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Fanfiction

Leuchtende Gefühle oder bloßgestellte Emotionen? - -weichklopfen-loben-knallen-

von CathyWheeler

Gilbert, der Gigglige machte einen zermürbten Eindruck. Die vielen Falten auf der Stirn zeugten von seiner Skepsis.
Egal wie, der muss für Binns weichgeklopft werden!


Vorsichtig näherte Tara sich dem Kleiderständer und in Gedanken rief sie noch mal ihr Wissen zum Thema "Geister - Wie erlange ich ihr Vertrauen?"auf.

Erste Maxime: Geister sind autonome Wesen (Geistwesen), die in Abhängigkeit ihrer feinstofflichen Körperhülle existieren.

Mal wieder nur unnützes Wissen, das ich in mir reingestopft habe! Hilft mir unglaublich weiter...

Zweite Maxime: Da ihre Ich-Identität durch ihre eingeschränkte Produktivität und Sinneswahrnehmung belastet ist, können, falls kein Ausgleich (siehe soziale Netzwerke) stattfindet, folgende Symptome auftreten: Depressionen, Angstzustände, antisoziale Tendenz...

Vielleicht sollte ich erst mal herausfinden, welche Symptome der arme, arme Gilbert hat.

Nur einen Meter von ihm entfernt begrüßte Tara Gilbert höflich.
Der keifte auch gleich los: „Weg! Weg! Weg! Ich lasse mir meinen freien Willen nicht verbieten!“
Na, das kann ja heiter werden!

Hinter Tara flötete Mrs Sinnen: „Ich lass euch mal alleine und gehe ins Wohnzimmer. Viel Glück!“
Wenn die erst bemerkt, dass ich nicht nur ihren Problemfall hier lasse, sondern noch den nächsten anlocke...

Tara wartete ab, bis sie die Schritte von ihr nicht mehr hörte und wandte sich dann wieder Gilbert zu.
„Ich verstehe nicht ganz, worauf Sie sich beziehen. Ich bin nur hier, um Sie auf Ihren äußerst wichtigen Gast, der in wenigen Minuten eintreffen wird, vorzubereiten!“, hauchte sie ihm geheimnisvoll zu.
Das hatte aber nicht ganz den gewünschten Effekt, denn Gilbert, der Gigglige machte einen Gesichtsausdruck, der noch verharmlost mit "entsetzt" zu beschreiben wäre.
Mit einer Stimme, so hoch, dass sie wieder einen Schritt rückwärts ging, um ihr Trommelfell zu schonen, kreischte er los: „Noch mehr? Ich bleibe bei meiner Kleiderstange! Das ist der Ort, an dem ich gestorben bin, hier werde ich für immer der magischen Geschichte nachtrauern!“
Langsam begriff Tara, um was er Angst hatte und versuchte es auf einem anderen Weg: „Aber mein lieber Gilbert, Sie verstehen mich völlig falsch! Niemand wird Sie von Ihrer heiligen Kleiderstange entfernen! Sehen Sie das ein?“
Im schlimmsten Fall erpresse ich ihn um die dumme Stange!

Gilbert schien weit davon entfernt zu sein, er verschränkte die Arme um die Kleiderstange und schwieg.
Tara versuchte ihn umzustimmen: „Sie sind doch ein kundiger Historiker, nicht wahr? Würden Sie nicht gerne mit jemanden Ihres Formats die magische Geschichte überprüfen?“

Gilbert murrte: „Hauptsache nicht mit Ihnen!“
So weit kommt's noch!

Tara lächelte. „Aber natürlich nicht! Und Ihr Gast, der überaus geschätzte Professor Cuthbert Binns, ist sogar ein Geist!“
Dies schien ein ausschlaggebendes Argument zu sein, jedenfalls lockerte er seine Arme und fragte: „Für welche Epoche hat denn der gute Mann seine Vorliebe?“
Sie schaute nervös auf ihre Armbanduhr. „Oh, das entzieht sich meiner Kenntnis, aber Professor Binns müsste eigentlich-“

Tara erschauerte von dem Gefühl, mit eiskaltem Wasser überschüttet zu werden. Geschockt sprang sie zur Seite. Als sie sich umdrehte, standen sich Gilbert und Binns gegenüber. Anscheinend hielt der Professor nichts von Begrüßungsfloskeln, mit monotoner Stimmlage faselte er etwas von den Riesenkriegen. Gilbert nickte dazu wie ein Metronom.

Gerade als Tara sich selbst loben wollte, öffnete sich die Wohnzimmertür.
Mrs Sinnen schaute entgeistert zu den dreien. „Was soll das denn werden?“, presste sie mit bebender Stimme hervor.

Schauspielkünste sind gefragt!
„Sehen Sie den Erfolg?“ Tara strahlte gezwungen und präsentierte überschwänglich die Geister, indem sie um jene mit ausladenden Gestiken herum stolzierte.
Mrs Sinnen beeindruckte das natürlich nicht. Mit bedrohlicher Stimme sagte sie: „Ich denke, ich habe ausdrücklich mit meiner Beschwerde ans Ministerium klargestellt, dass ich nichts mehr mit Geistern-“
„Aber genau das wird auch passieren, nach der Vergesellschaftung und ein bisschen Geduld-“
„Geduld? Sie wollen mir was von Geduld erzählen? Haben Sie jahrelang das aushalten müssen?“ Auf Mrs Sinnens Gesicht zeigten sich hässliche Wutflecke und sie lief auf Tara zu.

Die Kleiderstange nicht benutzen zu können? Die Frau hat Nerven!
„Glauben Sie mir, die beiden werden bald aufbrechen!“ Tara versuchte so überzeugend wie nur möglich zu klingen, machte aber einen Schritt rückwärts.
„Ach ja? Und sie wissen auch, was "bald" bei einem Geist bedeutet? Sind Sie überhaupt ausreichend ausgebildet? Sie scheinen mir noch sehr jung!“ Sie zückte ihren Zauberstab und kam ihr wieder erschreckend nahe.
„Seien Sie versichert, ich bin von der Geisterbehörde!“ Taras Stimme war nun zornerfüllt.
Zwar nur für den Bürokram, aber das braucht die ja nicht zu wissen. Und mein Alter erst recht nicht!
Mrs Sinnen fixierte Taras Brustkorb mit ihrem Zauberstab.
Das soll sie erst mal wagen!
„Sehen Sie doch auch die positiven Aspekte, jetzt ist es viel heller im Flur!“, erwiderte Tara zynisch.

„Sie, Sie Sabberhexe!“ Mrs Sinnen umfasste ihren Zauberstab fester, ihre feurigen Blicke durchlöcherten sie und sie rückte Taraextrem auf die Pelle.

„Sie wissen, was Ihnen droht, wenn Sie eine Ministeriumsangestellte angreifen?“ Tara versuchte ihre Wut zu unterdrücken, denn wenn das hier ausartete, standen die Chancen nicht schlecht, das irgendwelche Ministeriumsangestellte spitz bekamen, wie sie unerlaubterweise rumgepfuscht hatte. Sie ging wieder einen Schritt rückwärts und spürte die Türklinke hinter sich.
„RAUS!“, fluchte die Hausbesitzerin aus voller Kehle, Professor Binns kam für zwei Sekunden aus dem Takt und Gilbert schenkte den beiden Frauen einen tadelnden Blick.

„Mit Vergnügen, meine Empfehlung auf Nimmerwiedersehen!“, zischte sie ihr ohne zu zögern zu. Mit größtem Genuss knallte sie die Tür zu und apparierte.


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Es hat mich beruhigt, zu sehen, dass eigentlich niemand die Szenen beim ersten Take schafft.
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