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Fanfiction

Lessons & Obsessions - Beschleunigung

von Nitsrek

Ginny blickte auf, als ihr Bruder das Portrait hinter sich zuschlug und auf sie zu stürmte.

„Was ist los?“, fragte sie unschuldig, als er sie wütend anstarrte. Er schüttelte seinen Kopf, scheinbar zu wütend, um zu sprechen und deutete nach hinten auf die Tür. Ginny rollte mit den Augen und folgte ihrem Bruder nach außen auf dem Flur, da sie das Gefühl hatte, es wäre das beste, es hinter sich zu bringen und den Gedanken nicht mochte, vor der Hälfte aller Gryffindors einen Streit mit Ron zu führen.

„Und?“

Ron kämpfte scheinbar mit einer Idee, die er selbst nicht ganz erfasste. Er versuchte, es mit dem einzigen Wort zu erklären, dass er herausbrachte: „Hermine.“

„Du hast sie gefragt, ob sie mit dir ausgehen will, oder?“, fragte Ginny vorsichtig. Sie hatte damit gerechnet, dass es so weit kam. Hatte versucht, Hermine zu warnen, leider verspätet. Ein Teil von ihr hatte gehofft, dass die Dinge zwischen Hermine und Malfoy entweder vorüber gehen oder öffentlich bekannt würden, bevor Ron endlich einen Schritt wagte.

Ron nickte zerstreut, als ob er nicht ganz glauben könnte, was passiert war. „Ja, aber sie kam mit so einer Ausrede, dass es nicht der richtige Moment wäre und hat abgelehnt.“

Ginny versuchte ihr bestes, um überrascht auszusehen. „Naja… Vielleicht ist es nicht der richtige Moment. Ich meine, zur Zeit passiert so viel -“

„Es passiert immer soviel! Warum sollte uns das abhalten? Ich dachte, sie wollte das. Ich dachte…“, er schlug frustriert mit seiner Hand gegen die Wand, seine Augen leuchteten vor Wut. „Es muss einen anderen geben. Sie verheimlicht etwas.“

Ginny zappelte ein bisschen und trat sich dafür gedanklich. Sie konnte Hermine nicht verraten, jetzt, da sie hoch und heilig versprochen hatte, es für sich zu behalten. Sie hielt nicht viel von Draco Malfoy, aber sie würde ihre Freundin nicht verraten.

„Du weißt es!“, knurrte Ron anschuldigend. „Ich kann es nicht glauben! Du weißt es, nicht wahr? Es passt alles zusammen.“

“Ich weiß nicht, wovon du sprichst”, log Ginny, obwohl es keinen Sinn hatte. Selbst Ron war nicht so dumm.

„Es gibt einen anderen, oder?“, fragte Ron gedehnt.
Ginny schüttelte einfühlsam ihren Kopf. „Ich werde dir nichts sagen.“

„Genial.“ Ron funkelte seine Schwester an. „Meine Freundin und nun auch meine verfluchte Schwester lügen mich an. Ich denke, es hat keinen Sinn, etwas aus dir oder ihr herauszubekommen. Sag mir Bescheid, falls du entschließen solltest, dass ich es verdiene, zu erfahren, was zur Hölle los ist.“

Bevor Ginny sich eine Antwort überlegen konnte, hatte Ron das Portrait der Fetten Dame aufgestoßen und war auf seinem Weg zum Jungenschlafsaal.

Was auch immer Ron zu Hermine gesagt hatte, es war sicher nicht gut ausgegangen. Arme Hermine: Als ob die Dinge für sie nicht schon kompliziert genug wären! Ginny würde jetzt auf keinen Fall schlafen können, also zog sie Harrys Ausgabe von Fliegen mit den Canons hervor (die er ihr da gelassen hatte) und wartete auf Hermines Rückkehr.

Als das Portrait der Fetten Dame sich erneut öffnete, war es fast Mitternacht. Ginny war die letzte Person im Gemeinschaftsraum und war eingenickt. Hermine sah auf keinen Fall glücklich aus, aber sie war nicht halb so aufgebracht, wie sie es hätte sein können. Vielleicht war es Malfoys Einfluss, falls Hermine sich wirklich mit ihm getroffen haben sollte, was Ginny aber annahm.

„Ich habe versucht, dich zu warnen“, sagte Ginny ruhig.

Hermine seufzte, die Augen immer noch rot und leicht geschwollen, und stand hilflos an der Tür.

„Komm schon“, sagte Ginny mit einem freundlichen
Lächeln. „Lass uns auf dein Zimmer gehen und ein bisschen reden, bevor wir schlafen gehen. Du hast morgen früh eine Freistunde und mir macht es nichts aus, ein paar Stunden Schlaf weniger zu haben.“

Hermine nickte und lief dankbar voran zu ihrem Schlafzimmer, fragte sich, wie viel schwieriger alles noch dieses Jahr gewesen wäre, wenn sie nicht ihr eigenes Zimmer als Zuflucht gehabt hätte.

Als die Tür sich hinter ihnen schloss, setzte sich Ginny neben Hermine auf das Bett.

„Ron hat dich gefragt, ob du mit ihm ausgehen willst.“

„Ja“, sagte Hermine ruhig, immer noch unfähig, es zu glauben.

„Und du hast abgelehnt.“

Hermine zuckte die Schultern in einer Geste der Hilflosigkeit. „Ich musste.“

Ginny zögerte. „Hast du es Malfoy erzählt?“

„Nicht vorsätzlich.“ Hermine zupfte an ihrem Umhang. „Aber ich hatte nicht wirklich die Kraft, es für mich zu behalten.“

„Hat er vorgeschlagen, Ron zu verhexen?“, fragte Ginny mit einem finsteren Blick. „Es würde mir nämlich nichts ausmachen, es selbst zu tun.“

„Es ist nicht Rons Schuld“, seufzte Hermine. „Er hatte… einfach ein schlechtes Timing.“

„Das ist die Untertreibung des Jahres“, sagte Ginny.

„Und jetzt weiß er, dass es einen anderen gibt“, fuhr Hermine quengelig fort. „Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis er herausfindet, wer es ist. Er wird n-nie wieder mit mir sprechen.“

„Doch, wird er“, sagte Ginny tröstend, während sie den Rücken ihrer Freundin streichelte. Hermine hatte wieder angefangen, zu weinen. „Es wird nur seine Zeit dauern.“

Hermine wischte sich die Tränen aus ihren Augen und blickte Ginny an. „Vielleicht, wenn es jemand anders wäre. Aber Malfoy? Wie könnte Ron mir vergeben?”

Ginny war einen Moment still. Sie wollte Hermine versichern, dass Ron sich um sie sorgte und ihr letztendlich vergeben würde, egal, worum es ging, aber sie konnte sich nicht sicher sein. Vor allem da der Krieg Hermines begangenes Vergehen noch schlimmer machte.

Hermine ließ zu, dass die Stille sich ausdehnte, während sie beide zu Boden sahen, bis sie schließlich den mut aufbrachte, ihre nächste Frage zu stellen. „Denkst du, ich bin eine Vollidiotin, weil ich Ron so habe abblitzen lassen?“

„Nein“, sagte Ginny, bevor sie zögernd ergänzte, „Obwohl ich zugeben muss, dass es mich überrascht, dass du dich immer noch mit Malfoy triffst.“

Hermine schluckte den Kloß in ihrem Hals herunter. „Hast du erwartet, dass inzwischen etwas falsch gelaufen wäre?“

Ginny wählte ihre nächsten Worte mit Bedacht. „Was ich erwartet habe, spielt keine Rolle. Er hat immer noch Interesse, oder? Und er hat dich nicht verletzt. Das ist doch was.“

„Ich hätte nie gedacht, dass er… dass er mich so lange wollen würde“, sagte Hermine sanft.

Ginny grübelte einen Moment über diesen Gedanken nach. „Ich habe dich bereits gefragt, ob du glaubst, dass er sich für dich interessiert…“

Hermine erinnerte sich sehr deutlich an ihre Antwort: Was interessiert Draco Malfoy schon außer sich selbst?

„Ich weiß nicht, was ich über seine Gefühle denken soll“, seufzte Hermine frustriert. „Er kann freundlich sein… Manchmal lachen wir. Es gibt mehr an ihm, als ich mir vorgestellt hatte. Aber ich weiß nicht, was er für mich fühlt.“
„Weißt du, was du für ihn fühlst?“

Sie stellte sich diese Frage fast täglich selbst und hatte immer noch keine Antwort. Ihre Stille schien Ginny allerdings auszureichen und sie stand auf und drückte ihre Schulter, als sie zur Tür ging. Als ihre Hand den Türgriff berührte, wandte sie sich zu ihrer Freundin zurück.

„Es ist nicht falsch, was du tust“, sagte Ginny. „Es ist schwierig und kompliziert, aber lass dir von Ron oder irgendwem anders nicht das Gefühl geben, dass es falsch wäre.“

Hermine nickte und schenkte ihrer Freundin ein trauriges Lächeln, als Ginny ging und die Tür hinter sich schloss.
Du hast nichts Falsches getan, hatte er gesagt. Und nun sagte Ginny das gleiche. Sie wünschte sich wirklich, sie könnte ihnen glauben. Aber wie konnte sie schuldlos sein, wenn das, was sie mit Draco tat, einen ihrer besten Freunde so sehr verletzte?

*****
Draco kehrte ohne Vorfälle zu den Schlafsälen zurück. Falls einer der anderen Jungen wach sein sollte, ließ er es nicht merken. Sie waren es gewöhnt, dass er kam und ging, wie es ihm passte/gefiel. Als er seine Uniform auszog, spürte er die Beule von Grangers Krawatte in seiner Hemdtasche. Er zog sie heraus und warf sie abwesend in seine Truhe. Er sollte sich daran erinnern, sie ihr später zurückzugeben.

*****
Das Frühstück in der Großen Halle am nächsten Morgen war eine gedrückte Angelegenheit. Hermine und Ginny saßen sich gegenüber, aber Hermine war nicht in Stimmung für eine Unterhaltung. Ron stürmte an ihnen vorbei und hielt nur an, um böse in der Halle umher zu starren, um zu sehen, ob Hermine irgendwelche anderen Jungen beobachtete, bevor er sich neben Dean und Seamus setzte. Ginny rollte die Augen, aber Hermine starrte nur entschlossen auf ihren Toast.

Draco beobachtete Weasleys Wutanfall von der anderen Seite der Halle aus und stellte fest, dass Granger die Reaktion des rothaarigen Blödmanns auf ihre Abweisung nicht übertrieben dargestellt hatte. Wenn er sich nicht sicher gewesen wäre, dass Granger ihn nicht mehr treffen wollen würde, wenn Weasley Bescheid wüsste, hätte er das Geheimnis in einem Herzschlag verraten. Es würde jetzt, wo Weasley aufmerksam war, sogar noch schwerer werden, es zu vertuschen und Draco hatte keine große Lust, mit Grangers Schuldgefühlen und Paranoia wegen dieser ganzen Sache umgehen zu müssen. Außerdem hätte er den Bonus, Weasley die Wahrheit ins Gesicht zu sagen. Diese Aussicht allein verlockte Draco schmerzlich, das Geheimnis zu lüften.

Aber er konnte nicht. Er würde nicht riskieren, dass sie sich weigern könnte, ihn zu sehen. Er konnte nicht darauf vertrauen, dass seine eigene Anziehungskraft sie auch dann zurückkehren zu lassen, wenn sie wütend auf ihn war. Draco wagte einen kurzen Blick auf sie. Sie saß steif, starrte leer auf ihren Teller, ignorierte die verächtlichen Blicke, die Weasley auf sie richtete. Dann stand sie auf, sammelte ihre Schulsachen ein und ging ohne einen Blick zurück. Er wollte ihr folgen. Nein, das wäre zu offensichtlich. Die Chancen standen zwar gut, dass Weasley nicht so aufmerksam war, aber er sollte es nicht riskieren. Er müsste einfach warten. Draco mochte Warten nicht.

*****
Der Unterricht mit Draco war neuerdings sowieso angespannt, aber es war jetzt sogar noch schlimmer, da Hermine und Ron nicht miteinander sprachen. Ohne Harry gab es niemanden in ihrem Jahr außer Ron, mit dem sie im Unterricht zusammenarbeiten oder reden konnte. Professor Slughorn schien nicht wahrzunehmen, dass Ron und Hermine Krach gehabt hatten und ließ sie wie immer für ihre Zaubertrank-Aufgaben ein Team bilden. Am schlimmsten war, dass sie auch noch gezwungen waren, einen Tisch mit Draco und Blaise Zabini zu teilen.

Ron schien es wichtiger zu finden, Hermine zu ignorieren als eine gute Note für seinen Trank zu bekommen, was verlangen würde, sie um Hilfe zu bitten, also arbeitete er drauf los, ohne zu wissen, was er tat. Hermine zwang sich selbst, ihre Augen von Draco fernzuhalten, während sie feststellte, welche Zutaten sie brauchen würde. Draco und Zabini schienen gelangweilt zu diskutieren, wie sie vorgehen sollten, während sie zum Zutatenschrank lief.

Als sie zum Tisch zurückkehrte, schien mehr zu kochen als nur der Geistesblitz-Trank. Ron hatte scheinbar die Hälfte des Kesselinhalts auf dem Tisch verschüttet und der Trank ruinierte die sorgsam angeordneten Zutaten der Slytherins. Ohne Nachzudenken begann Hermine, die vergossene Flüssigkeit mit ihrem Zauberstab aufzusaugen, in der Hoffnung, den größten Schaden zu begrenzen. Ron jedoch schlug ihre Hand fort und starrte sie böse an.

„Ich brauche deine Hilfe nicht, Hermine!“, blaffte er.

Hermine ging einen Schritt zurück, erinnerte sich. Zabini hob eine Augenbraue und Draco grinste.

„Was ist los, Weasley? Schluss mit deiner Freundin?“, spottete Zabini.

Ron wurde leuchtend rot. „Sie ist nicht meine -!“

Draco unterbrach ihn. „Nun, lass mich der Erste sein, der dir gratuliert, Weasley“, sagte er gedehnt. „Blutsverräter sind nur ein kleines Stück besser als Schlammblüter, aber es ist ein Fortschritt. Du musst dich von ihr nicht noch weiter runter ziehen lassen.“

Zabini kicherte leise und Hermine versuchte, ihr Gesicht ausdruckslos wirken zu lassen. Es war gut, sagte sie sich selbst, dass Draco sich vor Zabini und Ron so verhielt. Er musste so tun, als ob sie ihm wie schon immer nichts bedeutete. Aber warum musste er ein so guter Schauspieler sein?

„Ich weiß nicht, Draco“, sagte Zabini glatt, seine Augen landeten auf Hermine. „Vielleicht war es ja Granger, die Schluss gemacht hat. Vielleicht könnte die Schulsprecherin sich ja dafür schämen, mit solch einer traurigen Entschuldigung eines Zauberers gesehen zu werden.“

Ron zuckte zusammen und Hermine hielt ihren Blick entschlossen auf ihrem Schulbuch, auch wenn sie ihre Wangen nicht davon abhalten konnte, zu brennen.

„Weißt du, du könntest Recht haben“, sagte Draco im Plauderton zu Blaise. Der Hohn drängte sich ihm ganz von selbst auf, so leicht wie das Fliegen auf einem Besen. „Lieber ein Schlammblut, das mit einem Zauberstab umgehen kann als ein Blutsverräter mit keinerlei magischem Talent.“

Er wandte sich Hermine zu, die seinen spöttischen Blick erwiderte, auch wenn es sie das letzte Quäntchen ihres Gryffindor-Mutes kostete. „Hey Granger, wenn du eine Schulter zum Ausweinen brauchst, ich glaube, ich habe ein abgetragenes Paar Umhänge, die ich hinterher verbrennen könnte.“

Zabini gluckste und sah Hermine von oben bis unten abschätzend an. „Ich würde ihr mehr als meine Schulter geben. Sieht so aus, als könnte sie es gebrauchen.“

Draco bekämpfte die Eifersucht, die bei Blaises Worten aufflammte und höhnte, „Nicht für alle Galleonen bei Gringotts. Es würde zu lange dauern, den Schmutz abzuwaschen, wenn ich fertig wäre.“

Hermines Blick gefror. Sie sah Ron an, der wieder an seinem Trank arbeitete und scheinbar vorgab, den Austausch nicht zu hören. Sie nahm an, dass sie durch die letzten paar Monate verwöhnt worden war. Sie hatte vergessen, wie grausam Draco sein konnte. Sie hatte vergessen, warum sie ihn so sehr gehasst hatte. Abgesehen von Draco war sie die Einzige, die die Ironie seiner Worte erkannte angesichts der vielen Male, die er sie leidenschaftlich berührt hatte. Sie wusste, dass es nur Show war, aber es verletzte sie dennoch.

Ihr fiel einfach keine Antwort ein. Keine gewitzte Erwiderung. Aber sie wurde von Slughorn gerettet, der einen Moment später erschien und fröhlich fragte, „Und wie läuft es hier bei Ihnen? Tsts, drei von Ihnen haben kaum angefangen! Miss Granger, geht es Ihnen gut? Ich hatte erwartete, dass sie inzwischen fast fertig wären!“

Hermine lächelte den Professor falsch an und fing an, einige Wurzeln zu schneiden. „Verzeihung, Professor. Die Jungs haben versucht, herauszufinden, wer die größte Wurzel hat, aber ich glaube, das haben wir nun geklärt.“

Damit begab sie sich an die Arbeit an ihrem Zaubertrank, und sobald Draco und Zabini wieder zu sich gekommen waren, fingen auch sie an.

Sie war fast eine so gute Schauspielerin wie er, dachte Draco für sich, während Blaise zum Zutatenschrank ging. Aber er konnte den Teil ihres Schmerzes sehen, der echt war. Sie würde ihm später noch dafür danken. Die Auseinandersetzung würde Weasley auf jeden Fall eine Zeit lang von ihrer Fährte ablenken, und das war es, was sie wollte.

Für den Rest der Unterrichtsstunde herrschte Ruhe am Tisch.

*****
Draco war einmal vor Granger fertig. Ohne Zweifel war sie entschlossen, die Zeit, die sie verloren hatte, wieder gutzumachen und den Trank perfekt fertig stellen. Er wollte nicht herumhängen und Zeuge der Spannung zwischen ihr und Weasley werden, also ging er.

Es war die letzte Stunde des Tages und er wollte eine Möglichkeit, Granger vor dem Abendessen allein zu erwischen, also wartete er auf dem Gang und sagte Blaise, er solle ohne ihn weitergehen. Weasley lief ohne einen weiteren Blick an ihm vorbei und er beobachtete, wie der Rest ihrer Klassenkameraden zur Großen Halle lief.

Schließlich lief sie vorbei, scheinbar in der Absicht, ihn ebenfalls zu ignorieren, aber er packte sie am Arm.

„Was willst du?“, fragte Hermine, ihre Stimme eisig.

„Dich“, sagte er mit einem selbstbewussten Grinsen, aber sie schien unempfänglich für seinen Charme. Nichtsdestotrotz, als er sie in Richtung des nächsten Klassenzimmers zog und die Tür hinter ihnen schloss, wehrte sie sich nicht sonderlich.

„Wir sollten beim Abendessen sein“, sagte sie, während sie sich aus seinem Griff befreite.

Draco zuckte die Schultern. „Ich bin nicht hungrig.“

„Nun, ich vielleicht schon.” Hermine verschränkte verärgert ihre Arme und lehnte sich an die nächste Wand. Sie war nicht in der Stimmung für Malfoys Spielchen.

„Du hast kein Recht, wütend zu sein“, sagte Draco ruhig.
Ihr Gesicht wurde rot. „Habe ich nicht?”

„Nein”, war Dracos fest Antwort. „Ich habe getan, was du wolltest. Ich habe Weasley glauben gemacht, dass ich dich nie anfassen würde.“

„Du hättest nicht ganz so überzeugend sein müssen“, schimpfte Hermine.

„Alles andere hätte uns verraten, und zwar Weasley und Zabini gegenüber! Schalt dein Gehirn ein, Granger!“

Sie wandte ihren Blick ab, immer noch aufgebracht, aber mehr von der Tatsache, dass sie wusste, dass er im Recht war als von der Art, wie er sie beleidigt hatte.

„Du kannst mir nicht sagen, dass du irgendetwas davon geglaubt hast.“ Draco biss seine Zähne frustriert zusammen. „Werd erwachsen, Granger.”

„Ich weiß nie, ob du lügst“, protestierte sie.

„Du solltest froh sein, dass ich es gut kann! Ich versuche, unser kostbares Geheimnis geheim zu halten!“

Hermine seufzte, fühlte sich mehr als ein bisschen albern, weil sie sich so über eine dumme Beleidigung aufregte. „Vielleicht kannst du es zu gut.“

„Dann hör nicht drauf, was ich sage.“ Draco drückte sie an der Wand und küsste sie ohne Vorwarnung grob, bohrte seine Hüfte an ihre, ließ seine Finger mit ihren Haaren spielen.

Hermines Körper reagierte sofort und sie bog sich ihm entgegen, und erwiderte seinen Kuss ebenso, zitterte über die fast schmerzliche Weise, mit der er an ihren Haaren zog. Sie verstand seinen Standpunkt: Egal was sie sagten, ihre Körper logen sich nicht an. Sie wusste, dass er versuchte, Ron davon abzubringen, es herauszufinden. Was machte es, was er sagte, im Vergleich zu dem, was seine Hände, seine Lippen vermittelten? Und falls selbst seine Berührung irgendwie eine Lüge wäre, wusste sie nicht, ob es für sie eine Rolle spielte, solange sie sie hätte.

Draco entzog sich dem Kuss und sah Granger in die Augen. „Du bist nichts für mich.“

Seine Lippen krachten einmal mehr gegen ihre und der Kuss war wild und leidenschaftlich und dann vorbei. Bevor Hermine zu Sinnen kam, hatte Draco sich entfernt und das Zimmer verlassen.

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