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Fanfiction

Die Ausgestoßenene - Kapitel 9 - Aussprache mit Harry

von pada

Seit mehreren Stunden versuchte sie einzuschlafen, doch es wollte ihr nicht gelingen. Sie wälzte sich im Bett hin und her. Hermine ging auch verschiede Positionen durch, darunter auch: Auf dem Baum, auf dem Rücken, auf der rechten Seite und auf der Linken.
Doch nichts davon half und so lag sie einfach nur da und schaute hoch zum blauen Samt.

Mittlerweile waren ihre Klassenkameradinnen auch zu Bett gegangen und sie hörte den gleichmäßigen Atem der anderen Beiden im Raum. Sie schliefen tief und fest und nur Hermine war dies nicht vergönnt. Sie lag einfach nur da und wartete.

Immer wieder schossen ihr die heutigen Ereignisse durch den Kopf. Das Geständnis und die Eifersuchtszene von Ron, die blöde Anmache von Harry und auch Ginny. Diese Ereignisse wechselten sich immer wieder vor ihrem geistigen Auge ab. Dabei analysierte sie Hermine jedes Mal genau und hinderte sich so zusätzlich daran einzuschlafen.

Als sie aber merkte, dass sie keine Ruhe fand, huschte sie leise aus dem Bette und spähte kurz in die vor ihr liegende Dunkelheit. Sie sah, wie das fahle Mondlicht durch ein Turmfenster in Richtung Gemeinschaftsraum schien. Hermine kam es vor, als würde das Mondlicht ihr den Weg weißen.
Sie seufzte kurz auf, nahm sich aber zwei alte Kleidungsstücke, ein langes T-Shirt und eine kurze Hose, und warf sie sich über. Sie zog sich noch schnell ein paar Socken, die sie aus einer Kommode in der Dunkelheit herauskramte.

Sie schlich leise durch den Raum, aber Lavender und Parvati schliefen so fest, sodass sie durch Hermine nicht wach wurden. Schließlich kam sie an Tür an und stand nun in einem Kreis aus Mondlicht. Sie blickte noch einmal auf ihr Bett und eine gewisse Sehnsucht nach Schlaf machte sich in ihr breit. Doch etwas hielt sie wach und sie wusste nicht was war.

Sie ging die Wendeltreppe hinunter und stand im völlig leeren Gemeinschaftsraum. So leer, wie er war, strahlte er Ruhe und Frieden aus, doch dies wollte sich nicht auf Hermine übertragen. Der Raum war nur noch spärlich beleuchtet. Die meisten Fackeln waren von den letzten Anwesenden gelöscht worden und nur noch wenige blieben an, so wie es Vorschrift war.

Als plötzlich ein kühler Windhauch um sie wehte, find sie an zu frösteln und sich leicht zu schütteln. Schnell machte sie die Ursache, ein offen stehendes Fenster, ausfindig. Sie spurtete quer durch den Raum und schloss schnell das Fenster. Innerlich verfluchte sie denjenigen, der das Fenster vergaß zuzumachen.

Um sich wieder zu wärmen ging sie zügig um Kamin und dankte Merlin, dass noch ein wenig Restglut im Kamin war, die noch etwas Wärme von sich gab. Sie setzte sich vor ihn und fing an sich zu wärmen, als die Stille von einem Geräusch durchbrochen wurde. Hermine erschrak und sah sofort auf.

Sie machte die Stelle des Geräusches schnell ausfindig, da plötzlich eine weitere Person im Raum stand. Zunächst sah sie nur die groben Umrisse. Doch als sie sich Hermine näherte und so ins spärliche Licht schritt, erkannte Hermine, zu ihrer Verwunderung, Harry.

Mit Ihm hatte sie um diese Uhrzeit nicht gerechnet und begrüßte ihn so mit den Worten: „Hallo Harry!“
Doch es nicht ihr sonst so freundlicher Ton. Sie klang genervt, denn sie wollte Harry heute eigentlich nicht mehr sehen, geschweige denn mit ihm sprechen. Die Müdigkeit forderte mittlerweile ihren Tribut und deswegen war ihr Nervenkostüm zu dieser späten Stunde sehr dünn und auf weiteren Streit hatte sie keine Lust.

„Hallo. Kann ich mich zu dir gesellen?“, fragte er vorsichtig. Doch Hermine sagte zunächst nichts und Harry fing an ungeduldig mit dem Fuß zu wippen.
„Warum nicht“, antwortete sie schließlich.

Als Harry diese Worte hörte, huschte ihm kurz ein Lächeln über die Lippen, welches aber im Schutze der Dunkelheit blieb und von Hermine nicht wahrgenommen wurde.

Er ging auf sie zu und setzte sich auf einen Sessel, der am Nächsten zum Kamin stand. Währenddessen nahm Hermine den Blasebalg und entfachte die Glut, sodass sie noch nicht ausging. Als sie ihn wieder weglegte, nahm sie auf dem Boden platz und sah zu ihm auf.

Harry bemerkte ihren Blick und fühlte sich etwas fehl am Platz.
„Anscheinend kannst du auch nicht schlafen.“ Hermine spürte plötzlich seine Unsicherheit.
„Gut kombiniert, Watson“, warf sie zurück.

Er hob kurz die Augenbraue, ging aber auf die Bemerkung nicht weiter ein und fuhr fort: „Es ist heute etwas zwischen uns passiert, wofür ich verantwortlich bin. Jedenfalls wollte ich für all die gesagte Worte entschuldigen, die ich im Moment meiner Wut von mir gab. Nimmst du meine Entschuldigung an?“ Unverwandt schaute er ihr in die Augen.

Hermine war sprachlos, was nur selten passierte. Doch wenn es passierte, waren diese Momente einfach nur göttlich, denn jedes Mal passierte dasselbe.
Erst klappte Hermine der Kiefer etwas herunter und blickte ungläubig drein. Dann schloss sie wieder Mund, schüttelte den Kopf und verdrehte die Augen.
Es war fast schon ein Reflex von ihr und Harry musste kurz grinsen. Dies war die Hermine, wie er sie kennen gelernt hatte.

Als sie ihre Sprachlosigkeit überwand, sagte sie: „Ach Harry. Natürlich nehme ich deine Entschuldigung an. Warum sollte ich nicht?“ Plötzlich stieg Hermines Laune wieder in ungeahnte Höhen und sie kreuzte seinen Blick mit strahlenden Augen.

Erleichtert seufzte Harry auf, als er Hermines Blick sah und ihre Worte hörte.
„Danke Hermine, dass erleichtert das Ganze ungemein. Natürlich kannst du nichts dafür, dass Ron heute wie der letzte Depp gespielt hat. Es ist nur noch ungewohnt für mich, dass ihr beide nun ein Paar seit, auch wenn ich mich für euch freue.“

Doch Hermine antworte nicht. Sie stand nur auf und nahm den überraschen Harry in die Arme und drückte ihn ganz fest an sich. Etwas zaghaft hob auch Harry seine Arme und klopfte ihr auf die Schulter.

Während sie ihn in den Armen hielt fuhr, sagte sie zu ihm: „Keine Sorte. Nur weil Ron und ich nun ein Paar sind, heißt dass nicht, dass wir nichts mehr mit dir zu tun haben. Du bist schließlich unser beider bester Freund. Du musst nur verstehen, dass ich nun etwas mehr mit Ron verbringen werde. Aber wir werden dich garantiert nicht ausschließen. Versprochen!“

Harry rührten diese Worte und es lief ihm eine kleine Träne über die Wangen, was Hermine aber nicht sah. „Danke Hermine“, flüsterte er so leise, sodass es nur Hermine hören konnte.

Hermine löste sich wieder von Harry und merkte, dass sich Ruhe und Frieden in ihr ausbreiteten. Der Raum hatte nun doch noch seine Wirkung auf sie. Sie merkte, dass sich die Wogen zwischen ihr und Harry glätteten.

„Danke“, sagte er noch einmal, doch diesmal etwas laute und sprach mit gefestigter Stimme: „Danke, dass du mir verzeihst. Ich war nur über die Situation wütend, da dies alles noch neu für mich ist. Schließlich seid ihr meine besten Freunde. Aber ich werde sicherlich mit der Situation zurechtkommen. Ich will euch nur nicht verlieren.“

Hermine musste kurz auflachen, da dieser Gedanke etwas kindisch war. „Natürlich wirst du uns nicht verlieren“, sagte sie immer noch lachend.

Harry fing nun auch zu lachen. Es war durchaus kindisch, was er dachte. „Dann wäre diese Sache ja zum geklärt. Ich bin froh, dass wieder alles OK ist. Ich gehe nun schlafen, da ja alles geklärt ist.“

Er stand auf und ging direkt auf den Schlafsaal der Jungen zu. Als er an der Wendeltreppe stand, blickte er kurz auf Hermine und rief: „Gute Nacht, Hermine!“

„Nacht, Harry!“, gab die Angesprochene zurück und schon war er verschwunden.

Als sie ihn nicht mehr sah, wandte sie sich noch einmal dem Kamin zu und blickte auf die Gerade ausgehende Glut.

Erleichtert über Harrys Entschuldigung merkte sie, dass das, was sie am Schlafen hinderte, nun endlich von ihr gewichen war.
Die Müdigkeit ging ihr nun durch Mark und Bein und sie wäre fast hier eingeschlafen.

Doch sie hielt sich noch einen Moment wach und machte sich auf den Weg zu ihrem Bett. Schnell war sie an der Wendeltreppe und war noch einmal einen Blick zurück. Doch sie stellte fest, dass sie nichts Neues sah und ging so zurück in den Schlafsaal.

Das Mondlicht war bei seinem allabendlichen Rundgang mittlerweile weiter gezogen. Sie war recht schnell bei ihrem Bett, als sie sich sofort darauf warf. Sie schaffte es gerade noch das T-Shirt, die kurze Hose und ihre Socken auszuziehen, bevor sie die Müdigkeit nun komplett übermannte. Sie kuschelte sich in ihre Bettdecke und schlief ein.


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