
von Nitsrek
Jahr 6 – Teil II
Was weder Harry noch Ron jemals wussten:
Ich betete, dass mein Versteck unbemerkt bleiben wĂĽrde und spitzte hinter dem Vorhang hervor.
Keine Spur von McLaggen… Gut! Perfekt!
Schnell verschwand mein Gesicht wieder hinter dem schweren, dunklen Samtvorhang.
Was hatte ich mir nur dabei gedacht, mit Cormac McLaggen zu Slughorns Weihnachtsparty zu gehen?
Andererseits: Wen hätte ich sonst fragen sollen? Draco? Ich lachte bei dem Gedanken. Sicher, es wäre sehr viel schöner gewesen, aber wie hätte ich das den anderen Schülern erklären sollen, wenn sie fragen stellten? Vor allem Harry!
Offiziell hatte sich zwischen uns ja nichts abgespielt.
Am Tag danach waren wir uns in Zaubertränke begegnet und mein Herz hatte wie wahnsinnig bis in meinen Hals hinauf geschlagen.
Und nicht nur das… die Gedanken an die Nacht zuvor hatten mich heimgesucht und ein angenehmes Ziehen in meinem Magen verursacht und mich rot werden lassen. Zum Glück hatte es niemand bemerkt.
Wir sprachen nicht viel miteinander, aber immerhin gab es auch keine abfälligen Bemerkungen. Wir warfen uns häufig Blicke zu – wissende, amüsierte, vertraute Blicke zweier Personen, die ein Geheimnis teilten – bis Harry irgendwann fragte:
„Bilde ich mir das nur ein oder starrt Malfoy dich an?“
Ich verschluckte mich und sah Harry so ungläubig wie möglich an. „Klar, er hat ja sonst nichts zu tun. Ehrlich, Harry, erst bildest du dir ein, dass er ein Todesser ist, und jetzt auch noch, dass er mich anstarrt…“
Harry hatte die Sache auf sich beruhen lassen. Zum GlĂĽck.
Und damit ging die Möglichkeit, ihn in der Öffentlichkeit irgendwie zu kontaktieren, dahin.
Ich seufzte hinter meinem Vorhang. Draco… Ich wäre wirklich gerne mit ihm hierher gekommen.
Aber es war einfach zu unmöglich…
Dabei sehnte ich mich wirklich nach ihm… Ich wollte ihn sehen, hören, riechen, schmecken (der Gedanke ließ mich erröten) und vor allem wollte ich ihn wieder spüren. In mir.
Eine Hand legte sich von hinten auf meinen Mund und ich erschrak, als zwei Hände mich an einen festen Körper zogen.
„Pssst, Granger… Ich bin es“, zischte eine mir nicht unbekannte Stimme ins Ohr und meine Knie wurden weich, als dieser spezifische Duft nach… Draco (anders konnte man es einfach nicht beschreiben) meine Nase füllte.
Ich schnurrte.
Draco hinter mir kicherte und drehte mich zu ihm um. „Hast du mich vermisst?“, fragte er mich, nahm mir jedoch die Möglichkeit, zu antworten, indem er meinen Mund mit seinen Lippen verschloss.
Bereitwillig nahm ich seine samtige Zunge in meinen Mund auf und begrüßte sie stürmisch. Dracos Stöhnen vibrierte in meinem Mund.
Ich löste mich von ihm. „Mehr, als du glauben würdest.“
Er grinste und kĂĽsste mich erneut, fester und mit mehr Feuer als zuvor.
Wieder unterbrach ich den Kuss.
„Was willst du hier?“, fragte ich ihn flüsternd und nicht unfreundlich.
Er atmete schwer. „Dich…“
Ich grinste und hob meine Augenbrauen.
„Ich sagte ‚hier’“, wiederholte ich.
Ein gefährliches Funkeln, das ich nicht zu deuten wusste, trat in seine Augen.
„Habe ich gehört!“
Bevor ich wusste, was er damit meinte, fiel er vor mir auf die Knie und schob meinen Rock nach oben.
Ich zuckte zusammen und hielt ihn an den Schultern zurĂĽck.
„Das kann nicht dein Ernst sein!“, zischte ich, halb ängstlich, halb erregt.
Mit einem Ruck zog er – zu meinem Entsetzen – mein Höschen nach unten und grinste mich an.
„Oh doch!“ Damit vergrub er seinen Mund zwischen meinen Beinen.
Ich verkniff mir ein Stöhnen, während mein Kopf nach hinten an die Wand schlug, gegen die er mich drückte.
Ich schĂĽttelte meinen Kopf. Ich musste bei klarem Verstand bleiben.
„Was, wenn mich jemand hört?“, fragte ich verzweifelt.
Seine Zunge schnellte ĂĽber meinen Kitzler und meine Beine gaben fast nach.
„Lass dir etwas einfallen“, murmelte er und ließ sich nicht von seiner Aufgabe abbringen.
Nachdenken war noch nie so anstrengend gewesen. Nervös sah ich mich um und versuchte, die unglaublichen Schauer, die Draco mit seinem Mund durch meinen Körper jagte, zu ignorieren, was aber nicht annähernd gut funktionierte.
Denk nach, Hermine, denk nach!!!!
Ich hatte eine Idee! Ich verabscheute mich dafür, weil ich Harry in der letzten Zeit so oft dafür herunter gemacht hatte und jetzt das Gleiche machte wie er, aber harte Umstände verlangten nun einmal harte Maßnahmen.
„Muffliato“, murmelte ich keuchend, gerade rechtzeitig, bevor Draco zwei Finger in mich einführte und ich laut stöhnte.
Einen kurzen Moment löste er sich von mir, seine Finger arbeiteten jedoch weiter.
„Was hast du gemacht?“, fragte er, sein Gesicht gerötet, sein Atem flach und schnell.
„Jeder andere wird in unserer Nähe nur ein Rauschen wahrnehmen.“
Die Antwort reichte ihm aus, um sich wieder meiner Körpermitte zuzuwenden.
Mit seiner freien Hand packte er eines meiner Beine und hievte es über seine Schulter, was die Gefühle, die er in mir verursachte, noch verstärkte.
Ich brach fast zusammen und klammerte mich an seinem Kopf fest, teils um die Balance zu halten, teils, um ihn genau dort zu halten, wo er gerade war.
Gott, konnte sich irgendetwas noch besser anfĂĽhlen? Mir fiel nichts ein.
Ich stöhnte und schob ihm mein Becken noch etwas mehr entgegen.
„Draco… Ich komme gleich…“, keuchte ich heiser.
Die Ankündigung verstärkte die Anstrengungen seiner Finger und seiner Zunge und nur wenige Sekunden später verlor ich die Kontrolle und mein Oberkörper kippte mit einem gehauchten „Draco!“ nach vorne.
Glücklicherweise fing er mich auf und hielt mich fest, während ich keuchend in seinen Armen lag. Alles drehte sich.
„Du bist verrückt!“, stieß ich hervor.
Er leckte sich über die Lippen. „Nach dir.“
Das Kribbeln in meinem Bauch wollte einfach nicht aufhören.
„Heb deine Füße“, befahl Draco leise, während er sich bückte, und ich gehorchte ohne nachzudenken.
Erst, als er sich wieder aufrichtete und etwas vor meinem gesicht baumeln lieĂź, erkannte ich, was er getan hatte.
„Was machst du mit meinem Höschen?“, zischte ich und warf ihm einen bösen Blick zu.
Er grinste. „Als Andenken behalten“, erklärte er, als wäre es das Natürlichste überhaupt.
Ich schnaubte. „Ich kann nicht den restlichen Abend unten ohne rumlaufen!“
„Entspann dich, Granger. Die Leute werden es sicher nicht merken. Abgesehen davon… waren wir zwei noch nicht fertig.“
In einer einzigen, fließenden Bewegung öffnete er seine Hose, zog sie samt Unterhose ein Stück nach unten und hob mich auf seine Hüften.
Instinktiv schloss ich meine Beine um seinen Unterleib und stöhnte genüsslich, als seine Erektion in mich eindrang.
Während er immer wieder in mich stieß, ließ ich meinen Kopf nach hinten fallen und spürte, wie seine Zähne sich in meinen Hals gruben.
„Gott, Granger… wer hätte gedacht, dass du so unanständig bist?“, keuchte Draco angestrengt und ich spürte, wie mein Magen sich vor Erregung zusammenzog.
„Hier, wo alle dich sehen könnten… und du lässt dich einfach so von deinem vermeintlichen Erzfeind lecken und durchficken…“
Ich riss seinen Kopf an den Haaren nach hinten und verschloss seinen Mund mit meinem. Er knurrte und erhöhte sein Tempo und seine Stoßkraft.
Er löste seine Lippen energisch von meinen und brachte sie an mein Ohr. „Granger, ich kann nicht mehr länger…“
Ich seufzte genussvoll und leckte mit meiner Zunge über seine Ohrmuschel. „Dann komm!“
Mit einem weiteren heftigen Stoß kam er in mir und ich spürte, wie sich Wärme in meinem Unterleib ausbreitete.
Nach einigen Momenten, in denen wir beide verschnauften, setzte er mich wieder auf dem Boden ab.
Ein tiefes Grollen entkam seiner Kehle. „Nichts erregt mich so sehr wie du.“
Ich fühlte die Hitze in meinem Gesicht und er lachte. „Jetzt wirst du rot? Nachdem, was ich gerade alles mit dir gemacht habe?“
Ich lächelte ihn unsicher an. „Ich will dich“, flüsterte ich so leise, dass es kaum hörbar war. „Du bist erst seit ein paar Sekunden nicht mehr in mir und ich will dich schon wieder.“
Er schluckte.
Hatte ich tatsächlich etwas gesagt, was sogar Draco Malfoy unruhig machte?
Ich sah, wie er die Luft einatmete und ein Grinsen sich auf seinem Gesicht breit machte. „Du riechst nach Sex… und nach mir.“
Ich keuchte.
„Das gefällt mir“, endete er und küsste mich auf die Wange, bevor er sich umdrehte.
Ich hielt ihn fest. „Warte! Wohin gehst du?“
Mit einem kurzen Blick zu mir antwortete er, „Ich muss nur kurz etwas erledigen. Wir sehen uns später noch.“
Damit verschwand er aus meinem kleinen Versteck. Ich hob den Muffliato-Zauber auf und atmete ein paar Mal tief durch und glättete mein Kleid.
Die Party war doch gar nicht so ĂĽbel.
*****
Ein paar Minuten später schlüpfte Harry hinter den Vorhang.
Ich hielt die Luft an und starrte ihn aus groĂźen Augen an.
„Da bist du ja! Ich habe dich die ganze Zeit gesucht! Was machst du hier?“, fragte er mich.
Ich entspannte mich ein wenig.
„Ich verstecke mich vor Cormac“, erklärte ich ihm.
Er nickte verständnisvoll und sah mich dann merkwürdig an.
„Was ist?“, fragte ich ihn leicht verunsichert.
„Was hast du mit deinen Haaren gemacht?“
Meine Hände griffen an meinen Kopf und ich warf ihm einen fragenden Blick zu.
„Du siehst aus, als wärst du durch einen Sturm gelaufen!“
Ich kicherte nervös. „Vielen Dank, Harry. Ich habe meine Haare absichtlich so frisiert. Ich wollte mal etwas Neues ausprobieren“, wies ich ihn zurecht. Hoffentlich überzeugte ihn diese Aussage.
Er beäugte meine Haare noch einmal sehr kritisch und zuckte dann mit den Schultern. „Naja, wem’s gefällt…“
Ein Aufruhr im Saal zog unsere Aufmerksamkeit auf sich. Wir spitzten beide durch den Vorhang.
Filch war aufgetaucht und hatte Draco im Schlepptau. Mein Herzschlag setzte einen Moment aus.
„Mister Malfoy wollte sich in Ihre kleine Feier schmuggeln, Professor Slughorn“, erzählte Filch.
Slughorn wirkte amüsiert. „Naja, das nehmen wir ihm mal nicht übel.“ Damit entließ er Filch, der Draco dennoch ungalant zur Tür hinaus beförderte.
Harry warf mir einen merkwĂĽrdigen Blick zu.
„Was glaubst du, wollte Malfoy hier?“
Warum ausgerechnet ich???
Ich blickte Harry unwissend an. „Keine Ahnung“, antwortete ich ihm.
Erstaunlich, wie leicht mir diese LĂĽge fiel.
*****
Dumbledore war tot. Durch Snapes Hand.
Ich konnte es immer noch nicht glauben.
Offiziell gab es nur diese Version, doch Harry hatte mir und Ron natürlich erzählt, was wirklich auf dem Turm passiert war. Niemand sonst wusste von Dracos Beteiligung an der Sache.
Harry hatte die ganze Zeit Recht gehabt. Draco Malfoy – ein Todesser. Die Nachricht hatte mich wie ein Schlag in die Magengrube getroffen.
Aber so sehr ich mich auch anstrengte, ich brachte es einfach nicht fertig, ihn zu hassen.
Ich hätte so gern gewusst, ob das der Grund für sein merkwürdiges Verhalten im letzten Jahr gewesen war. Ich hätte ihn so gern gefragt, was das zwischen uns für ihn war. Ein Spiel? Mehr? Ich konnte es nicht sagen, und ich konnte ihn auch nicht fragen.
Er war fort, verschwunden mit Snape. Und so sehr ich versuchte, es vor Harry und Ron zu verstecken, vor mir konnte ich es nicht verbergen: Dass er mir fehlte.
Es gab nur noch eine Sache, die ich wissen musste.
Wir standen auf dem Astronomieturm, der Kulisse der schrecklichen Tat, und Harry und ich lehnten am Geländer.
„Denkst du, er hätte es getan?“
Harry sah mich fragend an. Logisch, der Frage fehlte jeder Zusammenhang.
„Draco“, fügte ich deshalb als Erklärung hinzu.
Harry schüttelte seinen Kopf. „Er hat den Zauberstab sinken lassen. Er hätte es nicht getan.“
Erst jetzt spĂĽrte ich die Lawine, die mir vom Herzen fiel.
Gut.
+++++
So, diesmal habe ich Euch nicht so lang warten lassen. Dafür ist aber auch das Kapitel etwas kürzer. Ich hoffe, es gefällt Euch trotzdem.
@morla79: Bitte, bitte, kein Problem :) Vielen Dank fĂĽr das Kompliment. Ich habe jedoch etwas Mitleid mit deinem Kater *g*
@Evelin1: Danke.
@Draco_Malfoy: Sorry, ich finde, das Wiedersehen hätte nicht viel hergegeben... so vor allen anderen. Ich hoffe, dass dir der Moment, den ich gewählt habe, trotzdem gefällt. Arme Hermine verliert jeden Verstand, sobald Draco auftaucht, aber wer würde das nicht in so einer Situation *träum*
Als Nächstes also Jahr 7. Ich habe noch keine Ahnung, wie ich das machen soll, es könnte also etwas länger dauern als diesmal, bis ein neues Kapitel erscheint. Ob das das letzte Kapitel wird? Nein, auch wenn ich mir noch nicht sicher bin, wie viele es noch werden. Mir gehen gerade mindestens noch drei Dinge durch den Kopf, die ich die beiden erleben lassen will... seid gespannt! :)
Ich freue mich wieder ĂĽber Eure Kommis!
LG
Nitsrek
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