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Fanfiction

Leuchtende Gefühle oder bloßgestellte Emotionen? - -arbeiten-denken-erinnern-

von CathyWheeler

Tara lümmelte hinter ihrem klapprigen Schreibtisch und blätterte scheinbar beschäftigt in der einen, mal in der nächsten Akte. Geisterbehörde, unglaublich interessant! Ich bin ein ausgebildeter Auror, habe ein paar Jahre in der Beauxbatons-Akademie unterrichtet, was verplempere ich hier meine kostbare Zeit? Angeblich benötigt das Zaubereiministerium keinen Nachwuchs in der Aurorenzentrale, da kann man nur lachen! Alles nur Vertuschung. Dumbledore verlangt wirklich viel von mir, aber was macht man nicht alles um den Alltag zu entfliehen? Und um sich das Gewissen zu erleichtern...
Irgendwie musste sie doch an einen besseren Job kommen - ,vorzugsweise einen, mit dem man sich elendige Wachdienste zu den unmöglichsten Zeiten ersparen könnte...

Sie las sich die erste Zeile einer rosa Akte durch.
Ulrike Sinnen kann ihren Kleiderständer nicht ohne Erkältung benutzen, da dies der Lieblingsplatz von ihrem Ur-ur-ur-ur-ur-ur-Großonkel Gilbert der Gigglige ist.
Das ist doch alles Unsinn! Mit einem gepfefferten Wurf landete die Akte Gilbert der Gigglige in den Müll.
„Na, schwer am Schaffen?“
Ruckartig verrenkte sie den Kopf in Richtung Tür, den Zauberstab versteckt unter dem sich Akten stapelnden Schreibtisch umklammert.
Es war nur der zwinkernde Familienvater.
„Ach, geht so, bin fast fertig. Was kocht Molly heute?“
„Fleischklößchen. Tonks freut sich, dass du heute...na, du weißt schon“, er zwinkerte mir noch mal zu.
„Hmm, ich freu mich aufs Essen“
„Das lohnt sich immer. Ich muss jetzt auch weiter, bis bald Tara!“ und war auch schon fast aus ihrem Büro, welches immerhin ein Fenster zierte.
„Bis dann, Arthur!“, rief sie ihm noch schnell hinterher. Dabei hatte ich es schon fast verdrängt, in die müffelnde Höhle einzuziehen! Na ja, wenigstens brauche ich dann nicht zu kochen.
Mit dem letzten Rest Motivation nach einem langen Arbeitstag, schnappte sie sich eine, in edles Leinen gebundene, Akte.
Cuthbert Binns, Professor der Geschichte der Zauberei in Hogwarts, wünscht für ein Jahr die ehrwürdige Institution zu verlassen, um mit den tapferen und gebildeten Gilbert der Gigglige, falls dieser aufzuspüren ist, den magischen Geschichtsbüchern auf den Grund zu gehen.
Tara konnte sich ein Grinsen beim Gedanken an ihren ehemaligen Lehrer, der säuselnd monoton einen vertatterten, sich an einem Kleiderständer klammernden, Geist über magische Geschichte belehrte, nicht vertreiben.
Aber halt, wenn Binns weg ist, dann ist eine Stelle frei...eine Stelle...geschaffen wie für mich. Nicht nur die unliebsamen Wachdienste würden wegfallen, nein, ich könnte sogar dem Trollbein entfliehen!
Arbeitsam wie noch nie schrieb Tara mehrere Briefe und die rosa Akte wurde, unter der von Cuthbert Binns, vom Mülleimer in den Ordner Wichtig verlegt.


Nach der Arbeit wuselte Tara durch ihre kleine Wohnung. Ihr Koffer im Korridor war schon vollständig bestückt. Ein letztes Mal öffnete sie die Badezimmertür. Scheint fertig zu sein. Wurde langsam auch Zeit, nicht, dass ich die Versammlung verpasse. Ihre Augen blieben an ihrem Spiegelbild hängen. Wie blass du wieder bist. Da sieht doch jeder Troll, dass du dich nicht gut fühlst. Sie löste ihren Zopf und ließ ihre schwarzen Haare über die Schulter fallen. Ich sehe genauso aus wie an dem Tag...
Ihr tränenförmiger Anhänger blinkte wild verrückt und die Erinnerung konnte nicht mehr aufgehalten werden.

„SIE, SIE UNVERSCHÄMTES WEIBSSTÜCK, SEHEN SIE HIN, SIE STIRBT!“, ein untersetzter, vom Brüllen rotgesichtiger Zauberer schrie sie verzweifelt an, ein Bündel vor sich haltend.
„Ich kann, werde ihrer...Tochter nicht helfen, es ist zu gefährlich“, antwortete Tara zögernd, nicht von ihren Worten überzeugt.
„IST IHNEN IHR EIGENES LEBEN WICHTIGER ALS DIESES?“, dröhnte er ihr in die schmerzenden Ohren und fuchtelte wie wahnsinnig mit dem Kind vor ihren Augen.
Tara schloss jene verzweifelt und versuchte die Fassung zu bewahren. „Wenn sie schwören, egal was mit ihr passiert, zu verschwinden und zwar für immer, wie es auch ausgehen mag, dann versuche ich es“, wisperte sie, von ihren eigenen Worten überrascht.
Mit Tränen in den Augen, schluchzte der liebende Vater: „I-Ich schwöre...I-Ich we-werde gehen, oh bitte, bitte ver-versuchen sie es wenigstens.“ Der Mann legte ihr seinen wimmernden Schatz in die Arme und bedeckte sein Gesicht mit den Händen.
Tara, nun wild entschlossen diesen Alptraum ein Ende zu bereiten, löste mit zittrigen Fingern den leuchtenden Tränenanhänger von ihrer Kette und legte es dem Mädchen auf die Brust.
„Heile“
Schon bevor der Saphir schwarz und sie ohnmächtig wurde, war ihr schrecklich bewusst, dass hier alles schief lief, mächtig schief.


Tara keuchte auf. Um sich noch mal bewusst zu werden, dass die Erinnerung grausam der Wahrheit entsprach, krempelte sie ihren rechten Ärmel runter und schaute mit Ekel die schwarzen breiten Striemen an. Du musst hier weg. Schnell. Ablenken. Ab zu Tonks.
Ohne der leeren Wohnung noch einen letzten Blick zu gönnen, eilte sie mit hallenden Schritten zu ihrem Koffer, griff ihn und disapparierte.


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Ich habe diese Bücher für mich selbst geschrieben. Was passiert ist, ist ein Schock für mich. Ich dachte mir, dass die Bücher vielleicht drei Menschen gefallen werden, neben mir meiner Schwester und, vielleicht, meiner Tochter.
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