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Unbreakable Truth - Kapitel 19 Das Gesicht im Spiegel

von Sisilia D.S.

Nach dem Unterricht kam Sisilia erschlagen in ihr Zimmer zurück und wollte sich in den bequemen Sessel fallen lassen, als sie einen Zettel auf dem Tisch vorfand.
Verwundert entfaltete sie ihn und las die knappen Zeilen.

Muss dich dringend sprechen. Nach Einbruch der Dunkelheit im Verbotenen Wald. Folge dem Pfad hinter Hagrids Hütte, bis zu dem kleinen Drachenfelsen.

S.S.


Warum kam er nicht zu ihr, wenn er etwas besprechen wollte? Überhaupt, wo war er die ganze Zeit. Sie sehnte sich nach ihm und hatte gehofft, dass er heute wieder zu ihr kommen würde.
Schulterzuckend nahm sie in dem Sessel platz, nahm sich ein kleines Glas Sherry und blickte in das Feuer des Kamins.
Was für ein Tag. Die Schüler hatten sie heute besonders gefordert, was ihr aber dennoch Spaß gemacht hatte, es war eine Herausforderung gewesen. Die Arbeit war jedenfalls sehr interessant und sie musste gestehen, dass sie mehr Angst als nötig davor gehabt hatte.
Ohne es zu wollen, waren ihr irgendwann die Augen zugefallen und sie war eingedöst. Ein leises Klopfen schreckte sie aus dem Schlaf und leicht verwirrt sah sie sich in dem dämmerigen Zimmer um. Die Sonne verschwand gerade hinter dem Horizont, als es erneut zu klopfen begann.
„Ja?“, rief sie und drückte sich aus dem Sessel, um eine Kerze auf dem Kamin anzuzünden.
„Darf ich stören?“, fragte Charlie, der den Kopf durch den Türspalt gesteckt hatte.
„Ich … muss gleich noch mal kurz … zu Hagrid. Was gibt es denn?“
„Ich hatte gehofft, du hast etwas Zeit“, meinte er schließlich enttäuscht.
„Tut mir leid, ich hab versprochen, dass ich runterkomme. Wir holen es nach, ja?“
„Bleibt mir ja nichts anderes übrig“, gab er zurück und Sil konnte hören, dass er nicht begeistert war, doch er sagte nichts weiter und gab sich geschlagen.
Sisilia griff nach ihrem Umhang, wobei Charlie schneller war und ihn ihr um die Schultern legte.
„Danke“, sagte sie leise und sah ihn an.
„War mir ein Vergnügen“, flüsterte er und hätte Sisilia sich nicht weggedreht, so war sie sicher, hätte er bestimmt versucht sie zu küssen.
„Dann ein anderes Mal?“, fragte er hoffnungsvoll.
„Ja sicher, gerne“, antwortete sie. Doch da sie hoffte, dass Sev nachher noch mit zu ihr kam, wollte sie Charlie nicht für später zu sich einladen.
Gemeinsam verließen sie ihr Zimmer und Charlie blieb dann stehen, als sie den Weg zur Treppe einschlug.
„Bis dann“, rief er ihr nach und sie winkte ihm noch kurz, bevor sie die Stufen nach unten lief. Sie eilte die Eingangstreppen hinunter den Weg entlang, der zu Hagrids Hütte führte. Doch dort angekommen wandte sie sich dem Wald zu. Den Pfad, der in den Wald hineinführte, fand sie gleich und versuchte ohne Licht auszukommen, während sie aufpassen musste, nicht über Wurzeln zu stolpern. Irgendwann sah sie im allerletzten Licht des Tages einen Felsen, dessen Rücken aussah, wie der eines kleinen Drachen und sie wusste, dass sie angekommen war. Doch von Severus war weit und breit nichts zu sehen. Ihre Hand ging gerade zum Zauberstab, als sie hinter dem Stein ein Geräusch hörte und herumwirbelte. Es war zu dunkel um die Person, die auch noch ganz in schwarz gekleidet war, sofort zu erkennen. Doch als ihr schließlich klar wurde, dass es Severus war, rannte sie ihm entgegen und flog ihm förmlich um den Hals.
Severus hingegen schien nicht wirklich zu reagieren. Er legte weder sie Arme um sie, noch gab er ihr einen Kuss, wie sie erwartet hatte. Was war denn nur los mit ihm? Fragend blickte sie ihm ins Gesicht, doch auch er sah sie an, als wäre er überrascht von ihrem Tun.
„Was ist los?“, wollte sie wissen. „Warum treffen wir uns hier und nicht bei mir?“
„Weil es zu gefährlich ist. Ich fürchte die Wände könnten Ohren haben“, antwortete er ihr und musterte sie einen Moment, da sie immer noch verdutzt aussah. Sie verstand nicht, warum es bisher immer in ihrem Zimmer möglich war, dass sie redeten, und jetzt auf einmal nicht mehr. Aber vielleicht hatte er seine Gründe.
„Es tut mir leid, dass ich dich hier her bemühen musste, aber es ist sehr wichtig. Ich muss wissen, wie weit Harry ist. Welche Horcruxe hat er bis jetzt zerstört?“, fragte er direkt und Sisilia stellte ihre Frage nach dem „Warum“ erst mal hinten an.
„Er hat vier Stück gefunden und zerstört. Das Buch, der Ring, die Tasse und das Diadem, das hat er gestern gefunden, es war eigentlich auch eher Zufall. Nach dem Medaillon sucht er noch.“
„Genau wie … „ER“. “Ich fürchte, er weiß inzwischen, dass Harry hinter sein Geheimnis gekommen ist oder er vermutet es zumindest. Und das ist der Grund, warum ich dich sprechen wollte. Außerdem kam mir zu Ohren, dass er angefangen hat, alle seine Anhänger und die, die bereit sind ihm zu dienen, um sich zu scharen. Ich fürchte, es wird nicht mehr lange dauern. Er bekommt kalte Füße und muss Harry stoppen. Außerdem hab ich erfahren, dass er seine Schlange hütet wie seinen Augapfel, was mich verstärkt daran zu klauben, dass sie auch ein Horcrux ist.“
„Es würde jedenfalls Sinn machen. Harry glaubt auch, dass der Dunkle Lord weiß, dass er die Horcruxe gefunden hat. Dann fehlt also noch das Medaillon, was Nummer fünf wäre und Nagini, die Nummer 6 wäre. Und wenn ein Seelenteil noch in Voldemort ist, dann hätten wir die Sieben.“
„Das ist richtig. Doch die Zeit wird verdammt knapp. Ich werde mir Mundungus noch einmal vornehmen. Ich weiß, dass er das Haus von Sirius Black geplündert hat, als der Orden es geräumt hatte, nach Sirius Tod. Vielleicht hat er es ja gefunden. Oder zumindest gesehen. Ein Versuch wäre es jedenfalls wert.“
„Ja stimmt. Schaden kann es nicht. Ich hoffe Harry findet es vor dem Lord, sonst haben wir ein gewaltiges Problem.“
„Ja, das hoffe ich auch, Sisilia. Ich werde dir bescheid geben, wenn ich etwas Neues erfahren sollte“, erklärte er und blickte an Sisilia vorbei und starrte auf einen Punkt hinter hier. Auch sie drehte sich um und glaubte für einen Moment zwei glühende Augen zu sehen, knapp über dem Boden. Ein Tier vielleicht? Doch dann war es auch schon wieder verschwunden.
„Kommst du heute noch zu mir?“, fragte Sisilia ihn dann, doch Snape schüttelte den Kopf.
„Ich habe noch etwas Wichtiges zu erledigen, auch habe ich noch mit jemandem ein … dringendes Gespräch zu führen“, erklärte er mit einem Blick in die Dunkelheit und Sisilia wusste nun wirklich nicht, was sie davon zu halten hatte.
Sie fühlte sich in dem Moment irgendwie von ihm zurückgestoßen oder sogar abgelehnt. Einen kurzen Augenblick lang überlegte sie, ob sie nach dem Grund fragen sollte, doch da er Anstallten machte, zu gehen, schluckte sie die Frage, die schon auf ihrer Zunge gelegen hatte wieder hinunter.
War er vielleicht böse? Hatte er sie und Charlie gesehen, wie er ihr einen Kuss gegeben hatte? Bei dem Gedanken wurde ihr leicht übel und ihr Herz schlug schneller.
„Wir werden uns aber bald wieder sprechen“, antwortete er zu ihrer Überraschung und sie nickte leicht. „Gib Acht auf dich, Sisilia“, sagte er noch mit sanfter und liebevoller Stimme.
„Das werde ich, keine Sorge“, antwortete sie mit leicht trauriger Stimme und sah Severus sehnsüchtig hinterher, der ihr noch einmal aufmunternd zunickte, dann einen andern Weg tiefer in den Wald hinein weiter ging.
Erst als sie ihn nicht mehr sehen und hören konnte, machte sie sich selber auf den Rückweg zum Schloss.
Warum war er so abweisend gewesen? Konnte es vielleicht wirklich so gewesen sein, dass er sie und Charlie gesehen hatte. Oder war er einfach nur zu beschäftigt? Immer wieder hin und her überlegend ging sie wieder nach oben und zuckte zusammen, als jemand sie ansprach.
„Wie war es bei Hagrid?“, fragte Charlie sie, der an einem der Fenster stand, das hinunter auf das Gelände ging. Mit einem Mal wurde ihr klar, dass er sie bestimmt gesehen oder gar beobachtet hatte, als sie in den Wald gegangen war. Deshalb beschloss sie, jetzt besser nicht zu lügen.
„Ich war nicht bei Hagrid“, gab sie dann leise zu. Kurz sah sie sich im Gang um und deutete dann auf ihre Zimmertüre. „Lass uns bei mir reden, ja?“, sagte sie schließlich, Charlie nickte und sie traten in ihr Zimmer, wo sie erst mal Licht machte und ihren Umhang ablegte.
„Setzt dich doch“, forderte sie ihn auf und sah dann nachdenklich zu ihm, als er stehen blieb.
„Du hast dich wieder mit Snape getroffen, habe ich Recht?“ Seine Frage kam direkt und ohne Umschweife und Sisilia, die zwar überrascht war, dass er gleich zur Sache kam, nickte. „Du weißt, dass der Kerl gefährlich ist? Und wenn er sich schon in den Verbotenen Wald traut, dann wird es nicht lange dauern und er wird auch im Schloss auftauchen. Sis, du musst auch an die Schüler denken, wer weiß, was er und die seinen alles anstellen könnten, wenn sie hier einen Weg rein finden.“
„Beruhige dich, Charlie. Severus wird keinem etwas tun. Ich vertraue ihm. Ich würde ihm mein Leben anvertrauen.“
„Genauso wie dein Großonkel es getan hat? Snape hat ihn umgebracht, schon vergessen? Harry hat es selber gesehen.“
„Das weiß ich doch alles. Du musst es mir nicht jedes Mal unter die Nase reiben. Und dennoch würde ich mein Leben in seine Hände legen, genauso wie in deines.“
„Na Prima, jetzt werde ich schon mit diesem Mörder verglichen.“
„Das ist doch gar nicht wahr, Charlie. Ich will damit nur sagen, dass ich dir vertraue und auch ihm vertraue.“
„Sis, ich hab doch nur Angst um dich“, beteuerte er, ging auf sie zu und ergriff ihre Hände.
„Mir passiert nichts, wirklich. Bitte glaub mir doch.“ Ihre Stimme klang beinnahe verzweifelt und ihre Augen suchten seinen Blick. Er musterte sie eingehend und irgendwann nickte er.
„Dir ist klar, dass du fast Unmenschliches von mir verlangst. Es gefällt mir überhaupt nicht, aber … ich versuche dir auch weiterhin zu vertrauen. Doch bitte vertraue mir auch.“
„Ich vertraue dir doch“, gab sie zurück und strich mit dem Handrücken ihrer Hand über seine Wange, während er sie intensiv musterte.
Plötzlich und Vorwarnung zog er sie in seine Arme und drückte sie an sich. „Du wirst es mir sagen, wenn du Hilfe brauchst, ja?“, fragte er leise nach.
„Ja, versprochen“, flüsterte sie und ließ sich gegen ihn sinken, teils erleichtert, dass er nicht etwas von ihr verlangte, was sie nicht hätte tun können und teils, weil sie in dem Moment dringend einen Freund brauchte.
Noch einige Zeit unterhielten sie sich, saßen zusammen und tranken einen Tee, bis Charlie sich irgendwann von ihr verabschiedete und in sein Zimmer ging. Sie merkte unterschwellig, dass er gern geblieben wäre, was nicht das erste Mal war, doch diesmal sagte er es nicht oder deutete es in Witzen an. Sisilia hatte sogar ein schlechtes Gewissen, als er weg war und sie hoffte, dass das bald alles ein Ende haben würde, damit diese Heimlichtuerei aufhören würde.


*****

Alles, was dann kam, hatte ich vorausgeahnt, mit Schrecken erwartet, wobei das Resultat mich allerdings überraschte.
Aber ich greife vor ...
Als „ER“ mich rief, ahnte ich bereits wieso und ich versuchte mir die Worte zurechtzulegen, die ich zu ihm sagen wollte. Doch was ich mir auch überlegte, es klang alles unbefriedigend.
Schließlich stand ich vor ihm und seine Augen schienen mich zu durchbohren. Ich denke es war das erste Mal, dass ich meinen Blick vor ihm senkte.
„Kann es sein, dass es da etwas gib, was du mir zu sagen hast?“, fragte er mich direkt.
Kurz überlegte ich, ob ich widersprechen sollte, aber da mir im Grunde klar war, dass er es sowieso schon wusste, beschloss ich es zuzugeben und alles zu gestehen.
„Sisilia und ich ... wir ... haben Gefühle füreinander“, gestand ich dann und erwartete ein Donnerwetter, aber nichts dergleichen geschah. Zuerst war in seinem Gesicht gar nichts zu lesen und dann ... zu meiner Überraschung ... huschte ein knappes Lächeln über seine Lippen. Konnte es wirklich sein, dass „ER“ nichts dagegen hatte? Kurz legte er seine Hand auf meine Schulter, was sich befremdlich anfühlte und dennoch war es eine Geste, die viel aussagte.

Immer noch leicht verwirrt darüber starrte die dunkle Gestalt auf das von Kerzenschein beleuchtete kleine Büchlein, in das er geschrieben hatte.
‚... wir haben Gefühle für einander ...“, hallte es in seinem Kopf wider und ein Kribbeln huschte in seinen Bauch. Sehnsucht erwachte. Es waren schon einige Tage vergangen, als er sie das letzte Mal gesehen hatte. Entschlossen klappte er das Büchlein zu, verstaute es am üblichen Platz und machte sich auf den Weg nach Hogwarts.


*****


Wolkenbänke schoben sich langsam über den sonst sternenklaren Himmel und versteckten den glänzend leuchtenden Mond, der als dicke Sichel am schwarzen Nachthimmel hing. Es war bereits weit nach Mitternacht, als sich eine dunkle Gestalt in Sisilias Zimmer schob, so gut wie lautlos bis an ihr Bett trat und sie einen Moment lang einfach nur betrachtete. Ihr Gesicht leuchtete hell im Schein des Mondlichtes, der gerade in dem Moment hinter den Wolken hervorlugte und direkt durch die nicht ganz geschlossenen Vorhänge auf das Bett fiel.
Ein Lächeln huschte über das Gesicht des Mannes, als er beobachtete, wie sie mit der Hand kurz über die Nase strich, so als würde dort eine lästige Fliege sitzen, dabei waren es doch nur die zarten Lichtstrahlen des Mondes, die ihr hübsches Gesicht liebkosten.
Leise raschelnd glitt der dunkle Umhang von den Schultern der dünnen Gestalt, die sich unendlich langsam zu Sisilia legte. Er hatte nicht vorgehabt, sie aufzuwecken, wollte nur einfach neben ihr liegen und sie ansehen. Aber das leichte Schaukeln der Matratze irritierte Sisilia und sie schlug überrascht die Augen auf.
Doch als sie ihren Gegenüber erkannte, huschte ein Lächeln über ihre Augen.
„Es tut mir leid, ich wollte dich nicht aufwecken“, flüsterte er leise und strich mit seiner Hand eine Haarsträhne hinter ihr Ohr.
„Schon O.K., Sev. Ich wäre eher böser geworden, wenn du es nicht getan hättest“, gab sie leise zurück und hatte große Sehnsucht danach ihn zu küssen, aber aufgrund dessen, was im Verbotenen Wald geschehen war, traute sie sich nicht.
„Dann bin ich froh, dass du aufgewacht bist, ich hätte nicht gewollt, dass du böse wirst“, gab er zurück und neigte sich langsam zu ihr. Zuerst zögerte Sie einen Moment, doch als er ihre Lippen schon fast berührte, kam sie ihm entgegen, drückte ihren Mund auf den seinen und während sie ihn küsste, schlang sie verlangend ihre Arme um seinen Nacken.
„Du hast viel zu viel an“, raunte sie gegen seine Lippen und begann seine Jacke aufzuknöpfen.
„Findest du?“, fragte er schmunzelnd.
„Unbedingt“, bestätigte sie und nickte dazu, zur Unterstreichung ihrer Worte. Daraufhin half er ihr, die Jacke auszuziehen, und während er sie abstreifte, öffnete sie bereits sein Hemd, um gleich ihre Hände darunter schieben zu können und mit ihnen über seine warme Haut zu streichen.
„Ich hab dich so vermisst“, murmelte sie und küsste ihn erneut. Ihre Finger schoben sich über Severus Brust nach oben und das Hemd dann über seine Schultern von seinem Körper. Sanft drückte sie ihn nach hinten auf das Laken, setzte sich anschließend rittlings über ihn.
„Was hast du denn vor?“, fragte er mit glühenden Augen, wohl wissend, was sie wollte und ließ seinen Blick über ihr hauchdünnes Negligee gleiten, was sie erschaudern ließ. Doch allein sie anzusehen genügte ihm nicht, er ließ seinen Augen seine Hände folgen und sie rekelte sich unter seinen Berührungen und seufzte leise genüsslich auf.
„Wonach sieh es aus“, fragte sie einige Zeit später und auch ihre Augen funkelten. Langsam rutschte sie nach hinten, blieb auf seinen Beinen sitzen und begann an seiner Hose zu nesteln.
„Es sieht danach aus, als ob du einen armen wehrlosen Mann entkleidest, um mit ihm ein paar unzüchtige Spielchen zu spielen“, gab er zurück und hob eine Augenbraue an.
„Mist, der Kerl durchschaut mich immer wieder“, sagte sie mit einem Schmunzeln und schob nun ihre Hand unter den Stoff der schwarzen Hose. Für einen Moment sah er ihr zu, erschauderte erregt, als ihre Finger seine Männlichkeit ergriffen und darüber strichen. Mit einem leisen wohligen Brummen drückte er sich ihrer Hand entgegen und schob den Träger des Negligés nach unten, dann auch den Zweiten und schließlich beide über die Arme tiefer. Aus dem einen schlüpfte sie gleich raus und entblößte in dem Moment eine ihrer Brüste. Severus’ Finger begannen diese wundervolle Wölbung zu erforschen und zu liebkosen, die Finger kreisten langsam von außen nach innen und zuletzt über ihre zarte Knospe.
Diesmal war sie es, die aufkeuchte und sich seinen Fingern entgegendrückte, ihn dann los ließ, um ihm die Hose von den Hüften zu streifen. Dabei rutschte auch der andere Träger nach unten und somit schließlich das ganze Negligé. Doch das störte sie nicht, sie war zu sehr damit beschäftigt ihn von seiner Hose und seinen Shorts zu befreien, wobei er ihr letztendlich half.
Auch der hauchdünne Stoff, der sich um die Hüften gepludert hatte, flog der Hose von Severus hinterher und sofort neigte sie sich wieder über ihn, verteilte Küsse auf seinen Hüften und streifte mit ihren langen Haaren über Severus’ halb erregten Schaft. Leise stöhnte er auf und drückte sich etwas nach oben. Nur einen Moment warf Sisilia ihm einen Blick zu, dann galt ihre Konzentration seiner zuckenden Männlichkeit. Ihre Zunge glitt über die Spitze seiner Erregung und umkreiste den Kopf spielerisch. Je öfter sie das tat und je mehr sie von ihm in ihren Mund aufnahm, desto größer und härter wurde er. Schließlich bekam sie mit, dass er sich nach hinten sinken ließ, ihr die Führung gewährte und es einfach genoss, was sie mit ihm alles anstellte.
Doch irgendwann hob er wieder den Kopf.
„Wenn du so weiter machst, kann ich für nichts garantieren“, raunte er und suchte ihren Blick. Sisilia hatte verstanden, was er meinte, doch dachte sie nicht daran aufzuhören. Sie wollte, dass er wehrlos unter ihr lag, bebte, vor Verlangen zitterte und stöhnte. Und das tat er dann auch, zumindest das Stöhnen folgte sofort und während seine Finger unstetig durch ihr langes Haar glitten, nicht wissend, ob sie sanft oder grob sein sollten, saugte sie an ihm, als ob es nichts Schöneres, nicht Köstlicheres auf der Welt geben würde. Das hielt auch der beharrlichste Mann nicht aus, auch Severus nicht und er musste sich dem Drang der Natur, dem Verlangen seines Körpers nach- und ergeben. Mit einem lauten genussvollen Seufzer, der sich in ihrem Kopf wie die wundervollste Symphonie anhörte, entlud sich seine Lust. Sein Körper bäumte sich unter ihr auf, genauso wie sie es sich ersehnt hatte. Sie nahm alles, gänzlich alles, was er ihr schenkte, fast gierig schluckte sie es und hörte nicht auf, ihn mit ihrer Zunge zu locken, so als hoffe sie auf mehr davon.
Immer wieder zuckte er zusammen, stöhnte leise auf dabei, bis er sich am Ende langsam wieder beruhigte und schließlich einen Moment gar nicht mehr bewegte.
Dann kam ein kaum hörbares Knurren über seine Lippen, was vielleicht bedrohlich klingen sollte, für Sisilia aber lediglich eine Aufforderung war ihren Kopf zu heben und ihm in die Augen zu sehen.
„Du bist eine richtig kleine, böse Hexe“, brummte er, doch ein sehr zufriedenes Lächeln lag auf seinen Lippen.
„Bin ich das?“, neckte sie ihn und ließ ihr langes Haar über seine Lenden streifen, um ihn zu kitzeln.
„Oh, ja, das bist du. Und böse Hexen müssen bestraft werden“, doch diesmal war das Lächeln aus seinem Gesicht verschwunden. In dem Moment hätte Sisilia nicht sagen können, wie er das meinte. Als Witz? Sollte es nur zu ihrem Spiel gehören oder war es ihm ernst? Doch bevor er ihr oder sie sich die Frage beantworten konnte, packte er sie, warf sie nach hinten auf das Laken und legte sich über sie. Mit seinen Händen drückte er ihre Handgelenke neben ihren Kopf in die Matratze und mit seinem Körper ihren Leib auf das weiße Leintuch.
Ein kurzer erschrockener Schrei, kam über ihre Lippen, doch dann lächelte sie ihn wieder an.
„Und wie möchtest du mich bestrafen?“, wollte sie dann wissen und versuchte sich aus seinem Griff zu befreien, was sie allerdings recht halbherzig tat.
„Das wirst du gleich sehen“, brummte er leise. Und genau dieser Ton war es, der sie so erregte, dass ein unterdrücktes Stöhnen über ihre Lippen kam.
Blitzschnell hatte Severus die Kordeln, die eigentlich die schweren Samtvorhänge, die am Bett hingen, zusammenhielten, gelöst und ein Ende um Sisilias Handgelenk geschlungen, während er das andere am Bettpfosten festmachte. Dasselbe tat er anschließend mit der anderen Seite und kurze Zeit später lag die junge, leicht bebende Frau gefesselt in ihrem Bett, der Mann, den sie so begehrte, über ihr sitzend.
„Wie gefällt dir das?“, fragte er mit leicht gekräuselten Lippen nach.
„Bis jetzt überhaupt nicht“, antwortete sie ihm eine Schute ziehend und mit den Armen an den Fesseln ziehend. „So kann ich dich gar nicht mehr berühren.“
„Genau das möchte ich ja. Jetzt bist du mir ausgeliefert und wirst ertragen müssen, was ich gleich mit dir anstellen werde.“
Da war es wieder, dieses unbeschreibliche Kribbeln in ihrem Bauch, das sich bis in ihren Schoß fortsetzte, dort ein genüssliches Feuer entzündete und das Herz in ihrer Brust heftig schlagen ließ.
„Was du … mit mir anstellen wirst?“, hakte sie nach und begann sich verlangend unter ihm zu winden.
„Ja, genau, was ich mit dir anstellen werde. Ich werde dafür sorgen, dass du wimmerst, dass du flehst und dass du am Ende vor Verlangen schreien wirst“, verspracht er ihr schmunzelnd.
Schon alleine seine Worte ließen sie leise wimmern und ungeduldig presste sie ihr Hüften seinem Körper entgegen. Doch anstatt, dass er endlich damit begann, was er ihr versprochen hatte, saß er nur da und betrachtete sie.
„Was?“, fragte sie nach einiger Zeit, die ihr fast endlos vorkam.
„Ich überlege gerade, ob ich dich damit noch mehr quälen kann, wenn ich dich einfach hier liegenlasse und dich nur ansehe?“
„Wage es nicht du Schuft. Ich vergehe hier vor Sehnsucht danach von dir angefasst zu werden. Ich brenne bereits, siehst du das nicht? Lösche mein Feuer, Liebster … nimm dir, was du willst, tue, nach was dir ist, aber bitte erlöse mich von dieser süßen Pein“, flehte sie und zerrte erneut an den Kordeln.
Im ersten Moment gab er nur ein leises nachdenkliches „Hm“, von sich, doch dann huschte ein Schmunzeln über seine Lippen, woraufhin er ihren Zauberstab ergriff und einen Schallschutzzauber auf den Raum legte. Schließlich beugte er sich zu ihr, seine Lippen glitten sanft über die ihren und sie musste ihm entgegenkommen, um ihm diesen Kuss, nach dem sie sich sehnte, wie ein kleines Kind nach einem Schokoladeneis, zu stehlen. Doch dann wurde sein Kuss fester, verlangender und sie begann sich an ihm zu reiben, hob die Hüften an und drückte sie gegen seinen warmen und weichen Körper.
Irgendwann löste er seine Lippen von den ihren und begann mit ihnen ihren restlichen Körper zu erkunden. Jede Stelle, die ihm besonders gefiel - und das waren sehr viele - wurden mit seinen Küssen bedeckt, beginnend am Hals, tiefer gleitend durch das Tal zwischen ihren Brüsten, hinab zum Bauch, doch dann wieder hoch, um sich der zarten Wölbung zu widmen, deren Spitze auf seine Berührung heftig reagierte. Die kleinen zarten Brustwarzen zogen sich hart zusammen und reckten sich dabei der geschickten und flinken Zunge des Mannes entgegen, der sie immer wieder neckte, kitzelte, um gleich wieder gierig an ihnen zu saugen.
Sisilia wimmerte nun tatsächlich unter ihm, denn jede Berührung war wie ein kleiner Stromschlag, der durch ihren Körper jagte und sich jedes Mal das gleiche Ziel suchte. Ihren jetzt schon brennenden Schoß.
Sie hätte in so gern gespürt, wollte, dass er Besitz von ihr ergriff, doch er ließ sich Zeit, fast quälende Zeit.
„Sev, bitte! Ich halte es nicht mehr aus, ich verbrenne“, flehte sie schließlich, was aber soviel brachte, als hätte sie mit dem kleinen Zeh gewackelt. Begierig wanderte Severus nur zu ihrer anderen Brust und wiederholte seine Spielchen auf der anderen Seite.
So wurde Sisilias Wimmern noch lauter, ihr Flehen wiederholte sie mehrmals, doch es brachte nichts. Immer wieder zuckte ihr Körper nun zusammen und fast schon glaubte sie, dass die Erlösung so über sie kommen würde, doch das war nicht der Fall … im Gegenteil.
Er jagte ihre Gefühle, ihr Verlangen und Begehren höher und höher. Nie hätte sie gedacht, dass dies überhaupt möglich war und aus ihrem Wimmern wurde schließlich ein lautes Stöhnen. Dann endlich … so dachte sie … glitt er tiefer, küsste ihren Bauch, ließ seine Zunge in ihren süßen kleinen Bauchnabel tauchen und kam schließlich zu der Stelle, wo Sisilia glaubte, das Höllenfeuer würde dort toben.
„Bitte“, stöhnte sie erneut und diesmal klang es schon so verzweifelt, dass Severus nicht anders konnte, als seine Lippen genau dort drauf zu pressen und sie verlangend zu küssen.
Ihre Hüften kamen ihm zuckend entgegen, während er die Zunge zwischen die heißen Lippen gleiten ließ, sie teilte und schließlich das Ziel fühlte, das er gesucht hatte. Immer wieder stöhnte sie laut auf, wandte sich, zerrte an den Stricken und er … ließ seine Zunge tanzen.
Der Aufschrei der schließlich über ihre Lippen kam schien durch das ganze Zimmer zu hallen und während der Höhepunkt sie fortzureißen schien, bäumte sich ihr bebender Körper so heftig unter ihm auf, dass er ihre Hüften festhalten musste, um seine Zunge ihre Arbeit noch ein wenig weitermachen zu lassen, denn er wollte versuchen, diesen Moment solange wie möglich für sie festzuhalten.
Doch irgendwann schließlich, Sisilia hatte das Gefühl für Zeit vollkommen verloren, beruhigte sich ihr Leib und ihr Herzschlag wurde wieder langsamer. Sie öffnete die Augen und blickte auf das schwarze Haar, das helle Gesicht und die weichen Lippen, die immer noch Küsse auf dieselbe Stelle verteilten.
„Sev“, flüstert sie leise, beinahe verführerisch und er hob den Kopf, entgegnete ihrem Blick und glitt schließlich zu ihr nach oben. Als sie sich leicht hoch drückte, weit konnte sie nicht, da sie ja noch gefesselt war, kam er ihr entgegen und gab ihr einen liebevollen, aber leidenschaftlichen Kuss. Noch während er sie küsste, löste er die Knoten und die Kordeln fielen von ihren Handgelenken, woraufhin sie ihre Arme um ihn schlang und ihn noch verlangender küsste.
Für ein paar Minuten blieben sie so liegen, hielten sich, spürten sich und als er schließlich den Kopf hob und sie ansah, lächelte er.
„Du bist unbeschreiblich“, flüsterte er ihr leise zu.
„Nein, du“, gab Sisilia lächelnd zurück und knabberte an seinen köstlichen Lippen.
„Gib mir noch ein - zwei Minuten, dann können wir gern weitermachen“, bat er sie und Sisilia sah zuerst überrascht, doch dann schmunzelnd in sein Gesicht.
„Ist das ein Versprechen?“, fragte sie und kaute sich wie ein Schulmädchen verführerisch auf der Unterlippe herum.
„Nein, Darling, eine Drohung. Denn ich fürchte, das wird für uns beide eine verdammt kurze Nacht werden.“
Seine Augen funkelten und ein heiß-kalter Schauer rann ihr über den Rücken.
„Na dann …“, gabt sie schließlich zurück und stieß Severus von sich, der neben ihr auf dem Bett landete und sie sprachlos anblickte. Gleich darauf hockte sie sich erneut über seine Beine, senkte sich zu ihm herab und gab ihm einen verlangenden Kuss. Ihre Hüften begannen sich langsam und kreisförmig zu bewegen, wobei sie über seine halb harte Männlichkeit rieb. Überdeutlich spürte sie das Zucken seines Schaftes zwischen ihren Leibern, spürte auch das leichte Erzittern seines Körpers und seine Hände, die über ihren Rücken bis hinab zu ihrem Po glitten und sie dort fest packten.
Ihre Augen glühten erneut vor Sehnsucht, als sie ihren Kopf wieder hob und unter Anleitung seiner Hände hob sie ihren Po etwas an, rutscht ein kleines Stück höher und ließ sich auf seine erneut angewachsene Härte sinken. Doch tat sie das langsam, quälend langsam, so dass Severus ungeduldig aufstöhnte.
Auch als er sie dann endlich ganz ausfüllte, bewegte sie sich zuerst nicht, das Einzige was sie tat, war ihre Muskeln bewusst um ihn anzuspannen und sein Gesicht zu beobachten, während ihre Finger unsichtbare Muster auf seine Brust zu zeichnen begannen.
„Wunderschön“, hauchte er, den Blick nicht von ihren grünen Augen nehmend, die in dem Moment vor Glück und Begehren strahlten.
„Nur durch und für dich“, gab sie leise als Antwort und hob sanft ihre Hüften an, um sich aber gleich wieder auf ihn sinken zu lassen, so als hätte sie Angst ihn gleich wieder hergeben zu müssen, was sie auf keinen Fall wollte.
Bald schon wurden ihre Bewegungen schneller, während sie sich nicht aus den Augen ließen, jeder versuchte in den Pupillen des Anderen zu lesen, was er empfand und das Prickeln, was dabei entstand, war schon beinahe in der Luft zu fühlen, aber ganz bestimmt zu riechen. Es roch nach Moschus, nach orientalischen fernen lockenden Düften und nach Rose, zart fein, verlangend und … erregend. Doch als Sisilia die Augen schließen, ihre Bewegungen noch schneller lassen wollte, stoppte er sie plötzlich.
Er bat sie, dass sie sich andersherum auf ihn setzten sollte, was sie zuerst nicht ganz verstand, sich dann aber von seinen Händen führen und schließlich, ihm nun den Rücken zugewandt, erneut auf seine pralle Männlichkeit sinken ließ.
Zuerst stützte sie sich auf seinen Beinen ab, als sie sich zu bewegen begann, doch dann, er hatte sich halb aufgesetzt, schlang er seine Arme um sie, drückte ihren Rücken gegen seinen Bauch und zog sie schließlich mit nach hinten. Sie musste ihre Beine nun neben ihm aufstellen, so wie er seine auch leicht anstellte.
Er hielt sie fest, legt eine Hand auf ihren Bauch und schob die andere sanft über ihre Brüste, was ihr ein leises Stöhnen entlockte. Sie selber konnte sich nicht mehr viel bewegen, ihr Gewicht lag ganz und gar auf Severus, doch er schien es ganz genau ‚so’ zu genießen und nun begann er sich zu bewegen, hob seine Lenden immer wieder an und drang dabei tief in sie. Sie fühlte ihn nachdrücklich, so wie er sie ebenfalls sehr eng spüren musste. Überdeutlich konnte sie seinen heißen Atem an ihrem Ohr und ihrer Wange spüren und dass er immer heftiger atmete, verriet ihr, wie erregend diese Position für ihn sein musste.
Er riss sie mit sich, auf der Woge der Lust … sie trieben gemeinsam immer weiter auf der stürmischer werdenden See der Begierde. Er liebkoste ihre Knospen, wohl wissend, wie heftig sie darauf reagierte, streichelte sanft ihren Bauch, bis er irgendwann die Hand tiefer schob, die Finger in den weichen Flaum gleiten ließ, als sie eine Fingerkuppe auf ihrer empfindlichsten Stelle spürte, welche diese nun noch zusätzlich zu reizen begann.
Heißer und heißer wurde das Feuer, zum zweiten Mal an diesem Abend. Er wusste ganz genau, was er tun musste, um ihre Begierde anzustacheln, um den Flammen in ihr Nahrung zu geben, so dass diese sich bis in die letzten Zellen hin ausbreiteten, um sie am Ende zu verschlingen.
Auch sein Stöhnen wurde nun lauter und sie wusste, dass er vorhatte, dieses Mal mit ihr zu fliegen, gemeinsam mit ihr über die Klippe der Lust zu springen. Doch noch, bevor sie diesen Satz zu Ende denken konnte, rissen die Gefühle sie mit sich, sie begann sich so heftig um ihn zusammenzuziehen, dass es ihr dabei schwindlig wurde und sie die Augen schloss. Sie bekam im ersten Moment auch gar nicht mit, dass Severus ihr fast zeitgleich folgte, wie er sich heftig und heiß in ihren Körper ergoss. Erst als er ein zweites Mal laut aufstöhnte und seine Hand sich fester um ihren Körper legte, wurde sie sich dessen bewusst.
Sie glaubten beide für einen wundervollen unglaublichen Moment zu fliegen, über allem zu schweben. Es gab nur sie beide, das Gefühl und ihre zuckende Leiber.
Und es schien ihr, als würden ihre Herzen in diesen Sekunden den gleichen heftigen Takt schlagen, übereinstimmend, als wären sie Eins.
Hauchdünner Schweiß lag auf ihrer Haut und auch wenn sie sich kaum merklich bewegte, merkte sie, dass auch er geschwitzt hatte.
Ein wohliger Schauer rann über ihren Rücken, als sie seine Lippen auf ihrem Ohr spürte, an dem er sanft knabberte und ihr schließlich einen Kuss auf die Wange hauchte.
Sie wollte ihn sehen, wollte in seine Augen blicken und so krabbelte sie vorsichtig von ihm herunter, drehte sich um und schmiegte sich erneut gegen seine warme Haut. Nur ihre Augen sprachen, erzählten von Glück, Freude und auch von Sehnsucht. Wie schön wäre es, wenn man verschmelzen könnte, wenn sie beide auf immer und ewig Eins sein könnten.
„Ich werde nur noch dir gehören. Dir alleine“, flüsterte Severus, so als hätte er ihre Gedanken gelesen. Hatte er es vielleicht sogar? Nun lächelte er und gab ihr noch einen liebevollen Kuss. Dann angelte er nach einer Decke, denn dadurch, dass sie geschwitzt hatten, fröstelten sie jetzt leicht und er wollte auf keinen Fall, dass sie krank wurde. Er deckte sie beide zu, drückte seinen Körper aber weiterhin gegen den ihren, so als hätte er Angst, sie könnte ihm entgleiten oder gar weggehen.
„Ich bleibe hier, bei dir“, flüsterte sie nun lächelnd und als Antwort kam, ein nur mit den Lippen geformtes „Danke“.
Der sanfte Wind, der die Wolken fortwehte, war nur schwach in dem Zimmer zu hören, als die beiden Menschen, ihre Glieder ineinander verschlungen in dem Bett lagen, sich wie Kinder gegenseitig fest hielten und voneinander träumten.
Lediglich das leise Knistern des letzten Holzstückes im Kamin war ab und an noch zu hören, ansonsten nur ihrer beider Atem und vielleicht, wenn man ganz genau hinhörte, zwei Herzen, die in dieser Nacht den gleichen Takt schlugen.
Heftig fuhr Sisilia aus dem Schlaf, als jemand gegen die Tür hämmerte. Für einen Moment war sie leicht verwirrt und musste Traum und Realität erst wieder voneinander trennen.
Severus deutete ihr an zur Türe zu gehen, um nachzusehen. Er selber begann, seine Sachen zusammenzusuchen.
Wieder hämmerte jemand gegen die Türe und diesmal hörte sie eine Stimme dazu.
„Sis, bist du da? Ich … muss dir unbedingt was zeigen“, klangen die Worte von Charlie zu ihr herein. Leise fluchte sie, wickelte sich das Leintuch um den Körper und ging zur Türe, die sie nur einen Spaltbreit aufmachte.
„Charlie, was willst du so früh. Ich hab … noch geschlafen.“
„Geschlafen? Gleich fängt der Unterricht an.“
„Ich hab erst zur zweiten Stunde, das weißt du doch“, erklärte sie jetzt und bemerkte, wie Charlie kurz seinen Blick über sie huschen ließ und über das Tuch, welches sie um sich gewickelt hatte.
„Ich wollte grade Duschen gehen“, erklärte sie und doch wurde ihr bewusst, dass sie ganz schönen Mist redete, denn eben hatte sie noch gesagt, dass sie geschlafen hätte. Doch wie hätte sie Charlie sonst begründen sollen, dass nichts anhatte, denn für gewöhnlich trug sie ein Nachthemd.
„Hat das nicht vielleicht Zeit bis später?“, fragte sie, als Charlie sie nur verwundert musterte.
„Dann eben nachher im Lehrerzimmer“, gab er zurück und es war nicht zu überhören, dass er ein wenig eingeschnappt war. In dem Moment, als Charlie sich umdrehen wollte, klapperte etwas im Zimmer, und noch bevor Sisilia sich versah, drückte der junge Weasley die Türe auf.
„Charlie, was erlaubst du dir …“, protestierte sie auf, stolperte ein Stück zurück und bekam fast Panik, dass Charlie Severus sehen würde. Doch der war verschwunden. Nur eine Eule schlug mit den Flügeln gegen die Fensterscheibe und wollte den Tagespropheten bringen.
„Es … tut mir leid, Sil. Entschuldige“, sagte er dann schließlich und ging wieder. Schnell schloss Sisilia die Türe, ging zum Fenster und ließ die Eule ein. Dann sah sie Severus, der mit Sack und Pack unter das Bett geglitten war. Grinsend neigte sie sich zu ihm hinunter.
„Hast du etwas verloren?“, fragte sie, wobei sie aber dennoch erleichtert war, dass alles so ausgegangen war.
„Ja … meine Würde“, brummte er leise und kam wieder hervor, legte seine Sachen auf dem Stuhl ab und setzte sich wieder auf das Bett. „Ich kann mir denken, warum er hier war. Er hat dir bestimmt einen Artikel im Propheten zeigen wollen.“
„Einen Artikel?“, fragte sie nun neugierig, sah zu der Eule, welche den Propheten auf dem Bett abwarf und dann von ihr zu Sev sah, um auf ihre Entlohnung zu warten. Sisilia ging zum Sekretär, nahm dort eine Münze heraus, welche die Eule im Flug ergriff und zu dem noch offenen Fenster wieder hinausflog.
Nachdem Sisilia das Fenster geschlossen hatte, setzte sie sich wieder zu Severus, drückte sich an ihn und blickte ihn fragend an.
„Ich denke es macht auch nichts, wenn du es aus meinem Mund erfährst. Der Dunkle Lord hat letzte Nacht Askaban überfallen lassen, damit er seine Leute dort rausholen konnte“, erklärte er.
„Aber das letzte Mal hast du das doch verhindert?“
„Ja, stimmt, doch diesmal ging es nicht mehr. Ich hätte mich damit verraten und das konnte ich nicht riskieren.“
„Du warst aber nicht dabei, ich meine du warst bei mir. Hattest du damals in dem Haus nicht gesagt, dass du dich um diesen Malfoy kümmern wolltest?“
„Ja, das hatte ich vor, doch seine … Schwägerin meinte, es sei eine Familienangelegenheit und Familienehre, somit wäre es ihre Aufgabe, ihren Schwager höchstpersönlich zu befreien. Leider sind mir die Argumente ausgegangen, so blieb mir nichts anderes übrig, als nachzugeben.“ Er hatte seinen Arm um Sils Schultern gelegt und seine Finger glitten sanft über ihren Arm.
„Dann scheint es langsam wirklich ernst zu werden, was?“, murmelte sie nachdenklich und begann mit dem Medaillon, das sie um den Hals trug, zu spielen.
„Ja, das scheint es“, erwiderte er auch gedankenverloren.
Wie von alleine ging Sisilias Blick auf den Propheten und sie entrollte ihn und Severus hatte recht gehabt, auf der Seite ganz vorn stand es.

Ausbruch aus Askaban, nach schwerer Explosion

Viele Gefangene nach heftiger Explosion aus dem Gefängnis entkommen!

Mehr brauchte sie nicht zu lesen, sie wusste alles, was wichtig war. Es war ihm gelungen seine Leute zu befreien und die Reihen derer, die sich IHM angeschlossen hatten, waren durch weitere Anhänger verstärkt worden.
Wieder blickte sie in Severus Gesicht und musterte es.
„Ich liebe dich“, flüsterte sie schließlich und gab ihm einen zärtlichen Kuss, der irgendwann verlangender wurde und sie sich immer fester an ihn drückte.
„Und ich liebe dich. Ich dachte nicht, dass ich nochmal in meinem Leben fähig wäre, zu lieben, doch … es ist passiert“, gestand er leise und mit einem sehnsuchtsvollen Blick in ihre grünen leuchtenden Augen, den sie auf dieselbe Weise erwiderte.
„Wie wirst du reagieren, wenn es zum äußersten kommen wird? Wenn der Kampf losgehen sollte. Ich meine … du wirst dich irgendwann für eine Seite entscheiden müssen. Offen.“
Es dauerte einen Moment bis Severus sprach. Sie hatte das Gefühl, er würde nach den richtigen Worten suchen.
„Ich stehe nur auf einer Seite, egal was ich am Ende tun werde oder wie ich mich verhalten werde. Ich habe eine Aufgabe und die … werde ich erfüllen. Ich werde das tun, was notwendig sein wird“, erklärte er ihr mit rauer Stimme, die Sisilia eine Gänsehaut über den Rücken jagte.
„Bitte Sev, du musst versprechen, dass du auf dich aufpassen wirst“, bat sie ihn dann.
„Ich werde tun, was ich tun kann und was ich tun muss. Lächle … lächle für mich, mein Stern, der mir den Weg im Dunkeln erhellt. Führe mich weiter auf der Straße, die ich gehen muss und bleib bei mir, damit ich nicht verzage. Deine Augen … so wunderschön, wie Smaragde und doch wild wie die stürmische See, sie sind die Farbe der Hoffnung, genauso wie das rot ist. Das Rot in deinen Haaren, wie Feuer, Flammen die Wärme schenken und doch auch verschlingen, was sie erreichen.“
Es war still … so still in dem Moment. Nur seine Worte hallten in ihrem Kopf nach. Wundervolle Worte, die sie schweben ließen, die ihr Herz schneller schlagen ließen und doch auch Worte, die ihr Angst machten.
„Halte mich … bitte halte mich ganz fest“, flüsterte sie und drückte sich in seine Arme, die sich um sie schlangen.
Die Minuten verstrichen, während sie sich so hielten, kein Wort sprachen, das den Moment auch nur zerstört hätte.
„Du musst dich für deinen Unterricht fertig machen“, flüstert Severus irgendwann und Sisilia murrte nur leise. Sie hätte ihn am liebsten nie wieder losgelassen, wusste aber, dass es sein musste, und löste sich dann auch nur widerwillig von ihm.

Der Vormittag verging mit viel Gemurmel und Gerede. Alle unterhielten sich über das, was in Askaban passiert war. Auch beim Mittagessen gab es kein anderes Thema, als das. Die einen glaubten ganz genau zu wissen, dass der Lord selber es gewesen ist, der seine Leute rausgeholt hat und die andern meinten, dass der, dessen Namen nicht genannt werden darf, sich doch nicht selber die Hände schmutzig machen würde.
Sisilia wusste, dass diese recht hatten. Nur einige Anhänger von ihm hatten den Ausbruch inszeniert und durchgeführt, doch sie hütete sich, etwas zu sagen.
Es wurde immer ruhiger, als die Schüler sich aufmachten in den Nachmittagsunterricht, jedenfalls die, die welchen hatten. Harry schlenderte irgendwann alleine davon, schien in Gedanken zu sein. Charlie, der noch eingehend versucht hatte mit Sisilia über diesen Ausbruch zu diskutieren, musste sich auch aufmachen zu seiner Unterrichtsstunde und verschwand dann mit den Worten, dass sie später weiter reden könnte, bei einem Glas Wein bei ihm.
Immer wieder huschte ein Lächeln über ihre Lippen, während sie zuerst nach oben auf ihr Zimmer und dann mit einem Buch nach draußen ging, wo die herbstliche Sonne nochmal all ihre Kraft aufbrachte, um das Land in ihr goldenes Licht zu tauchen, wie ein Abschiedsgruß, bevor der kalte und dunkle Winter Einzug halten würde.
Während sie nach einem sonnigen Platz Ausschau hielt, entdeckte sie Harry Potter alleine im Schulhof auf einer steinernen Bank unter einer alten Buche, die ihren Schatten aber hinter sich warf, so dass Harry in der warmen Sonne saß. Er hielt irgendetwas zwischen den Fingern, das jedes Mal das Sonnenlicht reflektierte, wenn er es bewegte. Als Sisilia näher kam, deutete sie den Gegenstand, als kleinen Spiegel. Hatte sie diesen nicht schon mal gesehen.
„Hi, Harry. Was machst du alleine hier draußen?“, fragte sie, als sie ihn erreicht und er sie bemerkt hatte.
„Ach Ron und Hermine haben sich knutschend verzogen und Ginny hat Unterricht. Ich wollte nicht drinnen rumsitzen, wenn es draußen doch so schön ist. Außerdem wollte ich noch etwas nachdenken. Aber setzt dich doch“, er deutete neben sich auf die Bank.
„Nur wenn ich beim Nachdenken nicht störe. Ich werde auch ruhig sein und in meinem Buch lesen“, erklärte Sisilia und kam seiner Aufforderung nach.
„Du störst nicht, ich komme im Moment mit dem Denken sowieso nicht wirklich weiter. Was liest du denn?“
„Verwandlung. Tipps und Tricks für Schule und Alltag“, erklärte sie und zuckte die Schultern. „Muss mein Wissen wieder etwas auffrischen, meine Schüler sind so fit in dem Fach, dass sie mich Dinge fragen, die ich nicht weiß oder vergessen habe und das ist irgendwie peinlich. Gut kam noch nicht oft vor, aber besser ich lese es nochmal nach.“
„Kann ich verstehen, ja“, murmelte Harry und war schon wieder mit Nachdenken beschäftigt.
So nahm Sisilia ihr Buch, schlug es auf und begann darin zu lesen.
Ab und an nahm sie wahr, dass Harry leise vor sich hin murmelte, so als würde er Zwiesprache mit sich selber halten und immer wieder ließ er den kleinen Spiegel zwischen den Fingern tanzen. Ein leises Schmunzeln huschte über ihr Gesicht, als Sisilia das beobachtete.
„Sag mal ... was ist das denn für ein Spiegel? War es nicht Ginny, die ihn repariert hatte?“
Harry sah zu ihr auf und dann wieder auf den Gegenstand, den er zwischen den Fingern hielt.
„Hm ... ja, hat sie. Na ja größten Teils, die eine Ecke fehlt und an den Rändern ist er was angekratzt. Es ist ein Zweiwegespiegel. Es gab zwei davon. Einer gehörte meinem Vater, der andere Sirius und wenn einer von ihnen z.B. hatte Nachsitzen müssen, konnten sie sich über diese Spiegel unterhalten.“
„Wie praktisch, wie Bildtelefone bei Muggel. Na ja ... so Muggelzeugs eben.“
„Ich weiß was Bildtelefone sind, ich bin bei Muggel aufgewachsen.“
„Entschuldige Harry, ich hab da grad nicht dran gedacht“, erklärte sie und blickte wieder auf den Spiegel, der sie einen Moment geblendet hatte.
In dem Augenblick, als Harry ihr den Spiegel reichen wollte, um ihn ihr zu zeigen, schnitt er sich leicht in den Zeigefinger.
„Verdammt“, fluchte er auf und schob den Finger in den Mund um das Blut abzulecken. „Sirius hatte den andern, doch wir konnten ihn nie benutzen. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich ihn auch vergessen hatte. Verdammt Sirius, warum musstest du auch so unvorsichtig sein. Ich hätte deine Hilfe wirklich gut brauchen können.“
Immer noch hatte er den Finger im Mund, saugte daran und mit einem Mal starrte er auf die blanke Oberfläche.
Sisilia bekam nur den überraschten Gesichtsausdruck von Harry mit und folgte dann seinem Blick.
„Sirius ... das ist ... das ist nicht möglich. Du lebst?“, flüsterte er und nun sah auch sie es. Ein Gesicht war in dem Spiegel erschienen. Der Mann mochte wohl Mitte dreißig sein, hatte längeres gelocktes Haar und freundliche helle Augen.
„Harry, es ist möglich. Doch es tut mir leid, ich ... bin tot. Ich habe keine Ahnung, wie das hier funktioniert oder was du getan hast, aber da ich auch nicht weiß, wie lange wir Zeit haben, bitte ich dich, mir einfach kurz zuzuhören, ja?“
„Sirius ... ich ...“, begann Harry, total verwirrt doch dann nickte er.
„Gut, dann pass gut auf“, begann er und irgendwie schenkten weder Harry, noch Sirius Sisilia ihre Aufmerksamkeit, welche beide genau beobachtete.
„Du hast die Karte des Rumtreibers noch?“, wollte er wissen, woraufhin Harry erneut nickte. „Gut, sehr gut. Auf der Karte sind mehrere Wege eingezeichnet, die aus dem Schloss führen. Einer davon, der beginnt im 4. Stock schräg gegenüber, der Vitrine in der die Gründungsgeschichte von den 4.Gründern liegt. James, Remus, Peter und ich waren im letzten Schuljahr dabei das Geheimnis dieses Ganges zu ergründen. Aber nur dein Vater und ich waren etwas weiter gekommen, was die andern nie erfahren hatten. Das lag daran, dass wir hart ran genommen wurden wegen der Abschlussprüfungen und keine Zeit mehr hatten das gemeinsam zu erforschen. Harry hör zu. James und ich waren davon überzeugt, dass dieser Geheimgang zwar aus dem Schloss wegführt, doch nicht nach Hogsmeade, sondern in den Berg unter und auch teils hinter das Schloss. Wir haben in einem der Geschichtsbücher gelesen - das heißt, das war eigentlich deine Mutter, die uns davon erzählt hat - dass die Gründer beim Bau des Schlosses noch eine Vorsichtsmaßnahme getroffen hatten, um das Schloss im Falle eines schweren Angriff schützen zu können. Wir vermuten, aus den Schriften, dass sie Gold und Edelsteine in den Berg haben schaffen lassen. Und jetzt denk mal nach, wozu man das brauchen könnte“, fragte Sirius, doch er wartete auf keine Antwort, so als hätte er Angst, dass er keine Zeit mehr hätte, alles zu sagen.
„Ein Drache, Harry. Drachen bewachen Schätze - seit jeher, war das so. Harry, ich bin davon überzeugt, tief unten im Berg bei Hogwarts schläft ein Drache. Drachen können sehr alt werden und auch lange schlafen, ohne zu verhungern. Ich glaube sie haben ihn mit dem Schatz dorthin gelockt und ihm viel zu fressen gegeben, dabei ein Mittel verabreicht, das ihn schlafen lässt. Harry denke dran, was unter dem Hogwartswappen steht. Übersetzt heißt das soviel wie: Wecke niemals einen schlafenden Drachen. Harry, wenn Voldemort versucht das Schloss anzugreifen, dann müsst ihr ihn aufwecken. Nur er wird das Schloss schützen können.“
„Sirius, das klingt verrückt. Wir können doch keinen Drachen kontrollieren. Was, wenn er auf uns los geht ... und überhaupt, wie sollte man ihn wecken, ich hab keine Ahnung.“
„Tut mir leid Harry, da kann ich euch auch nicht helfen. Doch ich weiß, dass du und deine klugen Freunde das rausbekommen werden. Harry ... ich ...“, nun sieht sich Sirius leicht gehetzt um.
„Ich glaube es wird Zeit ... ich muss wieder gehen. Deine Eltern lassen dich grüßen und ich soll dir sagen, dass sie sehr stolz auf dich sind.“
„Sirius nein warte. Ich hab noch so viele Fragen“, ruft Harry laut.
„Dann frag, vielleicht kann ich dir die eine oder andere noch beantworten.“
Sirius Stimme klang sehr schön, leicht rau aber dennoch angenehm männlich, wenn auch irgendwie sehr, sehr weit weg, dachte Sisilia bei sich und hörte den beiden nur zu.
„Kennst du jemanden, der sich R.A.B. nennt?“, fragte Harry ohne Umschweife und Sisilia hob eine Augenbraue.
„R.A.B.?“, nun lachte Sirius amüsiert auf. „Ich glaube, wenn ich ihn nicht kenne, wer dann. Das ist mein Bruder. Regulus Arcturus Black. Er nannte sich gern R.A.B. Es würde edel klingen, meinte er. Was ist mit ihm?“
„Weißt du, ob er ein Medaillon besaß?“
„Ein Medaillon? Nicht dass ich wüsste. Er trug einen Familienring, aber sonst. Keine Ahnung, Harry. Warum fragst du nicht Kreacher? Er weiß bestimmt über jedes kleinste Teil im Haus bescheid. Frag ihn, ob er sich daran erinnert.“
„Ja, gute Idee, das werde ich tun. Sirius ... du ... hast meine Eltern getroffen?“, fragt er nun leise.
„Ja ... wir sind zusammen, hier“, erklärte er lächelnd. „Sie vertrauen auf dich und sie sind sicher, dass wenn es einer schaffen kann Voldemort zu besiegen, du es sein wirst. Ich wünschte zwar, dass ich an deiner Seite kämpfen könnte ... doch es hat wohl nicht sollen sein. Harry ... tu mir bitte noch einen Gefallen, ja?“
„Wenn ich kann ... natürlich.“
„Gut. Richte Remus aus, er soll seinem Sohn einen anständigen Namen aussuchen. Der Junge muss nämlich sein Leben lang damit rum laufen“, erklärt er schmunzelnd.
„Ähm, ja ... ja sicher ... seinem Sohn?“, fragt er jetzt nochmal nach und Sirius nickte nur. Dann begann das Bild von Harrys Paten zu verschwimmen und er hörte nur noch ein leises „Ich liebe dich, Harry, bin stolz auf dich“, dann war in dem Spiegel nur wieder Harrys Spiegelbild zu sehen und die grünen Blätter des Baumes hinter ihm.
„Wie … ist so was möglich?“, flüsterte Sisilia immer noch den Spiegel starrend.
„Keine Ahnung, ich weiß es nicht. Vielleicht hatte er den Spiegel bei sich, als er in den Schleier fiel, ich …“, dann blickt auf seinen Finger. „Vielleicht hat es damit zu tun?“
„Dem Blut? Weil du dich geschnitten hast?“
„Ist doch möglich oder?“
„Ja, ausschließen kann man das wirklich nicht. Harry, dieser Geheimgang, das mit dem Drachen. Glaubst du da könnte was dran sein?“
„Gut möglich. Ich denke ich werde mir das mal ansehen.“
„Mach das aber nicht alleine, ja? Es könnte gefährlich werden.“
„Ich werde auf die andern warten, versprochen.“
„Danke Harry. Passt auf euch auf und wenn ich helfen kann …“
„… melde ich mich, ja. Danke Sisilia. Ich denke ich werde jetzt erst mal mit Kreacher ein ernstes Wort reden. Wir sehen uns“, sagte Harry, erhob sich und ging dann, den kleinen Spiegel wie einen Schatz in ein Taschentuch einpackend und in die Hosentasche steckend, zurück zum Schloss.

Sisilia indes blieb noch auf dem Schulhof, schlug ihr Buch wieder auf und las darin, bis ein kühler Wind aufkam und sie zu frieren begann.
Es war eben nicht zu leugnen, dass der Sommer langsam zu Ende ging und der Herbst begann sich von seiner nicht so schönen Seite zu zeigen, in dem er auch kalte Winde und dunkle Wolken mit sich brachte. Den Umhang um sich ziehend, beschloss sie wieder rein zugehen und war doch sehr überrascht, als sie im Gang zu ihrem Zimmer Harry und Ron eindringlich diskutieren sah. Es macht den Anschein, als wären sie sich über irgendetwas nicht einig.
„Kann ich euch beiden irgendwie behilflich sein?“, fragte sie mit einem Lächeln auf dem Gesicht.
„Nein, schon gut“, meinte Harry, doch Ron war anderer Meinung.
„Klar kannst du das. Harry will einfach nicht einsehen, dass es besser für alle ist, wenn wir Charlie in diese Drachengeschichte mit einweihen.“
„Ich will nicht zu viele Leute in das alles reinziehen, Ron. Wie oft muss ich das noch sagen.“
Einen Moment lang überlegte Sisilia doch dann nickte sie zu Ron.
„Dein Freund hat Recht, Harry. Du scheinst zu vergessen, dass wir sowieso schon alle mit drin stecken. Und wenn einer über Drachen bescheid weiß, dann doch wohl jemand der mit ihnen arbeitet. Harry ihr werdet ihn, wenn das stimmen sollte, brauchen.“
„Ha … da hörst du es. Sie sagt es auch“, rief Ron aus.
Deutlich konnte man sehen, dass Harry nicht wirklich glücklich darüber war, doch schließlich und endlich gab er sich geschlagen und nickte dann.
„Dann lasst uns am besten gleich zu Charlie gehen“, gab Sisilia zurück und ohne eine Antwort der beiden abzuwarten, ging sie das kleine Stück den Flur weiter und klopfte an die Türe von Charlies Zimmer an. Aus den Augenwinkeln sah sie wie die beiden Jungs neben sie traten, als sich die Türe auch schon öffnete.
„Sis, schön, dass du doch gekommen bist. Ich wollte gerade zu Dir rüber gehen und nachsehen, wo du …“, in dem Moment hielt, er inne mit säuseln, da er seinen Bruder und Harry neben Sisilia erkannt hatte. „Was wollt ihr denn?“, fragte er verblüfft.
„Wir wollten mit dir reden, Charlie“, antwortete sie für alle und deutete mit dem Kopf in sein Zimmer. „Dürfen wir reinkommen oder müssen wir das hier draußen tun?“, fragte sie mit einem Lächeln und schließlich gab Charlie den Weg frei.
Sofort fiel den Dreien auf, dass Charlie wohl wirklich auf Sisilia gewartet hatte, denn auf dem Tisch standen Kerzen, eine Weinflasche und Weingläser. Auch ein kleiner Schokoladenkuchen war dort zu finden.
„Was gibt es denn soooo Wichtiges?“, wollte Charlie wissen, als er die Türe geschlossen hat und in die kleine Runde blickte.
„Zuerst musst du versprechen, dass du keinem davon erzählen wirst“, bat Harry und Charlie verdrehte die Augen.
„Wir stehen auf derselben Seite, schon vergessen Harry?“
„Versprich es!“, forderte er noch einmal nachdrücklich.
„Ja gut, wenn du willst, dann bekommst du mein Ehrenwort, ich werde keinem davon erzählen. Aber was ist denn los?“
Nun berichtete der junge Gryffindor, was er wusste. Auch das von Sirius und dem Spiegel erzählte er, woraufhin Charlie ihn ungläubig musterte.
„Es ist wahr, ich hab es auch gesehen. Du kannst ihm glauben, wirklich“, bestätigte Sisilia und der ältere der Weasleys überlegte einen Moment.
„Gut. Ich werde euch helfen. Zeigt mir einfach, wo dieser Gang ist und dann sehen wir weiter.“
„Ach, bevor ich es vergesse. Harry hast du bei deinem Hauselfen was herausbekommen?“, hakte Sisilia nach, doch der Gryffindor schüttelte den Kopf.
„Ich bin noch nicht dazu gekommen.“
„Dann mach es doch jetzt“, schlug sie dann vor und als Harry einen skeptischen Blick auf Charlie warf, nahm sie dessen Hand und zog ihn mit sich in eine Ecke des Zimmers.
Dann rief Harry tatsächlich den alten Elfen, der auch prompt mit einem plopp vor seinem neuen Herrn erschien und ihn mit seinen golfballgroßen Augen und seinem alten faltigen Gesicht ängstlich anblickte.
Nur kurz warf Harry nochmal einen Blick zu Charlie und ihr, und als Sisilia diesen in ein Gespräch zu verwickeln begann, nahm sich Harry, dem kleinen Elfen vor.
Aus den Augenwinkeln konnte sie beobachten, wie der kleine Kerl entsetzt zu Harry blickte und dann die Lippen aufeinander presste. Erneut fragte Harry ihn nochmal nach diesem Medaillon und erklärte ihm, dass er wisse, dass R.A.B. Regulus Black war, von dem er wüsste, dass dieser das Medaillon gehabt haben muss.
„Ich bin mir sicher, dass das Medaillon im Grimmauldplatz gewesen ist. Und ich denke, du weißt wo es jetzt ist, hab ich recht?“
In dem Moment biss der Hauself sich selber auf die Lippen, bis diese bluteten, so als würde er nicht wissen, welche Befehle er ausführen sollte. Die von Harry, seinem neuen Herrn oder die eines womöglich verstorbenem Gebieter.
„Du wirst mir sofort sagen, wo du dieses Medaillon gesehen hast“, befahl Harry jetzt wütend werdend, woraufhin Kreacher heftig den Kopf schüttelte und vor Harry zurück wich. Gerade in dem Moment, als der kleine Kerl sich den Kopf gegen die Tischplatte schlagen wollte, gab es erneut ein plopp und Dobby erschien in der kleinen Runde.
„Master Harry, Sir. Dobby weiß, dass Sie Dobby nicht gerufen haben, Sir. Doch Dobby hat gehört, was Harry Potter, von Kreacher möchte und Dobby hat in Kreachers Ecke gestöbert und dort etwas gefunden, was Harry Potter vielleicht sucht“, sagte der kleine Elf mit den grünen Augen und hielt ein schweres goldenes Medaillon in die Luft, auf dessen Deckel deutlich ein geschwungenes S zu erkennen war.
Gerade wollte Harry danach greifen, als Kreacher es Dobby entriss und an seine kleine magere Brust presste.
„Niemals wird Kreacher es aus den Händen geben“, schrie dieser auf und wollte sich vom Acker machen. Doch Dobby war schneller und warf sich auf den andern Elfen.
In Sekundenschnelle entbrannte ein heftiger Kampf zwischen den beiden, von denen keiner Kleinbei geben wollte.
Auch Harry wollte nun eingreifen und packte Kreacher an den Schultern, aber dieser biss ihm in die Hand, so fest, dass dieser laut aufschrie.
Doch Dobby ging es nicht wirklich besser, auch er hatte Kratzer und Bisse abbekommen und wehrte sich verbissen, bis die kleine Faust des freien Elfen, in das Gesicht des älteren von ihnen krachte, und er daraufhin einen Moment lang benommen den Kopf schüttelte.
Das nutzte Dobby aus, entriss ihm erneut die Kette und drückte sie Harry in die Hand.
Doch just in dem Augenblick sprang Kreacher, dem man solch eine Kraft und Schnelligkeit nicht mehr zugetraut hätte, Dobby in den Rücken, woraufhin der arme kleine Kerl mit der Nase hart auf den Boden schlug und aufjaulte.
„Genug, aufhören. Kreacher hast du nicht gehört. Das ist ein Befehl. Du sollst Dobby in Ruhe lassen!“
Harry schrie so laut, dass sogar Sisilia heftig zusammenzuckte. Aber es half und der kleine Elf, ließ von seinem Artgenossen ab, dem er einen tödlichen Blick zu warf.
„Sollte ich hören, dass du Dobby noch einmal auch nur ein Haar gekrümmt hast, dann werde ich deinen Kopf ausstopfen lassen und in die Schrumpfkopfsammlung einreihen, hast du mich verstanden, Kreacher?“
Unsicher starrte der Hauself Harry an, musterte die Hand, in der dieser das Medaillon hielt, doch dann, nach einer schier unendlichen Zeit, nickte der kleine Kerl.
„Wie Master Harry befiehlt“, fiepste er mit seiner hohen Stimme.
Sisilia war Dobby zur Hilfe geeilt und hatte ihm ein Tuch gegeben, welches er gegen seine blutende Nase drückte.
„Danke Professor“, nuschelte er leise und sah dann zu Harry hoch.
„Es ist mein Ernst, Kreacher“, drohte Harry nochmal und der Hauself verneigte sich. Doch noch bevor einer noch was sagen und tun konnte, war dieser wieder mit einem plopp verschwunden.
Harry wollte ihn erneut zurückrufen, als Ron ihn am Arm packte und aufhielt.
„Lass ihn, du hast doch jetzt, was du wolltest. Und er wird es nicht wagen, Dobby nochmal anzugreifen, nicht nach deiner Drohung.“
„Geht es“, fragte Sisilia den kleinen Elfen, der nickte.
„Dobby hatte schon viel schlimmere Verletzungen, Mam. Hauptsache Dobby konnte Harry Potter bringen, was er gesucht hat“, erklärte der kleine tapfere Kerl.
„Ja, danke Dobby, das hab ich. Es … war wirklich sehr wichtig.“
„Dann hat Dobby das Richtige getan, Sir. Dobby geht wieder nach unten, muss noch arbeiten. Wenn Harry Potter, wieder Hilfe brauchen sollte, braucht er Dobby nur zu rufen“, ließ der kleine Elf mit einem heftigen Kopfnicken Harry wissen und verschwand dann, das Taschentuch auf seine Nase gepresst, wieder mit einem leisen Knall.
„Wir sollten es so schnell wie möglich zerstören, Harry“, flüsterte Ron ihm zu und dieser nickte noch etwas nachdenklich. Wieso hatte Kreacher so an dem Medaillon gehangen, warum wollte er es nicht hergeben? Vielleicht würde das immer ein Rätsel bleiben ...
Ron hatte sich zu seinem Bruder umgedreht und blickte auf den Tisch mit dem Kuchen.
„Ist das heute die Belohung für die DA-Mitglieder?“, fragte er grinsend und deutete mit einem fast gierigen Blick auf die leckere Süßspeise.
„Wieso DA?“
„Weil wir nachher unser nächstes DA Treffen haben. Sag nicht, du hast das vergessen Bruderherz“, fragte er mit einem sehr breiten Schmunzeln, denn Charlie blickte jetzt leicht verlegen zu Sisilia. Er hatte es wirklich vergessen und nur noch an das Treffen mit ihr gedacht.
„Schon gut, Charlie. Wir können ja nach dem Training noch ein Stück naschen“, zwinkerte sie ihm zu.
„Hast du nicht noch irgendwas Wichtiges zu erledigen, Ronald Bilius Weasley?“, meinte Charlie daraufhin und sein Blick sprach Bände, so dass sein kleiner Bruder noch breiter grinsend zu Harry ging, diesen, der immer noch nachdenklich auf das Medaillon starrte, am Arm packte und mit sich zog. Doch als er Harry nach draußen geschoben hatte, streckte er nochmal den Kopf zurück.
„Ja, ja. Die Liebe macht eben doch blind und vergesslich.“
Darauf hin sah Sisilia nur noch etwas an ihrem Kopf vorbei auf die Türe zufliegen. Aber Ron war schneller, hatte die Türe schon geschlossen, ehe die Holzfigur dagegen krachte.
„Aber, aber Mr. Weasley, so kenne ich Sie gar nicht. Ich hatte ja gar keine Ahnung, dass Sie soviel Temperament haben“, sagte Sisilia schmunzelnd, hob die kleine Holzfigur auf, die erstaunlicherweise ganz geblieben war, und hielt sie Charlie wieder hin. Doch als er danach greifen wollte, zog sie diese nochmal zurück.
„Du bekommst sie nur, wenn du versprichst, sie nicht nach mir zu werfen, wenn du mal wütend auf mich sein solltest.“
„Keine Angst, so was mach ich nur mit ganz besonders frechen kleinen Brüdern“, erklärte er grinsend, woraufhin sie ihm die Figur mit einem Lächeln übergab.
„Lass uns nach unten gehen. Ich denke die Schüler warten schon gespannt darauf, was du ihnen beibringen wirst. Und ich muss gestehen ich auch.“
„Dann kommst du mit?“
„Wenn ich darf? Dann werde ich auch nochmal gern zur Schülerin. Ich glaube ein wenig Übung schadet mir auch nicht.“

Die Schüler machten sich verdammt gut beim Üben von Zaubern und Flüchen. Sogar Sisilia war überrascht, wie viel sie noch dazu lernen konnte, mit Charlie und Harry als Lehrer.
Es war ziemlich spät geworden, woraufhin die Schüler beinahe Ärger mit Filch bekommen hätten, hätte Charlie nicht die ganz Schuld auf sich genommen und wären die Schüler nicht ganz schnell in ihre Gemeinschaftsräume verschwunden. Trotz der vorangeschrittenen Stunde ging Sisilia noch auf ein Glas Wein mit zu Charlie, doch auf Kuchen verzichtete sie, dazu war es ihr dann doch schon zu spät. Noch bevor ihr Begleiter auf dumme Ideen hätte kommen können, verabschiedete sie sich dann schließlich und ging in ihr Bett.



*****


Es drang kaum Sonnenlicht durch die Fenster ins Klassenzimmer. Der Nebel hing heute schon den ganzen Tag zwischen den Bergen und wollte den Blick zur Sonne absolut nicht freigeben.
„Das war es für heute. Als Hausaufgabe üben Sie bitte alle das, was wir heute gemacht haben. Ich denke ich werde mir es das nächste Mal zeigen lassen und benoten“, beendete Sisilia ihren Nachmittagsunterricht, froh für heute fertig zu sein.
Noch während die Schüler aus dem Klassenzimmer verschwanden und Sisilia ihre Sachen aufräumte, kam Charlie mit Harry, Ron, Hermine und Ginny im Schlepptau. Überrascht blickte sie den Dreien entgegen.
„Nanu, was verschafft mir die Ehre eures Besuches?“, fragte sie und stellte den Becher, der einmal eine Maus gewesen war, in eines der Regale an der Wand.
„Wir wollten dich informieren und vielleicht auch um deine Meinung fragen“, begann Charlie.
„Sollen wir dafür zu mir gehen? Da können wir in Ruhe reden.“
„Ja gerne“, antworteten Harry und Charlie gleichzeitig. Mit einem Lächeln nickte Sisilia in die Runde und ging dann einfach voraus.
Als sie dann alle in einer Runde saßen, Ginny und Sisilia auf dem Bett, da sie nicht für alle Stühle hatte, sprang noch der kleine schwarze Kater auf Sisilias Schoß und rollte sich dort leise schnurrend ein.
„Gut, dann raus mit der Sprache.“
Harry war derjenige, der als erster zu sprechen begann.
„Ron und ich waren gestern noch in dem Gang, von dem Sirius gesprochen hatte und wir haben uns die Mühe gemacht, die ganzen Felsbrocken wegzuräumen.“
„Gestern? Ok, denke wir haben überhört, dass Schüler sich mitten in der Nacht im Schloss rumschleichen“, sagt sie und zwinkerte Charlie zu, der bestätigend nickte, woraufhin Harry einfach fortfuhr.
„Auf jeden Fall ist es so, dass Sirius Recht hatte. Hinter dem angeblich verschütteten Weg gibt es einen Gang, der zu einer Tür führt, die aber verschlossen ist. Wir haben jeden Zauber ausprobiert, den wir kennen. Ron hat sogar versucht die Tür in die Luft zu jagen ...“
„Ja, das Einzige was ich davon habe, ist eine mächtige Beule, als ich nach hinten geschleudert wurde und mit dem Kopf gegen die Wand krachte“, brummte er, woraufhin Ginny ihm einen „Selber Schuld“ Blick zuwarf.
„Neben der Türe haben wir dann eine Steintafel gefunden, die wir nach Rons Missgeschick genauer angesehen hatten. Darauf stand dann so was wie. Dass einem nur Zutritt gewährt werden würde, wenn man es schaffen könnte, alle vier Häuser zu vereinigen.“
„Das ist genau das, was auch der sprechende Hut gesagt hatte“, erklärt Hermine jetzt. „Er hatte es gesagt, als wir in die 5. Klasse kamen und auch vor dem 6. Jahr. Dennoch bin ich langsam nicht mehr sicher, ob wir das richtig verstanden haben. Ich meine ... die 4 Häuser, waren noch nie so ... eine Gemeinschaft, wie jetzt. Ja klar, es gibt in jedem der Häuser auch noch welche, die sich querstellen, mal von denen abgesehen, deren Eltern zu IHM gehören, oder die immer noch selber glauben, dass „Du weißt schon, wer“ recht hat, mit dem was er tut. Aber versteht ihr nicht. Wir können doch nicht alle dort versammeln, dass sich diese Türe öffnet. Das muss etwas anderes bedeuten.“
„Alle blickten Hermine nachdenklich an und man konnte sehen, dass es in jedem der 5 Köpfe zu arbeiten begann.
„Wenn das mit den 4 Häusern vereinen symbolisch gemeint ist?“, dachte Sisilia dann laut.
„Symbolisch?“, fragte Ron nun etwas erstaunt nach.
„Ja, die 4 Häuser vereinen. Ich meine jedes der Häuser hat ja sein Symbol im Wappen. Der Löwe für Gryffindor, die Schlange für Slytherin ...“, überlegte Sisilia weiter.
„Hm ... dafür hab ich nicht wirklich Anzeichen gesehen“, murmelte Harry, „aber die Idee an sich ist nicht schlecht. Irgendwas, von jedem Haus und am Ende haben wir einen Schlüssel, der uns die Türe öffnet.“
„Ja aber so viel gibt es nicht. Entweder wie Sis sagte, das Wappen der Häuser, oder eben Gegenstände, die was mit den 4 Häusern zu tun haben“, führte Charlie den Gedanken fort.
„Oder mit den 4 Gründern“, fügte Ginny dann noch an.
„Hey, auch eine gute Idee. Aber wie wir von der ... ihr wisst schon Suche wissen, gibt es da nicht viel ... Moment mal ... was, wenn ER auch von diesem Geheimnis wusste. Von dem Drachen. Was wenn er sich deshalb diese Gegenstände der Vier ausgesucht hat. Vielleicht war das auch der Grund, warum ER nach Hogwarts zurück wollte, damals, als Dumbledore es nicht zugelassen hat.“
„Hey, der Gedanke hat was Harry. Das ist nicht mal schlecht“, sagte Ron nun richtig begeistert.
„Lasst uns nochmal gemeinsam hingehen und es uns ansehen, ja?“, bat Charlie in die Runde und alles nickte. Sisilia war die Letzte, die den Raum verließ und als der Kater ihnen folgen wollte, flüsterte sie ihm zu, dass er besser hier bleiben sollte, sie würde ihm nachher Bericht erstatten.
„Sis, kommst du auch mit?“, wollte Charlie dann wissen, als sie nicht gleich kam.
„Ich komme“, rief sie und sah Severus alias Pidi mit bittendem Blick an, woraufhin dieser auf einen Sessel sprang und sich dort hinlegte.
„Danke“, flüsterte sie noch und folgte dann der kleinen Gruppe.
Sie versammelten sich in dem kleinen Gang und blickten dann auf die Holztüre, die ihnen jetzt noch den Weg versperrte. Charlie und Sisilia lasen noch einmal die Inschrift auf der Tafel nach, die man nur erkennen konnte, wenn man genau hinblickte, da sie Ton in Ton mit der Wand zu verschmelzen schien.
„Also ich denke es könnte wirklich so sein, dass man vier Dinge braucht, als Schlüssel ...“, meinte Sil. Auch Hermine überlegte, während Charlie noch mit den Fingern über die Tafel strich. Wahrscheinlich hätte er nicht mal sagen können warum, doch seine Finger glitten in die Ritzen und zogen daran. Tatsächlich gab die Tafel nach und schwang nach außen auf. Dahinter waren 4 verschiedene Vertiefungen zu erkennen.
Harry war der Erste, der reagierte und zu ihm hinüber ging. Er betrachtete die Vertiefungen.
„Das gibt es nicht. Sisilia du hattest Recht. Schau dir das an. Hier ... das Kleine ... hier passt ein Ring hinein. Und hier. Das sieht aus wie eine Tasse. Und das hier. Kreisrund. Hier tiefer als da ... und das hier ... es ist wie ein Schlitz, aber verdammt tief und oben wird es breiter. Ich denke ich weiß was wir brauchen“, sprach Harry euphorisch.
Die andern traten näher und betrachteten die Öffnungen.
„Dann lass uns die Sachen suchen. Ich wette zwei davon finden wir im Schulleiterbüro.“
„Und wie willst du dort reinkommen. Du kannst McGonagall nicht einfach fragen: Hey Professor, ich brauch Gryffindors Schwert und wenn ich grad mal hier bin, dann wollte ich das Büro noch nach einem Ring durchsuchen“, warf Ron ein.
„Nein, das kann ich nicht, hab ich auch nicht vor.“
„Nein, was dann?“, fragte Ron Harry.
„Oh oh ... ich glaube hier gibt es zwei Leute, die sollten nicht hören, was hier jetzt gesprochen wird. Aber wie mir grad in den Sinn kommt. Professor McGonagall hat heute eine Stunde vor dem Abendessen eine Lehrerkonferenz einberufen. Ich denke ne Stunde müsste reichen. Außerdem bin ich gespannt, ob sie Ingwerkekse mitbringen wird“, erklärte Sisilia mit einem Augenzwinkern und als sie Charlie zurück in den Gang schob, hörte sie noch:
„Wenn ich nicht wüsste, dass sie mit Albus Dumbledore verwand ist, würde ich spätestens jetzt auf den Gedanken kommen“, feixte Harry jetzt leise, der ihre Andeutung mit den Ingwerkeksen wohl verstanden hatte.

Wie Sisilia später erfahren hatte, hatten die Vier es tatsächlich geschafft, Gryffindors Schwert zu holen und auch die Überreste des Ringes zu finden, was wohl eher Zufall gewesen war, weil Ron gegen eine kleine Vase gestoßen war, in welcher sich der Ringe befunden hatte.
Die Reste der Tasse hatten sie noch und setzten sie mit Magie wieder zusammen. Auch das Diadem reparierten sie wieder mit Magie. Am Samstag, während die andern Schüler nach Hogsmeade gingen, wollten Harry, Ron und dessen Bruder Charlie ihr Glück versuchen.
Da Sisilia für Hogsmeade, als Aufsicht eingeteilt worden war, konnte sie die Drei nicht begleiten, doch sie merkte, dass Charlie nicht unzufrieden darüber war. Denn wenn sie wirklich das finden würden, was Sirius ihnen prophezeit hatte, könnte es ziemlich gefährlich werden.


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Es war wirklich schwierig, niemandem erzählen zu dürfen, dass ich die Rolle der Cho Chang bekommen hatte, wo es doch so verlockend war! Ich hatte meinen Freunden erzählt, dass ich zum Vorsprechen gehen würde, also haben sie immer wieder gefragt, ob ich sie nun bekommen hätte. Ich musste dann immer sagen, dass ich nich glauben würde, dass ich sie bekommen hätte und nach einer Weile hören sie auf, mich danach zu fragen. Als ich es ihnen zu guter letzt erzählt habe, haben sie einfach nur geschrien. Meine Freunde haben mich wirklich unterstützt.
Katie Leung