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Fanfiction

Die Ausgestoßenene - Kapitel 20 - Abendlicher Schrecken

von pada

Hermine war abermals in ihre Hausaufgaben vertieft als die große Glocke mittlerweile zur neunzehnten Stunde läutete. Doch sie war so in ihre Arbeit vertieft, sodass sie die Glocke kaum wahrnahm.

„Miss Granger, was Gedenken Sie hier zu tun?“, sagte eine kalte und hohe Stimme hinter ihr. Hermine erschreckte sich höllisch, als sie plötzlich die Stimme hinter sich hörte. Vor Schreck fiel Hermine fast vom Stuhl, so sehr war sie in ihre Hausaufgaben vertieft.
„Ich warte…“, sagte die Stimme ungeduldig.

Hastig drehte Hermine sich und ihr blieb ein Klos im Halse stecken als sie die Figur identifizierte - es war niemand geringeres als Snape!

„Guten… Abend, Professor… Snape!“, sagte sie etwas zaghaft, fuhr aber fort: „Was für Sie den hierher?“
„Sind wir jetzt schon vergesslich, Miss Granger? Haben Sie nicht eine Strafarbeit zu erledigen, oder irre ich mich da?“ Der Spott in seiner Stimme erschütterte sie bis ins Mark, doch Hermine versuchte standhaft zu bleiben, was ihr nur spärlich gelang.
„Ich weiß. Ist es dafür nicht noch zu früh?“ Sie blickte ihren Lehrer mit einem fragenden Gesicht an. Dabei versuchte sie ihre Furcht vor seinem Hohn und Spott zu verbergen.
Doch Snape hatte sie unlängst durchschaut

„Wir haben mittlerweile nach 19 Uhr und in einer Stunde beginnt Ihre Strafarbeit. Wird es nicht langsam Zeit sich auf den Weg zu machen? Sie sind doch sonst immer so eine pünktliche Musterschülerin, Miss Granger.“
Er konnte sich ein kurzes Grinsen nicht verkneifen.

Hermine schluckte. Die Worte blieben ihr im Halse stecken. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte, daher schwieg sie.

„So schweigsam, Miss Granger? Sie sind doch sonst so redegewandt.“, sagte er kalt und bestimmend. Das bösartige Grinsen war mittlerweile verschwunden.

„Ja“, piepste Hermine, während sie zaghaft ihre schulischen Utensilien in ihre Tasche stopfte. Snape beobachte genüsslich die gesamte Szenerie und hüllte sich in Schweigen.
Auch sie sagte nichts, sie blickte ihren Professor für Zaubertränke noch nicht einmal an, als sie ihre Tasche schulterte und schnurstracks an ihm vorbeizog. Amüsiert blickte Snape der hastigen Hermine hinterher.
„Fallen Sie nicht hin, Miss Granger!“, rief er ihr hinterher, als sie aus der Bibliothek verschwand.

Mit klopfenden Herzen stand Hermine im Korridor und lehnte sich an die Wand. Direkt neben ihr befand sich die Tür, die zur Bibliothek führte. Mit klopfenden Herzen hatte sie die Tür hinter sich gelassen und atmete mehrmals tief durch. Sie brauchte einige Zeit bis sie sich beruhigt hatte.
Sie konnte sich einzelne Tränen nicht verkneifen, als sie sich fragte: „Warum tut er so was nur immer? Hat er es auf mich abgesehen?“

„Wäre doch bloß Ginny hier, die würde mich beschützen“, flüsterte sie leise vor sich hin. Als sich Hermine Ginny vor ihrem geistigen Auge vorstellte, schöpfte sie plötzlich neuen, ihr unerklärlichen, Mut.
„Oh ja, ich werde das schaffen!“, sagte sie plötzlich etwas lauter, als sie sich die Tränen wegwischte. Was sie wiederum schaffen sollte oder wollte, wusste Hermine nicht, doch eine wusste sie schlagartig: Sie hat neuen Mut geschöpft und diesen Mut würde sie auch bald brauchen.

Hermine schaute erneut auf die Uhr und machte sich alsbald auf den Weg zur Strafarbeit. Da sie noch genug Zeit hatte, schlenderte sie durch die Gänge von Hogwarts und beobachte die einzelnen Schüler bei ihrem Treiben. Keiner schien sie förmlich zu beachten. Ab und an wurde sie von einem anderen Gryffindor gegrüßt, worauf sie zurück grüßte.
Doch sie begegnete niemanden, der ihr bekannt war.

Schon bald lies sie die großen Eichenportale hinter sich und sah, dass die Sonne ihren Zenit an diesem Tag schon überschritten hatte und im Begriff war, langsam unter zu gehen.

Obwohl es Sommer war, merkte Hermine, dass es schon recht frisch war. Ob dies wirklich so war, wusste sie nicht, dennoch fühlte sie eine Kälte, dessen Ursprung sie sich nicht erklären konnte.
„Es wird wohl an Snapes kühler Ader liegen“, dachte sich Hermine und dennoch breitete sich die Kühle in ihr aus und machte keine Anstalten zu verschwinden.

Es dauerte nicht lang und Hermine erreichte die Hütte des Wildhüters. Sie wollte gerade anklopfen, als sie vertraute Stimmen hinter der Hütte hörte.

Als sie die Hütte umrundete, wurde sie schon wärmstens von Hagrid und Ginny begrüßt. „’allo ’ermine.“
Ginnys Begrüßung fiel aber viel wärmer aus, als die von Hagrid aus - sie umarmte ihre beste Freundin.

Sofort verschwand die, in ihr, angestaute Kälte und es wurde schlagartig wärmer. Ginny schien zu spüren, dass etwas nicht stimmte, daher sagte sie, nachdem sie Hermine wieder losgelassen hatte: „Alles in Ordnung? Ist was passiert?“

„Ach, schon gut. Mir ist in der Bibliothek nur Snape begegnet. Er…“ Doch sie wurde von jemandem unterbrochen. Einer Person die plötzlich aufgetaucht war. „Professor Snape heißt dies, Miss Granger. 20 Punkte Abzug für Gryffindor für diese Unverschämtheit“, sagte er kalt und hob eine Augenbraue. Seine Verachtung war deutlich zu sehen.

„Ihnen beiden ist bekannt, warum Sie hier sind, Miss Weasley und Miss Granger?“
„Ja, Professor Snape“, sagten beide.
„Wenigstens etwas… Hier ist die Liste mit den benötigten Zutaten. Hagrid wird mit Ihnen gehen. Er weiß, wo sich die entsprechenden Zutaten befinden.“ Während er sprach, schritt er zu Hagrid und reichte ihm die Liste, ohne ihn auch nur anzusehen.
„Ist noch etwas unklar?“
„Nein“, antworteten beide.
„Hab ich es mir doch gedacht“, gab er zurück, dabei drehte er sich um und entfernte sich von den dreien.

Sobald er außer hörweite war, sagte Hagrid: „Ganz schön finstrer Geselle, nich war?“ Er lachte, da er die Situation etwas auflockern wollte. Fang bellte aufmunternd.
„Ich mag ihn nicht“, sagte Ginny entschieden, während Hermine zustimmend nickte.
„Spaß beiseite. Dann lasst uns mal in den Wald gehen und so schnell, wie möglich, eure Strafarbeit beenden“, sagte Hagrid und war wieder ernster. Er schulterte seine Armbrust, während er die Laterne hoch hob.

„Dann folgt mir mal!“, befahl Hagrid und lief auch schon in Richtung des verbotenen Waldes.

Hermine und Ginny zogen beide ihre Zauberstäbe und hefteten sich Hagrids Fersen. Fang bildete die Nachhut und komplettierte so die illustre Gruppe.

Kurz vor Beginn des Waldes blieb Hagrid stehen und wartete auf die beiden Mädchen.
„Bleibt dich bei mir. Im Wald ist er sehr gefährlich.“

„Verstanden.“, antworteten beide. Der Wald war so dich bewachsen, sodass nur spärliches Licht herrschte.
Hermine und Ginny streckten ihre Zauberstäbe empor und sagten: „Lumos.“

Immer tiefer drang die kleine Gruppe in den Wald hinein und die unheimlichen, abendlichen Geräusche vermehrten sich immer mehr.

Hermines neu gefasster Mut hatte sich fast vollends in Rauch aufgelöst und sie versuchte immer in der Nähe von Ginny zu bleiben, deren Mut zwar auch sank, aber dennoch vorhanden war.

Die unheimlichen Geräusche nahmen z und waren nun in direkter Nähe. Schlagartig blieb Hagrind stehen und löste mit der freien Hand seine Armbrust. „Bleibt stehen! Hier stimmt etwas nicht!“

Und binnen weniger Sekunden geschah es. Aus den Gebüschen rund um herum drangen nun Geräusche, die immer lauter wurden. Plötzlich schoss ein Schatten aus dem Gebüsch an Hermine vorbei. Durch die Wucht fiel Hermine nach hinten und blieb bewusstlos liegen. Es gab einen kurzen panischen Aufschrei und schon war der Schatten mitsamt Ginny verschwunden.

Hermine wurde durch ein Jaulen aufgeweckt. Binnen weniger Sekunden stand sie auf hob schnell ihren Zauberstab auf. Sie spürte plötzlich ein heftiges Pochen in ihrem Schädel, als sie sich umblickte. Hagrid saß angelehnt an einem Baum und hatte einen merkwürdig verdrehten rechten Arm. Daneben jaulte Fang.
Doch von Ginny fehlte jede Spur.

„Hagrid ist alles in Ordnung? Wo ist Ginny?“, fragte sie panisch und blickte sich immer noch hastig um.
„Ich glaub, ich hab mir den Arm gebrochen. Ich weiß nicht wo Ginny ist.“, antwortete der Angesprochene, während er mit Tränen rang.
„Ich weiß auch nicht, was uns angegriffen hat. So etwas ist hier noch nie passiert. Es ist meine Schuld. Ich hätt euch nich mitnehmen sollen.“ Sein Schluchzen verstärkte sich und wurde von Fangs Gejaule begleitet.

„Hagrid, das ist nicht deine Schuld. Kannst du dich bewegen“, sagte eine Hermine, der man die Sorge sichtlich ansah.
„Ja, aber ich bin momentan nutzlos“, sagte Hagrid, nachdem er sich wieder etwas gefasst hatte. „Du musst Ginny suchen. Du bist ihre einzige Hoffnung. Nimm Fang mit, er wird sie schon finden.“

Hermine rutschte ihr Herz in die Hose: „Und… und was machst du?“ „Ich gehe zurück und werde Professor Dumbledore rufen. Er weiß sicherlich, was zu tun ist.“
„Keine Sorge, du bist eine Gryffindor. Mut ist deine Stärke!“

Hermine, die eben noch zittrig war, fasste sich ein Herz. Schließlich war sie eine Gryffindor, deren Markenzeichen der Mut ist und schließlich war sie Ginnys letzte Hoffnung.

„Also gut. Ich gehe dann jetzt mit Fang los. Du kommst wirklich zurecht?“, fragte sie erneut.
„Ja.“, sagte er knapp. Hagrid blickte nun seinen Hund an, der den Blick erwiderte und sein Jaulen abrupt unterbrach
„Fang, geh mit Hermine und such Ginny. Hör auf das, was Hermine dir sagt. Verstanden?“

Fang bellte zustimmend, gesellte sich sogleich zu Hermine und fing an zu schnüffeln.

Es dauerte nicht lange und Fang hatte die Witterung von Ginny aufgenommen. Reglos blickte er in eine Richtung.

„Also gut, Fang. Dann zeig mir den Weg.“


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Zwischen Harry, Ron und Hermine gibt es Unterschiede, zum Beispiel im Vokabular. Ron ist der britische "lad", etwas bildungsfern, wie wir hier sagen würden, jedenfalls der Welt der Theorie und Metaphysik nicht sonderlich zugetan. Sein Vokabular ist etwas gröber und eingeschränkter als das Hermines, die mehr die Intellektuelle ist und sehr elaboriert sprechen kann, jedenfalls wenn sie in Laune ist. Harry liegt dazwischen, mit Sympathien für Ron, wenn es darum geht, vermeintlich hochgestochenes Gerede zu verulken. Aber keiner spricht wirklich lax oder fehlerhaft.
Klaus Fritz