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Fanfiction

Die AusgestoĂźenene - Kapitel 17 - Strafen im Doppelpack

von pada

Durch das Nutzen mehrere Geheimgänge erreiche sie recht schnell die Kerker. Da Unterrichts schon längst begonnen hatte, klopfte sie an die Klassenzimmertür.

„Herein“, ertönte eine Stimme von innen.

Sie öffnete die Tür und trat ein.

Im Klassenzimmer brodelten schon die einzelnen Zaubertränke an den verschiedenen Tischen, doch Hermine zog die Aufmerksamkeit auf sich.

„Miss Granger, wie unerwartet“, sagte eine Stimme, die Hermine nur zu gut kannte, denn niemand anderes als Snape sprach. „Beehren Sie uns also doch mit Ihrer Anwesenheit, nach Ihrem „bedauerlichen“ Zwischenfall.“
Hermine hörte nur zu deutlich Snapes Ironie bei dem Wort „bedauerlich“.

„Ja, ich wurde…“
„Was Sie wurden interessiert mich nicht, Miss Granger.“ Seine Stimme blieb auf einer Tonlage, die sei nur zu gut kannte. Es war sein kalter Blick gepaart mit seiner kühlen Redensart, die ihr wieder und wieder einen Schauder über den Rücken jagten.
„Fakt ist, dass Sie ganze 25 Minuten zu spät sind und wie Sie sicherlich „sehen“ können, sind wir schon mitten an der Arbeit.“
Das Wort „sehen“ rollte er genüsslich über die Zunge und zog es unnötig in die Länge.

Hermine verstand sofort, worauf Snape anspielte und sie wollte es etwas sagen, doch sie blieb ruhig.

„Da sie nichts zu Ihrer Verteidigung sagen, bekennen Sie sich also schuldig. Gut, das sind dann 25 Punkte Abzug für Gryffindor. Nun schließen Sie die Tür und setzen sich unverzüglich auf Ihren Platz. Ich möchte mit dem Unterricht fortfahren.“ Er grinste höhnisch, dabei wurde er von lautem Gejubel der Slytherins begleitet.

Sie schloss die Tür und wollte sich zunächst an ihren Platz setzten, doch dort saß schon Ron und als dieser Hermine sah, breitete er sich mit Absicht aus, sodass sie keinen Platz mehr hatte.
Davon lieĂź sie sich aber nicht beirren und nahm einfach neben einem verdutzten Neville Platz, der sie irritiert drein blickte.

„Hallo, Neville“, flüsterte sie. „Hallo“, gab dieser knapp zurück.

Snape hob währenddessen die Hand und brachte somit die Klasse zum Schweigen.
„Gut. Ich bitte um Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Auch wenn Miss Granger uns nun mit Ihrer Anwesenheit beehrt, so werde ich dennoch nichts wiederholen, was ich eben gesagt habe. Ihr wisst alles, was sie für die Zubereitung des Zaubertrankes wissen müsst. Fangt an!“

Hermine schaute sich und sah, wie ihre MitschĂĽler anfingen die verschiedensten Pflanzen klein zu schneiden und das Feuer unter ihren Kesseln entfachte. Sie wusste nicht so recht, was sie nun tun sollte, da sie nicht wusste, welcher Zaubertrank gebraut wurde.

„Neville, was für einen Trank müssen wir heute brauen?“ Während sie fragte, packte sie ihr Zaubertrankbuch heraus und begann darin herumzublättern.
„Es ist ein Rondolphus-Ridelia Zaubertrank. Du brauchst nicht im Buch zu suchen. Der Zaubertrank steht nicht im Buch. Snape hat uns erklärt, wie man ihn braut.“
„Ah, dann weißt du, wie man ihn braut?“ Sie blickte voll Hoffnung auf ihren Banknachbarn.
„Nein, da muss ich dich enttäuschen. Er hat alles so schnell erklärt, dass ich weniger als die Hälfte verstanden habe.“

Hermine seufzte, das hatte sie wahrlich nicht erwartet. Sie lief ihren Blick durch die Klasse wandern und sah, dass es den Meisten, eigentlich nur den Gryffindors, ähnlich erging. Snape wanderte durch die Klasse, doch war er fast nur bei den Slytherins und gab ihnen Schützenhilfe.
Hermine konnte ihn auch nicht fragen, da es sonst wahrscheinlich wieder Punktabzug fĂĽr Gryffindor geben wĂĽrde.

„Typisch Snape. Wieder mal hilft er nur seinen Lieblingsschülern“, dachte sich Hermine. „Da hilft wohl alles nichts. Komm Neville, lass uns einfach anfangen.“
Dieser nickte nur eifrig.

Und schon fingen sie an. Wahllos griff Hermine nach irgendwelchen Zutaten und fing an diese zu zerkleinern, zu zerstampfen oder klein zu schneiden. Sie tat all das willkürlich, da sie nicht wusste, was sie machen sollte. Für die sonst so Intelligente Hermine war dies ein völlig neues Gefühl planlos im Unterricht zu sitzen.
Doch sie versuchte ihr Bestes.

Nachdem der Inhalt im Kessel am brodeln war, warf Hermine wahllos die Reagenzien in den Kessel. Das es dabei im Kessel zischte und knackte bemerkte sie zwar, doch dagegen konnte sie nichts unternehmen.
Was sie aber nicht merkte: Sie und Neville wurden von Snape beobachten. Mit argwöhnischem Blick folgte er den Vorgängen der Beiden.

„Stoppt!“, rief er plötzlich. Es wurde in der Klasse schlagartig ruhig und man hörte nur noch die Kessel brodeln. Alle Blicke waren auf Snape gerichtet. Sein Ausruf kam aber zu spät. Denn im Kessel von Hermine und Neville begann es zu kochen und zu schäumen.

Blitzschnell zog er seinen Zauberstab und lieĂź mit einem gekonnten Schlenker den gesamten Inhalt verschwinden.

Nachdem der Inhalt verschwunden war, schritt Snape schlagartig zu.

„Was haben sie sich dabei gedacht, Miss Granger?“, sagte er. Seine Nasenflügel bebten vor Zorn. „Sie hätten uns alle in Luft jagen können. So stümperhaft sind Sie vorgegangen.“

„Ich.. ich wusste nicht.“, gab eine aufgeregte Hermine zurück. Sie hörte ihr Herz deutlich schlagen. So aufgeregt war sie.
„Erst kommen Sie zu spät zum Unterricht und nun hätten Sie uns fast in die Luft gesprengt und Sie sagen, sie wussten nicht.“ Snape war zornig, dass spürte Hermine nur zu deutlich.

„Aber…“
„Nichts aber. Haben Sie mich verstanden, Miss Granger? Ich glaube, Ihnen ist nicht bewusst, was für einen Wert die Zutaten hatten, sie wörtlich in die Luft gejagt haben?“

Hermine sagte nichts, sie schĂĽttelte nur den Kopf.
„Dachte ich mir schon. Da es sich hierbei um Reagenzien aus meiner privaten Sammlung handelte, denn Sie so sträflich vernichtet haben, habe ich eine ganz besondere Strafe für Sie. Da Mr. Weasley heute schon bei mir Nachsitzen wird, werden Sie sich um 20:00 Uhr vor der Hütte unseres Wildhüters Hagrid einfinden. Dann werden Sie gemeinsam mit ihm in den verbotenen Wald Kräuter sammeln gehen. Haben Sie verstanden?“

„Ja.“
„War das alles, Miss Granger?“
„Ja, Sir.“

Mehr als ja sagen konnte Hermine nicht. Sie war wĂĽtend und traurig zugleich, denn sie verstand nicht, warum Snape sie schlecht behandelte, obwohl sie immer gute Leistung gezeigt hatte. Auch empfand sie die Strafe als ungerecht. Doch all dies schluckte sie herunter und konzentrierte sich auf den weiteren Unterricht.

Der weitere Unterricht verlief ruhig und es gab keinen weiteren Zwischenfall mehr. Hermine war sichtlich erleichtert, als es endlich zur Mittagspause klingelte.
Sofort packte sie ihre Sachen zusammen und verlieĂź wortlos das Klassenzimmer. Dabei warf sie auch keinen Blick auf ihren Freund Ron.

Nun meldete sich auch Hermines Magen zu Wort, indem er knurrte.
Sie ging durch die Gänge von Hogwarts, bis sie schließlich den großen Saal erreichte.

Diesmal beachtete sie die hohe Decke mit dem malerischen Sonnenschein nicht. Schnurstracks ging sie an den Gryffindortisch und nahm dort Platz. Nachdem sie es sich etwas gemĂĽtlich gemacht hatte, begann sie zu essen.

Etwas später öffnete sich dir Tür erneut. Teilnahmslos schaute Hermine zur Tür und als sie die Person sah, blieb ihr das Essen fast im Halse stecken. Während sie hustete, schaute die Person durch den Saal und fand recht schnell das, was sie suchte und zwar Hermine.

Selten hatte Hermine Ginny mit einem wutverzerrten Gesicht gesehen. Sie bemerkte dies auch erst, als sich Ginny ihr näherte.

Sie nahm gegenĂĽber von Hermine Platz und beruhigte, nachdem sie die ruhige Aura von Hermine wahrnahm.

„Hallo Ginny. Was ist den los? Du schaust so wütend aus“, sofort war Hermine besorgt und malte sich in ihrer Fantasie Szenarien aus, was passiert sein könnte.
„Hallo Hermine. Alles in Ordnung.“, gab Ginny zurück und lächelte dabei gezwungen. Obwohl sie wütend war, wollte sie Hermine nicht belasten, da sie selbst mir Ron genug Belastung hatte.

Doch Hermine ließ sich nicht abwimmeln: „Komm schon. Ich seh doch, dass etwas nicht stimmt. Du bist doch meine beste Freundin und ich erzähle dir ja auch alles.“

Ginny hörte nur zu deutlich den Anflug von Stolz in der Stimme ihrer besten Freundin. Gerührt davon, öffnete sie sich doch und begann zu erzählen:
„Ich könnte Snape umbringen.“

Beim Namen Snape horchte Hermine auf und schenkte Ginny nun ihre volle Aufmerksamkeit, da sie ihr Essen nun achtlos liegen lieĂź.
„Erzähl weiter.“

„OK, ist ja gut. Also ich war ja in der Bibliothek um noch den Aufsatz fertig zu schreiben. Kurz nach Beginn der Mittagspause habe ich die Bibliothek verlassen und ich war auf dem Weg hierher als mir Snape über den Weg gelaufen ist.“
Hermine lauschte gespannt weiter und verinnerlichte jedes Wort.
„Er fragte, was ich hier machte. Hab ihm dann erklärt, dass ich noch einen Aufsatz geschrieben habe. Er grinste dann blöd und sagte, dass ich doch im Unterricht sein müsste. Ich wollte es grad erklären, doch Snape hat mich unterbrochen und Gryffindor 25 Punkte abgezogen. Er grinste dabei bis über beide Ohren.“

„Das ist ja schlimm. So kenne ich Snape auch.“
„Ich bin noch nicht fertig!“, gab Ginny kurz zurück, ehe sie fort fuhr: „Da ich das ganze Ungerecht fand, hab ich mir halt, etwas lauter, beschwert und nannte ihn einen iditiotischen…Doch mehr hab ich nicht gesagt, da mir da erst bewusst wurde, was mir raus gerutscht ist. Na ja, aus dem Grinsen wurde dann kurz Ungläubigkeit. Doch als er es realisierte, hatte er mir gleich noch mal bestraft. Ich muss nun heut um 20:00 Uhr mit Hagrid in den verbotenen Wald und Kräuter pflücken gehen.“

Nun war es Hermine die sprachlos war. Ginny war zweifellos eine Gryffindor. Sie selbst hätte sich nie getraut, so etwas, auch nur annährend ähnliches, zu Snape zu sagen. Mit einem Lächeln schaute sie nun Ginny an.

Ginny sah die lächelnde Hermine und fragte: „Mine, findest du das so lustig?“

Hermine schüttelte kurz ihren Kopf um sich wieder zu fangen, ehe sie sagte: „Ja, irgendwie schon. Jetzt rate mal, wer mit dir in den verbotenen Wald heute Abend geht.“

Zunächst schien Ginny nicht zu verstehen, doch kurz darauf verwandelte sich die noch etwas ärgerliche Miene in eine Ungläubige.

„Was?? Gehst du etwa mit? Hat dich Snape auch bestraft?“, polterte es aus ihr heraus.

„Ja, hat er. Ich habe wertvolle Zutaten aus seiner privaten Sammlung zerstört, also nach seiner Angabe. Das tut mir ja so leid.“ Den Schlusssatz sprach sie dabei besonders ironisch.
Ginnys Augen begannen plötzlich zu glänzen: „Das ist die Strafe ja doch nicht so schlimm, wenn du mit dabei bist.“
Jetzt war es Hermine, die sich geehrt fühlte. „Find ich auch. Da freue ich mich ja fast auf die Strafe.“

Die Aussicht, dass beide zusammen in den Wald mussten um Kräuter zu sammeln, machte die Strafe wesentlich angenehmer, daher lachten beide. Hermine konzentrierte sich jetzt wieder auf ihr Essen und Ginny tat es ihr gleich.


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