
von pada
Beide trauten ihren Augen nicht. Sie sahen dort Ron stehen. Doch es war nicht der Ron, denn sie auf dem Spielfeld sahen. Dieser Ron fixierte vor allem Hermine mit seinen Augen.
Doch Hermine freute sich innerlich, dass Ron anscheinend wieder zu sich selbst gefunden hatte. So begrüßte sie ihn stürmisch, indem sie ihn umarmte und einen Kuss auf den Mund gab. Es war nur ein flüchtiger Kuss, da Ron fast regungslos blieb. Er reagierte nur, indem er ihren Kuss erwiderte, doch das war es auch schon.
Stattdessen schaute er nun auch seine Schwester an, welcher unbehaglich wurde, als sie ihn ansah. Es kam Ginny so vor, als hätte sie etwas Falsches getan, als hätte sie von der verbotenen Frucht genascht und dass Ron nun ein volles Geständnis von ihr erwartete. Doch sie wusste bei Leibe nicht, was sie genau getan hatte. Plötzlich viel ihr wieder jenes Ereignis von eben ein, als sie Hermines Brust berührte.
„Das war doch nur Ungeschickt von mir. Woher soll er dass wissen? Was will er von mir?“ Ginnys Kopf ratterte. Doch zum zweiten Mal fand sie keine Antwort auf ihre Fragen.
Als Hermine merkte, dass etwas nicht stimmte, löste sie sich von Ron und schaute ihn noch einmal an bevor sie fragte: „Hey Ron. Was ist los mit dir, Schatz?“ Liebevoll kamen diese Worte aus ihrem Mund, ebenso wie sie ihn ansah. Doch es schien, als würde dieses Liebevolle an Ron abprallen, wie an einer dicken Backsteinmauer.
„Wo wart ihr und was habt ihr gemacht?“, schoss es aus ihm heraus. Es war heute wahrlich kein Freund der langen Worte. Verdutzt schaute Hermine ihren Freund nun an und trat einen Schritt zurück und brachte so Platz zwischen ihnen.
„Wie, was sollen wir gemacht haben?“, fragten Hermine und Ginny gleichzeitig. Sie blickten sich dabei flüchtig an.
„Du hast mich richtig verstanden, Hermine! Wo wart ihr und was habt ihr gemacht?“ Ron schien langsam ungeduldig zu werden.
„Also schön, hier hast du kurz Version, mein Lieber. Nachdem Harry dich mitgenommen hat, bin ich zum essen, dabei wurde ich von Snape aufgehalten. Dann habe ich gegessen und bin runter zum Spielfeld um nach dir zu sehen. Dann kam plötzlich Ginny und wir haben uns zusammen das Training angesehen und sind nach euch dann gegangen. Gut so?“, schloss Hermine ab.
Ginny spürte deutlich, dass Hermine gereizt war.
„Aha. Aber warum seit ihr erst jetzt gekommen?“ Ron hob dabei misstrauisch seine Augenbraue und ließ seinen Blick von den beiden Mädchen nicht ab, welche mittlerweile wieder nebeneinander standen.
„Was habt ihr noch gemacht?“
Hermine platzte plötzlich der Kragen: „Ron, deine Fragerei geht mir auf die Nerven. So, damit es auch du jetzt kapierst. Gemacht haben wir gar nichts, außer dass ich noch von Harry zusammengeschissen wurde, weil du so schlecht heute warst. Schlecht ist hierbei noch geschmeichelt. Er machte ich mich dafür verantwortlich. Jedenfalls wollte ich ihm hinterher springen, doch Ginny hat ich vor diesem Leichtsinn bewahrt. Und mehr musst du nun nicht wissen.
Ich muss dir keine Rechenschaft ablegen, was ich gemacht habe.“
Mit dieser Antwort hatte Ron nicht gerechnet und so wurde lief er rot an. Ob dies aus Scham oder Wut war, lässt sich nicht sagen, da Ron immer gleich rot wurde. Egal ob er wütend war oder sich schämte. Er öffnete gerade den Mund um etwas zu erwidern, doch er wurde von Ginny unterbrochen.
„Ron, halt einfach die Klappe, bevor noch mehr Mist rauskommt. Ich verstehe dich einfach nicht und warum du so eifersüchtig bist. Das ist ja schlimm. Du bist wieder genauso drauf, wie damals, als ich einen Freund hatte und du mir ständig hinterher spioniert hast. Bevor du nun was sagst, ja ich weiß, dass du mir immer nachgeschlichen bist. Denkst du ich bin blöd?“
Ron war nun richtig rot, doch er brachte aus Schock über diese Offenbahrung kein Wort heraus. Ginny ließ ihm auch keine Chance dazu.
„Komm Mine, wir gehen. Ron ist heute auf einem anderen Planten."
Hermine nickte nur zustimmend. Beide machten sich auf den Weg und ließen Ron einfach stehen. Sie schauten ihn nicht einmal mehr an, als sie an ihm vorbeigingen und auf dem Weg zum Gemeinschaftsraum waren.
Als sie ein Stockwerk über Ron waren, hörten sie einen kurzen Aufschrei. Doch weder Hermine noch Ginny konnten diesem Aufschrei jemanden zu orden. Daher beließen sie es dabei.
Hermine schaute kurz zu Ginny rüber und fragte: „War Ron wirklich so? Also das er dir nachspioniert hat?“
Ginny seufzte laut auf, ehe sie antworte: „Ja es war schlimm. Was denkst du wie viele Jungs er aus meiner Stufe vergrault hat. Bei meinen ersten Freunden fand ich das ja noch ganz süß, wie er sich um gekümmert hat. Doch irgendwann ging es mir auf die Nerven und ich sagte es ihm. Doch er konnte es nicht lassen.
Nach und nach kam mir der Gedanke, dass er dies mit Absicht machte und nicht wollte dass ich einen Freund habe. Warum und wieso habe ich nie herausgefunden. Ich nehme an, weil ich das Nestkücken bin und dass es damit seine besondere „Aufgabe“ ist, auf mich aufzupassen.“
Ginny seufzte erneut und es kullerte eine Träne an ihrer Wange herunter, welches Hermine mit Bedauern zur Kenntnis nahm. So hatte sie Ron noch nie erlebt und dass es nicht zum ersten Mal passierte, bereitete ihr weiteren Kummer, doch dies versuchte sie vor Ginny zu verbergen. Sie wollte ihre Freundin nicht mit ihrem Kummer zusätzlich belasten.
Noch nie hatte Ginny Hermine so etwas Intimes erzählt und sie freute sich innerlich, dass sie mit Ginny so ein besonderes Band hatte.
„Danke, dass du mir dies anvertraut hast, Ginny.“ Hermine sah Ginny mit strahlenden Augen an, was Ginny freute. „Jedenfalls habe ich Ron so noch nie erlebt. Ich wusste auch nicht, was er bei dir alles gemacht. Ich könnte mich selbst dafür ohrfeigen, dass ich es nie merkte.“
Ginny wischte sich bei diesen Worten die Tränen aus dem Gesicht und nahm ihre Freundin in die Arme. Hermine erwiderte diese Umarmung und so standen sie allein im leeren Korridor kurz vor dem Gemeinschaftsraum der Gryffindors. und umarmten sich.
Doch so allein waren sie nicht. Ron war ihnen heimlich gefolgt. Er verstand nicht, was sie sagten, doch er sah, dass sie sich umarmten. Innerlich tobte er, doch er blieb in Deckung, denn er wollte nicht noch mehr zerstören.
Hermine und Ginny standen so eine Zeit lang da und drückten sich eng an sich. Hermine spürte dabei Ginnys Brüste auf ihren Eigenen. Sie schreckte bei diesem Gedanken auf. „Was ist los?“, fragte sie sich kurz.
Doch ehe sie diesen Gedankengang weiter verfolgen konnte, löste sich Ginny aus der Umarmung. Stillschweigend gingen nun beide weiter und waren schnell vor dem Gemeinschaftsraum.
„Guten Abend, meine Hübschen. Das Passwort bitte“, begrüßte das Portrait der fetten Dame die beiden Ankömmlinge.
„Trüffelfrottee“, sagten beide. Die fette Dame schwang daraufhin zur Seite und gewährte beiden Einlass.
Sie kletterten durch das kleine Loch und kamen, zu ihrer Überraschung, in einem relativ leeren Gemeinschaftsraum an. Das Feuer prasselte noch im Kamin und sie sahen noch, wie zwei Zweitklässler Zaubererschach spielten. Ein Sechstklässler saß in der Nähe des Kamins und döste vor sich. Die drei anwesenden Personen schauten kurz auf die Neuankömmlinge. Doch als sie Hermine und Ginny erkannten, ging jeder wieder seiner Tätigkeit nach.
Da beide nach diesem ereignisreichen Tag K.O. waren, beschlossen sie sich für heute in ihren jeweiligen Schlafsaal zurückzuziehen. Daher verschwanden beide in Richtung Mädchenschlafräume.
„Gute Nacht, Ginny“ „Nacht, Mine.“, erwiderte die Angesprochene und schon verschwanden beide in ihren Schlafsaal. Parvati und Lavender waren beide im Schlafsaal als Hermine ihn betrat.
Beide sahen zu ihr auf und sagten: „Hallo, Hermine.“
„Hallo, ihr beiden.“ Gab sie zurück und lächelte dabei. Da sie Hermine nur kurz anblickten und sich wieder ihrer vorherigen Tätigkeit zu wanden, schloss Hermine daraus, dass sie noch nichts über sie und Ron wussten. Dies fand sie auch gut so, da sie jetzt nicht darüber ausgefragt werden wollt.
Schnell erreichte sie ihr Bett und als die Vorhänge zuzog und überkam sie plötzlich eine tierische Müdigkeit. Sie schaffte es gerade noch sich bis auf die Unterwäsche auszuziehen, ehe sie unter die Bettdecke schlüpfte. Doch obwohl sie tierisch Müde war, konnte sie nicht einschlafen. Die heutigen Ereignisse zehrten sehr an ihren Kräften, doch ihr Gehirn lief wieder mal auf Hochtouren.
Einerseits geschah ein erfreuliches Ereignis. Doch dies wurde durch Harrys Äußerung und Rons Art überschattet.
So versuchte sie einzuschlafen.
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