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Fanfiction

A new spin on an old story - 10 - Sein Stück Kuchen abhaben und es auch essen wollen

von Nitsrek

Draco Malfoy wollte sein Stück vom Kuchen haben und es auch essen. Was war daran bitteschön falsch? Wenn man ein Stück Kuchen direkt vor seiner Nase hatte, konnte man es ja wohl auch essen. Es schlecht werden zu lassen stand nicht zur Debatte. Als er auf dem Boden aufwachte, desorientiert und durcheinander, wusste er zuerst nicht, wo er war. Als er endlich realisierte, wo er sich befand und was letzte Nacht passiert war, war das sein erster Gedanke. Er wollte Hermine Granger als Freundin und als Geliebte!

Draco hatte Nackenschmerzen. Er setzte sich auf, sein Rücken an der Wand, und alles stürzte auf ihn ein. Ihre Schlafzimmertür war offen, also musste sie wach sein. Er stand auf und ging zu ihrem Badezimmer, um sich frisch zu machen. Er bemerkte, dass die Tür wieder ganz war. Sie musste sie repariert haben. Er machte sich fertig und lief in ihr Schlafzimmer. Die Laken waren noch durcheinander. Er warf sich mit dem Gesicht bäuchlings auf ihr Bett. Es roch nach ihr. Er drehte sich um und sah Pergamentstücke auf dem Boden verteilt. Er griff nach einem. Es war ihr Artikel für den Tagespropheten, ein offener Brief an den anderen Schreiber.

Sie schrieb, „Ich bin keine Männerhasserin. Ich liebe Männer. Ich liebe alles an ihnen. Meine besten Freunde sind Männer. Ich liebe es, wie sie ungestraft furzen können. Ich liebe, wie sie klar sagen können, was sie wollen und es sich auch nehmen. Ich liebe, dass sie aggressiv sein können, ohne als ?Miststück' angesehen zu werden. Ich liebe, wie simpel ihre Bedürfnisse sind: Essen, trinken, lachen und wieder von vorne. Ich liebe, wie simpel ihre Sehnsüchte sind. Das Einzige, was ich an ihnen nicht liebe ist, wenn sie nicht deutlich sagen, was sie wollen, sobald es um Frauen geht.“

Draco schloss kurz seine Augen und las dann weiter. „Männer sind untereinander so ehrlich. Sie reden nicht um den heißen Brei oder nehmen Rücksicht auf Gefühle. Sie nennen die Dinge beim Namen. Warum können sie Frauen nicht die gleiche Ehrlichkeit entgegenbringen? Warum sagen sie, sie werden anrufen, wenn sie es doch nicht tun? Warum sagen sie, sie hatten eine schöne Zeit, obwohl es nicht stimmt? Warum wollen sie ihr Stück vom Kuchen und es auch noch essen? Warum küssen sie dich in einem Moment und sagen dann im nächsten, dass sie nur mit dir befreundet sein wollen?“ Draco setzte sich auf ihrem Bett auf und drückte den Artikel an seine Brust. Die letzte Frage galt ihm allein und das wusste er auch.

Sie beendete ihre Tirade mit „Sie wollen alles auf einmal und werden tun, was sie können, um es zu bekommen. Es ist ihnen egal, wen sie verletzen oder welchen Schaden sie anrichten, solange sie letztlich zufrieden sind. Ein Charakterzug, um die ich sie nicht beneide. Wenn ich es täte, wäre ich selbst ein Mann, und das wäre das Letzte, was ich sein wollte.“ Es war auch das Letzte, was Draco für sie wollte. Er las die letzte Zeile. „Das ist es, was mich zu einer Frau macht; die Tatsache, dass ich Mitgefühl habe und dass mir andere wichtiger sind als ich selbst. Wenn das falsch ist, bitte. Ich bin glücklich mit dem, was ich bin; Ich wünschte nur, dass Männer auch mit dem glücklich wären, was ich bin.“

Er ließ den Artikel fallen und rieb sich mit den Handflächen die Augen. Er fiel wieder auf ihr Bett und seufzte. Er hatte alles verdorben und musste es nun gerade biegen, bevor es zu spät war. Zuerst musste er seinen Artikel schreiben, solange seine Gedanken noch bei der Sache waren.

Anscheinend war sie fort. Er wusste es sofort, als er Kaffee kochen wollte und eine Notiz von ihr an die Kaffeekanne geheftet fand. Dort stand, „Draco, ich werde zu meinen Eltern fahren und dort übernachten. Wir werden Montag miteinander reden. Triff mich mittags beim Tagespropheten, wir werden gemeinsam zu Mittag essen. Es ist alles in Ordnung. In Liebe, Hermine.“

Sie hatte 'In Liebe, Hermine' geschrieben. Sie sagte ihm, dass alles in Ordnung war. Verdammt, sie war ein besserer Mensch als er und es lag nicht nur daran, dass sie eine Frau und er ein Mann war. Er machte sich Kaffee, setzte sich an ihren Tisch und fing an, seinen Artikel zu schreiben.

Er schrieb: „Liebe Freundin, du möchtest also wissen, warum Männer dich durcheinander bringen? Die Erklärung ist so einfach, dass du dich wundern wirst, warum du nicht selbst darauf gekommen bist. Männer verwirren Frauen, weil sie selbst verwirrt sind. Wirklich, ganz einfach. Warum sagen Männer, sie rufen an und tun es dann nicht? Weil sie Idioten sind. Warum sagen Männer, sie wollen Freundschaft und versuchen dann, dich zu küssen? Weil sie dumm sind. Warum wollen Männer ihr Stück vom Kuchen und es dann auch noch essen? Weil sie egoistische Mistkerle sind. Es liegt mir fern, mein eigenes Geschlecht zu kritisieren, aber das ist die einfache Wahrheit. Sie sind, was sie sind und für gewöhnlich auch noch stolz darauf.“

„Warum gehen manche Männer fremd? Weil sie alles auf einmal wollen. Warum sehen Männer nicht, was sie haben, wenn es direkt vor ihrer Nase ist? Weil sie blind sind. Siehst du, was Männer betrifft, gibt es eine einfache Antwort auf alle Fragen. Die Dinge sind wirklich schwarz oder weiß. So sind Männer. Verzeih es ihnen und versuche, ihnen bei ihren Fehlern zu helfen, denn sie können nichts dafür, was sie sind.“ Er faltete das Stück Pergament und steckte es in seine Tasche. Er würde dafür sorgen, dass sie es gleich Montag Früh bekommen würde.

*****
Montag Morgen saß Hermine an ihrem Schreibtisch und überarbeitete ihren eigenen Artikel. Sie fragte sich, ob sie ihren Freund, sowie Männer allgemein, damit beleidigen würde, aber sie wollte unbedingt eine Antwort, also beschloss sie, es durchzuziehen und ihn zu veröffentlichen. Sie rief nach ihrem Assistenten, damit dieser ihn zum Druckraum bringen konnte. Als er reinkam, sagte er, „Du hast Besuch.“ Hermine nickte bloß. Sie widmete sich wieder ihrer Arbeit, als sie jemanden hereinkommen hörte.

„Hallo, Hermine.“

Sie sah auf, als sie eine vertraute Stimme hörte. Es war Michael. Sie lächelte, weil er lächelte. „Hi, Michael.“ Er schockierte sie, indem er um den Tisch herum kam, ihre Hand nahm und diese sanft küsste. Sie konnte nicht anders, als weiter zu lächeln, als er sich gegen ihren Tisch anlehnte, weiterhin ihre Hand haltend. Da, warum konnte Draco nicht so sein?

Er sagte, „Ich weiß, dass ich gesagt habe, dass ich anrufen oder das Flohnetzwerk benutzen würde, um eine weitere Verabredung auszumachen, aber ich konnte nicht mehr warten. Ich musste persönlich vorbeikommen.“

Sie blickte auf ihre verschränkten Hände. Sie wollte Michael nicht benutzen und an der Nase herum führen, wenn sie doch ganz klar in Draco verliebt war, selbst wenn Dracos Gefühle weniger deutlich waren. Wenn Michael sie wieder um eine Verabredung bitten würde, würde sie höflich ablehnen. Immerhin konnte sie schlecht Männer beschuldigen und dann genau die gleichen schlimmen Dinge machen.

Sie stand auf und entzog ihm vorsichtig ihre Hand. Er schien noch nicht beleidigt. Er fragte, „Hat es dir Freitag Abend gefallen?“

Ja, zumindest war der Teil des Abends mit ihm schön gewesen. „Ja, auf jeden Fall.“

„Würdest du noch einmal mit mir ausgehen?“

„Michael, ich denke, ich sollte ehrlich zu dir sein. Ich hatte wirklich viel Spaß mit dir, aber eigentlich bin ich an einem Anderen interessiert.“

„Oh, wirklich? Wer ist denn mein Konkurrent?“, fragte er locker.

„Draco Malfoy“, antwortete sie ehrlich.

Er lächelte weiter. „Ich denke, er sieht dich nur als Freundin. Das hat er mir am Telefon gesagt. Egal, ich spreche hier nicht von Hochzeit, ich rede von einem Film oder einer Vorstellung oder vielleicht einem Abendessen. Du kannst doch an Malfoy interessiert sein und trotzdem mit mir zu Abend essen, oder? Du musst doch sicher auch wie der Rest von uns essen, oder?“

Sie fand ihn wirklich süß. „Ich denke schon.“

„Ist Mittwoch Abend okay?“, fragte er. „Ich muss heute auf Geschäftsreise, aber Mittwoch bin ich wieder da. Es gibt ein nettes Muggelrestaurant nahe deiner Wohnung. Ich werde anrufen und einen Tisch reservieren, wenn das für dich okay ist. Wir werden die Dinge langsam angehen lassen und sehen, wie sie sich entwickeln und wenn du nur mit mir befreundet sein willst, dann sind wir halt Freunde.“

Da war wieder dieses Wort, Freunde. „Ich will nur ehrlich sein. Ich glaube wirklich, dass ich Gefühle für Draco Malfoy habe. Ich bin mir nicht sicher, was er für mich empfindet, aber ich will dich nicht ausnutzen.“

„Du kannst mich nicht ausnutzen, wenn ich von vornherein weiß, was du fühlst, nicht wahr?“, fragte er.

„Ich denke, das klingt vernünftig“, sagte sie. „Gut, ich würde gerne Mittwoch Abend mit dir ausgehen.“

„Ich werde dich bei deiner Wohnung abholen, okay? Um sieben?“ Er hatte das freundlichste Lächeln und war wirklich attraktiv. Sie fand sich oberflächlich bei diesen Gedanken, aber es stimmte. Sie spürte nur Ehrlichkeit hinter seinen Worten. Er spielte keine Spielchen oder wirkte irgendwie hinterlistig.

„Sieben.“ Es war eine Verabredung. Er beugte sich vor, küsste sie auf die Wange und verließ mit einem Winken ihr Büro.

Sie würde ihn nicht ausnutzen oder als Lückenbüßer missbrauchen. Sie würde auch Draco gegenüber ehrlich sein. Sie würde ihm sagen, dass sie mit Michael ausging, aber als Freunde. Sie wollte Draco wirklich eine Chance geben, sich auch bei Tag zu beweisen, wenn er stocknüchtern war.

Gegen Mittag legte sie eine Pause ein und wartete auf Draco, damit sie zu Mittag essen konnten, als er in ihr Büro gestürmt kam. Zuerst erschreckte er sie, wie er so herein eilte und die Tür zuschlug.

„Granger, versteck mich!“

„Auch dir hallo, Draco Malfoy“, sagte sie grinsend. „Bist du heute Früh schon wieder betrunken? Wenn ja, werden wir das Essen ausfallen lassen.“

„Ich bin nicht betrunken!“, sagte er mit einem lustigen Gesichtsausdruck. „Sondern in Schwierigkeiten. Der dumme Bruder von Dumm-Kristen heiratet dieses Wochenende und ich habe versprochen, ihr Date zu sein, habe es aber vollkommen vergessen und jetzt steht sie da draußen und unterhält sich mit Lavender! Ich habe ihr erzählt, dass ich diese Woche in Hongkong wäre und deshalb nicht mit ihr hingehen könnte, aber ich glaube, dass sie mich gesehen hat, als ich in dein Büro geschlichen bin.“

Hermine lachte. „Warum lügen Männer? Sag ihr einfach die Wahrheit!“

„Oh Granger, du Dummerchen, ich kann ihr nicht die Wahrheit sagen, weil sie mir dann wahrscheinlich die Eier weghext. Versteckst du mich nun, oder was?“

„Sie wird doch nicht hier rein kommen? Wer ist Kristen überhaupt?“, fragte sie.

„Wir haben keine Zeit für Diskussionen, versteck mich einfach“, sagte er. „Sie kommt hierher und sie sieht wütend aus.“

„Ist das der Rotschopf von Sylvester?“

Er zog ihren Stuhl unter ihrem Schreibtisch hervor, kroch unter den Tisch und zog ihre Beine zu sich, damit ihr Stuhl seinen Körper verbarg. „Ja, das ist sie. Sag ihr nicht, dass ich hier bin!“

Hermine fühlte, wie sie errötete. Seine Wange war an ihren Schenkel gedrückt und seine Arme schlangen sich um ihre Beine. Die Frau kam in ihr Büro und fragte, „Verzeihung, haben Sie Draco Malfoy gesehen?“

„Wen?“, fragte Hermine. Draco hielt sich immer noch wie ein verängstigtes Kind an ihren Beinen fest.

„Draco Malfoy“, sagte die Frau langsam und dehnte jede Silbe, als ob Hermine schwer von Begriff wäre.

Hermine verengte die Augen. „Hab ich nicht gesehen.“

„Ich dachte, ich hätte ihn hier reinkommen sehen“, sagte sie.

„Und, sehen Sie ihn jetzt?“, fragte Hermine. Draco streichelte mit einer Hand ihr Bein. Sie konnte nicht atmen.

„Anscheinend nicht, sonst würde ich ja nicht fragen, ob er hier ist“, antwortete die Frau sarkastisch.

Hermine mochte diese Frau nicht. „Sie können jetzt gehen, außer, Sie wollen mein Büro noch durchsuchen. Wer weiß, vielleicht verstecke ich ihn ja unter meinem Schreibtisch.“ Draco kniff sie.

„Schön, ich gehe. Sie sind dieses kleine Schlammblut, dass in der Wohnung in seinem Haus lebt, nicht wahr?“

„Ja, und Sie sind diese kleine rothaarige Schlampe von Sylvester“, sagte Hermine. Normalerweise würde sie dieses Wort nie sagen, vor allem nicht ins Gesicht dieser Frau, aber sie ging ihr wirklich auf die Nerven.

Die Frau schnaubte. „Gut, wenn Sie diesen Mistkerl sehen, sagen Sie ihm, dass ich ein anderes Date für die Hochzeit gefunden habe! Ich hoffe, dass er alleine auftauchen muss!“ Die hirnlose Kuh verließ Hermines Büro und schlug die Tür knallend zu.

Hermine trat Draco unter dem Tisch, bevor sie ihren Stuhl zurück schob und aufstand. „Danke, dass du mir Ärger ins Büro bringst, Draco Malfoy!“

Er stand lachend auf. „Du warst gut. Von nun an wirst du all meine Probleme für mich lösen, okay? Ich kann nicht glauben, dass sie dich so genannt hat.“

„Du hast mich mein Leben lang so genannt.“

Er klopfte seine Hose ab. „Meine Verteidigung ist, dass ich jung und dumm war. Das bin ich jetzt nicht mehr.“

„Stimmt, du bist nicht mehr jung, nur noch dumm“, grinste sie.

„HA!“ Er neigte sich zu ihr. „Also, ich glaube, wir sollten Mittagessen, damit wir unsere derzeitige Lage besprechen können.“

„Ach ja, das“, fing sie an.

„Nein, nein, nein, du kannst dich da jetzt nicht herauswinden. Wir haben viel zu besprechen.“ Er hatte den Artikel in seiner Tasche und wollte ihn irgendwie auf ihrem Schreibtisch platzieren. „Schau mal in den Vorraum, ob Kristen verschwunden ist.“

Sie rollte mit den Augen, ging aber in den Vorraum. Er ließ den Artikel auf ihren Schreibtisch gleiten. Sie kam zurück und er lief direkt auf sie zu und legte seine Arme um ihre Taille. Sie neigte sich so gut es ging von ihm weg.

„Du bist etwas nah, Malfoy.“

„Ich habe dir gesagt, du sollst mich nicht so nennen, das klingt frech und grob. Ich will, dass du mir schöne Namen gibst, wie Süßer oder Geliebter oder Draco Malfoy.“ Er neigte sich vor, die Arme immer noch um ihre Taille. „Meine Güte, riechst du heute aber gut.“

„Das ist nicht gerade hilfreich. Ich habe das Gefühl, du übereilst einiges, und wir haben nicht einmal miteinander gesprochen.“

„Gut, aber ich muss dich warnen, ich habe eine neue Vorgehensweise. Ich versuche, immer ehrlich zu dir zu sein. Ich werde dir sagen, was ich denke und fühlen, was ich fühle und mir keine Gedanken über den Rest machen. Es wird schwer werden, da ich so oft und gut lüge“, erklärte er, „aber jetzt gerade will ich dich wirklich in den Armen halten, also tue ich das auch. Ich verlange außerdem Extrapunkte, weil ich heute überhaupt nichts getrunken habe.“

„Gut zu wissen“, sagte sie und legte ihre Hände auf seine Brust. „Also, bist du fertig fürs Essen?“

„Lass mich dich noch etwas halten.“

Ihre Knie waren so weich, dass sie glaubte, sie würde ohnmächtig werden. „Michael war heute Morgen hier.“

Er runzelte die Stirn und ließ sie los. Dann setzte er sich auf die Couch. „Was wollte der dumme Mistkerl?“

„Er ist kein dummer Mistkerl und das weißt du auch. Er ist ein sehr netter Mann und wir werden Mittwoch Abend gemeinsam essen gehen, aber um ehrlich zu sein habe ich ihm gesagt, dass wir nur Freunde sein sollten, weil ich an einem Anderen interessiert bin.“ Sie lief zum Sofa. Er zog an ihrer Hand und zwang sie dadurch, sich neben ihn zu setzen.

Er untersuchte ihre Hand, hielt sie in seiner Linken und zeichnete mit der rechten kleine Kreise und Schnörkel in ihre Handfläche. Sie seufzte hörbar und lehnte sich entspannt an das Sofa. Große Güte, fühlte sich das gut an. Er lächelte wieder und fragte, „Wer ist dieser glückliche Herr, der dein Interesse erregt hat?“

„Du, du dämlicher Idiot.“

„Gut zu wissen. Wollen wir vor dem Essen darüber reden?“

„Ich weiß nicht“, sagte sie ernst. „Ich denke, wir wissen beide, wo wir stehen, gibt es da dann noch etwas zu besprechen?“

„Ich denke schon“, antwortete er ebenso ernst.

„Schön“, sagte sie. Sie entzog ihm ihre Hand. „Offen gesagt würde ich die Dinge gerne langsam angehen und schauen, ob wir überhaupt versuchen sollten, mehr als nur Freunde zu sein. Vielleicht ist es auf lange Sicht keine gute Idee, wenn du das überhaupt willst.“ Sie wusste, dass sie unsicher wirkte, aber sie hatte so lange hierauf gewartete, dass sie sicher gehen wollte, dass es wirklich war und dass seine Gefühle echt waren.

Er nahm wieder ihre Hand. „Hör mal, warum treffen wir uns nicht auf ein Date? Eine richtige Verabredung und wir gucken einfach, wohin es führt? Was passiert? Ich habe festgestellt, dass ich immer noch dein Kumpel sein will.“ Sobald er das gesagt hatte, zog sie ihre Hand zurück. Er griff wieder danach und nahm sie. „Lass mich ausreden, ja? Ich möchte mit dir befreundet sein, will aber auch mehr versuchen.“

„Warum?“

Er neigte sich zu ihr, sein Gesicht so nah, dass sie seine Wimpern hätte zählen können, wenn sie gewollt hätte. „Weil ich dich so unglaublich gern habe.“

„Ich werde trotzdem am Mittwoch mit Michael ausgehen.“

„Gut, dann ist unser Date Donnerstag. Im Vergleich dazu wird Michaels Date verblassen. Übrigens wirst du auch meine Verabredung für die Hochzeit am Samstag sein.“

„Ach, wirklich?“, fragte sie.

Er beugte sich wieder in vertrauter Art und Weise zu ihr. „Wirklich.“ Er ließ ihre Hand los und legte Daumen und Zeigefinger an ihr Kinn. Er würde sie küssen, wollte jedoch nicht zu schnell vorgehen wegen seiner neuen Ehrlichkeit - er war sich wirklich nicht sicher, ob er mehr als nur mit ihr befreundet sein wollte - also bewegte er nur seinen Daumen zu ihren Lippen. Er strich vor und zurück, bis sie ihren Mund leicht öffnete. Dann küsste er sanft ihre Wange. Anders als bei Michaels vorsichtigem Kuss spürte sie diesen hier bis ins Mark. Sie wollte ischmelzen. Er stand auf, nahm ihre Hände und sagte, „Das Essen wartet auf uns, Hermine. Wollen wir?“

„Nur eine Sekunde.“ Er seufzte. Er wollte keine Sekunde warten. Es schien gerade gut zu laufen und er wollte nicht den Schwung verlieren. Sie stand auf und sagte, „Wir müssen ein paar Grundregeln festlegen. Ich denke, wir sollten die Dinge langsam angehen lassen und gucken, ob sich zwischen uns mehr entwickelt als nur Freundschaft. Ich würde auch gerne weiter mit Michael ausgehen, um zu sehen, ob meine Gefühle für dich von Dauer oder nur Verliebtheit sind.“

„Wie sollen Verabredungen mit Michael dir zeigen, dass deine Gefühle für mich echt sind? Das ist Unsinn. Zeig mir die Logik dahinter, Miss Granger!“, stieß er hervor.

„Draco, siehst du das nicht? Ich war richtig in dich verschossen, war deshalb aber total daneben und habe mich unbehaglich gefühlt, weil du jedes Mal behauptet hast, dass wir nur Freunde sein sollten, und um dir die Wahrheit zu sagen: Du hast mich halb überzeugt. Ich meine, ich habe keinen wirklichen Grund, zu glauben, dass du mehr für mich bist als nur ein Freund. Meine Schwärmerei war nur das, eine Schwärmerei, und hatte nichts Echtes oder Wirkliches als Grundlage, weil ich so gefühlt habe, bevor ich dich überhaupt richtig kannte.“

„Du sagst, dass ich dich immer davon überzeugt habe, dass wir nur Freunde wären, ja?“

„Ja.“

„Dann sollte ich auch die Chance bekommen, dir das Gegenteil zu beweisen?“

„Sicher.“

„Gut, das ist alles, was ich will, weil, zur Hölle, Granger, ich bin ebenso durcheinander wie du. Ich will sicher sein, dass eine Beziehung mit dir das Richtige und es wert ist, dich als Freundin zu verlieren. Ich will sicher sein, dass die Anziehung, die ich neulich nachts gespürt habe, nicht nur Betrunkenheit war. Also geh zu deiner dämlichen, kleinen Verabredung mit Michael Corner und dann geh zu deinem fantastischen Date mit mir. Dann werden wir sehen, wie es weiter geht, okay?“ Er lächelte sie an.

„Das klingt vernünftig und irgendwie auswendig gelernt“, sagte sie lächelnd.

Sie lief zu ihrem Schreibtisch. „Was tust du?“, fragte er. Er wollte nicht, dass sie den Artikel sah, bevor sie zum Essen gingen. Immerhin war ihr Artikel noch nicht veröffentlicht, wie sollte also der geheimnisvolle Schreiber schon eine Antwort verfasst haben? Verdammt, daran hatte er nicht gedacht.

„Ich brauche meine Handtasche. Sie ist in der Schublade.“

„Ich hole sie.“ Er lief zu ihrem Schreibtisch und öffnete die ersten beiden Schubladen, bevor er sie fand. Dann steckte er, als sie sich zur Tür drehte, seinen Artikel wieder ein. Er musste ihn ihr auf andere Weise zukommen lassen. Er gab ihr die Tasche. „Lass uns gehen.“

*****
Hermine lachte so stark, dass sie schon anfing, zu hyperventilieren. Sie war sich sicher, dass jeder im Restaurant sie anstarrte. „Das muss so peinlich gewesen sein! Und du hast nicht gewusst, dass es Zwillinge waren?“

„Nein, nicht, bis ich die eine gevögelt habe und die andere zur Tür rein kam.“ Sie ließ ihren Kopf auf den Tisch fallen und lachte weiter. Er liebte es, wenn sie lachte. Das waren die Momente, wegen denen er vorsichtig dabei war, ihre Freundschaft aufs Spiel zu setzen. Er hatte noch nie mit einer Frau, mit der er ausging, soviel Spaß gehabt. Trotzdem war da wieder diese ganze ?Kuchensache'. Warum konnte er nicht sein Stück vom Kuchen haben und es auch essen? Warum konnte er nicht mit Hermine Granger ausgehen und sie trotzdem noch als Freundin betrachten? Warum konnten sie nicht Sex haben und dann zusammen lachen? Gut, vielleicht nicht in dieser Reihenfolge, aber es wären schon seltsamere Dinge zwischen Himmel und Hölle geschehen.

Er blickte auf seine Uhr. „Große Güte, Granger, ich habe in zehn Minuten eine Besprechung.“

Sie atmete tief ein. „Ich hatte eine schöne Mittagspause. Ich dachte, es würde peinlich werden, weil wir all unsere Probleme klären müssten, aber nachdem wir das schon im Vorfeld gemacht haben, war es das genaue Gegenteil. Es war angenehm. Danke, Draco.“

Sie stand auf und er warf etwas Geld auf den Tisch. „Ein Vorgeschmack auf unser Date am Donnerstag.“

Sie quietschte beinahe vor Freude. Sie hatte eine Verabredung mit Draco Malfoy. Wunder gab es immer wieder. Er nahm ihre Hand und führte sie nach draußen. Dann sagte er, „Ich muss hier lang, du da lang. Wir sehen uns später daheim, okay?“

Daheim. Er würde sie später 'daheim' sehen. Wie merkwürdig das klang. „Vielleicht koche ich uns etwas“, schlug sie vor.

„Ah, ein Vordate. Das gefällt mir.“ Er lächelte.

„Nein, du hast gesagt, es wäre ein Vordate. Es ist nur Abendessen. Nichts Tolles, nur Freunde, okay?“

„Heißt das dann, dass ich dir keinen Gute-Nacht-Kuss geben darf?“, fragte er.

Ihr wurde schwindlig. Er wollte sie zum Abschied küssen und war nicht einmal betrunken. Sie senkte ihren Blick und zuckte mit den Schultern.

„Meine Güte, bist du wortgewandt“, lachte er. Er neigte sich zu ihr, legte seine Hand unter ihren Haaren in ihren Nacken und drückte seine Lippen sanft auf ihre; ließ sie einen Moment dort verweilen, bevor er sie sanft bewegte. Sie spürte einen Ruck von ihren Lippen zu ihrer Körpermitte. Sie legte ihren Kopf leicht zur Seite und er wurde etwas nachdrücklicher, seine andere Hand hob sich an ihr Gesicht. Sie packte seine Schultern. Er entfernte seine Lippen von ihren, hielt sie jedoch weiter in seinen Armen. Er sah sie an und sie lächelte. Dann küsste er ihre Stirn und lehnte im Anschluss seine eigene dagegen.

„Wow, das war ein toller Kuss, meinst du nicht auch?“

„Allerdings“, sagte sie. Plötzlich schlang sie ihre Arme fest um ihn und umarmte ihn so fest, dass er dachte, sie würde ihm eine Rippe brechen. Er erwiderte die Umarmung.

„Verlieb' dich nicht in Corner, bevor wir unser echtes Date haben, verstanden? Gib mir eine gerechte Chance“, sagte er und löste sich von ihr. Er nahm eine ihrer Hände. Dann lief er los, ihre Hand immer noch in seiner, bis ihre Arme so weit es ging gestreckt waren.

Er musste sie loslassen. „Bis später, Hermine.“

„Bye, Draco Malfoy.“ Sie wandte sich zum Gehen, drehte sich jedoch wieder um und sah zu, wie er die Straße entlang rannte. Ihr war egal, was er sagte und was sie behauptete; sie wusste, dass sie mehr als nur 'Freunde' sein würden. Zum Donnerwetter, das war der beste einfache Kuss, den sie je hatte. Er würde definitiv eines Tages ihr Ehemann sein. Ja, wirklich.

+++++

Tut mir Leid, dass ihr diesmal etwas länger warten musstet!
Hier nun Kapitel 10!


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