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Fanfiction

Lessons & Obsessions - Schicksal

von Nitsrek

Er war ein absoluter Vollidiot.

Draco fuhr sich mit seinen Fingern mit ärgerlicher Nervosität durch die Haare, als er am nächsten Morgen auf seinem Bettrand saß und den Schlaf aus seinen Augen blinzelte. Perfekt, es war Samstag. Ein voller Tag, an dem er sich zwingen konnte, nicht in ihre Nähe zu kommen, und keine Unterrichtsstunden hielten ihn davon ab. Und Quidditch war über die Ferien abgesagt. Klasse.

Was zur Hölle hatte er sich gedacht? Sicher, der Sex war atemberaubend gewesen, aber er hatte es nicht dabei belassen können, nicht wahr? Nicht nur, dass er einen Tag früher als geplant aufgetaucht war und dadurch verraten hatte, dass er völlig süchtig nach ihr war, er war auch noch geblieben, als es vorbei gewesen war und sich mit ihr unterhalten. Sie hatten gescherzt, um Merlins Willen. Ehrlich, Hexen waren dazu da, angegrabscht und nicht unterhalten zu werden!

Und als ob das nicht schlimm genug wäre: Er war geblieben. Er würde sich diese Unbedachtheit niemals vergeben. Er war geblieben, bis sie einschlief. Und auch, als sie eingeschlafen war, hatte er sie scheinbar für Stunden beobachtet, bis er in der Lage war, sich loszureißen. Und auch das war nicht leicht gewesen.

Das Schlimmste war, dass er es nun wusste. Er wusste, dass er unter keinen Umständen die Weihnachtsferien überleben würde, ohne sie zu sehen. Es würde ihn verrückt machen, und seine Mutter würde seine Anspannung bemerken, bevor er auch nur einen vollen Tag dort gewesen war. Es wäre unmöglich, es vor ihr zu verbergen. Wenn er sich also sowieso demütigen lassen würde, dann konnte er es auch lassen, sich von ihr zu trennen.

Es war ein furchtbarer Gedanke. Aber er verließ seinen Kopf nicht. Er fühlte sich auch dann nicht wirklich an, als er seiner Mutter schrieb und seine Situation beschrieb und sie um Erlaubnis fragte. Nun war die einzige Frage, ob Granger jemals seinem Plan zustimmen würde.

*****
Die letzte Woche des Halbjahres brach an und Hermine war so mit Lernen beschäftigt, dass sie nicht bemerkte, dass Malfoy sie die letzten drei Tage nicht einmal angesehen hatte. Sie waren sich seit der vorigen Freitagnacht, als er unangemeldet in ihrem Zimmer aufgetaucht war, kaum über den Weg gelaufen. Sie fand es leicht, sich keine Gedanken darüber zu machen, was er vorhatte, nicht nur wegen der Ablenkung durch ihre Schularbeit, sondern auch, weil sie endlich zuversichtlich war, dass er ihrer nicht müde werden und letztendlich auftauchen würde. Sie hoffte nur, dass es nicht zu einer Zeit passieren würde, zu der sie unbedingt lernen musste: Sie machte sich bereits mehr Sorgen als sonst um ihre Prüfungen wegen all der Zeit, die sie mit ihm anstatt ihrer Schulaufgaben verbrachte.

Als sie Montagnachmittag Verwandlung verließ, war sie beinahe überrascht, als Malfoy ihr deutete, sie solle mit ihm im Flur zurück bleiben. Er war während der Stunde so ruhig und fast gehorsam gewesen, dass sie seine Anwesenheit kaum bemerkt hatte. Sie dachte sich schnell die plausibelste Erklärung aus – dass sie vor dem Abendessen noch lernen wollte – schickte Ron voraus und bewegte sich vorsichtig auf Malfoy zu, nachdem die restlichen Schüler gegangen waren.

„Hast du dich versteckt?“, neckte Hermine und fühlte sich um ihn sehr viel sicherer mit dem neu gefundenen Selbstvertrauen, das sie Freitag erlangt hatte.

Er schien lässig wirken zu wollen und warf ihr nur einen leicht verärgerten Blick zu, statt auf ihren Seitenhieb einzugehen. Es war so komisch, mit ihm so allein im Korridor herum zustehen, ohne dass er sich an sie drückte und versuchte, sich nicht erwischen zu lassen. Ihr Körper war angespannt, als würde er darauf warten, dass er sich auf sie stürzte. Und ein großer Teil von ihr wollte das auch.

Aber stattdessen sprach er. „Besuch mich während den Ferien.“

Seine Stimme war leise und fordernd, und er beobachtete vorsichtig ihre Reaktion. Das konnte nicht sein Ernst sein. Hermine lachte beinahe, bevor sie diese Unbedachtheit verschluckte.

„W-was?“

„Nach Weihnachten“, fuhr er fort, als ob es die normalste Bitte auf der Welt wäre. „Ich meine, geh und triff deine Familie, aber komm nach Weihnachten zu mir und wir können gemeinsam zurück zur Schule gehen.“

Das war die höflichste Bitte, die man von einem Malfoy erwarten konnte und Hermine war vor den Kopf gestoßen. Warum sollte er wollen, dass sie kam und ihn besuchte? Hasste seine Familie nicht Muggelgeborene? Ihr Verstand kämpfte darum, die Konsequenzen dieses Besuchs zu erfassen.

„Aber man wird uns sehen, wenn wir zusammen zurückkommen“, protestierte Hermine, ihre Augen schossen besorgt den Flur rauf und runter.

„Ich kann klarstellen, dass uns niemand zusammen sieht.“ Malfoy rollte mit den Augen. „Und dann, wenn wir an King’s Cross ankommen, kannst du allein losziehen, als ob du von deinem Elternhaus kommen würdest. Niemand wird es wissen.“

Hermine dachte darüber nach. Es schien tatsächlich wie ein vernünftiger Plan. Das machte ihr Angst. „Aber wieso willst du, dass ich komme? Ich will ja nicht unhöflich sein, aber ich hätte nicht gedacht, dass in deinem Haus Muggelgeborene willkommen wären.â€

Malfoy zitterte sichtbar, fuhr aber fort, als ob sie diese Frage nicht gefragt hätte. „Wenn du an Neujahr zu King’s Cross kommen könntest, kann ich dich dort treffen und wir benutzen Flohpulver. Ist das genug Zeit mit deiner Familie?“

„Ja, aber -“ Hermine war verwirrt und misstrauisch, aber Malfoy unterbrach sie, indem er sie vorne am Umhang packte und sie heftig und besitzergreifend küsste. Bevor Hermine reagieren konnte, unterbrach er den Kuss gewaltsam und schob sie von sich weg, dorthin, wo sie davor gestanden war.

„Das ist keine Bitte“, sagte er, seine Stimme war fast ein Knurren.

Hermine schluckte und bemerkte schnell, dass es töricht von ihr gewesen war, zu denken, dass sie jetzt auf einer Ebene wären. Er hatte immer noch eine Macht über sie, die sie nicht erklären konnte. Was sollte sie sonst tun? Es gab hunderte von Ausreden, die sie später benutzen würde, um ihre Entscheidung zu rechtfertigen, aber der einzige Grund, den sie jetzt brauchte, war, dass er es so wollte.

„Okay.“

Es klang, als wären die Worte nicht aus ihrem Mund gekommen. Später würde sie durchdrehen bei dem Gedanken, was sie ihren Eltern erzählen sollte und wie zum Himmel Narcissa Malfoy reagieren würde, wenn sie im Manor auftauchte. Aber ihr Verstand war merkwürdig leer, während Malfoys ernster Ausdruck zu einem selbstgefälligen Grinsen wurde.

Und dann war es so, als hätte die Unterhaltung nie stattgefunden. Er sah sie schamlos von oben bis unten an, wurde dann fast freundlich.

„Viel Glück bei deinen Prüfungen, Granger. Frohe Weihnachten.“

Hermine starrte ihn einen Moment lang verwirrt an, und zu dem Zeitpunkt, als die Worte „Ähm, Frohe Weihnachten, Malfoy“ ihren Lippen entkamen, war er schon halb den Gang runter und winkte ihr zur Antwort, ohne sich umzudrehen. Sie brauchte einige Minuten um zu realisieren, was gerade passiert war.

Sie war ein absoluter Vollidiot.
*****

Es war ziemlich schwierig gewesen, das Manor vor Voldemort und den Todessern zu beschützen. Manche von ihnen hatten ungefähr oder sogar genau gewusst, wo es sich befand, und viele waren mehr als einmal zu Gast gewesen, also hatte es keinen Sinn zu versuchen, seinen Standort zu verbergen. Der Großteil des Phoenixordens hatten den Großteil des Monats damit verbracht, die Standardzauber zu sprechen, die das Manor unauffindbar und für Muggel unsichtbar machten, so dass das Sicherheitslevel dem von Grimmauld Platz Nr. 12 Konkurrenz machte, aber viele dieser Sicherheitsmaßnahmen würden bei den Todessern nicht wirken.

Ein selbst für Draco und seine Eltern unbekanntes Ordensmitglied hatte entschieden, die Stadtviertel zu bewachen, die das Manor umgaben, so dass sie nicht ihre eigene Sicherheit und damit die des Ordens aufs Spiel setzen mussten. Narcissa Malfoy war weniger als zufrieden mit dieser Regelung, aber es hatte wirklich keine andere Möglichkeit gegeben, da Lucius in Azkaban saß und Draco bei der Ermordung Dumbledores versagt hatte.

Bereits ein paar Stunden, nachdem Hermine auf Malfoy Manor angekommen war, stand sie schon im Schlafzimmer des jüngsten Malfoy und wartete darauf, dass er aus dem unteren Stockwerk zurückkehrte. Er hatte sie wie versprochen nach dem Abendessen an King’s Cross getroffen (Malfoy wollte die Menschenmengen auf ihrem Nachhauseweg vermeiden) und dann hatten sie gemeinsam das Flohnetzwerk zurück zum Manor benutzt, so dass sie bisher nicht mal jemand anderen im Haus getroffen hatte.

Dracos Schlafzimmer sah wirklich fast so aus, wie der Raum der Wünsche während ihrer „Stunden“ ausgesehen hatte. Es sah nicht ansatzweise wie ihre Vorstellung eines Jungen- oder Teenagerschlafzimmers aus. Die meisten Möbel waren aus sehr dunkelbraunem Holz, und alle Teppiche, Laken, Decken, Wandteppich und Vorhänge waren in erster Linie in Grüntönen, Silber und Schwarz gehalten.

An der Wand hingen riesige Gemälde: Portraits der Vorfahren der Familie Malfoy und wahrscheinlich andere entfernte Verwandte. Auch einige Landschaften, und sogar ein paar Bilder berühmter Quidditch-Spieler, die dem Raum ein etwas jugendlicheres Aussehen vermittelten, als es der Rest des Hauses war. Es war trotzdem immer noch mehr als ein bisschen einschüchternd.

Als es schien, als ob sie für mindestens eine halbe Stunde gewartet hatte, wurde Hermine langsam ungeduldig und müde. An der Wand, die gegenüber dem Bett lag, standen ein paar Bücherregale und sie begutachtete die Bände interessiert. Die Häuser weit zurückreichender Zaubererfamilie waren zweifellos mit seltenen und faszinierenden Texten angefüllt. Dies war eine der Entschuldigungen, die Hermine neben dem wirklichen Grund benutzt hatte, um ihre Entscheidung zu rechtfertigen: es gab bei einem Aufenthalt in einem Haus einer alten Zaubererfamilie so viel zu Lernen.

Die Tatsache, dass ihre Eltern dachten, sie wäre bei den Weasleys lastete schwer auf ihr, aber wie hätte sie ihnen erklären können, dass sie nicht nur bei dem jungen Mann übernachtete, den sie aus Erzählungen nur als Mistkerl kannten, sondern auch noch, dass seine Familie aus dunklen Zauberern bestand, die Muggelgeborene hassten? Die ganze Situation war verrückt, und ihre Eltern hätten ihr genau das gesagt, bevor sie ihr den besuch verboten hätten.

Sie hatte auch Ron, Ginny und allen anderen erzählt, dass sie die kompletten Ferien bei ihren Eltern verbringen würde. Logischerweise hatten Ron und Ginny vorgehabt, über Weihnachten nach Hause zurückzukehren, aufgrund des momentanen Zustands der Zaubererwelt und weil Harry fort war. Sie hatten Hermine sogar noch vor Malfoy eingeladen, aber sie hatte beschlossen, dass es eine gute Idee wäre, etwas Zeit mit ihren Eltern zu verbringen. Das alles hatte dazu geführt, dass es überraschend einfach gewesen war, den Besuch bei Malfoy zu arrangieren.

Hermine fühlte sich schuldig, durch diesen Verstoß aber auch ein wenig befreit. So sehr sie es hasste, es zuzugeben: Es hatte etwas Berauschendes, die Regeln zu brechen und Malfoy ermutigte dieses Verhalten bei ihr auch noch.

Nachdem sie ein paar Minuten die Bücher durchgesehen hatte (sie wurde abgelenkt, da sie bemerkt hatte, dass sie unter einem Zauber standen, der sie nicht staubig werden ließ), suchte sie sich ein Buch über die Herstellung von Zauberstäben aus und nahm es mit sich zum Bett. Es schien der bequemste Platz zum Lesen, also kletterte sie vorsichtig hinein, machte es sich auf der Tagesdecke an den vielen Kissen bequem. Als sie sich zurücklehnte, hüllte sie ein vertrauter Duft ein, und sie stellte fest, dass die Laken, Decken und Kissen nach Malfoy rochen. Der Duft ließ sie sich gleichzeitig geborgen und aufgedreht führen und erinnerte sie an ein Dutzend verschiedener Erinnerungsbruchstücke auf einmal.

Hermine hatte gerade erst das Buch aufgeschlagen, als sich die Zimmertür öffnete und der Besitzer dieses würzigen, sauberen Geruchs schließlich eintrat. Malfoy wirkte überrascht, sie in seinem Bett zu sehen, aber als er sah, dass sie las, hoben sich seine Mundwinkel zu einem Grinsen.

„Schon wieder? Ist deine Neugier nie gestillt?“, schimpfte Draco, innerlich belustigt.

Hermine errötete und schloss automatisch das Buch. „Ich hoffe, es macht dir nichts -“

Draco ignorierte ihre Verlegenheit und fuhr mit einem boshaften Grinsen fort, „Nein, ich glaube, dieser Teil von dir wird nie befriedigt sein.“

Hermines Gesicht wurde noch röter und sie legte das Buch schnell auf einen der Nachttische; versuchte, Malfoy nicht anzusehen. Sie wusste nicht, warum es sie immer so traf, wenn er über Sex sprach. Es war ja nicht so, als ob es für sie noch etwas Neues wäre.

„Ehrlich, Granger, ich glaube, wir sind über Scham hinaus“, höhnte Draco und rollte mit den Augen.

Hermine öffnete ihren Mund, um es zu erklären, aber Malfoy wechselte einfach das Thema.

„Mutter ist hier, aber du wirst mit ihr nicht allzu viel Zeit verbringen müssen, wenn du es nicht willst. Sie bleibt meistens in ihren Räumen, und die Hauselfen kümmern sich um – Fang nicht mit den Rechten von Hauselfen an, Granger; Ich bin nicht in der Stimmung für eine ethische Diskussion“, fertigte er Hermine ab, bevor sie widersprechen konnte. Hermine schluckte und blieb still.

„Wie ich schon sagte, Mutter ist hier, und sie weiß, dass du hier bist, aber ich bezweifle, dass sie ein überwältigendes Verlangen hat, dich zu sehen. Ich denke, das macht dir nichts aus.“

Hermine schnaubte. Narcissa Malfoy stand nicht wirklich weit oben auf der Liste der Leute, die sie gerne treffen würde, egal, ob sie unter dem Schutz des Ordens stand oder nicht.

„Gut. Dann ist das geklärt. Nun“, Draco setzte sich neben Granger auf den Bettrand, „du bist seit über zwei Hundert Jahren die erste Muggelgeborene, die in dieses Haus eingeladen wurde. Du bist außerdem die einzige Hexe, die jemals in dieses Zimmer und dieses Bett gebeten wurde, zumindest seitdem es mir gehört. Fühlst du dich geehrt?“

Seine Stimme war tief, zweideutig und sogar ein wenig verspielt, und Hermines Wangen röteten sich wieder. Sie fühlte sich sehr fehl am Platz in seinem Zuhause, in seinem Zimmer, seinem Revier, und das verschluckte einen großen Teil ihres Selbstvertrauens. Sie nickte langsam.

„Warum so still, Granger?“, neckte Draco wie eine Katze, die mit einer besonders köstlich aussehenden Maus spielte. „Hast du nicht vor, mir deinen Dank für diese Ehre zu zeigen?“

Hermine begann, zu protestieren, da sie dachte, sie wüsste, worauf Malfoy hinaus wollte. „Jetzt? Aber wir sind gerade erst angekommen…“

Draco kicherte bei Grangers Gesichtausdruck und schüttelte den Kopf. Es war zu lustig, mit ihr zu spielen. „Entspann dich. Ein einfaches ‘Danke’ wird vorerst reichen. Der Rest kann bis später warten.â€

Er zwinkerte und Hermine lachte fast, kämpfte darum, weniger nervös zu sein. Er schien gerade viel verspielter, als sie es lange Zeit gesehen hatte, und definitiv weniger bösartig. „Oh. Nagut, danke. Für deine Einladung, meine ich. Und richte bitte auch deiner Mutter meinen Dank aus.â€

„Sie wird sagen, dass du ausgezeichnete Manieren für ein Schlammblut hast“, sagte Draco lässig, aber verzog innerlich das Gesicht, „Aber gut, ich richte es ihr aus.“

Granger lächelte ihn an und Draco dachte, dass er sich besser mit ihr unterhalten sollte, da, so lustig die Überlegung, mit ihr im Bett zu bleiben und das Mädchen ihren kompletten Aufenthalt zu vögeln auch sein möge, es kaum durchführbar wäre.

„Was liest du denn?“ Malfoy deutete Hermine an, rüber zu rutschen, und setzte sich neben sie, so dass sie sich beide an die Kissen lehnten.

Hermine war angenehm überrascht, dass Malfoy so einfach neben ihr saß, als wären sie Freunde. Das letzte Mal, als sie zusammen im Bett gelegen hatten, war dieser letzte Freitag vor Ende des Schulhalbjahres gewesen, nachdem sie in ihrem Schlafzimmer Sex gehabt hatten. Das hier war ganz anders.

„Oh, es ist eines deiner Bücher über die Herstellung von Zauberstäben.“ Granger nahm das Buch vom Nachttisch und zeigte es Draco. Innerlich schätzte er ihre Wahl: er hatte das Thema schon immer interessant gefunden. „Ich hatte nicht wirklich die Chance, darin zu lesen, bevor du zurück kamst, aber es sieht faszinierend aus.“

Malfoy nahm Hermine das Buch ab und betrachtete das Cover. „Europäische Zauberstabfertigung. Ich erinnere mich nicht genau, aber ich glaube, dass dieses Buch sich auf die Frage konzentriert, welcher Zauberstab-Kern am effektivsten ist. Da drüben muss es noch ein gutes geben“, er zeigte auf das Regal neben dem, in dem das Buch gestanden hatte, „das die Möglichkeit diskutiert, magische Kerne in anderen Objekten zu benutzen. Außer Zauberstäben, meine ich. Doch diese Idee ist nicht sehr angesehen.“

Als er fertig war, sah sie ihn an und lächelte, als ob sie ihn noch nie zuvor gesehen hätte. Was ihn, natürlich, störte.
Hermine konnte kaum glauben, dass sie eine, wenn auch kurze, akademische Unterhaltung mit Malfoy führte, ohne irgendwelche Beleidigungen oder Spott. Sie beschloss, es als gutes Zeichen zu sehen und dankbar zu sein. „Danke. Ich werde sie morgen lesen, wenn dir das Recht ist.“

Draco zuckte die Schultern, versuchte, eine Art Distanziertheit zwischen ihnen zu bewahren. „Es ist ja nicht so, als ob jemand anders sie lesen würde.“

„Nun… trotzdem danke. Ich hätte so gerne meine eigene Bibliothek mit solchen Büchern. Die meisten davon gibt es nicht mal in der Bibliothek von Hogwarts.“ Hermines Augen leuchteten aufgeregt bei der Vorstellung, Zugang zur kompletten Bibliothek der Malfoys zu haben.

„Sag mir nicht, dass du dir alle Buchtitel aus der Bibliothek von Hogwarts gemerkt hast“, sagte Draco mit gewohnter Schärfe.

„Ich habe dort sehr viel Zeit verbracht…“ Hermine sah dümmlich aus, aber sie merkte, dass Malfoy sie nur neckte. Es war merkwürdig, dass er sich über sie lustig machte und es nicht wirklich so meinte. Er hatte in der Vergangenheit so viele schreckliche Dinge zu ihr gesagt, und selbst in letzter Zeit war er nie wirklich nett zu ihr, selbst wenn sie ihre Zeit mit ihm aus anderen Gründen genoss.

Draco gab Granger das Buch zurück und beobachtete aufmerksam, wie ihre Augen über die Titelseite wanderten, als ob es sich um ein extrem kostbares Schmuckstück handelte. Er musste seine eigenen Augen davon abhalten, das gleiche mit ihrem Körper zu tun. Sie hatte, seitdem sie von King’s Cross zurückgekehrt waren, nicht die Möglichkeit gehabt, ihren Umhang anzuziehen, und ihre Muggel-Jeans und ihr Pullover betonten die Stellen ihres Körpers, die er die Ferien über vermisst hatte.

„So… wo schlafe ich heute Nacht?“, fragte Hermine zögernd, nachdem sie das Buch abgelegt hatte. Sie bekämpfte den Drang, zu gähnen. Seit Stunden war es bereits dunkel, und langsam wurde es richtig spät. So bequem Malfoys Bett auch war, Hermine wollte hier nicht versehentlich einschlafen.

Draco streckte sich und strich mit seinen Fingern abwesend seine Haare aus seinen Augen. Es fühlte sich gut an, sie in seinem Zimmer zu haben, und genau das war der Grund, warum er sie nicht ermutigen sollte, hier zu bleiben. Er müsste sie jetzt entweder verführen oder ihr ihr Zimmer zeigen, und für ersteres sah sie zu müde aus. „Wir haben eines der Gästezimmer den Flur runter für dich vorbereitet. Wenn du müde bist, zeige ich dir, wo es ist.“

Hermine verkniff sich ein Gähnen und nickte, zwang sich, von der Überdecke zu klettern. Malfoy stand auf und folgte ihr zur Tür, führte sie den Flur runter zu dem Gästezimmer, das für sie vorbereitet worden war. Sie lächelte, als sie eintrat. Es war ein wenig kleiner als Malfoys, bot aber immer noch ausreichend Platz für ein großes Bett, einen Kleiderschrank, einige Bücherregale und Stühle. Ein Feuer loderte bereits im Kamin und zusammen mit den warmen Farben der Vorhänge und der Bettwäsche wirkte der Raum sehr einladend.

Als er ihr anerkennendes Lächeln sah, musste Draco sich davon abhalten, es ihr gleich zu tun. Es war nur ein Schlafzimmer und er war froh, dass es ihr gefiel, aber das war kein Grund zu grinsen. Er schloss hinter ihnen die Tür und bemerkte zufrieden, dass sie es kaum wahrnahm. In der Vergangenheit hätte es sie in Alarmbereitschaft versetzt, wie ein Hase, der von einem Hund in die Enge getrieben worden war.

„Es ist wundervoll. Danke“, sagte Hermine, während sie feststellte, dass die Sachen, die sie in einen kleinen Koffer gepackt hatte, bereits an ihrem richtigen Platz waren. Sie griff nach ihrem Nachthemd und fragte sich, ob es sie störte, dass Malfoy da war.

Draco unterdrückte ein enttäuschtes Grummeln, als Granger sich von ihm wegdrehte, um ihr Nachthemd anzuziehen. Es war wahrscheinlich trotzdem gut so, denn nur der Anblick ihres nackten Rückens und des Höschens, dass ihren Hintern bedeckte, ließen ihn schmerzlich wünschen, dass er nicht beschlossen hätte, sie heute Nacht nicht zu nehmen.

Als sie ihr Nachthemd an hatte, drehte Hermine sich zurück zu Malfoy und versuchte vorzugeben, dass sie den dunklen Blick in seinen Augen und die Röte seiner Haut nicht bemerkte. Sie drehte sich zu den schweren Bettdecken und kletterte hinein, sank leicht in die Matratze ein, auf eine Art, die sie wünschen ließ, für immer in diesem Bett zu bleiben.

Er konnte sich nicht entscheiden, ob sie in diesem Moment süß oder sexy war, und beschloss, dass es ihm egal war. Er genoss es trotzdem. Draco entschied, dass er Gute Nacht sagen und ins Bett gehen musste, bevor er nachgab und sich erlaubte, sich zu nehmen, wonach sein Körper schrie, egal, wie müde Granger auch war. Er lief zum Bettrand und sah sie an. „Gute Nacht.“

Hermine grinste, griff - bestärkt durch die Verspieltheit, die Malfoy den ganzen Abend verstrahlt hatte - nach seinem Umhang und versuchte, ihn zu einem Gutenacht-Kuss nach unten zu ziehen.

Draco war unvorbereitet, und seine Hand legte sich automatisch auf ihren Bauch, damit er sich aufrecht halten konnte, stoppte sein Gesicht so kurz vor Grangers, dass er ihren Atem auf seiner Wange spüren konnte.

„Nicht“, sagte er schwankend, seine Hand auf ihrem Bauch stieg und fiel sanft im Einklang mit ihrer Atmung, die die Haut seines Gesichts kitzelte.

Hermine fühlte sich dumm, als ob sie einen Fehler gemacht hätte. „Ich darf dich nicht küssen?“

„Du darfst mich nicht küssen und dann einschlafen“, sagte Draco warnend, auf ungeschickte Weise erstarrt.

In Hermines Augen lag eine Herausforderung. „Ist das so?“

„Fordere mich nicht heraus, Granger.“ Dracos Stimme war tief und er zitterte vor Lust. Nein, er hatte über eine Woche gewartet, er könnte noch einen Tag warten. „Eine so intelligente Hexe wie du sollte es besser wissen.“

„Ein Zauberer mit solch einem Ruf wie deinem sollte nicht streiten“, antwortete Hermine, als ein Gefühl in ihrer Magengrube danach bettelte, dass er sie küsste.

Draco grinste. „Du würdest keine fünf Minuten durchstehen.“

„Habe ich schon.“

„Bisher habe ich nicht versucht, dich abzunutzen.“

„Küss mich“, flehte Hermine mit der verführerischsten Stimme, die sie schaffte.

Draco kämpfte einen Moment, dann seufzte er. Langsam schloss er die Lücke zwischen ihren Lippen, bis sie nur noch zwei Zentimeter voneinander getrennt waren. Dann, als er spürte, wie sie sich langsam auf ihn zu bewegte, um ihre Lippen zu vereinen, schwenkte er zur Seite ab und küsste sie neckend auf die Wange, bevor er sich aufrichtete und zur Tür ging.

Hermine grummelte enttäuscht. „Mistkerl.“

Dracos Lippen entkam ein Kichern, als er die Tür öffnete. Das wäre es wert, wenn auch nur, damit sie es morgen noch mehr wollen würde. Und es war lustig, mit ihr zu spielen.

„Gute Nacht, Granger.“

Ein frustriertes Murmeln war alles, was er hörte, als er hinter sich die Tür schloss.

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Ich sollte nur lesen, aber ich habe die Damen im Hörverlag davon überzeugt, dass es viel schöner ist die Figuren zu spielen, als nur zu zitieren.
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