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Fanfiction

Schicksalsnacht. - Kapitel 4. - "Du vergleichst ein Bäumchen mit einem ganzen Wald..."

von Elaine

Hey ihr Lieben,

hier ist schon das nächste Kapitel! Entschuldigt dass es so lange gedauert hat, aber ich und meine Beta-Readerin haben halt nicht immer Zeit :D

Hoffe es gefällt euch,

Elaine.

P.S Re-Kommis findet ihr hier.


~*~*~*~*~

Gegenwart.

„Harry? Hermine?!“ Ron Weasley stürmte durch das Haus am Grimmauld Place 12 und wunderte sich, dass ihm niemand antwortete. „Hast du sie auch nicht gefunden? Ich auch nicht!“ Ginny, seine Schwester, stellte sich nervös neben ihn und ihr Blick huschte in alle Ecken des Foyers. „Kinder? Ihr seit schon wach? Passt auf eure Verletzungen auf!“ mahnte Molly und chauffierte die beiden in die Küche, wo auch schon bereits alle anderen warteten. „Wir haben euch etwas mit zuteilen...“ begann Arthur und erhob sich langsam. „Wie ihr sicherlich alle bemerkt habt, ist der Kampf gegen Voldemort gescheitert. Aber dies soll nicht unser einziges Problem sein. Denn es gibt noch eines...“ Ron runzelte die Stirn.

„Welches denn? Und warum sind Harry und Hermine nicht hier, müssten sie das nicht auch mitbekommen?“ Nun erhob sich auch Sirius. „Darauf wollten wir ja auch gerade eingehen. Harry und Hermine sind verschwunden...“ Es herrschte Stille. Absolute Stille und niemand traute sich, diese zu brechen. Der Schock stand den Weasley Kindern ins Gesicht geschrieben. Immerhin hatten sie gerade erfahren, dass zwei wichtige Menschen verschwunden waren. „Sie können doch nicht einfach so weg sein! Wie ist das passiert?“ kreischte Ginny und sah sich hysterisch um. „Wir denken, dass Voldemort etwas damit zu tun hat. Ganz genau wissen wir das allerdings nicht, aber es scheint, als hätte er einen Trumpf im Ärmel gehabt. Vielleicht haben sie eine Zeitreise oder Ähnliches gemacht...“ brummte Mad Eye.

„Aber man kann Zeitreisen doch nur in einem Zeitraum von einer Woche machen!“ protestierte Ginny, während Ron stumm blieb und nachdenklich auf seine Hände starrte. „Wissen wir, aber in der Schwarzen Magie ist alles möglich, Ginny-Schätzchen…“ versuchte Molly ihre Tochter zu beruhigen und warf einen besorgten Blick auf Ron. „Ihr solltet auf euer Zimmer gehen...“ murmelte Sirius, stand ruckartig auf und verschwand aus der Küche. Remus warf seinem besten Freund einen besorgten Blick hinterher, während Tonks sanft dessen Hand berührte.

+++

Vergangenheit.

Harry seufzte und zog noch einmal kräftig an seiner Zigarette. Entspannt schloss er die Augen und dachte darüber nach, was geschehen würde, wenn er auf seine eigentlich verstorbenen Eltern treffen würde. Und dann auch noch auf den jungen, rebellischen Sirius. Er konnte es einfach nicht glauben. Natürlich hatte er gehofft, endlich für einen Moment normal zu sein. Aber anscheinend war auch dieses Mal alles anders. Ihm blieb die Normalität verwehrt und langsam aber sicher musste er es akzeptieren. Er würde wohl oder übel niemals normal sein. Vielleicht, weil es Schicksal war. Vielleicht aber auch, weil es ihm nicht gegönnt war.

„Kommst du? Wir müssen gleich zum Unterricht …“ Harry nickte, als er ihre wohlige Stimme vernahm. Professor Dumbledore hatte eigentlich gesagt, es wäre zu früh für Harry, schon jetzt den Unterricht zu besuchen, aber Harry fühlte sich gut und wollte keinen einzigen Moment in der Vergangenheit damit verschwenden, alleine in einem Zimmer zu hocken. Die Unterrichtssachen würde er heute noch nicht brauchen, denn erst morgen würden sie kommen. Dumbledore hatte persönlich dafür gesorgt. „Komm...“ wiederholte Hermine sanft und ihre Hand glitt an seinem Arm hinab zu der seinen. „Ich bin bei dir...“ flüsterte sie ihm ins Ohr und Harry schloss für einen kurzen Moment die Augen, genoss einfach ihre Sinnlichkeit und ihre Stärke. Er schnippte den Zigarettenstummel weg, was Hermine geschickt übersah. Stumm gingen sie durch die Flure, stiegen die eisernen Treppen hinauf und blieben letztendlich vor dem Verwandlungszimmer stehen.

Harry seufzte kurz und schloss vor Aufregung die Augen. Seine Hände fingen an unkontrolliert zu zittern. Er hatte Angst. Ja. Und auch, wenn Harry sich in letzter Zeit so selten irrte, so tat er es doch jetzt und Hermine dankte im Stillen Merlin dafür, dass sie an seiner Seite sein durfte. Dass er einmal aus seinem Schatten trat und die Angst zeigte. Das er einmal seine Gefühle ordnete und ihr zeigte, was ihn belastete. Harry atmete noch einmal kräftig ein, drückte ihre Hand ein wenig und lächelte sie dann schief an. Ihr Lächeln. Grinsend gab sie ihm noch einen kurzen Kuss auf die Lippen und es schien, wie beim ersten Kuss zu sein.

Das Feuerwerk, das stieg, sobald seine Lippen auf die ihren trafen und die Schmetterlinge in ihrem Bauch, die sie fühlte, wenn sie ihn sah. Seine Hand hob sich ein wenig zitternd, dann traf sie auf das schwere Holz. Einmal. Zweimal. Das Klopfen schien selbst in seinen Ohren widerzuhallen. „Herein?!“ vernahmen sie die Stimme der strengen Professor McGonagall und sie fühlten sich, wie jene Tage in der Gegenwart, die sie zum Erlebnis aller Schüler gemacht hatten. Ein Grinsen legte sich auf Harrys Gesicht, als er mit Hermine an der Hand das Zimmer betrat und sich vor den Pult von McGonagall stellte. Dabei ignorierte er die Blicke der anderen. Jetzt war die Zeit noch nicht gekommen. Erst, wenn er saß konnte er einen Blick auf seine verstorbenen Eltern werfen. Denn wenn er noch immer stehen würde, würde er wahrlich umkippen.

„Ahh! Ms. Granger und Mr. Kross. Setzten Sie sich doch bitte in die letzte Reihe, dort sind die einzigen noch freien Plätze.“ McGonagall grinste nicht oft, aber sie tat es in diesem Moment und für die anderen Schüler war es ziemlich ungewohnt, dass sie eine Reihe voller weißer Zähne entblößte. „Aber gerne doch, Professor...“ grinste Harry schief und fing sich einen leichten Schlag von Hermine ein. Stumm steuerten sie die letzte Reihe an, obwohl Hermine nicht ganz einverstanden damit war. Immerhin wollte sie vorne sitzen. Das tat sie schon immer… solange sie denken konnte. Als sie ihre Plätze einnahmen, die komischer Weise auch noch nebeneinander waren, ließen sie das erste Mal ihren Blick durch die Reihen schweifen.

„Also … Sie sehen vor sich eine kleine, gewöhnliche, lebende Katze. Ich bitte Sie nun, diese in ein...“ weiter hörte Harry nicht mehr zu. Sein Blick hatte etwas gefunden, von dem er dachte, es niemals sehen zu dürfen. Ein solch intensives Rot, das er nur von Bildern kannte. Und in diesem einen Moment drehte sie sich um. Lily Evans. Ihr Blick traf den seinen und Harry hatte das Gefühl, in seine Augen selbst zu blicken. So irreal es sich auch anhören mochte, er war so fasziniert von der Schönheit seiner Mutter, dass er gar nicht mit bekam, wie sie verlegen den Kopf zur Seite drehte. Schnell schüttelte er den Kopf und seine Augen glitten weiter. Das leise Lachen lockte ihn und sein Kopf schnellte in Richtung der Marauder. Plötzlich fühlte Harry sich das erste Mal so unbeschwert, so einmalig glücklich. Zum ersten Mal in seinem Leben sah er seinen Vater real. Lebend. Es war Wahnsinn mit anzusehen, wie James durch seine wirren Haaren fuhr oder wie er sich die Brille rückte.

Es war toll mit ansehen zu können, wie er mit einem kleinen goldenen Schnatz spielte, der die Initialen ’J + L’ trug. Hermine stupste ihn an und nickte in eine Richtung. Er folgte ihrem Blick und sah die jüngere Ausgabe von Sirius und Remus. Fast hätte er laut losgelacht, als er sah, wie Sirius wild mit einem Mädchen, das eine Reihe vor ihm saß, flirtete. Und er grinste glücklich, als er feststellte, wie konzentriert Remus dem Unterricht folgte. Sein Blick schweifte weiter und fiel auf die kleine Person, die zusammengekauert auf einem Stuhl saß.

Und obwohl da diese Wut aufflammte, hatte er auch ein wenig Mitleid mit dem kleinen Peter Pettigrew. Doch Harry wusste nur zu genau… ihm zu helfen wäre vergebens, denn um diese Jahreszeit war Peter schon längst ein Todesser geworden. Harry lehnte sich glücklich seufzend nach hinten und tastete nach Hermines Hand. Er verschränkte seine Finger mit den ihren, so wie er es immer tat wenn ihm langweilig war oder wenn er in Gedanken schwelgte. Hermine ließ es mit einem Lächeln über sich ergehen und lauschte gespannt dem Unterricht.

+++

Endlich klingelte es zum Ende der Stunde. Auch wenn Harry sich noch so auf seine 'Eltern' freute, mit ihnen reden konnte er wahrscheinlich noch nicht. Also nahm er Hermine schnell an die Hand und wollte mit ihr den Raum verlassen, doch da hatte er die Rechnung ohne die Marauder gemacht.
„Hey! Moment mal! Kross! Wartet!“ James hechtete den beiden Liebenden hinterher und blieb vor ihnen stehen. „Ich wollte mich...“ Remus piekste seinem Besten Freund in die Seite.

„Au! Ja ehm. Ich meine wir wollten uns nur mal vorstellen. Das ist Peter, Remus, Sirius und ich bin James und ihr seid…?“ Freundschaftlich hielt James ihnen die Hand hin. „Ich bin Harry und das ist Hermine...“ lächelte sein 'Sohn' und schüttelte seine Hand. Das erste Mal berührte er ihn. Seinen Vater, in Jugendzeiten. „Freut mich...“ lächelte er und schüttelte auch Hermines Hand. „Wollt ihr noch mit runter zum See?“ fragte Sirius grinsend. Vorsichtig schielte Hermine zu ihrem Freund.

Wahrscheinlich würde er solch einen nahen Kontakt noch nicht ertragen können. „Ich denke, wir gehen erst mal auf unser Zimmer … Ihr wisst ja Jetlag...“ murmelte Hermine und zog Harry hinter sich her. Von weiten vernahmen sie noch die fragende Stimme von Sirius. „Wie Jetlag...“ und dann folgte die Erklärung von Remus mit einem Seufzer.Ein paar Minuten Später schon, saßen sie auf der Satinbettwäsche. Harry lehnte mit dem Rücken gegen die Wand und Hermine lag zwischen seinen Beinen, ihr Rücken an seine Brust gelehnt. Abwesend fuhr er mit seinen Fingerspitzen ihren Arm auf und ab.

„Weißt du, wie viel du mir eigentlich bedeutest? Hast du eine Vorstellung davon, wie sehr ich dich liebe?“ hauchte Harry in ihr Ohr und sah amüsiert dabei zu, wie sie eine Gänsehaut bekam. Genießerisch schloss sie ihre Augen.
„Ich weiß, wie sehr ich dich liebe...“ In diesem einzigen Moment, in dem Hermine dies sagte, leuchteten seine Augen. Nein, sie strahlten voll Liebe. „Du vergleichst ein Bäumchen mit einem ganzen Wald...“ Hermine lachte schallend los und auch Harry ließ es sich nicht nehmen, leise zu lachen.


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Meike Bruhns, Berliner Zeitung