
von Nitsrek
Jahr 2
Ich war so aufgeregt. Bald würde das zweite Schuljahr auf Hogwarts endlich losgehen. Ich hatte schon sämtliche Bücher, die wir uns beschaffen sollten, gelesen, Notizen dazu gemacht und diese dann gelernt.
Und was dieses Jahr das Tollste überhaupt war: Nachdem Professor Quirell nicht mehr da war, würden wir einen neuen Professor in Verteidigung gegen die Dunklen Küste bekommen. Und dieser Lehrer würde niemand Geringeres sein als Gilderoy Lockhart! Es ist einfach bewundernswert, wie jemand, der so mutig, klug und talentiert ist auch noch so bescheiden sein kann! Was der schon für Kämpfe ausgestanden hatte! Und gut sah er auch aus. Aber das ist eigentlich nebensächlich.
Harry und Ron gegenüber würde ich nicht zugeben, dass ich für Lockhart schwärmte. Die beiden sind ja so unreif, sie würden das sowieso nicht verstehen.
Wie sie sich bei Flourish & Blots aufgeführt haben… Das war echt peinlich. Aber sie benehmen sich ja immer wie Idioten, sobald Malfoy in der Nähe ist. Und dieses Mal war er auch noch im Doppelpack mit seinem Vater anwesend. Immerhin kann ich jetzt nachvollziehen, wo er sein… interessantes Benehmen gelernt hat. Der Apfel fällt halt nicht weit vom Stamm.
Naja, immerhin hat Gilderoy die Situation natürlich mit Bravour gemeistert und sich nichts anmerken lassen. Er ist eben ein Mann von Welt. Und Harry hat auch noch ein Foto mit ihm zusammen gemacht! Hach…
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Nachdem der Hogwarts-Express in Hogsmeade angekommen war, stieg ich gemeinsam mit Ginny aus und blickte mich suchend um. Die ganze Zugfahrt ĂĽber hatten wir weder Ron noch Harry gesehen, und auch jetzt waren sie nirgends zu entdecken.
Als wir es nicht mehr länger aufschieben konnten, verabschiedete ich mich von Ginny, die ja mit dem Boot über den Dunklen See nach Hogwarts gelangte, während ich, als frisch-gebackene Zweitklässlerin in einer merkwürdigen, selbst lenkenden Kutsche zum Schloss fuhr. Bevor wir uns jedoch trennten, sprach ich ihr noch einmal Mut zu, da sie große Angst vor dem Auswahlverfahren mit dem Sprechenden Hut hatte.
In der Großen Halle setzte ich mich an meinen gewohnten Platz und ließ immer wieder den Blick durch den Saal schweifen. Wo steckten Harry und Ron? Als meine Augen über den Slytherin-Tisch glitten, blieben sie kurz an Malfoys leuchtend hellblonden Haaren und seinen beiden Leibwächtern hängen. Er hatte immer noch diese dämliche Gelfrisur. Ihm sollte wirklich mal jemand sagen, wie blöd er damit aussah.
Anscheinend war ich nicht gerade unauffällig, da Malfoy nach kurzer Zeit bereits in meine Richtung schaute und mich ertappte. Schnell drehte ich meinen Kopf nach vorne zum Lehrertisch, damit er nicht dachte, dass ich ihn beobachtete. Wäre zwar ein absolut lächerlicher Gedanke, aber bei seiner Selbstüberschätzung könnte er leicht auf so einen Schwachsinn kommen.
Das Auswahlverfahren begann und ich drückte Ginny fest die Daumen. Aber natürlich kam sie ohne Weiteres wie ihre restlichen Geschwister auch nach Gryffindor. Mit einem fröhlichen Grinsen lief sie auf mich zu und setzte sich neben mich. Ich gratulierte ihr und wir stürzten uns auf das Essen, immer noch keine Spur von Harry und Ron…
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Wie konnten Harry und Ron so dumm und leichtsinng sein? Abgesehen von ihrem Leben haben sie auch noch ihren Rauswurf riskiert! GlĂĽcklicherweise hat Dumbledore ihnen nur eine Verwarnung gegeben. Und nachdem Ron auch noch einen Heuler von seiner Mutter bekommen hatte, fand ich, dass sie genug gestraft waren und sprach auch wieder mit ihnen.
Gut, nicht ganz ohne Hintergedanken. Harry wurde sehr oft von Lockhart abgefangen und in Gespräche verwickelt, und wenn ich mich oft genug in seiner Nähe aufhielt, würde er mich vielleicht auch in ein Gespräch verwickeln.
Aus irgendeinem Grund fand Harry diese Aufmerksamkeit jedoch gar nicht so toll. Seitdem gleich in seienr ersten Stunde ein kleines Malheur passiert war, machten er und Ron sich ständig über ihn lustig. Ziemlich unfair eigentlich. Kann doch jedem Mal passieren. Immerhin habe ich ein Lob von ihm bekommen, weil ich so gut über ihn und seine Vorlieben und Hobbys Bescheid wusste. Lockhart hat MICH gelobt! Vor der ganzen Klasse! Ich schwebte den Rest der Stunde glückselig im siebten Himmel.
Bis mich was am Kopf traf. Irritiert griff ich mir in die Haare (dämliche Locken, darin blieb auch alles hängen!) und zog ein kleines Papierkügelchen heraus.
„Was hast du da, Hermine?“, fragte Harry, der eindeutig zu aufmerksam ist.
„Ein Papierknäuel, sonst nichts. Anscheinend findet es jemand lustig, mich damit zu bewerfen“, antwortete ich desinteressiert und hoffte, dass Harry nicht auch die Tinte auf dem kleinen Kügelchen aufgefallen war.
Anscheinend nicht. Vielleicht ist er doch nicht zu aufmerksam.
In diesem Moment bat Lockhart Harry vor die Klasse, um den restlichen Schülern das Manöver vorzuführen, mit dem er eine Todesfee besiegt hatte.
Ich nutzte die Ablenkung und rollte das kleine Papier auseinander.
„Warte nach dem Unterricht hier im Klassenzimmer“
Ich blinzelte ein-, zweimal und blickte mich im Zimmer um. Wer hatte das geschrieben? Und war es für mich bestimmt? Keiner der Schüler machte den Eindruck, als hätte er gerade jemandem eine Botschaft zukommen lassen.
Ich ließ meinen Blick umher wandern und er blieb an Malfoy hängen, der just in diesem Moment zu mir sah. Idiot! Ich streckte ihm die Zunge raus und drehte mich wieder nach vorne. Kindisch, vielleicht… aber mir egal.
Die Stunde wĂĽrde nicht mehr lang dauern und dann wĂĽrde ich ja sehen, von wem und fĂĽr wen die Nachricht bestimmt gewesen war.
Nachdem Lockhart dann besagtes Malheur passiert war – das Harry, Ron und ich beseitigen durften (aus irgendeinem Grund empfanden weder Ron noch Harry das als eine so große Ehre wie ich) – sagte ich ihnen, ich wollte noch einmal zu Professor Lockhart und ihn etwas fragen. Ich bot ihnen an, mitzukommen und sie lehnten – wie vorauszusehen war – ab und gingen schon einmal vor in die große Halle.
Was weder Harry noch Ron jemals wussten:
Nach wenigen Minuten ging die TĂĽr noch einmal auf und mein Puls beschleunigte sich. Die Aufregung verschwand jedoch sofort, als ich Malfoy erkannte, der leise die TĂĽr hinter sich schloss.
Ich blickte ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Hast du irgendwas vergessen?“
Er rollte mit den Augen. „Und ich dachte, du wärst klug.“
Ich stutzte einen Moment, bevor ich ihn fragte, „Sag bitte nicht, dass du mir diese Nachricht geschickt hast.“
Malfoy sah mich finster an. „Wäre das so schlimm?“
„Ich wüsste nicht, was wir zu besprechen hätten. Vor allem so ganz ohne deine beiden Gorillas.“
Malfoy wandte seinen bösen Blick von mir ab und starrte wortlos auf den Fußboden.
Nach circa zehn Sekunden langweilte mich dieses Verhalten und ich begann, mit meinen Finger auf den Tisch zu trommeln.
„Find ich echt gut, dass wir uns hier treffen. Du hast ja eindeutig viel zu berichten“, verhöhnte ich ihn.
Er knirschte mit seinen Zähnen, sah mich jedoch weiterhin nicht an. „Kannst du nicht mal den Mund halten?!“
Ich runzelte die Stirn. „Wir treffen uns also, um den Mund zu halten?“ Ich lachte. Warum war er bloß hier?
Nach ein paar Minuten murmelte Malfoy irgendwas vor sich hin, verstehen konnte ich alelrdings ĂĽberhaupt nichts.
„Was?“, fragte ich daher nach.
„Du scheinst Lockhart ja verdammt toll zu finden“, wiederholte er, diesmal etwas lauter.
Ăśberraschender Themenwechsel. Was sollte das?
„Ich weiß nicht, wovon du sprichst“, antwortet ich in einem Ton, der ihm hoffentlich klar machte, wie lächerlich seine Feststellung war. Auf keinen Fall würde ich ihn in dem Glauben lassen, dass er ausnahmsweise einmal Recht hatte. Das würde ihn unausstehlich machen. Noch mehr als sonst.
Endlich hob Malfoy seinen Kopf und ein spöttisches Lächeln verzog seinen Mund. „Bitte, ein Blinder kann sehen, wie du ihn anhimmelst! Potter und Weasley sind einfach zu dumm, um es zu bemerken, aber das trifft nicht unbedingt auf den Rest von uns zu!“
Mir fehlten wirklich fĂĽr einen Moment die Worte. Merlin sei Dank, fing ich mich relativ schnell wieder.
„Malfoy, ich fühle mich ja wirklich geehrt, dass du anscheinend deine Zeit damit verbringst, mich zu beobachten und auch noch eifersüchtig wirst, aber findest du das nicht ein wenig übertrieben in Anbetracht der Tatsache, dass wir uns nicht leiden können?“
Geschafft! Nun wusste er nicht, was er sagen sollte. Und dann brachte er das Unwahrscheinlichste hervor, was ich in diesem Moment von ihm erwartet hätte.
„Vielleicht finde ich dich gar nicht so ätzend.“
Er starrte höchst interessiert an die Wand und spielte mit seinen Fingern.
Ich atmete hörbar ein.
„Sollte das gerade eine Art Kompliment sein? Falls ja, solltest du noch etwas üben…“ Ich wusste nicht, was ich sonst sagen könnte.
Er drehte seinen Kopf zu mir. „Granger…“
Ich schüttelte ungläubig meinen Kopf und wandte mich von ihm ab. Ohne genau zu wissen, was ich tat, packte ich meine Sachen zusammen, lief an ihm vorbei, ohne ihn anzusehen und verließ das Zimmer.
Harry und Ron erzählte ich, dass ich noch ein paar Fragen zu unserer Hausaufgabe hatte.
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Ein paar Tage später war ich zusammen mit Ron, Harry und dem Quidditch-Team auf dem Weg zum Spielfeld, um ihnen beim Training zuzuschauen. Leider wurden wir von der Mannschaft aus Slytherin aufgehalten, da Snape ihnen erlaubt hatte, ihre neuen Besen zu testen. Neue Besen für das komplette Team! Der Schule musste es finanziell wirklich gut gehen.
Es stellte sich jedoch heraus, dass die Besen von Malfoys Vater gesponsort worden waren und Malfoy deshalb – egal, was die anderen sagen, es kann nur aus diesem Grund sein – zum Sucher von Slytherin ernannt worden war. Natürlich konnte ich mich nicht davon abhalten, ihm diese Tatsache vor den beiden versammelten Mannschaften mitzuteilen.
Erstaunlicherweise war er nicht sehr erfreut ĂĽber meine Behauptung und bezeichnete mich als Schlammblut. Keine Ahnung, was das sein soll. Klingt albern.
Scheinbar bedeutete es etwas Schlimmes, weil Ron daraufhin seinen Zauberstab zog, um Malfoy zu verhexen. Ich hätte ihm nie zugetraut, dass er so… ritterlich wäre. Blöderweise ging der Zauber buichstäblich nach hinten los und traf somit Ron, der anschließend nicht mehr aufhören konnte, Schnecken zu erbrechen.
Wir brachten ihn zu Hagrid, wo sich schließlich auch herausstellte, dass Malfoy mich ziemlich schlimm und unverschämt beleidigt hatte.
Ob das eine Reaktion auf mein Verschwinden gewesen war? Selbst wenn, war es nicht wirklich gerechtfertigt und auch nicht unbedingt der Weg, mich zum Bleiben zu bewegen. Volltrottel.
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Mrs. Norris wurde versteinert! Und jemand hatte mit roter Farbe groß an die Wand geschrieben, dass die Kammer des Schreckens wieder geöffnet wurde.
Die ganze Schule stand wie erstarrt vor den riesigen, blutroten Buchstaben. Ein guter Zeitpunkt fĂĽr Malfoy, um mich erneut als Schlammblut zu bezeichnen.
Es traf mich zwar immer noch nicht allzu sehr, aber wenigstens wusste ich jetzt, dass er sich wie ein Arschloch benahm.
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Inzwischen waren sogar Schüler versteinert worden: Justin Finch-Fletchley und Colin Creevey, Harrys größter Fan und Anhängsel.
Ich versuchte fieberhaft herauszufinden, was diese Versteinerungen verursachte, vor allem, da sich herausgestellt hatte, dass Harry ein Parselmund war und er nun für die meisten Schüler der Hauptverdächtige war (wegen diesem ganzen Slytherin – Schlangen – Kammer des Schreckens –Zusammenhang). Diese Vermutung war zwar totaler Quatsch, aber ohne Beweise würde das niemand glauben.
Harry und Ron vermuteten, dass Malfoy der Erbe von Slytherin war; ich war jedoch kein Anhänger dieser Theorie. Wenn ich Malfoy richtig einschätzte, würde er damit prahlen… und sich vielleicht Schutzgeld erzwingen.
Aber weil Harry und Ron auf mich zählten, bot ich ihnen an, Vielsaft-trank zu brauen, damit wir uns in Slytherin-Schüler verwandeln und Malfoy aushorchen konnten.
Es dauerte ziemlich lange, den Trank fertig zu stellen, und als er fertig war, hatte er erstens bei mir nicht die gwĂĽnschte Wirkung (verflixtes Katzenhaar!) und zweitens auch nicht das gewĂĽnschte Ergebnis, da Harry und Ron nur herausfanden, dass Malfoy genau so wenig wusste wie wir (habe ich doch gleich gesagt).
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Samstag Abend, und ich saĂź schon wieder in der Bibliothek. Ich musste endlich herausfinden, was es mit der Kammer des Schreckens auf sich hatte.
Lockhart hatte mir zum Glück eine Genehmigung für den verbotenen Bereich der Bibliothek unterschrieben, also stöberte ich durch die Regale und fand schließlich das Buch, das ich suchte.
Und endlich auch die Information, die ich brauchte.
Ein Basilisk! Ich schauderte. Ein riesiges Schlangenmonster mit furchtbar giftigen Zähnen und tödlichem Blick. Tödlich… Warum waren alle Opfer also „nur“ versteinert? Ich dachte angestrengt nach. Und kam auf den gemeinsamen Nenner. Mrs. Norris hat das Monster in der Pfütze gespiegelt gesehen, Colin durch seine Kamera und Justin durch den Fast-Kopflosen Nick. Glück im Unglück, immerhin.
Aber wie bewegte sich eine Riesenschlange unbemerkt durch ein von Schülern bewohntes Schloss? Es lebte in der Kammer des Schreckens… die – sollte sie existieren – noch unter den Verliesen liegen müsste. Was reichte noch so tief unter das Schloss, jetzt mal abgesehen von der Kanalisa… Die Kanalisation! Das Biest bewegte sich durch die Rohre!
Schnell machte ich mir eine Notiz und riss die Seite aus dem Buch. Ich musste das hier Harry und Ron zeigen!
Was weder Harry noch Ron jemals wussten:
Ich knĂĽllte sie in meiner Hand zusammen, stand auf und drehte mich gerade Richtung Ausgang, als ich mit einem anderen SchĂĽler zusammenstieĂź.
„Oh, Verzeih…“, ich hob meinen Blick. „Hast du nichts Besseres zu tun, als dich an mich ranzuschleichen?“
„Ich freu mich auch, dich zu sehen, Granger!“, antwortete Malfoy gedehnt.
„Ich mich nicht. Entschuldige mich!“, sagte ich und wollte an ihm vorbei laufen, doch er hielt mich fest.
„Du sitzt fast jeden Abend hier in der Bibliothek“, erzählte er tonlos.
Ich schnaubte. „Und da ist sie wieder, diese unglaubliche Beobachtungsgabe! Sonst noch etwas?“
Er ignorierte meinen Sarkasmus. „Was suchst du?“
Ich blickte ihm ernst in die Augen und antwortete, „Die Lösung des Rätsels, was in der Kammer des Schreckens lebt. Und ich habe sie gefunden.“
Malfoy sah ein bisschen beeindruckt aus. „Was ist es?“
Ich schüttelte ungläubig den Kopf. „Warum sollte ich das ausgerechnet dir verraten?“
Er zuckte mit den Achseln und ich bemerkte, wie seine Ohren sich leicht rot färbten. „Vielleicht mache ich mir Sorgen?“
„Und worüber bitte?“ Langsam wurde ich ungeduldig.
Malfoy sah mir in die Augen. „Vielleicht finde ich dich gar nicht so ätzend…“
Das waren mir eindeutig zu viele „Vielleichts“. Ich rollte mit den Augen und lief an ihm vorbei.
„Granger!“, sagte er ein wenig lauter, als man es in einer Bibliothek tun sollte.
„WAS?!“, fuhr ich ihn beim Herumwirbeln an, sehr viel lauter, als man es in einer Bibliothek tun sollte.
„Werft ein Auge auf Ginny Weasley“, sprach er leise.
Ich lief ein paar Schritte auf ihn zu und stand direkt vor ihm.
„Was meinst du damit?“
Er schüttelte den Kopf. „Eigentlich war das schon zu viel Information.“
Ich spürte, wie Wut in mir hochkochte. Es war nicht die Zeit für Rätsel! Nachdem er anscheinend wirklich nichts weiter zu sagen hatte, holte ich mit meinem rechten Fuß aus und tritt ihm heftig gegen sein Schienbein.
Er jaulte, griff nach seinem Bein und sah mich fragend an.
„Das war dafür, dass du mich Schlammblut genannt hast! Zweimal!“, zischte ich und trat ihm zum Abschied – und zum Ausgleich – auch noch gegen das andere Schienbein.
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Vor der Bibliothek traf ich auf dem Gang auf Penelope Clearwater, Percys Freundin. Woher ich das wusste? Weil ich bessere Augen hatte als Harry und Ron. Außerdem hat Ginny es mir erzählt.
Ich hielt sie auf und erzählte ihr, was ich herausgefunden hatte und dass wir einen Weg finden mussten, um die Ecken, die unseren Weg säumten, herumzusehen.
Penelope kramte ihren Schminkspiegel hervor und drückte ihn mir in die Hand. Wir näherten uns einer Ecke und ich klappte den Spiegel auf und versuchte, ihn auszurichten, als plöztlich…
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Ich erwachte und fühlte mich, als hätte ich hundert Jahre geschlafen. Ich blickte mich um und entdeckte, dass ich im Krankenflügel lag. Wie war ich hierher gekommen?
Was war passiert? Ich versuchte, mich zu erinnern und dunkle, böse Augen erschienen vor meinem inneren Auge.
Ich hatte dem Basilisk in die Augen geblickt. Zum GlĂĽck nicht direkt.
Ich setzte mich abrupt auf. Jemand musste Dumbledore Bescheid sagen. In dem Moment bemerkte ich, dass der Zettel, den ich in meiner Hand gehalten hatte, verschwunden war. Hoffentlich hatte Harry ihn entdeckt!
Mein Blick fiel auf das Tischchen neben meinem Bett und ich erkannte eine Packung Schokofrösche (vermutlich von Ron), einen Stapel Hausaufgaben (vermutlich von Harry) und einen Beutel Bertie Botts Bohnen jeder Geschmacksrichtung. Ich spürte, wie ich rot wurde.
Ich hatte bisher immer versucht, meine Schwäche für sie zu verbergen. Wer hatte es trotzdem bemerkt?
Ich nahm den kleinen Zettel, der versiegelt daneben lag, und brach gerade das Siegel, als Madame Pomfrey für eine letzte Untersuchung herein wehte und erzählte, was während meiner… Abwesenheit geschehen war.
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Freudestrahlend rannte ich auf Harry zu und flog ihm in die Arme. Er hatte es tatsächlich geschafft! Auch Ron umarmte ich, wobei mein Blick auf Ginny fiel, die kleinlaut und verweint auf ihrem Platz saß.
Sie sah mich beschämt an. „Es tut mir so leid, Hermine!“
Ich zuckte die Achseln und lächelte sie an. „Ich glaube niemand von uns könnte gegen Voldemort ankämpfen. Außer Harry vielleicht.“
Sie lächelte unsicher und ich setzte mich auf meinen Platz, von dem aus ich den Slytherin-Tisch im Auge hatte. Einen der Schüler ganz besonders.
Werft ein Auge auf Ginny Weasley.
Er hatte mich gewarnt.
Harry riss mich aus meinen Gedanken. „Sag mal, Hermine… Wer hat dir eigentlich Bertie Botts Bohnen geschenkt? Du magst die doch gar nicht.“
Ich nickte mit einem Lächeln und antwortete, „Keine Ahnung, da scheint mich jemand wirklich nicht zu kennen.“
Was weder Harry noch Ron jemals wussten:
In meiner Tasche lag ein kleiner, zerknĂĽllter Zettel. Auf ihm stand, in sauberer, ordentlicher Schrift:
Du dumme Gans, das hat ganz schön weh getan.
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@Lily&Severus-princess: Vielen Dank, freut mich.
@T.Princess: Danke! Diesmal ein wenig länger. Ich weiß noch nicht, ob es rauskommt. Aber ich denke, es geht in Richtung "Vielleicht find ich dich gar nicht so ätzend" ;)
@Hermiine-Giinny: Diesmal ist es länger.
@Kairi Weasley: Danke.
@Annemarie: Hier also die Fortsetzung. Auch länger!
Ich hoffe, dass Euch auch das zweite Kapitel gefällt und dass ihr wieder fleißig Kommentare hinterlasst.
Vielen Dank und viele GrĂĽĂźe
Nitsrek
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