
von johnprewett
Jetzt kommt die Entscheidung. Das Chap, auf das ihr alle so sehnsüchtig gewartet habt. Hier ist es. Ich hoffe, ihr schreibt mir ein paar Kommis dazu.
Ennis richtete sich auf und sah Harry offen ins Gesicht.
„Da sind die Aufzeichnungen.“, sagte Harry und deutete auf den Altar. Mit leuchtenden Augen ging Ennis darauf zu. Harry überlegte. Sollte er ihn gewinnen lassen? Nein! Mit zwei Schritten war er bei ihm und hielt ihm den Zauberstab an die Kehle. Ennis erstarrte. Seine Hände sanken nieder und er lächelte kalt.
„Du amüsierst mich, Potter.“
„Du wirst für deine Verbrechen büßen, Ennis. Hast du etwa geglaubt, du kommst so einfach davon?“ Doch Ennis blieb so kalt wie Eis. Harry verstärkte ein wenig den Druck auf Ennis` Kehle.
„Du bist ein Mensch, der nicht weit genug denkt, Potter. Es ist schon seltsam. Ich wollte den Handel ehrlich abschließen. Meine Aufzeichnungen waren mir wichtiger als du. Dich hätte ich schon noch in die Finger bekommen. Und da fängst du an ein falsches Spiel zu spielen. Du enttäuschst mich.“
„Ich bin nicht zum Scherzen aufgelegt.“, sagte Harry ebenso ruhig.
„Sei so gut und lockere den Griff etwas. Es beginnt unangenehm zu werden.“, sagte Ennis ungerührt. „Ich wollte das Spiel zwar ehrlich zu Ende bringen, aber... ich hab mich rückversichert.“ Harry stockte der Atem. Hatte Ennis Vorkehrungen getroffen? Hatte er erwartet, dass Harry so handeln würde?
„Was... meinst du damit?“
„Ich meine damit, dass ich mir erlaubt habe, deiner Verlobten ein gewisses Gift zu verabreichen, nachdem ich sie betäubt habe.“ Harry starrte Ennis an.
„Ein Gift?“, sagte Harry alarmiert.
„Keine Sorge.“, sagte Ennis beruhigend. „Es ist noch genug Zeit, ihr das Gegenmittel zu geben. Es ist in meiner Umhangtasche.“
„Worauf wartest du noch? Gib ihr das Gegenmittel.“ Ennis lächelte kalt.
„Aber ich habe noch zwei Ampullen in meiner Tasche, die genauso aussehen wie die mit dem Gegengift. Sie enthalten nur leider ein Gift, welches unmittelbar tödlich wirkt. Du kannst gerne herausfinden, welche die richtige Ampulle ist, nachdem du mich getötet hast. Nur zu. Immerhin stehen die Chancen eins zu zwei.“
Harry hatte verloren. Und Ennis wusste es. Langsam ließ er seinen Zauberstab sinken. Er fiel zu Boden. Ennis zog nun den seinen, nahm seine Aufzeichnungen und bedeutete Harry nach hinten zu gehen. Direkt zu dem Brunnenschacht, fort von Hermine.
„Vorwärts, Potter.“
„Was hast du vor?“ Ennis sagte nichts, sondern sah nur bedeutungsvoll zu Hermine herüber. Zögernd setzte er einen Fuß vor den anderen.
„Noch weiter.“ Schließlich stand Harry genau neben dem dunklen Brunnenschacht. Er sah zu Ennis auf, in dessen Augen es nun dämonisch zu leuchten begann.
„Unser Handel besagte, meine Aufzeichnungen gegen deine Verlobte. Dieser Handel wird auch wie vorgesehen abgeschlossen. Aber du hast versucht mich hereinzulegen. Dafür wirst du nun mit deinem Leben bezahlen. Du wirst so gut sein und in diesen Brunnen springen.“
„Was?“ Harry sah Ennis fassungslos an. Er war verrückt. „Und wenn ich mich weigere? Du müsstest mich schon selbst dort hinunter werfen.“ Ennis hob die Brauen.
„Wenn du dich weigerst, wird Miss Granger sterben. Du hast die Wahl. Dein Leben oder das deiner Verlobten.“
„Du bist wahnsinnig.“, brach es aus Harry heraus.
„Ja, das weiß ich.“, sagte Ennis vollkommen gelassen. Ein kaltes Lächeln umspielte seine Züge. „Schau mich nicht so dumm an, Potter. Was glaubst du wohl, wozu ich meine Aufzeichnungen brauche. Ich muss einen Weg finden, um mich selber zu heilen. Und ich habe ihn beinahe gefunden. All die Opfer waren nicht umsonst.“ Ennis seufzte. „Es liegt in der Familie, wie du sicher schon herausgefunden hast. Viele meiner Vorfahren wiesen dieselbe Veranlagung auf wie ich. Mit dem Ergebnis, dass viele von ihnen in Askaban endeten oder sich selbst richteten. Ich begann nach einem Mittel zu forschen, welches mein Verlangen, zu töten, unterdrücken würde. Zumindest für eine gewisse Zeit. Aber gerade, als ich in der entscheidenden Phase war, musste ich fliehen. Deinetwegen, Potter. Die letzten Schritte bleiben noch zu tun, aber dank meiner Aufzeichnungen bin ich nun dazu in der Lage. Es dauert nicht mehr lange. Dann kann ich endlich ein normales Leben führen. Und jetzt“, sagte er und trat langsam auf ihn zu. „habe ich mein Leben noch vor mir. Deines geht heute zu Ende.“ Ennis hob nun den Zauberstab. „Adieu, Potter. Steig in dein Grab.“
Aus den Augenwinkeln konnte Harry eine schnelle Bewegung wahrnehmen. Etwas flog durch die Luft. Ein heftiger Schlag und Ennis schrie auf vor Schmerz. Er ließ den Zauberstab sinken. Verdutzt starrte Harry auf Ennis, der umher torkelte und vor Schmerz schrie. Er sah kurz auf den Altar. Das eiserne Kreuz, welches dort gestanden hatte, war nicht mehr dort. Eines der spitzen Enden hatte sich durch Ennis` Wange gebohrt. Als er weiter zur Seite blickte, sah er sie neben dem Altar stehen. Hermine war wieder zu sich gekommen und hatte offenbar das Kreuz nach Ennis geworfen.
„Du Miststück.“, schrie Ennis.
Dieser ging nun vor Schmerz und Wut schreiend auf die beiden los. Harry hob rasch seinen Zauberstab vom Boden auf. Ein Fluch sauste heran und die beiden mussten in Deckung gehen. Ennis zog das Kreuz aus seiner Wange heraus und wankte auf sie zu. Da kam Harry eine Idee. Er wartete noch, bis Ennis weit genug war. Dann zielte er sorgfältig nach oben und murmelte „Reductio“.
Ein hässliches Knirschen war zu hören. Der eiserne Kronleuchter sauste herunter und Ennis, der sich nicht rechtzeitig hatte in Sicherheit bringen können, wurde von dessen Wucht erfasst. Ein schrecklicher Schrei war zu hören. Sein Blut ergoss sich über den Steinboden. Harry und Hermine eilten zu Ennis. Dieser lag unter dem Kronleuchter, von den Stacheln an der Unterseite aufgespießt. Er lebte noch, doch es konnte sich nur noch um Sekunden handeln.
„Schnell, das Gegenmittel.“, sagte Harry rasch.
„Keine Sorge. Er hat gelogen.“, sagte Hermine. „Ennis hat mir kein Gift gegeben.“
„Und warum bist du so schnell wieder zu dir gekommen?“, fragte Harry.
„Ich hab die Luft angehalten. Deshalb hat die Betäubung nicht so lange gewirkt.“
„Scheint so... als hättest du es... geschafft, Potter...“
Harry sah zu Ennis. Dieser sah zu ihm auf. Ein letztes Lächeln zuckte über sein Gesicht, dann sackte sein Kopf zur Seite und er schloss für immer die Augen. Er war tot. Hermine wandte den Blick ab und Harry nahm sie in seine Arme und strich ihr über den Rücken. Sie war jetzt in Sicherheit. Ennis würde ihnen nichts mehr tun. Er würde nun niemandem mehr etwas tun. Doch ohne Hermine hätte er das wohl nie geschafft. Er küsste sie und strich ihr beruhigend über ihren Kopf. Nichts würde sie je wieder trennen. Nichts.
Weiter hinten sah er, wie Ennis` Lebenswerk in Flammen aufging. Einer der Kerzenleuchter war umgestoßen worden, offenbar von Ennis selbst, als er auf Harry und Hermine zugewankt war. Die Kerze war zu Boden gestürzt und hatte die Pergamentblätter entflammt. Doch es kümmerte ihn nicht. Er hatte seine Hermine. Sie lagen sich noch lange in den Armen, bis sie gemeinsam diese Stätte des Todes verließen.
Das Ende? Nein! Ich hab noch nen Epilog für euch, um die ganze Geschichte sanft ausklingen zu lassen. Würde mich sehr über eure Kommis sehr freuen.
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