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Fanfiction

Lessons & Obsessions - X-Factors

von Nitsrek

KAPITEL SECHS: X-Factors

Dienstagmorgen erhielt Hermine beim Frühstück eine Eule, die erklärte, dass ihre zweite „Stunde“ am Donnerstagabend stattfinden würde. Das kam ihr absolut entgegen, da das Quidditchteam von Gryffindor zu diesem Zeitpunkt Training hatte. Ohne Zweifel wusste Malfoy Bescheid über die Trainingspläne der anderen Teams und legte das Training seines Teams auf andere Abende, so dass es auch ihm gut passte.

Obwohl sie nach dem Lesen des Briefes nicht zu ihm hinüber sah, war Hermine sich sicher, dass Malfoy sie beobachtete. Für sie fühlte es sich so an, als müsste es für jeden klar und deutlich erkennbar sein, dass zwischen ihnen etwas lief, obwohl es logischerweise dafür wirklich keine Anhaltspunkte gab. Ron sah neugierig auf den Brief, während sie ihn las, wagte es aber nicht, danach zu fragen, da sie sich wegen seiner Aussage beim Abendessen am Sonntag immer noch auf unsicherem Terrain bewegten.

„Noch ein Brief?“, fragte Ginny und hob neugierig eine Augenbraue.

„Ja, er ist -“, Hermine führte einen ungesagten Zauber aus und der Brief war innerhalb von Sekunden ein Häufchen Asche, „er ist von meinen Eltern. Sie fragen in letzter Zeit oft nach, weil Voldemort ja an der Macht ist und Dumbledore… weg.“

„Also verbrennst du sie, um deine Eltern nicht zu verraten?“ Ginny versuchte, lässig zu klingen, glaubte Hermines Geschichte aber nicht ganz.

„Hm?“ Hermine wirkte zerstreut. „Oh! Ja, genau.”

Ginny verfolgte das Thema nicht weiter.

*****

Auf den Donnerstagabend zu warten, war beinah unerträglich für Hermine. Auch wenn sie nicht glaubte, dass Malfoy während ihrer nächsten Lektion sehr weit mit ihr gehen würde, drängte es sie doch danach, mit ihm allein zu sein, sein Flüstern zu hören und von ihm berührt zu werden. Obwohl sie nicht bereute, was sie bisher getan hatte und sich auch nicht schuldig fühlte, war sie doch ein wenig beschämt darüber, dass sie vollkommen unfähig war, ihm zu widerstehen. Die Tatsache, dass es sie nicht störte, dass er sie Schlammblut nannte, war ein bisschen beunruhigend. Sie warnte sich selbst davor, zu sehr von ihm abhängig zu werden; sie war froh, dass der Orden ihn aufgenommen hatte, aber sie vertraute ihm noch nicht.

Hermine schaffte es die nächsten drei Unterrichtstage zu überstehen, ohne zu viele Tagträumereien an Malfoy zu verschwenden. Sie zwang sich die Hausaufgaben der Woche zu erledigen bevor sie Mittwoch ins Bett ging, damit sie ihre Zeit mit ihm am Donnerstag voll genießen konnte. Nun, sie wäre zumindest ein bisschen weniger abgelenkt: voll genießen war schwierig zwischen ihrer Nervosität, ihrer Unerfahrenheit und ihrer Angst, dass das alles nur ein ausgeklügelter Streich war.

Beim Abendessen am Donnerstag fragte Ron nicht einmal, was sie geplant hatte, während er Training hatte, da sie diese Zeit immer lernend verbrachte, entweder in der Bibliothek, dem Gemeinschaftsraum oder ihrem Schlafzimmer. Jeder, der sie nicht an einem dieser Plätze fand, würde annehmen, sie befand sich an einem der anderen beiden, also würde niemand vermuten, dass sie etwas vorhatte. Hermine versuchte, nicht allzu niedergeschlagen über die Erkenntnis zu sein, dass sie so viel Zeit alleine verbrachte und Dinge tat, die sowieso niemanden interessierten, weshalb es niemandem merkwürdig vorkommen würde, wenn sie nicht da wäre.

Ginny war in dieser Angelegenheit ebenso schweigsam, obwohl ihr Hermines nervöses Gezappel nicht verborgen blieb. Ginny fragte sich, ob Hermine durch Harrys Abwesenheit ein Freund zum Reden fehlte. Sicher, Ron war Hermines Freund, aber er war nicht sehr einfühlsam, wenn jemand Hilfe brauchte. Ginny beschloss, ein Auge darauf zu haben.

Hermine erreichte den Raum der Wünsche um 20:00 Uhr, genau so, wie es ihr in dem Brief von Dienstag aufgetragen wurde. Sie konnte, an der dafür vorgesehenen Stelle, weder Türgriff noch den Umriss einer Tür sehen, trotzdem klopfte sie dort an die Wand. Nach einem Moment öffnete sich ein türgroßer Teil der Wand nach innen, und Malfoy winkte sie wortlos herein.

Draco hatte das Sofa an eine Seite des Zimmers geschoben, so dass er auf dem Teppich liegen und das Feuer genießen konnte. Er hatte sein Hemd ausgezogen, damit er die Hitze des Feuers aufsaugen und den Teppich auf seiner Haut fühlen konnte. Er trug nur seine schwarze Uniform-Hose; seine Schuhe, Socken, Umhang, Hemd, Krawatte und die anderen Sachen lagen auf einem Stapel auf dem Sofa. Seine Haut war warm und leicht gerötet von den zwanzig Minuten, die er vor dem Kamin verbracht hatte.

Gleich nachdem er Hermine eingelassen hatte, kehrte Malfoy zu seinem Platz auf dem Teppich vor dem Feuer zurück, setzte sich davor, mit den Armen auf den Knien, und starrte hinein. Er sprach nicht mit ihr. Er schien in düsterer Stimmung zu sein, kurz angebunden und ohne Lächeln. Aber er blickte zu ihr, als sie an der Tür zögerte, als ob er fragen würde, worauf sie wartete; also zog sie Schuhe, Strümpfe und Pullover aus, so dass sie nur noch ihren Schulrock, Bluse und Krawatte trug. Sie hatte vor dem Abendessen ihren Umhang abgelegt, aber nicht genug Zeit gehabt, sich komplett umzuziehen.

Der riesige Teppich fühlte sich unter ihren nackten Füßen wundervoll an, als sie zum Feuer lief. Sie setzte sich ein paar Schritte von Malfoy entfernt hin, leicht vom Feuer abgewandt, und wartete darauf, dass er sprach. Während sie wartete, betrachtete sie ihn in Ruhe.

Es war das erste Mal, dass Hermine Malfoy nicht in einem Hemd oder einem Umhang sah, der bis zu seinen Handgelenken ging. Der Anblick seiner nackten Arme, schlank aber wohldefiniert, hätte sie schon genug aus der Fassung gebracht, aber ihn komplett oben-ohne zu sehen war atemberaubend. Er war wirklich attraktiv, auch wenn seine Gesichtszüge oft von einem bösen Grinsen oder einem finsteren Blick entstellt wurden. Er hatte über den Sommer und seit Beginn des Schuljahres einen Teil seiner Gesundheit wieder erlangt, und der müde, von Sorgen gezeichnete Junge, an den sie sich aus dem letzten Jahr erinnerte, war fast verschwunden.

Hermine starrte unverfroren auf Malfoys Brust, nahm jeden Zentimeter Haut und Muskeln in sich auf, und fragte sich, wie es sich anfühlen würde, ihre nackten Brüste gegen seinen Oberkörper zu drücken. Er sah gerade so warm und einladend aus. Sie hatte ihn nie wirklich berührt, abgesehen von ihren Küssen. Auf jeden Fall nicht seine nackte Haut. Sie dachte, es wäre eher ein Zeichen der Intimität, als der einer sexuellen Natur, dachte sie. Malfoy würde das wahrscheinlich nicht mögen. Hermine konnte ihre Gefühle nicht so leicht von ihrem Verlangen trennen. Sie wollte Malfoy auf Arten berühren, die nichts mit Sex zu tun hatten. Aber dafür war sie nicht hier, und sie musste aufhören, alles genau zu analysieren und sich darauf konzentrieren.

Draco bemerkte ihr Starren und sah sie an. Er grinste bei dem Ausdruck auf Grangers Gesicht und bedeutete ihr lautlos, sich an seine rechte Seite zu setzen. Als sie sich niedergelassen hatte, verschwand sein Grinsen und er starrte wieder ins Feuer.

Er legte weder einen Arm um sie, noch lehnte er sich an sie, aber Hermines Magen bebte von der großen Nähe zu seiner nackten Haut. Sie hatte ihn nicht berührt. Er schien bereits schlecht gelaunt zu sein, und sie war nicht so dumm, darauf zu vertrauen, dass er vorher gesagt hatte, dass er ihr nicht wehtun würde.

Nach ein paar weiteren Momenten in Stille sah Malfoy sie an und rollte mit den Augen, als er bemerkte, wie zerzaust ihr Haar war. Gegen Ende des Tages war es immer am wildesten, wenn die Wirkung der Bürste und Haartinkturen aufgebraucht war. Ohne ein Wort - und es war untypisch für ihn, die Möglichkeit auf einen schnippischen Kommentar sausen zu lassen - streckte Malfoy seine linke Hand aus und strich Hermines unbändiges Haar glatt. Während er dies tat, blickte sie auf seinen Arm, keuchte, und entfernte sich leicht.

Draco war einen Moment verwirrt, bis er bemerkte, was Granger sah: sein Dunkles Mal, eine verblasste, rote Narbe, wie ein hervorstehendes Muttermal, spannte sich fast über die gesamte Innenseite seines linken Unterarms. Nicht darauf achtend hörte er auf ihr Haar zu zähmen, sah sie dann an und hob eine elegante Augenbraue, als ob er sie zu einer Bemerkung herausfordern wolle.

„Macht es dir Angst, Granger?“, fragte Draco mit tiefer Stimme. „Hast du Angst, dass ich ein böser Mann bin? Ich habe Menschen verletzt“, sagte er trocken.

„Nein...“, flüsterte Hermine, bedeckte seine linke Hand mit ihrer rechten und hielt sie zurück. „Ich habe keine Angst vor dir.“

Und komischerweise stimmte das. Als sie das Dunkle Mal auf Malfoy sah, weckte es in ihr nicht die Angst, die sie vielleicht bei einem anderen Menschen gespürt hätte. Stattdessen verspürte sie Mitgefühl. Sie bedauerte, dass er schon immer gelehrt worden war, zu hassen, dass er für die Fehler seines Vaters bestraft worden war, weil ihm mit seinem eigenen und dem Tod seiner Mutter gedroht worden war, wenn er nicht getan hätte, was Voldemort befehligte. Hermine wusste, dass Malfoy keineswegs ein Heiliger war, aber er hatte Dumbledore nicht getötet, oder sonst jemanden, so weit sie wusste, und das hieß, dass er auch nicht völlig böse war.

Draco konnte den Gesichtsausdruck des Mädchens nicht lesen, während sie eine Minute lang vergleichend seine Hand in ihrer hielt. Sie starrte ihn an und dachte angestrengt nach. Ihre Augen waren traurig, aber der Blick war auch irgendwie sinnlich, sehr persönlich und durchdringend. Es war so intensiv, dass er darum kämpfen musste, um nicht wegzusehen. Dann tat Granger das Letzte, womit Draco jemals gerechnet hatte: sie brachte seinen Arm an ihre Lippen und küsste ihn, auf das Dunkle Mal, direkt auf den Kopf der Schlange, die die groteske Zunge des Schädels bildete. Er war so schockiert, dass er weder seinen Arm bewegte, noch fragte, was sie da tat.

Erneut küsste Hermine die warme Haut seines Arms, langsam, ehrfürchtig, verständnisvoll. Nicht aus Respekt vor dem Mal oder wofür es stand, sondern in Anerkennung seines Leidens, um zu zeigen, dass sie wusste, was er war und was er getan hatte, und dennoch dachte, dass er Vergebung verdiente. Sie küsste abwechselnd die beiden leeren Augen des Schädels, den zahnigen Mund, jeden Zentimeter der Tätowierung, die vielleicht erst nach Voldemorts Tod sicher entfernt werden könnte.

Draco war irritiert. Er mochte die Tiefe dieser Geste und den unerschütterlichen Mut und die Hingabe nicht, die Granger an den Tag legte. Er brauchte ihre Vergebung, ihr Mitleid nicht! Sie küsste seinen Arm, als könnte sie damit das Mal durch die bloße Macht ihrer Akzeptanz verschwinden lassen. Es war keusch und sexuell zur gleichen Zeit. Sexuell auf eine Art, die Draco nicht behagte, für die er sich schutzlos ausliefern musste. Alles was er tun konnte war, das Mädchen anzustarren, das scheinbar versuchte, ihn mit einem Segen von ihren Lippen - wie ein Engel - zu heilen. Wie eine Mutter, die die Schramme ihres Kindes mit einem Kuss „wieder gut machte“. Wie konnte sie sich nur erdreisten zu versuchen, all das auszulöschen, was ihn das Mal gekostet hatte?

Er wollte sie anschreien, aufzuhören, ihre dreckigen Lippen von seiner Haut zu nehmen und aus seinem Blickfeld zu verschwinden. Er wollte ihre herablassenden Küsse nicht, sie gaben ihm das Gefühl, dass er sie nicht wert war, als ob sie etwas Besseres wäre. Durch sie fühlte er sich nackt, und er hasste es. Und er hasste es, dass er sich nicht dazu bringen konnte, sie auch zu hassen. Es war mal so einfach gewesen, sie zu hassen. Er konnte seinen Arm nicht wegziehen und er konnte seinen anderen Arm nicht dazu bewegen, sie wegzustoßen. Er war gelähmt.

Und dann wanderten die Küsse zur Innenseite seines Handgelenks und Granger war nicht länger ein Engel, sondern ein lebendiges, atmendes Mädchen, das ihm zeigte, dass er nicht mehr ihr Lehrmeister war, nicht in diesem Moment. Sie küsste und knabberte an der unglaublich empfindlichen Haut von Dracos Handgelenk, und seine Augen schlossen sich in Genuss, sein Ärger schmolz und verschwand. Er wollte entdecken, wozu dieser Mund in der Lage war. Sie schloss ihre Lippen um die Stelle, an der sein Puls am einfachsten zu fühlen war, und saugte sanft. Die Hitze ihres Mundes ließ Draco ungewollt zittern. Sie hatte wahrscheinlich in einem Buch von so etwas gelesen. Sie war klüger, als es ihr gut tat!

Das war wenigstens etwas mit dem Draco umgehen konnte. Er war Grangers plötzliche sexuelle Offensive nicht ganz gewohnt, noch hatte er die beängstigende Intimität zwischen ihnen in den letzten paar Augenblicken vergessen, doch zumindest verständigte sie sich wieder mit seinem Körper und versuchte nicht zu seinem Herzen oder seiner Seele oder was auch immer dort war, zu sprechen.

Weil er nicht zulassen wollte, dass Granger dachte, sie hätte ein Gleichgewicht der Kräfte zwischen ihnen geschaffen, entriss Draco dem Mädchen plötzlich sein Handgelenk, drückte sie auf den Teppich und bewegte sich in einer fließenden Bewegung über ihren gefangenen Körper.

„Ich hoffe um deinetwillen, dass du das aus einem Buch gelernt hast, Granger“, schnarrte Malfoy leise, sein Gesicht nur wenige Zentimeter über Hermines, „denn ich werde nicht zulassen, dass dich andere Menschen anfassen.“

Hermine verkniff sich ein überraschtes Quietschen, während sie auf den weichen Teppich gepresst wurde. Ihre zeitweise vorhandene Bestimmtheit wurde durch Malfoys Wiedererlangen seiner Kontrolle zunichte gemacht.

„Ich habe von einer der anderen Schülerinnen zufällig etwas mitbekommen“, würgte Hermine hervor, erregt und verängstigt zugleich. Malfoy schien in merkwürdiger Stimmung zu sein und er war noch unberechenbarer als sonst. Wenn es eines gab, das Hermine fürchtete, dann Unvorhersehbarkeit.

„Verstehe ich richtig, dass du inzwischen an Türen lauschst?“, fragte Malfoy warnend, spielte rücksichtslos mit seiner Beute.

„Es war ein Unfall!“, stammelte Hermine verzweifelt. „Die anderen Mädchen im Schlafsaal dachten, ich würde schlafen, als sie sich unterhielten!“

Draco sah Granger misstrauisch an, schüchterte sie zum Spaß ein. Er glaubte nicht wirklich, dass irgendjemand die Schulsprecherin angefasst hatte: den Gryffindors fiel ihre Attraktivität im Allgemeinen nicht auf, sie wäre an den meisten Hufflepuffs nicht interessiert, die Ravenclaws wären wahrscheinlich von dem Mädchen, das sie zusammen gesehen hatte, gewarnt worden, dass da irgendwas lief, und die Slytherins hätten zuviel Angst als Schlammblutliebhaber abgestempelt zu werden, wenn sie sie ansahen.

Er sagte ihr nicht, dass er ihr glaubte, aber er rollte von ihr herunter, so dass er neben ihr lag und seinen Kopf auf seine rechte Hand stützte. Sie drehte sich langsam auf die Seite, um ihm gegenüber zu liegen, und spiegelte damit seine Haltung. Draco streckte seinen linken Arm aus, ignorierte Granger, als sie wieder auf das Tattoo starrte, und lockerte entschlossen ihre Krawatte und warf sie zur Seite. Dann öffnete er die oberen beiden Knöpfe ihrer Bluse, so dass ihr Dekolleté sichtbar wurde. Er bemerkte zufrieden, dass man durch die Öffnung einen Blick auf Grün und Silber erhaschen konnte.

Hermine bewegte sich nicht, als Draco an ihrer Kleidung zu schaffen machte. Immerhin benutzte er diesmal keine Magie. Sein ungewöhnlich stiller Zustand irritierte sie. Er gab ihr das Gefühl, dass sie in der Lage sein müsste, ihn dazu zu bringen, sich ihr zu öffnen, aber gleichzeitig schien er beinahe gefährlich. Sie wollte Malfoy fern bleiben, aber es war schwierig, die Gefühle fernzuhalten, wenn sie so viel Zeit allein zu zweit verbrachten. Hermine musste zugeben, dass sie möglicherweise anfing, eine Art Zuneigung für Malfoy zu spüren, was schlecht und absurd war, da er so ein grausamer Mistkerl war.

„Stimmt etwas nicht?“, fragte Hermine schließlich schüchtern, als sie die Stile nicht länger ertragen konnte.
Draco sah Granger an, seine Augen funkelten im Feuerlicht. Er hoffte, dass sie keinen großen, emotionalen Moment mit ihm erleben wollte. Er war es gewöhnt, dass Mädchen sich in ihn verliebten. Er hatte gehofft, dass Granger ihn genug hasste, dass das kein Problem sein würde, aber er war immer noch auf die Möglichkeit vorbereitet. Ein Teil von ihm mochte das, denn es würde bedeuten, dass sie etwas von der Folter zu spüren bekam, die er aufgrund seiner Besessenheit mit ihr erlebte. Er wollte nicht antworten, aber er war derjenige, der sie her befohlen hatte, und er wollte nicht, dass sie ging. Er hatte nur nicht damit gerechnet, dass er so mies gelaunt wäre, wenn sie hier wäre.

„Nichts stimmt, Granger. Du weißt das.“ Malfoy zuckte abweisend mit den Schultern. Hermine musste zugeben, dass das eine dumme Frage war, in Anbetracht der Dinge, die in letzter Zeit in der magischen Welt geschehen waren, ganz abgesehen von allem, was Malfoy persönlich zugestoßen war. Hermine hielt inne, nicht wissend, wie sie fortfahren sollte.

„Früher dachte ich mal, dass dich nichts glücklicher machen würde, als Voldemort wieder an der Macht zu sehen.“ Hermine blickte hinunter auf den Teppich, als sie das sagte; ein Teil von ihr befürchtete, dass Malfoy unschön reagieren würde, wenn sie versuchte, mit ihm darüber zu reden, ein anderer Teil brannte darauf, zu erfahren, was Malfoy durchgemacht hatte – wie es war, ein Todesser zu sein, ob man sich jemals wirklich bessern könnte. Hermine glaubte fest an die Fähigkeit der Menschen ihr Leben zu ändern, aber sie hatte nie wirklich einen tatsächlichen Beweis dafür gesehen.

Draco starrte Granger einen Moment lang an. Er hatte wirklich darüber gesprochen, dass der Dunkle Lord wieder an der Macht kam, aber er hatte nicht damit gerechnet, dass das Mädchen das Thema verfolgen würde. Es war ein Wunder, dass ihre Neugier sie bisher noch nicht in ernsthafte Schwierigkeiten gebracht hatte. Er beschloss, sich über sie lustig zu machen, da er sich keine andere Reaktion einfallen lassen wollte. Es lag sowieso alles in der Vergangenheit. Technisch betrachtet war er nun auf „ihrer Seite“. Er wollte ehrlich sein.

„Ich wollte tatsächlich, dass der Dunkle Lord zurück an die Macht kommt“, fuhr Draco fort und achtete nicht auf Hermines skeptischen Blick, „aber ich hätte es bevorzugt, wenn meine Dienste für ihn nach meinen Vorstellungen gelaufen wären.“

Hermine spürte, dass seine Bereitschaft, ihre Fragen zu beantworten, ein Zeichen dafür war, dass sie weitersprechen konnte.

„Aber ich dachte… Ich meine, es schien, als würdest du ihm folgen wollen.“

„Weil ich es auch wirklich wollte. Warum nicht? Er stand für alles, an was ich geglaubt habe.”

Hermine war schockiert und wollte protestieren, als ihr eine Unterschwelligkeit in Malfoys Aussage auffiel. „Was meinst du mit ‚geglaubt habe’?“

„Zuzulassen, dass deine Anhänger in Askaban verrotten, während du damit drohst, ihre Frauen zu töten und ihre Kinder auf Selbstmord-Missionen zu schicken, ist nicht unbedingt das, was alle Reinblüter als idealen Führungsstil ansehen. Warum sollte ich einem heuchlerischen Halbblut folgen wollen? Soweit ich weiß hatte Dumbledore reineres Magierblut als der Dunkle Lord.“

Dracos Lippe kräuselte sich leicht, als er Dumbledores Namen aussprach, aber er stoppte das höhnische Lächeln. Er mochte den alten sentimentalen Muggelfreund nach seinem Tod auch nicht lieber, aber ein Teil von ihm war dankbar, dass Dumbledore es Draco ausgeredet hatte, ihn zu töten. Zu der Zeit hatte er gedacht, dass es ihm nur darum gegangen war, seine eigene, naive Haut zu retten, aber der alte Narr musste gewusst haben, dass, wenn Draco es nicht tat, ein anderer es tun würde. Also hatte es einen anderen Grund geben müssen. So wenig Draco Dumbledore gegenüber für irgendetwas dankbar sein wollte, so hatte der alte Mann doch verhindert, dass er ein Mörder wird. Draco musste zugeben, dass er nicht viel davon hielt, kaltblütigen Mord zu begehen. Er hatte nicht den Wunsch, ein bleiches, krankes, schlangenähnliches Etwas wie der Dunkle Lord zu werden.

Hermine hielt ihren Protest über die Absurdität dieser ganzen „Reinblüter“-Sache zurück und fragte stattdessen etwas anderes. „Warum nennst du ihn immer noch den Dunklen Lord? Snape hat das auch gemacht.”

„Gewohnheit, nehme ich an. Was Snape betrifft, habe ich keine Ahnung, ob er wirklich loyal ist oder nicht. Vielleicht weiß das niemand.“

Hermine wollte nicht diesem Gedankengang folgen, denn dann hätte sie sich erinnern müssen, dass Snape Dumbledore getötet hatte, und sie wollte nicht an Dumbledores Tod denken. Allein der Gedanke daran würde für sehr lange entsetzlich sein.

Draco bemerkte, dass Granger ruhig geworden war und konzentriert auf den Teppich starrte. Einen Moment später wurde ihm bewusst, dass er sie an Dumbledores Tod erinnert hatte, und sie wahrscheinlich gleich vor ihm weinen würde. Er musste etwas sagen.

„Ich habe den dummen alten Trottel nie gemocht, aber ich bin froh, dass ich nicht derjenige bin, der ihn getötet hat.“
Hermine sah Malfoy verwirrt an, ihre Augen glitzerten mit Tränen. Sie wusste nicht, ob sie ihn anlächeln oder anschreien sollte. Er hatte fast etwas Nettes gesagt. Schließlich wischte sie ihre Augen und sagte sanft: „Ich bin auch froh, dass du es nicht warst.“

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Hallo ihr Lieben!
Hier nun das sechste Kapitel! Ich hoffe, es macht euch noch Spaß, die Geschichte zu verfolgen.
Vielen Dank an Mareen für die sehr gute Arbeit!
Liebe Grüße
Nitsrek


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