
von Elaine
Wenn wir denken, dass die Trauer ein Ende hat, dann haben wir uns gewaltig getäuscht. Die Versuchte, Gefühle zu verdrängen, ist einer der vielen Sachen, die wir in einer Situation wie diese tun. Auch wenn wir verzweifelt wissen, dass wir am Ende dann doch enttäuscht werden, versuchen wir es. Eine Tatsache, die wir nur selten hören wollen. Aber man konnte nichts ändern. Wenn es die bittere Realität war, mussten wir ihr entgegen sehen. Sich stellen und wissen, dass man bereit war. Aber wir alle gehen mit dieser Situation ander ums.
Die einen verstecken sich, die anderen wollen Abenteuer erleben. Manche machen eine vollkommene Veränderung. Eine Veränderung, die mehrere Leute überraschen wird, als bei irgendwer anders. Lily stand in ihrem Zimmer bei ihrer Tante, von der sie und ihrer Schwester aufgenommen wurden. Es wurden vier ganze Wochen frei gegeben. Warum wusste niemand so genau. Es kümmerte keinen, sie freuten sich ehe auf zu Hause.Der Winter nahte, man roch es. Eine Jahreszeit, die Lily schon immer geliebt hatte. Genau einen ganzen Monat seid der Beerdigung war vergangen und erst seid gestern war sie wieder in der Muggelwelt.
Petunia und sie hatten noch nicht kein Wort miteinander geredet. Nur Tante Elisabeth versuchte alles um sie aufzuheitern. Lily betrachtete sich mal wieder eingehend. Sie war doch hübsch, warum hatte sie dies nie gezeigt? Ein neu Anfang sollte her. Sich nie mehr an die Vergangenheit festhalten. „Schaff ich...“ murmelte sie, schnappte sich ihre Tasche und ein wenig Geld und Verlies das Haus. Woher der plötzliche Mut und die Zuversicht, es könnte alles besser sein, her kam, wusste sie nicht. Aber in diesem Moment war ihr alles egal. Sie steuerte einen Friseur an und lies sich für ein paar Dollar die Haare lockig machen. Noch lockiger als vorher und nun saßen sie auch. Sie betrachtete sich im Spiegel. Kontaktlinsen, neue Anziehsachen und es wäre perfekt. Sie stand auf, bezahlte und ging in die Stadt. Durch viele Läden ging sie, wo sie vorher noch nie gewesen war. Schuhe, Tops, Röcke, Kleider & Jeans hatte sie geholt.
Mit Taschen voll beladen ging sie zu einem Optiker und lies sich Kontaktlinsen geben. Sie fühlte sich seid Wochen wieder gut. Eine Wärme machte sich in ihr breit, die sie seid den albernen Streichen ihres Vaters nicht mehr hatte. Erfreut ging sie nach Hause. Sie musste Alice einen Brief schreiben. Einen, der nicht den fröhlichen Teil ihres Lebens, darstellte. Zu Hause setzte sie sich in ruhe an ihren Schreibtisch und legte sich Feder und Pergament bereit. Es war schwer die richtigen Wort zu finden. Wie sollte man seiner langjährigen Besten Freundin sagen, dass man die Freundschaft kündigte? Schließlich hörte sie die Stimme ihres Herzens. Und so kam Wort für Wort auf das Pergament.
Alice.
Sicherlich wirst du dich fragen, warum ich nicht, wie immer mit: HalliHallo Liebe Alice anfange. Vielleicht, weil in letzter Zeit einiges geschehen war. Vielleicht aber auch, weil mir klar wurde, dass ich mein Leben neu umkrempeln musste. Die Tatsache, dass mein Leben nun anders ablaufen wird, ist für mich ein aufmunterndes Gefühl. Mein neues Leben soll rosig aussehen und auch wenn du mir so viel gutes getan hast, muss ich dich streichen. Sei mir nicht böse, freue dich nur ein ein zigstes mal für mich. Ich will dich heimlich lachen sehen und schauen wie du deine eigenen Freunde hast, mit ihnen kicherst und mit ihnen nach Hogsmeade gehst. Ich bin davon überzeugt, dass wir uns irgendwann mal wieder sehen. Vielleicht schon in einem Jahr? Vergesse nicht, dass ich dich Liebe. Von ganzem Herzen. Meine Beste Freundin, meine Schwester. Ich dachte wir könnten Freunde bleiben. Egal was auch immer passieren würde. Ich hab gedacht, dass es klappen würde … aber … Jetzt weiß ich, dass es unmöglich ist.
Lebe wohl.
Lily.
Ein paar Tränen tropften auf das Pergament und verwischten ihre einst so schöne Handschrift. Wenn sie ein neues Leben haben wollte, musste sie irgendwo anders neu anfangen. Sie wusste welche weitere Schule ihre Wahl entsprechen würde. Beauxbatons? Es ist die zweite Wahl. Eine gute Schule. Sie würde neue Freunde dort finden, könnte neu anfangen.
Es wäre die richtige Entscheidung! Sie nahm sich ein weiteres Pergamentblatt, denn sie an Dumbledore adressierte. An Remus schrieb sie keinen Brief. Vielleicht weil es zu schmerzhaft war? Vielleicht aber auch, weil sie sich schon innerlich von ihm verabschiedet hatte. Sie nahm ihre Eule Moonlight und schickte diese los. Dann stand sie auf und fing an ihren Koffer zu packen.
Allwissender Erzähler.
Manchmal sehen wir keinen Ausweg und fangen an zu handeln. Wir wollen ein neues Leben anfangen, mit dem Gewissen, dass alles besser werden sollte.
War es aber die richtige Entscheidung?Sollte es so enden? Es war Tatsache.. Oder vielleicht doch Schicksal? Natürlich werden wir unser altes Leben vermissen, aber wir wollen Leben und glücklich sein.
Und dazu bedarf es die Notwendigkeit, die wir gerade noch so auf kratzen können.
[Man sieht Lily. Sie steht vor ihrem Fenster und schaut raus. Die Stimme ihrer Tante holt sie aus den Gedanken. Sie dreht sich um, nahm ihre Koffer und Verlies das Zimmer. Das letzte was man sah, waren ihre Roten Haare.]
Manchmal bekommen wir Narichten, die uns zu tiefst verletzen. Wir wollten helfen und doch schafften wir nichts, sie aufzuhalten. Sollten wir die nötigen Knöpfe drücken und es trotz allen versuchen? Wir würden nicht nur uns sondern auch den Menschen den wir lieben unglücklich machen. Aber manchmal war es die bittere Realität die uns zu hoffen brachte. Die Hoffnung auf ein kleines bisschen Magie, dem wir immer wieder selbst begegnen.
[Man sieht Alice, wie sie den Brief lies und ihn dann fallen lies. Tränen sammelten sich in ihre Augen, als sie letztendlich zusammenbrach. Das letzte was man sah, waren ihre Eltern, wie sie auf die aufgelöste Alice rannten.]
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