
von Nitsrek
Draco war wütend. Er hatte seiner MUtter einen Brief geschrieben, der nur davon sprach, Granger zu beschützen. Er hatte sie gegen Weasley verteidigt. Und nun war sie wütend auf ihn?! Es war wirklich vorhersehbar. Sie war schon immer eine starrköpfige, egoistische, undankbare kleine –
Der Schmerz in seinem Fuß, als er damit seinen Bettrahmen traf, unterbrach Dracos Gedankenfluss, und die Stille des leeren Schlafsaals wurde durch einen beeindruckenden Strom farbenprächtiger und fantasievoller Schimpfwörter zerstört.
Es würde ein reizender Tag werden.
*****
Hermine und Ron saßen nahe dem Baum, unter dem sie in glücklicheren Zeiten oft gelernt hatten, im Gras. Es war einer der wenigen Orte, an denen sie ungestört miteinander reden konnten. Sie waren ein paar Meter voneinander entfernt, sahen sich nicht an. Die Sonne fühlte sich auf Hermines Haut warm an, aber sie verringerte nicht die Kälte, die in ihr lag, während sie darauf wartete – ihr Herz schlug bis zum Hals – dass Ron sprach.
Ron zappelte verlegen. Als er schließlich redete, starrte er immer noch lieber das Gras bei seinem Fuß an als sie. Es war zu schwer, sie anzusehen und nicht an ihn zu denken.
„Wie lang?“
Hermine zögerte einen Moment, entschloss sich aber, ihm die völlige Wahrheit zu erzählen, egal, wie schmerzhaft es war oder wie wütend er sein würde. Das Band, das ihre Beziehung aufrecht erhielt, könnte unter dem zusätzlichen Gewicht einer weiteren Lüge reißen. Ihre Stimme zitterte leicht, als sie sprach.
„Seit kurz nach Beginn des Schuljahres…“
Ron fühlte einen brennenden Schmerz in seiner Brust. Wenn er gestanden wäre, wäre er womöglich zusammengebrochen. Fast sechs Monate. Sie hatte es ihm fast sechs Monate verheimlicht, und er hatte bis kurz nach Weihnachten nicht gemerkt, dass sie einen anderen hatte. Er wäre nie darauf gekommen, dass es Malfoy war, wenn er sie nicht zusammen erwischt hätte. Ihr Verrat wurde augenblicklich von seiner Entrüstung über seine eigene Blindheit überschattet. Wie konnte er behaupten, ihr Freund zu sein und es nicht einmal bemerken?
Für ein paar Minuten waren sie still. Dann schluckte Ron, stählte sich, um seine nächste Frage zu äußern.
„Warum er?“
Hermine war verzweifelt. Alles was sie sagte, würde Ron verletzen, aber sie würde nicht lügen. Also erklärte sie es so einfach und ehrlich sie konnte, ihre Wangen brannten vor Verlegenheit und Schuld, als die Worte ihre Lippen verließen.
„Er… er wollte mich.“
Ron bemerkte einen weiteren Stich in seiner Brust. Er schüttelte ungläubig seinen Kopf. Nichts hiervon ergab einen Sinn. Der Malfoy, den er kannte, tat nichts lieber, als Hermine zu quälen. Er würde sich nicht einmal tot mit einer Muggel-geborenen Hexe erwischen lassen. Und die Hermine, die er kannte, würde sich niemals freiwillig von diesem Frettchen anfassen lassen. Sie würde wissen, dass er sie nur ausnutzte. Sie würde niemals…
Aber sie hatte. Die Art, wie sie Malfoy angelächelt hatte, als er ihr in der Eulerei die Haare hinters Ohr gestrichen hatte… Sie verriet Ron mehr, als wenn er sie beim Vögeln erwischt hätte. Es war das Lächeln, das sie sonst nur für ihn übrig hatte. Es war erschütternd genug, anzunehmen, dass Hermine und dieses Ekel vögelten – es war immerhin Malfoy – wo Ron doch sicher gewesen war, dass er und Hermine ihr erstes Mal gemeinsam erleben würden. Aber das Lächeln, das sie Malfoy geschenkt hatte, verletzte ihn noch mehr. Denn es verriet, dass es für sie nicht nur um Sex ging.
„Ich… wollte…“, sagte Ron verlegen. „Ich will immer noch…“
Hermine lächelte traurig, obwohl Ron sie nicht ansah und sie daher nicht sehen konnte. „Ich weiß. Du hast nur so lange gebraucht, um es zu zeigen, dass ich Zweifel hatte…“
Ron stöhnte schuldbewusst. Wenn er nur nicht so ein Feigling gewesen wäre und ihr gesagt hätte, wie er fühlte, wäre vielleicht nichts hiervon passiert. Sie könnten jetzt zusammen sein. Sie könnten glücklich sein. Er war nicht bereit, zu sagen, dass sie keine Schuld traf oder ihr zu vergeben, aber er konnte die Tatsache nicht wegschieben, dass er ihr deutlicher hätte zeigen müssen, wie viel sie ihm bedeutete.
So wie es aussah, blieb ihm nur übrig, sich zu überlegen, wie es weitergehen sollte. Er hatte immer noch Gefühle für sie. Er wollte sie nicht als Freundin verlieren. Er war wütend auf sie und verletzt, und er verstand nicht, was sie mit Malfoy tat… aber sie war immer noch Hermine.
„Ich…“ Ron sah schließlich Hermine an, deren Augen rot von den ungeweinten Tränen waren. Sie biss besorgt auf ihre Lippe, während sie darauf wartete, dass er weiter sprach. „Ich werde etwas Zeit brauchen, um darüber nachzudenken.“
Ihre Tränen flossen auf ihre Wangen und Ron kämpfte gegen den Instinkt an, sie in den Arm zu nehmen. Er konnte sie nicht berühren in dem Wissen, dass Malfoy seit Monaten seinen Spaß mit ihrem Körper hatte. Er fragte sich, ob es ihm je wieder möglich wäre, sie gedanklich von ihm zu trennen.
„O-okay“, sagte Hermine leise, wischte mit ihrem Ärmel ihre Augen. Ron stand auf, zögerte, warf ihr einen letzten Blick zu und lief dann zurück zum Schloss.
Hermine saß unter dem Baum, ihre Arme um ihre Beine geschlungen, ihr Kinn auf ihren Knien. Sie verkniff sich ihr Schluchzen. Ein Teil von ihr wollte zu Draco rennen, sich mit ihm im Raum der Wünsche verstecken, bis all ihr Schmerz und ihre Schuld von seiner Leidenschaft verzehrt worden waren. Aber sie war immer noch so wütend auf ihn, weil er vor Ron so angegeben hatte, dass ihr Stolz sie nicht zu ihm ließ.
Sie verbrachte den Rest des Morgens unter dem Baum, ihr Verstand spielte in einer Schleife alles ab, was mit Draco gelaufen war, alles, was Ron gesagt hatte, jede Möglichkeit, was als Nächstes passieren könnte. Als der Schutz des Baumes und die Bewegungslosigkeit, in der sie verharrte sie trotz der warmen Frühlingsluft frösteln ließen, kehrte sie zum Schloss zurück und verbrachte den Rest des Tages im Bett. Gott sei Dank begegnete sie Ron nicht im Gemeinschaftsraum. Sie erklärte Ginny, dass ihr zu schlecht zum Abendessen sei, und auch wenn ihre Freundin ihre Lüge in keinster Weise zu glauben schien, ließ sie Hermine allein.
*****
Während des ganzen Frühstücks stierte er finster vor sich hin. Die Überreste seiner Mahlzeit lagen verstreut über den Tisch, wie gefallene Soldaten auf einem Schlachtfeld: Wurstenden, umgestürzte Gläser mit Kürbissaft, Toast, der in dutzende Stücke zerrissen worden war.
Er verbrachte den Großteil des Morgens damit, jedem Schüler, der unglücklicher Weise seinen Weg kreuzte, Hauspunkte abzuziehen. Beinahe hätte er er dabei auch einem Slytherin-Erstklässler Punkte abgezogen. Beim Mittagessen saßen seine Hauskameraden in sicherem Abstand und hielten ihre Augen vorsichtig von ihm fern.
Nachmittags riss er willkürlich Seiten aus verschiedenen Büchern der Bibliothek.
Während dem Abendessen tat er kaum etwas anderes, als seine Kartoffeln finster anzustarren und sich vorzustellen, wie Granger und Weasley unter einer großen Vielfalt quälender Foltermöglichkeiten litten. Die wenigen Schüler, die mutig genug gewesen waren, einen Blick in seine Richtung zu wagen, verschwanden und schworen dabei, dass er es durch pure Willenskraft geschafft hatte, einen Butterblock zum Schmelzen zu bringen.
Der Schlafsaal war wieder leer, als er vom Abendessen zurück kehrte. Es war ruhig. Zu ruhig. Die Ruhe ließ ihn nachdenken. Er wollte nicht nachdenken. Denken bedeutete Visionen zu haben, wie Granger und Weasley „ihre Freundschaft retteten“.
Eine Wolke aus Federn explodierte in der Luft, die Dracos Bett umgab und er senkte seinen Blick um festzustellen, dass seine Hand eng um seinen Zauberstab geklammert war. Es wäre aussichtslos, das Kissen zu reparieren. Er grummelte und trat mit seinem bereits verletzten Fuß gegen sein Bett, kreierte in einem Anfall wütender Genialität einen ganzen Haufen neuer Schimpfwörter.
Er konnte es nicht länger ertragen. Während er grob die Federn aus seinem Gesicht schlug, griff er nach seinem Besen und stürmte zum Fenster.
*****
Hermine wachte erst nach dem Sonnenuntergang auf. Ihre Augen brannten vom Heulen und es dauerte einige Minuten, bis sie sich wieder an die Geschehnisse des Tages erinnerte. Erst, als sie sich umdrehte, bemerkte sie, was sie geweckt hatte: Malfoy stand neben ihrem Bett.
Obwohl sie sich nach seiner Nähe sehnte, erinnerte Hermine sich an die Art, wie er sich vor Ron verhalten hatte und sah ihn deswegen finster an. „Was willst du?“
Draco bekämpfte eine Welle der Wut und hielt seine Stimme ruhig. „Du warst nicht beim Abendessen.“
Hermine setzte sich auf und ächzte, verschränkte ihre Arme vor der Brust. „Und warum sollte dich das interessieren?“
Draco kniff seine Augen zusammen und zuckte mit den Schultern. „War nur eine Feststellung.“
„Ich will dich nicht sehen“, sagte Hermine, durch seine Lässigkeit verärgert. Sie würde eindeutig keine Entschuldigung von ihm hören. „Bitte geh.“
„Wann habe ich je auf dich gehört, Granger?“
Malfoys arrogantes Grinsen fachte Hermines Ärger nur noch mehr an.
„Raus. Hier.“ Sie zeigte auf das Fenster, wo Dracos Besen am Fensterbrett lehnte.
„Mir ist noch nicht nach gehen“, sagte Draco stur.
Wütend stand Hermine auf, immer noch vollständig angezogen vom restlichen Tag, und stellte sich in einer flinken Bewegung vor ihn. Sie hatte vor, die volle Kraft ihrer Wut an ihm auszulassen, aber stattdessen wurde sie von einem Schwindelgefühl überwältigt. Wenn Draco nicht die Reflexe eines Suchers gehabt hätte, hätte sie ihren Kopf vermutlich am Steinboden aufgeschlagen.
Draco fing sie sofort in seinen Armen auf, als ihre Knie nachgaben. Sie schien für eine kurze Sekunde das Bewusstsein zu verlieren, bevor der Stromschlag seiner Berührung sie wiederbelebte. Sie versuchte schwach, ihn weg zuschieben, aber er hob sie hoch und legte sie trotz ihrer Proteste auf ihr Bett. Er würde nun sicher nicht gehen, da sie vor ihm fast ohnmächtig geworden wäre.
„Wann hast du das letzte Mal etwas gegessen?“
Sie konnte weder in seine Stimme noch in seinem Gesichtsausdruck irgendeine Besorgnis erkennen. Sie hasste seine Kälte. Sie hasste, dass er nie sagen konnte, was er fühlte oder ob er überhaupt etwas fühlte. Es dauerte einen Moment, bis ihr einfiel, wann ihre letzte Mahlzeit gewesen war.
„Gestern Abend.“ Die Antwort überraschte sie ebenso sehr wie ihn. Hermine wusste, dass sie hungrig sein sollte, aber sie war so müde, körperlich und gefühlsmäßig, dass sie einfach nur wieder schlafen wollte.
Das letzte, was sie sah, bevor ihre Augen wieder zufielen, war Draco, der sie anfunkelte. Sie lächelte verträumt und flüsterte, „Du hast eine Feder in den Haaren.“
Draco murmelte einige zusätzliche Schimpfwörter vor sich hin und stapfte in Richtung Fenster.
*****
Als sie zum zweiten Mal aufwachte, saß er am Bettrand, hielt ihr mit einem verärgerten Gesichtsausdruck ein Stück Brot entgegen.
„Iss das, bevor du wieder bewusstlos wirst.“
Hermines Magen schien beim Gedanken an Essen zu erwachen und sie errötete, als er hörbar knurrte. Sie nahm das Brot dankbar an und fing an, kleine Stücke abzureißen, wissend, dass sie langsam essen sollte, nachdem sie einen ganzen Tag nichts gegessen hatte.
„Aguamenti“, sagte Draco, als er mit seinem Zauberstab auf ein leeres Glas auf ihrem Nachttisch zeigte. Sie nahm das Wasser und trank vorsichtig, schonte ihren trockenen Mund und Hals und nahm die Feuchtigkeit wieder auf, die sie durch Tränen verloren hatte.
Sie saßen still da, während sie ihr Brot aß und mehrere Gläser Wasser trank, die Draco ihr auffüllte. Als sie fertig war, legte sie sich wieder hin und zog sich die Decke über den Kopf. Ihr war kalt vor Müdigkeit, obwohl der Raum relativ warm war und sie fühlte sich noch immer sehr schwach.
„Sagst du mir jetzt wieder, dass ich gehen soll?“, fragte Draco verärgert.
Hermine schüttelte ihren Kopf. Sie war zu müde, um weiter sauer auf ihn zu sein und sie war dankbar, dass er mitfühlend genug war, um ihr Nahrung zu bringen. Sie schätzte die seltenen Momente, in denen er beinahe zärtlich schien.
Draco kicherte und zog seine Schuhe aus, krabbelte dann ohne Erlaubnis oder Einspruch von Seiten Hermines in das vertraute Bett. Sie zitterte, obwohl das Bett warm war, und so, wie er es auch vor Monaten in seinem eigenen Bett getan hatte, zog er sie an seine Brust und hielt sie dort, bis das Zittern abebbte. Sie waren beide voll angezogen, was nach all der Zeit, die sie gemeinsam nackt in diesem Bett verbracht hatten, merkwürdig war.
Ihr Geheimnis bröckelte und Draco wusste, dass es sie wie einen kräftigen Schlag treffen würde. Das schlimmste, was ihm passieren könnte, wenn ihre Beziehung öffentlich wurde, wäre der Spott seiner befremdeten Freunde. Seine Familie hatte ihn bereits enterbt. Sie, andererseits, könnte ihre besten Freunde verlieren und zum Gespött der ganzen Schule werden.
Sie zitterte wieder und Draco stellte fest, dass sie weinte. Er hasste es, wenn sie weinte. Er wusste nie, wie er damit umgehen sollte. Er hatte keine tröstenden Worte für sie. Er würde nicht lügen und sagen, dass schon alles gut werden würde, denn so wäre es nicht. Sie befanden sich im Sturzflug und die Dinge würden wahrscheinlich noch schlimmer werden, bevor sie sich wieder besserten, vor allem für sie.
„Du bist ein Dummkopf“, neckte er sanft.
Hermine lächelte leicht und drückte ihr Gesicht an Dracos Oberarm, der als Kissen diente, während sie mit dem Rücken an seiner Brust lag. Ihre Tränen durchnässten den Stoff seines Hemdärmels, aber er zog ihn nicht weg. Sein anderer Arm lag warm und schwer um ihre Taille.
„Du musst nicht bleiben“, murmelte sie müde gegen seinen Arm.
„Natürlich nicht“, sagte er zu ihrem Ärger und sie spürte seine Stimme gegen ihre Rücken.
Sie lagen still zusammen da, bis Draco halb eingeschlafen war, überzeugt davon, dass Hermine schon lange schlief, bis ihre leise Stimme erklang.
„Draco?“
„Hm?“
Hermine zögerte und drehte ihren Körper, damit sie ihn ansehen konnte. „Was wirst du tun, wenn du mit der Schule fertig bist?“
Draco dachte einen Moment nach, überlegte, wohin diese Unterhaltung führen sollte. „Mich wahrscheinlich um die Familiengeschäfte kümmern.“ Wenn ich dann noch eine Familie habe, dachte er bitter. „Und du? Lehrerin? Zaubereiministerin?“
Hermine lächelte und zuckte die Schultern. „Weiß ich ehrlich gesagt nicht.“
Draco stützte sich auf seinem Ellbogen ab und starrte sie ungläubig an. „Wie kannst du es nicht wissen? Du bist Schulsprecherin! Du kannst jeden Job haben, den du willst.“
Ihre Augen erforschten seine, als sie ernsthaft antwortete, „Nur, wenn wir gewinnen.“
Es dauerte einen Moment, bevor Draco die Bedeutung ihrer Antwort erkannte. Die Realität der Rollen, die sie in einem epischen Kampf spielten, traf ihn unerwartet hart. Ihrer beiden Blicke huschten für eine kurze Sekunde zu seinem linken Unterarm, bevor er seine Stimme und seinen Ausdruck zwang, lässig zu wirken.
„Potter gewinnt immer“, tat Draco ihre Bedenken ab, um ihre ebenso wie seine Ängste zu verdrängen, was mit ihr passieren würde, wenn Potter verlieren würde.
Hermine nickte, so wenig überzeugt Draco auch war, das alles gut werden würde. „Du… du könntest uns helfen, Draco. Du weißt Bescheid. Du -“
„Nein.“ Seine Antwort war knapp und fest.
„Aber -“
„Ich habe es satt, benutzt zu werden“, sagte Draco ernst und sah Hermine in die Augen, um seinen Standpunkt klarzumachen. „Und ich werde das meiner Familie nicht antun. Ich habe schon genug angerichtet.“
Hermine war nicht ohne Grund als die klügste Hexe ihres Alters bekannt. Sie konnte spüren, dass es zwischen Draco und seinen Eltern etwas gab, was er vor ihr verheimlicht hatte. Sie hatte es schon kurz nach den Weihnachtsferien vermutet. Aber ihn fragen zu wollen, wäre sinnlos und könnte ihn verärgern.
„Tut mir leid“, sagte sie aufrichtig. „Ich habe nicht nachgedacht.“
Mit dem heftigen Wunsch, das gleiche behaupten zu können, drückte Draco seine schöne, kluge, ihn zur Weißglut bringende Hexe auf das Bett und drückte seine Lippen mit einer Leidenschaft, die das volle Ausmaß seiner Wut, die, seitdem er heute Früh die Eulerei verlassen hatte, nur noch mehr angefacht worden war, enthielt, auf ihre.
Sie hatte nicht die Kraft, sein Drängen zu erwidern, aber ihre Finger glitten als Zeichen der aufrichtigen Ermutigung in seine Haare. Während seine Hände in entschiedener Besitzgier über ihren bekleideten Körper wanderten, beantwortete sie seine Küsse und Berührungen mit einer liebevollen Akzeptanz, die seinen Ärger verpuffen ließ.
Sie zogen sich gegenseitig unter der Decke aus, bis sie nackt aneinander lagen und scheinbar wieder einen Grad der Normalität erreicht hatten. Mit jeder Berührung erinnerte er sie daran, warum er es wert war, Rons Schmerz und Enttäuschung zu ertragen und sie ließ ihn verstehen, weshalb sie die Macht hatte, ihn wütender zu machen als es ein anderer Mensch schaffte.
Als seine Finger ihren Bauch entlang wanderten, um ihre Schamlippen zu öffnen, fand er sie feucht und wartend. Sie zitterte, als sein Mittelfinger über ihren Kitzler schnippte und er beobachtete ihr Gesicht in dem düsteren Licht. Ohne zu zögern hob sie ihre Hände an ihre Brust, um ihre harten Nippel zu liebkosen. Er grinste stolz, als er daran dachte, wie sehr sich verändert hatte, seit sie beschlossen hatte „Unterricht“ bei ihm zu nehmen. Sie war nun in ihrem Körper zu Hause, und sie beherrschte ihre Sexualität fast ebenso meisterhaft wie jeden Zauber, den sie gelernt hatte. Was seine Erkenntnis krönte war die Tatsache, dass sie diesen Teil von sich nur mit ihm teilte. Und er wurde ihrer niemals müde.
Hermine keuchte und seufzte genussvoll, als Dracos Finger in eienr Art, die sie in einen glückseligen Zustand versetzte, sie jedoch nicht erlöste, über ihren Kitzler streichelte. Ihre Finger zogen an ihren Brustwarzen, während sie ihre Hüfte nachdrücklich in einer stillen Bitte in seine Hand bog.
„Zwick sie“, flüsterte Draco rau in ihr Ohr und Hermine gehorchte sofort. Der leichte Schmerz erhöhte ihren Genuss, während Draco gerade aufhörte, sie zu necken und mit seinem Finger fest über ihren Kitzler strich, und sie stöhnte ohne Scham seinen Namen, als ihr Orgasmus sie überschwemmte.
Draco knabberte an ihrem Hals und Schlüsselbein, während ihr Zittern nachließ. Er wusste, dass sie erschöpft sein musste. Sie kommen zu lassen, machte ihn härter, als er zugeben wollte, aber er würde sich einer Hexe, die nur ein paar Stunden zuvor fast ohnmächtig geworden war, nicht aufdrängen. Er hatte gerade beschlossen, seine eigenen Bedürfnisse zu ignorieren und sie schlafen zu lassen, als sie ihre Beine einladend spreizte.
„Sicher, dass du nicht bewusstlos wirst?“, neckte er sie hoffnungsvoll.
„Ich bin stärker, als du glaubst“, sagte sie mit einer spielerischen Herausforderung in ihrer Stimme.
Das reichte ihm als Ermutigung. So feucht, wie sie war, drang er relativ leicht in sie ein. Sie zog sich um ihn zusammen und er zitterte vor Lust. Wie konnte er nur daran gedacht haben, sie schlafen zu lassen?
Hermine begann, sich in einem Versuch, ihren Orgasmus abklingen zu lassen, gegen Draco. Jeder Nerv schien übersensibilisiert und sie wollte ihn so tief und hart er konnte, bis sie es nicht mehr aushielt.
Draco gehorchte schnell. Er passte sich ihren Bewegungen an, bis sie sich beruhigte und es ihm überließ, den Rhythmus zu bestimmen. Mit jedem Stoß keuchte oder stöhnte sie, Wörter flogen ohne Nachzudenken aus ihrem Mund. Sein Name, „Fuck“, „Gut“, „Ja“ und „Mehr“ kamen oft vor, aber sie setzte ein großzügiges Vokabular ein.
Ihre Hände lagen an seiner Brust und ihre Beine waren von ihm weggestreckt. Ihr Körper nahm die Kraft jedes einzelnen Stoßes auf, als ob er nur dafür geschaffen wäre, sandte Stromstöße in ihre Zehen und Fingerspitzen. Und gerade, als sie sich fühlte, als würde sie an ihre Grenzen stoßen, umfasste er grob ihre Beine und stieß ein letztes Mal zu.
Seine Finger gruben sich in ihre Schenkel, als er kam, ihr vergnügter Schrei seinem Brüllen ebenbürtig, als ob sie irgendwie seinen Orgasmus teilen würde. Er hielt sie an sich gedrückt, während seine Muskeln langsam entspannten, der Schweiß, der ihre Haut bedeckte, war ihm gleichgültig. Als ihr Luftholen zu einem schweren Atmen abgeebbt war, zog er sich zurück und legte sich auf seinen Rücken neben sie.
Sie kicherte und machte aus Spaß ein angewidertes Geräusch, als sie sich das Chaos besah, dass sie beide und ihre Decke boten. Er rollte mit den Augen und griff nach seinem Zauberstab, murmelte ein kurzes Ratzeputz, bevor er seinen Arm taub gegen das Bett fallen ließ und ihm der Zauberstab aus der entspannten Hand rollte. Er hatte ihn vergessen, bevor er überhaupt den Teppich berührte.
Mit einer Vorsicht, die sie aufgrund seiner schwankenden Stimmungen angenommen hatte, rutschte Hermine näher an ihn, bis sie an seiner Seite lag. Wortlos legte er seinen Arm um ihre Taille. Sie seufzte zufrieden und erleichtert und kuschelte ihr Gesicht an seine Schulter. Keiner von beiden hatte die Kraft, um sich gegen solche Zeichen der Zuneigung zu wappnen. Die Macht ihres gemeinsamen Ärgers mit dem jeweils anderen und die Stärke ihrer Versöhnung sprachen lauter, als es eine zarte Berührung könnte.
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