
von pada
„Hey! Schaut! Sie erwacht.“ Hermine hörte eine überraschte und überglückliche Stimme, die ihr sehr vertraut war.
Langsam regte sie sich und zuckte mit einzelnen Gliedmaßen, dies tat sie um sich zu vergewissern, ob noch alles da war, da sie noch nichts spürte, ihr ganzer Körper war noch in einem Zustand der Betäubtheit.
Als sie die Augen öffnete, schloss sie sie sofort wieder, da sie vom grellen Sonnenlicht geblendet wurde.
Die Betäubtheit verlor allmählich ihre Wirkung sie spürte ihre Gliedmaßen immer mehr. Sie hatte gerade die Augen geöffnet und sich an das Sonnenlicht gewöhnt, als sie schon wieder ohnmächtig wurde, sie plötzlich einen pochenden Schmerz in ihrem Kopf spürte, der sie übermannte.
„Madam Pomfrey, kommen Sie bitte sofort!“ rief eine erschrockene Ginny, die das ganze Schauspiel aus dem Nachbarbett beobachtete und blitzschnell reagierte.
Um Hermines Bett standen Ron, Luna, Neville und Harry. Alle hatten eine besorgte Mine, als sie sahen, wie Hermine wieder ohnmächtig wurde und hielten die Luft an.
Ron und Harry reagierten sofort und wollten näher an Hermine herantreten, doch ehe sie ihren Plan in die Tat umsetzten konnte, rief Madam Pomfrey:
„Halt! Keinen Schritt weiter. Keine Sorge, bei Miss Granger ist alles in Ordnung. Das Narkotikum hat nur nachgelassen und sie wurde nur vom Schmerz in ihrem Kopf übermannt. Kein Grund zur Sorge.“
Sie hatte eine kleine Phiole mit rotem Inhalt dabei. „Darf ich bitte durch?“ Doch bevor jemand reagierte, drängelte sich Pomfrey zwischen Luna und Ron durch und stand so direkt neben der liegenden Hermine.
Sie öffnete die Phiole, sog den Inhalt mit einer Spritze auf und injizierte die Flüssigkeit in Hermine.
„Das wird ihr helfen, es ist ein Mittel, dass den Schmerz lindert bzw. stark verringert. Sie braucht nun Ruhe, also lasst sie nun bitte allein. Bis morgen, dürfte Miss Granger wach sein. Außerdem ist die Besuchszeit ohnehin in 5 Minuten vorbei.“
Alle schauten noch einmal zu Hermine, während sich Pomfrey von ihnen entfernte.
Ron trat als einziger hervor und gab ihr noch einen flüchtigen und Kuss und sagte: „Keine Sorge Hermine. Wir werden morgen wiederkommen.“ Die anderen anwesenden nickten zustimmend.
Bevor sie aber gingen, drehten sie sich zu Ginny und verabschiedeten sich auch von dieser: „Ich werde schon auf sie aufpassen!“ Ginny versuchte zu lachen, was aber in einem kurzen Hustenanfall endete.
„Tschau Hermine, Tschau Ginny!“, sagten alle vor im Chor ehe sie den Raum verließen.
Nachdem sie weg waren, sah Ginny nur noch Madam Pomfrey, die zu ihr sah.
„Ich werde jetzt das große Licht ausmachen. Geh zeitig zu Bett und ruh dich aus.“
Sie löschte das große Licht und schloss die Tür, sodass Ginny und Hermine allein in der Krankenstation waren. Der Raum war nur noch spärlich durch Ginnys kleines Nachtlicht beleuchtet.
Ginny blickte kurz zu Hermine, die mittlerweile friedlich schlief und legte sich auch hin und schaute kurz zur dunklen Decke, ehe sie einschlief.
Doch lange schlief sie nicht, da sie mitten in der Nacht durch mehrere Geräusche aufgeweckt wurde.
Sie riss die Augen auf und schaute sich um, doch niemand war da. Die Geräusche hörten aber nicht auf und so blickte sie Hermine und machte diese als die Quelle der Geräusche.
Ăśberrascht blickte sie Hermine, die im Bett lag und zu Ginny blickte.
„Hallo Ginny… was ist passiert…? Und.. wo.. sind... wir?“ Hermines Stimme war noch sehr schwach und Ginny sah es Hermine sofort an, dass Sprechen für sie sehr anstrengend sein musste.
Tränen kullerten über Ginnys Gesicht, als sie sagte: „Hallo Hermine… Endlich bist du wach, alle haben sich sorgen um dich gemacht…. Sag aber nichts, ich werde dir erklären, warum wir hier sind und was genau passiert ist. Ich bin aber erstmal froh, dass du nach dem Unfall noch weißt wer ich bin…?“
Hermine konnte die Freude aus Ginnys Stimme deutlich heraushören. In der Tat wurde sie nicht, was passiert war und sie fragte sich, was für einen Unfall sie meinte.
„OK… Erzähl mir alles… ich werde… zu...hören.“ Ihre Stimme war immer noch schwach, doch während des Sprechens spürte sie noch den leichten Schmerz in ihrem Kopf. Gespannt beobachtete sie nun Ginny und wartete auf Antwort.
Ginny holte noch einmal tief Luft bevor sie anfing: „Also gut… Aber dazu muss ich etwas weiter ausholen. Wir haben ja gegen Slytherin gespielt und auch schlussendlich gewonnen, wobei unser Sieg von dem nachfolgenden Ereignis überschattet wurde.“ Sie hielt inne und wandte ihren Blick von Hermine ab.
Gebannt lauschte Hermine. Soweit konnte sie ihr Folgen, doch was danach passiert war, wusste sie nicht, da sie einen Blackout hatte.
„Was danach passierte, lässt sich nur schwer beschreiben. Es passiert alles so furchtbar schnell.“ Ginny fing an sich schütteln, da ihr ein kalter Schauder über den Rücken lief.
„Erzähl bitte… weiter!“, drängte Hermine. Ihr Stimme war mittlerweile etwas stärker, auch wenn es immer noch schmerzte, so war ihre Neugierde doch stärker.
„Also gut.“, antwortete Ginny. „Kaum nachdem das Spiel abgepfiffen wurde, fing ein Klatscher an, sich seltsam zu benehmen. Normalerweise kehren die Kugeln nach Abpfiff des Spieles auf den Boden zurück und lassen sich, bis auf den Schnatz, einsammeln. Doch schon gegen Ende des Spieles wurde Malfoy von besagtem Klatscher verfolgt, auch nach Abpfiff.“ Wieder legte sie eine Pause ein.
Auch wenn sie in einer besseren körperlichen Verfassung war als Hermine, so schmerzte immer noch ihr rechter Arm, welcher bandagiert war. Daher machte sie immer kleine Pausen.
„Malfoy konnte den Klatscher mit Müh und Not abwehren, wobei er auch leicht verletzt wurde. Er hat den Krankenflügel vor einigen Tagen schon wieder verlassen.“, fügte sie hinzu.
„Dennoch sank der Klatscher danach nicht zu Boden. Er suchte sich ein neues Ziel und dies fand er in Harry.“ Sie legte wieder eine Pause ein.
Hermine war sichtlich überrascht. Doch Ginny fuhr unbeirrt fort: „Doch Harry wurde nicht getroffen, er hatte gute Reflexe. Das war einerseits ein Vorteil aber andererseits ein Nachteil. Er riss seinen Besen und wich dem Klatscher ohne Mühen aus. Doch der Klatscher flog weiter in die Richtung und landete schließlich bei dir.“ Sie sprach die letzten Worte ganz leise aus. Sie flüsterte fast.
Hermeine war nun sichtlich verwirrt. „Der Klatscher…?! Bei mir… ?“, fragte sie ungläubig.
„Ja, kaum zu glauben, aber wahr. Aber warte noch mit deinen Fragen. Ich bin noch nicht ganz fertig.“ Ginny wartete Hermines Reaktion ab.
Nachdem diese nickte, fuhr sie fort: „Der Klatscher hat dich… hat dich… mitten ins Gesicht getroffen…“ Doch mehr sagte sie nicht.
Hermines Gesichtsausdruck war nun noch überrascher und geschockter als zuvor. „Mich was?“
„Ins Gesicht getroffen. Doch das war leider noch nicht alles. Die Wucht des Aufpralls hat dich nach hinten geworfen, doch da so viele auf der Tribüne standen, wurde der Aufprall abgefedert und du wurdest mit noch mehr Kraft nach vorne geschleudert und dabei fielst du über die Brüstung. Neville hat versucht nach dir zu greifen.. Doch vergebens.. Du fielst herunter…“
„Was?“, schrie Hermine fast. Sie sprach voller Entsetzen und blickte Ginny an. Sie spürte den Schmerz deutlicher als zuvor, doch sie ignorierte ich schlichtweg. Zu schlimm waren die Erkenntnisse über den Vorfall.
„Und was ist… dann passiert?“, fragte sie, nachdem sie sich wieder etwas gefasst hatte.
„Wie schon gesagt, bist danach herunter gefallen. Glücklicherweise war ich in deiner Nähe und so riss ich meinen Besen blitzartig in deine Richtung raste dir hinterher. Allmählich hab ich dich eingeholt, doch greifen konnte ich dich noch nicht. Der Boden kam immernäher und im Bruchteil einer Sekunde hab ich Entschieden, wie ich dich ‚retten’ wollte. Ich schaffte es nicht, dich zu greifen, also entwickelte ich einen anderen Plan.
Mit maximaler Geschwindigkeit war ich nun direkt neben dir. Wir waren nur noch knapp 10 Meter vom Boden entfernt.“ Ginnys Stimme war nun etwas schwacher, als sie eine erneute Pause einlegte.
Hermine durchdrang mit ihrem Blick Ginny und war bereit auch noch den letzten Rest zu erfahren.
„Mit all meiner Kraft schaffte ich es mich von meinem Besen abzustoßen und dir entgegen zu springen. Der Besen raste weiter auf den Boden zu, während ich nach dir griff und dich zu mich zog, als ich dich erreichte. Ich umklammerte dich mit all meiner Kraft, dabei drehten wir uns so, dass dein Aufprall durch mit abgedämpft wurde. Jedenfalls landete ich unglücklich auf dem rechten Arm, den ich mir dadurch gebrochen hab.“
Hermine machte nun große Augen als sie all dies hörte. „Danke..“, flüsterte sie leise.
„Nun ja, jedenfalls hab ich deinen Aufprall gelindert, wodurch die weitestgehend unverletzt geblieben bist. Doch dein Gesicht sah nach dem Aufprall mit dem Klatscher nicht gerade schön aus.“ Sie versuchte über diesen sehr schlechten Witz zu lachen.
Auch Hermine lachte etwas und beide merkten, dass sich eine gewisse Anspannung löste.
„Natürlich wurden wir beide dann sofort versorgt, doch es geschah alles so schnell, sodass Professor Dumbledore unseren Sturz nur noch etwas abfedern konnte. Ohne ihn wäre es wohl schlimmer ausgegangen. Doch das hab ich auch erst später erfahren.“
Unweigerlich musste Hermine an das Training der Gryffindors denken, wo sie von Ginny gerettet wurde, als sie in Rage Harry hinterher springen wollte. Sie errötete und sagte: „Danke vielmals und das nun zum zweiten Mal. Genau wie im Training von Harry und Ron. Also verdanke ich dir zum zweiten Mal mein Leben.“, stellte sie fest.
Hermine war wieder die Alte.
Schlagartig fiel es auch Ginny ein und dabei vor allem, wo sie Hermine angefasst hatte um sie zu retten. Es war wieder in ihrem Gedächtnis und diesmal brannte es sich ein. Ginny verstand nicht, warum sich diese Berührung in ihrem Gedächtnis einbrannte.
Doch lange dachte sie nicht darüber nach, da Hermine plötzlich neben ihrem Bett stand. „Hermine, du sollst doch nicht aufstehen…“, sagte sie besorgt.
Doch Hermine schien das nicht zu interessieren. Sie beugte sich vor und drĂĽckte die irritierte Ginny fest an sich.
„Danke… Danke für alles…“, wiederholte Hermine, während ihr die Tränen herunter liefen. Ihr Herz schlug plötzlich etwas wilder als zuvor.
Auch Ginny hatte Herzklopfen, wobei es sich beide nicht anmerken lieĂźen, dass etwas anders war, als zuvor.
„Gerne. Dafür sind beste Freundinnen doch da.“
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