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Fanfiction

A new spin on an old story - 4 - Ein Spatz in der Hand könnte dich ankacken

von Nitsrek

4 - Ein Spatz in der Hand könnte dich ankacken

Hermines Großmutter hatte immer gesagt „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“. Als sie jünger war, hatte sie nie verstanden, was das bedeuten sollte, doch jetzt verstand sie. Es bedeutete, für das dankbar zu sein, was man hatte, unabhängig davon, was es war, denn es war immer noch besser als das, was man will aber nicht hat. Hermine wollte Draco Malfoy, doch er war nicht in ihrer Hand, sondern auf ihrem Dach. Natürlich nicht wortwörtlich, das wäre merkwürdig, aber er war unerreichbar. Also musste sie für das dankbar sein, was sie hatte, was zurzeit absolut nichts war.

Deshalb: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach, es sei denn, der Spatz hat dich angekackt. Hermine hatte das Gefühl, das ihr genau das passiert war. Der Spatz in ihrer Hand hatte sie komplett angeschissen.

Ihr Date holte sie um Punkt 19 Uhr ab. Er sah sehr gut aus. Wirklich, er war sehr attraktiv und anscheinend dachte er, dass er zum Stich kommen würde. Er versuchte die ganze Nacht, sie anzugrabschen oder zu küssen. Sie kämpfte permanent dagegen an und war dann am Ende des Abends müde.

Er lud sich selbst in ihr Haus ein. Gut, er konnte sie zur Tür bringen. Er versuchte, sich IN ihre Wohnung einzuladen. Endlich schob sie einen Riegel vor. Er versuchte, den Wangenkuss, den sie ihm anbot, zu einer ausgewachsenen Knutsch-Session in ihrem Flur umzuwandeln. Sie schubste ihn schließlich so fest, dass er nach hinten fiel und auf seinem Hintern landete. Sie lief in ihre Wohnung, knallte die Tür zu, verschloss sie und entschied, dass sie Draco Malfoy das nächste Mal, wenn sie ihn sah, umbringen würde. Dann fiel ihr ein, dass sie ja keinen Toten heiraten konnte, also würde sie ihn nur verstümmeln.

Sie zog sich etwas Bequemeres an (okay, ihren Schlafanzug, aber der war bequem), setzte sich an ihren Esszimmertisch, der schnell zu ihrem Büro wurde, und beschloss, einen weiteren Artikel unter ihrem Pseudonym zu schreiben. Ihre Artikel, zusammen mit denen des geheimnisvollen Schreibers, wurden schnell zu den meistgelesenen Artikeln des Propheten. Der Herausgeber war sehr zufrieden. Es wusste immer noch niemand, dass sie die Autorin der Artikel war und sie kannte die Identität des anderen Autors genauso wenig. Sie schrieb ihren Artikel in eine Ausgabe und druckte seine Antwort in der darauf folgenden ab. Er war das Yin zu ihrem Yang. Er war die rechte, sie die linke Hand.

Sie würde für diesen Mann beinahe ihren Kampf um ihren zukünftigen Ehemann, Draco Malfoy, aufgeben.

Sie schrieb über ihr grauenhaftes Date. Sie beschrieb, dass 'nein' für Männer manchmal 'vielleicht' bedeutete, obwohl es für die Frau tatsächlich 'nein' hieß. Sie schrieb, dass ein Mann nicht probieren sollte, eine Frau zu küssen, nachdem sie ihn geohrfeigt hat. Man tat so etwas einfach nicht und es war verdammt unhöflich. Sie schrieb davon, dass Männer manchmal ihren Charme spielen ließen, dann zu Schlangen wurden und die Frau sollte plötzlich eine Schlangenbeschwörerin sein. Ihr Rat an die Männer war, sich nicht zu verstellen. Wenn sie Schlangen waren, sollten sie Stolz auf ihre Schuppen sein und sie auch dementsprechend zeigen. Ihr Rat an die Frauen war, dass sie, wenn sie einer Schlange begegneten, dieser mit ihren hochhackigen Schuhen den Kopf zertrümmern und so schnell davon laufen sollten, wie ihre Absätze es zuließen, ohne sich einen Knöchel zu brechen.

Sie beendete ihre Tirade, neugierig, welche Antwort sie dem mysteriösen Schreiber auf ihren Artikel entlocken würde, und ließ ihn auf ihrem Esszimmertisch liegen. Sie fütterte ihren Kater und beschloss, schlafen zu gehen, als es an der Tür klopfte.

Sie schwor, dass sie, sollte die Schlange zurückgekehrt sein, nicht nur seinen Kopf zertrümmern, sondern ihm auch noch alle Schuppen ausreißen würde.

Es war Draco.

Verdammt.

„Hi, Draco Malfoy. Du kommst einen Tag zu früh zu unserem Treffen“, erinnerte sie ihn.

Er sah sie verwirrt an. „Oh, ich weiß, wir wollten uns morgen treffen und unsere Verabredungen besprechen, aber ich habe von außen gesehen, dass bei dir noch Licht brennt und wollte unbedingt mit dir sprechen.“

„Oh, wirklich? Es ist also so gut gelaufen?“, fragte sie, lief ins Wohnzimmer und zog dabei Grimassen, die er nicht sehen konnte.

Er schloss die Tür und setzte sich auf ihr Sofa, wo er seine Krawatte lockerte. „Nein, ganz im Gegenteil. Wo hat Potter diese Sumpfkuh aufgegabelt?“

„Du mochtest sie nicht?“ Jetzt war sie interessiert.

„Überhaupt nicht. Sie mochte mein Geld und das war es dann auch. Das waren ihren einzigen Gesprächsthemen: Mein Geld, mein Haus, was für ein Auto ich fahre, wie viele Kinder ich eines Tages will“, beklagte er sich.

Sie lächelte. Frauen sollten bei der ersten Verabredung niemals von Kindern sprechen. Das war Selbstmord. „Wie viele Kinder willst du denn einmal haben?“, fragte sie aus Neugier. Sie wollte drei.

„Ich denke, drei.“ Sie konnte ihr Grinsen kaum unterdrücken.

„Ich habe nicht das geringste Mitleid mit dir, weil dein Date sicher immer noch besser war als meins.“

„Was? Patrick war kein gutes Date? Ich habe mit ihm zusammen gearbeitet und er hat einen wirklich guten Eindruck gemacht.“

„Sicher war er ein toller Kerl, ein perfekter Gentleman, wenn man mal außer Acht lässt, dass er mich nach dem Date fast auf meiner Türschwelle vergewaltigt hat. Er dachte, er würde bei unserem ersten Date einen Treffer landen, Draco Malfoy.“ Sie lehnte sich über die Couch und stach ihm mit dem Finger in die Brust.

„Tut mir wirklich Leid, Hermine. Ich dachte, er wäre echt in Ordnung. Seine Ex-Frauen erzählen nur Gutes“, lachte er.

„Hast du überhaupt versucht, einen anständigen Mann für mich zu finden?“ Sie streckte ihre Beine auf dem Sofa aus, ihr Rücken an der Armlehne.

Mit einer überraschenden Bewegung hob er ihre Füße auf seinen Schoß. Geistesabwesend streichelte er ihre Beine. „Ich schwöre, dass ich mich das nächste Mal mehr anstrenge. Ich hätte bei meinem ersten Date mit Pamela ins Bett steigen können, aber ich hatte die Befürchtung, mir irgendeine Krankheit einzufangen.“

Sie war sich nicht sicher, ob sie ihn richtig verstanden hatte. Ihr Körper glühte. Seine Berührungen fühlten sich himmlisch an, und dennoch schien es, als wäre ihm nicht einmal bewusst, was er tat. Sie erinnerte sich daran, dass er sie nur als Freunde sah und versuchte, seine Bewegungen zu ignorieren. Harry berührte sie manchmal so, Ron auch, und es bedeutete nichts, also warum sollte das hier anders sein?

Sie streckte sich noch etwas mehr aus. Sie mochte es, wenn er sie berührte. Er begann, ihre Füße zu massieren. Ahhh, sie fühlte sich so entspannt, dass sie beinahe die Schlange von vorher vergaß.

Schließlich sprach sie. „Es wird kein nächstes Mal geben, Malfoy. Ich suche mir selbst meine Verabredungen, oder eben keine, je nachdem, wie die Sache liegt.“

„Noch einmal, okay? Ich versuche wirklich, jemand Tollen für dich zu finden, und du strengst dich an, jemanden zu finden, den du zumindest kennst, okay?“ Er drückte ihre Füße ein letztes Mal, hob sie hoch und stand auf. Sie drehte sich auf die Seite und schloss ihre Augen. Er beugte sich über sie, um sie anzusehen. Sie war sich schmerzhaft bewusst, dass er sie anstarrte und begann, sich unbehaglich zu fühlen. Er fand, dass sie süß aussah, wenn sie schlief. Er musste jemanden finden, der sie verdiente. Er stand auf und durchquerte ihr Esszimmer, um sich ein Glas Wasser zu holen.

Er lachte, als er ihren mit Arbeit beladenen Esstisch sah. Er hob ein Stück Pergament hoch und las es. Es war ein Artikel seiner 'kleinen Schwärmerei'. Sie editierte ihn wohl. Wie interessant. Er wusste bereits, was er antworten würde. Er legte den Artikel zurück auf den Tisch, nachdem er ihn gelesen und zwei Grammatikfehler verbessert hatte, und holte sich sein Wasser.

Als er zurück ins Wohnzimmer kam, war sie tief eingeschlafen. Er nahm eine Decke von der Rückenlehne des Sofas, breitete sie über ihren Körper aus und bückte sich, um sie auf die Wange zu küssen. Er strich ihr die Haare aus den Augen. Er hatte plötzlich sündige Gedanken über sie, zügelte sie jedoch schnell. Nein, sie war eine Freundin und nicht mehr. Sie wollte nicht mehr und er genau so wenig. Er würde nicht riskieren, seine einzige weibliche Freundin zu verlieren, vor allem nicht, nachdem er so lange darauf gewartet hatte, dass sie ihn auf diese Art mochte.

Er verließ das Appartement und betrat sein eigenes. Er setzte sich in dem noch dunklen Zimmer in einen Sessel und versuchte, in ihr nichts anderes zu sehen als eine Freundin. Es hatte eine Zeit gegeben, als er mehr gewollt hatte, aber diesen Traum hatte er schon vor langer Zeit begraben. Jetzt, wo sie befreundet waren, erkannte er, wie besonders sie war. Er wusste nun, warum Potter und Weasley sie all die Jahre so beschützt hatten, andererseits trotzdem so von ihr abhingen. Er war in nur ein paar Wochen schon von ihr abhängig geworden.

Er stellte fest, dass sie die erste Person war, die er nach der Arbeit sehen wollte, die erste, der er Neuigkeiten mitteilen wollte oder der er einen neuen Witz erzählen wollte. Verdammt, sie war so klug, dass es ihm Angst machte. Er hatte noch nie so empfunden. Sie als Freund zu haben war der größte Schatz, den er je besessen hatte, und er war sich einer Sache sicher: Er würde es nicht durch flüchtige Gedanken über eine Beziehung mit ihr verhunzen, vor allem, da jede sexuelle Beziehung, die er je mit einer Frau geführt hatte, entzwei gegangen war und er nicht wollte, dass das zwischen ihnen passierte. Er beschloss, zu Bett zu gehen und versuchte angestrengt, nicht an ihr weiches Haar oder ihr hübsches Gesicht zu denken.

Hermine saß ein paar Tage später in ihrem Büro und lachte lautstark über den Artikel, den ihr ihr geheimnisvoller Schreiberling geschickt hatte. Es waren die zehn Do's and Dont's für ein erfolgreiches erstes Date. Der Mann traf den Nagel dermaßen auf den Kopf, dass es schon unheimlich war. Als hätte er in ihr Herz gesehen und aufgeschrieben, was sie dachte. Sie legte ihn beiseite, als sie hörte, wie es an ihrer Tür klopfte.

„Herein.“ Sie bückte sich um ihre Schuhe zu suchen und sie anzuziehen.

„Hermine Granger?“, fragte eine männliche Stimme. Sie hob ihren Kopf - sie hatte nur einen Schuh gefunden.

„Ja?“, fragte sie. Wow, dieser Mensch sah gut aus, fast so gut wie ihr zukünftiger Ehemann, Draco Malfoy.

„Du erinnerst dich nicht mehr an mich, oder?“

„Du siehst irgendwie vertraut aus“, antwortete sie ehrlich.

„Michael Corner, wir waren zusammen in Hogwarts“, sagte er mit einem Lächeln. Weiße Zähne, groß, dunkle Haare, ja… sie könnte ihren zukünftigen Ehemann für diesen hier vergessen. Sie stand auf und bot ihre Hand an. Er schüttelte sie. Da, sie hatte diesen Mann in der Hand, wortwörtlich, und Draco versteckte sich immer noch irgendwo auf dem Dach versteckt. Sie ließ seine Hand los und er fragte, „Kriege ich denn keine Umarmung? Wir sind all diese Jahre zusammen zu Schule gegangen und ich bekomme wirklich nur einen Händedruck?“

Er lief um ihren Schreibtisch herum und umarmte sie vorsichtig. Sie war erschüttert, aber nicht erstarrt. Wow, Michael Corner.

„Wow, Michael Corner“, sagte sie schließlich laut. Er deutete auf ihren einen angezogenen Fuß.

„Zahlt dir die Zeitung nicht genug für zwei Schuhe?“

„Oh, ich ziehe sie für gewöhnlich aus, weil ich Schuhe nicht leiden kann“, gab sie zu. Sie griff nach dem anderen und als sie sich wieder aufrichtete, bemerkte sie, dass er sie musterte. Interessant. „Was kann ich für dich tun, Michael?“

„Ich soll dir eine Frage stellen.“ Er lächelte.

„Oh, wirklich? Na, dann frag mal los.“

„Bin ich okay?“

„Wie bitte?“, fragte sie verwirrt.

„Draco Malfoy schickt mich. Ich bin anscheinend dein 'Blind' Date für diesen Freitagabend und ich soll vorher sicherstellen, dass ich okay bin. Ich darf dich außerdem nicht bis zu deiner Tür begleiten, deine Hand halten oder dir einen Gute-Nacht-Kuss geben, wenn ich überhaupt in Frage komme“, erklärte er mit einem Lächeln.

„Wow, Michael Corner“, wiederholte sie sich. „Ich habe noch niemanden für Draco. Ich wusste nicht, dass wir uns immer noch gegenseitig verkuppeln.“

„Oh, geh einfach auf die Straße und such dir irgendeine Person aus, er ist nicht allzu wählerisch“, lachte er.

Sie führte ihn zu ihrer Couch. „Du bist mit Malfoy befreundet?“

„Ich könnte dich dasselbe fragen. Wir arbeiten manchmal zusammen. Ich kaufe von ihm, er verkauft an mich. So wie ich es verstanden habe, wohnst du mit ihm zusammen.“ Sie runzelte die Stirn. Er lachte. „Ich meine im gleichen Gebäude, als Untermieterin.“

„Oh, ja, obwohl ich mir eher wie ein Penner vorkomme, nachdem er mir immer noch nicht den Mietpreis genannt hat und der Monatserste schon lange vorbei ist.“

„Ist das wichtig? Er braucht das Geld nicht wirklich und ich glaube nicht, dass Mike Cooper Miete bezahlt hat.“

Während er sprach, musterte sie ihn gründlich. Sie erinnerte sich daran, dass Michael Corner eine Zeit lang mit Ginny gegangen war, und dass er sich ernsthaft in Dumbledores Armee engagiert hatte. Sie hatten nie miteinander zu tun gehabt. Sie hatte damals keinen Gedanken an ihn verschwendet und ihn nie in Betracht gezogen. Jetzt konnte sie sich jedoch vorstellen, mit ihm auszugehen zu sein. Warum sollte sie nicht mit jemandem wie Michael ausgehen, wenn Draco niemals seine Augen aufmachen würde? Er war so attraktiv und schien in der Lage zu sein, mehr als zwei Sätze zu aneinanderzureihen, um ein zusammenhängendes Gespräch zu führen. Sie, andererseits, hatte Probleme, ihm zuzuhören, vom Sprechen ganz zu Schweigen.

„Hermine, hast du mich gehört?“

„Nein, tut mir Leid, was hast du gesagt?“

„Möchtest du Freitagabend mit mir ausgehen?“

Hier stand 'Mr. Hier und Jetzt' direkt vor ihr. Er war der Spatz in ihrer Hand. Er sah überhaupt nicht nach Schlange aus. „Sicher, das wäre großartig.“

„In der Winkelgasse feiert gerade eine Galerie mit neuen Kunstwerken Eröffnung, würde dich das interessieren? Eine alte Klassenkameradin von uns, Susan Bones, ist die Künstlerin.“

„Klingt gut“, sagte sie mit einem Lächeln. Sie war zufrieden mit sich. Worte kamen, sie ergaben einen Sinn, sie lächelte und sie wirkte sogar selbstbewusst. Sie stand auf, weil er stand, und als sie zur Tür liefen, hielt sie ihm die Hand hin. So weit, so gut. Keine peinlichen Vorfälle.

Er nahm wieder ihre Hand. „Bis Freitag. Wir treffen uns dort, okay?“ Und dann, in einem Moment surrealer Glückseligkeit, küsste er ihre Hand. War dieser Mann real? Männer gaben Frauen keine Handküsse, nur in Romanen, die von der alten Zeit erzählten, wie zum Beispiel bei Jane Austen. Er verließ ihr Büro; sie blickte auf ihre Hand und seufzte. Wenn er nur Draco wäre.

Als Hermine an jenem Abend ging, entdeckte sie eine Texterin, die immer noch an ihrem Schreibtisch arbeitete. Sie kannte die Frau nicht sehr gut, aber sie beschloss, sie zu fragen, ob sie mit Draco ausgehen wollte. Sicher, Draco hatte für sie einen Traumprinzen gefunden und sie stand hier und war drauf und dran, ihn mit jemandem zu verkuppeln, den sie kaum kannte, aber es ging nicht anders. Es war bereits Donnerstag und die Zeit lief ihr davon.

„Madelyn“, begann Hermine. Die Frau sah auf. „Möchtest du Freitagabend mit mir zu einer Galerie-Eröffnung gehen, als Doppeldate?“

„Oh, Hermine, tut mir Leid, aber ich bin nicht lesbisch“, sagte die junge Frau. Hermine runzelte augenblicklich die Stirn.

„Nein“, wiegelte sie schnell ab. Verdammt und sie hatte Harry noch gesagt, er solle nachdenken, bevor er sprach, und jetzt machte sie genau den gleichen Fehler. „Du wärst Draco Malfoys Date. Ich habe bereits eine Verabredung, einen Mann.“

„Draco Malfoy?“, fragte sie müde. „Okay, klar.“

„Wir treffen uns an der neuen Kunstgalerie in der Winkelgasse um 19 Uhr, okay?“ Das Mädchen nickte und Hermine ging nach Hause, zufrieden mit sich selbst.

Sie schloss die Haustür auf und blieb im Flur stehen, um ihre Post zu holen. Rechnung, Rechnung, Werbung, ein Brief ihrer Mutter, Rechnung. Sie steckte ihre Briefe in ihre Tasche und begann, die Treppe hochzusteigen, nur um mittendrin stehen zu bleiben. Sie drehte sich um und klopfte an Dracos Tür.

Er öffnete sofort und lächelte. „Hat Michael Corner dich heute um ein Date gebeten?“

„Ja, und ich habe zugesagt und dein Date heißt Madelyn McCord und ihr geht mit Michael und mir als Doppeldate aus. Zur Kunstgalerie in der Winkelgasse, Punkt 19 Uhr.“ Sie drehte sich um, um zu gehen, wandte sich jedoch noch einmal um. „Draco Malfoy, es ist bereits der Dritte, weißt du?“

„Du bist immer so informativ, Hermine Granger. Was würde ich nur tun, wenn du nicht da wärst, um mir das Datum zu sagen.“ Er lachte. „Als wärst du mein eigener, persönlicher Kalender.“

„Die Miete war zum Ersten fällig.“

„Dann bist du zwei Tage zu spät dran. Schämst du dich denn gar nicht?“

„Wie hoch ist die Miete?“

„Oh, die kannst du dir nicht leisten.“

„Was? Wie hoch?“, fragte sie nochmals.

„Weißt du, mach dir darüber keine Sorgen.“

„Draco Malfoy!“ Sie blieb stur. „Ich wohne hier nicht umsonst. Sag mir den Preis.“

„Zwei Tausend Galleonen den Monat.“

„WAS!? Das kann ich mir nicht leisten!“

„Hab ich doch gesagt.“ Er lächelte verschmitzt. Er hatte einen hanebüchenen Betrag genannt, um sie zu ärgern.

„Warum hast du mich einziehen lassen, wenn du weißt, dass ich mir die Miete nicht leisten kann? Jetzt werde ich ausziehen müssen.“ Genervt warf sie ihre Tasche auf den Boden.

Er öffnete seine Tür. „Komm rein, Hermine.“

Sie betrat seine Wohnung. Sie lebte nun seit drei Wochen hier und hatte sie trotzdem noch nicht gesehen. Er bückte sich und hob ihre Tasche auf. Sie sah sich um. Die Wohnung war wunderschön. Er führte sie zu einem weißen Sofa, das einem anderen weißen Couch gegenüber stand und die beide einen großen, weißen Kamin flankierten. „Setz dich“, forderte er sie auf.

Sie setzte sich auf das Sofa. Er setzte sich ihr gegenüber auf das andere. Warum tat er das? Dachte er, sie würde beißen? Sie würde ihren zukünftigen Ehemann nicht beißen, es sei denn, er bat darum. Sie lächelte in sich hinein und er fragte, „Warum lächelst du wie eine Verrückte?“

„Vielleicht bin ich verrückt. Du hättest meine Referenzen überprüfen sollen, bevor du mich hast einziehen lassen.“ Sie grinste.

„Vielleicht wusste ich, dass du verrückt bist und es ist mir egal.“ Sie lächelte immer noch, also fuhr er fort. „Im Ernst, Granger - Was geht in deinem riesigen Verstand vor sich? Warum lächelst du?“

„Kann ein Mädchen nicht einfach glücklich sein?“, fragte sie.

„Bist du über Michael Corner glücklich?“ Er zog seine Augenbraue hoch. Sie schüttelte ihren Kopf.

„Nein, ich lächle, weil du manchmal so komisch bist. Warum sitzt du dort drüben? Denkst du, dass ich beiße oder stinke oder was ist los?“

„Sagst du immer, was du denkst?“

„Ehrlich gesagt fast nie“, gab sie zu. Er stand auf und setzte sich direkt neben sie. Himmel, jetzt war er ziemlich nah. Nicht, dass es sie gestört hätte.

„Ist das nah genug?“, fragte er.

„Vielleicht etwas zu nah.“ Sie drückte gegen seine Brust und er rutschte weg.

„Woher willst du wissen, dass ich nicht so weit weg gesessen bin, weil ich beiße?“

Sie fand, dass das fast nach Flirten klang. Flirtete er mit ihr? „Vielleicht bist du so weit weg gesessen, weil DU stinkst.“

Er lehnte sich ihr entgegen. „Riech mal, wenn du dich traust. Ich rieche wundervoll.“

Sie wusste, dass er einen Witz machte. Sie wusste, dass er nicht wirklich wollte, dass sie an ihm roch, aber was konnte es schaden? Sie beugte sich zu ihm und atmete tief ein. Er roch wie Schokoladenkuchen an einem Sommernachmittag, nachdem man ein gutes Buch gelesen hatte. Ja, so gut roch er. „Nicht schlecht. Ein bisschen zu viel Aftershave.“ Sie musste lügen, sonst würde sie sich in seine Arme werfen.

Er lachte. „Lass mich an dir riechen.“

ER FLIRTETE TATSÄCHLICH! Sie war verwirrt. „Niemand riecht an mir.“ Er neigte sich trotzdem zu ihr und sie lehnte sich zurück. Das Problem war, dass es da keinen Platz gab, da die Armlehne bereits ihr Kreuz berührte. Sie musste still halten, während er ihren Duft tief einsog. Er fand, dass sie nach Erdbeeren und Zimtstangen roch. Dann lachte er.

„Mein Duft verursacht Gelächter?“, fragte sie.

„Du riechst nach meinen beiden Lieblingslebensmitteln.“

„Die da wären?“

„Egal“, antwortete er. Er fühlte sich plötzlich unbehaglich. Er 'flirtete' ja fast mir ihr. Er sollte nicht mit einer Freundin flirten. „Erzähl mir von Madelyn.“

„Sie arbeitet bei der Zeitung.“

Er war sofort interessiert. Was, wenn Marilyn seine geheimnisvolle Schreiberin war? „Ist sie Reporterin?“, bohrte er nach.

„Nein, eine Texterin.“

Er war auf der Stelle enttäuscht. Sie konnte nicht sein rätselhaftes Mädchen sein. „Was hältst du von Michael?“

„Um ehrlich zu sein: Ich habe ihn am Anfang gar nicht erkannt. Aber ich glaube, dass wir Spaß haben werden, solange er mich nicht zu arg bedrängt.“

Er warf seinen Kopf nach hinten und lachte. „Deshalb hast du keinen Mann.“

„Ich dachte, du denkst, ich habe keinen Mann, weil ich nicht trinke.“ Er beugte sich vor und berührte ihre Schulter. Sie spürte, wie ihre Kehle sich zuschnürte. Er strich ihre Haare von ihren Schultern. Seine Hand blieb dort liegen. Jetzt verschwamm ihre Sicht. Freunde berühren sich doch nicht so, oder?

„Warum verkuppelst du mich nicht mit der Frau, die diese lustigen Geschichten über Beziehungen schreibt?“ Seine Hand lag immer noch auf ihrer Schulter. Sein Daumen rieb hin und her. Das war etwas mehr als Flirten. Das hier war eine intime Geste.

Sie spürte wirkliche Schmerzen, als ihr Herz brach. Warum spielte er mit ihrem Verstand? „Ich glaube nicht, dass du sie mögen würdest.“ Sie wollte sagen ?Ich weiß, dass du sie nicht mögen würdest, weil du nur mit ihr BEFREUNDET sein willst'!

„Vielleicht schon. Mir gefällt, wie sie schreibt. Sie scheint humorvoll zu sein… und liebenswert. Ich schwärme ein bisschen für sie. Stell uns vor“, drängte er. Warum berührte er sie immer noch?

Klasse, er stand auf SIE und wusste es nicht einmal. Würde er immer noch 'auf sie stehen', wenn er wüsste, dass sie es war? Sie vermutete, die Antwort auf diese Frage wäre nein. „Sie trägt eine Brille und hat eine Narbe“, hörte sie sich selbst sagen. „Sie sieht ehrlich gesagt wie die weibliche Version von Harry Potter aus und ich weiß, dass dich das anwidern würde.“

Er wurde tatsächlich blasser. „Wirklich?“

„Ja, sie ist fürchterlich entstellt. Ich denke, du wirst Madelyn mögen“, setzte sie schnell nach.

„Aber vielleicht würde ich ja auch dieser Schreiberin mögen, mir gefallen ihre Artikel.“

„Nein, ich weiß, dass du sie nicht mögen würdest. Nicht so.“ Das wusste sie sicher.

„Oh, okay“, sagte er irgendwie enttäuscht. Er massierte nun sanft ihre Schultern. Sie merkte, wie ihre Gedanken dazu abdrifteten, was seine Hände mit dem Rest ihres Körpers tun könnten.

Sie wollte ihm gerade die Wahrheit sagen, als er sagte, „Ich bin so froh, dass wir jetzt Freunde sind, Granger.“

Er musste es natürlich ruinieren und dieses fürchterliche Wort sagen… Freunde. Sie stand auf. Seine Hand fiel von ihrer Schulter. Er sah sogar verwirrt aus.

„Nun, ich muss hoch gehen. Ich versuche, die Miete zusammenzukratzen, wenn ich kann und dann werde ich nach einer neuen Wohnung suchen, okay? Bis Freitag“, sagte sie eilig. Sie musste hier raus. Sie fühlte sich hitzig. Er wollte nur mit ihr befreundet sein. Sie wusste jetzt, dass sie wahrscheinlich nichts tun konnte, um seine Meinung zu ändern. Das musste sie wohl akzeptieren. Sie lief zur Tür und er stand auf, zog an ihrem Arm und drehte sie um.

„Was ist denn, Hermine? Du musst nicht ausziehen. Ich habe gelogen; die Miete beträgt 200 Galleonen den Monat. Ich war durcheinander und hat noch eine Null hinzugefügt“, scherzte er und versuchte, die Stimmung wieder zu lockern. Was hatte er falsch gemacht? Lag es an dieser intimen Geste mit ihrer Schulter? Überschritt er damit eine Grenze? Fühlte sie sich unwohl, weil sie glaubte, er machte sich an sie heran? Er hatte schon einmal gesehen, wie Potter sie auf ziemlich genau die gleiche Art berührt hatte. Er wollte einfach nur ihr Freund sein und für ihn war das alles noch neu. Für die Zukunft wusste er jetzt, dass er ihre Schultern und ihre Haare nicht berühren sollte.

„Komm schon, Draco Malfoy - Zweihundert Galleonen? Das ist doch auch lächerlich. Ich zahle dir 750 pro Monat, okay? Das habe ich für meine alte Wohnung bezahlt.“ Sie öffnete ihren Geldbeutel und holte ihr Scheckbuch hervor. Sie lief zu einem Beistelltisch, stellte ihre Tasche ab und schrieb den Scheck aus.

Er beobachtete sie. Er fühlte sich plötzlich unwohl, weil er merkte, dass er ihren Hintern anstarrte, während sie den Scheck schrieb. Er dachte nur 'Scheiße, Schachmatt', da er bezweifelte, dass Potter jemals auf ihren Po gestarrt hatte. Er lockerte seinen Kragen und wandte sich ab.

Sie tippte klopfte auf seine Schulter und versuchte, nachdem er sich zu ihr gedreht hatte, ihm den Scheck zu geben. Er sah ihn an, dann wieder sie. „Möchtest du zum Abendessen bleiben?“

Hermine fragte sich, ob das überhaupt einen Sinn hatte. Er mochte sie nur als Freundin. Er nahm ihr den Scheck ab und ihre Finger berührten sich kurz, als das Papierstück den Besitzer wechselte. Sie fühlte die kleinen Schmetterlinge, die sie schon immer hatte fühlen wollen. Er wirkte ruhig und gefasst. Wahrscheinlich fühlte er nicht einmal Raupen, aber sie musste etwas essen. Also sagte sie, „Klingt gut.“

Er wollte eine freundliche Unterhaltung führen. Hermine traf eine Entscheidung. Draco Malfoy war so weit oben auf dem verdammten Dach, dass sie ihn nie erreichen würde. Sie könnte ebenso gut aufgeben. Sie musste Ja zu seiner Einladung gesagt haben, da sie hörte, wie das Wort aus ihrem Mund kam, obwohl sie sich nur des zermalmenden Gewichts auf ihrer Brust und des rauschenden Geräusches in ihren Ohren bewusst war. Sie rannte die Treppen hoch, sperrte die Tür auf, warf die Tasche auf den Boden, gab ihrem Kater frisches Wasser, öffnete eine Dose Katzenfutter und lief ins Badezimmer, um sich auszuziehen. Sie sah in den Spiegel und sagte, „Gib auf und sieh der Wahrheit ins Gesicht. Die Taube auf dem Dach hat dir gerade auf den Kopf geschissen. Gib einfach auf. Er will nur deine Freundschaft.“

Also gab sie auf.

Wenn das jetzt nur noch jemand ihrem Herzen klarmachen könnte.

+++++

Hallo ihr Lieben!
Hier nun das 4. Kapitel.
Wie immer vielen lieben Dank an Heily! Über weitere Kommentare würde ich mich freuen.


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Die Entschlüsselung der Namen ist gut und schön, aber manchmal habe ich den Eindruck, dass dem zuviel Bedeutung beigemessen wird. Überspitzt gesagt, könnte Malfoy auch Müller-Lüdenscheid heißen, er würde aber dieselbe finstere Figur bleiben.
Klaus Fritz