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Lessons & Obsessions - Formbarkeit

von Nitsrek

Die Art, wie er beim Schlafen atmete, war nun vertraut. Es war unerwartet. Sie konnten nicht öfter als ein halbes Dutzend Mal zusammen eingeschlafen sein. Es klang tief und gleichmäßig und sie lag für einige Momente mit geschlossenen Augen da, hörte nur auf das Geräusch, während sie in die Bewusstlosigkeit abdriftete.

Sein Geruch war ebenfalls vertraut und ihr vom Schlaf vernebelter Verstand nahm ihn direkt vor ihrem eigenen Geruch wahr; die beinahe erotische Vermischung von Pheromonen, die durch den Morgen schwebte. Geräusch und Duft verschmolzen sich mit Berührung, während sein Atem ihre Wange kitzelte. Ein schweres Gewicht auf ihrem Magen, Druck an ihre rechte Seite; ihr rechter Arm war taub.

Sie öffnete lächelnd ihre Augen, um zu bestätigen, was drei ihrer Sinne ihr bereits erzählt hatten: Da lag Draco, schamlos an sie gedrängt in der Rechtfertigung, die Sex und Schlaf boten. Er lag an ihrer Seite, sein Arm quer über ihr. Sie nahm den Klang, Duft, das Gefühl und seinen Anblick auf.

Es spielte fast keine Rolle, dass jeder Muskel ihres Körpers schmerzte. Sie machte sich gedanklich eine Notiz, nie wieder zweimal an einem Tag Sex mit Malfoy zu haben, wenn es sich irgendwie vermeiden ließ. Oder zumindest dann nicht, wenn sie am nächsten Tag etwas Wichtiges zu tun hatte.

Aufgrund der zugezogenen Vorhänge war es unmöglich, zu sagen, wie spät es war, aber es fühlte sich spät an. Hermine dachte darüber nach, aufzustehen, aber Draco bewegte sich und zog sie näher an sich, so dass ihr Rücken gegen seine Brust gedrückt war. Sein Arm glitt nach unten um ihre Taille, dennoch schien er nicht aufgewacht zu sein.

… Gut, ein Großteil von ihm schien nicht aufgewacht zu sein. Diese neue Position ließ Hermine deutlich merken, dass sie beide nackt waren. Diese Feststellung brachte sie in die Zwickmühle: Auf keinen Fall könnte sie eine Wiederholung der vorangegangenen Nacht schaffen, aber Malfoy schien nicht gewillt zu sein, sie aufstehen zu lassen. Vielleicht sollte sie versuchen, wieder einzuschlafen…

Warme Lippen drückten sich an ihre nackte Schulter. Sie konnte nicht anders als zu lächeln und flüsterte, „Guten Morgen.“

Die Küsse bewegten sich von ihrer Schulter zu ihrem Hals, bevor er sein Gesicht zurückzog. „Morgen.“

Das war neu. Noch nie waren sie nach einem nächtlichen Treffen gemeinsam aufgewacht und einfach da gelegen. Es war nett. Er schien so… anders. Entspannt. Nicht besorgt darum, dass sie falsche Schlüsse in Bezug auf seine Gefühle ziehen könnte. Um nichts besorgt. Er hielt sie nahe an seinen Körper und seine Finger fuhren in einer Art, die fast kitzelte, über ihren Bauch. Hermines Bauchmuskeln zogen sich im Reflex zusammen und sie stöhnte vor Schmerz.

„Aus der Übung?“, fragte Draco mit einem wissenden Grinsen und strich mit seiner Hand über die Haut, um die Nerven zu entspannen. Sie war so warm und weich.

„Von nun an darfst du nur noch einmal am Tag“, neckte Hermine, als sie ihre Arme streckte. Aua. Wie hatte er sie überredet, sich zum Schluss auf Hände und Knie zu begeben?

„Wenn ich ein paar Tage aussetze, kann ich dann aufsparen?“ Er nahm einen ihrer Arme in seine Hand und fing an, ihren Unterarm zu massieren. Draco überlegte, dass es für ihre Muskeln normal war, nach letzter Nacht zu schmerzen. Dennoch war das die höchste Entschuldigung, die sie von ihm bekommen würde.

„Nein.“ Der Druck seiner Finger tat weh, aber sie konnte spüren, wie ein Teil des Muskelkaters nachließ. Sie jaulte, als er sich dem anderen Arm widmete. „Könntest du nicht wenigstens versuchen, sanft zu sein?“

„Aber du wolltest es nicht sanft“, sagte Draco leise an ihrem Ohr. Er grinste wieder, als sie zitterte. Wenn es auch nur die geringste Chance gab, dass sie ihn lassen würde, würde er sie ohne Zögern vor dem Frühstück nochmals nehmen.

Hermine errötete und wünschte sich beinahe, dass sie die Energie hätte, um ihm zu geben, was er wollte. „Du solltest also eindeutig nicht auf mich hören, wenn ich… aufgeregt bin.“

„Ich höre nur auf dich, wenn du ‚aufgeregt’ bist“, konterte er mit einem Kichern und saugte an ihrem Hals.

Hermine kicherte und krümmte sich von ihm fort, damit sie sich richtig ansehen konnten. Sie würden es nie aus dem Bett schaffen, wenn er so weiter machte.

„Nun, ich kann in der nahen Zukunft unmöglich weiterhin das machen, also musst du dir für heute etwas anderes für uns ausdenken. Etwas, das nicht deine Mutter einbezieht“, fügte sie hinzu.

Draco gab nach. „Keine Sorge: Ich bin auch nicht scharf darauf, dass ihr beiden euch besser kennen lernt.“

Hermine setzte sich auf und suchte nach ihrer Kleidung; erinnerte sich, dass alles, was sie hatte, das Kleid war, das sie am vorigen Abend zum Abendessen getragen hatte.

„Hast du irgendwelche Vorschläge?“ Sie schleppte sich aus dem Bett und zu ihrer Kleidung, ignorierte den Protest ihrer Muskeln.

„Bücher“, sagte Draco einfach, während er beobachtete, wie ihr nackter Körper durch den Raum lief.

Sie sah zu ihm. „Bücher?“

Er zuckte die Schulten. „Magst du doch, oder nicht?“

„Ich glaube, das ist ziemlich offensichtlich“, sagte Hermine mit einem gutmütigen Augenrollen, während sie das Kleid beiläufig über ihren Kopf zog. Sie musste nur präsentabel genug aussehen, um über den Flur zu ihrem Zimmer zu gelangen, um sich frisch zu machen.

„Würdest du gerne welche von unseren lesen?“ Draco hievte sich ebenfalls aus dem Bett, zog sich aber nur einen Morgenmantel statt richtiger Kleidung an. Sein erstes Ziel heute war ein langes, heißes Bad.

„Ist das erlaubt?“, fragte Hermine in gespielter Entrüstung. „Was, wenn diese unwürdige Muggel-geborene Hexe ein Familiengeheimnis der Malfoys herausfindet?“

Draco spielte mit. „Oh, diese Bücher halten wir nicht in der Bibliothek. Wir können nicht zulassen, dass einfach jeder über unsere gut dokumentierten Verbindungen zu Salazar Slytherin, den Manticor im Keller oder das alte Malfoy-Familienrezept für Pasteten aus dem Fleisch von Muggelkindern Bescheid weiß.“

„Wirklich?“, ahmte Hermine den Tonfall seiner Antwort nach.

„Ja. Und es gibt auch einen geheimen Handschlag.“

Schließlich lächelte sie. „Ich denke, ich könnte mehr Respekt vor deiner Familie haben, wenn es tatsächlich einen Handschlag gäbe.“

„Tut mir leid, dass wir deine Maßstäbe nicht treffen“, sagte Draco stolz.

„Sollte es auch.“

*****
Sie waren beide sauber, angezogen und satt, bevor sie endlich vor der beeindruckenden Doppeltür der Bibliothek ankamen. Draco hielt Granger zurück, bevor sie den Raum betraten.

„Also, kein Sabbern auf die Bücher. Einige sind sehr alt.“
„Oh, wirklich. Warum sollte ich -“, schimpfte Hermine, als er den Türknauf drehte und die Türen sanft auf glitten. „Oh Gott.“

„Allerdings.“

*****
Nach einem langen Tag und Abend, den sie mit lesen und akademischen Diskussionen über Zauberstabherstellung mit Malfoy verbracht hatte, wurde es für Hermine Zeit, in ihr eigenes Schlafzimmer zurück zu kehren, damit beide endlich ihren dringend nötigen Schlaf bekamen. Sie hatte unbedingt das letzte Kapitel von „Welcher Zauberstab für welchen Zauberer und für welche Hexe“ beenden wollen, aber Draco hatte sie dabei erwischt, wie sie eingenickt war und hatte ihr das Buch weggenommen, damit sie nicht im Schlaf draufsabberte.

„Dieses Mal schläfst du in deinem eigenen Bett“, beharrte Draco, als sie sich ihrer Tür näherten. Sie hatten diesen Tag viel Zeit miteinander verbracht. Sie hätte sich vor dem Schlafengehen nicht genug erholt, um erneut Sex zu haben, also konnte er diese Tatsache genau so gut als Grund nutzen, allein zu sein und seine Gedanken zu ordnen.

„Letzte Nacht war nicht meine Schuld!“, protestierte Hermine. „Du hättest mich wecken und rauswerfen können.“

„Ich bin mir sicher, dass das problemlos funktioniert hätte“, antwortete Draco.

„Gut. Guck. Ich gehe ins Gästezimmer. Siehst du?“ Sie marschierte in spöttischer Verärgerung auf ihr Zimmer zu und drehte den Türknauf.

Draco war ungerührt. „Gut. Und lass dich von mir bloß nicht dabei erwischen, wie du wegen einem neuen Albtraum in mein Zimmer schleichst.“

„Ich bin mir sicher, dass das furchtbar für dich wäre.“ Hermine lachte überheblich und griff unsanft nach Malfoys linkem Arm, um ihn für einen Kuss, der ihren Standpunkt unterstreichen sollte, an sich zu ziehen. Sobald sich jedoch ihre Hand um seinen Arm schloss, verzog Malfoys Gesicht sich zu einer Grimasse und er verkniff sich mühsam einen Schmerzensschrei. Erstaunt ließ Hermine ihn sofort los.

„Habe ich dir wehgetan?“, fragte sie mit großer Besorgnis.
Draco erlangte sehr schnell seine Haltung zurück. „Du hast mich nur überrascht. Nichts weiter.“

„Lügner“, sagte Hermine aufgebracht von der Tatsache, dass er dachte, er könnte sie hinters Licht führen. „Zeig her.“

„Was denn?“, fragte er dumpf, täuschte Unwissen vor.

Sie starrte ihn böse an. „Ich bin kein Idiot, Draco.“

Hermine griff Malfoys linken Arm am Handgelenk und rollte seinen Ärmel trotz seiner Proteste nach oben. Das Dunkle Mal auf Malfoys Arm hatte einen düsteren, tiefschwarzen Farbton angenommen, und schien sich über seine Haut zu winden. Es war so viel lebendiger und beängstigender als das erste Mal, dass sie es an ihm gesehen hatte. Sie hatte Angst, es zu berühren. Es kostete Draco sichtlich einige Mühen, seine Reaktionen auf den Schmerz, den es verursachte, zu verbergen.

Draco funkelte ihrem mitleiderfüllten Blick entgegen und entriss ihr seinen Arm, rollte den Ärmel wieder nach unten. „Ich habe dir gesagt, du sollst dir keine Gedanken darum machen.“

„Warum ist es so dunkel?“, fragte sie, halb aus akademischer Neugier, halb alarmiert. „So war es vorher nicht… Heißt das, dass er stärker wird?“ Der Gedanke daran, dass Voldemort stärker wurde, während Harry allein unterwegs war, beängstigte Hermine, und ihre Angst war in ihren Augen sichtbar.

Er entfernte sich von ihr und zischte praktisch, als er sprach. „Warum steckst du deine Nase immer in die Sachen anderer Leute? Warum kannst du das Thema nicht einfach in Ruhe lassen? Glaub es oder nicht, Granger, aber nicht alles geht dich was an!“

Hermine schritt bei seinem Ausbruch zurück. Sie hatte ihm schon seit langem nicht mehr so wütend gesehen, vor allem nicht auf sich. „Ich -“

„Wenn ich dir etwas erzählen will, tue ich es auch“, sagte Draco mit einer kalten, autoritären Stimme.

„Tut mir leid, dass ich mich um dich sorge!“, sagte Hermine säuerlich, ärgerte sich über die Macht, die er über sie besaß. „Ich versuche, diesen Fehler in Zukunft nicht noch einmal zu machen. Du weißt, wo du mich findest, wenn du das Bedürfnis hast, mir irgendetwas zu erzählen.“

Damit machte sie auf ihrem Absatz kehrt und stürmte davon, betrat ihr Zimmer und schlug die Tür hinter sich zu.

*****
Hermines von Träumen benebelter Verstand wechselte beim Geräusch der sich schließenden Gästezimmertür zu Wachsamkeit. Ihre Instinkte warnten sie, auf der Hut zu sein, und sie schloss ihre Finger um den Griff ihres Zauberstabs, der auf dem Nachttisch lag.

„Malfoy?“, fragte sie zögernd.

„Wer denn sonst?“ Draco stand an der Tür und erlaubte seinen Augen, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen.

Seine Stimme klang sehr viel lauter und wacher im Vergleich zu ihrer, und das überraschte Hermine. Als er jedoch näher ans Bett trat, konnte sie seine Umrisse in der Dunkelheit erkennen, ließ ihren Zauberstab los und entspannte sich.

„Du hast gesagt, ich solle heute Nacht in meinem eigenen Bett schlafen“, sagte sie mit eisiger Stimme.

„Wirst du auch“, antwortete Draco und ignorierte ihre Kälte. Er legte seine Hand auf ihre Schulter und bedeutete ihr, rüber zu rutschen, damit er ins Bett kommen konnte.

Hermine wich seiner Hand aus, machte ihm jedoch keinen Platz im Bett. Sie war immer noch wütend wegen dem, was er vorhin gesagt hatte. Wenn er dachte, dass er sie nach alle dem dazu kriegen würde, mit ihm zu schlafen, lag er deutlich daneben. „Nicht heute Nacht.“

„Gut“, sagte er, ein wenig verärgert darüber, dass sie dachte, es ginge ihm ums Vögeln.

„Du bist immer noch hier“, sagte Hermine mit einem verärgerten Unterton in ihrer Stimme.

„Ausgezeichnete Beobachtungsgabe.“ Er rollte gewohnheitsmäßig mit den Augen; sie würde es nicht sehen können.

Malfoy bewegte sich nicht, weder, um sich seinen Weg ins Bett zu erzwingen, noch, um fort zu gehen. Das erhöhte ihre Verärgerung nur noch. „Darf ich fragen, weshalb?“

„Kann nicht schlafen.“ Ihr Ärger befriedigte ihn auf merkwürdige Weise.

„Ich verstehe nicht, warum mich das etwas angeht“, zischte Hermine.

„Rutsch rüber“, sagte Draco, als er seine Hand wieder auf ihre Schulter legte und ihre Anspielung ignorierte.

„Kann ich mich nicht weigern, dich in mein Bett zu lassen?“, fragte Hermine starrköpfig.

Sie würde ihn in Bezug auf Sturheit nicht besiegen. „Technisch gesehen ist es mein Bett, da es in meinem Haus steht.“

„Du bist unmöglich“, schimpfte Hermine.

„Rutsch rüber“, wiederholte er fest.

Verärgert gab Hermine nach. Rüberrutschen bedeutete, dass sie den kalten Teil des Bettes bekommen würde, während er es sich in dem Bereich gemütlich machte, den sie mit ihrem Körper gewärmt hatte. Malfoy trug kein Oberteil und seine Haut fühlte sich an ihrer wie Eis an, als er sich neben sie legte. Es war ein Wunder, dass er es geschafft hatte, sich vom Zittern abzuhalten, als er neben ihrem Bett gestanden war.

„Noch etwas, Master Draco?“, fragte sie verächtlich, sicher, dass er die Tatsache, dass es sein Heim war, als Entschuldigung für alles nutzen würde, was er wollte.

„Schlaf weiter“, sagte er, während er die Decke nach oben zog, um seine nackten Schultern zu bedecken.

Hermine war äußerst irritiert. „Was?“

„Schlaf weiter“, wiederholte Draco und drehte sich auf seiner Seite, so dass er von ihr abgewandt lag. Vielleicht war das alles eine schlechte Idee gewesen.

Hermine hatte keine Ahnung, was sie mit seinem Verhalten anfangen sollte. Sich erst seinen Weg in ihr Bett erzwingen, nachdem sie gestritten hatten und sich dann weder entschuldigen, noch versuchen, sie zu verführen? Es gab überhaupt keinen Sinn. Das war ein schlechtes Zeichen.

„…Ist alles in Ordnung?“

Dracos Stimme wurde vom Kissen gedämpft. „Du stellst manchmal die dümmsten Fragen.“

Hermine zögerte. „Du könntest… Du könntest es mir erzählen, weißt du?“

„Nein.“ Warum konnte sie nicht einfach ihren Mund halten, damit er versuchen konnte zu schlafen?

Die Knappheit und Bestimmtheit seiner Antwort stießen sie vor den Kopf, aber sie blieb beharrlich. „Ich würde nicht lachen, ich -“

„Lass es.“ Sein Ärger schlich sich in seine Stimme.

„Entschuldige…“ Sie seufzte, versuchte, nicht länger frustriert zu sein. „Du machst es mir nur wirklich nicht leicht…“

„Es ist unwichtig“, sagte Draco in einem Ton, der hoffentlich das Thema beenden würde. „Bitte,… schlaf einfach weiter.“

Keiner sagte ein weiteres Wort, obwohl Hermine ein paar Minuten darüber nachdachte, ob sie das Thema auf sich beruhen lassen sollte oder nicht. Selbst nachdem sie beschlossen hatte, nichts weiter zu sagen, konnte Hermine lange Zeit nicht einschlafen, und Draco sogar noch länger. Sie lagen stundenlang ruhig nebeneinander, beide täuschten Schlaf vor. Draco wusste, dass er wenig bis gar keinen Schlaf finden würde, egal in wessen Bett, also konnte er genauso gut bei ihr sein. Es war fast angenehm, jetzt wo sie nicht mehr fragte.

Auch wenn er nur hier war, weil er sich schuldig fühlte. Denn - so sehr er es hasste, es zuzugeben - er wollte nicht allein sein. Weil sein Arm so schmerzte. Wenn der Schmerz nur aufhören würde, könnte er schlafen. Wenn er stark genug wäre, ihn zu ignorieren, hätte sie es vielleicht nicht bemerkt; er hätte nicht ihr nutzloses Mitleid sehen und sie anschreien müssen und sich zusätzlich zu dem schmerzenden Arm auch noch schuldig fühlen.

Dumme Gans. Es gab keinen Sinn, dass sie sich um Dinge sorgte, an denen sie nichts ändern konnte. Sein Arm war kein Messinstrument dafür, wie sehr sie sich um Potter sorgen sollte. Er hatte gewollt, dass Granger ihm eine Flucht vor den ganzen Fehlern, die er die letzten Jahre gemacht hatte, bot. Stattdessen sorgte sie sich darum. Und er konnte sie nicht von dem Mal trennen. Alles in seinem Leben stand in Verbindung zu diesem Mal.

Dieses Dunkle Mal, schwarz und entsetzlich schmerzhaft, auf genau die gleiche Art wie an dem Tag, an dem der Dunkle Lord ihn als den jüngsten lebenden Todesser gebrandmarkt hatte. Draco erinnerte sich an die Freude, das Ehrgefühl. Der Dunkle Lord hatte eine Aufgabe für ihn. Für ihn. Wenn er sie erfüllte, würde er noch mehr verehrt werden als Snape. Er könnte die rechtmäßige Stellung seiner Familie zurück erlangen und niemand würde die Tatsache bestreiten, dass er ein Zauberer geworden war, der den Namen Malfoy verdient hatte.

Er erinnerte sich daran, nicht zu gewusst zu haben, wie man das Verschwinde-Kabinett reparieren sollte. Er hatte Angst um sein Leben gehabt. Um seine Eltern. So sehr er sich schämte, es zuzugeben, er hatte geweint, wie schon seit seiner Kindheit nicht mehr, weil er nicht sterben wollte. Es gab keinen Ausweg. Er diente einem rücksichtslosen Meister und ihm würde kein Mitleid zuteil werden, sollte er versagen.

Er erinnerte sich an das Triumphgefühl, als er es endlich schaffte. Er hatte einen Durchgang nach Hogwarts geschaffen. Kein anderer Todesser hatte das je geschafft. Er hatte sie nach Hogwarts geführt. Er wäre endlich in der Lage, diesen alten Narren zu töten, der unterschätzt hatte, welche Bedrohung er darstellte. Alles würde sein, wie es sein sollte.

Er erinnerte sich an die völlig lähmende Angst des Moments, in dem er feststellte, dass er nicht tun konnte, was der Dunkle Lord verlangte. Er konnte diesen erbärmlichen, alten Muggelfreund nicht töten. Sein Zauberstab war erhoben, aber er konnte die Worte nicht sagen. Er meinte es nicht. Er war trotz allem schwach. Und dann musste Snape es für ihn tun und stahl ihm den Ruhm. Draco würde nicht getötet werden, aber ebenso wenig belohnt. Und der Dunkle Lord hatte… enttäuscht gewirkt. Glücklich, dass Dumbledore endlich tot war, aber enttäuscht, weil er Lucius nicht die Botschaft von Dracos Tod überbringen und ihn damit bestrafen konnte. Erst in diesem Moment hatte Draco verstanden, was seine Mutter von Anfang an gewusst hatte: Der Dunkle Lord hatte nicht geplant, dass Draco überlebte.

Das Mal war während all dessen auf ihm gewesen: Ein Symbol der allgegenwärtigen Macht des Dunklen Lords in seinem Leben, der unentrinnbare Diensteid, den er geleistet hatte. Ein Band des Besitzes eines Meisters, der ihn auf eine Selbstmordmission geschickt hatte, um seinen Vater zu bestrafen.

Er begann, dem Dunklen Lord zu grollen, der alles nahm und nichts gab außer Schmerz, Härte und Tod. Sie hatten eine bessere Welt schaffen wollen; eine reinere Welt. Aber wer würde am Schluss übrig bleiben, um sie zu genießen? Wenn der Dunkle Lord seinen Kopf durchsetzte, würden er und seine Eltern den Tag nicht mehr erleben.

Er schluckte seinen Stolz herunter und tat das Undenkbare: Er flehte den Phoenixorden um Hilfe an. Für sich und seine Mutter. Auch für seinen Vater, sollte er jemals aus Azkaban entlassen werden. Er kehrte nach Hogwarts zurück: Einer der Orte, an denen er vor seinem Meister sicher wäre. Er bereitete sich auf seine UTZe vor. Er hing dem Gedanken nach, dass er eine Karriere verfolgen könnte. Ein Gedanke, den er weniger als ein Jahr zuvor verhöhnt hatte. Er überdauerte/hielt den blendenden Schmerz aus, der immer ausbrach, wenn er den Ruf ignorierte. Er verdiente es, diesen Preis zu bezahlen.

Er ließ die Idee zu, dass er die Hexe, die ihren Weg in seine Fantasien vor Jahren geschafft hatte, haben könnte. Was spielte das jetzt für eine rolle? Die Dinge konnten kaum schlimmer werden, also konnte er genauso gut tun, was er wollte. Vielleicht konnte er den Rest eine Zeit lang ignorieren, wenn er sie hätte.

Er erinnerte sich an weiche Lippen, die sich auf den hässlichen Schädel drückten. Eine Muggel-geborene Hexe liebkoste das Symbol, das seine Familie und andere wie sie versammelt hatte, um ihre Art zu foltern und zu töten. Sie war völlig geisteskrank. Es war das Symbol, das in der Nacht, als er die Todesser hereingelassen hatte, mit der Absicht sie und ihre Freunde und Lehrer zu töten, über dem Schloss gehangen hatte. Es war so falsch von ihr, es so zu akzeptieren.

Jeden hässlichen Zug an ihm akzeptierte sie. Jeden Makel, innerlich und äußerlich. Er wusste nicht im Geringsten, wieso. Er tat so, als sollte sie sich geehrt fühlen, weil sie überhaupt in seine Nähe durfte. Als ob er besser als sie wäre, und ein Schlammblut wie sie sich glücklich schätzen sollte, weil sie von ihm beachtet wurde. Selbst als er sie überredet hatte, ihn zu treffen, selbst wenn er sie vögelte, hatte er nie wirklich aufgehört zu versuchen, ihr das Gefühl zu geben, dass sie nichts wäre.

Alles schien nun andersherum. Alles, was er an ihr für schwach und wertlos gehalten hatte, war unwichtig. Was interessierte es, dass sie Muggeleltern hatte, wenn sie die klügste Hexe ihres Jahrgangs war? War es so schlimm, dass sie mit dem einzigen Zauberer befreundet war, der eine Chance hatte, die Quelle des Bösen, die praktisch sein Leben zerstört hatte, zu besiegen? Sie war die Gutherzigkeit und Vergebung in Person und gab ihm das Gefühl, wertlos zu sein und er hasste es.

Aber er hasste es auch nicht bei ihr zu sein. Er war ein Narr, dass er es so weit hatte kommen lassen. Es war ganz natürlich, dass er sie wollte. Aber nun brauchte er sie. Weniger als ein Jahr zuvor hätte er sie in einem Herzschlag dem Dunklen Lord überreicht. Nun krabbelte er in ihr Bett wie ein Kind, das nicht schlafen konnte. Er wollte Trost von ihr. Wenn er sie dem dunklen Lord gebracht hätte, hätte er sie besitzen können wie das Tier, das sie laut dem Dunklen Lord war.

Dieser Gedanke fröstelte ihn. So würde er sie nicht wollen. In einer Welt, in der der dunkle Lord herrschte, konnte sie nicht sein, wer sie war. Er würde sie töten oder schlimmeres. Selbst, wenn Er sie Draco als Belohnung überlassen würde, würde sie nicht sein, was sie nun für ihn war; sie würde immer weniger sein. In der Welt, die er hatte mit erschaffen wollen, als der Dunkle Lord das Mal in seinen Arm gebrannt hatte, hätte es keinen akzeptablen Platz für sie gegeben.

All das schien so lange her zu sein. Er hatte dem Mal seinen Rücken zugewandt und war in die Arme der unmöglichen Hexe geflohen, die neben ihm schlief.

Wie viel mehr würde er verraten müssen, um sie zu behalten?

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