
von Nitsrek
7: Schönheit ist vergänglich, aber Dummheit hält ein Leben lang
Einmal, in der Schule, hatte sich Draco Malfoy über Hermine Granger und Harry Potter lustig gemacht. Damals war das sein Lieblingshobby. Er hatte etwas über Harrys Narbe und ihren Überbiss und ihr kräuseliges Haar gesagt und er wird niemals vergessen, was Hermine ihm geantwortet hat: „Schönheit ist vergänglich, Malfoy, aber Dummheit hält ein Leben lang. Denk drüber nach.“ Er weiß noch, wie er darüber nachgedacht und keine Ahnung hatte, was sie damit meinte. Jetzt wusste er, wieso er nicht wusste, was sie meinte. Er war ein attraktiver, aber dämlicher Narr.
Er hatte sie gedankenlos verschenkt. Er wollte nur mit ihr befreundet sein, zumindest hatte er das gedacht, und jetzt war es vielleicht zu spät, um vom Freund zum Liebhaber umzuschwenken, weil sie sich mit Michael ‚dem Wichser’ Corner vergnügte. Jedes Mal, wenn Draco zu Hermine sah, schien sie es zu spüren. Sie erwiderte seinen Blick. Einmal zwinkerte sie ihm zu. Einmal lächelte sie und zog dann eine Grimasse. Das letzte Mal hatte sie ihm die Zunge rausgestreckt. Er wollte sie wieder ansehen, um herauszufinden, was sie diesmal tun würde, doch Madelyn redete immer weiter auf ihn ein. Was war eigentlich ihr Problem? Oh, ja, sie hatten ein Date.
Sie hatten absolut nichts gemeinsam. Er fragte sich, ob Hermine überhaupt ernsthaft versucht hatte, dieses Mal ein passendes Date für ihn zu finden, da er wusste, dass es beim ersten Mal nicht so war, und auch dieses Mal hatte er so seine Zweifel. Madelyn war nett, aber der Funke sprang nicht über. Er hatte es sogar mit der ‚Wangennummer’ probiert, doch es funktionierte nicht. Verdammt nochmal, es hatte sogar einen stärkeren Funkenschlag gegeben, als er vorhin Hermines Bein berührt hatte. Es bereitete ihm kein besonderes Vergnügen, mit Madelyn zu sprechen, er fand sie nicht anziehend und sie war eindeutig nicht so klug wie Hermine.
Hermine. Er dachte die ganze Zeit an Hermine. Wo war sie überhaupt hin? So groß war die Kunstgalerie nicht. In einer halben Stunde war für sie alle ein Tisch reserviert. Er konnte das Abendessen nicht erwarten. Er wäre endlich nicht mehr mit Marilyn allein, er würde ihre Berührungen nicht mehr ertragen müssen, oder ihre langweiligen Geschichten und außerdem wäre er dann bei Hermine.
Verdammt, er verliebte sich in Granger. Das konnte nicht passieren! Auf keinen Fall! Sie war hübsch, klug, liebenswürdig, bezaubernd, wundervoll und in Wahrheit hatte er vorhin bemerkt, dass sie nackt war, und sie sah einfach unglaublich aus! Er sah sich noch einmal um. Da war sie, ihre Hand auf Michaels Arm, der auf ein Gemälde zeigte. Warum musste er sie die ganze Zeit anfassen?
„Draco, hast du mich gehört?“, fragte Madelyn.
„Was?“, fragte er genervt.
„Es klickt einfach nicht zwischen uns, oder?“, fragte sie lachend. Er wandte sich ihr zu.
„Nein, tut mir Leid.“
„Weißt du, du wirkst nicht wie der Typ Mann, der verkuppelt werden muss, also was soll das hier? Warum hast du Hermine gebeten, jemanden für dich zu finden?“ Sie lehnte sich an die Wand.
Warum hatte er sie darum gebeten? Statt ihr zu antworten, stellte Draco selbst eine Frage. „Weißt du, wer die Artikel für diese Liebes-Ratschläge-Kolumne schreibt?“
„Meinst du den Mann oder die Frau? Nicht einmal Hermine weiß, wer der Mann ist.“
Er lächelte. Er wusste bereits, wer der Mann war. Immerhin war er es selbst. „Sie. Wer ist sie?“
„Das weiß niemand so wirklich, aber ein paar von uns vermuten, dass es unsere liebe stellvertretende Herausgeberin, Hermine Granger selbst, ist.“
Draco hatte plötzlich das Gefühl, doppelt zu sehen. Vielleicht hatte er zuviel Champagner getrunken. Vielleicht war er auch einfach nur bis ins Innerste erschüttert, weil er erfuhr, dass die Frau, für die er schwärmte, mal abgesehen von Hermine, auch Hermine war. Andererseits war er vielleicht, oder auch höchstwahrscheinlich, deshalb so schockiert, weil er tief in seinem Herzen wirklich wollte, dass sie es war. Er beobachtete, wie Michael und Hermine Händchen hielten. Was hatte er getan?
Endlich gab alles Sinn. Der Artikel, den er auf ihrem Esstisch gefunden hatte, handelte von IHREM furchtbaren ersten Blind-date. Je mehr er über jeden Artikel nachdachte, desto mehr wusste er, dass es sie war und dass er auf sie stand und dass sie dachte, sie wären nur befreundet und im Moment gerade Michael Corners Brust berührte. Sie flirtete mit ihm! Draco schüttelte den Kopf und stellte fest, dass, obwohl es ihm nichts ausmachen sollte, es ihm sehr, sehr viel ausmachte und das er sehr, sehr angepisst war.
„Ich glaube, ich gehe. Viel Spaß beim Hermine-Anstarren“, sagte Madelyn.
Draco konnte nur „Danke“ antworten. Hermine sah ihn wieder an und obwohl ihre Hand in Corners schmieriger Klaue lag, lächelte sie ihn an. Dann formte sie für ihn ein Wort mit dem Mund: ‚Danke.’
Nach einer Weile lief Hermine zu Draco rüber. „Sind du und Madelyn soweit, sich auf den Weg zum Restaurant zu machen?“
„Sie hat mich stehen lassen“, sagte Draco achselzuckend.
„Oh nein, was hast du gemacht?“
„Ich habe gar nichts gemacht, aber ich muss dich fragen: War sie die Rache für dein dummes erstes Blind-Date?“
„So schlimm war sie auch nicht“, verteidigte Hermine sie.
„Doch, war sie.“ Nein, war sie nicht, aber plötzlich wollte er, dass Hermine sich schlecht fühlte. „Ich habe dich mit einem verdammten Prinzen verkuppelt und du mich mit einer dummen Stiefschwester. Danke, Granger.“ Er war wütend, aber nicht aus den genannten Gründen. Er konnte ihr nicht den wirklichen Grund für seine Wut verraten, da er selbst nicht wirklich wusste, woran es lag. Er stürmte zum Ausgang der Galerie. Sie rannte ihm nach.
„Warte, Draco.“ Sie zog an seinem Arm. Er blickte auf ihre Hand an seinem Arm und dann in ihr Gesicht. NEIN, NEIN, NEIN! Er wollte nicht auf Hermine Granger stehen! „Ich sage Michael, dass wir den Abend beenden wollen und dann gehen wir beide heim und du kannst mir erzählen, was los ist.“
Er wollte doch ihr Date nicht ruinieren, oder? War er wirklich so ein egoistischer Mistkerl? „Danke, das wäre toll. Ich bin ziemlich niedergeschlagen.“ Ja, Draco Malfoy war ein egoistischer Mistkerl. Schon immer gewesen und würde es auch immer sein, und darauf war er verdammt stolz.
Sie lächelte wieder. „Warte hier.“ Sie lief zu Corner, sagte ihm etwas, er blickte zu Draco, winkte ihm zu, lächelte sie an, küsste ihre Wange und das war’s. Vielleicht sagte er ihr, dass es so gut war, da er sie sowieso nicht mochte.
Hermine lief zu Draco zurück. „Er sagte, es wäre okay für ihn und wir könnten auch morgen Abend essen gehen.“
Dracos Egoismus hatte Hermine Granger gerade ein zweites Date beschert!
„Hey, weißt du was? Ich glaube, ich werde einfach in eine Bar gehen. Los, geh zu deiner Verabredung mit Corner“, sagte Draco. Er trat durch die Tür und disapparierte.
Sie blickte verwirrt auf die leere Stelle. Michael trat neben sie. „Wir gehen also doch Abendessen?“
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Nach einem wundervollen ersten Date ließ sich Hermine von Michael zur Eingangstür ihres Wohngebäudes begleiten. Es war kalt und sie zitterte, also legte er seine Hände auf ihre Oberarme und rieb hoch und runter. Sie spürte einen winzigen Schmetterling in den Tiefen ihres Unterleibs, irgendwo zwischen ihrem Magen und ihren Organen. Entweder handelte es sich um Gase oder sie begann, ihn zu mögen.
Sie fragte sich, ob sie ihn hoch in ihre Wohnung einladen sollte. Was würde dann passieren? Sie könnten reden und sich vielleicht ein wenig küssen. Mehr würde nicht geschehen, da Hermine bei ihrer ersten Verabredung nicht mehr zuließ. Außerdem war sie dank Draco nur zur Hälfte enthaart. Sie wollte es gerade vorschlagen, als Michael sagte: „Ich hatte sehr viel Spaß heute Abend, darf ich noch mehr von dir sehen?“
„Inwiefern?“, fragte sie verwundert. Dann wurde ihr klar, dass er ‚ein zweites Date’ meinte und nicht wortwörtlich mehr von ihr sehen wollte. Sie lächelte und antwortete aufrichtig: „Ich meine, klar, ich würde dich gerne wieder sehen.“
Er neigte sich zu ihr, legte eine Hand unter ihr Kinn und senkte seine Lippen auf ihre. Er gab ihr einen einfachen, süßen, unaufdringlichen Kuss. Er lächelte sie an und berührte ihre Wange (verdammt richtig, das war eine intime Geste). „Ich werde dich Montag anrufen, dann können wir etwas ausmachen. Wenn du Draco siehst, sag ihm, ich bin ihm einen großen Gefallen schuldig für seinen Vorschlag, dass wir beide ausgehen.“ Er lächelte ein letztes Mal, ein ehrliches ‚Ich bin wirklich glücklich’-Lächeln und ging davon. Sie sah ihm nach, bis er außer Sicht war und schloss dann die Tür auf. Sie wollte gerade die nächste Tür aufsperren, als ihr Schlüssel runterfiel.
Gerade als sie sich nach ihnen bückte, kam Draco aus seiner Wohnung, um zu sehen, ob sie schon drinnen war. Er hatte vor wenigen Momenten gesehen, wie sie zur Eingangstür lief. Jetzt kam er sich wie ein Stalker oder ein wichtigtuerischer Nachbar vor. Er wollte nicht dabei erwischt werden, wie er ‚auf sie wartete’, also apparierte er ins oberste Stockwerk.
Sie richtete sich auf, steckte den Schlüssel ins Schloss, sperrte auf und trat ein. Sie lief zu Dracos Wohnung und klopfte an die Tür. Sie wollte sicher gehen, dass er gut heimgekommen war. Als keine Antwort kam, lief sie die Treppen hoch.
Auf der zweiten Treppe, kurz vor ihrem Stockwerk, hörte sie, wie er von seinem Büro runter kam. Sie blieb auf den Stufen stehen. Er kam um die Ecke, lief zu ihrer Tür und blieb davor stehen. Er fragte sich, ob sie schon dort drin war. Er klopfte an ihre Tür. Sie bückte sich und schlich leise zwei Stufen hinunter, damit er sie nicht sah.
In dem Moment klingelte Dracos Handy. Hermine neigte sich vor, um zu lauschen. Sie hatte nicht die geringsten Skrupel, immerhin hatte Draco sie belauscht, während sie im Badezimmer war!
„Ja, Draco Malfoy. Oh, hallo, Michael.“ Hermine versuchte angestrengt, besser zu verstehen. War es ihr Michael? Warte, hatte sie gerade Michael Corner ‚ihren Michael’ genannt? Sie hörte Draco sagen, „Wirklich, du findest sie charmant? Hm, erstaunlich.“ Für einen Moment herrschte Ruhe, dann fuhr Draco fort, „Komm schon, Mann, reiß dich zusammen. Sie ist wohl kaum die hübscheste Frau, die du je gesehen hast.“ Hermine fühlte sich, als ob Draco ihr in die Magengrube getreten hätte. Sie schlich noch zwei Stufen nach unten, hörte jedoch immer noch Dracos Antworten.
„Gut, über Geschmack lässt sich nicht streiten, aber wenn du wirklich Spaß hattest und sie wieder sehen willst, dann mach ruhig.“
Hermine spürte heiße Tränen in ihren Augen aufsteigen. ‚ Über Geschmack lässt sich nicht streiten?’ Draco Malfoy war immer noch der gleiche Vollidiot wie früher, nur als ihr Freund verkleidet. Ein Freund würde nicht so über sie sprechen. Sie hörte als Letztes „Nein, wirklich, ist doch toll und ich schwöre dir, wir sind nur Freunde und mehr wird da auch nie sein.“ Hermine lief den ganzen Weg nach unten und setzte sich auf die letzte Stufe. Ihre Gefühle waren verletzt und sie wusste nicht, was sie noch tun sollte.
Draco warf sein Telefon an die Wand, wo es in seine Einzelteile zersprang.
Er saß sehr lange Zeit vor ihrer Tür. Er klopfte noch zweimal. Wo war sie? Er hatte sie die Eingangstür reinkommen sehen und wusste, dass sie nicht bei Corner war. Er wollte ihre Tür schon auf magische Weise öffnen, überlegte es sich jedoch wegen diesem ganzen „Wachs“-Vorfall anders. Er musste daran denken, ihr morgen eine neue Badezimmertür zu besorgen, nachdem er ihre vorhin zerstört hatte.
Schließlich lief er die Treppe hinunter und fand sie auf der letzten Stufe, mit dem Rücken zu ihm. Sie weinte. Was hatte Michael ihr angetan? Er lief das letzte Stück, setzte sich neben sie und fragte, „Warum die Tränen? Hattest du keinen schönen Abend?“
„Hatte Michael einen?“, fragte sie. Sie entschied, ihn gleich mit den Dingen, die er am Telefon gesagt hatte, zu konfrontieren, bevor es am Ende zwischen ihnen stand. Dieses ganze Missverständnis-Zeug hatte schon zwischen ihnen gestanden und sie war es leid.
„Was?“, fragte er.
„Als du vorhin mit Michael am Telefon gesprochen hast, hat er da gesagt, dass er einen schönen Abend hatte?“ Sie blickte die Wand an.
„Das hast du gehört?“, fragte er. OH NEIN! Sie hatte seinen Teil der Unterhaltung mitbekommen.
„Tut mir Leid, aber ich lausche für mein Leben gern. Du solltest wirklich nicht mit mir befreundet sein, aber andererseits lässt sich über Geschmack nun mal nicht streiten.“ Sie stand auf. „Es tut mir Leid, dass dein Date nicht gut gelaufen ist. Wir können unseren Austausch morgen vorziehen. Ich hatte einen schönen Abend. Du nicht. Kurz und gut. Gute Nacht, Draco Malfoy.“ Sie begann ihren Weg die Treppe hoch.
Er blieb auf der untersten Stufe sitzen, starrte in das große, leere Nichts, das sein Leben war und stand dann auf. „Es tut mir Leid, Granger.“ Er rannte die Treppen hoch, zog an ihrem Arm und drehte sie zu sich um. „Ich habe das gesagt, weil ich gemein sein wollte, um Corners Begeisterung zu dämpfen, weil ich ein verdammt mieses Date hatte und ihr zwei ein großartiges. Das alte, kleine, verwöhnte Balg in mir kam zum Vorschein und ich habe hasserfüllte, schmerzvolle Dinge gesagt. Ich schätze unsere Freundschaft mehr als ich es zuzugeben wage, und wenn du mir nicht vergibst, fange ich auch gleich an zu heulen. Du willst doch nicht etwa einen erwachsenen Mann weinen sehen, oder?“ Es war nicht die ganze Wahrheit, aber mehr konnte er im Moment noch nicht zugeben.
Er wischte eine Träne von ihrer Wange, bevor sie auf ihr Kinn fiel. Sie verfluchte die Schmetterlinge, die in ihren Bauch zurück kehrten. Sie wusste, dass seine Entschuldigung aufrichtig war, weil sie es in seinen Augen sehen konnte. Auch wenn er ihr nie etwas Anderes, wie zum Beispiel Liebe, eine Beziehung oder drei Kinder anbieten würde, wusste sie zumindest, dass dieses Versöhnungsangebot, zusammen mit der dazugehörigen Freundschaft, eine ehrliche Geste seinerseits war.
„Tut mir Leid, dass du einen schlechten Abend hattest. Ich hätte nicht gedacht, dass Madelyn so schlimm wäre. In Wahrheit hast du wirklich versucht, mir ein gutes Date zu suchen und ich habe mich überhaupt nicht angestrengt“, sagte Hermine. Sie setzte ihren Weg die Stufen hinauf fort. „Komm mit, es ist spät, aber ich brauche eine Tasse Tee. Wie sieht’s mit dir aus?“
Sie saßen nebeneinander auf ihrer Couch, sie wieder in ihrem bequemen Schlafanzug, den er plötzlich sexy fand. Ehrlich gesagt saß ihr großer, fetter Kater Iggy zwischen ihnen. Draco streichelte die Ohren des Katers und Iggy fauchte ihn an. Draco fauchte zurück. Iggy sprang vom Sofa, warf Draco einen grimmigen Blick zu und setzte sich auf einen Stuhl.
„Fauch ihn nicht an“, sagte Hermine.
„Er hat mich zuerst gefaucht.“
Sie lachte. „Ich habe ihn zurechtgewiesen, nicht dich, du Blödmann.“
Er warf ein Kissen nach ihr und setzte seinen Tee ab. „Macht es dir etwas aus, wenn ich mir etwas Stärkeres als Tee hole?“
„Ich habe etwas Bier in der Kühltrühe. Ron hat es hier gelassen.“
„Hat es Wiesel-Bazillen?“
„Ich glaube nicht, dass er jede Flasche abgeleckt hat, wenn du das meinst“, schnaubte sie. Er kam mit zwei Bierflaschen zurück zur Couch und hielt ihr eine hin.
„Nein, ich kann kein Bier trinken. Ich muss jedes Mal sofort nach der ersten Flasche auf die Toilette.“
„So wirkt Alkohol auf jeden.“
„Wirklich?“, fragte sie ernst.
Er setzte sich neben sie, öffnete die eine Flasche, hielt sie ihr hin, öffnete dann die andere und lachte. „Dachtest du, das wäre nur ein Hermine Granger-Phänomen?“
„Naja, ja, dachte ich. Wenn das bei jedem so ist, warum trinken die Leute dann?“
„Gute Frage“, lachte er. Sie nahm die Flasche, stellte ihren Tee auf den Beistelltisch und stieß mit ihm an. „Der Trick ist, nicht pinkeln zu gehen, wenn du den Drang verspürst. Du musst es in dir behalten, denn wenn erst mal du auf dem Klo warst, wirst du immer wieder gehen müssen.“
„Hat Draco Malfoy gerade ‚pinkeln’ gesagt?“, fragte sie lachend. „Sind die Schlangen vor den Toiletten in Bars deshalb so lang?“ Sie nahm einen kleinen Schluck und verzog ihr Gesicht.
Er lächelte sie an. Michael hatte Recht. Sie war perfekt. „Was sollte die Grimasse, Granger?“
„Bier schmeckt widerlich, und man muss davon aufs Klo, also worin liegt der Reiz?“ Sie stellte die Flasche ab. „Hattest du wirklich keinen Spaß heute Abend mit Madelyn? Es sah nämlich nicht so aus. Ihr habt euch die ganze Zeit angefasst und so. Als würde man ein urzeitliches Paarungsritual beobachten.“
Er verschluckte sich an seinem Bier und wischte seinen Mund mit dem Handrücken trocken. „Urzeitliches Paarungsritual? Was zur Hölle soll das sein?“
„Ach, du weißt schon“, sagte sie. Sie setzte sich bequem hin und diesmal legte sie ihre Füße in seinen Schoß. Er spürte einen Stromschlag von ihren Füßen direkt zu seiner Leistengegend. Er nahm ein Kissen und legte es unter ihre Füße und auf seinen Schoß, als eine Art Hindernis sozusagen.
Sie fuhr fort. „Sie berührt zum Beispiel deinen Arm und als nächstes ihren Hals und ihre Brust, und dann wirft sie ihren Kopf zurück und lacht. Du hast sogar ihr Gesicht berührt. Es war wie eine Dokumentation über tierisches Paarungsverhalten.“
Er lächelte, weil es für ihn so klang, als wäre sie etwas eifersüchtig, und wenn er eifersüchtig war, sollte es ihr ruhig auch so gehen. Er entfernte ihre Füße von seinem Schoß und warf das Kissen nach dem Stuhl, woraufhin Iggy aus dem Zimmer rannte. Er stellte sein Bier neben das Sofa und rutschte näher zu ihr. Sie sah ihn leicht alarmiert an, rutschte sich in eine sitzende Position und schenkte ihm einen finsteren Blick.
Dann sagte er: „Zeig mir, was du meinst.“
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Danke, Heily! Heute wirklich in Höchstform!
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