
von Nitsrek
6 - Gott schuf die Frau
Irgendwann einmal in ihrem Leben, sah Hermine ein Poster mit einem Schriftzug, an den sie sich für immer erinnern würde. Dort stand, dass Gott den Mann nach seinem Bild geschaffen hatte und anschließend die Frau schuf. Er schuf die Frau aus Adams Rippe, damit sie ihm ebenbürtig zur Seite stand. Er hatte sie nicht aus seinem Fuß erschaffen, damit sie unter ihm stünde. Er hatte sie nicht aus seinem Schädel geformt, damit sie über ihm stünde. Er hatte sie auch nicht aus seiner Hand geschaffen, damit sie sich von ihm führen ließe. Er schuf sie aus seiner Rippe, damit sie für immer an seiner Seite stand. Ihr gefiel dieser Spruch, unabhängig davon, ob man nun wirklich an eine höhere Macht glaubte oder nicht. Ihr gefiel dieser Gedanke.
Sie beschloss, die Großmütigere zu sein und sich bei Draco zu entschuldigen. Er wusste ja nicht einmal, warum sie wütend war. Es war nicht seine Absicht gewesen, sie mit seinen Worten zu verletzen, genauso wenig wie ihre.. Er konnte überhaupt nicht wissen, warum sie so getroffen war, da sie ihm nie gesagt hatte, was sie fühlte und er immerhin kein Seher war. Er konnte nicht in die Zukunft sehen oder was in ihrem Kopf vor sich ging, und ganz sicher nicht, wie es in ihrem Herzen aussah. Wenn er ihre Freundschaft wollte, würde sie die beste Freundin sein, die er je hatte, das schwor sie, bei Adam oder Eva. Sie brauchte Freunde und Draco anscheinend auch.
Sie entschied, sich fertig anzuziehen, schlüpfte in einen braunen Rock und einen weißen, langärmeligen Pullover mit quadratischem Ausschnitt. Sie legte etwas Schmuck an und schminkte sich dezent. Dann nahm sie ihre Jacke und ihre Tasche. Sie sah vermutlich nicht so gut aus, wie sie ausgesehen hätte, wenn Joey nicht mitten in Aktion niedergestreckt worden wäre, aber sie sah auch nicht furchtbar aus.
Viertel vor Sieben stand sie vor seiner Tür und überlegte, ob sie klopfen sollte. Er löste ihr Dilemma, indem er die Treppe aus dem zweiten Stock hinunter kam. Er entdeckte sie an seiner Tür und blieb mitten auf der Treppe stehen. Sie drehte sich zu ihm. Er fand, dass sie hübsch aussah. Sie dachte, dass er toll aussah.
Er kam die Treppe vollends runter und sagte: „Ich habe gerade an deiner Tür geklopft.“
„Das hatte ich auch gerade vor.“
Er kam auf sie zu und berührte den Ärmel ihres Pullovers. „Nett, sehr schick.“ Er befühlte den weichen Stoff „Wohin gehst du, so rausgeputzt?“
„Einer meiner besten Freunde und ich haben heute Abend ein Doppeldate, und da er wirklich attraktiv und vornehm aussieht, wollte ich nicht, dass er sich für mich schämt, also habe ich mich auch in Schale geworfen“, antwortete sie.
„Nun, ich weiß, dass du nicht über Potter sprichst, weil der nicht attraktiv ist, und das Wiesel ist so weit entfernt von ‚vornehm’, dass es einem schon fast Leid tut. Meinst du zufällig mich?“, fragte Draco hoffnungsvoll. „Ich dachte, du willst nicht mehr mit mir befreundet sein.“
„Oh, Draco Malfoy, wann kapierst du das endlich? Freunde sagen oft Sachen, die sie gar nicht so meinen, so wie ich auch gesagt habe, dass ich dich eines Tages heiraten werde. Ich meine das nicht ernst, und ich habe es auch nicht ernst gemeint, als ich sagte, dass ich nicht mehr mit dir befreundet sein will.“
Draco wusste nicht, ob er bei dieser Aussage lieber lächeln oder weinen sollte.
„Ich bin keiner deiner besten Freunde.“ Ihr Lächeln verschwand. Sie sah beschämt/verlegen zu Boden. Er legte Daumen und Zeigefinger an ihr Kinn und hob ihr Gesicht an, damit er ihr direkt in die Augen sehen konnte. Sie glaubte, ihr Herz würde schmelzen. „Ich bin dein allerbester Freund.“ Zu ihrer Verwunderung neigte er sich zu ihr und küsste ihre Wange. Es war so süß und liebenswert, dass sie weinen wollte. Es schockierte sie so sehr, dass sie ihre Tasche fallen ließ.
Als er sich jedoch bückte, um sie aufzuheben, dabei ihr nacktes Bein berührte, ihre Tasche wieder über ihre Schulter hängte und schmunzelnd sagte: „Wir haben noch circa fünf Minuten, wenn ich dir noch beim Wachsen helfen soll. Dein Bein hat Stoppeln“, wollte sie ihm ins Auge spucken.
Sie wollte ihre Jacke anziehen, hielt jedoch inne. „Du bist ein Arschloch, Draco Malfoy.“
Er lachte. Sie hatte keine Stoppeln. „Heißt das, du verzeihst mir?“
„Verzeihst du mir?“, erwiderte sie seine Frage.
„Was hast du denn getan? Du hattest nicht ganz Unrecht. Ich bin jedoch überrascht, dass du deine Meinung geändert hast. Ich habe Michael bereits angerufen und für dich abgesagt.“
Ihre Gesichtszüge entgleisten. Sie sah wirklich geknickt aus. Allerdings regte sie sich nur auf, weil sie den Abend nicht mit Draco verbringen konnte, nicht, weil sie ihn nicht mit Michael verbringen konnte. Sie versuchte, zu lächeln, obwohl sie immer noch diese außerkörperliche Erfahrung durchmachte, seit dem Zeitpunkt, als Draco ihr Bein berührt hatte. „Gut, dann musst du halt mit einem fünften Rad am Wagen leben, da ich dich und dein Date begleiten werde“, sagte sie in letzter Minute. Es war ihr nicht einmal bewusst. Sie hatte sagen wollen „Schönen Abend dann.“
Er lächelte. „Mich stört das fünfte Rad nicht, vor allem, wenn es so hübsch ist wie du.“ Er bereute den Satz in dem Moment, als er seinen Mund verließ. Nicht, weil es nicht stimmte, sondern weil er (schon) wieder mit ihr flirtete. Das machte er bei Frauen, die er attraktiv fand, und mal realistisch betrachtet: Sie war außerordentlich attraktiv.
Hermine versuchte, nicht daran zu denken, dass er gerade gesagt hatte, sie sei hübsch. Ron und Harry sagten ihr das manchmal und ehrlich gesagt glaubte sie ihnen nie. Sie hatte immer angenommen, dass sie nur nett waren. Wahrscheinlich wollte Draco auch einfach nur nett und höflich sein. Ihr Lächeln verschwand, doch sie antwortete, „Du siehst auch sehr gut aus, Madelyn hat echt Glück.“
Er fragte sich, warum sie plötzlich traurig aussah. „Und Michael ist ein glücklicher Mann. Ich habe ihn gar nicht angerufen und abgesagt. Hier, nimm meinen Arm und ich appariere uns hin.“
Wenn sie wirklich seinen Arm nehmen würde, könnte es passieren, dass sie ihm die Kleider vom Leib reißen würde, weil er heute Abend so gut aussah, so gut roch und sie pure Glückseligkeit verspürte, als er ihr Gesicht und ihr Bein berührte. Um sicher zu gehen, schlug sie vor, separat zu apparieren. Es gab heute Abend bereits einen Fall von vermutetem sexuellen Übergriff. Hermine wollte keine zwei daraus machen.
Er zuckte mit den Schultern, nahm aber dennoch ihren Arm und apparierte sie zusammen in die Winkelgasse.
Sie sah sich um. „Wir sind einige Häuserblocks von der Galerie entfernt und außerdem zu früh dran.“
„Ich dachte, wir könnten laufen.“ Er wusste nicht, warum er mit ihr spazieren gehen wollte. Es war einfach so.
„Es ist kalt.“ Sie schlang ihre Arme um sich. Sie trug nur eine leichte Jacke, die derzeit über ihrem Arm hing und um sie schneite es.
Sie steckte ihre Arme in die Jackenärmel, als sie ihn sagen hörte: „Dann wärme ich dich.“ Er fragte sich, warum er das gesagt hatte. Er FLIRTETE mit ihr! Er flirtete mit seiner Kumpelfreundin, Hermine Granger, an einem Abend, an dem sie beide andere Verabredungen hatten! WARUM? Hatte es damit zu tun, dass er sie vorhin nackt gesehen hatte? Normalerweise würde er seinen Arm um das Mädchen legen, wenn er so etwas sagte, und das hatte er ursprünglich auch vorgehabt, doch stattdessen zog er seinen Mantel aus und legte ihn ihr um die Schultern, damit sie glaubte, dass er das/es so gemeint hatte.
Sie liefen gemütlich die Straße entlang. Ihre Arme schwangen an ihren Seiten und zweimal berührte seine Hand ihre. Er nahm ihre Hand. Sie blickte zu ihm auf, die Augen weit geöffnet, und er lachte und ließ ihre Hand los. Er wandte seinen Kopf der Straße zu, um sie nicht anzusehen. Es war ihm mehr als unbehaglich. Er war sich nicht sicher, warum er ihre Hand genommen hatte.
Sie hatten schon fast die Galerie erreicht, als Hermine einfach so aus ihrem Schuh schlüpfte. Es dauerte sogar einige Schritte, bis sie es bemerkte. Er hörte sie lachen, sah nach unten, sah, dass sie nur noch einen Schuh trug und fiel kopfschüttelnd in ihr Lachen ein. Er trottete zurück und brachte ihr ihren Schuh. Er ging in die Hocke und sie hielt sich an seinen Schultern fest, während er mit einer Hand ihre Wade umfasste und ihr mit der anderen den Schuh anzog. Mit der Hand immer noch an ihrem Bein sagte er: „Vielleicht habe ich mich geirrt, was die Stoppeln betrifft.“
Zwei ältere Frauen liefen vorbei und murmelten: „Was für ein süßes Pärchen.“
Draco stand auf. „Wir sind ein Pärchen.“
Hermine gefiel diese Aussage.
„Ist das nicht verrückt?“, fragte er.
Sie hasste diese Aussage.
Er fand es schwer, zu atmen. Er verschränkte seine Hände hinter dem Rücken, damit er nicht wieder nach ihrer Hand griff. Er spürte, dass er ihr Unbehagen verursachte und war sich nicht einmal sicher, warum er sich so benahm. Er sah sie wieder an, doch diesmal lief sie ein wenig vor ihm. Sie kamen an der Galerie an und Michael wartete davor auf sie. Sie rannte auf ihn zu, legte ihm eine Hand auf den Arm und stellte sich auf Zehenspitzen, um ihm einen Wangenkuss zu geben.
‚Das war aber ziemlich stürmisch’, dachte Draco.
„Madelyn und ich haben uns unterhalten und festgestellt, dass wir eure Dates für heute Abend sind“, erklärte Michael.
„Wo ist sie?“, fragte Hermine, als Draco zu ihnen stieß.
„Drinnen. Hier außen war es ihr zu kalt.“ Er schüttelte Dracos Hand. „Malfoy, schön, dich wieder zu sehen.“
Draco versuchte, freundlich zu seine, mochte Corner jedoch plötzlich nicht mehr so sehr, wie er ursprünglich gedacht hatte. Trotzdem lächelte er und fragte Hermine, „Wo ist meine bezaubernde Verabredung?“
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Hermine hatte Spaß. Sie hatte wirklich sehr viel Spaß. Michael war geistreich, intelligent, lustig und attraktiv. Er war beinahe der perfekte zukünftige Freund. Draco war geistreich, intelligent, lustig und attraktiv, beinahe der perfekte zukünftige Ehemann. Was unterschied die beiden? Vielleicht war es einfach ein Unterschied, ob man mit dem Verstand oder dem Herzen liebte. Michael war die Art Mann, den eine Frau mit Verstand liebte, bei dem ihr Kopf sagte, dass er ein guter Freund sein würde. Draco war die Art Mann, den eine Frau von Herzen liebte und bei dem sie tief in ihrer Seele wusste, dass er ein guter Ehemann abgeben würde. Sie versuchte, vernünftig zu hinterfragen, warum sie einen als Freund, den anderen als Ehemann einstufte, wo doch wahrscheinlich keiner von beiden nichts von beidem sein würde.
Das viele Denken verursachte ein Durcheinander in ihrem Kopf. Sie konnte es doch nicht herausfinden, also entschied sie, nicht länger nachzudenken. Diesen einen Abend würde sie versuchen, nicht zu denken, zu analysieren und einfach überwältigt sein und FÜHLEN! Spaß haben und fühlen!
Michael war den ganzen Abend sehr aufmerksam ihr gegenüber. Sie versuchte, ebenso aufmerksam zu sein, merkte jedoch, dass sie immer wieder zu Draco und Madelyn schielte. Die beiden schienen auch einen ganz schönen Abend zu verbringen. Madelyn berührte Draco immer wieder, dezente Berührungen an seinem Arm und seiner Brust. Einmal strich sie ihm eine Strähne aus den Augen. Ein paar Mal berührte sie ihn und führte ihre Hand dann im Anschluss an ihren eigenen Hals oder ihre Brust. Hermine dachte, sie würde Zeugin eines antiken Paarungsrituals. Davon würde ihr nächster Artikel handeln. Draco berührte sie sogar selbst ein paar Mal.
Michael hatte Hermine, abgesehen vom Beginn ihrer Verabredung, als sie ihn auf die Wange geküsst hatte, gar nicht berührt. Natürlich, um fair zu sein, hatte sie ihn seitdem auch nicht berührt. Sie fragte sich, weshalb. Jetzt berührte Draco Madelyns Wange, genau wie in der Nacht, als er mit ihr Lasagne gekocht hatte. Der einzige Unterschied war, dass sie damals vermutlich etwas im Gesicht hatte und er Madelyn einfach nur so berühren wollte. Wie es der mysteriöse Schreiberling in seinem Artikel erwähnt hatte: Die Berührung einer Wange war eine intime Geste. Draco teilte intime Gesten mit einer Frau, die er gerade erst kennen gelernt hat, aber er hatte auch Hermine an diesem Abend berührt. Waren diese Berührungen intim gewesen?
Sie sah wieder zu Michael. Er schien so angeregt, als er auf ein Kunstwerk zeigte, seine Hand folgte den Linien der Pinselstriche, seine Augen folgten seiner Hand, während er über die Farben und den Aufbau sprach. Sie hob ihre Hand, während er sprach. Sie war fest entschlossen, ihn zu berühren. Ihre Hand war beinahe an seinem Gesicht, als er sich zu ihr drehte und fragte, „Was meinst du?“. Sie stach ihm mit dem Finger ins Auge. Er bedeckte sein Auge mit der Hand, das andere tränte sofort.
Hermine legte ihm die Hand auf die Schulter (wenigstens berührte sie ihn endlich). „Es tut mir so Leid, Michael.“
Draco lief auf das Paar zu. „Ich hätte dich warnen sollen, Kumpel, sie ist ein kleiner Tollpatsch. Ich sehe sie, sobald sie wach ist und sich frei bewegt als konstante Gefahr.“
Michael lächelte, seine Hand immer noch über dem Auge. „Entschuldigt mich bitte kurz.“ Damit ging er zu den Toiletten.
Draco lachte und Hermine sagte, „Halt den Mund, Malfoy. Es war ein Unfall.“
„Nenn mich nicht Malfoy“, antwortete er, plötzlich ernst.
„Wie soll ich dich dann nennen? Idiot?“
„Nein, ich mag deinen Spitznamen.“
„Du meinst Draco Malfoy. Du hast gesagt, das wäre kein Spitzname.“
„Entweder du nennst mich Draco Malfoy oder ich suche einen Spitznamen für dich.“
„Es ist mir egal, wenn du mich Hermine Granger nennst.“ Sie lächelte.
„Ich dachte an ‚Hermie’ oder vielleicht ‚Grange’ oder einfach nur ‚Herm’.“
Sie schlug seinen Arm. „Nenn mich so und du kannst dich von deinen Hoden verabschieden!“
„Aua, das ist beinahe wortwörtlich ein Schlag unter die Gürtellinie.“
„Wo ist dein Date?“, fragte sie plötzlich.
„Auf der Toilette.“
„Wieso, hast du ihr auch ins Auge gestochen?“ Sie lächelte. „Ehrlich, ihr zwei scheint euch gut zu verstehen, oder?“ Sie wandte sich ab und studierte ein anderes Gemälde.
Er stand neben ihr und sah sie nicht an. „Du und Michael eher nicht, zumindest, soweit ich das beurteilen kann.“
„Ich dachte eigentlich schon“, sagte sie ehrlich. Vielleicht konnte sie das nicht richtig beurteilen. „Nur, weil ich ihn nicht ununterbrochen anfasse und er noch nicht meine Wange berührt hat, heißt das nicht, dass wir uns nicht verstehen.“
Er drehte sich zu ihr und starrte sie an. Was meinte sie mit dem ‚Wange berührt’-Kommentar? Wusste sie, dass er diese Artikel schrieb? Schließlich drehte sie sich zu ihm. „Hör auf, mich anzustarren.“
Er wandte sich ab und lief zum nächsten Bild. „Was hältst du von dem hier, Hermie?“
Sie schlug zum zweiten Mal seinen Arm. „Das ist ein grausamer Spitzname und ich warne dich: Hör auf, mich so zu nennen!“
„Gut, dann nenn ich dich wieder so wie zu Schulzeiten.“ Ein Kellner mit einem Tablett voller Champagnergläser kam vorbei. Er nahm zwei Gläser, hielt ihr eines hin, erinnerte sich daran, dass sie nicht trank und stellte es zurück.
„Wage es nicht, mich Schlammblut zu nennen, Draco“, sagte sie plötzlich ernst. Sie sah fast verletzt aus. „Wenn du das machst, werden das deine letzten Worte sein, selbst, wenn es nur ein Witz ist.“
„Ich würde dich inzwischen wirklich nicht mehr so nennen, aber ich hatte auch andere Bezeichnungen für dich damals.“ Er leerte das ganze Champagnerglas in einem Zug und stellte es auf eine Statue, die eigentlich zu den Ausstellungsstücken zählte. Hermine nahm es, rieb die Statue trocken und stellte es auf ein Tablett, als ein anderer Kellner vorbei kam. Draco nahm sich ein neues.
Sie seufzte. „Du bist hoffnungslos. Was hattest du schon für Namen für mich, die nicht zur Folge hätten, dass ich dir hier und jetzt einen Fluch auf den Hals hetze?“
Er nahm einen großen Schluck. „Oh, solche Namen hatte ich auch für dich, aber ich hatte auch ein paar Nette. Nicht, dass ich sie jemals dir gegenüber oder sonst jemandem, der gezählt hat, erwähnt hätte.
„Du bist unverbesserlich.“ Er nahm einen weiteren großen Schluck und sie nahm ihm das Glas weg. Er trank zu viel.
„Und du bist hinreißend“, hörte er sich selbst sagen. Er schnappte sich sein Glas von ihr zurück und leerte seinen zweiten Drink. Dann berührte er ihre Wange. „Du hast da eine Wimper.“
Sie neigte sich etwas von ihm weg. Warum flirtete er heute Abend so viel mit ihr, vor allem, wenn er in Begleitung einer anderen Frau hier war und sie auf diese Art doch gar nicht mochte? Michael stand hinter ihr, als sie zurücktrat und sie stolperte gegen seine Brust. Sie drehte sich plötzlich um und er musste seine Arme um sie legen, damit sie nicht fiel. Er lächelte. „Du hast da tatsächlich eine Wimper auf deiner Wange.“ Er behielt den linken Arm um ihre Taille und seine rechte Hand hob sich an ihre Wange, fing die Wimper ein und hielt sie vor ihren Mund. „Wünsch dir was.“
Sie lächelte. Sie pustete die Wimper von seiner Hand. Er lächelte auch, neigte seinen Kopf und küsste sie sanft auf den Mund. Okay, sie fühlte keine Schmetterlinge, aber es war immerhin angenehm. Sie drehte sich zu Draco. „Bis später, Draco Malfoy.“ Dann nahm sie einfach Michaels Hand und sie liefen gemeinsam zu einem weiteren Gemälde.
Draco blieb schockiert stehen und nahm sich ein weiteres Glas Champagner. „Verdammte Wimper.“
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Vielen lieben Dank wie immer an Heily für ihre großartige Unterstützung!
@Emilia1990: Freut mich :)
@morla79: Naja, Männer müssen halt manchmal einfach Helden sein, egal, ob es Sinn gibt oder nicht ;)
LG
Nitsrek
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