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Fanfiction

What they never knew... - Jahr 3

von Nitsrek

Jahr 3

Ich saĂź im Hogwarts-Express und wartete darauf, dass wir endlich ankamen. Nachdem Harry und Ron ja sowieso nie etwas mitbekamen, fiel ihnen auch nicht auf, dass ich diesmal eher ruhig war.

Meine Gedanken hingen – wie bereits die ganzen Ferien, und ich weigere mich, dass irgendwem gegenüber zuzugeben – bei Malfoy. Nein, das erweckt einen falschen Eindruck. Bei seinem Verhalten.

Warum hatte er mir einen Hinweis gegeben? Warum hatte er mir etwas in den Krankenflügel hochgebracht oder geschickt? (Ich bezweifle, dass er selbst da war, man hätte ihn ja sehen können.)

Meine Überlegungen wurden jäh unterbrochen, als die Abteiltür aufging und (wenn man vom Teufel spricht…) besagter Blondschopf mit seinen zwei Leibaffen eintrat. Zum Glück verlief dieses Zusammentreffen, dank Professor Lupins schläfriger Anwesenheit, kurz und problemlos, fügte jedoch meinen Gedanken eine weitere Frage.

Warum musste er sich immer wieder wie ein Idiot auffĂĽhren?

Ich rollte mit den Augen und lieĂź meinen Kopf mit einem Seufzen gegen die RĂĽckenlehne fallen.

-----

Mir ging dieses affige Kleinkind-Verhalten wirklich auf den Geist.

Na schön, Harry war ohnmächtig geworden, als ihm der Dementor zu nahe kam. Das kann doch jedem… Okay, das ist vielleicht das falsche Argument, es passierte eben nicht jedem.

Aber deswegen jedes Mal eine Show abzuziehen und Harrys Ohnmachtsanfall vorzutäuschen, sobald wir in der Nähe waren? Kindergarten!

Ich freute mich schon auf meinen ersten Schultag. So viele neue Fächer: Wahrsagen, Arithmantik, Muggelkunde, Pflege magischer Geschöpfe… Ich konnte mich gar nicht entscheiden, worauf ich mich am meisten freute.

Und ausgerechnet diesen Zeitpunkt suchte Ron sich aus, um zum ersten Mal in seinem Leben mitzudenken und Fragen zu stellen.

„Wie willst du in drei Fächern gleichzeitig sein?“

Nach dem FrĂĽhstĂĽck packte ich meine Sachen und machte mich auf den Weg zu meiner ersten Stunde: Arithmantik.

Was weder Harry noch Ron jemals wussten:

Ich betrat das Klassenzimmer und sah mich um. Nur sieben SchĂĽler. Professor McGonagall hatte mich bereits darauf hingewiesen, dass es ein sehr schweres Fach war.

Drei der vier Zweier-Tische waren bereits belegt, also nahm ich allein den Platz in der ersten Reihe ein (gut, es störte mich auch nicht weiter). Professorin Vektor war noch nicht da und die Schüler erzählten sich gegenseitig von ihren Ferien.

Mit einem Seufzen zog ich mein Buch aus meiner Tasche und begann, darin zu lesen. Bis plötzlich neben mir auf den Tisch eine Tasche fiel und ich die sehr charmante Bitte „Mach dich nicht so breit, Granger“ hören durfte.

Ich fragte mich, womit ich das verdient hatte.

„Was willst du hier, Malfoy?“

Er setzte einen gespielt nachdenklichen Gesichtsausdruck auf. „Lass mich nachdenken. Wir sind in der Schule, in einem Klassenzimmer… und dummerweise ist leider kein anderer Platz mehr frei, also denke ich, dass ich mich neben dich setzen und Arithmantik lernen will.“

Unausstehlicher Vollidiot. „Was willst du in Arithmantik? Dafür braucht man ein Gehirn“, erklärte ich mit einem freundlichen Lächeln.

„Granger, du weißt genau so gut wie ich, dass ich Platz 2 der Bestenliste auf Hogwarts belege. Direkt nach dir.“

Ich grinste. NatĂĽrlich wusste ich das. Die Konkurrenz musste man im Auge behalten.

In dem Moment kam die Professorin rein und begann, den Unterrichtsstoff zu erklären. Nach einer Dreiviertelstunde ruhigen Lernens bat sie uns, mit unserem Tischnachbarn zusammen die Aufgaben des ersten Kapitels zu lösen.

Auch wenn ich wusste, dass Malfoy nicht dumm war, ĂĽberraschte mich sein logischer Verstand. Er war genauso schnell wie ich. Naja, fast.

Bereits nach einer Viertelstunde waren wir fertig und hatten nichts weiter zu tun. Professor Vektor bat uns, uns leise selbst zu beschäftigen.

Ich begann, wieder in meinem Buch zu blättern, wurde jedoch bald unterbrochen.

„Wie waren deine Ferien?“

Ich hob den Kopf und drehte ihn ungläubig zur Seite, wo ich feststellte, dass Malfoy scheinbar tatsächlich mich meinte.

„Hast du mich gerade gefragt, wie meine Ferien waren?“

Er nickte leicht verwirrt.

Ich blinzelte ungläubig. „Machen wir jetzt Smalltalk oder sind wir seit Neuestem so gute Freunde, dass wir uns über solche Dinge unterhalten?“

Malfoy machte ein finsteres Gesicht, atmete dann resigniert und hörbar ein und widmete sich dann auch seinen Unterlagen.

Verfluchtes schlechtes Gewissen! „Apropos Freunde: Wo sind denn deine beiden Wachhunde?“

Malfoy schnaubte. „Die haben doch nicht einmal genug Hirn, um den Weg zum Arithmantik-Klassenzimmer zu finden.“

Ich konnte mein Lachen nicht unterdrĂĽcken. Die Professorin warf mir einen mahnenden Blick zu, der Rest der Klasse starrte uns verwundert an. Logisch, seit wann lachte ich ĂĽber Malfoys Witze?

„Stimmt auch wieder. Was hast du denn sonst noch für Fächer?“

Draco zog seinen Stundenplan hervor. „Alte Runen, Pflege magischer Geschöpfe… und dann noch die Standard-Fächer… Verwandlung, Zauberkunst, Zaubertränke... das Übliche.“

Ich spürte, dass mein Herz etwas schneller schlug und wollte lieber nicht über den Grund nachdenken. „Dann sehen wir uns wohl in Zukunft öfter. Wir haben die gleichen Wahlfächer.“

Malfoy warf mir einen seltsamen Blick zu, dem ich standhielt. War er da gerade rot geworden?

Nach scheinbar einer Ewigkeit brach er unseren Blickkontakt ab und verstaute seinen Stundenplan wieder in seiner Tasche. „Ja, sieht so aus“, murmelte er.

Ich spürte, wie sich ein kleines Lächeln auf meinem Gesicht ausbreitete.

„Danke übrigens… Für die Bohnen, meine ich. Die esse ich gern“, flüsterte ich so leise, dass ich nicht genau wusste, ob er mich verstanden hatte.

Ich warf ihm von der Seite aus einen prĂĽfenden Blick zu und sah, dass seine Ohren rot wurden. Er sah mich schief an und grinste.

„Hey, wenn man zu Stein wird, kann man eine Aufheiterung gebrauchen.“

Wieder lachte ich laut los.

„Miss Granger!“

Ich zuckte zusammen und entschuldigte mich.

Kurz darauf klingelte die Schulglocke und die Klasse leerte sich. Irgendwie entstand zwischen uns ein peinliches Schweigen. Bildete ich es mir ein oder packte er absichtlich langsam ein? Es konnte nur Einbildung sein…

„Also“, fing er an, „wir sehen uns dann ja später noch mal.“

Er hievte sich seine Tasche auf die Schulter und ging.

Hast du eine Ahnung, dachte ich, während ich ihm neugierig hinterher blickte und meinen Zeitumkehrer einstellte.

Erneut machte ich mich auf den Weg zu meiner ersten Stunde: Wahrsagen.

-----
Am Nachmittag machten sich Harry, Ron und ich auf den Weg zu Hagrids erster Stunde. In Anbetracht der Kreaturen, die wir bisher mit Hagrid im Zusammenhang erlebt hatten, machte ich mich auf das Schlimmste gefasst.

Bitte keine Riesenspinne… Bitte kein Drache…

Hagrid erklärte uns zuerst, wie wir die Bücher öffnen konnten, ohne gebissen zu werden – wobei Malfoy sich natürlich wieder wie ein Idiot aufführen musste – und zeigte uns dann… einen echten Hippogreif.

Es war sehr beeindruckend. Und da keiner sich sonst traute, durfte Harry das Versuchskaninchen spielen, bevor der Rest von uns auch zu ihnen durfte.

Eine tolle Stunde. Bis zu dem Moment, wo Malfoy sich – seinem angeborenen Verhalten entsprechend – Hagrids Vorgaben widersetzen musste und von Seidenschnabel am Arm verletzt wurde.

Mir wurde schlecht von dem ganzen Blut. Harry und Ron schimpften auf dem Rückweg zum Schloss natürlich unaufhörlich über Malfoy. Ich hörte gar nicht richtig zu.

Was weder Harry noch Ron jemals wussten:

Nachdem der Unterricht vorbei war, entschuldigte ich mich bei Harry und Ron (ich erzählte ihnen, ich müsse in die Bibliothek) und machte mich auf den Weg zum Krankenflügel, wobei ich möglichst ungesehen bleiben wollte.

Madame Pomfrey fragte mich, wen ich denn besuchen wollte und sah mich zwar erstaunt an, als sie meine Antwort hörte, sagte jedoch nichts weiter dazu. Besser so, ich kam mir sowieso schon wie eine Verräterin vor.

Ich öffnete die Tür zum Krankenflügel und lief auf das Bett zu, indem Malfoy lag und in die andere Richtung, aus dem Fenster, schaute.

Ich atmete einmal tief durch und nahm meinen Mut zusammen.
„Wie geht es dir?“

Malfoy drehte ĂĽberrascht seinen Kopf in meine Richtung und blickte mich verdutzt an, bevor er sprach.

„Ist das eine Nebenwirkung des Tranks oder stehst du tatsächlich neben meinem Bett, um herauszufinden, ob es mir gut geht?“, fragte er mit leicht rauer Stimme.

Ich spĂĽrte, wie ich rot wurde. Und wie er es bemerkte.

„Mach es nicht noch schwerer, als es sowieso schon für mich ist“, antwortete ich schüchtern.

Sein Blick verfinsterte sich. „Du kannst gern gehen, wenn du willst. Ich brauche keine Mitleidsbesuche.“

Beleidigt presste ich meine Lippen zusammen. „Jetzt sei nicht kindisch. Ich wollte nur wissen, wie es dir geht. Harry und Ron sollten halt nichts davon erfahren.“

Er zuckte mit den Schultern, verzog aber sogleich das Gesicht, als sein Arm schmerzte. Er lächelte. „Ich wollte sagen ‚gut’, aber das wirst du mir jetzt nicht mehr abkaufen, oder?“

Ich grinste. „Allerdings.“

Wir sahen uns beide einen Moment an, bevor ich mich zwang, meinen Blick abzuwenden. Warum sagte denn keiner etwas?

Nach ein paar stillen Minuten steckte ich mir eine lose Haarsträhne hinter mein Ohr und räusperte mich.

„Ich, ähm… Ich hoffe, es geht dir bald wieder gut. Bis dann.“

Ich drehte mich um und lief in Richtung Tür. In dem Moment, wo ich sie öffnete, fand ich mich Pansy Parkinson gegenüber. Würg.

Sie brauchte eine Sekunde, um mich zu erkennen und zog dann spöttisch ihre Augenbrauen nach oben.

„Was willst du hier, Schlammblut?“, spie sie förmlich.

Ich stammelte einen Moment vor mich hin und hörte schließlich Malfoy rufen, „Pansy, ein Glück! Ich dachte schon, Granger wäre mein einziger Besuch.“

Pansy warf mir noch einen prüfenden Blick zu und schien mich dann zu vergessen. „Was wollte die denn von dir?“, fragte sie, während sie an mir vorbei auf ihn zulief.

„Ach, hatte eine Frage zu Arithmantik. Anscheinend rafft sie das nicht ganz“, antwortete er. Ich konnte ihn deutlich verstehen.

Warum machte ich mir überhaupt die Mühe, hierher zu kommen? Ich spürte, wie mir Zornesröte ins Gesicht stieg und knallte die Tür hinter mir zu.

-----
Harry und Ron konnten immer noch nicht glauben, dass ich Wahrsagen einfach habe fallen lassen.

Was wussten die schon? Trelawney war eine Stümperin. Selbst wenn sie es tatsächlich sehen sollte – was ich persönlich anzweifelte – wäre es kein Zeichen der Kompetenz, einem Schüler immer wieder zu sagen, dass er stirbt!

Und mir zu sagen, dass sie von Anfang an gewusst hatte, dass ich keinerlei hellseherisches Talent besaĂź???

Was weder Harry noch Ron (noch Professor Trelawney) jemals wussten:

Ich konnte vielleicht keine Teeblätter lesen… oder Handflächen… Aber in der Kristallkugel sah ich etwas. Etwas, das ich einfach nicht sehen konnte, wollte, durfte.

Malfoy und mich. Nicht mit Hochzeit und Kindern und so einem Unsinn (das wäre zu weit hergeholt). Sondern Malfoy, wie er mich in der Bibliothek küsste.

Das durfte niemand wissen.

Und es durfte einfach nicht stimmen. Ich hatte mit ihm nicht mehr gesprochen, seitdem Hagrid wegen seinem Vater zu einer Ministeriumsanhörung bezüglich Seidenschnabels Bestrafung für seinen Angriff auf Malfoy musste.

Die Chancen standen schlecht, dass Seidenschnabel da noch heil heraus kam. Aber immerhin fand noch eine weitere Anhörung hier auf Hogwarts statt.

Und da musste Hagrid einfach gewinnen. Ich musste mit Malfoy sprechen. Vielleicht könnte er etwas gegen seinen Vater unternehmen.

Am nächsten Morgen empfing er eine Eule, mit der ich ein Treffen in der Bibliothek nach dem Unterricht vorschlug. Ich beobachtete, wie er den Brief las, kurz aufsah und unmerklich nickte, und ihn dann verschwinden ließ. Sehr schön.

Der Unterricht an jenem Tag konnte gar nicht schnell genug vorĂĽber gehen.

Ich lief schnell zur Bibliothek, die, wie ich gehofft hatte, menschenleer war, und setzte mich an meinen normalen Platz ziemlich weit hinten im Raum, gut versteckt vor fremden, unerwĂĽnschten Augen.

Während ich wartete, dachte ich nach. Harry und Ron musste ich dieses Mal zum Glück keine Lüge auftischen. Wir sprachen nicht mehr miteinander. Dämlicher Ron. Ich konnte 100-prozentig schwören, dass Krummbein Krätze nicht gefressen hat. Aber wenn er deswegen unbedingt schmollen wollte…

Ich hörte, wie die Tür leise auf und zu ging und anschließend Schritte in meine Richtung. Nach ein paar Sekunden trat Malfoy zwischen den Regalen hervor.

Ich stand auf. „Hallo.“

Er erwiderte meine Begrüßung und lehnte sich dann mit verschränkten Armen an das Regal hinter ihm. Und wartete.

„Malfoy… ich weiß, dass du Hagrid nicht magst und dazu kann ich dich auch nicht zwingen, aber… Kannst du nicht irgend etwas dafür tun, dass Seidenschnabel am Leben bleiben kann?“, fragte ich, ein Flehen in meiner Stimme.

Malfoy knurrte. „Das Vieh hat mich angegriffen!“

Ich rollte mit den Augen. „Weil du es beleidigt hast! Und hättest du unserem Lehrer zugehört, hättest du gewusst, dass das keine kluge Idee war!“

Er warf mir einen bösen Blick zu. „Musst du immer das letzte Wort haben? Musst du immer raushängen lassen, dass du alles besser weißt? Kannst du nicht einmal den Mund halten?“

Ich stellte mich direkt vor ihn und starrte ihm ins Gesicht. „Du bist ein grausamer, arroganter, überheblicher Mistkerl!“, fuhr ich an. „Manchmal zweifle ich an mir selbst, weil ich tatsächlich ab und zu glaube, dass du vielleicht ein netter Kerl sein und dass ich dich mögen könnte…“

Malfoy schnitt mir das Wort ab. „Du magst mich?“

Ich errötete und wurde unsicher. „Nein, das habe ich nicht gesagt“, stammelte ich nervös. „Aber… vielleicht finde ich dich ja gar nicht so ätzend.“

Bevor ich wusste, was geschah, hatte er sich vorgebeugt und küsste mich. Ich riss meine Augen erstaunt weit auf, während er seine schloss.

Die Kristallkugel!, schoss es mir durch den Kopf und ich fühlte mich darin bestätigt, dass Trelawney eine Stümperin war.

Was dachte ich da eigentlich??? Ich stand in der Bibliothek und küsste… nein, wurde von Draco Malfoy geküsst. Und zu meiner Schande musste ich mir eingestehen, dass es sich nicht schlecht und, noch weniger, falsch anfühlte. Sonst hätte ich ja auch schon längst etwas dagegen unternommen.

Seine Lippen fühlten sich weich an und zitterten leicht und ich fragte mich, ob es wohl auch sein erster Kuss war. Oder hatten vielleicht er und Pansy…? Egal, zumindest im Moment.

Ich lieĂź meine Augen zufallen und genoss das GefĂĽhl. Es kribbelte, an meinen Lippen, in meinem Bauch, eigentlich ĂĽberall.

Ich spürte, wie er seine Hände auf meine Schultern legte und kam mir dumm vor, weil meine einfach so an meinen Seiten herunter baumelten. Aber was sollte ich damit machen?

In dem Moment drĂĽckte Malfoy mich von sich weg und unterbrach damit den Kuss.

Ich spürte die Hitze, die auf meinem kompletten Gesicht lag und schnappte nach Luft, während ich ihn irritiert ansah.

Malfoy schien auch etwas geschockt – worüber konnte ich nicht genau sagen – grinste dann aber, lief in Richtung vorderer Teil der Bibliothek, wo die Tür war, und rief mir schließlich über die Schulter hinweg zu, „Tut mir Leid, Granger, gegen meinen Vater kann ich nichts machen.“

Die Tür fiel hinter ihm ins Schloss, während ich noch verdattert vor mich hin starrte.

Mein erster Kuss… nicht, was und wie ich ihn erwartet hatte, und ganz sicher nicht mit der Person, die ich erwartet hatte. Okay, ich hatte niemanden Bestimmten erwartet, aber wenn es eine Liste gäbe mit den Personen, die dafür in Frage kämen, stünde Draco Malfoy an letzter Stelle. Naja, noch vor Snape, Flitwick und Dumbledore.

Warum hatte er es getan? Um mich ruhig zu stellen? Sicher nicht, weil er es wollte.

Ich strich mir mit den Fingern meiner rechten Hand über die Lippen und merkte dabei, dass ich noch seinen Geruch in der Nase hatte. Er roch gut. Irgendwie… Ich schüttelte meinen Kopf. Schluss mit dem Unsinn!

Was bildete er sich eigentlich ein?

-----

Hagrid brauchte uns. Das Ministerium hatte beschlossen, Seidenschnabel zu köpfen. Aus diesem Grund waren wir auf dem Weg zu Hagrid. Wir, das hieß: Harry, Ron und ich. Wir sprachen wieder miteinander. Vielleicht auch nur wegen Seidenschnabels Urteil. Aber immerhin.

Wir liefen über die Ländereien, als ich vor uns, hinter ein paar Bäumen kauernd, einen blonden Kopf mit zwei großen Affen (=Crabbe und Goyle) entdeckte. Was hatten sie vor?

Als ich auf einen Ast stieg, fuhr Malfoy herum und sah uns drei an.

„Seid ihr auch gekommen, um das Spektakel zu genießen?“, rief er, ein fröhlicher Unterton in seiner Stimme.

Und damit war es vorbei. Ich zog meinen Zauberstab und stĂĽrmte auf ihn zu.

„Du kleine, widerliche, bösartige Kakerlake!“, schrie ich ihn an und richtete meinen Zauberstab auf seinen Hals.

Er war so überrascht, dass er nichts weiter tun konnte, als mich mit Schock in den Augen anzustarren, während er an den Baum hinter sich gepresst war.
Ich funkelte ihn wütend an. Harry und Ron hinter mir versuchten, mich davon zu überzeugen, dass Malfoy den ganzen Ärger nicht wert sei.

Also lieĂź ich den Zauberstab sinken. Sie hatten Recht.

Malfoy jedoch schien sich meiner Meinung nach einfach zu sicher, also holte ich aus und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht.

Mit einem Jaulen fuhr er sich mit der Hand an die Nase, rappelte sich schnell wieder auf und verschwand mit seinen beiden Sidekicks.

Was weder Harry noch Ron jemals wussten:

Der Schlag war nicht nur wegen seinem Kommentar ĂĽber Seidenschnabels Schicksal.

Hallo? Ich meine, ich bin doch nicht hysterisch.

Es war die aufgestaute Wut darüber, dass er mich durcheinander brachte, mich unsicher machte, vor seinen Freunden einen auf Macho machen musste, mich geküsst hatte, ohne mir zu sagen, was das jetzt bedeutete, mich immer wieder ärgerte und mich – manchmal, vor allem in letzter Zeit – nachts nicht schlafen ließ.

Ein paar Tage später (als Seidenschnabel und auch Sirius Black gerettet waren) schickte ich ihm erneut eine Eule.

Lass mich in Zukunft in Ruhe.


+++++

@Emilia1990: Ja, ist es. Habe dieses Mal versucht, mich an deinen Vorschlag zu halten. Was meinst du? Trotzdem schön, dass es dir bisher gefällt. :-)

@Hermiine-Ginny: Freut mich. Ich hoffe, auch dieses hier gefällt dir wieder, obwohl es ein wenig kürzer ist.

@Kairi Weasley: Sagen wir, dass es mindestens neun Kapitel gibt ;)

@hpine: Danke schön *rotwerd*. Freut mich, dass dir diese und auch meine anderen Fanfics gefallen.

@Lily&Severus-princess: Oh, das freut mich, dass ich es so schreibe, dass du die Geschichte trotzdem magst. Danke! Nach den sieben Kapiteln ist es auf jeden Fall wie im Original. Und wenn ich danach noch weiter schreibe, kannst du ja entweder "aussteigen" oder dich ĂĽberraschen lassen! *g*

@Evelin1: Vielen Dank, hoffe, ich arbeite schnell genug ;)

Also, hier jetzt das neue Kapitel. Ich weiĂź, dass der Kuss nicht sooo super detailgenau beschrieben ist, aber das ist bewusst, weil wer bekommt mit dreizehn Jahren schon den Super-Hammer-Kuss ĂĽberhaupt? ;) Da ist man doch noch lieb und unschuldig (zumindest, als ich noch 13 war *g*)

WĂĽrde mich wieder ĂĽber Eure Kommentare freuen, so macht es richtig SpaĂź, weiterzuschreiben.

Liebe GrĂĽĂźe

Nitsrek


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