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Fanfiction

A new spin on an old story - 3 – Durch Gingläser sieht jeder besser aus

von Nitsrek

3 - Durch Gingläser sieht jeder besser aus

Der Satz „Durch rosarote Brillengläser sieht jeder besser aus“ besagt, dass Menschen nur sehen, was sie auch sehen wollen. Hermine Granger wollte Draco Malfoy als ihren potentiellen Ehemann sehen. Draco Malfoy war damit zufrieden, Hermine Granger als einen seiner neuen besten Freundin zu sehen. Sie hätten beide ihre verdammten Brillengläser abnehmen und den anderen wirklich ansehen sollen, vielleicht würde sie das glücklicher machen!

Hermine stand an einem Dienstagnachmittag, drei Wochen nach Neujahr, mit Tränen in den Augen in ihrem Büro. Es war nach siebzehn Uhr und ein Großteil der Mitarbeiter des Tagespropheten war bereits gegangen. Harry klopfte an die Tür, sah, dass sie weinte und eilte zu ihr.

„Was ist los?“

„Ich habe mir meinen kleinen Zeh angestoßen!“, jammerte sie.

Er lachte, hielt ihren Arm fest und half ihr zum Stuhl. „Du solltest Schuhe tragen. Du streifst sie immer ab.“

„Halt den Mund, Harry!“ Sie versuchte, gegen den Schmerz anzukämpfen.

„Wie hast du es diesmal geschafft?“

„Ich bin an meinem Bücherregal vorbei gelaufen und, ich weiß auch nicht, hab einfach meinen Zeh angestoßen. Mir ist es gelungen, meinen kompletten Körper an dem verdammten Ding vorbeizukommen, aber ein so kleiner, praktisch unbedeutender Teil wie mein Zeh hat es nicht geschafft.“ Sie hielt ihren Fuß in ihren Händen.

„Soll ich ihn heilen?“

„Nein, du zauberst ihn vermutlich ab.“ Sie nahm ihren Zauberstab, heilte ihren gebrochenen Zeh und fragte ihn dann: „Was kann ich für dich tun, mein lieber Freund?“

„Du hast mich gebeten, eine sexy, gut aussehende Frau für dich zu suchen. Und das habe ich.“

In diesem Augenblick trat eine junge Reporterin in ihr Büro, die Augen weit aufgerissen, und trat mit einem „Oh, Verzeihung, Miss Granger!“ wieder aus dem Raum.

„Okay, besprechen wir einmal, warum du mit deinen Aussagen etwas spezifischer sein solltest, Harry. Jetzt denkt die junge Frau, ich wäre lesbisch. Das denken sowieso schon genug Leute. Und ich habe dich gebeten, eine Frau zu finden, die mit Malfoy ausgehen soll, nicht eine sexy, gut aussehende Frau.“

„Oh, denkst du denn nicht, dass er lieber mit einer ausgeht, die sexy ist und gut aussieht?“

„Er vielleicht schon, aber ich will das vielleicht nicht.“

„Du stehst auf ihn, oder? Warum sagst du es ihm nicht einfach?“

„Weil er nicht das selbe für mich fühlt, sonst hätte er vorgeschlagen, dass wir ausgehen.“

„Du könntest es vorschlagen! Du bist eine moderne, selbstbewusste Frau!“

„Hallo, kennst du mich? Ich bin nicht so selbstbewusst.“

„Du bist es, wenn es deinen Absichten dienlich ist. Jedenfalls heißt sie Pamela und wird ihn Freitag in diesem Restaurant treffen, von dem du mir erzählt hast, okay? Wen hat er dir als Date besorgt?“

„Keine Ahnung. Er hat sich heute nur übers Flohnetzwerk gemeldet und mir gesagt, dass mein ?Traumprinz' mich Freitagabend um Sieben abholt. Hoffentlich ist es wirklich ein Traumprinz und kein Albtraum.“

„Oder eine Schlaftablette“, lachte Harry. Er nahm ein Stück Pergament von ihrem Schreibtisch. „Ein weiterer Artikel von deinem geheimnisvollen Schreiberling?“

„Ja, und er ist sehr gut. Mein letzter Artikel handelte davon, dass Männer anfangs immer nur auf die Oberfläche und das Körperliche schauen, und seine Antwort war, dass Frauen das auch noch anschüren mit all den Haarverlängerungen, falschen Brüsten, falschen Wimpern usw. Er meinte, dass Männer nach unserem wahren Ich suchen würden, wenn wir ihnen unser wahres Ich zeigen würden. Er ist wirklich lustig und charmant. Ich wünschte, ich wüsste, wie er heißt. Ich würde für ihn vielleicht meinen zukünftigen Ehemann, Draco, aufgeben.“

„Sag das nur nicht deinem zukünftigen Ehemann. Weiß irgendjemand, dass du die andere Autorin bist?“

„Nein, und das will ich auch nicht, also mach keine Andeutungen, Harry. Ich will nicht, dass es irgendwer erfährt.“

„Hör dir diese Stelle an:“, sagte Harry, während er den Artikel nahm und laut vorlas, „Frauen tun so, als wären sie mutig und offen gegenüber allem, aber sie bemerken es nicht einmal, wenn man andeutet, dass man mit ihnen ausgehen will. Ich habe einmal einer Frau erzählt, dass ich eine hervorragende Lasagne koche und sie sagte, ich solle ihr irgendwann einmal das Rezept geben. Ich wollte, dass sie fragt ?Wie wäre es, wenn du sie einmal für mich kochst?'“ Harry kicherte. „Das ist typisch, Hermine. Frauen sind manchmal blind.“

„Sagt der verheiratete Mann und Vater zweier Kinder. Raus aus meinem Büro, ich muss nach Hause.“

„Warum, erwartet dich dein Kater heute früher zu Hause?“, fragte er lächelnd.

„Ich hasse dich.“

„Nein, tust du nicht“, lachte er. Er bückte sich, küsste sie auf die Wange und lief zur Tür.

Sie beschloss, gleich nach Hause zu gehen, weil... nun ja, ihre Katze sie daheim erwartete, aber das hatte nichts damit zu tun.

Sie kam an ihrer Wohnung an und entschied sich, Lasagne zu kochen. Sie hatte seit Längerem keine gegessen und der Artikel des geheimnisvollen Schreibers hatte ihren Appetit angeregt. Sie öffnete ihr Muggelkochbuch und begann mit dem Rezept. Die Nudeln waren gerade fertig und sie wollte sie absieben, als es an der Tür klopfte. Die Kaserole glitt aus ihren Händen und die Nudeln landeten in der Spüle statt im Sieb. Sie fluchte lautstark und ging zur Tür, zwei Ofenhandschuhe über die Hände gestreift. Sie öffnete unter Schwierigkeiten die Tür und auf der Schwelle stand kein Geringerer als Mr. Hermine Granger in Person, Draco.

„Was willst du, Draco Malfoy?“, fragte sie auf dem Rückweg in ihre Küche.

Er folgte ihr. „Ich freue mich auch, dich wieder zu sehen.“

„Tut mir Leid, ich hatte nur gerade einen Nudelunfall.“ Sie betrachtete ihre Spüle.

„Hast du deswegen deine Hände verbunden?“ Er zog die Ofenhandschuhe von ihren Händen. „Ich sehe kein Problem.“

„Die Nudeln liegen im Spülbecken!“

„Dann hol sie raus.“

„Die Spüle ist dreckig.“

„Oh, um Himmels Willen!“ Er nahm eine Nudelzange und gab die Nudeln in das Sieb. Er spülte sie ab und sagte, „Wo ist deine Lasagneform?“

Sie zeigte auf den Tisch. „Als Erstes muss eine Schicht Sauce in die Form“, erklärte er.

„Oh, stimmt.“ Sie nahm ihre Sauce und kippte ein wenig davon in die Form. Er legte eine Schicht Nudeln darauf.

„Käse?“

„Schüssel“, antwortete sie und deutete darauf. Er gab etwas Kopf über die Nudeln und gab dann wieder etwas Hackfleischsauce darüber.

„Du scheinst das schon einmal gemacht zu haben“, sagte Hermine.

„Oh, ja. Ich koche eine hervorragende Lasagne, du solltest sie einmal probieren.“

„Wo liegt der Unterschied zu meiner?“

„Zum einen benutze ich keinen Ricotta-Käse, sondern eine Mischung aus Hüttenkäse, Parmesan und Mozzarella, und ich benutze italienische Wurst. Wirklich, sie würde dir schmecken.“

„Ich werde es auch einmal so probieren“, antwortete sie. Er lachte. Sie bemerkte gerade, dass sie, wie auch der geheimnisvolle Schreiberling behauptet hatte, blind war. „Oder vielleicht kochst du sie einmal für mich.“ Da, sie konnte mutig sein.

„Ach, ich werde dir einfach das Rezept geben.“ Sie runzelte die Stirn. Sie wollte ihrem neuen Autoren sagen, dass auch Männer blind sein konnten.

Er stellte die Lasagne in den Ofen. „Ich bin aus einem bestimmten Grund hier. Du hast um etwas mehr Zeit bei unserem kleinen Projekt gebeten und ich habe dir jetzt zwei Wochen gewährt. Hast du nun endlich ein Date für mich gefunden oder nicht?“

„Nicht ganz, Harry hat es gefunden.“

„Nein!“, jammerte er. „Sie trägt wahrscheinlich eine Brille und hat eine entstellende Narbe!“

„Ich glaube nicht, dass er Brillen und Narben so anziehend findet.“ Sie lehnte sich an ihren Schrank.

„Wahrscheinlich schon, immerhin weiß jeder, dass er sich selbst liebt.“

„Dann liebst du wohl oberflächliche Blondinen, die sich selbst anbeten“, sagte sie mit einem Seitenhieb auf ihn.

„Nicht zwangsläufig, es können auch oberflächliche, selbstverliebte Brünette sein. Warum hast du niemanden gefunden? Das war die Abmachung und ich habe dir sogar Aufschub und alles gewährt!“

„Ich kenne nicht viele allein stehende Frauen, und wenn das jetzt nicht deine Miss Right ist, werden wir unsere Vereinbarung abändern müssen, weil ich sie so nicht erfüllen kann.“ Sie öffnete die Ofenklappe, blickte prüfend hinein und schloss sie wieder. „Wollen wir gemeinsam zu Abend essen?“ Er würde wahrscheinlich nein sagen.

„Sicher, warum nicht, ich habe nichts Besseres vor.“

Klasse, sie war seine erste Wahl, wenn er nichts Besseres vorhatte. Hätte er nein gesagt, wenn er seine Zehennägel schneiden oder seine Socken hätte stopfen müssen? „Naja, es wird noch 90 Minuten dauern. Würde es dir etwas ausmachen, später wieder zu kommen?“

Er lachte. „Du bist so eine warmherzige Gastgeberin.“

„Nur, weil ich noch duschen muss, Draco Malfoy. Ich habe mich komplett mit Sauce bekleckert.“ Sie deutete auf ihre Bluse.

„Und ich dachte, dass dich vielleicht jemand erstechen wollte oder so was.“ Er blickte auf ihre rot gefleckte Bluse. Er berührte den Fleck. Sie fühlte sich ganz benebelt, nur weil seine Hand ihrer Haut nahe war. „Sicher, ich bin in einer Stunde wieder da. Soll ich Wein mitbringen?“

„Ich trinke nicht.“

„Deswegen hast du keinen Mann“, sagte er mit einem Lächeln. „Ist dir noch nie aufgefallen, dass betrunkene Menschen immer in Begleitung nach Hause gehen?“

„Ja, mit anderen Betrunkenen, und dann erinnern sie sich nicht mal mehr an die Nacht zuvor, wenn sie am nächsten Morgen aufwachen. Durch gin-farbene Brillengläser sieht jeder besser aus, Draco Malfoy.“

„Ich glaube, richtig heißt es ?Durch rosarote Brillengläser sieht jeder besser aus'.“

„Wenn derjenige betrunken ist, sind es Gingläser.“ Sie betrat ihr Badezimmer. Er folgte ihr.

„Hey, stehengeblieben, Kumpel“, hielt sie ihn auf, als er ihr ins Zimmer folgte.

„Tut mir Leid, ich hatte fast vergessen, dass du ein Mädchen bist“, lachte er. „Seitdem wir befreundet sind sehe ich dich als einen von den Jungs.“

Sie warf ihm einen bösen Blick zu und schubste ihn vor die Tür. „Du bist ein dummer Mann, Draco Malfoy, und vielleicht werde ich dich jetzt nicht mehr heiraten.“

„Aber du liebst mich trotzdem“, lachte er, offensichtlich einen Witz machend. Sie schloss die Tür.

„Wenn du wüsstest“, sagte sie sanft, während sie das Wasser in der Dusche andrehte.

Er ging zurück in seine Wohnung und beschloss, selbst zu duschen. Er lächelte, als er daran dachte, wie verärgert sie bei der „einer-von-den-Jungs“-Bemerkung ausgesehen hatte. Tatsächlich dachte er nicht so. Er fragte sich, ob sie wegen dem Artikel, den er ihr geschickt hatte, Lasagne machte. Er war sich sicher, dass sie noch nicht wusste, dass sie von ihm waren. Er fragte sich, wer die Gegenartikel schrieb. Er hätte nichts dagegen, diese Frau zu treffen. Vielleicht könnte Hermine ihn mit ihr verkuppeln. Er würde es beim Essen vorschlagen.

Er fragte sich auch, warum Granger keinen Mann hatte. Sie war hübsch, klug und umwerfend komisch. Er würde ihr sogar eine Chance geben, wenn er glauben würde, dass sie ihn wirklich mochte. All dieses Gerede, dass sie ihn eines Tages heiraten würde, war eindeutiger Beweis, dass sie ihn nur als Freund sah, denn wer würde so etwas schon zu einem Menschen sagen, für den er Gefühle hatte?

Er hatte festgestellt, dass er die letzten paar Wochen fast jeden Abend mit ihr verbracht hatte und wunderte sich wirklich, warum sie keinen Mann hatte.

Er zog sich aus und drehte langsam die Dusche an, als er sie singen hörte. Er lief zum Heizungsrohr an der Decke. Es war direkt unter dem Rohr in ihrem Boden. Er konnte fast jedes Wort verstehen, das sie sang. Er hatte niemals bemerkt, dass er Mike hören konnte, wenn er im Bad war. Natürlich hatte er wohl nie gesungen. Sie hatte eine schöne Stimme.

Er fing an, zu duschen und dachte nach. Hermine Granger war ein Rätsel. Sie war ein Rätsel, das weder leicht zu erklären noch zu verstehen war. Sie war so selbstbewusst, aber gleichzeitig wirkte sie unsicher. Wie konnte eine Frau beides zugleich sein? Er war froh, dass sie nun gut miteinander auskamen. Er ist noch nie mit einer Frau befreundet gewesen. Er hatte seine Dates nicht einmal im Ansatz als Freunde betrachtet. Er hatte Potter und Weasley beneidet, weil sie ein Mädchen als besten Freund gehabt hatten. Er hatte immer gedacht, dass das schön wäre. Vor Jahren hatte er sie ein wenig beneidet, weil er in der vierten Klasse eine Schwäche für sie hatte, aber das lag lange Zeit zurück.

Ja, jetzt war er glücklich, dass er sie als Freund bezeichnen konnte. Sie war ein Mädchen, bei dem er er selbst sein konnte, nicht charmant sein, Spielchen spielen und ständig auf der Hut sein musste. Jemand, bei dem man entspannen konnte und dem man nah sein konnte, so wie er es bei seinen männlichen Freunden einfach nicht tun konnte, ohne als 'schwul' eingestuft zu werden. Er konnte mit ihr reden, ohne sie bezirzen zu müssen. Alles in allem war er froh, sie als Freund zu haben. Und obendrein sang sie auch noch gut. Er hoffte, sie konnte gut kochen. Das wäre jedoch zu viel verlangt, dachte er.

Er stieg die Treppe hinauf, eine Flasche Wein in der Hand. Er überprüfte noch einmal seine Erscheinung. Er hatte eine dunkle Hose und ein weißes Hemd mit Knöpfen gewählt. Er trug sogar eine graue Krawatte. Plötzlich bemerkte er, dass er wie für ein Date angezogen war. Das hier war Granger! Kein Date! Er rannte die Treppen wieder hinunter, um sich umzuziehen.

Hermine stand hin- und hergerissen vor ihrem Kleiderschrank. Sie wollte hübsch für ihn aussehen, wollte jedoch nicht, dass er glaubte, es wäre für sie mehr als ein freundschaftliches Essen mit einem Freund. Oh, warum, warum konnte es kein Date sein? Sie entschied, ihren freiberuflichen Schreiber-Freund glücklich zu machen, die Sache direkt anzupacken und sich etwas Hübsches anzuziehen. Ein schönes, schwarzes Kleid, ärmellos, bis zu den Knien, geschmackvoll und unauffällig, sollte die richtige Wahl sein. Sie ließ ihre Haare offen, und legte Diamant-, nein, goldene Ohrringe an. Vielleicht würde er mehr in ihr sehen als nur eine Freundin. Sie konnte immer noch hoffen. Der Ofenwecker erklang zeitgleich mit der Türklingel.

Sie lief zuerst zum Ofen, zog die Handschuhe an, nahm die Lasagne heraus und rannte dann zur Tür. Sie öffnete sie, wieder unter erschwerten Bedingungen, die Handschuhe immer noch an den Händen.

Ihr Gesicht entgleiste, als sie ihn sah. Er trug Jeans und ein graues T-shirt, Turnschuhe, und sie war angezogen, als würde sie ausgehen wollen.

Er trat ein und nahm ihr wieder die Ofenhandschuhe ab. „Wein“, sagte er, lief ins Esszimmer und beobachtete, wie sie wieder in die Küche rannte. Verdammt, sie war so zurecht gemacht. Dachte sie, sie hätten eine Verabredung oder so etwas? Sicher nicht.

Hermine betrat die Küche, befreite das Baguette aus seiner Verpackung, hob das lange Stück Brot in ihrem Frust und ihrer Verlegenheit darüber, dass sie im "Date-Modus" erwischt worden war, wo er doch scheinbar völlig zufrieden mit dem „Freundschafts-Modus“ war, und schlug es auf die Theke. Bumm, bumm, bumm; und das Brot flog ihr um die Ohren.

Er stand verwirrt in der Tür. „Was hat das Brot dir je getan, Granger?“

Sie drehte sich um, die Hälfte des Brotes in Stücken auf dem Boden, die andere Hälfte in ihrer Hand. „Ich habe eine Spinne gesehen.“

„Und da hast du beschlossen, das Brot zu töten?“

„Ich habe beschlossen, die Spinne mit dem Brot zu erschlagen“, log sie.

Er schüttelte ungläubig den Kopf und ging zurück ins Esszimmer, wo er es endlich bemerkte. Schönes Geschirr, Weingläser, oh nein, sogar Kerzen. Oh Gott, wie hatte er sich in ihr so täuschen können? Sie dachte wirklich, sie hätten ein Date. Er wusste nicht einmal, was er denken oder sagen sollte. Sie steckte ihren Kopf zur Tür rein. „Noch eine Minute.“

Sie kam in Jeans und einem weißen T-shirt zurück. Sie räumte das Geschirr und die Kerzen weg, alles direkt vor seiner Nase. Sollte er etwas sagen? Sollte er fragen, „Dachtest du, wir hätten ein Date?“

Er musste jedoch nichts sagen, da sie es tat. „Ich hatte heute Abend ein Date, daher die Lasagne, doch ich wurde versetzt, weswegen ich dich eingeladen habe. Ich hätte dieses Kleid für mein Date angezogen und jetzt habe ich es trotz allem angezogen, aber im letzten Moment kam ich mir dann doch komisch vor und hab mich umgezogen.“ Sie blies die Kerzen aus. „Setz dich, ich hole das Essen.“

Er wusste nicht, ob er ihr glauben sollte oder nicht, aber er wollte es. Er mochte sie nicht auf diese Art, oder? Er wollte ihre Freundschaft. Er brauchte sie. Er wollte diese vorsichtige Freundschaft, die gerade erst begonnen hatte, nicht riskieren. Sie mochte ihn sicher auch nicht auf diese Art.

In diesem Moment klopfte es an der Tür.

Draco öffnete sie und davor stand der Mann von Neujahr, Joe Mullins, mit einer Schachtel Süßigkeiten und Blumen. „Ist Hermine da?“, fragte er.

„In der Küche“, antwortete Draco zaghaft. Hatte sie wirklich ein Date? Mit diesem Typen? Draco dachte, dass der Kerl schwul war.

Joe lief an Draco vorbei in die Küche. Er schloss die Küchentür. „Hallo! Draco ?der zukünftige Vater von Hermines Kindern' Malfoy ist in deiner Wohnung!“

„Hey, Joey“, sagte sie und schnitt die Lasagne. Sie und Joe hatten sich seit Neujahr eng miteinandern angefreundet. Sie mochte ihn sehr und er war einfach das, was sie brauchte. Er war wie die Freundin, die sie nie gehabt hatte. „Ja, ich weiß, aber er ist nur als Freund hier“, seufzte sie. Sie erzählte ihm ziemlich schnell alles über den Artikel, das schwarze Kleid, das Baguette und ihre Lüge. Dann fragte sie, „Was tust du hier?“

„Nun, ich hatte ein Date, aber glaub es oder nicht: Er hat MICH versetzt, also warum spiele ich nicht dein Date und wir machen den Kerl eifersüchtig und so?“ Er zwinkerte.

„Das wäre nicht nett und außerdem weiß er, glaube ich, dass du schwul bist.“

„Ich kann hetero spielen; steck mich nicht in deine Schubladen, Hermine. Ich werde deinen Ansichten nicht entsprechen“, scherzte er. „Ich kann sein, wer und was immer ich will.“

„Gut, sei mein Date, Liebling.“ Sie nahm das Essen und machte sich auf den Weg zum Esszimmer. Draco saß am Kopfende des Tisches und beäugte Joe misstrauisch.

„Draco, erinnerst du dich noch an Joe Mullins von der Neujahrsfeier? Mikes Freund? Er ist der, von dem ich dachte, dass er mich versetzt hätte, aber anscheinend hat er es sich im letzten Moment doch noch anders überlegt.“

Joe lächelte und küsste sie auf die Wange. „Es war nur ein Missverständnis. Ich musste lang arbeiten, das ist alles“, erklärte er lächelnd. „Soll ich noch einen Teller holen?“

Draco stand auf. „Hört mal - wenn ihr zwei ein Date habt, sollte ich gehen.“

„NEIN!“, riefen Joe und Hermine gleichzeitig.

Hermine warf Draco einen merkwürdigen Blick zu, den er nicht so recht zu deuten wusste, doch er hatte das Gefühl, dass sie nicht mit diesem Typen allein sein wollte. Okay, Freunde passten aufeinander auf, oder? Er würde bleiben und diesem Kerl genau sagen, was er davon hielt, dass er seine Freundin versetzt hatte. Das würde Potter wahrscheinlich tun, und er betrachtete sich selbst als ebenso guten Freund wie den verdammten Sankt Potter.

Nach dem Abendessen setzte sich das Trio zum Weintrinken ins Wohnzimmer. Hermine hatte bereits zwei Gläser getrunken, zwei Gläser mehr als normalerweise. Sie fühlte sich schläfrig und entspannt und ein bisschen aufgedreht. Draco setzte sich an das eine Ende der Couch und als sie sich rückwärts auf das Möbelstück plumpsen ließ, setzte sie sich versehentlich auf seinen Schoß, ohne zu merken, dass er sich zuvor dort hingesetzt hatte. Sie schämte sich in Grund und Boden!

Sie konnte zwei Dinge tun: Sie konnte entweder aufspringen und vor Scham schreiend aus dem Raum rennen oder sie konnte so tun, als wollte sie sich von Anfang an auf seinem Schoß setzen. Ihr blieb eine Sekunde für die Entscheidung. Sie drehte sich zu ihm um. „Hast du was dagegen, wenn ich mich zu dir setze?“ Dann lachte sie. Wein war lustig. Er verursachte ein neues Gefühl in ihr. Hermine ohne zwei Gläser Wein wäre heulend aus dem Zimmer gerannt.

Draco lachte tatsächlich und legte seine Arme um sie. „Nein, mach es dir bequem.“

Joe dachte auch, dass Hermine sich gut mit dem Wein vertrug. Er beschloss, sich einen Spaß zu erlauben. „Weißt du, du solltest eigentlich mein Date sein, vielleicht solltest du dich auf meinen Schoß setzen.“

„Aber Malfoy ist so bequem.“

„Komm schon, runter von ihm“, sagte Joe mit seiner männlichsten Stimme.

Oh, fahr zur Hölle!“ Ihr machte es auch Spaß, etwas vorzugaukeln. „Wir wissen beide, dass du mich für eine andere Frau versetzt hast! Ich habe bei dir im Büro angerufen, weißt du, und deine Sekretärin hat es mir erzählt!“

Joe lächelte beinahe. Er war Friseur. Sein Büro war ein Salonstuhl. „Komm schon, Süße, ich kann mit mehreren Frauen zugleich ausgehen.“

Draco mochte diesen Kerl nicht, egal, ob schwul oder hetero. Joe lief zu ihnen und zog an ihren Armen. „Runter von seinem Schoß, Mädchen!“ Er brach fast in Lachen aus. Hermine zwinkerte ihm zu.

Er zog sie mit sich zur anderen Seite der Couch, setzte sich und zog sie auf seinen Schoß.

Draco stand auf. „Ich denke, du solltest gehen.“

„Das hier ist meine Wohnung“, sagte Hermine ernsthaft.

Draco rollte mit den Augen. „Ich meinte dein verdammtes Date.“ Joe verstand den Wink. Draco war ein wenig eifersüchtig. Er würde die beiden bis zum Ende des Jahres heiraten sehen, das schwor er bei seinem Leben. Im Moment sah es jedoch aus, als würde er jetzt gleich sterben, da Dracos Gesicht rot vor Zorn war.

Er entschied, unhöflich zu sein. Er schubste Hermine ziemlich hart von seinem Schoß und stand auf. Sie purzelte auf den Boden und blickte zu ihm auf. „Aua!“

Draco stieg über sie drüber. „Wirklich, verlass mein Haus!“

„Es ist ihr Haus.“

„Ihr Haus ist in meinem Haus.“ Er hatte genug von diesem Trottel.

Joe neigte sich zu Hermine. „Bis später, Süße.“ Er pfiff den ganzen Weg zur Tür.

Draco zeigte auf die Tür, nachdem sie sich geschlossen hatte. „Ernsthaft, Granger, du könntest doch etwas Besseres finden! Merlin sei Dank hast du mich! Ich werde einen anständigen Mann für dich finden!“

Hermine fühlte sich plötzlich traurig. War Draco nicht gut genug für sie? Sie versuchte, zu gerade zu stehen. „Ja, Gott sei Dank.“ Sie machte sich auf den Weg in ein anderes Zimmer und er stützte sie mit einer Hand an ihrem Rücken.

„Zwei Gläser Wein und du bist derart betrunken?“, fragte er amüsiert.

„Ich vertrage keinen Alkohol, Draco Malfoy. Deshalb trinke ich auch sonst nicht.“

Er führte sie in ihr Schlafzimmer. „Geh ins Bett, Granger. Ich räume in der Küche auf, okay?“

„Draco Malfoy, darf ich dich etwas fragen?“ Sie setzte sich auf ihr Bett. Er lächelte, ging zu ihr und legte eine Hand auf ihre Schulter.

„Ja, Hermine Granger?“

„Hast du heute Abend etwas getrunken?“

„Ich hatte auch zwei Gläser Wein“, sagte er, immer noch lächelnd.

„Und trotzdem, auch durch die weinfarbenen Gläser, siehst du immer noch nicht gut, nicht wahr?“ Sie fiel auf ihren Rücken und schloss die Augen.

Was meinte sie damit?

+++++

Hier nun Kapitel 3. Vielen Dank wie immer an Heily!
LG
Nitsrek


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