
von niobe87
Und weil ich heute nicht so bin, gint es hier noch ein zweites Bonuskapitel!
Kapitel 10 - Fragestunde
Langsam taumelten auch sie nun Richtung Ufer und mussten sich ab und zu aneinander klammern, um nicht ins Wasser zurück zu fallen.
Im Trockenen angekommen begann die heiße Sonne sofort über die Tropfen auf ihrer erhitzten Haut zu brennen, so dass weder Decken noch Trocken zaubern irgendetwas nutzen würde.
Im Gegenteil, je länger sie nass blieben, desto mehr Schutz hatten sie vor der brütenden Hitze. Zumindest dachten sie das.
Kraftlos sanken sie ins Gras, wieder zu beiden Seiten Ajas, und stützten sich auf ihre Unterarme.
"Ist euch aufgefallen, dass ihr alles genau synchron macht?", fragte Aja matt und zuckte dennoch amüsiert mit den Mundwinkeln.
Harry und Draco sahen sich an, zuckten gleichgültig mit den Achseln, achteten aber darauf, es nicht unbedingt gleichzeitig zu machen.
"Also...", sagte Harry und versuchte noch immer mehr Luft in seine Lungen zu bekommen. "Wie kann es sein, dass ein süßes Mädchen, wie du, nachts in Gestalt eines Wolfes durch die Ländereien von Hogwarts streift."
Lautlos formten ihre Lippen das Wort "süß", während sie blicklos auf den Horizont sah und schüttelte dann energisch den Kopf, als wäre dieses Wort abstoßend.
Draco lachte.
"Ich bin nicht süß.", gab sie trotzig zurück.
"Was bist du denn dann?", fragte Draco lachend.
"Ich bin...gefährlich.", knurrte sie beinahe und sah fast so aus, als würde sie die Zähne fletschen, wie ein wildes Tier. Dabei reckte sie ihr Kinn stolz Richtung Sonne.
Wieder lachte Draco lauthals los.
"Momentan führst du dich eher wie eine Fünfjährige auf.", grinste Harry und schnaubte abfällig.
"Stimmt.", setzte Draco hinzu, worauf Aja die Arme vor der Brust verschränkte und einen Schmollmund zog.
"Okay, ich nehme alles zurück.", sagte Harry. "Du benimmst dich wie eine Vierjährige."
Jetzt musste sogar die Ravenclaw lachen und hielt sich den Bauch, um sich in das Gras fallen zu lassen und glockenhell aufzulachen.
Minutenlang bekam sie sich nicht wieder ein und steckte Harry und Draco somit an und alle drei kugelten sich auf dem Boden und wussten doch nicht warum.
Lachend richtete sich Aja als Erste wieder auf und versuchte sich zu beruhigen.
"Okay, okay.", setzte sie an, verfiel noch einmal in ein herzhaftes Lachen und fuhr dann fort, wobei sie nebenbei die Arme beschwichtigen hob. "Ich geb's zu. Ich kann mich in einen Wolf verwandeln."
Draco und Harry beruhigten sich und setzten sich ebenfalls auf. Draco nickte ihr anerkennend zu.
"Ich fliege ab und zu als Eisvogel durch die Gegend.", sagte Draco beiläufig, so dass Aja eine Augenbraue hochzog, lässig mit dem Kopf nickte und kurz in seine Hand einschlug.
Tief sahen sie sich in die Augen und schienen für einen kurzen Moment in den Seelenspiegel des jeweils Anderen zu versinken, als Harry nicht anders konnte und abfällig schnaubte.
"Fantastisch. Du bist ein Vogel und du bist ein Wolf. Ist denn hier jeder ein verdammter Animagus?", fragte Harry halb aufgebracht. (A/N: Dieser Satz spukt schon seit dem 5. Kapitel von FgE in meinem Kopf herum und war ausschlaggebender Punkt für die Fortsetzung *gg*!)
Draco und Aja sahen ihn amüsiert an.
"Wenn du willst...", funkelte sie ihn nun an. "...zeige ich dir, wie man ein Animagus wird."
Urplötzlich hellten sich seine Gesichtszüge auf und er grinste den beiden entgegen.
Das wäre es.
Er. Ein Animagus.
Er könnte mit Draco (und vielleicht auch mal mit Aja im Schlepptau) nächtelang herumstromern und die wildesten Dinge anstellen, wenn sie sich in Tiere verwandeln. Dabei war Dracos Gestalt immer klein genug, um irgendwo durchzuschlüpfen und teilweise hoch genug, um Gefahren schon frühzeitig auszumachen. Unwillkürlich dachte er an seinen Vater, Sirius und Remus, wie sie alle vergnügt durch das Unterholz des Verbotenen Waldes pirschten.
"Damit hast du zwei Lehrer, die dir helfen könnten.", fügte Draco nickend hinzu und Harry war drauf und dran sofort loszulegen, um sich am besten gleich noch in einen ausgewachsenen Animagus zu verwandeln, doch Draco zog ihn wieder ins Gras und Aja schüttelte den Kopf.
"Genau das, habe ich das erste Mal auch gedacht. Ich hab fast ein halbes Jahr gebraucht, um mich in einen Wolf zu verwandeln.", sagte sie leise und nahm Harry somit all seine Hoffnungen.
"Was?", fragte er und sah zu Draco. Dieser nickte etwas geknickt und schien wehmütig an die Zeit des Trainings zu denken.
"Ich hab drei Monate gebraucht. Aber ich nehme auch die Gestalt eines sehr kleinen Tieres an.", setzte er noch hinzu, nachdem er Harrys wieder aufleuchtende Miene bemerkt hatte.
Harry ließ den Kopf hängen. Er wollte sich schon gern in etwas Größeres als einen Vogel verwandeln. Vielleicht sogar in etwas Größeres als einen Wolf.
"Hey. Du schaffst das schon noch rechtzeitig.", sagte Draco leise und langte über Aja hinweg, legte seine Hand auf Harrys Knie und sah ihn ermutigend an.
"Ich denke auch. Wer, wenn nicht du, Harry.", fügte Aja hinzu.
"Okay. Jetzt habe ich eine Frage. Woher wusstet ihr, dass es eure Namen waren, die ich auf den Lippen hatte, nach der Pleite mit Davis?" Etwas pikiert sah sie zu Boden und dachte wohl an die gestrige Nacht mit Roger Davis im siebten Stock.
"Das ist genau die Frage, die wir dir nicht beantworten können.", sagte Harry entschuldigend.
"Aber wo wir gerade von Davis sprechen.", entgegnete Draco schnell, um sie scheinbar von ihrer Frage abzulenken. "Du sahst eben nicht so aus, als wäre dir dieser kleine Ausflug gut bekommen."
"Naja, was soll ich sagen? Er war nur ein Lückenbüßer."
"Lückenbüßer?", fragte Draco und seine Mundwinkel zuckten.
"Erm...ich...", stotterte sie und wurde rot.
"Spucks aus, Mädchen.", sagte Draco ungeduldig.
"Also, eigentlich wollte Davis schon lange was von mir, aber ich hab ihn immer abgeblockt, weil er eigentlich nicht der Traum meiner schlaflosen Nächte ist. Aber irgendwie habt ihr beide mich beim Abendessen so komisch angesehen, da ist mir fast ne Sicherung durchgeknallt."
Die beiden grinsten. "Ja, das passiert irgendwie Einigen in unserer Nähe.", erklärte Harry und wedelte genauso ungeduldig, wie Draco mit der Hand, um so schnell wie möglich zu erfahren, was in sie gefahren war, dass sie sich mit Davis, den sie so offensichtlich als nicht würdig erachtete, einließ.
"Ich hab ihn einfach in einen leeren Korridor gezerrt und er ist über mich hergefallen.", sagte sie und erinnerte sich mit einem eher angewiderten Gesicht an die Situation. "War nicht gerade der Hit."
"Immerhin bist du gekommen.", warf Draco ein, woraufhin Aja die Röte wieder ins Gesicht schoss.
"Ja, aber nicht wegen ihm.", wisperte sie und zerrupfte einige Grashalme vor ihren Füßen.
"Okay, Aja, wenn du mich trainieren willst, dann solltest du lernen, schneller mit der Sprache rauszurücken. Wir können echt ungemütlich werden, wenn uns jemand zu lange auf die Folter spannt.", sagte Harry, um sie zu weiteren Worten zu bewegen.
"Da hat er nicht ganz unrecht. Noch so eine blöde Angelegenheit bei uns.", stimmte Draco ihm zu.
"Naja...ich hab euch gesehen...und da war die Sache für mich gelaufen. Was habt ihr da eigentlich an der Wand getrieben?", fragte sie schnell, um von der tiefen Röte ihres Gesichts abzulenken.
Harry war nur mäßig überrascht, dass Aja wegen ihnen beiden zu ihrem Höhepunkt gekommen war. Eine Tatsache, die wohl auch für so manch anderen Schüler zutraf.
Er zuckte mit den Schultern und wandte sich Draco zu.
"Gevögelt.", sagte dieser ohne eine Miene zu verziehen und zuckte auch mit den Schultern.
Aja nickte verstehend.
"Dacht ich mir.", setzte sie hinzu.
"Du bist im Jahrgang unter uns, oder?", fragte Harry und wunderte sich, wie sie hier eine ganz normale Unterhaltung führen konnten, obwohl die Gesamtsituation alles in allem so chaotisch war.
"Ja. Ich hab mit Ginny Weasley zusammen Unterricht."
"Wie kommt es, dass du auf uns stehst?", fragte Draco, obwohl diese Frage Harry nur mäßig interessierte. Er war nicht überheblich oder arrogant. Okay, vielleicht ein bisschen, aber er sah nicht auf andere Schüler hinab, als wäre er der Größte und als würden alle automatisch auf ihn und Draco stehen. Es war einfach eine Tatsache, dass man selbst den schüchternsten und unterkühltesten Schüler auf sich aufmerksam machen konnte und die Gedanken im Kopf eines Fremden steuern konnte, wenn man ihn nur richtig zu manipulieren wusste. Deshalb überraschte ihn Ajas Antwort auch nur mäßig.
"Naja, wer tut das nicht?", fragte sie. "Ich hab noch nie direkt mitbekommen, was ihr so treibt. Mal abgesehen von gestern Nacht. Und selbst da habe ich nur eure Köpfe gesehen. Aber ich habe die Geschichten gehört, die in der ganzen Schule kursieren. Und außerdem seid ihr offensichtlich schwul. Für einige Menschen, vor allem Frauen, ein weiterer Grund, auf euch zu stehen."
"Wie meinst du das?", fragte Draco gespannt.
"Du willst das, was du nicht haben kannst.", versuchte sie zu erklären. "Das kennt ihr doch sicherlich. Für ein Mädchen, das alles bekommen könnte, außer zwei homosexuellen Schülern, die sich bis aufs Blut lieben, nie etwas zwischen sich lassen würden und die die ganze Schule in absolutes Chaos stürzen könnten, ist das alles, was sie will."
"Meinst du dich selbst damit?", fragte Harry nun etwas gespannter und grinste sie an.
"Nein, meine Schwester.", sagte sie und verdrehte die Augen. "Natürlich meine ich mich. Ihr seid das, was ich nicht haben kann. Deshalb will ich euch."
"Moment. Da musst du mir eine Sache erklären.", sagte Draco irritiert. "Du könntest alles bekommen, was du willst?"
Dracos Augen blitzten zu Harrys und wieder war es, als würden sie die Gedanken des Anderen lesen. Automatisch begannen sie zu grinsen.
"Was ist?", fragte Aja verwirrt. "Was habt ihr vor?" Misstrauisch zog sie ihre Augen zusammen, bis sie nur noch zwei Schlitze waren und beobachtete sie beide abwechselnd.
"Wie wäre es, wenn du uns das beweist?", fragte Harry und ließ Draco nicht aus den Augen, um eventuelle Einwände sofort zu bemerken. Doch Dracos Grinsen wurde breiter.
"Wie jetzt?", fragte sie.
"Beweise uns, dass du alles haben könntest.", sagte Draco und nickte Harry zu, um dessen Worte zu bestätigen.
"Erm...NEIN!", antwortete sie, als hätten Harry und Draco nicht mehr alle Tassen im Schrank.
"War klar, dass du große Töne spukst.", sagte Draco und riss den Blick von Harry los, um Aja mit einer hochgezogenen Augenbraue anzusehen.
"Hey...", protestierte sie daraufhin und Harry wusste, dass Draco genau das vorhatte, was ihm auch im Kopf rumspukte. So lange an ihrem Ego kratzen, bis sie sich geschlagen gab.
"Klar, das kennen wir schon. Die meisten ziehen in unserer Gegenwart den Schwanz ein.", fügte Harry hinzu. "Obwohl der Ausdruck bei dir wohl nicht ganz passen würde."
"Stimmt.", antwortete Draco lachend und schlug in Harrys Hand ein. "Aber bisher hatten wir es auch nicht unbedingt Frauen zu tun." Dabei lag seine Betonung vor allem auf dem Wort "Frauen".
Beide lachten und witzelten weiter und wussten, dass sie mit ihren dummen Worten und Gesten Aja schon bald soweit hatten.
Nach einer Weile ließ sie die Schultern sinken und entspannte sich.
"Na schön.", fauchte sie. "Was wollt ihr als Beweis?"
Die beiden lachten weiter und beachteten ihre Worte nicht weiter.
"Weißt du noch, als Seamus mal ankam und bei uns mitmachen wollte?", fragte Harry und tat so als würde er sich plötzlich schütteln vor lachen.
"Jaah...so ein Trottel...bei uns mitmachen..."
"HALLO?", unterbrach Aja sie und beide wandten sich ihr überrascht zu. "Was ist denn jetzt?"
"Was soll sein? Willst du jetzt bei uns mitmachen?", fragte Draco und griff Harrys Worte noch einmal auf, um ihr den Gnadenstoß zu versetzen, was auch prompt klappte, als sie beide noch einmal lachten.
"Ihr spinnt ja. Haltet ihr euch echt für so toll?", fragte sie leicht säuerlich.
"Du hast gerade gefragt, wer nicht auf uns steht. Wir halten uns für normal. Aber alle anderen wohl nicht. Wir können nichts dafür, dass alle uns für Götter halten. Aber bisher haben wir nie auch nur Anstalten gemacht, wenn einer mal dabei sein wollte. Also fühl dich geehrt.", antwortete Draco ihr und versuchte sie in eine bestimmte Richtung zu drängen. Natürlich hielt Draco sich nicht für einen Gott. Vielleicht für jemandem, der Respekt und Achtung erwartete, aber nicht für einen Übermenschen. Und vor allem, ließen er und Harry, wie Aja es vorhin erwähnte, nie jemanden zwischen sich. Da musste schon etwas Gewaltiges über sie hereinbrechen. Oder ein Mädchen mit frechen blauen Augen. Aber selbst das, forderte Vertrauen.
"Na los. Was soll ich tun?", drängte sie weiter.
Jetzt wurden beide ernster. Eine Art Mutprobe, dachte Harry und er sah, wie Dracos Augen zu funkeln begannen. Fieberhaft überlegte er, was sie Aja tun lassen sollten, damit sie ihrer beider Vertrauen gewinnen konnte. Dann erhellten sich seine Gesichtszüge.
"Wie wäre es, wenn du Blaise ein wenig umpolst?", fragte Harry mehr an Draco, als an Aja gewandt.
"Was?", fragten beide aus einem Munde und Harry grinste.
"Wenn du alles bekommen kannst, was du willst, dann sorge dafür, dass Blaise Zabini über dich herfällt."
"Was? Der ist so schwul, wie die Nacht dunkel ist.", sagte sie daraufhin geschockt.
"Naja, dann streng dich an. Du musst dich ja nicht von ihm vögeln lassen. Eine Geste, die eindeutig zeigt, dass er auf dich abfährt."
Draco sagte nichts dazu. Noch nicht.
"Was, wenn ich es schaffe?"
"Dann erfüllen wir dir deinen sehnlichsten Wunsch.", sagte Harry ernst und etwas nervös. "Eine Nacht mit uns beiden."
"Was, wenn ich es nicht schaffe?", fragte sie, nun sichtlich irritiert.
"Dann kannst du es ja nochmal mit Davis versuchen.", antwortete Harry süffisant grinsend und erhob sich.
"Ach und kein Zauber. Keine Sprüche oder Tränke.", setzte er noch hinzu, woraufhin Aja aufblickte und all ihre Hoffnungen zu zerstören schien.
Draco folgte ihm schweigend und beide ließen Aja mit ihren Gedanken zurück.
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So ihr Lieben, das war es für diese Woche.
Ich hoffe, ihr hattet euren Spaß.
Das nächste Mal wird es etwas...hm...naja, sagen wir einfach, es ist eines meiner Lieblingskapitel.
Bis dann, ihr Süßen
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