
von Nitsrek
1969 schrieben Mick Jagger und Keith Richards ein Lied, das Hermine Granger derzeit als den Soundtrack ihres Lebens betrachtete. Der Text lautete: „Du bekommst nicht immer, was du willst, aber wenn du es versuchst, bekommst du manchmal, was du brauchst.“ Hermine hatte das Gefühl, dass sie selten bekam, was sie wollte, dafür aber oft, was sie brauchte.
Mit dieser Einstellung traf sie sich vor dem Theater zu einem zweiten Date mit Michael Corner. Michael war nicht, was sie wollte, aber vielleicht war er genau das, was sie gerade brauchte.
Sie hatte von Draco nichts mehr gehört, seitdem er weg war, und um ehrlich zu sein wollte sie auch nichts von ihm hören. Sie war seine Unentschlossenheit leid. Er musste herausfinden, was er wollte, bevor er verlor, was er brauchte. Sie schlug nun einen anderen Weg ein. Sie wartete nicht mehr auf ihn. Nun war er am Zug. Sie würde schon sehen, was er daraus machte.
Michael lächelte und winkte ihr zu. Sie erwiderte sein Lächeln. Innerlich war sie traurig, nach außen hin jedoch, vor allem für Michael, würde sie fröhlich sein. Sie musste fröhlich sein.
Nach dem Theater aßen sie in einem Muggel-Diner zu Abend. Es war laut, irgendwie dreckig und auf jede erdenkliche Art perfekt. Das Essen war großartig, die Musik laut und Michael war in seinem Element. Er war klug, fröhlich, heiter und jedes andere Adjektiv, das ein perfektes Date umschrieb. Gut, vielleicht nicht jedes, denn er war nicht Draco, aber Draco war ja auch ein Nomen, kein Adjektiv.
Nach ihrer Verabredung apparierten sie zu der Kreuzung, die einen Block von ihrer Wohnung entfernt lag. Sie atmete tief ein und sagte, „Von hier aus kann ich laufen.“
„Auf keinen Fall, die Nachbarschaft hier sieht schäbig aus, sehr zwielichtig. Ich sollte dich begleiten“, sagte er und machte einen Witz über die sehr gehobene Nachbarschaft.
Sie nickte und legte ihre Hand auf seinen Arm. Er lief neben ihr und fragte, „Hattest du einen schönen Abend, Hermine?“
„Weißt du“, begann sie, „ich denke schon. Vielen Dank.“
„Hast du vergessen, dass du in Draco verschossen bist?“
Sie lachte. „Draco und ich sind für morgen Abend verabredet.“
„Ah, verstehe. Ich habe also immer noch Konkurrenz.“
Sie wollte ihm sagen, dass sie daran zweifelte, da die beiden beteiligten Parteien bei einer Konkurrenz wirklich Rivalen sein müssten, gleich stark, und dass beide das Ziel haben müssten, sich gegenseitig auszustechen, um einen möglichen Preis oder eine Eroberung zu bekommen. Michael und Draco standen nicht in Konkurrenz zueinander. Ihrer Ansicht nach gäbe es auch nie eine. Draco würde immer gewinnen, auch wenn er das nicht wollte. Der Gedanke stimmte sie traurig.
„Erde an Hermine“, sagte Michael, als sie an der Tür ankamen. „Du hast vor dich hin geträumt.“
„Entschuldige, mein Verstand schweift gerne ab“, sagte sie grinsend.
„Darf ich dich wieder sehen?“
Sie wollte ihm wirklich keine falschen Hoffnungen machen, vor allem, wenn sie sich ihrer Gefühle nicht sicher war. Das würde sie mit Draco Malfoy auf eine Stufe stellen. „Michael, ich bin mir nicht sicher, dass wir jemals mehr sein werden als nur Freunde. Bitte hass mich nicht dafür, okay?“
„Wir brauchen alle Freunde, nicht wahr?“, fragte er.
Es klang nach etwas, das Draco sagen würde, was sie sogar noch trauriger machte. Sie nickte und beugte sich vor, um ihn auf die Wange zu küssen. „Ruf mich mal an, dann können wir zusammen Mittagessen oder so.“
„Gehst du zu Alex O’Rourkes Hochzeit?“
„Ich kenne niemanden, der so heißt, also wäre meine Antwort ‚Nein’“, lachte sie leise.
„Nun, er ist ein gemeinsamer Freund von Mike und Draco, also dachte ich, du würdest ihn kennen.“
Hermine überlegte einen Moment. „Hat er eine Schwester namens Kristen?“
„Ja, lange Beine, rote Haare, groß und hübsch“, sagte Michael. Hermine sah ihn komisch an. Er lächelte. „Ja, Kristen ist seine Schwester.“
„Dann gehe ich wohl doch zu der Hochzeit. Malfoy hat mich gefragt, ob ich ihn begleite.“
„Wirklich? Dann musst du mir einen Tanz versprechen, ich bin nämlich auch eingeladen, habe aber keine Verabredung. Ich werde wohl zusammen mit Mike und Lavender gehen. Kristen hat mir von Dracos kleinem Plan erzählt, als er wollte, dass du nicht mehr sauer auf ihn bist, also erstaunt es mich etwas, dass du trotzdem mit ihm zur Hochzeit gehst.“
„Welcher Plan? Wovon sprichst du?“, fragte sie.
„Montagmorgen sollte Kristen so tun, als wäre sie wütend und ihn in dein Büro jagen. Er hat sie sogar gebeten, dich Schlammblut zu nennen. Es war nur ein Plan, ein Trick, weil er dachte, du wärst sauer auf ihn und wollte, dass du ihm vergibst, ohne dass er sich entschuldigen musste“, erklärte Michael. „Er dachte, dass ihr einen gemeinsamen Feind hättet, wenn Kristen in dein Büro käme und sich wie ein Miststück aufführt und dass du dann vergisst, dass du wütend auf ihn bist.“
Hermine war enttäuscht. Draco hatte sie angelogen. Anstatt sich für seinen betrunkenen, verwirrten Zustand zu entschuldigen und zu seinen Gefühlen zu stehen hatte er sie angelogen und warum? „Bist du sicher?“, fragte sie.
„Das hat mir zumindest Kristen erzählt.“
„Weißt du was, Michael? Wenn du willst gehe ich mit dir, Mike und Lavender zu der Hochzeit, dann bist du nicht das fünfte Rad am Wagen, aber nur als Freunde, okay?“ Sie wurde nicht gerne manipuliert und sie sah auch wirklich nicht ein, warum Draco sich einen so ausgeklügelten Trick einfallen lassen würde, nur um nicht über seine Gefühle sprechen zu müssen. Vielleicht kannte sie Draco nicht so gut, wie sie gedacht hatte.
„Großartig, dann sehen wir uns“, sagte er. Er beugte sich vor und küsste sie sanft auf den Mund. Sie lächelte ihn an.
Dann ging sie nach drinnen und hoch in ihre Wohnung. Sie öffnete die Tür und rief nach Iggy, konnte ihn jedoch nicht finden. Sie lief in die Küche, nahm eine Schachtel Trockenfutter und schüttelte sie. Normalerweise kam er dann immer gleich angerannt. Sie schüttelte die Schachtel, bis ihr Handgelenk fast abfiel, lief ihre gesamte Wohnung ab und rief seinen Namen, bis sie heiser war. Sie versuchte, ihn mit ihrem Zauberstab aufzuspüren. Wo war ihr Kater?
Sie setzte sich auf ihr Bett und machte sich Sorgen. So groß war ihre Wohnung gar nicht. Konnte er durch die Tür geschlüpft sein? Lief er durch die anderen Stockwerke? Sie verließ ihre Wohnung, ließ die Tür offen und ging zuerst nach oben. Sie war noch nie in Dracos Büro gewesen. Zu ihrem Erstaunen war die Tür nicht verschlossen, weder magisch noch auf andere Art. Vielleicht hielt er es nicht für nötig, da sie nur zu zweit hier lebten. Sie suchte in dem dunklen Büro und ging dann wieder nach unten.
Sie stand vor einer Panik. Sie wusste, dass er nur ein Kater war, aber er war ihr Kater und er war noch nie zuvor draußen gewesen und selbst wenn er soviel wog wie ein kleines Kind war er doch wehrlos. Beide Türen zu Dracos Apartment waren fest verschlossen. Sie kehrte in ihre Wohnung zurück und sah noch einmal unter dem Bett nach. Dort versteckte er sich für gewöhnlich und vielleicht hatte sie ihn die ersten beiden Male übersehen.
Sie legte sich auf den Boden und streckte ihre Arme aus. Nur Staub. Sie erhob sich auf die Knie und schrie qualvoll „IGGY!“ Da sah sie es. Die Tür, die von ihrem Schlafzimmer auf den Balkon führte, auf dem sie noch nie gewesen ist, weil es einfach zu kalt war, stand offen. Sie hatte sie diesen Morgen geöffnet, um den Regen zu betrachten und hatte vergessen, sie wieder zu schließen. Wieder suchte sie überall nach ihm, fand ihn aber nicht. Er war fort. Einfach so, weg.
Sie setzte sich auf den Balkon und weinte.
Draco ließ sich von dem Muggel-Taxi zwei Häuserblöcke entfernt absetzen. Ein feiner Nebel legte sich und es war eine dunkle, trübe Nacht. Ihm gefiel das Wetter. Er musste sowieso seinen Kopf freikriegen. Er fragte sich, ob Hermine schon von ihrer Verabredung zurück war. Es war nach Elf, also musste sie zurück sein. Als er sich seinem Haus näherte, entdeckte er einen weißen Fleck nahe der Mülltonne. Er bückte sich. „Iggy? Bist du das?“ Er sah aus wie ein begossener Pudel.
Wie war Hermines Kater nach draußen gekommen? Er würde diese große Fellkugel überall erkennen und auf dem Schildchen am Halsband stand „Iggy“, was ein weiteres sicheres Zeichen war. Er fragte sich, ob sich der Kater von ihm anfassen lassen würde. Schnell packte er das Tier im Genick und hob es hoch.
„Hermine muss außer sich sein vor Sorgen, Mister.“ Draco war etwas verwundert, dass der Kater weder biss, noch ihm die Augen auskratzte. Hermine sagte immer, dass Iggy niemanden außer ihr mochte. Sie lag also entweder falsch oder der Kater hatte einen guten Geschmack. Wahrscheinlich letzteres.
Er trug Iggy ins Haus und nach oben zu ihrer Wohnung. Die Tür war offen und er setzte Iggy in dem bequemen Sessel nahe dem Sofa ab, schloss die Tür und lief den Flur runter. Er rief mehrmals ihren Namen, aber sie war scheinbar nicht zu Hause. Warum war ihre Tür offen? War Iggy so entkommen?
Er trat durch die Schlafzimmertür und bemerkte, dass die Doppeltür, die auf den Balkon führte, offen war. Er lief hin, streckte seinen Kopf heraus und sah sie auf der Bank sitzen, weinend.
Er eilte zu ihr und bevor er fragen konnte, was los war, schlang sie ihre Arme um ihn. „Draco! Du musst mir helfen Iggy zu finden! Er ist weg und ich kann ihn nicht finden! Bitte hilf mir, die Nachbarschaft abzusuchen.“ Sie klammerte sich an seinen Jackenkragen, sah so verloren und aussichtslos aus. Ihre Haare waren durch den Regen geglättet.
„Komm mit rein, Hermine.“
„NEIN! Hilf mir, bitte! Ich habe diese Tür hier offen gelassen und weiß nicht einmal, ob er von dieser Höhe einfach so nach unten kommt, aber…“, sie hielt inne. „OH, Draco! Was, wenn er sich verletzt hat? Daran habe ich noch gar nicht gedacht!“ Sie eilte an das Eisengeländer und blickte nach unten.
„Komm von dem Geländer weg, Granger“, bat er.
Sie keuchte und zeigte auf etwas. „Ist er das? Ich glaube, das könnte er sein!“
„Er ist drinnen. Ich habe ihn draußen gefunden und habe ihn gerade mit rein gebracht“, sagte er und sie blickte ihn an.
„Bist du sicher?“, fragte sie.
War er sicher? „Ja, ich bin mir sicher“, sagte er und stellte in dem Moment seine geistige Gesundheit in Frage. Sie warf noch einmal ihre Arme um ihn und – zu seiner großen Überraschung und Freude – küsste ihn auf den Mund. Ein fester, kurzer Kuss, aber trotzdem.
Hermine rannte an ihm vorbei in ihr Schlafzimmer, wo Iggy inzwischen natürlich auf ihrem Bett saß und sie ansah, als wäre sie verrückt. Sie nahm ihn in die Arme und knuddelte ihn, während er miaute. „Oh, Iggy!“
Draco kam rein und schloss die Tür. Er legte seine nasse Jacke ab und legte sie auf einen Stuhl, dann schüttelte er seine Haare, um das überschüssige Regenwasser loszuwerden. Er schien plötzlich unsichtbar, als Hermine Iggy in das andere Zimmer trug. Sie zog ihren Mantel aus, warf ihn auf einen Küchenstuhl, fütterte und streichelte den Kater einen Moment lang, dann ging sie zurück in ihr Schlafzimmer, wo Draco auf ihrem Bett saß. Sie setzte sich neben ihn und legte ihren Kopf an seine Schulter. Er fühlte sich innerlich plötzlich warm und trocken, obwohl er eigentlich immer noch fror und pitschnass war.
„Danke, Draco. Das alte Fellknäuel ist alles für mich“, sagte sie. Sie drehte ihren Kopf etwas und küsste ihn auf die Wange. „Ich weiß, du dachtest wahrscheinlich, ich wäre durchgedreht.“
„Stimmt“, lachte Draco. Er legte seine Arme um sie. „Hattest du eine schönen Abend mit Corner?“
Sie stand auf und trocknete sie beide mit ihrem Zauberstab, bevor sie antwortete. Dann legte sie ihn auf die Kommode, lehnte sich dagegen und sagte, „Ich glaube schon.“
„Du glaubst?“
„Nun, nein. Ich hatte einen schönen Abend. Ich habe ihm gesagt, dass wir besser nur Freunde bleiben sollten. Ich wollte ihn nicht verwirren und ihm deutlich machen, wo wir stehen. Ich weiß, wie sich das anfühlt.“
Er runzelte die Stirn. „Soll das heißen, ich verwirre dich?“ Sie antwortete nicht. Stattdessen drehte sie sich um und spielte mit den Dingen auf der Kommode, schob die Schale mit ihren Ohrringen hierhin, ihre Bürste dorthin. Er trat hinter sie und blickte ihr Spiegelbild an. Sie erwiderte den Blick.
„Du wirkst abgelenkt“, sagte er und legte eine Hand auf ihre Schulter.
„Ich glaube, das bin ich auch, und das ist dir gegenüber nicht fair, oder?“, fragte sie.
„Wer hat behauptet, das Leben wäre fair? Ich habe nur eine Frage: Hast du deine Meinung in Bezug was mich, was uns betrifft geändert?“
„Ich glaube, ich bin jetzt genauso verwirrt wie du.“
„Was, wenn ich sagen würde, dass ich nicht mehr verwirrt bin?“, fragte er.
„Was, wenn ich sagen würde, es ist zu spät?“
„Eine Verabredung mit Corner und du denkst, es ist zu spät für uns? Du dummes Ding, es wird nie zu spät sein für uns.“
„Er hat mich als seine Begleitung für die Hochzeit eingeladen.“
„Zu dumm, dass du schon mit mir gehst“, sagte er mit ernstem Gesichtsausdruck. Sie konnte nicht anders; sie lehnte sich an seinen harten Körper und schloss ihre Augen.
„Hast du mir Kristen irgendwas geplant gehabt, von dem du mir erzählen willst?“, fragte sie, immer noch mit geschlossenen Augen.
Seine Hand schlang sich um ihre Taille. Er verfluchte Corner innerlich. Er hatte vergessen, dass Kristen und er gute Freunde waren. Sie musste Corner von seinem Trick erzählt haben und er hat es Hermine weitererzählt.
„Ich habe nichts zu sagen“, wählte er als Antwort.
„Wenn du nichts zu sagen hast, gehe ich mit Michael zu der Hochzeit“, sagte sie und öffnete ihre Augen.
„Gut, dann geh mit Michael zu der verdammten Hochzeit“, sagte er gehässig. „Morgen Abend wirst du trotzdem mit mir ausgehen.“
Sie wusste nicht, was sie antworten sollte und war plötzlich etwas perplex. Wenn Draco sich wirklich so gefühlt hatte, wusste sie, dass sie ihm nichts vorwerfen konnte, weil es ihr nun auch so ging. Sie drehte sich zu ihm um. „Es ist sehr spät und ich muss mich vor der Arbeit morgen noch ausruhen, außerdem habe ich morgen eine Verabredung“, sagte sie emotionslos. Sie lief zu ihrer Schranktür, zog ihren Pullover aus und hängte ihn über die Tür, während sie sich mit ihrer Hand am Türrahmen festhielt, um ihre Schuhe abzustreifen.
Draco beobachtete alles lautlos und beschloss, dass sie falsch lag, wenn sie wirklich glaubte, es wäre schon alles vorbei. Er wusste jetzt, dass er sie wollte und das wollte er ihr auch zeigen.
Er sagte nichts. Er stand auf, lief zum Schrank und legte seine Hand auf ihre am Türrahmen. Er fing an, ihre Finger zu lösen, drehte sie um und zog sie fest an sich.
„Draco?“ Seine Arme lagen eng um sie. Sie beugte sich nach hinten, weg von seinen Armen.
Er hielt seinen linken Arm um ihre Taille und hob seine rechte Hand an ihren Hals, damit sie ihn nicht mehr bewegen konnte. Dann brachte er seine Lippen an ihre. Sie berührten sich beinahe, küssten sich aber noch nicht, und er sagte, „Ich weiß, was ich will.“ Und jedes Wort sandte einen Blitz durch ihren Körper.
Bevor er sie auf den Mund küsste, zog er mit seinen Lippen über ihre Wange und platzierte kleine, Besitz ergreifende Küsse auf ihrem ganzen Gesicht. Sein Mund wanderte zu ihrem Kiefern, dann an ihren Hals, wo er ihr ins Ohr flüsterte, „Und ich weiß, was du willst, auch wenn du das Gegenteil behauptest.“ Er saugte sanft an ihrem Ohrläppchen und sie spürte ein Feuerwerk in ihrem Bauch und wie ihr Hals sich zuschnürte. Sie wollte es. Er hob sein Gesicht wieder, sah ihr tief in die Augen und sagte, „Du willst mich genauso sehr wie ich dich.“ Dann landete sein Mund auf ihrem.
Er ließ sich Zeit. Er teilte ihre Lippen vorsichtig, nur ein bisschen und dann begann er mit Nachdruck saugend seine Erkundungstour. Er verlieh dem Ganzen noch mehr Druck, als seine Hände ihren Körper noch fester an sich zogen und er sanft in ihre Unterlippe biss, daran zog und mit der Zunge darüber wischte, bevor er sie wieder frei ließ. Er hatte beide Hände um ihre Taille und sein Mund verließ ihren kurz, um nach Luft zu schnappen und dann wieder fortzufahren.
Seine Zunge fuhr ihren Mund nach und sie stöhnte, als seine Zunge eindrang und endlich ihre berührte. Für ihn fühlte es sich an, als hätte er sein Leben lang darauf gewartet. Oh ja, er wollte es und sie auch, es gab kein Leugnen.
Sie hob ihre Hände an sein Gesicht, zog ihn näher – endlich als williger Teilnehmer in ihrem kleinen Experiment. Er zog sie von der Schranktür weg, hob sie hoch und setzte sie auf die Kommode, wobei er sich weigerte, ihren Mund zu verlassen.
Sie küssten sich weiter, er stand zwischen ihren geöffneten Beinen, bis sie gegen seine Brust drückte, ihre Lippen entfernte und von der Kommode hüpfte.
„Nein, ich will dich“, sagte er wirklich. Er zog an ihrem Arm, weigerte sich, sie gehen zu lassen, zog sie an sich und küsste sie wieder, lief mit ihr dabei zum Bett. Als er es in seiner Kniekehle spürte, ließ er sich mit ihr zusammen nach hinten fallen. Er unterbrach den Kuss. Sie lag komplett auf ihm, sah ihn jedoch nicht an, sondern legte ihren Kopf an seine Brust. Ihre Hand spielte mit einem der Knöpfe an seinem Hemd, bis sie ihn schließlich ansah.
„Man kann nicht immer kriegen, was man möchte“, sagte sie schließlich.
Ohne ein weiteres Wort versuchte sie aufzustehen, aber das würde er nicht zulassen. Er beschloss, dass er sie festhalten konnte, wenn er sie auf ihren Rücken legen würde. Er drehte sie also um und neigte sich über sie. Seine Hände hielten ihre beide über ihrem Kopf fest, in einer Hand. Er schob sein Bein zwischen ihre und wusste, dass sie sein Verlangen an ihrer Hüfte spüren konnte. Er legte sein Gesicht an ihren Hals uns seufzte.
„Du kannst mir nicht sagen, dass du mich plötzlich nicht mehr willst“, sagte er verzweifelt.
„Ich weiß nicht, was ich sagen soll“, flüsterte sie.
„Ich auch nicht.“ Er ließ ihre Hände los, blieb aber auf ihr liegen. Sie fuhr mit ihrem Daumen sanft über seine Unterlippe. Wieder küsste er sie. Sie atmete schwerer. Er küsste sie nachdrücklicher und machte in seiner Kehle ein Geräusch, das sie aufschrecken ließ, weil es nach einem Knurren klang.
Hermine schubste ihn mit all ihrer Kraft von sich und er beschloss es zuzulassen, bevor die Dinge ausuferten und sie ihn schließlich hasste. Er fiel auf den Rücken, legte einen Arm über seine Augen und sagte, „Zu schnell, ich weiß. Tut mir leid.“ Er fand kaum die Worte, um einen sinnvollen Satz zu formen.
Er war schockiert, als sie sich plötzlich auf seinen Körper rollte. Sie legte eine Hand auf seine Brust und ihre Lippen auf seine und küsste ihn mit einer ungezähmten Hemmungslosigkeit, die er so nicht oft von einer Frau zu spüren bekam. Er war so geschockt, dass er nicht wusste, ob er mitmachen oder einfach nur genießen sollte. Eine Hand wanderte an ihren Hinterkopf, um sie festzuhalten, die andere an ihren Hintern.
Nun machte sie ein Geräusch, das er erwiderte, hauptsächlich, weil ihr Oberschenkel seine immer härter werdende Erektion gestreift hatte, als sie sich zwischen seine Beine legte. Sie hörte auf ihn zu küssen und knöpfte sein Hemd auf. Sie strich es von seinem Oberkörper und küsste seine Brust. Ihre Hände fuhren über seinen glatten Oberkörper, während ihr Mund zu seinem Bauch hinunter, dann wieder nach oben wanderte. Sie küsste seinen hals und saugte fest an seinem Puls.
Er konnte nicht mehr richtig denken und erst recht nicht einfach so an dieser Verrücktheit teilnehmen. Er rollte sie wieder herum, damit er die Kontrolle wieder erlangte. Er hatte gerne die Kontrolle. Seine Hand wanderte zu ihren Knie nach unten und brachte ihr Bein leicht nach oben. Er wollte die weiche Haut ihrer Schenkel spüren, ihrer Hüfte, ihres flachen Bauchs, aber sie war noch vollständig angezogen. Er küsste ihren Hals und ihre Schultern. Er berührte ihre Brust durch das Hemdchen, das sie trug. Seine Hand bewegte sich leicht über ihre Rundungen, erst eine, dann die andere und selbst durch den Stoff ihres BHs und ihres Hemdchens spürte er ihre Lust und ihr Verlangen. Sie lag falsch, er bekam immer, was er wollte und manchmal war das, was er wollte auch das, was er brauchte. Seine Hand fuhr wieder nach unten an den Saum ihres Hemdchens und sie half ihm dabei, es über ihren Kopf zu ziehen und auf den Boden zu werfen.
Er nahm sich einen Moment, um sie in dem schwachen Licht der Nachttischlampe zu betrachten. Sie war herrlich. Er brachte seinen Mund neben den Stoff ihres BHs und ließ Küsse auf die entblößten Stellen ihrer Brüste regnen. Es war unbeschreiblich, wie er sich bei diesem Anblick von Hermine Granger fühlte. Es ging einfach nicht.
Er legte seine Hand zärtlich auf ihre linke Brust. Er küsste sie wieder auf den Mund und ließ dabei seine Finger unter den seidigen Stoff gleiten, wo sie den härtesten Punkt fanden. Er rieb mit den Fingern vor und zurück und ihr Rücken hob sich leicht vom Bett. Er wollte ihre Brüste schmecken, aber nicht, bevor sie schmerzhaft erregt war. Er unterbrach ihren Kuss um zu beobachten, wie sie reagierte, als seine Hand von ihren Brüsten zu ihrer Hose fuhr und dort flink die Schnalle und den Reißverschluss öffnete. Sie legte ihre Hände auf seine Schultern. Er blickte ihr ins Gesicht und versuchte, ihre Reaktion zu lesen. Ihr Kopf war leicht gedreht und sie sah ihn in einer Mischung aus Lust und Verwirrung an. Verdammt, er kannte diesen Blick. Er hatte ihn in seinem eigenen Spiegel gesehen. Sie war durcheinander. Warum war sie durcheinander?
„Bin ich ein One-Night-Stand?“
„Nie“, antwortete er und seine Hand lag immer noch auf ihrem Unterkörper, wo er sie hingelegt hatte, nachdem der Reißverschluss offen war. Sein kleiner Finger ruhte auf dem Gummiband ihrer Unterhose. Er war so nah dran.
Er setzte sich auf, zog sein Hemd ganz aus, öffnete seinen Gürtel und den Reißverschluss, behielt die Hose jedoch an. Er wollte wirklich zu Ende bringen, womit sie begonnen hatten. Er fuhr mit seinen Fingerspitzen sanft über ihr bedecktes Bein, ihr Knie, ihren Oberschenkel. Er lehnte sich wieder über sie und küsste ihren Mund mit einem noch nie verspürten Verlangen. Verlangen. Er wollte sie.
„Werden wir etwas im Hinblick auf dieses Verlangen zwischen uns tun?“, musste er fragen. Seine Hand glitt zu ihren Brüsten, spielte, zog und kniff. Er zog den Stoff über der rechten Brust zur Seite und sein Mund fand endlich ihre Brust, probierte ihre köstliche, steife Brustwarze, während seine Hand weiter nach unten wanderte. Sie lag schon beinahe auf ihrem Zentrum, aber Hermine musste es ruinieren.
Ihr Gehirn kam wieder in Gang. Sie schubste ihn problemlos von sich, da er nicht damit rechnet. „Ich weiß nicht, ob ich dich will.“ Es war keine Lüge. So fühlte sie nun einmal. Sie war ebenso enttäuscht wie er. Sie setzte sich auf den Bettrand, griff nach ihrem Hemd auf dem Boden und zog es wieder an. Er konnte sich nicht bewegen, also beobachtete er sie nur. Er war zu weit gegangen, aber wenn sie sagen würde, dass es ein Fehler war oder dass sie durcheinander war, würde er sie erwürgen.
Sie sagte nichts, sondern lief zu ihrem Schrank, nahm eine Schlafanzughose und ging ins Bad. Er war so wütend auf sie, dass er nicht mehr richtig sehen konnte. Fühlte sie sich auch so frustriert, wenn er verwirrt war? Falls ja, fragte er sich, warum er noch lebte. Sie hätte ihn erwürgen sollen. Sie kam zurück ins Zimmer, machte das Licht aus und ignorierte seine Anwesenheit, als wäre er nur ein zusätzliches Kissen, nur Dekoration. Sie krabbelte auf der Seite, wo Draco nicht saß, unter die Decke.
Er wusste nicht, was er nun tun sollte. Sollte er wieder über sie herfallen? Sollte er aufstehen und gehen? Sollte er die Augen zumachen und schlafen? Denn er war wirklich ausgelaugt.
„Was bedeutete das hier, Granger?“, fragte er schließlich.
Sie sah ihn an. Er machte seine Hose zu und erwiderte den Blick.
„Gute Nacht, Draco.“ Und sie drehte sich um.
„Das ist eine blöde Antwort“, schmollte er.
Sie wollte nur noch, dass er ging, gleichzeitig wollte sie, dass er blieb. Sie hatte das Gefühl, dass sie nicht einmal schlucken konnte. Verdammt. Nun brachte er sie durcheinander und das gefiel ihr nicht. Hatte er sich wirklich so gefühlt? Sie einerseits gewollt, andererseits nicht das Gleichgewicht ihrer Freundschaft ruinieren wollen? Wenn ja, fragte sie sich, wie er noch bei Verstand sein konnte.
Sie spürte, wie er aufstand. Anscheinend ging er. Ihr Schock wurde zu Freude, dann wieder zu Überraschung als sie spürte, wie die Decke weggezogen wurde und sein Gewicht auf das Bett zurückkehrte. hatte er vor ‚mit ihr zu schlafen’, nachdem sie fast ‚miteinander geschlafen’ hätten? Anscheinend, denn sein Arm legte sich auf der Decke um ihren Körper, auch, als er sie an sich zog. Bald hörte sie den gleichmäßigen Klang seiner Atmung in einem tiefen Schlaf.
Aber er schlief nicht. Noch nicht. Die Zahnräder in seinem Kopf rasten mit bedenklicher Schnelligkeit. Er überlegte, wie er diese Verwirrung aus ihr hinaus bekommen sollte, da er zum ersten Mal, seit es angefangen hatte, klar sah. Er wollte sie eines Tages heiraten und wenn er sie zu Besinnungslosigkeit Ohrfeigen musste, er würde ihr zeigen, dass auch sie ihn eines Tages heiraten wollte.
+++++
Und gleich noch eins :) Dank Emilia :)
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