
von Elaine
Es war Abends als Lily in ihre Schulsprecherwohnung kam. Eigentlich hatte sie damit gerechnet, dass James noch ein wenig draußen wäre und umso mehr war sie überrascht, als sie ihn auf einen der Sessel erblickte. Als sie rein kam schaute er auf musterte sie nur einmal kurz und starrte dann wieder auf das Stück Pergamentblatt vor ihm. Verwirrt runzelte Lily die Stirn. „Hallo James...“ lächelte sie, legte ihre Olivfarbene Tasche auf die Couch und setzte sich in einen weiteren Sessel. „Hi...“ antwortete er jedoch nur kühl und desinteressiert. Eine peinliche Stille entstand zwischen ihnen und Lily versuchte krampfhaft heraus zu finden was sie ihm getan hatte. Letztendlich hielt sie es nicht mehr aus.
„Sag, habe ich dir was getan?“ fragend blickte sie ihn an. James hob ganz langsam seinen Kopf und schaute sie mit einem Gesichtsausdruck an der Lily zusammen schrecken lies.. „Du fragst was du getan hast? Allen ernstes fragst du was du getan hast?! Gott Lily! Ich dachte du wärst ein Mädchen dem man vertrauen kann. Jemand den man einfach Lieb haben muss! Nicht nur das du dich vorhin mit einem Slytherin zusammen getan hast, nein! Du hast auch noch Remus im Visier. Noch nie hatte er jemanden mit einem Zauberstab gedroht! Kaum das du da bist macht er das! Immer hängt er bei dir in letzter Zeit. Es ist fast schon so, als wenn es uns alle nicht mehr geben würde und Remus sich nur noch für dich interessiert! Gott Lily du bist armselig!“
Jedes Wort, jeder Satz war wie ein kalter Schlag in ihr Gesicht. Sie schaute in seine braunen Augen. Der einst liebevolle Ausdruck war verschwunden und Kälte machte sich in ihnen breit. „D-Du b-bist s-sauer w-weil ich mit R-Remus ein wenig Z-Zeit verbringe..“ Lily verfiel in ihr altes Muster. Sie stotterte und war den Tränen nah. Der Jungen, dem sie verfallen war, hasste sie. Aber für eine Kleinigkeit? Remus hatte sie doch nur beschützt oder? „Nein Bin ich nicht!“ grollte seine Stimme. Sie bebte vor Zorn, triefte vor Verachtung. „Es pisst mich an, dass du dich an Remus hängst! Es pisst mich an mit dir in einer Wohnung zu wohnen und es pisst mich an deine Stimme zu hören, dich zu sehen und zu riechen!
Das ist das schlimmste was mir je passiert ist!“ James nahm seine Tasche und verschwand aus der Schulsprecherwohnung. Lily verdaute für einen Moment seine Worte. Sie hatte gar nicht gemerkt das sie aufgestanden war und nun in sich zusammen sackte. Weinend zog sie ihre Beine an ihren Körper und schluchzte ununterbrochen. Sie hatte doch keine Ahnung gehabt, das dies James so verletzen würde. Aber es war doch nur eine Kleinigkeit gewesen die vielleicht Lily vor den Krankenflügel gerettet hatte. Sie wollte Remus Charakter doch nicht verändern, sie wollte ihn doch nicht James wegnehmen sie wollte doch nur einmal geliebt werden. War das so schwer? Wie hatte einst ihre Mutter gesagt? Und wenn du weißt was du willst solltest du es dir nehmen.
Jedoch achte darauf, dass du niemanden verletzt. Und doch hatte sie dies getan. Sie hatte jemanden einen guten Freund genommen und nun musste sie mal wieder die Konsequenzen tragen. Aber sie war doch mit Remus schon so lange befreundet. Er war doch so ein wundervoller Mensch! Aber mal wieder hatte sie es nicht verdient. Einen Menschen zu lieben war eine große Aufgabe. Sie tat dies ja auch, aber gleichzeitig verletzte sie andere Menschen mit ihrem tun.
Und ob sie es wollte oder nicht, die schreckliche Wahrheit war, dass der Junge den sie liebte sie nun hasste. Sie stand auf, schnappte sich ihre Tasche und verschwand in ihrem Zimmer nur um sich dann weinend auf ihr Bett zu schmeißen. Und die ganzen restlichen Stunden weinte sie bis ihre Augen zu schwer wurden, ihr Schluchzen weniger wurde und sie schließlich einschlief.
~*~*~
Nächsten Tag, nächster Abend.
Als Lily zum Abendessen ging hatte sie immer noch ein schlechtes Gewissen.. Als sie an Remus vorbei lief, hätte sie am liebsten noch einmal angefangen zu weinen.
Flashback.
Sie lief die Gänge entlang, ihre Bücher fest an ihre Brust gedrückt.Rote Augen hatte sie und doch konnte sie die auffälligen Spuren mit Make – Up verschwinden lassen, so wie sooft. Ihre Umgebung nahm sich nicht ganz war. Waren die Worte von James dafür verantwortlich, das sie das kleinste Stück ihrer gestrigen Freude verloren hatte? Sie wusste es nicht. „Hey Lily!“ Die Stimme von Remus riss sie in die Realität. Sie drehte sich um, sah ihren Besten Freund mit erhobener Hand ihr zu winken, und doch tat sie nichts dies zu erwidern. Es war als würde man ihr Herz raus reisen, als man sah wie er traurig seinen Blick abwandte und wie James selbstsicher lächelte. Noch fester presste sie ihre Bücher an ihre Brust und mit schnellem Schritte machte sie sich auf zum Unterricht.
Flashback Ende.
Den ganzen Tag hatte Remus versucht mit ihr zureden, doch er schaffte es nicht. Entweder sie rannte vor ihm weg, sagte sie hätte noch was zu tun oder ignorierte ihn. Als sie in die Große Halle kam, sah sie als aller erstes Alice die sie zu sich winkte. Beim gehen fiel ihr Blick noch einmal auf Remus der traurig auf sein Essen schaute und auf James der sie drohend anschaute. Mit zügigem Schritte eilte sie auf Alice zu. „Wo warst du den ganzen Tag, Lils?“ fragte ihre Beste Freundin, als Lily sich neben sie setzte.
„Entschuldige Alice. Ich hatte so einen stressigen Tag..“ murmelte ihre Freundin und legte sich ein paar Toastbrote auf ihren Teller. „Hey Evans!“ ein Slytherin Mädchen erschien hinter Lily. Wie war ihr Name doch gleich? Bellatrix Black? War dies nicht die Cousine von Sirius Black..? fragte sich Lily ins geheim. „Deine Eltern sind doch Muggel oder... ach was frag ich denn, weiß ja jeder das du ein Schlammblut bist... egal! Hast du schon mal den Tagespropheten gelesen...? Wird sicher interessant sein..“ böse grinsend schmiss die Slytherin den Tagespropheten vor ihr auf den Tisch.
Sofort schnappte sich Alice ihn und las, während Bellatrix wieder zu ihrem Tisch stolzierte. Mit jedem Wort was ihre Beste Freundin las wurde sie blasser. „Was ist los Alice?“ fragte Lily... Alice schaute mit einem unergründlichen Blick auf. „Lily... Das wäre nicht gut wenn du das liest...“ doch Lily hörte nicht auf sie und riss ihr den Propheten aus der Hand.Und als sie anfing zu lesen, hätte sie gewünscht es nie getan zu haben.
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