
von CathyWheeler
Über den freien Willen
Wieder zuhause, legte ich die Geschenkschachtel mit größter Behutsamkeit auf meinem Schreibtisch und setzte mich davor und blickte verzückt auf die gelbe Schleife.
Ich war mir jetzt hundertprozentig sicher, dass ich in Philosopha verliebt war. Denn sonst würde schließlich mein Herz nicht so laut schlagen, wenn ich an ihr Lachen, Schmunzeln, Grinsen, ihre Locken, ihre weiche Hand, ihre vollen Lippen... dachte.
Dazu, wer macht sich schon solche Mühe zu backen, für jemanden dem man nicht besonders gut kennt?
Das war der wahrhaftige Beweis.
Aber wie sollte ich damit umgehen? Wenn ich wenigstens ihren Namen kennen würde...
Ich konnte ihr ja nicht mal Hermes schicken, wer weiß, wo sie wohnt...
Ich spielte mit der gelben Schleife.
Im Grunde genommen wusste ich rein gar nichts von ihr, außer dass sie in Hufflepuff war.
Ach ja, ihre Mutter arbeitet in der Besenbranche...
Die wichtigste Information die sie mir gegeben hatte, war natürlich, dass sie keinen Freund hatte. Noch nicht. In meinem Bauch kribbelte es.
Sie war echt und natürlich. Sie wirkte nicht wie eine dieser aufgedonnerten Hexen, welche die Hexenwoche lesen und sich mit magischen Schönheitsmitteln verunstalten. Sie passte perfekt zu mir.
Und sie hatte zu sehr vielen Dingen eine Meinung, schreibt sich diese auch auf. Sie hatte interessante Ansichten und vertrat diese leidenschaftlich.
Ich lächelte. Ja, das imponierte mir. Dagegen war Penelope zwar echt ein liebes und schlaues Mädchen und immerhin meine erste große Liebe, aber sie hatte nicht in vielen Angelegenheiten eine eigene Meinung, konnte mir nur das sagen, was sie aus Büchern wusste.
Das mit Philosopha war anders. Die Sache war ernst.
Es erfüllte mich nicht, nur ihr Samstagnachmittagsschüler in Philosophie zu sein.
Ich wollte der sein, dem sie sich das Herz ausschütten konnte.
Der sein, den sie wundervoll findet, ganz so wie er ist.
Der sein, dem sie für immer vertrauen würde.
Vielleicht wollte ich auch zu Großartiges.
Aber ich hatte auch kleine Wünsche.
Einmal über ihre zarte Milchkaffeefarbene Wange streichen.
Einmal ihre Stirn küssen.
Einmal...
So konnte es doch nicht weitergehen! Ich musste endlich was unternehmen. Ansonsten würde ich nur träumen und ein anderer einfühlsamer Philosophieexperte würde sie mir wegschnappen. Der Gedanke daran ließ mich schaudern.
Ich erinnerte mich, dass ich vor Wochen Dad schon mal um Ratschlag bitten wollte. Damals war Philosopha einfach eine interessante Bereicherung für meinen allwöchentlichen Cafébesuch gewesen, aber jetzt hatte sie einen Platz in meinem Herzen. Und sie nahm viel Platz ein.
Deshalb war jetzt der richtige Zeitpunkt. Ich hatte aber leider nicht die leiseste Ahnung, wie ich meine Zuneigung zu ihr eingestehen sollte. Ich brauchte Hilfe.
Andererseits sollte ich tatsächlich Dad fragen?
Ihm eingestehen, dass ich mich so hilflos wie ein 12-Jähriger fühlte?
Ich, Percy Weasley, sollte keine Ahnung von Hexen haben?
Ein Abteilungsleiter, ein Gryffindor, der unsicher war?
Das kratzte an meiner Würde. An meinem Stolz. An meine Ehre.
Unruhig stand ich auf und lief in meinem Zimmer herum.
Was sollte ich nur tun?
Dann blieb ich stehen, denn ich hatte einen Geistesblitz.
Ich würde ihm nicht diese ungewöhnliche Geschichte erzählen, sondern ihn fragen wie ich einer Hexe einen Heiratsantrag machen könnte.
Liebe zu gestehen oder Heiratsantrag, das ist ja fast das Gleiche.
Aber es war ein feiner Unterschied, denn niemand konnte mir vorwerfen, dass ich mit Heiratsanträgen schon Erfahrung haben müsste.
Von diesem Ziel bestärkt, freute ich mich diesmal sogar sehr auf den kommenden Sonntag.
Als ich dann aber am nächsten Tag in der vollen Runde im Garten saß, wo nicht nur Bill mit Fleur und Baby Victoire, Ron mit Hermine, Ginny und Harry, Mum und Dad anwesend waren, sondern zusätzlich auch noch Andromeda mit Teddy und Neville und Luna, verließ mich mal wieder mein Mut.
Lustlos stocherte ich in meinem Spargel und hörte mit halbem Ohr den Gesprächen zu.
Ginny erzählte Ron und Hermine stolz, dass man überlegte, sie in die A-Mannschaft der Holyhead-Harpies zu nehmen.
Harry fachsimpelte mit Dad, Bill und Neville über das Ministerium.
Mum, wollte Fleur dazubringen, Victoire ihr selbstgenähtes Babymützchen aufzusetzen.
Nur was Andromeda mit Teddy auf ihrem Schoß mit Luna besprach, konnte ich nicht hören, denn sie saßen am anderen Ende der Tafel.
Doch dann, nach der Mahlzeit, hatte Ginny die glorreiche Idee, mit allen Freiwilligen ein Quidditchspiel auszutragen.
Dank ihrer geübten Motivationsrede waren Harry, Ron, und Bill bereit mitzuspielen. Neville und Hermine entschieden, dass sie zuschauen wollten und Luna wollte das Spiel kommentieren, deshalb folgten auch diese drei den anderen in den hinteren Teil des Gartens.
Mum ging währenddessen ins Haus zum Spülen und Fleur gesellte sich mit Victoire ans andere Ende der Tafel zu Andromeda und Teddy, unter missbilligenden Kommentaren für ihren kindischen Mann.
So saß ich dann alleine neben Dad.
Ich atmete noch mal tief ein und aus und sagte dann zu ihm: „Dad, ich muss dich etwas fragen...“
Ich fühlte mich schlecht vor Aufregung.
Er zwinkerte mir zu und sagte: „Erfahre ich jetzt den Grund, warum mein Sohn in den letzten Wochen so unkonzentriert bei der Arbeit ist?“
Ich war geschockt. Man merkte das?
Stotternd fragte ich ihn: „Äh, wie... sieht... ein fulminanter Heiratsantrag aus?“
Irgendwie hatte ich im Gefühl, dass das doch keine so gute Idee gewesen war, aber jetzt war es zu spät.
Mein Vater drückte mich fest in seine Arme und schluchzte herzergreifend: „Mein erster Sohn, der mich das fragt. Percy, du machst mich zu einem stolzen Vater.“
Ich tätschelte seinen Rücken und hoffte, dass ich noch irgendwie glimpflich aus dieser Sache herauskommen würde. Er dachte doch nicht etwa, dass ich... ?
Dad ließ mich schließlich los, nahm seine Brille ab und betupfte seine Augenwinkel mit seinem Umhangsaum und antwortete schließlich mit gerührter Stimme: „Lass mir zwei Wochen Zeit und ich bereite alles vor... ich werde den Wieselkopf verschönern... und du kannst deiner Geliebten dann in einem Blumenmeer deine Liebe gestehen“.
Er schaute mich voller Herzenswärme an.
Mir war zum Heulen zumute, aber nicht vor Glück. Mein Stolz hatte mich in diese auswegslose Situation manövriert. Und meine Lippen gehorchten mir nicht. Sie konnten einfach diesen liebenden Mann nicht enttäuschen, ihn nicht sagen, dass das alles ganz anders war...
Dazu war mir so schlecht, dass ich Dad nur noch beschwor Stillschweigen zu bewahren und mit Ausreden für mein Weggehen, schaffte ich es zu disapparieren.
Wieder zuhause lag Philosophas Geschenk noch an ihrem angestammten Platz, als ob nichts geschehen wäre.
Mir ging es immer noch nicht so gut und ich legte mich in mein Bett.
Was sollte ich nur Dad sagen, wenn es gar keine Verlobung gäbe?
Ich könnte mich selbst verfluchen für meine Dummheit. Es war schließlich klar gewesen, dass er es für bare Münze nehmen würde. Warum hatte ich nicht schnell gelogen und ihm erzählt, dass ein Bekannter mich das gefragt hat, oder so?
Philosopha wird wohl kaum in zwei Wochen einen Heiratsantrag von mir annehmen.
Schon alleine der Gedanke daran war lächerlich, wie viele Stunden kannten wir uns?
Vielleicht sollte ich Dad einfach sagen, dass sie ihn nicht angenommen hat?
Das würde aber komisch enden, wenn wir doch zusammen kommen würden.
Und wenn ich ihm sagen würde, dass sie mich zwar liebt, aber da wir noch nicht so lange zusammen sind, sie noch Zeit zum Überlegen braucht?
Ja, das war logisch.
Ich beruhigte mich ein wenig, war aber auch besorgt. Wohin würde mich dieses verstrickte Lügennetz wohl führen?
Knapp eine Woche später war wieder Samstag und ich war froh, dass ich diese Woche wo Dad mir, wenn wir uns auf den Gängen oder im Aufzug trafen, vieldeutige Blicke schenkte, irgendwie überstanden hatte. Die Muffins hatte ich übrigens dann doch gegessen, da ich nicht ertragen konnte, sie verschimmelt zu sehen. Sie waren genauso lecker wie sie aussahen, dazu waren sie auch noch gefüllt. Die Schleife habe ich natürlich aufgehoben, sie hat einen Ehrenplatz auf meinem heiligen Schreibtisch bekommen.
Im Café sitzend, die anderen Gäste beobachtend, nahm ich mir vor die heutigen Minuten mit Philosopha zu genießen, egal was in den kommenden Wochen noch so alles passieren würde.
Doch irgendwie wurde ich vom Pech verfolgt, denn sie kam nicht.
Genauer gesagt, war sie schon unglaubliche zehn Minuten zu spät.
Nach fünfzehn Minuten wurde ich langsam unruhig, es wird ihr doch hoffentlich nichts passiert sein?
Nach zwanzig Minuten hatte ich meinen Milchkaffee ausgetrunken und war ernsthaft besorgt.
Doch dann kam Philosopha gehetzt an: mit rosigen Wangen und zerzausten Locken, setzte sie sich mit einem langen Seufzer hin.
Sie sah sogar jetzt sehr hübsch aus. Zu gern hätte ich einmal ihre Locken angefasst. Da sie endlich da war, beruhigte ich mich und schaute sie interessiert an und wollte gerade erwähnen, dass Pünktlichkeit eine Tugend ist, aber da fing sie schon an zu reden.
„Es tut mir so leid, dass ich zu spät bin, normalerweise kann man sich auf mich verlassen, aber ich wurde aufgehalten von meiner verliebten Mutter“, sagte sie mit einem um Vergebung bittendem Blick.
Ich vergab ihr ihre Verspätung natürlich sofort. „Deine Mutter ist verliebt?“
Sie lachte. „Man kann es kaum glauben aber nach all den Jahren hat sie sich noch mal in meinem Vater verguckt. Dabei dachte ich die ganze Zeit über, dass ich immer ein nichteheliches Kind bleiben würde.“
„Das hört sich tatsächlich ungewöhnlich an, erzähl mir doch mehr von deiner Familie.“, forderte ich sie ungeduldig auf.
Sie nahm einen großen Schluck von ihrem Tee und fing an zu erzählen: „Meine Mutter, Lucy Wellesley, machte nach ihrem Schulabschluss mit ihren Freundinnen Urlaub in Tunesien.“
Nach diesem ersten Satz schlug mein Herz schon schneller. Dann muss sie auch Wellesley mit Nachnamen heißen...
Philosopha warf eine besonders widerspenstige Locke über ihre Schulter und sprach weiter: „Und wie du dir vielleicht schon denken kannst, interessierte sich Lucy nicht für die Kultur Tunesiens, sondern für einen charmanten Zauberer ihres Reiselandes. Sie hatte nur noch Augen für ihren Nour-ed-din Saada und während ihre Freundinnen nach drei Wochen abreisten, blieb sie bei ihm. Nach einer leidenschaftlichen aber kurzen Beziehung wollte er sie heiraten, sie fand das aber zu schnell, verließ ihn. Natürlich in dem Glauben die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
Wieder in London bekommt sie dann erst mal mich, als kleines Urlaubsgeschenk.“
Sie lächelte mich an.
So witzig fand ich die Liebesgeschichte aber nicht. Der arme Nour-ed-din war bestimmt krank vor gebrochenem Herzen gewesen. Es gibt bestimmt auch Schöneres, als ein Kind ohne Vater aufzuziehen.
„Nachdem ich dann in einem Alter war, wo ich gefragt habe, wer denn mein Vater sei, schrieb Lucy nach Jahren ihren Nour-ed-din. Nur um festzustellen, dass dieser sie immer noch nicht vergessen konnte und sich als fürsorglicher Vater entpuppt.“ Philosopha schmunzelte liebenswürdig.
Hoffentlich erwähnt sie ihren eigenen Namen noch...
Voller Spannung lauschte ich der Geschichte ihrer Eltern.
„Von Neid zerfressen, dass ihre Tochter so gerne ihren Vater besucht, verkürzte Lucy die gemeinsame Zeit von Vater und Tochter auf ein klägliches Mindestmaß.“
Sie machte ein trauriges Gesicht. „Das war nicht schön.“
„Aber sie kamen doch noch wieder zusammen?“, fragte ich neugierig. Ihre Geschichte war so völlig anders als die meiner Eltern.
Philosopha nickte. „Ja, denn wir beide flohen nach Tunesien, weil Lucy eine Muggelgeborene ist und es für sie hier zu gefährlich wurde.“
Mir wurde langsam klar, warum sie so schlecht auf das Zaubereiministerium zu sprechen war. Wie mit Muggelstämmigen zu Zeiten des Krieges umgegangen wurde, war einfach grauenhaft.
„Mein Vater nahm uns mit offenen Armen auf. Und sie verliebten sich aufs Neue.“
Philosopha schaute mich begeistert an.
„Und warum sind sie dann noch nicht verheiratet?“
Der Krieg war ja jetzt schon eine Weile her.
„Weil wir in Liebesdingen alle Narren sind. Und meine Mutter die größte Närrin von allen ist.“
Philosopha rollte mit ihren Augen.
Ja, da hatte sie recht, ich konnte ein Lied davon singen. Wahrscheinlich war ich ein größerer Narr als Lucy Wellesley.
„Nachdem der Krieg vorüber war, ging ich wieder nach London und schwachsinnigerweise kam meine Mutter ohne meinen Vater mit.“
„Warum denn das?“
„Lucy glaubte, dass sie es nicht wert ist von ihm geliebt zu werden, nachdem sie ihm all die Jahre so verletzt hatte. Er würde eine bessere Hexe verdienen. Sie sei nicht schön genug für ihn. Das ganze Programm. Ihr tiefster Wunsch war es, mit ihm zusammen zu sein, aber sie erlaubte es sich selber nicht.“
Frauen waren komische Geschöpfe, keine Frage. „Nour-ed-din folgte ihr doch wenigstens?“
Sie lachte auf. „Ha, schön wäre es! Mit Engelsgeduld musste ich meinen am Boden zerstörten Vater dazu ermuntern, jetzt kurz vor dem Ziel nicht aufzugeben. Erst vor ein paar Wochen kam er an, um Lucy zum gefühlten tausendsten Mal zu bitten ihn doch endlich zu heiraten.“
„Und, was hat sie geantwortet?“
„Dass sie sich das noch gut überlegen muss.“ Philosopha schüttelte fassungslos ihren Kopf.
Da hatte ich ja regelrecht Glück mit meiner Familie. Dieses hin und her war ja nicht auszuhalten.
„Und du hattest also, bevor du ins Café kamst, ihr gut zugeredet?“
„Ja, ich habe alles versucht was ich konnte, wenn sie jetzt nicht ja sagt, weiß ich auch nicht mehr weiter...“ Sie schaute ins Leere.
„Manche Menschen müssen eben zu ihrem Glück gezwungen werden. Das ist vielleicht ihr Schicksal.“, sagte ich leichthin.
„Du denkst also, es gibt ein Schicksal statt einen freien Willen?“
Ich war perplex, wie kam sie denn jetzt darauf? Machten alle Philosophen so riesige Gedankensprünge?
„Schließt denn das Eine das Andere aus?“, erwiderte ich verwirrt.
Philosopha runzelte die Stirn, legte die Hand, die ich vor zwei Wochen berührt hatte an ihren Mund und überlegte.
„Wenn ich denke, das Schicksal eines Menschen ist festgelegt, also hat einen Plan, dann würde das doch heißen, dass man keinen freien Willen besitzt, da ja eh alles nach Plan geschieht. Da bin ich mir aber absolut nicht so sicher...“
Wie kam man nur auf so verrückte Sachen?
„Sagt man nicht immer, dass das Schicksal veränderbar ist? Und wenn mein Leben nur ein Plan wäre, ein Bühnenstück, dann würde ich diesen verkorksten Plan mal gerne sehen und mit roter Tinte korrigieren.“
Sie kicherte. „Ja, ich glaube jeder würde Dinge aus seinem Leben streichen wollen, aber stärken und verändern uns nicht die schlimmen Dinge im Leben viel mehr als die Guten? Und wenn alles gut wäre, würden wir überhaupt erkennen, dass sie gut sind?“
In gewisser Weise spürte ich, dass Philosopha recht hatte. Wäre ich zu meiner Familie zurückgekommen, wenn das Ministerium nicht so ins Unmenschliche abgedriftet wäre? Hätte ich erkannt, dass meine Familie auf der richtigen Seite stand und ich auf der falschen?
Trotzdem, das würde ja heißen...
„Aber wenn alle nur einen Plan folgen würden, also alle Menschen auf der Welt, dann würden ja auch alle Verbrecher nur einen Plan haben.“
„Ja, du hast recht, das macht mir auch Angst. Der arme Voldemort, der nur nach einem kranken Plan agierte? Wer sollte sich solche Pläne ausdenken? Wer würde sich solch ein riesiges Bühnenstück anschauen?“
„Ja, zu welchem Zweck sollte das gut sein?“ Das machte mich alles ganz konfus und ich fühlte mich so unbedeutend wie eine Träne im Meer.
„Dann doch lieber den freien Willen, aber ist der nicht auch schon eingeschränkt? Ich meine, Muggel oder Zauberer, geboren in Afrika oder Grönland, reich oder arm, intelligent oder einfältig, dass sind alles Umstände die unser Leben, unsere Entscheidungen beeinflussen.“, warf sie ein.
„Andererseits kann ich doch auch als Reinblut gut sein, genauso wie ein Halbblut.“
„Tja, aber stelle dir mal so eine fanatische Reinblutfamilie vor, die ihren Kindern von Kleinkindalter mit Hetztiraden über Muggel überhäuft. Wie hoch ist da die Chance, dass die nun erwachsenen Kinder aus dieser Familie später Muggel heiraten?“ Sie schaute mich erwartungsvoll an.
„Aber sie haben doch die Chance, oder? Auch wenn sie noch so gering und fragwürdig erscheinen mag, sie können sich schließlich dazu entscheiden.“
Ich dachte da an die gute Andromeda.
„Vielleicht ist Schicksal und freier Wille zusammen genommen ein netter Kompromiss.“
Sie schaute auf ihre Armbanduhr. „Da habe ich dich mal wieder lange zugetextet. Ich glaube, wir hören lieber für heute auf.“
Ich schaute sie dankbar an. In meinem Kopf brodelte sich alles zusammen um die Frage, ob ich sie liebe, weil ich das so will, oder nur weil es in einem Plan steht.
„Haben dir die Muffins geschmeckt?“, fragte Philosopha während sie ihre Tinte auf den Tisch stellte und weiter in ihrer Tasche suchte.
Ich wurde rot. „Sie waren außergewöhnliche Delikatessen!“
„Ich glaube, du hast einen kleinen Hang zum Übertreiben!“ Ich sah ihr zartes Schmunzeln als sie eine Feder neben das Tintenfass legte.
Ich lachte. „Sie waren wirklich ausgezeichnet.“
Philosopha nahm ihre Feder in die Hand und bevor sie anfing zu schreiben sagte sie noch: „Ich bin so froh, dass ich dich kenne. Dass du mir zuhören kannst ohne mich zu unterbrechen, ist echt beeindruckend. Wenn dir irgendwas selber zum Philosophieren einfällt, sag es mir. Habe Vertrauen in mir.“
Ich konnte nur nicken. Ihre Worte gingen runter wie Öl. Wer hätte gedacht, dass ich ein guter Zuhörer bin?
Beim Lesen des Tagespropheten wurde mir klar, dass ich mir nicht mehr vorstellen könnte, ohne Philosopha hier zu sitzen. Das wäre wie Muffins ohne Zuckerguss.
Tja, lieber Percy in meinem Plan steht, dass du Miss Wellesley liebst, aber ist das nicht auch dein Wille? ^^
Das war ein langes Kapitel, auch wenn ich nicht hundertprozentig zufrieden bin, brauche ich es als Grundlage für die Folgenden. Ob ihr bemerkt habt, was die Basis vom nächsten traurigeren Kapitel ist?
Bitte verzeiht mir, dass Percy sich wie ein tumber Troll benommen hat. Er war eben blind vor Liebe.^^
Und Arthur eben ein... außergewöhnlich liebender Vater.
Kann man es Gespräch nennen, was Arthur und Percy führten? War wohl eher ein großes Missverständnis. Ich hoffe Schokofroschkarte ist mir nicht böse...
Und was lernen wir daraus? Immer schön ehrlich sein.^^
Überhaupt, ich freue mich sehr, dass ich so romantische Leser habe.
Und dann auch noch die Güte haben, nur liebe Kommentare zu schreiben. Aber nach diesem Kapitel wird es Kritik hageln, ich bin mir sicher.
Und Philosopha ist alles, aber nicht langweilig, oder ist das auch nur eine Frage der Perspektive?^^
Ganz fulminante (glänzende) Grüße
Eure CathyWheeler
@ Rose_Weasley: Ich wohne in Berlin und meine Schule ist die einzige die so etwas macht. Ich bin ein Schulversuch^^
So viel ich weiß, gibt es in NRW aber noch mehrere Schulen dieser Art. Aber das hilft dir wahrscheinlich auch nicht viel weiter?
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel