
von niobe87
Aloa, ihr Lieben.
Erst einmal vielen Dank an dich, Fwuuper.
Dann kommen wir zum nächsten Kapitel.
Ich hoffe, ihr seid alle sehr gespannt darauf, ob Aja Blaise rumkriegen kann.
Wir werden sehen. Viel Spaß mit dem Kapitel.
Kapitel 13 - Druckmittel
Am Abend begaben sie sich voller Vorfreude in die Große Halle, um vor der "Show" noch etwas zu essen.
Aja war verhältnismäßig still, wie sie da am Ravenclawtisch saß und ihre Suppe kaum anrührte.
Vielmehr schien sie fieberhaft über irgendetwas nachzudenken, während sie den Blick nicht vom Tisch hob und Draco und Harry somit rein gar nichts in ihren blauen Augen lesen konnten.
Nach einer Weile erhob sie sich und Harry und Draco taten es ihr so gleich nach.
Am Portal trafen sie aufeinander und endlich hob Aja den Blick.
Sie sah nervös aus und unsicher. Aber auch eine gewisse Zuversicht blitzte in ihren Augen auf.
"Klassenzimmer drei im zweiten Stock. Jetzt.", sagte sie ausdruckslos und ging dann davon.
Harry grinste Draco an und zog ihn dann durch das halbe Schloss zu ihrem Zweitschlafzimmer, wo er leise die Tür schloss.
Draco schaltete indessen den Fernseher ein und hatte nach einigem Suchen besagtes Klassenzimmer gefunden.
Beide setzten sich auf die große Couch und Harry begann, gedankenversunken, Dracos Oberschenkel zu streicheln.
Blaise saß an einem der Tische und hatte einige Bücher vor sich aufgeschlagen.
Abwesend las er einige Zeilen nach, als Aja den Raum betrat.
"Hat sie ihn etwa um Nachhilfe gebeten?", fragte Harry erstaunt.
"Sieht ganz so aus.", antwortete Draco nickend und beobachtete, wie Aja sich lächelnd Blaise gegenüber setzte.
Eine Weile schien sie stumm zu lauschen, was Blaise ihr erzählte und sie nickte ab und zu oder machte sich Notizen.
Sie schien den Eindruck erwecken zu wollen, dankbar für die Hilfe zu sein, die Blaise ihr zukommen ließ, doch Draco bemerkte, wie nervös sie war, wie ihre Augen aufblitzten und wie sie nur auf den richtigen Moment zu warten schien.
Als Blaise sich auf die Tischkante setzte, um mit seiner Hand auf etwas in einem der Bücher hinzuweisen und ihr anscheinend noch einmal zu erklären, was er eben gesagt hatte, schien der richtige Zeitpunkt gekommen zu sein.
Draco erkannte den triumphierenden Blick in ihren Augen, sah, wie sie ihren Arm hob und sanft, aber bestimmt über seinen Oberschenkel strich.
Und augenblicklich erstarrte Zabini.
Er schlug ihre Hand weg und stand auf, um sich wieder auf einen Stuhl zu setzen.
Eine wilde Diskussion begann, wobei Aja aufstand und sich an die Tischkante lehnte. Sie verschränkte die Arme vor ihrer Brust und schien eine unterkühlte Antwort zu geben.
"So wird sie ihn aber nicht bekommen.", sagte Harry mit hoch gezogenen Augenbrauen.
Draco nickte. "Kann mir nicht vorstellen, dass sie es jetzt noch rumreißen kann."
Er konnte sich sowieso nicht vorstellen, dass das funktionieren konnte.
Er kannte Blaise viel zu gut und er wusste, dass er seinen guten, schwulen Ruf nicht durch so jemanden wie Aja aufgeben würde.
Außerdem war er durch und durch schwul. Da konnte selbst ein Topmodel nichts ausrichten.
Frauen machten ihn einfach nicht an.
Zabini trat nun dicht vor Aja, die Arme selbst auch vor dem Oberkörper verschränkt, und Draco sah, wie sein Gesichtsausdruck von zornig zu ungläubig wechselte.
"Was macht sie denn jetzt?", fragte Draco und sah, wie Aja in ihr Dekollté griff.
Erst jetzt viel ihm auf, dass sie sich gar nicht besonders zu recht gemacht hatte.
Sie trug eine einfache Jeans und ein blaues Shirt mit V-Ausschnitt, an dem sie jetzt fummelte.
Es schien, als hätte sie gewusst, dass sie mit optischen Reizen überhaupt nichts bei Blaise ausrichten konnte.
Nach wenigen Sekunden zog sie einen länglichen, gelben Umschlag aus ihrem BH.
"Wo hatte sie den denn versteckt?", fragte Harry mindestens genauso überrascht, wie Draco gerade aussah.
Blaise öffnete den Umschlag ruhig und noch immer total überrascht von ihrer Dreistigkeit, doch Harry und Draco konnten, auch durch Zoomen, nicht ausmachen, was er in dem Umschlag fand.
Doch sein gesamter Körper versteifte sich, während Aja etwas flüsterte.
Es sah verdächtig nach dem Wort "süß" aus.
Dann riss sie ihm den Umschlag wieder aus den Händen und verstaute ihn in der hinteren Tasche ihrer Jeans.
Langsam und lasziv, mit gehobener Augenbraue rutschte sie auf der Tischkante nach hinten und setzte sich auf den Tisch.
"Was ist nun?", übersetzte Draco leise, was er von ihren Lippen las.
Zabini sah an die Decke und seufzte.
Dann drängte er sich zwischen ihre Beine und begann sie zu küssen.
"Was?", fragte Draco geschockt und rutschte auf der Couch ein Stück nach vorn.
Erst küsste er sie vorsichtig und zögernd, doch sobald Aja ihre Hände um seinen Hals gelegt hatte und ihn näher zu sich gezogen hatte, gab er nach und küsste sie heftiger, leidenschaftlicher, verlangender.
Draco musste unwillkürlich an Blaise' Küsse denken, die nicht ohne waren.
Er drängte sich ihr weiter entgegen, wurde ausgelassener und entließ ihre Lippen, um ihren Hals einzufangen.
Aja nutzte das aus und sah zur Tür, als würde sie nach Draco und Harry Ausschau halten und ein äußerst zorniger Ausdruck trat für kurze Zeit in ihre Augen, als sie bemerkte, dass der Raum leer war.
Doch Blaise stemmte die Hände auf die Tischplatte und küsste erneut ihren Mund, so dass sie abgelenkt wurde.
Zabini sah aus, als würde er gleich in die Vollen gehen wollen, denn seine Hände wanderten unter ihr Shirt und wollten es hochschieben.
Doch Aja stoppte ihn, löste sich von ihm und schob ihn von sich.
Sie sagte irgendetwas, sprang dann vom Tisch und sammelte böse lächelnd ihre Sachen ein.
Blaise schien zu fluchen, was sie aber nicht im Geringsten zu stören schien, denn sie raste nach einer Weile mit all ihren Sachen aus dem Raum, knallte im Rausgehen noch den Umschlag auf den Tisch und ließ Zabini völlig erschüttert allein zurück.
Harry sah Draco an.
"Ich will wissen, was in diesem Umschlag war.", sagte er immer noch völlig überrumpelt.
Draco nickte, sprang von der Couch auf und zog Harry mit.
Schnellen Schrittes gingen sie durch das Schloss und suchten nach Aja.
"Was meinst du, war da drin?", fragte Draco, als sie in die Nähe des Klassenzimmers kamen.
"Keine Ahnung. Vielleicht Geld?", antwortete Harry unsicher.
"Du meinst, sie hat ihn bezahlt?", fragte Draco und konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass Blaise darauf einsteigen würde.
"Als ob ich für sowas bezahlen müsste.", schnaubte jemand in ihrer Nähe und beide bogen um eine Ecke, hinter der Aja stand.
Sie hatte sich an die Wand gelehnt, in der Hand eine Flasche Wasser.
Harry grinste süffisant.
"Meinen Glückwunsch, Miss Baker.", sagte Harry und ging weiter auf sie zu. "Sieht so aus, als könntest du tatsächlich fast alles bekommen."
"Die Frage ist nur, mit welchen Mitteln.", setzte Draco hinzu und lehnte sich auf gegen die Wand. "Was war in dem Umschlag?"
Er zog die Augen zu Schlitzen zusammen und versuchte zu ergründen, was Blaise dazu bringen würde, sich auf eine Frau einzulassen.
"Mein Druckmittel.", sagte Aja lächelnd.
"Heißt?", fragte Draco und konnte sich wieder einmal nichts vorstellen, mit dem sich Zabini erpressen ließ.
"Das war ein Bild. Aus seiner Kindheit.", sagte sie mit einem triumphierenden Blick. "Süß, wie der kleine Blaise sich da einen runterholte. Mit seinen zehn Jahren."
Harry riss die Augen auf, doch Draco lachte los.
Er kannte dieses Foto.
Blaise hatte es ihm einmal gezeigt, als sie beide allein gewesen waren. Doch er hatte ihm gedroht, ihn mächtig durchzuhexen, wenn er irgendwem davon erzählen würde.
"Woher hast du dieses Foto?", fragte er, während er sich langsam beruhigte.
"Das ist eine lange Geschichte.", begann sie, fuhr aber gleich fort, als sie Harrys Blick sah. "Er ist jetzt mit Seamus zusammen."
"Was?", fragten beide aus einem Munde. Seit wann denn das? Davon wussten die beiden gar nichts.
Das hätten sie eigentlich wissen müssen, überlegte Draco. Doch wenn man bedachte, wie selten sie in den letzten Tagen den Fernseher eingeschaltet hatten...
"Ja, seit ein paar Tagen, glaub ich. Jedenfalls hat mir Ginny erzählt, dass Ron gesagt hätte, dass Seamus vor dem Schlafengehen immer irgendein Foto ansieht. Ganz verträumt und so."
"Das klingt kompliziert.", antwortete Harry und versuchte die Fäden ihrer Antwort zusammen laufen zu lassen.
"Ich bin einfach mit Ginny in Rons Schlafsaal, weil sie sich ein Buch von ihm ausleihen wollte und, während sie mit im diskutiert hat, habe ich mir das Bild aus seiner Nachttischschublade genommen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie lange ich gebraucht habe, um mich bei diesem Anblick wieder zu beruhigen."
"Aber wie kommt Seamus an dieses Foto?", fragte Draco.
"Ich nehme an, er hat es gesehen und Blaise so lange angebettelt, bis er es haben konnte."
"Ich fasse es nicht, dass Zabini sich davon hat erpressen lassen.", sagte Harry und lachte.
"Dann kennst du Blaise aber schlecht.", antwortete Draco ihm. "Er war schon immer ganz versessen auf einen guten, sauberen Ruf. Wie sollte er sonst so viele Typen rumkriegen?"
"Wenn ich mir vorstelle, dass das Bild in der Schule umherwandert. Wieso hast du es nur dagelassen...", schwärmte Harry.
"Woher wisst ihr denn, dass ich es dagelassen habe. Ihr wart nicht da."
"Denkst du.", sagte Harry knapp und legte einen Arm um ihre Schulter.
"Ist Erpressung nicht ein wenig viel, um Blaise rumzukriegen?", fragte Draco ernst und legte eine Hand um ihre Taille.
"Da kannst du mal sehen, wie heiß ich auf den Preis bin.", antwortete sie grinsend, als die drei sich auf den Weg machten. "Also, bin ich würdig?"
Harry lachte.
"Ja, das bist du.", antwortete er grinsend. "Doch leider müssen wir unser kleines Intermezzo noch ein wenig verschieben."
"Was?", fragte sie trotzig.
"Die Prüfungen stehen bevor und ich will auch irgendwann noch ein Animagus werden. Also wirst du dich etwas gedulden müssen."
"Na schön.", seufzte sie theatralisch.
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