leise, denn ihr war gleich klar, dass der Preis für das Teil ins unermessliche gehen würde. Aber was hätte sie auch damit anfangen sollen. Tragen hätte sie es sowieso nicht können, deshalb war es auch Blödsinn überhaupt daran zu denken, dieses Teil besitzen zu wollen. So verabschiedete sie sich in Gedanken von dem Schmuckstück und machte sich bereit, um nach dem Verlauf dieses Diadems, mit ihrer Freundin zu gehen.
Für eine horrende Summe von dreißigtausend Pfund, bekam schließlich eine alte sehr streng wirkende Lady, mit silbergrauem Haare und einem rosafarbenen Hut, an dem ein lange ebenso rosafarbene Feder steckte, den Zuschlag. Diana deutete kurz an, dass sie schnell ihre Skulptur bezahlen und abholen gehen würde. Sisilia folgte ihr und beobachtet dabei die Frau, welche das Diadem ersteigert hatte und ihnen in den Raum folgte, wo die Geldlichen Transaktionen abgewickelt wurden.
Di hatte gerade bezahlt und sie wollte schon gehen, als plötzlich mehre dunkle Gestalten in den Raum traten. Keiner hatte wirklich gesehen, woher diese Männer gekommen waren, doch allen war sofort klar, dass diese nichts Gutes im Schilde führten. Fast schon reflexartig, schob Sisilia Diana Richtung Hintertüre, doch genau in dem Moment, tauchte dort ein weiterer Kerl auf. Alle Männer trugen schwarze Anzüge und dunkle Masken, bis auf den letzten, der hatte noch einen dunklen Umhang über den Schultern hängen, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, die einen Teil seiner Maske versteckte, die er trug.
Das Herz schien Sisilia stehen zu bleiben, als ihr klar wurde, dass das keine einfachen Räuber waren. Doch was suchten Todesser in einem Muggel - Auktionshaus, mitten in London? Hinter was waren sie her? Oder hinter wem?
Viel weiter kam sie nicht zum überlegen, denn die Männer stürmten förmlich den Raum.
„Alles auf den Boden, wer nicht sterben will!“, erklang der deutliche Befehl von dem Mann, der als erster den Raum betreten hatte.
Einen kurzen Moment überlegte Sisilia, ob sie ihren Zauberstab ziehen sollte, doch dann beschloss sie sich doch eher unauffällig zu verhalten und zu tun, was die Männer wollte. Vielleicht würden sie sich einfach nur nehmen, was sie wollten und verschwinden. Sie zog Diana automatisch mit auf den Boden, welche sie ängstlich und mit großen Augen ansah, die kleine Skulptur dabei fest gegen ihren Körper gepresst. Alle bis auf die Lady, welche das Diadem erstanden hatte, folgten auch der Anweisung. Die Frau stand einfach nur da, rührte sich nicht und starrte den Männern entgegen. Als aber schließlich einer von ihnen die Hand nach dem besagten Diadem ausstreckte, reagierte die Frau blitzschnell. Sie zog etwas langes Dünnes aus ihrer Handtasche und schlug zuerst den Kerl damit, bevor sie blitzschnell, so schnell wie es Sisilia dieser Frau nie zugetraut hätte, selber nach dem Haarschmuck griff. Anschließen hob sie den Stock erneut an, den Sisilia jetzt als Zauberstab identifizierte, richtete ihn auf den Kerl, der ihr am nächsten stand und schickte diesen mit einem Stupor schlafen.
Wütend fauchte ein anderer Mann auf und riss nun seinerseits den Zauberstab hervor und richtete in auf die alte Dame.
Diesmal konnte Sisilia nicht anders als einzugreifen. Auch sie zog ihren Zauberstab aus ihrer Handtasche und riss dem Mann mit einem Fluch die Beine weg.
„Lauf, raus hier“, zischte Sil noch ihrer Freundin zu während sie einen Fluch auf den Mann richtete, der die Hintertür blockierte. Doch dieser reagierte blitzschnell und warf sich zur Seite, um dem Fluch zu entgehen. Diana stolpert auf diese Türe zu, gefolgt von Sisilia die einen weiteren Fluch auf einem Kerl jagte, der versuchte der armen alten Frau, das Diadem wieder zu entreißen.
Diana hatte den Raum schon verlassen und stolperte hörbar durch den nächsten Raum. Man konnte hören, wie sie ein weitere Türe öffnete, die wohl von den Geräuschen her auf die Straße führen musste und hinausrannte. Dann fiel diese Türe wieder ins Schloss. Gerade als Sisilia ihr folgen wollte, stürzte sich ein Mann auf sie. Im selben Moment, als er sie gegen die Tür stieß, schoss ein grüner Lichtstrahl an ihrem Kopf vorbei in den Türrahmen, der mit einem lauten Krachen, an der Stelle zersplitterte und die Holzteile nur so um ihre Ohren schossen.
Noch während des Fallens drehte sich Sisilia herum und als sie, der Mann über ihr, hart auf dem Boden landeten, blieb ihr zuerst die Luft weg. Noch einmal schoss ein Fluch knapp über ihnen hinweg und für einen Moment hatte sie das Gefühl der Kerl würde sich schützend über sie legen, doch da musste sie sich täuschen, er hatte bestimmt nur selber Deckung gesucht. Blitzschnell hob sie ihr Knie schwungvoll an und stieß es dem Kerl kräftig zwischen seine Beine. Kurz geschah nichts, dann sog dieser die Luft heftig ein und den Moment nutzte Sisilia, um den Körper von sich zu stoßen, sich aufzurappeln und wegzulaufen.
Weit kam sie jedoch nicht weit. Anscheinend hatte sie nicht kräftig genug zugestoßen, denn der Mann hatte sich schnell wieder aufgerappelt, zu schnell und folgte ihr. Hinter ihm flog die Türe ins Schloss, so dass sie in dem Raum alleine waren. Es schien ein Hinterzimmer zu sein, in dem noch weitere Bilder, verhüllt in Tüchern oder Papier, sowie Möbel, Vasen und viele weiter Gegenstände aufbewahrt wurden. Es roch leicht staubig und muffig hier drin und viel Licht gab es auch nicht, denn die Vorhänge waren vorgezogen worden.
Schnell riss Sisilia ihren Zauberstab herum und legte auf den Mann an. Im letzten Moment duckte sich dieser vor dem Fluch nach unten weg, hatte aber noch zuviel Schwung drauf, dass er wieder, diesmal mit der Schulter, gegen Sisilia krachte, wobei ihr beim Sturz der Zauberstab aus den Händen flog. Erneut landeten beide auf dem Boden.
Angstvoll wusste Sisilia sich nicht anders zu helfen, als mit ihren Fäusten heftig auf ihn einzuschlagen.
Immer wieder versuchte er ihre Hände einzufangen und sie festzuhalten, doch sie war wie eine wild gewordene Furie und wehrte sich, so gut sie konnte.
Im anderen Raum konnte man auch Kampfgeräusche hören, fluchen und das zerbersten von Gegenständen. Die alte Lady schien sich ebenfalls gewaltig zu wehren denn sie schrie immer wieder wütend auf.
„Verdammt Sil, es reicht, hör endlich auf!“, zischte ihr eine Stimme entgegen, nachdem sie ihrem vermeintlichen Gegner einen heftigen Schlag, gegen das Kinn verpasst hatte.
Sofort hielt Sisilia inne, erstarrte förmlich in der Bewegung und starrte auf die hässliche Maske, die der Mann nun abnahm.
„Severus?“; hauchte sie total überrascht und starrte in das Gesicht über sich. Was hatte er hier zu suchen, was wollte die Männer hier? So viele Fragen schwirrten ihr durch den Kopf und dennoch konnte sie keine davon in dem Moment stellen. Wieder ertönte ein lautes Krachen und erneut Fluchte einer der Todesser wütend auf.
„Ich hab zwar keine Ahnung, was du ausgerechnet hier suchst, aber du solltest so schnell wie möglich …“, begann er, leise flüsternd. Doch zuckte dann sein Kopf hoch, jemand machte sich an der Hintertür zu schaffen. Er war innerhalb eines Sekundebruchteils auf den Beinen, riss Sisilia ebenfalls mit sich nach oben und sah sich gehetzt um. Ohne ein weiteres Wort zu sagen, schob er sie auf einen antiken Schrank zu, öffnete die Türe und beförderte sie hinein. Zuerst wollte er nur sie verstecken, doch als er Stimmen von der Türe hörte, ihm klar wurde, dass dort draußen einige Auroren waren, schlüpfte er ebenfalls mit in den Schrank und presste seine Hand auf Sisilias Mund.
Sisilia Herz schlug hoch oben in ihrem Hals und sie blickte Severus fragend an. Sie hatte keine Ahnung was hier vor sich ging, es war alles so verwirrend. Wieso geriet sie immer in solche Situationen? Langsam ließ Sev die Hand sinken, versteifte sich aber erneut, als die Hintertüre, die auf die Straße hinausführte, aufgesprengt wurde und die Auroren das Gebäude stürmten.
Sisilia hatte Angst, nicht vor Severus oder den anderen Anhängern Voldemorts. Nein, sie hatte Angst, dass sie Severus Snape erwischen und nach Askaban bringen würden.
Ohne darüber nachzudenken drückte sie sich an ihn, so als könnte sie ihn damit beschützen und ihre Hände umklammerten fast panikartig seine Arme. Sein Blick war auf die Türe gerichtet gewesen und nun sah er sie überrascht an, blickte ihr in die Augen und es war ihr, als würde er in ihre Seele sehen. Seine Augen wirkten in der Dunkelheit noch schwärzer als sie es normal schon taten und ihr Herz begann noch mehr schlagen, doch diesmal nicht aus Angst.
Severus hob nun einen Arm und richtet seinen Zauberstab, den er in der Hand hielt, auf das Schloss des Schrankes. Er murmelte leise ein paar Zaubersprüche und ein bläuliches Licht, schien aus dem Stab in das Schloss zu kriechen. Man hörte ein kaum vernehmliches leises knacken und dann von draußen, wie die Auroren den nächsten Raum stürmten, wobei die Türe ebenfalls aufgesprengt wurde.
Wieder trafen sich die Blicke der Beiden, keiner bewegte sich, während Sisilia sich nur an ihm festhielt und sich gegen ihn presste.
Überdeutlich konnten sie nun den Lärm hören, der durch den Kampf zwischen den Todessern und den Auroren verursacht wurde. Doch das ging nicht sehr lange. Eine weitere Person rannte durch den Raum, in dem die Beiden sich versteckten und dann wurde es ruhig. Sie hörte noch die Männer vom Ministerium miteinander reden, erfuhren, dass es keine Toten gab, sondern nur zwei verletzte Todesser, welche sie abführten und eine geschockte alte Lady, die aber ansonsten unversehrt war.
Einer der Auroren begann nun neugierig den Raum abzusuchen und Sisilia betete, dass MadEye Moody nicht unter ihnen war, denn sonst hätten sie keine Chance unentdeckt zu bleiben.
Sie hörten beide, wie sich Schritte durch den Raum bewegten, sich ihnen näherten, direkt vor dem Schrank anhielten und dann wie jemand versuchte die Türe zu öffnen. Sisilia hatte sich so fest an Severus gedrückt, ihre Finger in seine Oberarme gebohrt, dass dieser unter Schmerzen kurz zusammenzuckte.
Schnell lockerte sie ihren Griff wieder und sah ihn entschuldigend an. Das geschah zeitgleich in dem Moment, als sich die Schritte wieder von dem Schrank entfernten.
Kaum hörbar atmeten sie beide erleichtert aus, ihre Körper immer noch aneinandergepresst und ihre Augen zueinander gerichtet. Langsam, fast unendlich langsam senkte Severus seinen Kopf, während Sisilia sich kaum merklich auf die Zehenspitzen drückte.
Zwischen ihnen schien die Luft leise zu knistern, als sie sich näher kamen. Sein Atem streifte ihre Lippen, seine Augen schienen zu glühen. Sie hatte noch nie so tief schwarze Augen gesehen, die wie zwei dunkle Seen wirkten und sie magisch anzogen. Sie wollte sich in diese Seen stürzen, darin ertrinken und für immer von ihnen umfangen sein. Nur noch wenige Zentimeter trennten die Beiden, die Hitze seiner Haut konnte sie schon fühlen und sie wünschte sich nur noch eines, in seinen heißen Küssen zu ertrinken.
Seine Lippen trafen ihre und es durchfuhr sie wie ein heißer Stromschlag, der bis in die letzte Faser ihres Körpers drang und diesen erbeben ließ.
Verlangend kam sie seinen weichen Lippen entgegen, öffnete ihren Mund, als sie die Spitze seiner Zunge spürte, die drängend Einlass erflehte und dann einen wilden Kampf mit der ihren auszufechten begann. Erneut krallte sie ihre Finger in seine Arme, schob sie dann höher und drückte sie in seine Schultern. Immer wilder wurde der Kuss, während beide ihr leises Stöhnen im Mund des anderen erstickten. Sisilias Herz schlug hoch oben im Hals, doch diesmal nicht vor Angst, sondern wegen Severus, seiner Nähe und seinen verlangenden Küssen, von denen sie nicht genug bekommen konnte. Fast schon schmerzlich presste sie ihren Körper, der in Flammen zu stehen schien, gegen seinen und begann sich an ihm zu reiben. In dem Moment war ihr nicht mehr bewusst, dass sie beide sich in einem alten Schrank im Hinterzimmer eines Auktionshauses versteckten und sich vor den Auroren verbargen, welche das Haus gestürmt hatten.
Seine Hände glitten über den dünnen Stoff ihres Kleides, sie fühlte wie seine Finger ihre Hüften entlang glitten, tiefer wanderten und …
Auf einmal verharrte Severus, stoppte den Kuss und löste sich ein Stück von ihr. Sein Gesichtsaudruck wirkte fast schmerzlich, hungrig wie ein wildes Tier und doch gleichzeitig wie ein kleiner Junge, der bei einem bösen Streich erwischt worden war. Es war wieder der Blick, denn er schon einmal gehabt hatte, bevor er fast fluchtartig ihr Haus verließ.
„Nicht“, hauchte sie leise, aus Furcht er würde wieder Reißaus vor ihr nehmen. Erneut versuchte sie ihn zu küssen, doch er legte seine Finger auf ihre Lippen und schüttelte kaum merklich den Kopf. Sie sah ihn an, blickte in seine schwarzen Augen. Die Augen die Sehnsucht ausstrahlten und gleichzeitig doch Hoffnungslosigkeit.
Als sie erneut etwas sagen wollte, drückte er die Finger etwas fester auf ihre Lippen und strich schließlich sanft ihren Konturen nach. Seine Finger, so zart wie eine Feder strichen sie über ihre Haut und schließlich wischte er eine einzelne einsame Träne mit seinem Daumen fort, die sich gelöst hatte und über ihre Wange rollte. Warum nur konnte er nicht seinen Gefühlen nachgeben? Warum stieß er sie immer wieder von sich, wenn sich gerade nahe gekommen waren? Lag es an ihr? Machte sie etwas falsch? Sie spürte seine eindringlichen Blicke auf sich und hatte das Gefühl, er würde bis tief in ihre Seele blicken können, die sie ihm ganz offen darlegte. Warum erkannte er nicht, was sie für ihn empfand? Sie spürte das schmerzliche Verlangen nach ihm, seinen Berührungen, seinen Händen und seinen Küssen. Sie hatte so noch nie empfunden, noch sie so heftig gefühlt, wie in diesem Moment.
„Ich denke sie sind weg“, hauchte Severus kaum vernehmlich und Sisilia konnte nur nicken. Sie wusste wie das abläuft. Nachdem die Auroren ihre Arbeit getan hatten, kamen die Vergissmichs, veränderten die Erinnerungen der Muggel und verschwanden dann schnell wieder. Man versuchte so wenig Aufmerksamkeit wie möglich zu verursachen, damit die Muggel nichts mitbekamen.
„Severus, ich … muss mit dir reden. Bitte komm zu mir … heute Abend. Ich werde auf dich warten.“
„Ich … kann nicht“, gab er ebenso leise zurück. „Nicht heute Abend. Der Lord will uns alle sehen. Morgen. Morgen Nacht, gegen zehn“, hauchte er, richtete seinen Zauberstab auf die Türe und löste den Zauber, der den Schrank verschlossen hatte.
Kurz überlegte Sisilia, ob sie ihn einfach noch einmal küssen sollte, doch sein Blick zeigte ihr, dass es wohl nicht so gut wäre. So hauchte sie ihm nur einen Kuss auf die Wange und schlüpfte dann leise und vorsichtig aus dem Schrank. Sie blickte sich um, doch es war sonst niemand hier. Sie drehte sich wieder um und öffnete die Schranktüre ganz.
„Du kannst rauskommen, sie sind … weg“, sagte sie, doch der Schrank war leer. Überrascht drehte sie den Kopf, doch sie war alleine. Er war wirklich einfach disappariert? Warum hatte er das nicht schon zuvor getan? Warum hatte er sich der Gefahr ausgesetzt entdeckt zu werden?
Dieser Mann war ihr unheimlich und dennoch fühlte sie sich so hingezogen zu ihm, wie noch zu keinem anderen Menschen zuvor. Vielleicht war es gerade das Mysteriöse an ihm, was sie anzog. Dieses „Böser Mann“ Syndrom? Was für ein Unsinn. Sie schüttelte den Kopf, sie war eine vernünftige erwachsene Frau und sie wusste was sie wollte.
Tief atmete sie durch, als ihr wieder Diana einfiel. Wo war sie wohl und wie ging es ihr? Schnell lief sie zur Türe und öffnete diese. Es war ein reges Treiben in dem Raum, die Personen welche etwas ersteigert hatten, warteten nun darauf, dass sie es bezahlen und ihre Dinge mitnehmen konnten. Keiner nahm sie in dem Moment wahr, als sie den Raum betrat und so glitt sie einfach unter die Menge und begann nach Diana Ausschau zu halten. Schließlich fand sie diese dann am Ausgang.
„Sis, da bist du ja endlich. Ich hatte dich plötzlich nicht mehr gesehen, wo warst du denn?“, fragte sie mit einem Lächeln.
So wie es aussah, hatten die Vergissmichs gute Arbeit geleistet, denn Di schien sich an nichts mehr zu erinnern.
„Entschuldige, ich musste plötzlich ganz dringend zur Toilette. Alles erledigt?“, fragte Sisilia und beschloss die Sache nicht mehr zu erwähnen, auch wenn es ihr wirklich nicht gerade leicht fiel, denn ihre Gedanken drifteten immer wieder zu diesem Kuss ab. Der Kuss, der in ihr ein unbändiges Verlangen geweckt hatte.

„Hey, verrat mir wo du gerade bist?“, fragte Diana lachend und stupste Sisilia an.
„Was?“, fragte diese und blickte überrascht zu ihrer Freundin.
Das kleine Cafe an der Straße war gut besucht und die Tische um die Beiden rum alle besetzt. Diana rührte mit dem Strohhalm in ihrem Cocktail herum und betrachtete ihre Freundin grinsend.
„Du bist verliebt, hab ich Recht?“, fragte sie plötzlich in die erneut entstandene Stille hinein. „Versuche es nicht zu leugnen, denn ich kann es auf deiner Stirn lesen und deine Augen leuchten. Ok, sag mir wer ist es, dieser Charlie?“ bohrte sie nun weiter.
Sisilia legte ihre Hand auf ihre Stirn, so als wolle sie verdecken was dort angeblich geschrieben stand.
„Ich hab dir doch schon gesagt, dass ich ihn ganz niedlich finde, aber ich bin nicht in ihn verliebt“, erklärte Sisilia schon fast energisch und warf ihre Haare zurück. Sie ergriff ihren Drink und wollte einen Schluck davon nehmen, doch war sie zu fahrig dabei und verschütte etwas davon über ihr Kleid.
„Und du bist doch verliebt“, diesmal war es keine Frage, sondern nur noch eine Feststellung. „Willst du mir nicht sagen, wer der Glückliche ist?“, hakte sie nach.
„Wenn man einen Drink verschüttet, heißt das noch lange nicht, dass man verliebt ist, Di.“
„Nein, aber ich kenne dich lange genug, um zu wissen, wann es dich erwischt und dich hat es erwischt. Gewaltig sogar. Also komm schon. Lass mich nicht so zappeln, wer ist der Kerl? Was macht er und liebt er dich auch?“
Einen Moment zögerte Sisilia, denn sie wusste, dass sie bei aller Freundschaft es nicht wagen durfte ihr alles zu erzählen, aber auf der anderen Seite, tat es gut sich über die Gefühle austauschen zu können.
„Ich … weiß es nicht, Di. Manchmal denke ich er tut es, dann wieder … Ich … kann dir nicht sagen wer es ist, ich hoffe du bist deshalb nicht böse.“
„Er ist verheiratet?“, fragte sie jetzt mit fast entsetztem Gesichtsausdruck.
„Wie, was? Nein! Nicht das ich wüsste. Nein, ich denke nicht, dass es das ist. Er … er ist ein Mensch, der die Öffentlichkeit meidet, aber sicher nicht, weil er verheiratet ist, das auf keinen Fall. Ich kann dir das nicht erklären. Es ist nur so… jedes Mal wenn wir uns … nun wenn wir uns näher kommen, nimmt er Reißaus und läuft weg. Es ist so, als… hätte ich Spinat zwischen den Zähnen oder Mundgeruch oder was auch immer. Als würde ihn etwas abschrecken.“
„Also der Mann, der sich bei dir abgeschreckt fühlt, muss ein Idiot sein!“, erklärte sie nun fast brüskiert.
„Na ja, vielleicht er das“, murmelte Sisilia nachdenklich.
„Das wiederum würde ich dir nicht zutrauen. Dass du dich in einen Kerl verknallst, der ein Idiot ist. Erzähl mir etwas von ihm. Wie sieht er aus?“
Plötzlich veränderte sich Sisilias Gesichtsaudruck wieder und sie blickte mit leuchtenden Augen auf einen imaginären Punkt, so als würde er dort stehen und sie müsste ihn nur beschreiben.
„Er hat längere fast schwarze Haare. Sein Gesicht ist, nun ja, er ist keine Schönheit, würde ich sagen, aber er hat sehr markante männliche Gesichtszüge. Seine Augen sind tief schwarz, wenn man in sie blickt, versinkt man in einer anderen Welt und seine Lippen, sind zart und doch so …“, sie brach ab und senkte den Kopf. Dabei wurde sie leicht rot.
„Sie ist verknallt und zwar total, mit Haut und Haar. Wirst du ihn wieder sehen?“, wollte Di schließlich wissen.
„Ja… ja morgen Abend.“
„Ich hoffe doch, du lässt ihn dann nicht wieder entwischen. Du würdest es bereuen, glaub mir. Ich weiß wovon ich rede. Ich hab auch mal einen ziehen lassen, weil ich zu feige war ihm zu sagen, was ich für ihn empfinde.“ Ihre Stimme war für einen Moment nachdenklich. „Wie auch immer, auf der anderen Seite hab ich den besten Beruf, den man haben kann. Und alle Männer vergöttern mich“, erklärte sie lachend und trank durch ihren Strohhalm von dem alkoholischen Fruchtgetränk.
Der Grund, warum Sisilia mit Severus reden wollte, war zwar nicht dieser, doch irgendwie hatte Di recht. Sie würde nach Hogwarts gehen und sie war sich nicht sicher, ob und wie sie dann noch Kontakt zu Severus halten konnte.

Der Nachmittag und auch der Abend, den die beiden Frauen bei einer Pizza und einem Glas Wein ausklingen ließen, ging viel zu schnell vorbei und ehe Sisilia sich versah, stand sie am Gartenzaun ihres Hauses und blickte auf das wunderschöne Anwesen, welches sie von ihren Eltern als einzige Hinterlassenschaft erhalten hatte. Was für ein Tag … und sie ahnte nicht, dass er noch nicht zu Ende sein würde, denn als sie in ihr Wohnzimmer trat, fuhr sie für einen Moment heftig zusammen. Auf ihrem Sofa, saß kein anderer als … Severus.

„Entschuldige, ich hatte nicht vor dich zu erschrecken“, sagte er leise und erhob sich dann. Pidi, der neben ihm gelegen hatte, hob nur kurz den Kopf, sah für einen ganz kurzen Augenblick zu ihr und legte den Kopf wieder auf seinen Pfoten ab.
„Aber du … sagtest doch, du kannst heute Abend nicht?“, fragte sie jetzt erstaunt.
„Sagte ich das?“
„Ähm, ja. Du meintest der Lord wollte seine Anhänger heute um sich versammeln, wegen irgendwas“, wiederholte sie seine Worte.
„Ach das. Es hat nicht so lange gedauert, wie ich angenommen hatte, deshalb dachte ich, ich …“, weiter kam er nicht, denn Sisilia überwand die letzte Distanz zu ihm mit schnellen Schritten, schlang ihre Arme um ihn und gab ihm einfach einen Kuss.
Er hielt zwar still, doch erwiderte er den Kuss nicht, sodass sie sich gleich wieder von ihm löste. Sein Blick war irritierend für sie, denn er sah sie sehr überrascht an und er gab ihr das Gefühl, als wäre das, was heute Nachmittag zwischen ihnen Beiden gewesen war, nie geschehen.
„Entschuldige ich …“, begann sie.
„Schon gut, ist … schon in Ordnung“, antwortete er nun eher verdutzt, als abwehrend.
Sisilia fühlte sich mit einem Male unwohl und tapste von einem Fuß auf den andern.
„Soll ich uns Tee machen?“, fragte sie dann und Snape nickte schließlich.
„Zu einer Tasse Tee sag ich nicht nein.“
So ging Sisilia schnurstracks in die Küche und setzte Wasser auf.
„Verdammt, warum schaffe ich es nur immer wieder ins Fettnäppchen zu treten, immer wieder mitten rein“, fluchte Sisilia leise vor sich hin, während sie den Tee machte.
Als sie wieder ins Wohnzimmer zurückkam, mit einem Tablett in der Hand, auf dem eine Kanne Tee, zwei Tassen und ein paar Kekse standen, kam ihr Snape entgegen, nahm ihr die Sachen ab und stellte sie auf dem Tisch.
„Hast du dich eigentlich nicht gefragt, warum Voldemorts Anhänger gerade dort aufgetaucht waren?“, fragte dieser jetzt nach und musterte sie eingehen.
Erst wurde es ihr bewusst, dass sie, nachdem Snape verschwunden war, den ganzen Vorfall verdrängt hatte. Natürlich auch zum Teil deshalb, weil sie Di da raus halten wollte, aber ihr wurde erst jetzt bewusst, dass es komplett verdrängt hatte.
„Ich hoffe deiner Freundin geht es gut?“, fragte er nach, so als hätte er ihre Gedanken gelesen.
„Ja, ja ihr geht es gut, danke“, antwortete sie und ließ, während sie Tee einschenkte das Geschehene Revue passieren,
Ja warum waren die Männer überhaupt in das Geschäft eingedrungen, und woher wussten die vom Ministerium so schnell bescheid. Dann hob sie den Kopf und sah den Mann ihr Gegenüber nachdenklich an.
„Du hast dem Ministerium einen Tipp gegeben?“, fragte sie schließlich und Severus nickte.
„Ja, in der Tat, ich habe sie informiert, dass die Anhänger … des Lords einen Überfall auf dieses Geschäft vorhatten.“
Kaum merklich nickte Sisilia jetzt und setzte sich auf das Sofa. Auch Severus nahm platz und ließ sie nicht aus den Augen.
„Hatte dies ältere Lady etwas damit zu tun? Wollten sie sie haben?“, fragte Sisilia nach.
„Oh nein. Diese kam den Männern nur … sagen wir mal dazwischen. Sie hatte es auf etwas ganz anderes abgesehen.“
„Das Diadem!“, entfuhr es ihr mit einem Mal. Sie erinnerte sich wieder, wie die Frau den Mann daran hintern wollte, es an sich zu nehmen.
„Richtig, das Diadem. Leider stellte sich am Ende heraus, dass dieses nur eine billige Kopie und nicht das Original war.“
„Woher weißt du?“
„Es gelang einem von … uns das Schmuckstück an sich zu bringen und als wir es kontrollierten fiel uns diese Tatsache sofort auf. Es hat zwar fast denselben materiellen Wert, aber für „IHN“ ist es wertlos, wenn du verstehst.
„Du meinst, … du glaubst … das Original, nachdem ihr gesucht habt … es ist ein weiterer Horcrux?“
„Ja, so ist es. Leider beginnt die Suche nun wieder von vorn. Aber es wäre vielleicht ganz gut, wenn du es Harry gegenüber erwähnen würdest, dass er weiß, wonach er zu suchen hat.“
„Natürlich, ich werde es ihm schon so verkaufen, dass er es mir abnimmt.“
Der Mann in schwarz nickte ihr dankend zu und nahm seine Tasse, die er an den Mund führte und einen Schluck trank.
„Hm… hervorragend“, sagte er und nahm noch einen großen Schluck, bevor er die Tasse wieder abstellte, dann wandte er den Blick zur Kaminuhr.
„Severus, wegen heute Nachmittag…“, begann Sisilia, die ihren Blick in ihre Teetasse gerichtete hatte, so als würde sie versuchen aus dem Teesatz etwas zu lesen.
„Ein andermal, Sisilia. Ich habe noch etwas Dringendes zu erledigen, aber ich bin sicher, wir sehen uns noch bevor du nach Hogwarts abreist“, noch während er sprach erhob er sich und streifte seine Jacke glatt. „Bleib ruhig sitzen, ich kenne den Weg nach draußen“, sagte er noch schnell, legte kurz die Hand auf ihre Schulter und verließ dann mit großen, fast eiligen Schritten den Raum.
„Ich werde morgen Abend warten!“, rief sie ihm noch hinterher, doch dann fiel bereits die Tür ins Schloss.
„Verdammt! Verdammt, verdammt, verdammt“, fluchte sie leise und schlug jedes Mal dabei mit der flachen Hand auf ihren Schenkel. „Schon wieder rennt er weg. Warum lässt er mir nicht mal die Chance ihm zu sagen, was ich für ihn empfinde. Oder warum erklärt er mir nicht einfach, dass er mich nicht mag, mich hässlich findet oder eingebildet oder was auch immer.“
Ihr Blick wanderte zum Kater, der sie mit großen dunklen Augen ansah. Sein Blick schien fast traurig zu sein, doch als sie ihn eingehend musterte, legte er den Kopf wieder auf die Pfoten und schloss die Augen.
Leise aufseufzend, begann Sisilia den Tisch wieder abzuräumen und stieg kurze Zeit später die Stufen zu ihrem Schlafzimmer nach oben.
Als sie sich schließlich in ihr Bett legen wollte, schmunzelte sie, denn der Kater lag zusammengerollt mitten auf der Decke und sah mit treuen unschuldigen Augen zu ihr hoch. Sie ließ ihn liegen wo er war, glitt unter die Decke, so dass der Kater schließlich und endlich vor ihrem Bauch lag. Vorsichtig hob sie ihre Hand und begann ihm sanft den Nacken zu kraulen. Zuerst ließ er es einfach geschehen, drehte sich dann noch einmal um sich selber, drückte sich enger an sie heran und schließlich ihrer Hand entgegen.
„Wenigstens haust du nicht mehr vor mir ab“, sagte sie leise seufzend und legte ihren Kopf auf das Kissen. Sie schloss zwar gleich die Augen, doch es dauerte noch eine ganze Zeit, bis die Müdigkeit sie von dem Grübeln erlöste, ihr aber dennoch eine unruhige und traumreiche Nacht bescherte.


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Beziehungskomödien aufzubauen und die entsprechenden Dialoge zu schreiben kann Joanne K. Rowling so gut wie Woody Allen. Im vierten und fünften Band ist das schön zu beobachten, wenn es die ersten Eifersüchteleien zwischen den Freunden gibt.
Klaus Fritz